Hallo zusammen! Nun gehts auch schon wieder weiter. Ich wünsche Euch allen ganz schöne Weihnachten , ganz viel feines Essen und viele Geschenke und für mich ein Review, bitte bitte;-D

Danke, dass ihr so treu immer noch die Geschichte von Laura und Severus verfolgt, ehrt mich sehr! Und eure tollen Reviews sind es, die mich immer wieder motivieren, schnell weiter zu schreiben, danke vielmals!

Meiner lieben Betaleserin scientific Ida ein ganz besonders Dankeschön für ihre tolle Arbeit!

Danke vielmals auch meinen anonymen Reviewern. Eure Kommentare freuen mich immer sehr! Viel Spass nun beim nächsten Kapi, liebe Grüsse, SAlly

s s s s s s

Glücklich sah Laura zu, wie der rötliche Dampf aus dem Kessel stieg. Sie hatte es geschafft, den Anweisungen genau zu folgen und die Zutaten richtig in den Trank zu mischen. Natürlich unter den Adleraugen ihres Vaters. Es war ein wichtiger Trank, und er hätte nicht zugelassen, dass er ruiniert würde.

Nun musste er wieder einen Tag lang köcheln, bis der Dampf wieder durchsichtig war und morgen durfte sie vielleicht wieder helfen, hoffte Laura.

Snape war nun noch mit einem anderen Trank beschäftigt, und rührte etwas hinein, das aussah wie Senf.

Laura fasste immer wieder an ihre Brust, um sich zu vergewissern, dass das kleine Knötchen noch da war.

Sie war ziemlich zufrieden, dass sich ihre Brüste nun endlich entschlossen hatten zu wachsen. Sie würde dann sofort Emma fragen, ob das so normal war.

Severus schob den Kupferdeckel über den Kessel und ging zum Wasserhahn, um sich die Hände zu waschen.

Er tat das immer auf dieselbe Art, dachte Laura lächelnd. Gründlich und ordentlich, wie alles, was er tat.

„Dad. Ich hatte gestern wieder diesen Edna-Traum," sagte sie beiläufig, als sie ihre Sachen beiseite räumte.

Sie wollte sehen, wie er reagierte und ob ihn das interessierte. Sie würde auch selber eher wissen, wie ernst diese Träume waren, anhand seiner Reaktion.

Aus den Augenwinkeln sah sie, wie er sie ansah. Er schritt auf sie zu und setzte sich auf einen Schemel in ihrer Nähe.

„Erzähl!" sagte er in einem interessierten, aber nicht zu befehlenden Ton. Sie trat auf ihn zu und blieb vor seinen Beinen stehen.

Einen Moment zögerte sie und Snape schob ihr auch einen Schemel zu. Laura hatte sich eigentlich eben auf seine Beine setzen wollen. Sie sah den Schemel an und setzte sich.

„Diesmal war es anders. Ich war nicht in diesem Steinkreis," begann sie und schlang ihre Füße um die Stuhlbeine. Snape hörte ihr aufmerksam zu, als sie erzählte.

Sie kratzte sich an der Nasenspitze während sie weiter sprach. „Es ist ein anderes Land und der Boden ist sehr trocken und das Gras bräunlich. Ich wohne dort und dann sehe ich unseren Esel. Er ist ganz niedlich und er kommt alleine nach Hause. Ohne meinen Vater. Ich habe Angst, da etwas nicht stimmen kann und rufe die unfreundliche Mutter."

Snape hörte aufmerksam zu und sein Mund wurde einen kurzen Augenblick schmal, bei Lauras Bezeichnung für die Frau im Traum.

„Dann geht es dort nicht mehr weiter, sondern dann bin ich plötzlich in einem Haus. Dort hat es viele schöne Dinge die teuer sind. Ich höre, wie meine Eltern sich streiten und der Mann... also der Vater weint.

Ich lausche an der Tür." Laura sah kurz zu ihrem Vater auf, der, wie sie erwartet hatte, einen vielsagenden Blick auf dem Gesicht hatte. Natürlich wegen der Sache mit dem Lauschen, welches schon einige Male ein Thema bei ihnen gewesen war.

„Ich kann ja nichts dafür!" verteidigte sich Laura und nun wanderten beide Augenbrauen ihres Vaters etwas hoch. Er sagte aber nichts und sie erzählte weiter, während sie sich etwas von dem Balsenpulver, welches sie vorhin in den Trank gegeben hatte, von der Hose wischte.

„Die Mutter sagt etwas von den dummen Muggeln, dass die uns schnell vergessen hätten, weil sie höchsten bis Olot kommen würden in ihrem Leben und bald vergessen haben würden, dass wir hier gelebt haben. Sie wollte, dass niemand mehr weiß, dass es meine Schwester je gegeben hat. Meine Margarida."

Laura tönte plötzlich traurig und sie war es auch. Snape ließ sich sein Erstaunen nicht anmerken, sondern legte seinen Finger unter ihr Kinn und hob etwas ihren Kopf, damit sie ihn ansah. Konnten solche konkreten und komplexen Träume aus der Fantasie eines Kindes entspringen? Wohl kaum! dachte er. Nein, Laura war in den Träumen Edna. Edna, die schon seit vielen Jahren nicht mehr lebte.

„Das bist nicht du, Laura. Du darfst nicht ihre Trauer und ihren Schmerz übernehmen. Ich denke nicht, dass sie das möchte." Seine Worte waren ungewohnt sanft gewesen. Laura senkte den Blick und nickte leicht.

Snape sah sie noch einen Moment länger an und ließ sie dann los.

„Die Mutter geht dann mit mir in eine Art Büro oder so. Ich denke, es ist in einer Stadt vielleicht auch ein Dorf. Ich muss dem Mann ein Gedicht aufsagen, während sie mit dem Zauberstab irgend etwas an Papieren macht hinter dem Rücken des Mannes. Ich sage das Gedicht nur, um den Mann abzulenken, weißt du!

Dad, wieso wollen die einfach das Leben von Margarida löschen? Kann man das?

Die haben doch deshalb allen einen Vergessenstrank gegeben, oder?"

Sie sah ihn wissbegierig an. Sie hatte sich das immer wieder gefragt. Wieso wollten sie das Leben von ihrer Schwester ausradieren.

„Wieso sie das wollen, weiß ich nicht," sagte er ernst.

Vielleicht war sie erst frisch geboren und entstellt gewesen. Früher waren die Leute sehr beschämt über solche Dinge. Vielleicht war sie auch eine Squib und sie wollten diese Schande nicht haben, dachte er.

„Es gibt schon die Möglichkeit, ein Leben aus den Köpfen der Menschen zu löschen. Es ist aber sehr zweifelhafte und schwarze Magie. Dieser Trank enthält Zutaten, die nicht unter legalen Bedingungen zu beschaffen sind. Und ein Vergessenszauber dieser Art muss an ein anderes Leben gebunden sein. Nur solange dieses am Leben ist, wirkt der Zauber zuverlässig."

Severus war sehr nachdenklich geworden. Die Frau hatte scheinbar die offiziellen Einträge von Margarida gelöscht.

Olot? Er hatte noch nie von diesem Ort gehört, aber er würde es schon ausfindig machen.

„Dad, als wir den Dachboden aufgeräumt haben, da war doch da diese Puppe. Auf dem Stoffetikett hatte auch Olot gestanden. Weißt du, wo das ist?" fragte sie neugierig.

„Nein, Laura," sagte er und fragte sich, was der Sinn dieser Träume war.

Laura hatte Tränen in den Augen. „Die wollen, dass ich meine Schwester vergesse," schniefte sie und als Snape ihr einen ernsten Blick gab, korrigierte sie schnell: „Dass Edna ihre Schwester vergisst. Und Edna weiß es, da sie die Eltern belauscht hat. Sie will das nicht und deshalb entwickelt sie den Erinnerungstrank. Aber als sie den entwickelt, ist sie ja schon erwachsen," sagte sie und fuhr sich mit der Hand unter der Nase durch.

„Es dauert mehrere Jahre, einen so komplizierten Trank zu entwickeln und vor allem zu verfeinern, bis er keine Nebenwirkungen mehr zeigt. Und Edna war damals sehr jung..."

„Dad, wieso ist sie so früh gestorben?" fragte Laura. Snape wusste es nicht, aber er würde mal ein wenig in der Vergangenheit seiner Familie forschen müssen.

Laura stand auf und trat neben Snape. Sie fingerte an seinem schwarzen Kragen herum. "Was ist das für etwas, dass alle versteinert? Es macht mir Angst," sagte sie und Snape drehte den Kopf zu ihr. Die Themenwechsel war er schon so gewohnt, dass er sie kaum mehr bemerkte. Aber dass dieses Thema Laura beschäftigte, verstand er natürlich. Er hatte schon viel Getuschel gehört, bei den Schülern.

Er fasste sie an den Oberarmen und zog sie zwischen seine Beine. Er sah sie ernst an. „Das wissen wir nicht. Noch nicht. Aber wir forschen nach der Ursache. Aber eines möchte ich von dir." Er machte eine Pause und sah ihr direkt in die Augen, sodass sie das Gefühl hatte, er sehe ihr ins innerste Innere.

„Du darfst keinen Schritt mehr alleine machen, im Schloss. Und du gehst nach dem Abendessen direkt in deinen Gemeinschaftsraum und bleibst da, klar?" fragte er eindringlich.

Sein scharfer Blick fixierte sie streng. „Ja, Dad," sagte sie.

„Es ist gefährlich und ich will nicht, dass dir etwas zustößt. Wir wissen noch nicht, ob das Versteinern alles ist, zu dem dieses Etwas fähig ist."

Laura sah ihn mit großen Augen an und atmete tief ein und nickte. Sie spürte die Angst ihres Vaters, die er um sie hatte.

Snape lehnte sich etwas vor zu ihr, sodass er ihr noch tiefer in die Augen sehen konnte, wenn das möglich war.

„Kein rumschleichen unterm Tarnumhang. Kein noch-schnell-zu-Milly-gehen. Keine Zehe vor den Gemeinschaftsraum. Das meine ich wirklich ernst. Wenn ich auch nur ein Haar von dir draußen erwische, nach dem Abendessen, dann glaube mir, verhau ich dir den Hintern, dass du die Sterne in Frankreich funkeln siehst. Ist das absolut klar?" fragte er mit Nachdruck und sprach sehr deutlich.

Laura blinzelte und nickte, während sie sich auf die Lippen biss. Sie schwor sich selbst, dass sie sich daran halten würde. Dass er sich echte Sorgen machte, spürte sie deutlich und dass die Situation wirklich gefährlich war, wusste sie auch. Sie hatte keine Lust, versteinert da zu liegen und nichts tun zu können.

Was Colin wohl dachte? Konnte er überhaupt denken?

Natürlich hatte sie auch nicht die geringste Lust, das Risiko einzugehen, erwischt zu werden und von ihrem Dad das zu bekommen, was er angedroht hatte.

„Versprich es mir," forderte Snape und Laura, die den Blick kurz gesenkt hatte sah ihn an.

„Ich versprechs dir, Dad," sagte sie nicht sehr laut, aber sehr ernst. Snape nickte kurz und ließ ihre Arme dann los.

S s s s

Amélie hatte zu nichts Lust. Sie lag auf dem Bett und starrte an die Decke. Sie roch das frisch bezogene Bettzeug unter ihr und sie atmete tief ein.

Wie glücklich sie sich vor ein paar Tagen gefühlt hatte! Nach dem Kuss hätte sie die ganze Nacht tanzen können vor Freude.

Sie hatte tatsächlich gedacht, dass Snape etwas für sie empfand. Das seine Zurückhaltung nur Unsicherheit war. Oder dass er sich nicht so traute ihr näher zu kommen.

Dass es 'persönliche Gründe' hatte, und dass er sie absichtlich nicht an sich ran ließ, hatte sie nicht gedacht.

Sie atmete tief aus. Nein! Sie konnte sich doch nicht täuschen. Sie hatte ganz genau gespürt, wie viel sie Snape bedeutete. In dem Moment, als er sie festgehalten hatte, hatte sie es gefühlt. Diese unglaubliche Ausstrahlung, wie sie es noch nie vorher bei jemandem gefühlt hatte.

Niemals hätte sie vor ein paar Monaten gedacht, dass sie sich so unsterblich in einen Mann wie Snape verlieben könnte. Dass sie sich nichts mehr wünschen würde, als zurück geliebt zu werden.

Was sollte sie jetzt tun? Sollte sie nochmals das Gespräch suchen. Aber wenn er ihr diese privaten Gründe hätte erklären wollen, hätte er das doch bestimmt getan.

Sollte sie sich von ihm distanzieren? Würde er dann auf sie zukommen und den Kontakt mit ihr suchen?

Eine leise Stimme in ihrem Kopf raunte ihr zu, dass sie vielleicht zu leichtgläubig war. Schließlich war er früher ein Todesser gewesen. Ein Diener des schlimmsten Zauberers aller Zeiten. Wer konnte ihr garantieren, dass er wirklich auf der hellen Seite war? Wem Severus Snape tatsächlich loyal war?

Schnell und ärgerlich drängte sie die unangenehmen Zweifel wieder ins Hinterstübchen.

Wenn dieser Mann doch nur etwas durchsichtiger wäre! Wenn sie eine Ahnung hätte, was er wirklich fühlte.

Die Gründe für seinen Abstand würde sie nicht erfahren, wie es aussah! dachte sie enttäuscht.

Aber sie hatte auch von Laura gespürt, dass sie es nicht mochte, wenn Amélie ihrem Vater zu nahe war.

War das Kind egoistisch und eifersüchtig? Vielleicht. Aber vielleicht hatte sie auch gute Gründe dafür.

Wie sie von Severus erfahren hatte, war Laura ziemlich vernachlässigt aufgewachsen. Sie hatten ein aufreibendes Jahr hinter sich, in dem sie sich aneinander hatten gewöhnen müssen.

Laura hatte viel lernen müssen über Regeln und Grenzen und dass sich jemand um sie kümmerte und sorgte.

Und Snape hatte bestimmt genau so viel gelernt. Die beiden hatten eine schöne Beziehung aufgebaut und waren sich enorm wichtig, das hatte Amélie sehr schnell gemerkt.

Hatte sie nun das Recht, sich dazwischen zu drängen? Nachdem Laura und Severus erst ein einziges Jahr zusammen verbracht hatten. Jetzt wo sie sich wahrscheinlich aneinander gewohnt hatten?

Dass Laura ihre Position als wichtigster Mensch in Snapes Leben verteidigte, verstand Amélie.

Wahrscheinlich hatte das Mädchen sehr gelitten, als sie als kleines Kind die Mutter verloren und in der Pflegefamilie auf wenig Zuneigung und Fürsorge gestoßen war.

So, wie Snape erzählt hatte, hatten sie Laura nicht schlecht behandelt oder sie gar misshandelt. Aber wahrscheinlich hatten sie durch die psychische Krankheit der Tante und die drei anderen Kinder einfach keine Zeit gehabt, sich ihr zu widmen.

Und Laura war dem allem auch ganz gut aus dem Weg gegangen. Hatte gelernt damit zu leben.

Ja, ihre eigenen Wege war sie gegangen, wild und frei, ohne irgendwelche Erziehung.

Wahrscheinlich war sie nicht direkt unglücklich gewesen, aber jeder Mensch, vor allem Kinder brauchten doch eine Bezugsperson. Und Kinder brauchten Führung und Liebe.

Das alles gab ihr Severus, und auch viel Zuneigung und Aufmerksamkeit.

Und obwohl sie wahrscheinlich nicht sehr viel Liebe erfahren hatte, war Laura fähig, so viel Liebe zu geben, und das bewunderte Amélie.

Sie war auch glücklich, dass Laura sie so mochte und sie wollte den Kontakt auch nicht abbrechen.

Aber sie würde sich in nächster Zeit etwas im Hintergrund halten. Das tat ihr im Herzen weh, wenn sie schon nur daran dachte. Aber was sollte sie sonst tun? Ja, was?

S s s s

Severus war froh, dass Wochenende war. Er brauchte etwas Ruhe. Es war eine angespannte Zeit für ihn.

Alles ging ihm durch den Kopf. Kreuz und Quer.

Er saß vor dem Feuer und trank einen Tee. Vor sich auf dem kleinen Tischchen, lag ein altes Familienbüchlein. Er würde es sich mal genau ansehen.

Er stellte die Tasse vor sich hin und nahm das alt aussehende gute Stück zur Hand.

Er schlug es auf und sah auf den ersten Eintrag: Rosario und Rachel Marconas geb. Rossi. Danach Edna Lorena Marconas geboren am 11. März 1895. Nirgends war etwas von einer Margarida zu sehen. Er untersuchte das Büchlein und tippte es mit dem Zauberstab an, um zu sehen, ob irgendetwas vertuschtes zum Vorschein kam, aber nichts. Vielleicht war eine Unterschrift gefälscht oder so.

Aber seine nähere Untersuchung ergab auch nichts.

Edna hatte eine einzige Tochter gehabt. Das war Severus' Großmutter gewesen, Rose, zu der er ein gute Beziehung gehabt hatte.

Sie hatte oft erzählt, dass sie teilweise in anderen Ländern aufgewachsen war, da ihr Vater ein Lebenskünstler und Wandervogel gewesen war. Sie hatte die Mutter gar nicht gekannt, da sie schon früh gestorben war.

Er versuchte sich zu erinnern, ob seine Großmutter mal erzählt hatte, wieso ihre Mutter Edna früh gestorben war. Er wusste noch, dass die Großmutter dann, als sie in die Zaubererschule ging, hier bei ihrer eigenen Großmutter gewohnt hatte, was nicht immer einfach gewesen war, weil diese eine resolute, altmodische Frau gewesen war. Das musste dann also Rachel gewesen sein, überlegte er. Passte auch gut zu Lauras Traum!

Als kleines Kind hatte Severus keinen Kontakt gehabt, zu seinen Großeltern, da sie mit ihrer Tochter verstritten waren. Sie hatten es nicht akzeptieren können, dass ihre Tochter einen Muggel geheiratet hatte und erst, als sie sich getrennt hatten, waren die älteren Leute bereit gewesen, wieder Kontakt zu der Tochter und dem Enkel zu haben.

Severus hatte immer gemerkt, dass sein Großvater nicht viel von ihm hielt. Er hatte zu spüren bekommen, dass er kein Reinblüter war.

Seiner Großmutter schien das nicht so wichtig gewesen zu sein, denn er hatte nie etwas Negatives gemerkt von ihrer Seite her. Sie hatte ihn vieles gelehrt übers Tränke brauen und sie hatte seine Liebe dazu schon früh entfacht. Es hatte ihn fasziniert, wie geschickt die Großmutter gebraut hatte und mit welcher Präzision.

Er blätterte im Büchlein hin und her, aber nirgends war eine Spur von einer Margarida. Ob es sie tatsächlich gegeben hat? Oder ob Lauras Traum doch nicht stimmte?

In einem Buch hatte er nach dem Ort Olot gesucht und war fündig geworden. Olot lag in Spanien, allerdings in einer ganz anderen Gegend, als seine Familie, seines Wissens nach, ursprünglich her kam.

Falls es allerdings wirklich eine Margarida gegeben hat und ihre Familie, die in Lauras Traum die Existenz des Kindes löschen wollte, würden sie natürlich niemanden auf die richtige Fährte locken und den wahren Ort der Herkunft kund tun.

Noch etwas war ihm aufgefallen in dem Buch, welches er heute Nachmittag angesehen hatte: In der Gegend von Olot gab es viele Vulkane.

Edna war ein Vulkan und ein Vulkan in der Nähe von Olot hieß Santa Margarida. Ob das ein Zufall war? Oder hatten Vulkane für die Leute eine spezielle Bedeutung gehabt?

Die Puppe, die Laura gefunden hatte, stammte allem Anschein nach auch aus Olot und in Lauras Traum hatte Rachel von Olot geredet. Laura hatte keine Ahnung gehabt, dass Olot ein Ort war, oder überhaupt existierte. Also musste der Traum wirklich eine Erinnerung sein, von der Kindheit seiner Urgroßmutter Edna.

Das befremdete ihn sehr. Bislang hatte er diesen Zweig der Zauberei und Mystik im Allgemeinen eher belächelt.

Sybills Voraussagen waren bislang auch meistens lächerlich gewesen. Aber hier gab es einfach zu viele Beweise, als dass man es hätte abstreiten können.

Was genau wollte Edna mit diesem Traum bewirken? War es Edna, von der dieser Traum kam? Oder war es irgend ein Zufall oder ein Zauber, der diese Träume verursachte.

Es hätte ihn sehr interessiert, was der Grund war, warum die Familie die Existenz oder den Tod des Kindes verheimlichen wollte. Es musste einen triftigen Grund dafür geben. Oder war es eine Kurzschlussreaktion gewesen auf irgendein Ereignis?

Wenn das Kind eines natürlichen Todes gestorben wäre, hätte man bestimmt nicht ihre ganze Existenz vertuschen wollen.

Und wenn sie das Mädchen geplant aus der Welt hätten schaffen wollen, wären sie doch nicht verzweifelt gewesen, wie Laura im Traum gesehen und gehört hatte. Man hätte nicht Hals über Kopf die Zelte abgebrochen und fluchtartig das Land verlassen.

Da kamen seltsame Geheimnisse über die Familie raus, dachte er.

S s s s

Es war eine seltsam gedrückte Stimmung in Albus Dumbledores Büro. Die Lehrer saßen um seinen Schreibtisch herum und schwiegen, nachdem Albus sie begrüßt hatte und ihnen eröffnet hatte, dass er nicht viel weiter war mit seinen Nachforschungen.

Er sei mittlerweile zwar fast sicher, dass es tatsächlich eine Kammer gab, aber ob dort ein Monster lebte und wenn ja, was für eines, wusste auch er nicht. Und leider wusste er auch nicht, wo sich die Kammer befand.

Dass nicht die Spinne von Hagrid das Monster der Kammer war, war ihm von Anfang an klar gewesen. Zwar hatte ihr Gift durchaus verheerende Wirkungen, abhängig vom Alter des jeweiligen Tieres, aber Hagrid war verantwortungsvoll genug gewesen, die Spinne nicht frei laufen zu lassen. Das Opfer hatte auch keine Bissstelle gehabt.

Er hatte aber starke Vermutungen. Nicht viele Tiere kamen dafür in Frage, das Monster der Kammer des Schreckens zu sein. Ein Drache oder ein Basilisk, eine Riesenspinne oder eine Art Skorpion. Es gab auch magische Riesenechsen, die sehr lange lebten, nicht aber tausend Jahre. Bei den Spinnen war das auch eher selten der Fall, es sei denn es war die dritte oder vierte Generation. Möglich war, dass sie sich vermehrt hatten.

Natürlich war ja auch nicht sicher, ob das Monster noch lebte und wer wirklich für die versteinerten Personen verantwortlich war.

Wollte jemand den Schülern Angst machen oder der Schule einen zweifelhaften Ruf aufzwingen? All das waren offene Fragen.

„Wenn ich nur in der Nähe gewesen wäre, als diese Angriffe stattgefunden ..." begann Lockhart sich zu brüsten, aber Snape fiel ihm ins Wort.

„Ja natürlich, dann hätten Sie das Biest kurzerhand zu Kotletts verarbeitet," höhnte er und die anderen Lehrer mussten ein Lachen unterdrücken.

S s s s s s s

„Halt du sie fest!" sagte Hermine, die mit etwas verzweifeltem Gesicht die Ratte in der Hand hielt, die ziemlich zappelte.

Laura sah vom Trank auf, in den sie eben ein paar Haare von Jimmy hinein gegeben hatte. Harry hatte ihnen gesagt, sie müssen unbedingt warten auf ihn. Er war mit dem Tarnumhang zurück gegangen, um Ron zu holen, der nicht mehr Platz gehabt hatte, als die drei Kinder zum Mädchenklo geschlichen waren. Und das noch vor dem Frühstück.

Seit dem Gespräch mit ihrem Vater und dem Versprechen, das sie ihm gegeben hatte, hatte sie sich nun strikte geweigert, sich abends aus dem Gemeinschaftsraum zu schleichen.

So hatten sie sich direkt nach dem Mittagessen aufgemacht, das Experiment mit der Ratte über die Bühne zu bringen. Wenn alles nach Plan klappte, würden sie heute Abend, direkt nach dem Unterricht in den Slytherin gehen und sehen, ob sie etwas aus Malfoy heraus bringen konnten.

Die Kinder waren äußerst angespannt und nervös. Vor allem Laura, denn sie hatte ein sehr schlechtes Gewissen. Natürlich war sie nicht nachts unterwegs, aber sich unterm Tarnumhang im Schloss rum zu schleichen und sich unter Vorgabe falscher Tatsachen in den Gemeinschaftsraum der Slytherins zu schleichen! Da wäre ihr Vater gänzlich unerfreut. Und am aller unerfreutesten wäre er, wenn er von den Vielsafttrank erfahren würde. Auch wenn Laura nicht direkt an der Herstellung beteiligt gewesen war, sondern eher passiv.

Sehr froh waren sie, dass es ihnen tatsächlich gelungen war, die fehlenden Zutaten zu beschaffen. Hermines Plan war aufgegangen und nachdem sie mit Fred und Georges Feuerwerkskörpern im Unterricht für Unruhe gesorgt hatten, hatte sie sich davon schleichen und die restlichen Sachen klauen können.

Laura war sehr sehr froh gewesen, dass ihr Vater sie danach nicht ausgequetscht hatte.

Das auch nur, weil sie zum Augenblick des Geschehens unter dem Vorwand sie habe Bauchschmerzen bei Madam Pomfrey gewesen war. Sie hatte dann die ältere Frau über die Brüste und alles drum und dran ausgequetscht und ihr vorgeschwindelt, sie habe eben den Knoten in ihrer Brustwarze entdeckt und sei besorgt. Natürlich hatten ihr die Freundinnen längst erklärt, dass das normal war, aber sie hatte ja eine plausible Erklärung gebraucht, da sie dem Verdacht ihres Vaters hatte entgehen wollen.

Bei der Gelegenheit hatte sie dann entdeckt, dass die zweite Brust es nun der ersten gleich tat und sich auch zum wachsen hatte animieren lassen.

Besonders glücklich war Laura dann ins Klassenzimmer zurück gekehrt.

Das Spektakel war auch schon vorüber gewesen, was Laura auch gerade recht kam und zu ihrem Vergnügen sah sie gerade noch, wie Malfoy, vornüber gebeugt mit riesiger Nase versuchte, den Gegentrank zu sich zu nehmen.

Sie hatte laut lachen müssen und dafür einen tadelnden Blick ihres Vaters bekommen, der sie vor weiteren lauten Freudesausbrüchen warnte.

Als Laura nun die Ratte von Hermines zerkratzter Hand nahm, beruhigte sich das Tier sofort. Laura war ziemlich stolz, dass die Ratte sie scheinbar sofort erkannte und sich in ihrer Hand sehr zivilisiert benahm.

Sie hatte begonnen sich mit den Vorderpfötchen den Kopf zu putzen. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür und einen Moment hätten die Mädchen beinahe geschrien vor Schreck, bevor sie bemerkten, dass es ja die Jungs waren.

Diese erschienen nun mit aufgeregten Gesichtern unterm Tarnumhang .

„Los," sagte Ron, „ich halt sie fest und du gibst es ihr." Hermine schüttelte den Kopf.

„Die Ratte lässt sich nur von Laura festhalten," sagte Hermine ernst, worauf Laura noch stolzer wurde.

Ron, der sich selbst als Rattenspezialist betrachtete, tippte den Zeigefinger gegen die Schläfe.

„Ich weiß bestimmt, wie man mit Ratten umgeht. Gib her!" sagte er lässig und Laura reichte ihm die Ratte.

Sofort begann sie zu zappeln und zu kratzen und Ron hatte Mühe, sie nicht fallen zu lassen. Er gab sie schnell an Laura zurück.

Hermine gab ihm einen 'Ich-habs-ja-gesagt'- Blick und nahm dann einen kleinen Löffel mit dem Zaubertrank.

Laura hielt die Ratte beschützend an ihre Brust und sah den braunen Trank skeptisch an.

„Und was, wenn sie nun daran stirbt," sagte sie etwas beunruhigt.

„Besser sie als wir, oder?" sagte Ron kühl.

Harry fügte hinzu: "Wird schon gut gehen. Ihr habt das bestimmt richtig hin bekommen."

Zögernd hielt Laura die Ratte zum Löffel, aber die dachte nicht daran, das hässliche Gesöff zu probieren.

Laura fasste sie am Kragen und hielt sie senkrecht empor. Es brach ihr beinahe das Herz als Hermine ihr bestimmt den Mund öffnete mit dem Löffel und den Saft hinein laufen ließ. Mindestens die Hälfte davon auf den Boden.

Natürlich wehrte sich die Ratte und Laura war unangenehm an die Szene in ihrem Traum erinnert, in der sie selbst gezwungen wurde einen Zaubertrank zu schlucken.

Aber sie hatte keine Zeit, sich zu hinterfragen, denn die Wirkung war augenblicklich. Plötzlich hatte die das genaue Ebenbild von Jimmy in der Hand. Sie hätte den Betrug niemals gemerkt, außer am Verhalten des Tieres.

Dieses schien sein neues Erscheinungsbild sehr zu mögen. Wie wild rannte die Jimmy-Ratte nun auf Lauras Armen hin und her und entdeckte bald, dass sie nun noch besser klettern konnte. Sie schien sehr glücklich und würde wohl ziemlich enttäuscht sein, wenn in einer Stunde die Wirkung nach ließ.

„Super!" sagte Ron staunend. Die anderen Kinder waren exakt dieser Meinung.

„Ich wette, das ist VERBOTEN, was ihr da tut!" kam plötzlich die plärrende Stimme von der Maulenden Myrte und die Kinder erschraken etwas. Eigentlich seltsam, dass sie immer wieder wegen dem plötzlichen Auftauchen des Mädchens zusammen zuckten.

Myrte schien diese Tatsache ziemlich zu geniessen. Sie richtete es sich immer wieder so ein, dass sie genau im richtigem Moment hinter den Kindern erschien und kicherte in ihre Faust, wenn es ihr wieder gelungen war, den Lausekindern einen Schreck einzujagen.

S s s s s

„So geht es doch!" behauptete George stur. Die Zwillinge hatten sich samt Laura unter den Tarnumhang gezwängt. Keiner der drei Kinder war bereit, auf das Abenteuer zu verzichten.

Snape hatte Laura nie mitgenommen in den Gemeinschaftsraum der Slytherins, obwohl sie einige Male darum gebeten hatte. Sie wollte das einfach mal sehen und sie wollte das alles nicht verpassen. Zum Glück bestand Emma nicht auch noch darauf, mit zu kommen. Diese war ziemlich froh, dass sie sich aus der Sache raus halten konnte. Manchmal fragte sich Laura, wo ihr Gryffindormut wohl war.

„Wenn ihr vergesst, euch zu ducken, dann sieht man eure Füße," sagte Hermine genervt. „Was denkt ihr, ist los, wenn die Slytherins plötzlich ein paar Füße rumlaufen sehen, in ihrem Gemeinschaftsraum?" Sie war etwas genervt über die Uneinsicht der Drei.

Sie hatten alle Möglichkeiten durchgespielt. Mehr als drei Slytherins, und wahrscheinlich auch nur die am wenigsten schlausten, konnten sie nicht ausschalten.

„Das geht schon gut!" sagte Fred.

„Wir stellen uns in eine Ecke und machen uns ganz klein," fügte George hinzu. Ihm war schon auch klar, dass sie wohl nicht sehr flink sein würden so zu dritt unter dem Umhang.

„Wir müssen halt ein wenig üben," schlug Fred vor. „Oder ich könnte Laura auf den Rücken nehmen."

Darauf schüttelte Laura aber den Kopf. Das wollte sie nicht. Es war ihr unangenehm, vor allem, da sie wusste, dass der Junge sie toll fand. Sie hatte nämlich ein wenig darauf geachtet und hatte wirklich gemerkt, dass Fred sie immer wieder ansah.

„Wir müssen verdammt vorsichtig sein, dass nicht jemand in uns rein läuft," sagte Laura.

Harry nickte und sagte: "Und was, wenn Malfoy dann gar nicht im Gemeinschaftsraum ist?"

„Ich habe gehört, wie mein Vater zu Remus sagte, dass seine Schüler außer im Unterricht immer im Gemeinschaftsraum sein müssten und dass er fand, dass das für alle Schüler gelten müsse," sagte Laura.

„Okay. Dann kann es also nach dem Unterricht am Nachmittag los gehen. Kommt jetzt, in einer halben Stunde fängt der Unterricht an," meinte Hermine und war auch ziemlich aufgeregt. Sie hatte sich schon vor ein paar Tagen in Kräuterkunde ein paar Haare von Millicent besorgt, in die sie sich dann verwandeln würde.

„Oh ja, sonst verpassen wir das Frühstück!" sagte Ron besorgt und Laura und Hermine sahen sich vielsagend an und lachten kopfschüttelnd.

S s s s s s s

„Ich will aber nicht zu Hause sitzen und warten, bis etwas passiert!" sagte Remus zu dem Schulleiter.

Dieser nickte, denn er konnte Remus' Gefühle gut verstehen. Er hatte viele Briefe von Eltern bekommen, die besorgt waren.

„Es tut mir leid, Remus. Ich weiß, dass Sie besorgt sind. Viele Eltern der Schüler sind besorgt. Wir tun, was wir können, um etwas heraus zu finden." Der Schulleiter sah ernst aus. Das alles schien ihn sehr zu besorgen, dachte Remus.

Der junge Mann stand auf und wandte sich zum Gehen.

„Remus," sagte Albus und nun war wieder ein Funkeln in seinen Augen. „Sie tun Harry sehr gut. Ich finde, er ist viel gelöster und selbstsicherer."

Er schenkte Remus ein Lächeln und dieser dankte dem Schulleiter. „Ist Severus im Unterricht?" fragte er und Albus sah auf die Uhr.

„Er hat eine Freistunde und wie ich ihn kenne, bereitet er seine nächste Stunde vor," sagte er freundlich und Remus verabschiedete sich und ging in die Kerker hinunter. Er wollte mit Severus reden und ihn bitten, er solle auf Harry aufpassen.

Er klopfte an die Tür, die sogleich energisch aufgerissen wurde. Groß und schwarz stand Snape stand vor ihm und blickte finster. Remus war im Moment froh, kein Schüler zu sein, denn er war doch etwas furchteinflößend.

„Hallo Remus," sagte er gefasst, als hätte er ihn erwartet und ließ ihn ins Schulzimmer.

Remus trat ein. Er war schon seit Jahren nicht mehr hier drin gewesen. Seine aller erste Stunde in diesem Zimmer kam ihm in den Sinn. Wie klein und unwissend und auch leicht eingeschüchtert er gewesen war, damals.

„Severus," begann er ohne Umschweife. „Ich bin ziemlich beunruhigt darüber, was hier vor sich geht. Und ich fühle mich so machtlos, wenn ich nicht hier bin. Ich möchte dich bitten, ein wachsames Auge auf Harry zu halten. Ich weiß, dass du sonst auch genug zu tun hast, aber ich drehe sonst noch durch zu Hause."

Severus konnte die Verzweiflung des Freundes spüren und auch nach vollziehen. Er sah ihn einen Moment an.

„Ich halte ein Auge auf ihn, Remus. Aber du solltest ihm wirklich diesen Umhang wegnehmen. Wie soll ich sonst auf den... Jungen aufpassen, wenn ich ihn nicht sehe. Meiner Meinung nach gehört so etwas nicht in die Hände von Kindern. Speziell in Zeiten wie diesen. Nimm ihm das verdammte Ding weg!" forderte er klar. Dieser Umhang war ihm ein Dorn im Auge. Er hatte nicht bemerkt, dass Laura im selben Zimmer gewesen war, als er mit Amélie zu Abend gegessen hatte.

Snape legte ein paar Glasfläschchen auf einen Tisch und redete dabei weiter. „Und sag ihm, dass ich von nun an speziell auf ihn aufpasse. Sag ihm auch, dass er sich keinen Fehlschritt erlauben soll."

Remus nickte, wusste aber nicht so recht, was Harry davon halten würde. Er wusste, wie sensibel Harry war und befürchtete, dass Snapes strenge Art ihn einschüchtern könnte. Der Mann konnte wirklich sehr Angst einflößend sein.

„Ja, das tu ich. Wenn irgend etwas ist, oder er etwas angestellt hat, kannst du mich jederzeit kontaktieren," sagte Remus. Er hatte damit durchblicken lassen wollen, dass er sich selbst darum kümmern würde, wenn so etwas er Fall sein sollte.

„Die Gryffindors haben jetzt Flugunterricht bei Madame Hooch. Der Unterricht endet in ein paar Minuten. Vielleicht kannst du kurz mit dem Jungen sprechen," sagte Snape.

Remus nickte. Er würde noch ein wenig zusehen, wie die Kinder flogen und dann gleich mit Harry reden. Er musste am Nachmittag Arbeiten. Er hatte Abendschicht.

„Wie geht es Miss Delais?" fragte Remus so beiläufig, wie möglich. Snapes Kopf drehte sich sofort zu ihm. Remus fragte sich, ob das wohl etwas zu aufdringlich gewesen war für den Mann.

Severus war sich nicht sicher, ob sich Remus selber für die Frau interessierte, oder ob er wissen wollte, ob er, Severus, etwas mit ihr hatte.

„So viel ich weiß, ist ihr Befinden sehr gut," antwortete er etwas kühl. „Könnte es sein, dass du persönliches Interesse an ihr hast?" fragte er so offen, wie er sonst wohl mit nur sehr wenigen Menschen sprach.

Remus schüttelte den Kopf. „Nein, Severus. Ich dachte nur, dass sie ganz gut zu dir passen würde."

Er wartete gespannt auf die Reaktion seines dunklen Kollegen. Severus hatte ihn vor ein paar Wochen nach seiner Meinung gefragt, was Frauen und seine Vergangenheit betraf. Er war gespannt, ob sich da etwas ergeben hatte.

Severus sagte erstmal nichts, sondern trug nur seine ausdruckslose Maske.

„Mit meiner Vergangenheit ist es nicht klug, sich auf etwas Derartiges ein zu lassen," sagte er schlussendlich gelassen, obwohl dieses Thema ein sehr heikles war und ihn die letzten Tage sehr beschäftigt hatte.

„Dann planst du also, deiner Vergangenheit wegen, dich für den Rest deines Lebens auf nichts Derartiges mehr ein zu lassen?" fragte er vorsichtig. Er wusste, dass er sich damit weit auf die Äste raus ließ.

Severus' Gesicht war anzusehen, dass ihm die Frage nicht gefiel. „Jede Frau an meiner Seite wäre in erheblich größerer Gefahr, als sonst," antwortete er nachdenklich.

Remus nickte langsam. Ja, da hatte Severus natürlich Recht. Jedenfalls, wenn er, wie er angekündigt hatte, nicht mehr als Gefolgsmann und Spion für den-der-nicht-genannt-werden-darf fungieren würde.

Aber vielleicht sollte man dieser jungen Frau die Entscheidung überlassen, ob sie dieses Risiko auf sich nehmen wollte, oder nicht, dachte Remus.

„In ein paar Minuten kommt meine nächste Klasse, Remus, ich muss noch etwas vorbereiten und habe keine Zeit für Diskussionen über meine Zukunft," sagte Snape und Remus wusste, dass er es nicht so unfreundlich meinte, wie er es sagte.

TBC...