Hallo ihr lieben Leser/innen, danke für eure tollen Reviews. Weil ihr so lieb ward, mir eure Gedanken mitzuteilen, kommt nun etwas schneller ein etwas längeres Kapi. Hoffe es gefällt euch...(und motiviert zum Reviewen, hihihi!)
Danke vielmals liebe Ida fürs Korrigieren, du super aufmerksame Betaleserin :-D!
Liebe Dani, wohh, du Armes! Wünsche dir schnelle Genesung und freue mich, dass ich dir Freude bereiten konnte, mit meinem Update. Hoffe, dieses hier gefällt dir auch und hilft der zweiten Hälfte deiner Narbe ;-D!
Phoebe, danke vielmals für dein tolles Review und das Lob, freut mich riesig, dass dir die Geschichte gefällt :-D Und hier kommt schon das nächste Kapi.
Viel Spass allen, denen meine Geschichte Spass macht :-D Sally
s s s s s
Die kühle Nachtluft beruhigte Severus schnellen Herzschlag. Er schritt durch die Nacht. Es hatte angefangen zu tröpfeln und seine Schritte hallten laut in der Stille. Es roch nach nasser Straße und irgendwie erdig.
Es war wahrlich einiges geschehen, in den letzten Wochen.
Er hatte sich sehr bemüht, Amélie von seinen Gefühlen und Gedanken fern zu halten, aber seit dem Abend, den er mit ihr verbracht hatte, war das nicht mehr möglich.
Er hatte die unnützen Versuche aufgegeben. Nun breitete sich regelmäßig ein helles Gefühl in ihm aus, wenn er an die Frau dachte.
Ihre Lippen waren so sanft gewesen. Und wenn es doch ein einfacher Kuss gewesen war, so war er so wertvoll gewesen. Der Augenblick so einmalig.
Als sie sich dann an ihn gelehnt und er seine Arme um sie gelegt hatte, war der Funken in seiner Brust zu einem Feuer entfacht.
Amélie war nicht gerade gertenschlank und herausstechend schön, hatte aber eine unglaubliche Anziehungskraft auf ihn.
Sie hatte so viel Leben und Charme. Sie gefiel ihm aber auch optisch sehr gut. Sie hatte sinnliche Lippen und geschwungene Brauen über den lebhaften Augen und sie hatte schöne Kurven.
Ihre aufgeschlossene Art stand in einem starken Kontrast zu seinem eigenen Charakter und doch störte es ihn nicht. Im Gegenteil. Amélie war sehr wohlerzogen und aus gutem Hause und doch verspielt und unkompliziert.
Kies knirschte unter seinen Schuhen und es regnete nun stärker. Die Häuser hier lagen hinter gepflegten Gärten und beinahe überall brannte Licht.
Seine Gedanken suchten sich wieder ihren Weg zu Amélie. Was sie wohl gerade tat? Was sie wohl empfand? Bedeutete ihr dieser Kuss auch etwas?
Er seufzte leise. Alles wäre viel einfacher, wenn er kein dunkles Mal auf dem Arm tragen würde. Und wenn Voldemort ein für allemal ausgelöscht wäre.
Schreckliche Träume suchten ihn immer wieder heim und im letzten Traum war es Amélie gewesen, die von seinem ehemaligen Meister gequält und gefoltert worden war. Er hatte, wie er es immer hatte tun müssen, zugesehen. Er hatte im Traum versucht, ihr zu helfen , hatte aber keinen Zauberstab gehabt. Voldemort hatte höhnisch gelacht und gesagt, dass das mit den Frauen von Verrätern passieren würde. Die schrecklichen Schreie von Amélie hatten ihn bis in den Tag begleitet.
Er fragte sich, ob es Voldemort gelingen würde, wieder an einen lebendigen Körper heran zu kommen. Wenn sich Albus' Theorie von den Horkruxen bewahrheitete, war das gut möglich. Sein ehemaliger Meister war so machthungrig, dass er alles versuchen würde. Es war nur eine Vermutung, aber Albus würde mehr Informationen darüber organisieren. Wenn sich diese Vermutungen bewahrheiteten, hatte das unglaubliche Ausmaße.
Bevor er von Laura gewusst hatte, hatten ihm diese Vermutungen Angst gemacht. Nun war diese Angst noch viel größer. Er wollte sich nun nicht auch noch um Amélie sorgen müssen. Er konnte sie nicht an sich heran lassen, es wäre zu gefährlich.
Er würde alles geben, dass Laura unbeschadet aufwachsen und ein gutes Leben führen könnte. Das würde sein Ziel sein in den nächsten Jahren. Nur das!
Aber man musste die Kinder ausbilden. Man musste sie lehren, sich zu schützen. Vor allem auf Harry Potter würde es Voldemort abgesehen haben. Je mehr gute Freunde dieser hatte und je besser die Kinder vorbereitet sein würden, desto besser.
Laura würde als seine Freundin auch gefährdet sein, das wusste Snape. Aber alle, die nicht auf seiner Seite waren, würden in Gefahr sein. Und auch durch ihn persönlich würde Laura in größerer Gefahr sein. Und auch er selbst war viel verwundbarer, mit einem Kind.
Er musste mit Albus reden. Die Verteidigung gegen die dunklen Künste musste Priorität haben. Wenn nötig, würde er die Kinder selber trainieren. Sie würden dem dunklen Lord nicht hilflos gegenüber treten, wenn dieser wieder an der Macht war.
Sein Kind würde sich zu wehren wissen!
Er hatte mit Remus schon im Sommer über dieses Thema geredet und auch diesem war das nun, da er sich um Harry kümmerte, wichtiger denn je. Remus stellte sich auch nicht blind und dumm, wie das einige leichtgläubige Zauberer gerne taten.
Aber Laura musste nun lernen, sich besser zu beherrschen. Sie war viel zu impulsiv und abenteuerlustig. Natürlich, sie war ein Kind! Nicht gerade ein besonnenes und ruhiges Kind, welches sich bemühte gut zu gehorchen und nicht negativ aufzufallen...
Nun, sie war so, wie sie war, aber mit zwölf Jahren musste man, nach Snapes Meinung, seine Gefühle ein bisschen mehr im Griff haben.
Laura war ein spezieller Mensch. Vielleicht dachten das alle Eltern von ihren Kinder, aber er fand sie hatte einen sehr guten Charakter. Es musste noch ein bisschen daran gefeilt werden und sie musste natürlich noch einiges lernen. Aber dafür war er ja da. Was wohl aus Laura geworden wäre, wenn sie noch bei ihren Verwandten wäre. Vernachlässigt und wild? In diesen Jahren, in denen Kinder die Führung eines Erwachsenen brauchten und auch die Geborgenheit und Sicherheit eines stützenden Elternteils. Wäre sie an falsche Freunde gelangt? Irgendwo in der Gasse gelandet? Es stockte ihm der Atem bei der bloßen Vorstellung.
Snape belegte das Foto in seiner Hand mit einem Impregnier-Zauber, damit es in dem Regen keinen Schaden nahm.
Das war also tatsächlich Rachel, dachte er und sah auf das dunkle Foto mit den noch dunkleren zornesfunkelnden Augen.
Kein Wunder, dass sie Laura in dem Traum eingeschüchtert hatte. Es war sehr seltsam, dass Laura von den Vorfahren träumte. Und dann noch von einer Begebenheit, die sich wahrscheinlich sogar ereignet hatte.
Wen hatten die Leute da begraben? fragte er sich. Und wieso sollte sich niemand an diese Beerdigung erinnern? Er würde diesen Steinkreis suchen gehen.
Plötzlich blieb er abrupt stehen. Er würde Amélie fragen, ob sie bereit wäre, ihn zu begleiten. Er hatte ihr von der Echse und dem Geheimgang erzählt. Das würde sie bestimmt interessieren.
Aber konnte er sie so spontan fragen? dachte er. Und war es wirklich eine gute Idee, wenn er sich schon wieder mit ihr treffen würde? Würde er sich damit nicht nur noch mehr quälen? Er wusste nicht, ob er es ertragen könnte, sie zu sehen und doch auf Abstand zu halten. Er focht einen inneren Kampf, der beinahe unerträglich wurde.
Mit einer Hand fuhr er sich übers Gesicht. Wenn Voldemort wenigstens tot wäre, könnte er mit alle dem abschließen. Dann würde es ihm vielleicht auch nicht ganz so schwer fallen, Amélie von seiner Vergangenheit zu erzählen.
Aber vielleicht hatte Amélie auch gar kein Interesse, nach einem Steinkreis zu suchen. Er würde sehen, fragen konnte man ja.
Mit einem 'Blop' verschwand Snape, nachdem er sich kurz umgeblickt hatte. Aber im Regen schien niemand gerne unterwegs zu sein.
S s s s
Amélie saß mit ihrer Freundin Audrey in ihrem Wohnzimmer. Audrey war vor einer guten Stunde gekommen und Amélie hatte ihr kurz erzählt, was ihr Großvater ihr anvertraut hatte. Sie wusste genau, dass Audrey nichts weiter erzählen würde. Sie kannte die Freundin schon lange.
Amélie war auch bewusst, dass Audrey ihr Snape nicht hatte abspenstig machen wollten, mit ihrer Warnung. Und das sagte sie Audrey auch, die ziemlich schuldbewusst blickte.
„Ich bin froh, dass ich es jetzt weiß. Wenn ich plötzlich dieses Zeichen auf seinem Arm entdeckt hätte, wäre das wahrscheinlich schlimm gewesen. Oder je nach dem auch, wenn ich von jemand anderem davon erfahren hätte," sagte Amélie, während sie von ihrem Croissant abbiss. Dass sich hin und wieder aber auch kleine, fiese Zweifel in ihre Gedanken schlichen, erzählte sie der Freundin nicht. Immerhin war Severus ein Todesser gewesen, auch wenn er es jetzt nicht mehr war.
Obwohl ihr Bauchgefühl sie immer wieder beruhigte und sie diesem vertraute, war ihr doch auch bewusst, dass Severus Snape kein durchsichtiger Mensch war und niemals würde sie ihn durchschauen können. Sie konnte sich nur auf eben dieses Bauchgefühl und auf die Worte ihres Großvaters verlassen.
Audrey nickte und wollte eben den Mund öffnen, um etwas zu sagen, als etwas ans Fenster klopfte.
Amélie stand schnell auf und nahm einen Brief entgegen, den ihr eine Eule hin streckte.
„Der ist von ihm," sagte sie aufgeregt. Audrey sah, wie die Augen der Freundin glänzten. Amélie riss den Brief schnell auf.
Audrey sah sie erwartungsvoll und ungeduldig an, als sie den Brief durchflog. „Er will, dass ich mit ihm mitgehe. Den Steinkreis suchen." Sie sah sehr angespannt und freudig erregt aus, aber Audrey wusste nicht, wovon Amélie sprach.
„Jetzt?" fragte die blonde Frau mit gerümpfter Nase. Amélie nickte eifrig.
Ehm.. konnte sie die Freundin einfach so rausschmeißen und gehen? War schon nicht die feine englische Art, dachte sie.
Aber sie war ja Französin und Audrey würde Verständnis haben dafür.
Das hatte Audrey dann auch und wünschte ihr viel Glück, bevor sie ging.
Amélie wusste nicht, was sie als erstes tun sollte. Nervös tigerte sie im Zimmer umher. Aus dem Schrank holte sie ein Kleid, aber nein, das war nichts für ein Abenteuer. Die Jeans war schon recht. Und wo war nun wieder diese blöde Haarbürste...
s s s
„Der Poltergeist?" fragte Snape und musste wegen dem ernst der Lage versuchen, nicht zu amüsiert zu klingen.
Da wäre wohl niemand speziell traurig, wenn dieser Plagepoltergeist nicht mehr sein Unwesen treiben würde.
Albus nickte schweigend.
„Keine Schüler sollten mehr auf den Gängen unterwegs sein dürfen, nach dem Abendessen," meldete sich nun McGonagall zu Wort.
Dieser Meinung waren alle Lehrer und sie waren froh, dass es diesmal nicht wieder einen Schüler erwischt hatte.
Albus nickte und sagte mit ernstem Ton: "Die Schüler müssen immer zu der nächsten Unterrichtsstunde gebracht werden. Das Risiko ist einfach zu hoch."
Alle Lehrer sahen besorgt aus. Es nervte Severus, dass ausgerechnet jetzt wieder etwas vorgefallen sein musste. Jetzt, wo er Amélie erwartete. Sie hatte mit seiner Eule eine kurze Antwort zurück geschickt, dass sie gerne dabei wäre, wenn er den magischen Ort suchte.
In ein paar Minuten wäre sie bei ihm... die sollten sich beeilen mit ihrem Gespräch. Er selber hatte ja schon lange geraten, dass die Sicherheitsbedingungen verstärkt werden sollten. Nun mussten sie auch keine abendfüllenden Unterhaltungen darüber führen.
Bei seinen Slytherins hatte er heute Abend schon zum Rechten gesehen und die Hausaufgaben der Sechstklässler konnte er auch morgen noch korrigieren. Er hätte also Zeit, sich um den Steinkreis, die Echse und um Amélie zu kümmern.
S s
Emma und Hermine waren mit ihren Hausaufgaben schon lange fertig und saßen zusammen am Feuer. Nun hatte sich auch Ginny zu ihnen gesellt. Sie saß ruhig dabei, als die größeren Mädchen sich unterhielten. Hermine freute sich, dass Rons Schwester ein bisschen Interesse zu zeigen schien und bezog sie ins Gespräch ein.
Seufzend setzte sich Laura auch zu ihren Füßen auf den Teppich, als sie den Fragebogen ausgefüllt hatte. Trotz allem hatte sie sich recht gut konzentrieren können. Nun war sie müde, es war schon nach 21 Uhr und es war so viel Aufregendes vorgefallen an diesem Tag.
„Hermine, hab Erbarmen," jammerte Ron, aber Hermine schüttelte den Kopf. Sie hatte ihm die ganze Woche gesagt, er solle doch endlich seine Hausaufgaben erledigen. Ron hatte es immer wieder raus geschoben und sich dann auf Hermine verlassen. Aber diese blieb hart, zu Rons Übel.
Verzweifelt nahm er die Feder wieder zur Hand. Sein Kopf war ziemlich rot und er hätte am liebsten geschrien und geweint, wie er es früher zu Hause manchmal getan hatte, wenn kein Ende der Hausaufgaben in Sicht war. Aber sowas würde er hier niemals bieten. Also blieb nichts anderes übrig, als sich zusammen zu reißen und die Zähne zusammen zu beißen.
Laura beobachtete einen Feuersalamander, der sich durch die heiße Glut schlängelte. Ob es der war, den die Zwillinge gequält hatten?
Sie hatte bemerkt dass Emma sie weitgehend ignoriert hatte, in letzter Zeit. Sie hatte sich gefragt, ob sie wohl eingeschnappt sei, wegen irgend etwas. Sie hatte sie fragen wollen, aber Emma hatte sich immer sofort abgewandt, wenn Laura sie hatte ansprechen wollen.
Laura nervte das, aber sie hatte keine Lust, sich wieder mit Süßigkeiten bei der Freundin einzuschleimen.
Sie hoffte aber sehr, dass Emmas Verhalten sich bald wieder normalisieren würde.
Laura hatte schon bemerkt, dass sich Emma ziemlich bemühte, besonders viel Spaß mit Lavender zu haben, wenn Laura zu den Mädchen sah.
„Laura, was, wenn ich wirklich der Erbe Slytherins bin? Hältst du das für möglich?" hörte sie eine leise, besorgte Stimme neben sich. Sie drehte den Kopf und sah Harrys Gesicht ziemlich nahe neben ihrem. Sie konnte in seinen Augen sehen, dass ihn dieses Thema sehr beschäftigte.
Sie sah kurz zu Ron, neben dem Harry noch vor einer Minute gesessen hatte. Ron hatte nun Harrys Heft vor der Nase und schrieb glücklich den letzten Teil ab.
„Ich habe gehört, wie Justin und die anderen da hinten über mich geflüstert haben, vorhin," sagte Harry leise und sah zu den vier Jungen hinüber, die ihnen verstohlene Blicke gaben. Er hatte auch schon während dem Unterricht in den letzten Tagen diese Blicke bemerkt.
Justin hatte wohl das mit der Schlange gehört, dachte Harry. Er konnte sich erinnern, dass der Junge ihn nach dem Vorfall im Duellierclub so seltsam angesehen hatte.
Noch bevor Laura antworten konnte, stand Emma schnaubend auf und zischte: "Schön, dass ihr immer Geheimnisse habt vor mir, echt nett!"
Laura und Hermine sahen sich verdattert an. Dann sah Laura zu Harry, der auch nicht wusste, was das gerade sollte.
„Was hat die denn gestochen?" fragte Ron und sah Emma nach, die davon rauschte.
„Sie fühlt sich wohl etwas ausgeschlossen," meinte Hermine. In letzter Zeit war Emma wirklich nicht so involviert gewesen, in die Pläne der Kinder. Aber sie hatte sich auch zurück gehalten. Jeder wusste, dass sie nicht in Schwierigkeiten geraten wollte und ihr die Abenteuer der Freunde nicht so zu sagten.
Harry sah Laura an, die ihre Schultern zuckte. War das mühsam, wenn die so zickig tat!
s s s s
Laura hatte einen unruhigen Schlaf. Sie hatte wieder den Traum. Doch diesmal war er anders. Sie befand sich nicht in dem steinernen Kreis.
Aber sie wusste, dass sie das Traum-ich war. Sie fühlte es.
Sie saß in einem Garten. Die Sonne stand schon ziemlich nah am Kamm des Hügels und würde bald untergehen. Sie saß am Boden und hatte ein kleines, süßes Küken in der Hand. Die Erde war trocken und nur vereinzelte, trockene Graßbüschel wuchsen aus Ritzen des sandigen Bodens.
Leises Hufgetrappel erregte ihre Aufmerksamkeit und sie sah auf. Das etwas zu dicke Eselchen kam mit trippelnden Schritten aufs Haus zu. Schnell stand sie auf. Wieso war der Esel alleine nach Hause gekommen? fragte sie sich erschrocken. Da stimmte etwas nicht!
„Mama!" rief sie panisch.
Dann wechselte die Szene abrupt beinahe so wie damals, als sie im Denkarium die Erinnerungen ihrer Mum angesehen hatte.
Sie war in einem Haus. Einem sehr eleganten, aber kühl wirkenden Haus. Porzellanpuppen standen auf der Kommode und teuer aussehende Vasen. Sie schlich sich an die weiße Tür heran. Es war halb dunkel. Ein Lichtschein kam aus dem Wohnzimmer. Sie wusste, dass es nicht erlaubt war zu lauschen. Das schien ihr Traum-ich genau so gut zu wissen, wie sie selbst.
Leise huschte sie näher. Ihre Eltern sprachen von einem Vergessenszauber, der das Gedächtnis verändern sollte.
„Wir haben nur ein Kind, Rosario. Alle werden das bestätigen," sagte ihre Mutter. Ihre Stimme klang anders als sonst. Verzweifelter und besorgter.
„Niemand wird sich erinnern, dass es je eine Margarida Marconas gegeben hat. Und diese Trampel von dem Dorf hier, kommen in ihrem jämmerlichen Muggel-Leben niemals weiter als bis zum nächsten Dorf, oder wenns gut geht bis Olot. Und sie werden uns bald vergessen haben. Niemand wird wissen, dass wir hier gelebt haben. Rosario! Du darfst nicht verzweifeln! Du wirst dich besser fühlen, wenn du den Trank genommen hast. Wir geben ihn allen Verwandten . Niemand wird sich erinnern an Margarida, auch wir nicht, Rosario!" Die Frau beschwor ihren Mann, der schluchzte und weinte.
Laura konnte die Leute nicht sehen. Und die Eltern bemerkten sie nicht, da sie mit sich selber beschäftigt waren.
„Aber sie ist doch unser Kind!" schluchzte der Mann und konnte kaum reden. „Und was sollen... wir den unseren Verwandten... erzählen, wieso sie ... zu der... Beerdigung kommen sollen?"
„Sie war unser Kind, Rosario. Sie ist tot! Du hast gesagt, du kannst mit dieser Schuld nicht leben. Also streichen wir sie aus unseren und allen Gedächtnissen, glaub mir, das ist das Beste," beschwor ihn die Frau.
„Jemanden ganz löschen? Ist das überhaupt möglich?" kam die Frage von dem Mann, dessen Stimme ganz belegt war vom Schluchzen.
„Was meinst du, früher in Ägypten haben die das ständig getan, wenn Könige oder andere hohe Leute nicht mehr erwünscht waren und vergessen werden sollten.
Den Verwandten sagen wir, sie sei durch eine Krankheit oder noch besser durch einen Sturz gestorben. Nach der Beerdigung werden sie sich nicht mehr an eine Margarida erinnern und niemand wird unangenehme Fragen stellen und wir werden auch vergessen haben und uns nur an ein Kind erinnern. Wir werden in Frieden leben. Ohne diese Schuld."
Die Frau sprach schnell und hektisch. Sie schien sich einen hastigen Plan zurecht gelegt zu haben, den sie nun ihrem Mann schmackhaft machen wollte. Dieser schien nichts als nur verzweifelt und voller Schmerz über den Verlust der Tochter.
„Wäre ich nicht so nachlässig gewesen, hätte ich den Zauber erneuert, hätte sie mir nicht folgen können..." hauchte der Mann tonlos.
Wieder wechselte der Ort. Nun saß sie in einem Büro vor einem dicken Mann mit Schnurrbart.
Ihre Mutter hatte sie genau instruiert, was sie zu tun hatte. Aber nicht warum.
Sie musste ein Gedicht aufsagen, welches sie in der Schule gelernt hatten und das von Blumen und Schmetterlingen handelte. Sie hasste das Gedicht von diesem Moment an. Aber der Mann schien beeindruckt.
Aus den Augenwinkeln sah sie, wie die Mutter mit dem Zauberstab hinter dem Rücken des Mannes eine Schublade geöffnet hatte und eine Akte hinaus schweben ließ.
Als sie das Gedicht beendet hatte, lobte sie der freundliche Mann überschwänglich. Ihre Mutter schien erledigt zu haben, was sie wollte und sie verließen das Haus.
Nun war scheinbar wieder ein Wechsel passiert, denn Laura lag in einem Bett. Es war nicht ihr Bett. Sie fühlte eine unbeschreibliche Traurigkeit. Sie weinte in ihr Kissen und sie biss sich in ihr Handgelenk um den Schmerz, der sich in ihrem ganzen Körper ausgebreitet hatte, erträglicher zu machen.
„Margarida," schrie sie in ihr Kissen. „Margarida!"
Sie wurde gerüttelt. „Laura!" hörte sie Hermines Stimme. „Sie wacht nicht auf!" sagte die Stimme besorgt.
Aber sie war doch wach, dachte Laura. Sie fühlte, dass ihr Gesicht nass war von den Tränen, die sie geweint hatte.
Aber es war doch nur ein Traum gewesen, wieso hatte sie denn Tränen im Gesicht?
„Laura!" sagte Emma erleichtert.
„Du hast geweint," erklärte Hermine, die sich auf ihre Bettkannte setzte. Sie war ziemlich froh, dass Laura nun wieder wach war. Sie hatte so herzzerreißend geweint. „Und du hast Margarida gerufen." Sie hätte gerne gefragt, wer Margarida war, aber sie wollte Laura nicht noch mehr aufwühlen.
Emma sah sie mit etwas schuldbewusstem Gesicht an. Hatte sie ihretwegen schlecht geträumt?
Mit der Hand fuhr Laura sich über die Augen und blinzelte dann. So große Traurigkeit hatte Edna erleben müssen. Sie fühlte mit ihr.
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„Ich möchte noch etwas nachsehen, bei der Echse," sagte Snape, als die beiden Zauberer in Snapes dunklem Garten standen.
Amélie fand das richtig aufregend.
Mit einem Schwenk seines Zauberstabes öffnete Snape den Schacht. Er sah Amélie kurz an und stieg dann hinunter.
„Sie können natürlich hier warten," sagte er aus Höflichkeit, hoffte aber sehr, dass die junge Frau auch hinunter klettern würde. Und wie er die neugierige Amélie kannte, tat sie dies auch.
Er hatte nur zu Recht. Das würde sich Amélie bestimmt nicht entgehen lassen. Außerdem würde es wahrscheinlich ziemlich eng sein dort unten, was ihr auch entgegen kam.
Je enger, desto besser, dachte sie und lächelte, während sie die ersten Sprossen der Eisenleiter hinunter stieg.
Es war ziemlich anstrengend, wie Amélie bald heraus fand, so senkrecht hinunter zu steigen. Es brauchte viel Kraft in den Armen und Händen.
Aus beiden Zauberstäben schien helles Licht, welches die vielen Opacus aufschreckte. Snape hatte damit gerechnet und lähmte die Tiere, ließ sie aber in der Luft schweben, damit sie nicht drauf treten würden.
Als er unten war, vergrößerte er das Loch in der Mauer. Ein unangenehmer Geruch schlug auf sie ein, und sie mussten sich eine Blase mit frischer Luft vor die Nase zaubern, damit sie das aushielten.
Es sah aus als hätten sie eine Seifenblase vor der Nase und Amélie musste lachen.
Als sie das beinahe ganz verweste Tier im Gang liegen sah, verging ihr aber das Lachen. Es war eine riesige Echse.
Amélie hatte von magischen Echsenarten gehört und sah sich das Tier interessiert an.
„Diese Tiere werden mehrere hundert Jahre alt. Diesem hier wurde durch das Einstürzen des Ganges der Weg zur Nahrung abgeschnitten," erklärte Snape.
Seine Augen konzentrierten sich auf die Zacken des Tieres. Es war nicht schwierig zu erkennen, dass eine der etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter hohen Rückenzacken fehlten.
Er spürte plötzlich, wie Hände seinen Arm umfassten. Er sah auf Amélie hinunter. Ihr Blick, mit dem sie das tote Tier musterte, war eine Mischung zwischen neugierigem Interesse und Ekel.
Wieder erfüllte ein Gefühl seine Brust. Er hätte Amélie gerne in seinen Armen gehalten. Wie vor ein paar Tagen.
Er hob den Zauberstab etwas höher und man erkannte die eingestürzte Stelle. Dort würde er nichts machen, das war zu gefährlich. Der Gang führte nach Osten. Nur wie weit?
S s s
„Olot," flüsterte Laura nachdenklich. Wo hatte sie schon mal Olot gehört. Sie hatte den Freundinnen von ihrem Traum erzählt. Erst jetzt hatte sie bemerkt, dass Emma noch nichts vom letzten Traum wusste. Den hatte sie nur Hermine erzählt.
Lauras Bettdecke lag zerknautscht am Fußende des Bettes, so dass die Mädchen besser auf der Matratze sitzen konnten.
Laura hatte nachgesehen, ob die anderen Mädchen Parvati und Lavender schliefen. Zufrieden hatte sie festgestellt, dass diese nicht erwacht waren, von ihrem Weinen. Das wäre Laura auch etwas peinlich gewesen.
Ein paar Süßigkeiten lagen auf dem Bett zwischen den Kindern. Emma hatte sie geholt, trotz Hermines Einwand. Sie hatten beschlossen, danach die Zähne nochmals zu putzen und so bedienten sie sich alle.
Mit einer Lakritzschnecke im Mund, die sich bewegte, und, wenn man sie nicht verbiss, im Mund herum kroch, dachte Laura nach.
Plötzlich lachte sie und hielt sich die Hand vor den Mund, um so leise wie möglich zu sein. "Du könntest ja Ron von denen anbieten, der würde sich bestimmt freuen," kicherte sie und die anderen mussten sich jetzt auch das Lachen verkneifen.
„Ob die nun wissen, wieso alle versteinert werden?" fragte sich Hermine. Emma zuckte die Schultern.
„Ist recht unheimlich, das alles," sagte das blonde Mädchen.
„Jetzt weiß ichs," sagte Laura plötzlich und bemerkte erst, als es draußen war, dass sie ziemlich laut geredet hatte.
Hermine sah sie aufgeregt an. „Was? Warum alle versteinert werden?"
Laura schüttelte den Kopf. „Olot," sagte sie. „Ich habe es auf einem Stoffzettel gelesen. Auf einer ganz alten Puppe, auf dem Dachboden bei uns zu Hause. Die Frau im Traum hat doch gesagt, dass die Leute vom Dorf höchstens bis Olot kommen in ihrem Leben."
„Wo das wohl liegt?" fragte Hermine mehr zu sich selbst.
S s s s s s s
Amélie genoss es, neben Severus her zu gehen. Sie gingen Richtung Osten auf einem Landweg, bis der in den Wald führte. Es war dunkel und der Himmel mit dicken Wolken verhangen. Es regnete aber nicht mehr.
Im Wald entzündeten beide einen Lumos maxima und hatten dadurch gute Sicht. Severus hatte versucht einen Zeigezauber zu machen, der Zauberstab hatte aber nicht reagiert. Das konnte nur bedeuten, dass innerhalb vieler Kilometer kein Steinkreis war, oder ein Schutzzauber auf diesem lag, der ihn nicht auffindbar machte.
Sie wussten nicht, wo der Geheimgang hinführte und wie lang er war. Amélie zeigte auf ein Reh, dass sie ansah und dann das Weite suchte.
Amélie hakte sich am Arm, in dessen Hand Snape seinen Zauberstab hielt, unter. Er sah kurz zu ihr hinunter.
„Severus?" fragte sie plötzlich leise. Sie musste ihren Mut zusammen nehmen, um die nächste Frage zu stellen. Aber bei diesem Mann würde man nicht weiter kommen, wenn man nicht die Initiative ergriff. Sie wusste einfach nicht, wieso er so zurückhaltend war. Sie spürte, wie er sich gegen seine eigenen Gefühle wehrte. Wie er ihre Nähe genoss und trotzdem Abstand zu bewahren versuchte.
Snape sah zu ihr hinunter. „Ich fühle mich in Ihrer Gegenwart sehr wohl, wie Ihnen bestimmt aufgefallen ist." Sie dachte an den Kuss, den sie ihm bei ihrem letzten Treffen gegeben hatte. „Seit Wochen frage ich mich, was für Gefühle Sie für mich hegen. Ich fühle eine gewisse Zurückhaltung mir gegenüber und ich würde gerne wissen, wieso?"
Sie hatte deutlich gespürt, wie sich sein Körper bei ihrer Frage verkrampfte. Er zeigte nicht offen, wie sehr ihn diese Frage aufwühlte.
Er räusperte sich und blieb stehen. Amélies Herz klopfte ihr bis zum Hals und sie hörte ihren Puls laut rauschen in den Ohren.
„Es ehrt mich sehr, dass Sie sich wohl fühlen in meiner Nähe," begann er etwas unsicherer, als sonst. „Meine Zurückhaltung hat persönliche Gründe und nichts mit Ihrer Person zu tun. Auch ich schätze Ihre Gegenwart, Amélie."
Er war sehr überrascht gewesen, über ihr offenes Geständnis. Es schmeichelte ihm unglaublich, dass sie so fühlte. Er hätte es nicht wirklich für möglich gehalten. Wenn nur die Schatten der Vergangenheit und die Ängste der Zukunft nicht wären, würde er seine Gefühle nicht so unterdrücken und geheim halten müssen. Sollte er es doch wagen und ihr alles erzählen? Er hatte es sich eigentlich heimlich vorgenommen, es ihr zu sagen. Aber er konnte in diesem Moment einfach nicht. Wie sollte er das schon sagen?
Und es ging ja nicht nur um ihn und seine Scham. Wenn er eine Beziehung hätte, mit Amélie, würde auch sie ganz klar in großer Gefahr sein.
Er konnte sich gut an das Gespräch mit Dumbledore erinnern, als er dem Schulleiter gesagt hatte, dass er den Job als Doppelspion nicht mehr ausführen könne, mit einem Kind. Er konnte sich auch gut erinnern, wie Albus das akzeptiert hatte und wie der Schulleiter ihn gefragt hatte, wie er sich das vorstelle. Ob er einfach nicht mehr erscheinen wolle, falls der dunkle Lord wieder einmal seine Untergebenen rufen würde. Natürlich wusste niemand, wann es Voldemort gelingen würde, wieder an die Macht zu kommen, aber dass es einmal der Fall sein würde, war anzunehmen.
Severus war bewusst, wie unerfreut dieser sein würde, wenn sein Spion in Hogwarts nicht als treuer Diener an seine Seite zurückkehren und ihm Bericht erstatten würde.
Er und die Seinen würden in allergrößter Gefahr sein. Außer in Hogwarts und in seinem Zuhause würden sie nirgendwo sicher sein, vor der Rache dieses bösartigen Monsters, das sich auch noch Lord nannte.
Aber er würde nicht mehr zurückkehren können. All diese schrecklichen Dinge würde er nicht mehr mitansehen können und er könnte auch die widerlichen Befehle nicht mehr ausführen.
Dass Laura, als seine Tochter, im Fall der Rückkehr von Voldemort in Gefahr sein würde, war schlimm genug. Er wollte nicht auch noch Amélie dieser Gefahr aussetzen. Ihre Schreie von seinem Traum hallten immer noch in seinen Ohren.
Obwohl Snape sich freundlich und höflich ausgedrückt hatte, war Amélie tief enttäuscht. Klar hatte sie genau das gefühlt. Er hatte ihr nie etwas vorgemacht. Was für persönliche Gründe das wohl waren?
Wollte er nichts mit der Enkelin von einem Kollegen anfangen? Oder war sie doch nicht so recht sein Typ? Oder hatte es einen anderen Grund. Wollte er sich ausschließlich seiner Tochter widmen und eine Beziehung hatte keinen Platz daneben?
Sie wusste es nicht und das beelendete sie. Sie hatte keine Wahl, als zu versuchen es zu akzeptieren. Würde sie nie eine Chance haben, bei diesem Mann? Würde er seine Meinung irgendwann ändern? Würde er je Gefühle entwickeln für sie?
Sie wusste genau, dass Snape nicht wechselmütig war. Und in diesem Fall gefiel ihr das gar nicht.
Eine betäubende Traurigkeit breitete sich in ihr aus.
Beinahe war sie froh, dass sie den Steinkreis nicht fanden und sie war auch froh, als sie nach Hause apparieren konnte. Sie war nicht fähig, ihre gekränkten Gefühle gänzlich vor ihm zu verbergen.
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Severus hatte die Veränderung in Amélies Gemüt augenblicklich gespürt. Er fühlte sich gar nicht gut. Er saß auf seinem Sofa nach vorne gelehnt und hatte den Kopf in die Hand gestützt. Die Augen geschlossen.
Was sollte er tun? Verlieren konnte er ja nichts, also konnte er es ihr auch sagen.
Die Abscheu und die Enttäuschung vielleicht auch der Hass, den sie in den Augen haben würde, wäre kaum zu ertragen für ihn. Aber sie so gekränkt zu sehen, war ebenfalls schlimm. Sie wusste ja nicht, wieso er sie zurück wies.
Er hatte Gefühle für diese Frau. Gefühle, die er nicht mehr abstreiten konnte. Und sie auf diese Weise zu verlieren, wäre einfach unerträglich. Aber ob er sie so verlor, oder durch die Wahrheit, was spielte es schon für eine Rolle.
Natürlich könnte er auch nichts sagen und einfach mal sehen, wie lange es gut gehen würde. Aber seine Gefühle zu ihr würden sich vertiefen und wenn sie es dann rausfinden würde, wäre es noch viel schrecklicher.
Könnte es sein, dass sie ihm lange genug zuhören würde, bis er ihr die Umstände erklärt hatte. Bis er ihr gesagt hatte, dass er schon lange die Seiten gewechselt hatte? Er war jetzt schließlich kein Todesser mehr. Er hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt, für die helle Seite. Mehrmals. Er hatte auch schreckliche Dinge tun müssen, um nicht aufzufliegen. Nicht immer war es ihm gelungen, die Opfer vor den unaushaltbaren Schmerzen zu schützen so gut es ging, oder ihnen heimlich Tränke zu verabreichen, damit sie so high waren, dass sie nicht richtig mitbekommen hatten, was geschah.
Vielleicht war es einfach nur feige, ihr nicht reinen Wein einzuschenken.
Er setzte sich gerade hin. Er hätte eben von Anfang an seine Gefühle unterdrücken sollen, dann hätte er jetzt dieses Problem nicht!
Außerdem war nicht nur das etwas verblichene Tatoo, das an seinen großen Fehler erinnerte sein Problem. Das Problem war, dass Voldemort alles tun würde, um wieder an die Macht zu kommen. Es war noch nicht vorbei. Und er würde nicht mehr an seine Seite zurück kehren. Der dunkle Lord würde von Laura wissen und sie auch als Gefolgsfrau haben wollen.
Er bedeutete eine viel zu große Gefahr für Amélie.
Deprimiert starrte er ins Feuer und seine tiefe Traurigkeit durchströmte ihn, nachdem er über eine Stunde gegrübelt hatte. All das Hinterfragen brachte nichts. Er ging in sein Labor und begann zu brauen. Drei verschiedene Tränke setzte er an. Sehr komplizierte. Wenn das nicht Ablenkung genug war!
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Laura saß am Tisch im Wohnzimmer und malte. Snape war zufrieden gewesen mit ihren Hausaufgaben und nun stand einem gemütlichen Familienabend nichts im Wege. Die Präsenz seines Kindes tat ihm so gut wie nie. Sie brachte ihn auf andere Gedanken und brachte Leben in die finsteren Gedanken und Grübeleien. Laura malte einen Garten mit einer Steinmauer.
Snape sah kurz von seinem Buch auf zu Laura. Er hatte aus den Augenwinkeln eine Bewegung gesehen.
Er zog die Augen etwas zusammen, als er einen grauen Kopf aus Lauras Tasche ihres Traineroberteils gucken sah.
„Was ist das, Laura?" fragte er erstaunt und streng. Laura sah sich kurz um, da sie aufs Malen konzentriert war und nicht gleich wusste, wovon er sprach.
„Was?" fragte sie und wusste bei seinem Blick dann sofort, was er meinte. Sie nahm die Ratte aus dem Sack und hielt sie in den Händen.
„Das ist eine Ratte," erklärte sie überflüssigerweise und ganz sachlich. Snape hob eine Augenbraue, wie er es oft tat und sah sie vielsagend an.
„Das sehe ich. Ich möchte wissen, was so eine Kanalratte in unserem Zuhause zu suchen hat?"
Laura suchte nach einer Antwort. Sie konnte ihm schlecht sagen, dass die Ratte als Versuchskaninchen diente.
„Ich zähme sie. Ich lass sie dann aber wieder frei, ehrlich," sagte sie rasch, bei seinem unerfreuten Blick.
„Am Besten lässt du sie jetzt gleich frei," schlug er vor, aber Laura schüttelte energisch den Kopf.
„Das geht nicht, sie gehört mir nicht," sagte sie. Sie stand auf und ging ins Zimmer um die Ratte in den Käfig zu sperren. Die Ratte war schon recht zahm geworden, was gut war, damit sie ihr dann auch den Trank eingeben konnten.
Sie zog die Trainerjacke aus, da ihr ziemlich warm war und kehrte ins Wohnzimmer zurück und malte weiter.
Sie zeichnete einen Esel mit einer Packtasche auf dem Rücken.
„Autsch!" entfuhr es ihr plötzlich. Irgendetwas hatte sie in die Brust gestochen, als sie an die Tischkannte gekommen war.
Sie hob ihren Pullover, aber entdeckte nichts besonderes. Snape beobachtete sie mit gehobener Augenbraue vom Sofa aus. Er hatte ein Buch in der Hand, dem er allerdings nicht besonders viel Beachtung schenkte.
Hatte das Rattenvieh sie nun gebissen? fragte er sich.
Laura fuhr sich mit dem Zeigefinger über die linke Brustwarze. Dort spürte sie zu ihrem Erstaunen ein kleines Knötchen.
Ihr wurde ganz heiß. Das Knötchen schmerzte sie, wenn sie drückte. Sie wurde blass. Sie hatte von einer Frau gehört, die einen Knoten in der Brust gehabt hatte und es hatte sich dann heraus gestellt, dass sie Brustkrebs hatte.
Aber konnte man schon Brustkrebs haben, wenn man noch gar keine Brüste hatte? Laura wurde es ganz bange zu Mute.
Nochmals fuhr sie mit dem Finger darüber in der Hoffnung, es sei mittlerweile verschwunden. Dem war aber nicht so und sie befühlte die andere Seite.
Sie merkte nicht, dass sie von ihrem Vater mit kritischen Blick beobachtet wurde.
Auf der anderen Seite war gar nichts zu fühlen.
Laura zog den Pulli wieder runter und saß still da.
„Was ist, Laura?" fragte Snape, der das besorgte Gesicht von Laura musterte. Laura sah zu ihm hinüber, als wäre ihr gerade erst jetzt eingefallen, dass er ja auch da war.
Sie stand auf und kam zu ihm.
„Da ist was in meiner Brust," sagte sie und tönte äußerst besorgt. „Sieh mal," hauchte sie, während sie den orangeroten Pulli bis über die Brust zog.
Natürlich sah er nichts und sie sagte, er solle auch mal fühlen. Er lehnte aber dankend ab. "Ich glaub es dir, Laura," sagte er und räusperte sich.
„Meinst du, ich habe Brustkrebs?" hauchte sie besorgt.
Snape kannte sich mit Brüsten nicht aus, schon gar nicht mit mit so jungen, aber er nahm an, dass sie begannen zu wachsen. Wusste Laura nicht, wie das von statten ging? Sie sollte doch nun himmelhoch jauchzend durchs Wohnzimmer rennen.
Er sah sie an, wie sie die andere Seite kontrollierte und fragte: "Ich denke eher, dass das Wachstum beginnt, meinst du nicht?"
Lauras Gesicht erhellte sich sofort wieder.
„Meinst du?" fragte sie erfreut. Sie wusste nicht, ob das wirklich sein konnte. Sie hatte sich vorgestellt, dass die Brüste einfach so wachsen würden. Was war dann das komische Ding, das sie fühlte?
„Ich habe gedacht, dass die so wachsen, wie wenn man einen Ballon aufbläst. Dass die einfach so rund werden. Wieso ist dann da so ein Knubbelchen?" fragte sie.
Snape atmete tief durch und zählte im Geiste von zehn rückwärts. Wieso konnte das Kind sich nicht mit Freundinnen über solche Dinge unterhalten? Die hatten ja das auch erlebt! Was wusste er denn, wie genau Brüste wuchsen? dachte er verzweifelt.
„Die Brust... besteht ja aus Brustdrüsen, Fett und Bindegewebe," begann er und tönte dabei sehr nach Lehrer. Er wusste genau, dass es noch andere Themen geben würde in den nächsten Jahren, die noch viel heikler waren. Und da es für Laura nicht peinlich war, stellte es nicht so schwierig heraus, das zu erklären.
„Ich denke, was du spürst, sind Drüsen, die beginnen zu wachsen," sagte er etwas unsicher.
Laura bedachte das und nickte leicht. „Und warum wächst dann nur eine?" fragte sie weiter. „Ich will keine einbrüstige Frau sein!" Das klang etwas vorwurfsvoll.
Snape seufzte und Laura setzte sich neben ihn. Sie zog seinen Arm über ihre Schultern und kuschelte sich an ihn. Das tat ihr richtig gut, nach all den unruhigen Tagen.
„Sprich doch mit Miss Thompson oder Miss Granger darüber. Die können dir bestimmt alles sagen. Aber ich denke, dass die andere Brust bestimmt auch bald wachsen wird. Du hast ja deine Milchzähne auch nicht alle gleichzeitig verloren, oder? Das kann nicht zum exakt demselben Moment passieren."
Damit schien Laura zufrieden und grinste übers ganze Gesicht. Etwa zwei Minuten strahlte sie vor sich hin in Snapes Arm.
Dann atmete sie tief ein und kniete sich hin, um ihrer Freude mit ein paar Küssen auf Snapes Gesicht, Ausdruck zu verleihen.
„Endlich!" sagte sie glücklich. „Ich dachte schon, ich sei die einzige, die für immer so klein und mickrig bleiben würde. Nun habe ich wenigstens Brüste, naja zumindest eine." Sie unterstrich ihre Worte mit zwei abschließenden Küssen auf Snapes Mund.
Severus verdrehte die Augen. Man hätte meinen können, jeder würde ab morgen merken, dass sie nun eine junge Frau war.
Er schloss seine Arme enger um seine Tochter. Es tat ihm gut, sie fest zu halten.
Es war schon lange her, dass er selbst Trost gebraucht hatte. Nun jemanden zu haben, den er in diesem Moment in die Arme schließen konnte, war speziell und löste seine Innere Unruhe ein wenig.
„Und die oberen Eckzähne sind mir auch ausgefallen. Und hier weiter hinten wackelt es auch schon. Wenn da noch viel mehr Zähne wechseln, hab ich bald keine mehr im Mund," lächelte Laura. Sie zeigte ihm die Lücken. „Bin wohl in den Wechseljahren!" kicherte sie. Zwar wusste sie nicht so genau, was das hieß, aber er hatte wohl eher weniger mit Zähnen zu tun, soviel wusste sie bestimmt.
Wie sie erwartet hatte, hob ihr Vater nur eine Augenbraue.
„Können wir ein wenig brauen?" fragte Laura, die es sich auf seinem Schoß bequem gemacht hatte.
Sie war so froh, dass er das noch zu ließ, obwohl sie ja jetzt Brüste hatte. Ihr Vater schien sie nicht als zu groß und erwachsen zu betrachten dafür. Das erleichterte sie sehr. Sie fühlte sich auch gar nicht erwachsener als vorher.
Snape, der noch zwei der drei Tränke in Bearbeitung hatte, nickte. Es würde eine Herausforderung sein, für Laura, aber er konnte sie ruhig etwas fordern. Das machte ihr auch ziemlich Spaß, wenn sie Neues lernen konnte.
Schade, dass das nicht in allen Unterrichtsfächern der Fall war, dachte Snape.
TBC...
Na... ich hoffe, ihr habt Lust, mir ein Review zu hinterlassen, (bitte kein zuuu böses!), wenns auch grad nicht so flüssig läuft bei Snape und Amélie :-( Hmmm mal sehen, ob und was ich von euch höre...*ganz lieb und unschuldig schau*
