Hallo ihr Lieben, danke für eure Reviews, haben mich sehr gefreut. Meiner lieben Betaleserin scientific ida, vielen Dank fürs Korrigieren und die Unterstützung!
An meine anonymen Reviewer: Liebe Dani, ich hoffe, es geht dir besser und danke dir für deine Motivation!
Hi ano, wow, freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt! Danke vielmals für dein Review! Liebe Grüsse Sally
Viel Spass beim nächsten Kapi
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„Malfoy hat angefangen!" sagte Laura sofort, als Snape sich an seinen Schreibtisch gesetzt hatte und Cunninghutch an seinen Platz zurück geschwungen war und damit die Tür zu den Privaträumen verschloss.
Laura war aufgestanden. Ihr Vater musste es doch gesehen haben! Malfoy hatte sie angegriffen!
„Setz dich!" sagte Snape ruhig.
„Ich weiß, dass Mr Malfoy den ersten Fluch los gelassen hat. Er ist dafür angemessen bestraft worden.
Nun sprechen wir aber über dich, Laura und nicht über Mr Malfoy"
Laura hatte sich wieder hin gesetzt. Sie hasste es, ihrem Vater Rede und Antwort zu stehen, respektive zu sitzen.
„Ich hab mich nur gewehrt," sagte sie bisschen unsicher.
Snape sah sie streng an. „Du hättest ihn entwaffnen können, Laura. Du weißt genau, wie das geht, da das einer der ersten und wichtigsten Zauberer ist, den ihr lernt. Ich habe dir einige Male gesagt, dass du deine Emotionen unter Kontrolle haben musst, auch wenn dich jemand reizt."
Severus war es sehr wichtig, dass die Kinder und vor allem Laura das lernten. Es konnte überlebenswichtig sein. Gerade wenn die Zeiten nicht absolut sicher waren in der Zaubererwelt.
Deshalb hatte er Laura immer wieder gepredigt, sie solle Streit mit Malfoy aus dem Wege gehen. Das war ein guter Lehrgang hier für sie.
„Aber der ist einfach so blöd!" sagte sie verzweifelt. „Er hat mich Schwarzwurzel genannt und Hermine hat er vor ein paar Wochen Schlammblut genannt." Ihr Vater sollte nur wissen, was für ein dummer Typ Malfoy war.
„Mr. Malfoy provoziert gerne, wie du gemerkt hast. Es erstaunt mich aber, dass du immer wieder so leicht anbeißt auf seine Provokation. Es ist genau das, was er damit erreichen will. Du ärgerst dich und gerätst durch ihn dann noch in Schwierigkeiten. Siehst du das nicht?"
Laura zuckte die Schultern. Wenn ihr Vater das so hin stellte, schien es ziemlich logisch.
„Ich wünsche eine verbale Antwort. Schulterzucken kannst du bei deinen Freunden, nicht bei mir. Und solche Schimpfwörter will ich auch nicht hören. Deine Manieren lassen nach, junge Dame. Wo wir schon beim nächsten Thema sind, das ich ansprechen will."
Nun sah Laura ziemlich schuldbewusst aus. Sie hatte gewusst, dass das noch kommen würde. Und ihr Vater redete ziemlich streng.
Er sah sie aber immer noch erwartungsvoll an und wartete auf seine 'verbale' Antwort.
„Ja, jetzt schon. Aber wenn ich so wütend bin, dann merk ich es eben nicht," gab sie zu und ihr Vater gab ihr einen bestätigenden Blick. Dann griff er das andere Thema auf, das er angesprochen hatte und Laura biss sich auf die Lippen.
„Ich denke doch, dass du weißt, wie man sich anderen Leuten, speziell Besuch gegenüber benimmt. Ich weiß nicht, was in dich gefahren ist, gestern. Aber ich toleriere solches Verhalten nicht. Ist das absolut klar?"
Die letzten Worte hatte er sehr deutlich gesprochen. Laura sah ihn mit großen Augen an und nickte.
„Ja, Dad," sagte sie, als ihr einfiel, dass ihr Dad ja eine akustische Antwort bevorzugte.
„Gut," sagte er und fixierte sie mit seinem strengen Blick. „Ich hoffe, das kommt nicht mehr vor. Eigentlich hatte ich bis jetzt den Eindruck, dass du Amélie magst," sagte er und wartete mit fragendem Blick, was Laura dazu sagte.
Es hatte ihn ein wenig geschockt, dass sie so heftig reagiert hatte.
„Tu ich auch," sagte Laura nur.
Snape hob eine Augenbraue. „Du hast aber eine interessante Art, das zu zeigen."
„Wieso hast du sie heimlich eingeladen?" fragte Laura vorsichtig. Sie wollte nicht frech klingen.
Er atmete hörbar aus. „Ich glaube kaum, dass ich dich um Erlaubnis bitten muss, wenn ich jemanden treffen will."
Laura hielt den Blick gesenkt. „Wenn du dich nochmals so unmöglich benimmst, wirst du die Konsequenzen augenblicklich spüren," sagte er und sah sie vielsagend an. Was das in etwa bedeutete, konnte sich Laura vorstellen und sie nickte.
„Wieso musste Harry mit hier hinunter kommen? Er hat doch gar nichts getan, oder?" wechselte sie das Thema nur zu gerne.
Snape war nicht erstaunt, dass Laura plötzlich von etwas ganz anderem redete, denn natürlich war dieses Thema ziemlich unangenehm.
„Das kann dir Mr Potter dann gerne selber erzählen, wenn er das wünscht. Aber erst habe ich noch eine Frage an dich."
Er machte eine kleine Pause und Laura sah ihm an, dass das wieder etwas Unangenehmes sein würde.
„Kann es sein, dass du vor ein paar Tagen in meinem Schlafzimmer warst und etwas gesucht hast?"
Wieso nur musste dieser Mann immer alles herausfinden? Sie hatte doch alles wieder so hin gelegt, wie es gewesen war.
Sie wusste aber, das es wohl gesünder war, die Wahrheit zu sagen, da er sowieso merkte, wenn sie log.
„Ja," kam es kleinlaut von Laura.
„Darf man fragen wonach?" sagte er und verschränkte die Arme vor der Brust..
„Ich hatte wieder diesen Traum. Und diesmal hat die Frau mich Edna genannt," erklärte Laura.
Sie rutschte etwas nach hinten auf ihrem Stuhl und Severus sah sie sehr interessiert an. Laura atmete einmal tief aus und redete dann nachdenklich weiter. „Und nachdem mir die Eltern diesen Vergessenstrank eingeschüttet hatten, habe ich mir geschworen, einen Erinnerungstrank zu brauen. Denn ich hatte wirklich vergessen, aber mich erinnert, dass da etwas war, an das ich mich erinnern wollte."
Ob er wusste, was sie hatte sagen wollen? Fragte sie sich.
Snape ließ sich sein Erstaunen nicht anmerken. „Nun haben wir rausgefunden, dass es wohl wirklich eine Edna Rodig... irgendwas gibt, die einen solchen Trank erfunden hat." Laura hatte sich in letzter Sekunde zurückhalten können, ihrem Vater zu sagen, wo und wieso sie diesen Eintrag gefunden hatten. Wenn das raus gekommen wäre!
„Wie?" kam natürlich schon die Frage ihres Vaters.
Laura kratzte sich am Bein, um ein bisschen Zeit zu gewinnen und zu überlegen. „Hermine hat das mal irgendwo gelesen. Sie hat es mir gesagt, als ich ihr den Traum erzählt habe. Hermine kann sich eben immer alles merken," sagte sie und wusste, dass ihr Vater ihr das abnehmen würde, denn auch er wusste, wie schlau Hermine war.
„Dann kann sie sich bestimmt erinnern, wo sie das gelesen hat," stellte ihr Dad trocken fest, denn er wusste, dass das ein sehr schwieriger Trank war, der nicht in einem Zaubertrankbuch für junge Kinder stand.
Laura zuckte die Schultern. Snape gab ihr einen mahnenden Blick. „Ich weiß nicht," sagte sie schnell.
„Ich wollte sehen, ob vielleicht eine Edna mit mir verwandt ist. Denn ich glaube, die im Traum könnte mit mir... mit uns verwandt sein, schon wegen dem Kleid und so," sagte sie ernst.
„Da hab ich eben nach einem Stammbaum oder so gesucht," gestand sie leise.
„Und wieso," begann Snape und beugte sich etwas zu ihr hinunter, "fragst du mich dann nicht einfach?"
Laura biss sich auf die Unterlippe.
„Ich war sauer, auf dich. Weil du so geschimpft hast und ich die Hausaufgaben nochmals besser machen musste."
Sie blickte vorsichtig in sein Gesicht, um zu sehen, wie wütend er war.
Snape schritt hinter seinen Schreibtisch und setzte sich. Er sah Laura ernst an. „Dass ich es nicht liebe, wenn du in meinen Dingen rum schnüffelst, weißt du, denke ich, sehr genau. Das kommt nicht mehr vor, Laura.
Es sind so ziemlich einige Vorfälle in letzter Zeit, von denen ich nicht mehr möchte, dass sie vorkommen. Dein Benehmen muss sich jetzt drastisch bessern. Ansonsten werden alle Freizeitaktivitäten gestrichen. Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt, Laura."
Zerknirscht saß Laura auf ihrem Stuhl und sah noch kleiner aus, als sie eigentlich war.
Snape konnte es nicht fassen, dass Laura von Edna Rodrigues-Marconas, seiner Urgroßmutter geträumt hatte. Sie musste es sein!
„Hast du die Fotos angeschaut?" fragte er. Laura fuhr mit einem Finger einer Falte des Schuluniformrockes nach. Sie hasste es, das Zeug zu tragen. Sie fühlte sich viel wohler in Jeans.
Sie nickte. „Ja. Ich hab sie gesehen," sagte sie, ohne vom Rock auf zu blicken.
Snape sah sie mit Adleraugen an. „Wen?" fragte er ruhig und wartete sehr gespannt auf die Antwort.
„Die Mutter," sagte Laura und fand ihre Rockfalten sehr interessant. „Ednas Mutter," fügte sie hinzu und sah nun auf.
„Kannst du sie mir zeigen?" fragte er gespannt und sie nickte.
„Warte hier," sagte er und verschwand in den Privaträumen. Er sah Harry und Remus auf dem Sofa sitzen und Harry lehnte an Remus. Dieser hatte den Arm beschützend um den Jungen gelegt. Die Szene erinnerte ihn sehr an sich selber und Laura. Remus fuhr mit der freien Hand über Harrys Haare.
Harry sah auf, als er Snape kommen hörte, aber Remus rührte sich nicht. So blieb auch Harry in dieser Stellung, obwohl es ihm etwas peinlich war, von seinem Professor so gesehen zu werden.
Remus spürte, wie er den Atem anhielt und sich etwas versteifte.
Solche Momente hatte Harry bis jetzt mit niemandem geteilt. Das waren Momente, die nur ihm und Remus gehörten. Wie sehr der schmächtige Junge das genoss und wie sehr er das nun schon brauchte, hatte er niemandem gesagt.
All die lieblosen Jahre bei den Dursleys hatte er sich nach Nähe gesehnt, wenn auch nicht von seinen Verwandten. Schon als kleiner Junge hatte er bemerkt, mit welch verabscheuenden Blicken sie ihn angesehen hatten. Erst hatte er sich bemüht, alles zu tun, damit sie ihn mochten. Hatte dann mit den Jahren resigniert.
Er hatte oft Kinder und Eltern beobachtet, die sich umarmten und küssten.
Snape schritt an ihnen vorbei in sein Schlafzimmer und sofort wieder in sein Büro.
„Zeig sie mir bitte," sagte er, als er wieder im Büro war. Er reichte Laura die Fotos.
Sie sah sie sich durch und stockte, als sie die Frau sah. Ihre Finger fühlten sich plötzlich feucht an.
Sie gab ihrem Vater das Bild mit der Frau. „Die ist es," sagte sie sicher. Snape nickte.
Er wusste nicht, wer die Frau auf dem Bild war, er würde seinen Vater fragen. Es war möglich, dass der es wusste.
„Dad, ist diese Edna eine Verwandte von uns?" fragte sie.
Snape nickte. „Ja. Sie ist deine Ururgrossmutter."
Laura war still für etwa eine Minute, bis Snape fragte: "Was war sonst noch passiert, in dem Traum?"
Da das Mädchen immer noch etwas sauer war auf den Vater, überlegte sie einen kurzen Moment, ob sie es ihm erzählen wollte.
Aber sie durfte ihm wohl wirklich nicht noch mehr an den Nerven zwicken, und sie wollte es im Grunde ja auch erzählen.
Sie nickte. „Diesmal hatte ich gar nicht solche Angst," begann sie und steckte die Hände wieder unter die Beine.
„Ich glaube, der Mann mit der Kapuze hat der Eideche einen Zacken am Rücken abgehackt. Sie hat geblutet und ist dann in einem Loch verschwunden. Das war aber nicht das Loch vom Grab."
Die Eidechse hatte Laura sehr Leid getan.
„Den Zacken hat der Mann dann auch ins Grab geworfen. Dann geben meine Eltern allen einen Vergessenstrank. Ich weiß aber nicht wieso. Die Leute denken, es sei Wein. Sie zwingen mich auch, ihn zu schlucken, aber ich will das nicht. Da weiß ich, dass ich einen Trank erfinden werde. Ich weiß es einfach."
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„Wir müssen es Albus sagen," meinte Remus und klang besorgt. Sie hatten die Kinder in ihren Gemeinschaftsraum zurück gebracht.
Remus hatte den Jungen gefragt, ob er gewusst hatte, dass er mit Schlangen sprechen könne und Harry hatte von einem Erlebnis im Zoo erzählt, bei dem er sich mit einer Boa unterhalten hatte.
Mit zwei Schritten war Severus bei seinem Armsessel und setzte sich. „Ja, ich war ziemlich überrascht, als ich den Jungen habe Parsel sprechen hören. Ich bin gespannt, was das zu bedeuten hat. Parsel spricht nicht gerade jeder zweite Zauberer," gab er zu bedenken.
Sie beschlossen, dass Remus nachher selbst mit Albus sprechen würde.
Severus erzählte von Lauras Traum und Remus war sehr überrascht. Ihm war bekannt, dass Severus Urgroßmutter die Erfinderin von dem Erinnerungstrank war.
„Ich frage mich, wieso Ednas Eltern alle diese Leute mit einem Vergessenszauber belegt haben," sagte Snape. „Und wessen Beerdigung das war."
Remus nickte und strich sich das Haar aus dem Gesicht. „Hat Laura noch etwas erzählt, von dem Traum?" fragte er gespannt. Es faszinierte ihn, dass Laura solch präzise Träume hatte.
„Sie hat von der Echse erzählt. In ihrem Traum war sie knapp einen Meter lang gewesen und ein Zacken vom Rücken war ihr abgehackt und ins Grab geworfen worden," antwortete er. „Ich denke, ich sollte mich auf die Suche nach dem Steinkreis machen. Dann werde ich sehen, ob ein Grab vorhanden ist. Die tote Echse werde ich auch untersuchen, ob ihr tatsächlich ein Zacken fehlt. Falls dem wirklich so ist, muss an Lauras Traum etwas dran sein, denn das hätte sie aus keiner anderen Quelle erfahren können."
Remus fragte sich, wieviele Beweise Snape brauchte. Natürlich war Lauras Traum eine Erinnerung. Die Erinnerung von jemand anderem, wie es schien von Edna. Wieso nur träumte sie das? Es musste doch einen Grund dafür geben. Erstaunlich fand er nur, dass Edna tot war und Laura ihre Erinnerungen träumte.
„Diese Frau ist in dem Traum ihre Mutter," sagte Snape und stand auf, um Remus das Foto zu zeigen. „Sie hat die Frau genau so beschrieben und nun auch erkannt. Ob es sich um Rachel Marconas handelt, weiß ich allerdings nicht. Aber das werde ich nun versuchen heraus zu finden," sagte er.
„Ich fange an, mich zu fragen, ob die Träume Laura vielleicht schaden. Oder sie zu sehr von der Schule ablenken.
Ob ich ihr einen Traumlosschlaftrank geben sollte, um sie zu schützen?"
Remus verstand die Sorge von seinem Freund. Es beeindruckte ihn, wie viele Gedanken sich Severus machte um seine Tochter. Und auch Harry schien ihm nicht egal zu sein.
„Findest du, dass es sie belastet?" fragte er.
Severus sah nachdenklich aus. „Ich denke nicht sehr," antwortete er. „Aber ich werde sie gut im Auge behalten müssen."
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Laura konnte es kaum glauben, dass sie Snapes Büro ohne Strafe verlassen hatte. Sie hatte damit gerechnet, dass sie für all die Untaten, die sie in letzter Zeit verbrochen hatte, eine saftige Strafe oder ein paar auf den Allerwertesten kassieren würde. Sie hatte sich wirklich nicht gerade wie ein Engel benommen. Aber die Zeiten waren auch nicht einfach für sie, redete sie sich selber gut zu.
„Lebst du noch?" fragte Ron, als die beiden Kinder wieder im Gemeinschaftsraum auftauchten. Er hatte Snapes Blick gesehen, beim Duellierclub und er hatte sich etwas gesorgt, nicht um Malfoy natürlich.
„Nein, das ist nur eine optische Täuschung. Eigentlich liege ich gemäuchelt und gemördert im Kerker," sagte Laura gespielt ernst.
Hermine kam sofort zu ihnen herüber. „Wieso hat er denn dich mitgenommen, Harry?" fragte sie. Dass Snape Laura viele Male gewarnt hatte, sich mit Malfoy anzulegen, wusste sie. Deshalb war sie auch nicht erstaunt gewesen, dass er seine Tochter mit sich genommen hatte, nach dem Zwischenfall.
Aber ihr war nicht aufgefallen, warum Harry seinen Unmut erregt hatte.
Harry winkte die Freunde näher. Remus hatte ihm gesagt, dass er die anderen Schüler besser nicht darüber informierte, dass er ein Parselmund war.
Die Kinder steckten die Köpfe zusammen und Harry flüsterte etwas.
„Was!" schrie Ron und Hermine deutete ihm, ruhig zu sein.
„Slytherin war ein Parselmund," flüsterte Ron nun leise und Harry biss sich auf die Lippen und nickte.
„Oh Gott," sagte Hermine. „Es gibt nur sehr wenige Zauberer, die diese Fähigkeit haben, Harry. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen ist. Was meint denn Remus?"
Harry zuckte die Schultern. „Er hat nur gesagt, ich soll es nicht rum erzählen. Und er wird mit Professor Dumbledore reden. Du denkst doch nicht etwa, dass ich Slytherins Erbe bin, oder?" fragte er besorgt.
Hermine zuckte die Schultern. „Ich weiß es nicht Harry. Es gibt keinen Grund, wieso du es nicht sein könntest," sagte sie ernst.
Harry schluckte leer. Die Sortierung in die Häuser, vor etwas mehr als einem Jahr kam Harry in den Sinn. Der Hut hatte ihn nach Slytherin stecken wollen...
„Wir müssen uns um den Trank kümmern, Laura. Heute muss die Baumschlangenhaut rein," sagte Hermine und Harry war froh über den Themawechsel.
Das Mädchen wandte sich an die Jungs. „Ihr organisiert die Feuerwerkskörper. Am Montag ist Showtime in Zaubertränkunterricht."
„Wir dürfen aber nicht alleine auf den Gängen unterwegs sein," gab Laura zu bedenken. Sie durfte sich nichts mehr erlauben in nächster Zeit, oder sie wäre fällig. Klar würde ihr Dad nicht die kleinste Kleinigkeit mehr tolerieren. Und es war schon kurz vor Acht.
„Wozu hat Harry einen Tarnumhang?" sagte sie und sah Harry vielsagend an. Dieser erhob sich und ging das gute Stück holen.
Laura staunte, wie viel Mut Hermine in letzter Zeit hatte. Natürlich hatte die ja auch keinen Vater, der sie ständig überwachte und alle Unarten mitbekam. Laura glaubte auch nicht, dass Hermines Eltern sehr streng waren, so wie sie immer von ihnen erzählte, waren sie recht locker. Laura fand, dass Muggel sowieso viel lockerer waren und nicht so viel Wert auf Anstand legten wie Zaubererfamilien. Diese waren irgendwie altmodischer, fand sie. Vielleicht hatte sie das auch nur so erlebt, aber alles in allem war es schon anders.
Es kostete Laura ziemliche Überwindung, mit Hermine unter den Umhang zu schlüpfen und aus dem Portraitloch zu schleichen. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und ihr war halb schlecht. „Bitte sei leise," bat Laura, denn Hermines Schritte waren nicht so vorsichtig, wie ihre eigenen.
„Schon gut," entgegnete Hermine, denn sie fand, Laura übertreibe etwas mit der Vorsicht. Es war schließlich weit und breit niemand zu sehen.
Laura blieb empört über Hermines Unverständnis stehen. „Was meinst du, was los ist, wenn mein Dad mich erwischt!" sagte sie etwas lauter.
„Der wird dich doch bestimmt nicht von der Schule weisen?" sagte sie. Die Mädchen sahen sich an unter dem Umhang, der wie ein Seidentuch über ihren Köpfen lag und sie bis zu den Füßen zudeckte.
„Das nicht," sagte Laura und funkelte Hermine böse an.
Hermine zuckte die Schultern. „Eben," sagte sie locker, als wäre damit die Welt ja in Ordnung.
„Ich habe mir schon so einiges geleistet, in letzter Zeit. Mein Dad wird nicht erfreut sein, wenn ich nochmals etwas anstelle," erklärte sie. Hermine war doch sonst nicht so hartnäckig und schwer von Begriff. Sie kannte Snape wohl wirklich nicht. Alle anderen Schüler hätten doch bestimmt kapiert, dass es nicht ratsam war, Snape zu reizen. Vor allem nicht, wenn man ihn zum Vater hatte.
Endlich hatten sie das Mädchenklo erreicht. Sie waren froh in der Kabine verschwinden zu können.
Laura war ganz angespannt vor Angst. Durch die Gänge huschen und dann erst noch einen gefährlichen Trank brauen, oh Gott, ihr Hintern würde für Monate schmerzen, wenn Snape das erfahren würde.
Mit etwas zittrigen Händen nahm sie das Buch zur Hand und öffnete es. „Edna ist meine Ururgroßmutter," sagte sie plötzlich. Hermine sah sie überrascht an.
„Wirklich?" fragte sie und Laura nickte eifrig.
„Dann ist dein Traum also irgendwie eine Erinnerung oder so," stellte Hermine fest.
„Aber wieso träume ich das bloß? Ich meine, zuerst dachte ich, sie braucht vielleicht meine Hilfe oder so, aber sie ist ja schon tot, also braucht sie wohl meine Hilfe eher nicht mehr."
„Du meinst wenn man tot ist, ist es ja EGAL, wie es einem geht?" schrie eine Stimme neben den Mädchen und sie erschraken so sehr, dass Hermine beinahe den Kessel hinunter geworfen hätte. In letzter Sekunde konnte sie ihn noch festhalten und verbrannte sich dabei etwas die Finger. Myrte war durchs Toilettenrohr hinauf geschwebt und ihr Kopf war direkt über dem Kessel erschienen. Es sah so aus, als kochten die Mädchen eine Geistersuppe.
„Wenn man tot ist, hat man keine Gefühle mehr, WAS? Ist doch pipegal, ob man Hilfe braucht oder nicht? Kümmert doch niemanden, hm?" maulte sie weiter.
Laura war blass geworden. „Bitte, Myrte, sei leise," beschwor sie das tote Mädchen und hob beschwichtigend die Hände. Laura wollte nicht die Aufmerksamkeit von irgendjemandem erregen.
„Ja ja!" maulte das halb durchsichtige Mädchen weiter und das nicht etwa leiser. „Myrte sei leise, Myrte sei still! Es interessiert ja sowieso niemanden, was die elende... maulende... Myrte sagt." Das altmodisch gekleidete Geisterkind hatte begonnen herzzerreißend zu schluchzen.
Laura war das deutlich lieber, als das Geschrei. Solange sie jammerte, schrie sie nicht so laut.
Sie sah Myrte einen momentlang an und fragte dann: "Myrte, wie ist das eigentlich, wenn man tot ist? Kann man dann anderen, lebenden Leuten, Träume schicken? Oder Erinnerungen?"
Wie auf Knopfdruck war Myrte sofort verstummt, als sie bemerkt hatte, dass ihr eine ernsthafte Frage gestellt worden war und sich jemand fürs Totsein zu interessieren schien.
„Also ich habe das noch nie versucht," schluchzte sie. „Aber wer will schon einen Traum von mir? Oder gar eine Erinnerung," schon wieder versank sie in Selbstmitleid und schniefte. Sie sah die lebenden Mädchen nochmals verzweifelt an und tauchte wieder ab. Es spritzte und das Feuer, welches Hermine seit Tagen am Brennen hatte, zischte ärgerlich.
„Komm, wir müssen jetzt schnell machen," drängte Hermine und Laura konzentrierte sich aufs Buch.
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„Oh nein," flüsterte Laura, als sie wieder auf dem Weg zum Gryffindorturm waren. Als sie um eine Kurve bogen, sahen sie mitten im Weg Peeves schweben. Sie wussten, was für einen Radau der machen würde, wenn er sie entdecken würde. Sie mussten äußerst vorsichtig sein.
Aber das Seltsame war, dass sich der Poltergeist nicht bewegte, was sehr untypisch war, für den hyperaktiven Unruhestifter. Er schien einfach in der Luft zu hängen. Das war definitiv nicht seine Art.
Vielleicht war das irgendein Trick, dachte Laura. Die Mädchen gingen ganz der Wand entlang näher zu dem Geist, denn sie mussten an ihm vorbei. Sie bewegten sich vorsichtig und Laura hielt sich an Hermines Arm fest und ging etwas hinter ihr. Laura sah einige Spinnen, die alle schnell Richtung Fenster krabbelten. Was die wohl alle da wollten?
Peeves war immer noch stockstill und die beiden Kinder sahen mit Schrecken, dass er versteinert war.
Sie konnten Pevees nicht leiden. Niemand konnte ihn leiden. Und die meisten Schüler konnten auch Mrs Norris nicht leiden, die auch versteinert war.
Trotz der Antipathie waren Laura und Hermine geschockt über den Anblick. Sie sahen sich an und rannten schnell davon. Sie gaben nicht mehr so acht darauf, dass ihre Füße gut verdeckt waren vom Tarnumhang.
Außer Atem kamen sie vor dem Gryffindorgemeinschaftsraum an. Die fette Dame wollte sie erst nicht einlassen, da sie unsichtbar waren, und es schon deutlich nach der Zeit war, zu der alle drinnen sein mussten, gab aber dann endlich doch nach. Sie war nämlich gerade in ein Gespräch über die Vorkommnisse im Schloss vertieft, mit einer nobel aussehenden Dame mit weißen Handschuhen und Kopfhäubchen. Die Haube erinnerte Laura an die Frau aus ihrem Traum. Das schien einst Mode gewesen zu sein.
Erleichtert sanken Laura und Hermine in die Sessel vor dem Feuer. Ron und Harry fielen ihre angespannten Gesichter sofort auf.
„Was? Hat euch jemand erwischt?" fragte Harry besorgt. Laura hob ihren Finger vor den Mund, damit Harry nicht so laut sprechen würde. Sie sah nämlich, wie die Zwillinge neugierig zu ihnen hinüber spähten.
„Nein," flüsterte Laura so leise, dass die Jungen sehr nahe rücken mussten. „Aber Peeves hats erwischt. Er ist auch versteinert worden. Es hat aber noch niemand bemerkt." Laura sah sich um, ob niemand mitgehört hatte.
„Die sollen bloß nicht auf den Gedanken kommen, diesen Plagegeist wieder zu beleben," sagte Ron sarkastisch.
Hermine funkelte ihn an. „Pschhhht!" sagte sie verärgert. Ron machte ein beleidigtes Gesicht.
„Wir werden morgen dann bestimmt davon erfahren. Nun muss ich aber noch an die Hausaufgaben," sagte Laura und sie schien nicht die Einzige zu sein, die diese noch nicht erledigt hatte.
Es war in letzter Zeit so viel passiert, dass Laura richtig müde war. Emma hing fast nur noch mit Lavender rum, was im Moment eine echte Entlastung war für Laura. Sie wusste, dass es gemein war, so zu denken, aber es war auf Dauer eben auch ziemlich anstrengend gewesen, wenn Emma so anhänglich war.
Sie musste sich richtig dazu zwingen, ihre Schultasche zu holen und sich dem Blatt mit all diesen vielen Fragen zu widmen. Wenn sie nicht schon auf so dünnem Eis wandeln würde, hätte sie sich wohl dazu entschieden, es nicht zu machen. Aber im Moment durfte sie nichts Derartiges bieten.
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Snape stand vor der Tür der Wohnung seines Vaters. Es war schon recht dunkel und kurz nach neun. Er atmete die kühle Luft durch die Nase ein. Das tat gut. Er würde wohl nachher ein Stück gehen, um seinen Kopf zu lüften.
Kindergestreit drang ihm in die Ohren, irgendwo von den oberen Wohnungen. Wieso so junge Kinder um diese Zeit noch nicht im Bett waren, dachte Snape und schüttelte den Kopf.
Er benutzte den Alohomora um ins Treppenhaus zu gelangen. Dann klingelte er und sofort hörte er die Stimme seines Vaters, der offenbar in eine Gegensprechanlage sprach. Er klopfte an die Tür und sofort öffnete sie sich.
Tobias trug einen Morgenmantel und Severus fielen die alten Hausschuhe auf. Als er noch ein Kind war, hatte sein Vater ganz ähnliche getragen. Aber nur, als er noch kein Alkoholproblem gehabt hatte. Als er zwar nicht viel Zeit gehabt hatte, für seine Familie, aber Severus ihn noch geliebt hatte.
Er hatte solche Hausschuhe getragen, als er Severus die Dampflokomotive erklärt hatte. Die einzig wirklich schöne Erinnerung, die Severus an seinen Vater hatte.
„Hallo, Severus. Komm doch rein," sagte sein Vater, als wäre es nicht eine absolute Seltenheit, das sein Sohn ihn besuchte. Tatsächlich war es sogar erst das zweite Mal, dass Severus in dieser Wohnung war.
Snape Junior löste seinen Blick von den Hausschuhen und seine Gedanken von der Dampflok-Erinnerung und trat ein.
„Guten Abend," grüsste er.
Wenn Tobias ehrlich war, war er jedesmal ziemlich beeindruckt von der Erscheinung seines Sohnes. Er sah ziemlich finster und etwas furchteinflößend aus mit seiner großen Gestalt und den schwarzen Gewändern.
„Möchtest du etwas trinken?" fragte er, doch Severus lehnte dankend ab.
Er legte ein Foto auf den Tisch und Tobias sah es etwas skeptisch an. „Weißt du, wer das ist?" fragte Severus .
Tobias nahm das Foto in die Hände und studierte es kurz. Dann nickte er und sah seinen Sohn an. "Ja, Severus. Das ist... deine Ururgroßmutter. Ihr Name ist Rachel Marconas." Tobias sah traurig zu Boden. Er erinnerte sich, wie er mit seiner Frau die Portraits ihrer Familie angesehen hatte. Das war, bevor ihre Eltern von der Heirat mit einem Muggel erfahren hatten.
Eileen hatte ihn zu sich nach Hause eingeladen, als sie sturmfrei gehabt hatte und an diesem Abend hatte er von ihren speziellen Fähigkeiten erfahren.
Danach war die junge Frau in Ungnade gefallen mit ihren Eltern, weil sie sich mit einem Muggel eingelassen hatte. Vor allem ihr Vater hatte diese Schande nicht akzeptieren können. Auch um Severus hatten sie sich erst gekümmert, als er, Tobias, endgültig aus dem Haus ausgezogen war.
Snape hatte den nachdenklichen Blick seines Vaters bemerkt, aber sagte nichts.
Plötzlich sah Tobias von dem Foto auf. Eine Spannung, die sich schon lange in ihm aufgebaut hatte, wurde nun unerträglich.
„Severus, ich muss mit dir reden. Über früher," begann er eindringlich. Severus' Blick verfinsterte sich sofort.
„Da gibt es nichts zu reden!" entgegnete er ziemlich kühl. Er hatte keine Lust auf irgendwelche Ausreden, Ausflüchte und Erklärungen. Er wollte es gar nicht wissen!
„Doch, gibt es. Ich möchte, dass du mir zuhörst!" sagte sein Vater entschiedener.
Severus Augen hatten wieder diesen distanzierten Ausdruck, den sie vor ein paar Monaten gehabt hatten.
„Es steht dir nicht zu, Forderungen zu stellen," sagte er klar und Tobias wurde es ziemlich heiß. Aber er musste das nun los werden. Er konnte es nicht mehr in sich behalten, egal, was es kostete.
„Dann bitte ich dich, mir zuzuhören. Nur kurz," sagte er beschwichtigend.
Severus sagte nichts und Tobias ergriff die Gelegenheit. „Es gibt keine Entschuldigung und keine Erklärung, die mein Verhalten dir oder deiner Mutter gegenüber rechtfertigen würde. Das ist mir vollkommen bewusst. Wirklich! Ich möchte nur, dass du weißt, dass es mir unendlich Leid tut. Dass ich alles tun würde, um die Zeit umdrehen zu können und dir ein besserer Vater zu sein. Dir überhaupt ein Vater zu sein. Du hättest es verdient. Du warst ein guter Junge und ich ein schrecklicher Vater. Es zermürbt mich, dass das so ist. Nur möchte ich mich entschuldigen. Das ist das einzige, das ich tun kann. Und hoffen, dass du meine Entschuldigung annimmst."
Tobias konnte seinen Sohn nicht ansehen. Er schämte sich so.
Lauras Worte schlichen sich in Severus Gedanken. Das Kind hatte keine Ahnung, wie Severus und vor allem seine Mutter unter Tobias gelitten hatten. Aber sie hatte recht, dass jeder eine Chance verdiente.
Er selbst hoffte auf eine Chance. Er selber würde gerne einiges in seiner Vergangenheit ändern. Auch er konnte es nicht.
Er würde gerne ungeschehen machen, dass er sich dem dunklen Lord angeschlossen hatte. Er müsste sich nicht ängstigen, dass Amélie ihn dafür verabscheute.
Durfte er seinen Vater verabscheuen, für dessen Fehler? War er nicht vielleicht auch aus Verzweiflung auf die falsche Bahn geraten?
Natürlich konnte niemand rückgängig machen, was Tobias seiner Familie angetan hatte. Aber jetzt, nach so vielen Jahren, war es Zeit, die dunklen Erinnerungen zu verbannen.
„Ich verkaufe das Haus," sagte der jüngere Snape mit tonloser Stimme. „Und damit die unerfreulichen Erlebnisse und Erinnerungen," sagte er.
Tobias sah ihn an und nickte.
„Ich akzeptiere deine Entschuldigung. Du hast unter deinen Fehlern gelitten, wie ich unter meinen," sagte Severus und wandte sich zum Gehen.
Er hatte keine Ahnung, wie glücklich und erleichtert sein Vater über seine Worte war. Wie viel Ballast ihm abgenommen worden war. Natürlich hatte Severus es zugelassen, dass er wieder einen Kontakt zu seinem Sohn und zu seiner Enkelin hatte aufbauen können. Aber dass Severus ihm verzieh und seine Entschuldigung annahm, freute ihn unglaublich. Seine Erleichterung breitete sich in seinem ganzen Körper aus und ein breites Grinsen auf seinem Gesicht.
TBC...
Ein Kommentar wäre sehr willkommen, wie immer ;-D Sally
