Ich hoffe, alle hatten ganz schöne Weihnachten.

Scientific ida möchte ich wieder herzlich Danken, dass sie so aufmerksam meine Fehler korrigiert und mich auf meine Irrtümer aufmerksam macht. Toller Job, Ida, danke vielmals!

Phoebe: Danke für dein Review und deine ermunternden Worte. Zu deiner Frage; nein, ich habe nicht vor, nach diesem Schuljahr weiter zu schreiben. Danke für das Interesse!

DarkFan: Auch dir möchte ich danken für deinen Kommentar und es freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefällt!

Viel Spass allen, beim nächsten , etwas kürzeren Kapi. Liebe Grüsse Sally

s s s s

Harry lief rot an, als er sah, dass es Remus war, der sich dem Quidditchfeld näherte. Ein breites Grinsen auf dem Mund wurden seine Stunts noch waghalsiger, bis Madam Hoch in ihre Trillerpfeife blies und zur Vorsicht warnte.

Viel zu schnell war dann die Stunde zuende und Harry lief schnell auf den Mann zu und umarmte ihn. Auch Laura ging sofort zu Remus, der auch sie in die Arme schloss. Es war immer wieder so schön, diese Kinder bei sich zu haben, dachte Remus glücklich, während sie ihm ganz viel zu erzählen hatten. Er lobte ihre Flugkünste und die Kinder waren ziemlich stolz.

Dann schickte er Laura sich umzuziehen, da er mit Harry alleine reden wollte.

Er setzte den Jungen auf eine steinerne Bank vor dem Eingang zu den Umziehräumen des Schlosses.

„Harry, ich möchte, dass du mir nun gut zu hörst," sagte Remus so ernst, dass Harry hellhörig wurde. Ein seltsames Gefühl machte sich in ihm breit, dass ihm beinahe die Luft abschnürte. Befürchtungen schossen blitzschnell durch Harrys Gedanken.

Remus setzte sich auch und sah auf Harry hinunter. „Als ich dich gefragt habe, ob ich dein Vormund, wenn auch nicht der Gesetzliche werden soll," begann Remus und Harry biss sich schmerzhaft auf die Lippen. Jetzt kommt es, dachte er besorgt und hielt die Luft an.

„Da hab ich dir gesagt, dass du auch auf mich hören musst. Und nun möchte ich, dass du auf mich hörst," redete Remus weiter, während Harry immer noch die Luft anhielt, aber schon etwas weniger besorgt war.

„Ich bin sehr beunruhigt wegen der Dinge, die hier vor sich gehen. Ich habe Angst um dich. Deshalb habe ich mit Professor Snape geredet und er wird ein Auge auf dich halten. Um dich zu beschützen."

Nun holte Harry wieder Luft und entspannte sich sichtlich. „Ich möchte, dass du dich an die Regeln hältst und es tut mir Leid, aber du musst mir in dieser gefährlichen Zeit den Tarnumhang abgeben. Du bekommst ihn so bald wie möglich zurück," sagte er ernst und endgültig. „Bist du einverstanden, dass Professor Snape auf dich schaut?" fragte er. Er fand es wichtig, dass Harry sein Einverständnis dazu gab, denn eigentlich war Snape ja nicht sein Hauslehrer.

Harry hätte Remus um den Hals fallen können, dafür, was er ihm gesagt hatte. Nicht unbedingt das mit Snape. Aber Remus sorgte sich um ihn und nichts anderes.

Aber sich den Tarnumhang wegnehmen zu lassen passte so überhaupt gar nicht in ihren Plan. Das war sogar äußerst schlecht.

Er nickte aber brav. „Ja, Remus. Ehm... ich gebe den Umhang heute Abend Professor Snape," versprach er. Bis heute Abend würde alles über die Bühne gegangen sein.

„Ich würde ihn gerne jetzt in deinem Koffer holen," sagte Remus. „Du musst mir nur das Passwort sagen."

Harry überlegte fieberhaft. Er konnte wohl schlecht sagen, dass er das Passwort vergessen hatte. „Ehm... ich habe dem Umhang Laura ausgeliehen. Sie hat ihn in den Privaträumen," schwindelte er. Remus sah ihn skeptisch an. Vor allem, weil Harry vorhin eben noch gesagt hatte, dass er ihn Snape geben würde.

„So? Was hat sie denn vor damit?" fragte er kritisch.

Harry zuckte so gleichgültig er es zu Stande brachte mit den Schultern: "Sie hat ihn schon vor ein paar Wochen ausgelehnt. Hab vergessen, ihn zurück zu nehmen," sagte er und schämte sich für seine Lüge.

Remus nickte langsam.

„Na gut. Aber vergiss es nicht, klar?" sagte er strenger als sonst. Harry nickte und umarmte Remus dann, bevor er sich umziehen ging.

S s s s

Der schon wieder! dachte Amélie etwas genervt, als ein junger Mann mit einer schönen orangeroten Rose den Laden betrat.

Ob der Herr wohl schon wieder eine neue Jacke braucht? Oder ist es vielleicht diesmal eine Hose? Oder gar einen Slip...

In den letzten paar Tagen war Mr. Ganoui beinahe täglich hier gewesen. Natürlich wusste Amélie genau, dass es nicht wegen ihrer Arbeit war. Der junge Mann sah ziemlich gut aus. Er hatte kurzes dunkelbraunes Haar. Er war nicht sehr groß, aber ziemlich muskulös.

Eigentlich keine schlechte Sache, wenn Amélies Gedanken sich nicht ausschließlich um einen ganz anderen Typ Mann gedreht hätten.

Sie fand es eher lästig, dass Ganoui es nicht aufzugeben schien. So ganz anders als Snape. Wieso war sie für den nicht so interessant?

„Bonjour, Madame," grüßte er freundlich. „Eine Blume für Sie. Natürlich ist sie nicht halb so bezaubernd wie Sie," schmeichelte er und einmal mehr wurde Amélie bewusst, wie satt sie all diese Sprüche hatte.

Sie bedankte sich und fragte freundlich, aber distanziert, was der Herr wünsche.

„Ein Rendevouz mit Ihnen?" sagte er charmant lächelnd. „Begleiten Sie mich doch in ein Restaurant. Bitte, nur heute Abend, dann lass ich Sie in Ruhe," bat er und Amélie sah ihn vielsagend an.

'Was schadete es schon', dachte Amélie schlussendlich. 'Dann komme ich auf andere Gedanken und der Kerl lässt mich in Ruhe'.

Sie atmete hörbar aus. „Aber danach ist Schluss!" sagte sie fordernd, aber lächelte leicht. Der junge Mann nickte eifrig.

Als er den Laden verlassen hatte, bereute sie schon, zugesagt zu haben. Ach. Es war einfach zum davon laufen! dachte sie verzweifelt.

Das Erste, an das sie am Morgen dachte, war Snape. Das Letzte, wenn sie ins Bett ging, war Snape. Den lieben langen Tag dachte sie an Snape. Hatte er ihr etwa einen Liebestrank verabreicht? Heimlich? Um sie verrückt zu machen. Und nun zeigte er ihr extra die kalte Schulter? War er ein Sadist?

„Du wirklich langsam verrückt!" schalt sie sich selbst. Ja, war vielleicht nicht schlecht, wenn sie heute Abend mal mit einem Mann essen ging!

Snape hatte ihr reinen Wein eingeschenkt! Nun musste sie sehen, wie sie damit klar kam!

S s s s

Die Herzen der Kinder schlugen mindestens doppelt so schnell wie normal. Hermine hatte ihnen den Plan ganz genau beschrieben. Sie hatte zwei wirklich lecker aussehende Schokoladentörtchen mit Schlaftrank gefüllt. Crabbe und Goyle würden schlafen wie die Murmeltiere! Laura hätte die Törtchen gerne selber aufgegessen, so super sahen die aus. Niemals würden die verfressenen Jungen den Törtchen widerstehen können.

Aber die Schwierigkeit war, dass genau diese beiden die Törtchen finden müssten. Sie waren ja meistens mit Draco unterwegs. Sie mussten die drei trennen. Aber wie?

Auch dafür hatte Hermine eine Lösung. Laura war der Lockvogel.

„Fred, du hilfst Harry und Ron die schwergewichtigen Jungs in die Besenkammer zu schleppen! Die können das unmöglich alleine. George hält die anderen Slytherins auf, die in diesem Moment durch den Gang gehen. Sag, dass Pevees den Boden mit Spezialleim bestrichen habe und dass sie für immer kleben bleiben würden, wenn sie da drüber gehen würden. Oder erfinde einfach irgend einen Blödsinn. Oder benutze im schlimmsten Fall eine deiner Tricks oder eine Stinkbombe oder so. Natürlich werden sie sich nicht wirklich davon beeindrucken lassen, aber lange genug, um die beiden anderen aus dem Weg zu schaffen. Es haben ja, glaube ich, nur die Zweitklässler um diese Zeit aus. Also sind das ja nicht viele. " Hermine tönte sehr überzeugt, dass alles gut gehen würde. Nur mussten sie die beiden robusten Slytherins alleine abfangen können. Wenn sie in Mitten der Mitschüler gehen würden, dürfte es schwierig werden, sie zu separieren.

Leider war sie die Einzige, die alles so optimistisch sah. Die anderen Kinder sahen sich sehr skeptisch an.

„Wenn das mal gut geht," sagte Laura zweifelnd. „Wenn nur ein Teil davon nicht aufgeht, ist alles futsch!" Zum Glück hatten die Zwillinge bei Professor Binns Unterricht zu dieser Zeit, der würde sie bestimmt beide gleichzeitig, oder kurz hinter einander aufs Klo gehen lassen. Jeder andere Lehrer würde da wohl misstrauisch werden, vor allem, wenn sie nicht wieder zurück in die Schulstunde kehren wüden. Vielleicht wurde auch der Geist-Professor misstrauisch, aber er würde die Jungs wohl kaum suchen gehen. Und ausserdem war das ja nicht ihr Problem, dachte sie. Da müssten sich dann die Zwillinge rausreden.

„Und Remus hat gesagt, dass ich heute Abend den Tarnumhang deinem Vater geben muss," sagte Harry. „Es wird also keine zweite Chance geben."

Laura sah ihn daraufhin erstaunt an und verengte die Augen kurz. „Er hat Angst, dass ich, oder dass wir etwas Dummes anstellen," erklärte Harry ihr.

„Als ob uns sowas einfallen würde," witzelte Laura ironisch und alle kircherten.

„Nun," sagte Hermine im Brustton der Überzeugung. „Es wird gut gehen! Wir müssen heraus finden, ob Malfoy der Erbe Slytherins ist und etwas mehr über die Kammer weiß. Die Erwachsenen scheinen nicht weiter zu kommen und natürlich würde Malfoy es auch den Lehrern gegenüber niemals zugeben.

Und bei dem Stein der Weisen haben wir es auch geschafft! Das war noch viel gefährlicher."

Dass sie dabei ohne Weiteres das Leben hätten verlieren können, erwähnte sie an dieser Stelle nicht. Schließlich war diese Aktion hier ja nicht lebensgefährlich - außer vielleicht für Laura, dachte sie und sah die Freundin etwas besorgt an.

Aber die würde schon nicht erwischt werden! Die hatte noch den weniger schwierigen Teil. Und außerdem hätte sie ja nicht mitkommen müssen!

„Ihr müsst noch Teile von Crabbe und Goyle besorgen," erinnerte sie Harry und Ron.

Diese rümpften die Nase. „Wäh. Das wird mir mein Körper niemals verzeihen," jammerte Ron.

„Kneift ihr?" fragte Hermine gereizt. Jungs konnten so sensibel sein, also wirklich!

„In wen willst du dich eigentlich verwandeln?" fragte Ron und sah Hermine gespannt an.

„Millicent Bulstrode," antwortete sie und zog ein kleines Gefäss hervor. „Die Haare habe ich mir schon vor ein paar Tagen besorgt."

„Wie willst du denn die aus dem Weg räumen? Die ist ja nicht so verfressen wie Crabbe und Goyle und die würde das wohl auch spannen, oder nicht?" fragte Harry und kratze sich an der Nase.

„Kotzpastillen!" sagte Hermine wichtig, als sie das Gefäss wieder in die Hosentasche stopfte und war für einmal froh über Freds und Georges Erfindungen. „Laura hat Milly überredet, ihr das ins Dessert zu schmuggeln. Millicent wird bis zum Abend übel sein davon, da sie eine doppelte Portion erhalten wird."

Die Jungs staunten und sahen Hermine anerkennend an. Dieses Mädchen war doch schon super! Fred und George hofften, dass das mit den Kotzpastillen gut gehen würde, denn sie hatten noch wenig Erfahrung mit doppelten Dosen.

Laura war ziemlich stolz, dass es ihr gelungen war, die Elfe dazu zu überreden und sie hatte ihre ganze Phantasie einsetzen müssen.

S s s s

„Malfoy!" sagte Laura provozierend, nach der letzten Schulstunde für diesen Tag. Es war Pflanzenkunde gewesen und Laura hatte Malfoy immer wieder mit irgendwas aufgezogen in der Stunde.

Schlussendlich hatte Malfoy angebissen und gedroht, ihr eine Lektion zu erteilen. Nun, da alle Schüler schwatzend ihre Sachen zusammenräumten und Malfoy mit seinen Kumpanen schon Richtung Schloss ging, in dem Harry und Ron eben verschwunden waren, war Lauras Einsatz gefragt. Sie wusste, dass sie echt rüber kommen musste, denn der ganze Plan hing davon ab.

"Mach schon!" mahnte Hermine leise.

Laura beeilte sich, ihre eigenen Bücher in ihre Tasche zu befördern und eilte den Jungen nach. Sie war ziemlich angespannt innerlich und hoffte, dass Hermines Plan auf ging.

„Wart doch mal! Ich muss dich sprechen, oder fürchtest du dich?" Sie sah ihn stolz und lässig an.

Malfoy plus Anhang war stehen geblieben.

„Du weißt, dass ich dich mit einem Finger platt machen kann, also was soll die Frage?" sagte dieser großspurig, woraufhin Crabbe und Goyle dümmlich lachten.

„Dann schick deine Gorillas weg. Oder ist es vielleicht doch Angst, die du hast und hinter großartigen Reden versteckst?" Sie sah ihn herausfordernd an und war sehr zufrieden mit sich, als er den beiden Halbriesen etwas zu murmelte und diese sich trollten. Malfoy sah sie überheblich an.

Laura fühlte sich sowas von cool. Genau wie die großen Jungs, wie zum Beispiel Richard, der Bruder ihrer ehemaligen Freundin Melanie, der sich immer so großprotzig benahm.

„Oho, mutiger, als ich gedacht habe," höhnte sie und sah zufrieden, wie sich die Leibwächter des Jungen vor ihr, entfernten. „Leider hatten wir im Duellierklub nicht die Gelegenheit, uns fair zu duellieren," begann sie selbstsicher und etwas höhnisch. „Vielleicht könnten wir das ja nachholen? Das heißt, wenn du den Mumm in den Knochen hast dafür. Du hast mir ja sowieso eine Lektion versprochen, oder hab ich mich da etwa verhört?"

Laura war wirklich stolz auf sich. So gelassen wie sie klang, da hätte sie glatt Schauspielerin werden können. Die Schüler, die nun an den Beiden vorbei gingen, gaben ihnen neugierige Blicke.

Obwohl Laura nicht wirklich etwas dagegen hätte, sich mit Malfoy zu duellieren, wusste sie, dass sie von ihrem Dad dafür ziemlichen Ärger bekommen hätte.

Sie sah Unsicherheit über Malfoys Gesicht huschen, nur einen kurzen Augenblick später war er wieder sein hochnässiges Selbst.

„Jetzt gleich?" fragte er gelangweilt.

„Leider habe ich jetzt keine Zeit, Bleichgesicht. Aber vielleicht am Wochenende? Am Samstag Nachmittag zum Beispiel?"

„Wenn du verlierst, musst du mir, Crabbe und Goyle die Füße küssen!" feixte Malfoy und fand die Vorstellung so lustig, dass er das Lachen nur mit Mühe zurück hielt, um seine Würde zu wahren.

Laura allerdings prustete los. „Du hast wohl einen an der Waffel!" sagte sie und ging erhobenen Hauptes an ihm vorbei Richtung Schloss. „Ich such mir einen würdigen Duellierpartner, mit solchen Flaschen wie dir vergeude ich mir ja nur meine kostbare Zeit." Und Zeit hatte sie nun genug geschunden, für die Beseitigung von Goyle und Crabbe, dachte sie und klopfte sich selbst in Gedanken auf die Schulter.

Malfoy war über Lauras Sinneswandel ziemlich erstaunt. Wieso wollte sie ihn jetzt so schnell abservieren? Natürlich hatte Draco nicht wirklich das Bedürfnis, sich mit ihr zu duellieren. Nicht nach Snapes Warnung. Aber dass sie sich nun einfach davon machte, irritierte ihn schon.

Er sah ihr nach und machte sich dann auch schnell ins Schloss auf. Sein Hauslehrer hatte ihnen die Anweisung gegeben, immer direkt in den Gemeinschaftsraum zu gehen nach dem Unterricht. Er wollte ihn lieber nicht reizen.

„Smethurst! Hast du Muffensausen bekommen?" fragte er, während er ihr hinterher eilte. Laura hatte in der Zwischenzeit die Eingangshalle des Schlosses erreicht und blickte sich nicht einmal nach dem Jungen um.

„He! Drückst du dich jetzt? Hast wohl Angst vor Daddy, was? Heee!" rief er entsetzt darüber, dass sie ihn nun einfach so stehen ließ, nachdem sie so auf ein Duell mit ihm erpicht gewesen war. Und nicht einmal auf seine Provokation sprang sie an.

„He, warte, Smethurst!" befahl er, doch die reagierte nicht. „Ein Angsthase, was!" versuchte er sie zu sticheln. „Hee!" rief er nochmals etwas sauer.

Sie drehte sich abrupt um. „Ich bin nicht schwerhörig! Ich ignoriere dich mit Absicht, Dumpfbacke!"

Ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, ging sie davon. Sie musste nun schnell ins Mädchenklo.

Malfoy ballte die Faust und sagte ziemlich unschöne Wörter vor sich hin.

S s s s

Als Laura in Myrtes Klo ankam, war Hermine schon da. Dankbar sah sie Laura an. „Und? Alles gut gegangen soweit, was?" fragte sie. Sie hatte gesehen, wie die Kumpane von Malfoy alleine ins Schloss gekommen waren, bevor sie in den zweiten Stock geeilt war.

Sie war nun so nervös, dass sie immer hin und her gehen musste.

Hermine hielt sich das kleine Glasgefäss vor die Augen mit ein paar dunklen Haaren drin. „Millicent Bulstrode, wäh!" sagte sie mit angeekeltem Gesichtsausdruck.

Laura rümpfte die Nase und war sehr froh, dass sie unter dem Umhang mit gehen konnte und nicht diesen furchtbaren Schlamm-Trank zu sich nehmen musste. Wahrscheinlich hätte sie das nicht runter bekommen.

„Esst ihr heute das leckere Süppchen?" keifte Myrte plötzlich von der Tür her und war sehr erfreut, dass wieder der erwünschte Effekt eintraf. Die Mädchen drehten sich erschrocken um.

„Hau ab!" sagte Laura unfreundlich. Sie konnte nun diese jammernde, tote Göre wirklich nicht gebrauchen.

„So unfreundlich?" fragte nun eine andere Stimme, die klar zu einem der Zwillinge gehörte, nur zu welchem, wusste Laura nicht, da sie noch unter dem Tarnumhang steckten.

„Und?" fragte Hermine, während die Jungen den Umhang von sich zogen.

„Siehst du Kleine," sagte Fred schelmisch lächelnd. „Wir hatten locker Platz." Natürlich war das etwas übertrieben. Sie hatten sich ziemlich klein machen müssen.

Lauras Augen verengten sich ärgerlich über den 'Kleine' Kommentar. Sie hatte schließlich nun schon Brüste! Nicht, dass sie das den Jungs jemals gesagt hätte und nicht, dass man das von bloßem Auge schon wahrnahm, aber alleine die Tatsache, dass es so war, ließ ihren Ärger aufflammen.

„Ich bin nicht klein, merk dir das ein für alle mal!" sagte sie ziemlich ernst, sodass Fred leer schluckte.

„'tschuldigung," sagte er etwas pikiert. Also wenn sie so finster blickte, erinnerte sie einen wirklich an Snape! War irgendwie seltsam, den strengen, gefürchteten Lehrer im Gesicht eines kleinen... ehm eines Mädchens wieder zu sehen. Natürlich sah Laura viel besser aus, als ihr Vater! dachte Fred.

„Zum Streiten habt ihr später Zeit!" fauchte Hermine böse. Sie war sehr nervös und hatte definitiv keine Nerven für solche Albernheiten.

„Nun, erzählt. Ist alles nach Plan verlaufen? Und habt ihr Haare oder sonst etwas von Crabbe und Goyle?"

Ron und Harry sahen sich an. "Wir haben ihnen eine Borste ausgerissen. Das war noch der erträglichste Teil von ihnen," sagte Harry. „Die waren ganz schön schwer!"

„Und die anderen Slytherins habe ich mit der Ratte abgelenkt," strahlte George stolz. „Der habe ich viel feinen Pflaumenschnaps verabreicht. Und dann hab ich ihr einen 'Tanzenden-Beine'-Zauber aufgehalst. Wie eine Primaballerina ist sie durch die Gänge getanzt und alle haben sich fast tot gelacht. Ich war schön versteckt unter dem super Umhang. So einen sollte ich wirklich auch haben!"

„Was?" rief Laura und nun funkelten ihre Augen wirklich böse. „Meine Ratte? Du hast meine Ratte lächerlich gemacht?"

Die anderen Kinder verdrehten die Augen und Harry kicherte hinter seiner Hand. „Laura, es ist nicht deine Ratte!" mahnte Hermine und Harry fügte hinzu: "Sie ist unser Versuchskanninchen. Du solltest sie sowieso frei lassen."

Laura schnaubte böse. "Wo ist sie jetzt?" fragte sie mit zornfunkelnden Augen.

George lief rot an."Weiß nicht," gestand er etwas kleinlaut. „Weggelaufen, schätze ich. Oder weggetanzt wohl eher."

Laura fühlte sich elend. Sie hatte sich wenigstens von der Ratte verabschieden wollen. Und wie waren sie überhaupt an die Ratte dran gekommen? Die konnten doch gar nicht in die Mädchenschlafsäle, oder?

„Jetzt reißt euch zusammen und spart euch das für später. In eineinhalb Stunden gibt es Abendessen, wir haben eine gute Stunde, also los jetzt! " drängte Hermine.

Sie ging in die Klokabine und stellte drei Gläser bereit. In jedes gab sie von dem Schlamm-Zaubertrank, der ziemlich eklig aussah.

„Zieht euch aus!" befahl Hermine.

„Was!" schrie Ron.

„Zieht euch aus! Na, wollt ihr aus allen Nähten platzen, wenn ihr euch verwandelt habt?" fragte sie ungeduldig.

Die Jungs zogen ihre Hosen aus und schlangen die Umhänge eng um sich.

Fred verdrehte die Augen, wegen dem dramatischen Benehmen der jüngeren Kinder. Als würde man denen etwas wegschauen können!

Der Trank wurde auf drei Becher verteilt und brodelte und schäumte, als sie die Haare hinein warfen, als würde er sich auch vor den Beigaben, die aus den Schlimmsten aller Slytherins bestanden, ekeln. Die Kinder sahen naserümpfend zu dem Gesöff hinunter und tranken dann tapfer, wofür Laura die Freunde echt bewunderte.

Die Zwillinge feixten, als sich die Kinder beinahe übergeben mussten. Mit offenen Mündern sahen sie Ron bei seiner Verwandlung zu, denn er hatte seine Kabine nicht geschlossen, aus Angst, er könnte sie womöglich nicht mehr aufkriegen, wenn er erst mal Goyle war.

Harry und Ron staunten nicht minder, als sie in den Spiegel sahen. Schnell zogen sie die größeren Umhänge, Hosen und Schuhe an, die Hermine aus einer Tasche zog. Sie hatte die Kleider bei der sauberen Wäsche geklaut. Hermine hatte auch an alles gedacht, dachten alle bewundernd.

Laura wusste nicht einmal, wo die Wäsche gewaschen wurde. Sie würde Milly demnächst fragen.

„Hermine, ist alles okay?" fragte Harry und war sehr befremdet von der tiefen Stimme, die aus seinem Hals kam.

„Hää, ich töne ja sogar wie der!" bemerkte er erstaunt.

Laura musterte die Jungen interessiert. „Die Stimmbänder sind ja auch die von Crabbe, Harry," sagte sie.

„Geht alleine!" sagte Hermine verzweifelt aus ihrer Kabine.

S s s s s

Sie fühlten sich schwer wie Elefanten, als sie die Treppe hinunter stiegen. Normalerweise sprangen sie die letzten Stufen und hüpften ausgelassen die Steintreppen hinunter. Aber so war an Hüpfen nicht zu denken mit all dem Balast. Natürlich waren Goyle und Crabbe nicht so die Typen zum hüpfen und springen. Und das wäre wohl ziemlich in den Rücken gegangen.

Nun wussten sie auch, wieso die sich immer so breitarmig und plump bewegten. Das lag einzig an ihrer Masse. Es musste schlimm sein, als Crabbe und Goyle durch die Welt zu laufen, dachte Harry, und Ron schien auch dieser Ansicht zu sein.

Fred, Laura und George schwitzen derweil ziemlich unter dem Umhang und es war sehr anstrengend in gebeugter Haltung die Treppen hinunter zu steigen. Laura hatte es zwar am Besten, weil sie aufrecht gehen konnte, aber zwischen den Jungen zu gehen, die ihr ziemlich viel Hitze gaben, war auch nicht so angenehm. Fast wünschte sie sich , Professor Binns hätte die Jungen nicht gehen lassen! Allerdings wäre dann auch die Umsetzung des Planes schwierig gewesen, musste sie sich sofort eingestehen. Aber etwas angenehmer wäre es im Moment schon unter dem Umhang.

Zum Glück liefen nicht viele Schüler herum. Nun mussten sie nur noch einem Slytherin in den Gemeinschaftsraum folgen können, denn das Passwort wussten sie nicht.

„Percy!" sagte Ron überrascht, als sein großer Bruder in den Kerkern herum lungerte.

Dieser sah die fremden Jungen erstaunt an. In dem Moment fiel Ron ein, dass er ja Goyle war und er räusperte sich schnell. „Ehm... du bist doch Weasley, oder?" fragte er und Percy sah ihn skeptisch an.

„Ja, kennen wir uns?" fragte er steif. „Ich denke ihr seid Slytherins, oder? Ihr solltet in eurem Gemeinschaftsraum sein und nicht alleine hier rum schleichen," mahnte er überheblich. In diesem Moment fiel Laura erst auf, dass sie das Passwort nicht wussten.

„Hier seid ihr ja!" hörten sie plötzlich Malfoys Stimme. Wohl das erste mal waren sie froh, den weißblonden Jungen zu sehen.

Sie eilten schnell zu ihm und folgten ihm gespannt in den Gemeinschaftsraum, der sich hinter einer feuchten Steinwand verbarg.

Die drei unsichtbaren Kinder schlüpften auch schnell hinein, wobei Laura sich an den Armen der Jungen fest hielt. Auf diese Weise war es einfacher, dass alle drei in dieselbe Richtung gingen.

Bevor sie sich genauer umsahen in dem länglichen, großen Raum, suchten sie sich ein Plätzchen ganz an der Wand, wo höchstwahrscheinlich niemand durch gehen würde und niemand in sie hinein lief.

Laura sah sich staunend um. Es war recht unheimlich hier. Grünliches Licht schien von der Decke und vor dem Feuer standen viele Sessel mit hohen Lehnen. Wie in Graf Draculas Schloss, dachte sie. Die Steinwände mit den Fackeln und die soliden, einfachen Holztische hätten auch von einem Ritterfilm stammen können. Ein paar Zweitklässler saßen an den Tischen und machten Hausaufgaben . Es war viel ruhiger und eine ganz andere Stimmung, als in dem gemütlichen, lärmigen Gryffindorturm.

Malfoy war mit Harry und Ron zu ein paar etwas abgelegeneren Sesseln stolziert und Laura und die Zwillinge konnten nur Bruchstücke von ihrem Gespräch hören.

Laura sah sich erstaunt um, als sie bemerkte, dass alle Kinder plötzlich verstummten und zum Eingang sahen.

Gross und dunkel war ihr Vater eingetreten. Er sah aus wie Graf Dracula höchstpersönlich, in dem grünlichen Licht, das ihn ganz blass erscheinen ließ und mit seinem schwarzen Umhang.

Wenn Laura vorhin gedacht hatte, es sei leise, dann war jetzt so mucksmäuschenstill, dass ihr Atem sehr laut tönte und sie versuchte ganz flach zu atmen.

Auch die Jungen neben ihr waren ganz starr geworden und sie hörte ihre Herzen klopfen.

Laura sah zu den verwandelten, nun nicht mehr so attraktiven Freunden hinüber und sah deren entsetzte Gesichter, die nicht wirklich zu Crabbe und Goyle passten.

Snape sah sich um. „Habt ihr nichts zu tun?" fragte er mit schneidender Stimme. Nicht laut, aber es hatte einen sofortigen Effekt. Die Kinder schrieben eilig an den Hausaufgaben.

Harry wusste nicht, wohin er sehen sollte und Ron ging es genau so. Sie sahen auf ihre speckigen Hände hinunter, was ihnen am Sichersten erschien. Harry hoffte sehr, dass der Professor nichts merkte. Vor allem, jetzt, wo er ein spezielles Auge auf ihn hatte. Schweiß rann seinen runden Kopf hinunter.

„Malfoy!" sagte Snape lauter und sofort eilte dieser vor seinen Hauslehrer. Laura staunte, wieviel Respekt ihm der sonst so überhebliche Junge entgegen brachte.

Snape gab ihm einen Zettel. „Geben Sie das Mr. Blaise, sobald er hier erscheint," sagte er mit seiner tiefen Stimme, welche hier drin so klar aber auch etwas furchteinflößend klang.

„Ja, Sir!" antwortete dieser sofort und Snape blickte nochmals umher mit seinen forschenden Augen. Dann verließ er so geschmeidig, wie er gekommen war, den Raum.

Laura und auch die Jungen neben ihr entspannten sich spürbar. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie sich an Georges Arm geklammert hatte. Sie ließ ihn sofort los und sah, wie Fred seinem Bruder einen besonderen Blick gab.

„Wie ich gesagt habe," fuhr Malfoy fort und ging wieder zu den Sesseln. „Habe ich seiner Göre eine Lektion erteilt," bluffte er und deutete mit dem Kopf Richtung Ausgang, wo Snape eben verschwunden war. „Sie hätte aber mehr als das verdient. Und irgendwann wird sie es auch bekommen." Er wartet vergebens auf Beifall.

Empört hörte Laura diese Lügerei. Pah! dachte sie ärgerlich. Auf diese Lektion warte ich wohl bis ich eine alte schrumplige Hexe bin!

Ron und Harry, die sich schon mehrere Beleidigungen hatten anhören müssen in den letzten Minuten über Leute, die ihnen nahe standen, mussten sich sehr zusammen reißen um Malfoy nicht, mit ihrer neu erworbenen Kraft, zu vermöbeln.

Ja, neben der ungewohnten Trägheit, waren sie sich nämlich nun auch ihrer vermehrten Masse in Form von Kraft bewusst.

Alles war anders, wenn man diese beiden Jungen war! Es fühlte sich anders an auf einem Stuhl zu sitzen mit den längeren Beinen. Und wenn man diesen ein wenig verrutschen wollte, gab es ein unangenehm kratzendes Geräusch am Boden und die Rückenlehne knarrte, obwohl es recht massive Stühle waren.

Sie hätten es sich niemals so seltsam vorgestellt. Und auch, wie vertraut Malfoy mit ihnen sprach, war sehr ungewohnt für sie.

Aber wer wirklich der Erbe Slytherins war, schien auch er nicht zu wissen.

TBC...