Danke , liebe Ida fürs Betalesen!

Phoebe: Danke vielmals für dein Review! So, du magst es, wenn Laura was Verbotenes tut, hm? Ob da Snape derselben Meinung ist ;-P

Tweetylein: Super, dass dir die Geschichte gefällt, freut mich sehr! Ehmm..ich glaube Laura gehen die Ansichten ihres Vaters hin und wieder auch auf den Keks;-D. Wenn du mit Amélie nicht so viel anfangen kannst, macht das nichts, Hauptsache ist ja, dass Snape etwas anfangen kann mit ihr, hihihi!Hmmmmmm es ehrt mich unglaublich, dass du dir so sehr eine Fortsetzung der Geschichte wünschst. Und ich fühle mich seeeehr gemein, aber ich glaube, da muss ich dich enttäuschen...sorry...trotz feinen Keksen...hoffe, das nächste Kapi gefällt dir trotzdem und ich danke dir ganz herzlich für dein tolles Review!(ja, das 100ste,wow!)

Allen viel Spass beim nächsten Kapi, liebe Grüsse, Sally

s s s s s s

Laura und Harry saßen mit ziemlich roten Wangen im Wohnzimmer auf dem Boden vor den kleinen Tischchen und Laura mischte die Spielkarten. Sie hatten den ganzen Tag draußen verbracht und waren herumgerannt, geklettert und geflogen.

Severus und Remus machten sich fertig um zu ihrem Ordentreffen zu gehen. Laura erinnerte sich gut daran, wie sie letztes Jahr mit Milly alleine gewesen war, als die beiden Männer zu diesem Treffen gegangen waren. Es war damals kurz vor Weihnachten gewesen und sie hatte mit Milly heimlich Kekse gebacken. Sie lächelte bei diesem Gedanken und Harry sah sie fragend an.

Sie bemerkte es aber nicht und begann die Karten auszuteilen, als ihr Dad und Remus ins Wohnzimmer traten, schon in ihren Reiseumhängen.

„Ihr benehmt euch!" mahnte Snape streng, woraufhin die Kinder schnell nickten, obwohl Laura lieber die Augen verdreht hätte.

Sie stand auf um ihren Dad zu verabschieden und dieser sah sie vielsagend an. „Es gibt Möbel in diesem Haus," bemerkte er und Laura zuckte die Schultern.

„Es spielt sich eben besser auf dem Boden," erklärte sie. Snape zog die Stirn kurz in Falten und Laura versuchte ihr Grinsen hinter einem unschuldigen Lächeln zu verbergen. Noch einen Moment länger sah er sich seine Tochter an und fragte sich, ob es wohl eine gute Idee war, die beiden Kinder mit Milly alleine zu lassen.

Dann beugte er sich zu Laura hinunter, die ihm einen dicken Kuss gab.

Es war wirklich nicht das erste Mal, dass Harry sah, wie Laura ihren Vater küsste und umgekehrt, aber dass Snape überhaupt küssen konnte, war schon ziemlich erstaunlich. Dieser etwas einschüchternde, hin und wieder sogar angsteinflößende Professor.

Natürlich war der Professor nicht mehr so bissig zu ihm, wie am Anfang des ersten Schuljahres, aber er war doch eher unheimlich, selbst hier in seinem Zuhause. Ob er sich überhaupt einmal so an den Mann gewöhnen würde, dass er ganz locker sein konnte in der Gegenwart des Vaters seiner Freundin, wusste er nicht. Vielleicht musste man dazu selbst erwachsen sein, oder sein Kind.

„Gute Nacht, Dad," sagte Laura und umarmte dann auch Remus.

Snape legte rasch seine kühle Hand auf Harrys Hinterkopf und wünschte auch ihm gute Nacht. Harry freute sich über die für Snape doch sehr freundliche und untypische Geste.

Als die beiden die Tür hinter sich geschlossen hatten, knieten sich die Kinder wieder hin. Laura hatte immer noch die Spielkarten in der Hand.

„Will der das?" fragte Harry plötzlich und Laura, die die Frage nicht verstand, sah ihn fragend an.

„Was?"

Harry kräuselte die Nase ein wenig. „Dass du ihn küsst? Dein Dad, meine ich," fügte er hinzu.

Laura überlegte nur kurz, dann zuckte sie die Schultern. „Keine Ahnung," antwortete sie. „Ich habe ihn gar noch nie gefragt. Er wird einfach geküsst. Er ist ja mein Dad und Dads tun das doch. Ich meine, alle küssen doch ihre Eltern, oder!" Ja, sogar die Weasley-Zwillinge küssten ihre Eltern, wie sie in den letzten Sommerferien rausgefunden hatte. Natürlich taten sie das aber nicht vor Zeugen!

Laura versuchte, die Karten so lässig zu mischen, wie sie es einmal im Fernseher gesehen hatte. Leider sah das aber viel einfacher aus, als es war, denn die Karten glitten ihr zum Teil aus den Händen und sie sammelte sie wieder ein.

Sie konnte sich gut erinnern, wie zurückhaltend Snape am Anfang ihr gegenüber gewesen war. Wenn sie seine Nähe gesucht hatte, hatte er sie zwar nie weg geschickt, aber sie hatte genau gemerkt, dass er es nicht gewohnt gewesen war, umarmt oder gar geküsst zu werden. Nun küsste er sie sogar freiwillig und sie spürte, dass er ihre Nähe sehr genoss.

Harry nickte nachdenklich. Snape hatte nicht küssunwillig ausgesehen. „Ich habe noch nie jemanden geküsst," sagte er leise und mehr zu sich selbst. Seine Wangen hatten einen rosigen Teint angenommen, wie Laura auffiel.

Sie sah ihn erstaunt an. „Noch nie?"

„Nicht dass ich wüsste. Hast du denn schon viele geküsst?" wollte der Junge wissen. Natürlich hatte er nie das Verlangen gehabt, Tante Petunia oder Onkel Vernon zu küssen. Und wen hätte er sonst küssen sollen? Bestimmt nicht Ms Figg oder ihre Katzen.

Laura biss sich auf die Lippen und überlegte. „Also meine Mum und... meinen Onkel und meine Tante und meine Cousine und..."

„Was? Ein Mädchen?" fragte Harry lächelnd.

„Klar, die ist ja meine Cousine. Und Remus habe ich auch schon viele Male geküsst, aber nicht auf den Mund, glaube ich." Laura war sich nicht mehr so sicher und es spielte ja auch keine Rolle.

Aber dass Harry noch nie jemanden geküsst hatte, konnte sie kaum glauben. Vielleicht hatte er ja seine Eltern geküsst, aber daran konnte er sich ja nicht mehr erinnern. Und konnten so kleine Kinder, wie Harry es damals gewesen war, überhaupt schon küssen?

„Remus hast du schon geküsst, oder?" fragte sie. Er zuckte eine Schulter leicht. Zwölfjährige Jungs küssten doch keine Männer, oder? Dudley hatte jedenfalls nie seinen Vater geküsst und seine Mutter auch nur sehr widerwillig und wenn für ihn etwas dabei heraus sprang...

„Er hat mir schon viele Male einen Kuss auf die Stirn gegeben, oder so," erklärte er etwas beschämt.

Harry hatte sich daran gewöhnen müssen, dass ihn jemand umarmte und ihm übers Haar fuhr und all die kleinen Gesten, die Remus ihm gegenüber machte. Natürlich war es ein gutes Gefühl, wenn man wie andere Kinder auch mal in den Arm genommen wurde. Remus war da sehr offen und es war nun schon ganz natürlich für Harry.

„Willst du mit mir küssen?" fragte Laura, stapelte die restlichen Karten in der Mitte des Tischchens und sah ihn dann fragend an.

Harrys Augen wurden erst sehr groß, dann etwas ungläubig. Meinte sie das ernst oder war das ein Spaß?

„Ich meine, nur, damit du auch schon mal geküsst hast," erklärte sie und Harry sah, das ihr dieses Thema nicht sonderlich peinlich schien. Sollte einer die Mädchen verstehen!

Laura sah ihren Freund an und klopfte mit den Karten leicht auf den Tisch. Harry sah etwas überrascht aus. „Weiß nicht," sagte er nach einem Moment und hob die Schultern kurz.

Er überlegte einen Augenblick und fuhr mit dem Finger die Tischkante nach. „Wir sind ja gar nicht verliebt," gab er zu bedenken.

„Um so besser," meinte Laura und stützte sich mit den Unterarmen auf dem Tischchen auf. Auf den Knien wurde es doch langsam etwas unbequem. „Ich will ja auch keinen so ekligen Kuss, wie die Jugendlichen sie immer machen. Die essen sich ja beinahe gegenseitig auf und kauen sich auf den Zungen rum."

Laura hatte in einem angeekelten Ton gesprochen und Harry lachte.

„Und, willst du?" fragte Laura nach und setzte sich wieder zurück auf ihre Fersen. „Sonst können wir ja mit dem Spiel beginnen," fügte sie etwas ungeduldig hinzu und hielt die Karten hoch.

Harry sah sie sich prüfend an. „Okay, aber wir sagen es niemandem," schlug er vor und Lauras Mimik verriet ihm, dass ihr das recht war. Das wäre oberpeinlich, wenn das jemand erfahren würde! Eigentlich war es Harry auch so etwas peinlich.

Sie sahen sich einen Moment lang an und brachten es nicht fertig, ihre Lippen zu spitzen. Sie mussten lachen, als sie sich so ernst in die Gesichter und vor allem auf den Mund starrten.

„Komm, wir machen es nicht spannend," drängte Laura, immer noch lachend.

Wieder wollten sie einen Anlauf nehmen, aber prusteten sofort wieder los, als ihre Gesichter sich näherten.

„Wir müssen einfach die Augen schließen," schlug Harry vor. In den Filmen schlossen sie immer die Augen, wenn geküsst wurde.

Laura, die sich vom Lachen erholt hatte, antwortete: „Dann wissen wir ja nicht, in welche Richtung wir küssen müssen." Laura kam sich ziemlich albern und kindisch vor bei dieser Aktion.

Es gab Kinder, die mit zwölf ja schon richtig verliebt waren und Händchen hielten und so. Das konnte sich Laura nun wirklich nicht vorstellen.

„Also, auf drei," sagte sie dann bestimmt und versuchte ernst zu bleiben, was nicht so einfach war. Sie zählte und musste wieder lachen. Diesmal war sie aber entschlossen es durch zu ziehen, oder sie würden den ganzen Abend damit verbringen, sich nicht zu küssen.

Zielstrebig lehnte sich Laura vor und nun schaffte es auch Harry, nicht wieder zu lachen und mit einem kleinen 'Schmatz' war es vollbracht.

„Ha!" rief Laura zufrieden. „War doch gar nicht so schwierig!"

„Wie süß," hörten sie plötzlich eine Stimme und drehten sich schnell um. Milly stand gerührt im Türrahmen und sah mit Tränen in den Augen zu den Kindern, denen das nun ziemlich peinlich war.

Mit roten Gesichtern wechselten die beiden schnell einen Blick und dann das Thema und hofften, dass Milly das nicht Snape und Remus erzählen würde.

Laura erklärte ihm kurz das Spiel und legte dann auch schon die erste Karte. Drei Runden spielten sie und als Harry die Karten erneut austeilte, sah Laura ihn nachdenklich an.

„Ich hätte meinen Hintern darauf verwetten können, dass Malfoy dieser Erbe ist. Das ist alles irgendwie gruselig. Auch das mit dem Versteinern," meinte sie und Harry sah von den Karten auf.

„Ja, ich hoffe, dass die Alraunen bald reif sind," sagte er nachdenklich. „Dann kann Justin auch endlich erzählen, wer das gewesen war. Ich hätte auch gedacht, dass Malfoy was damit zu tun hat." Laura nickte. „Wir hatten ziemlich Glück, dass wir nicht aufgeflogen sind, bei der Vielsafttrank-Sache," meinte sie und gab ihm einen vielsagenden Blick.

Harry lächelte, wurde dann aber sofort wieder ernst. „Und auch die Stimme, die ich höre... sie ist so böse! Was ist das bloß?"

S s s s s

Schneller als erwartet waren dann die Ferien vorbei. Erstaunlich gut hatten sich Laura und Harry benommen, dachte Severus zufrieden. Nur einmal hatte er ziemlich schimpfen müssen, weil die Kinder sich im Haus hinterher gerannt waren und sich ziemlich geräuschvoll gejagt hatten. Er hatte keine Lust, ihnen immer wieder dasselbe zu erzählen und so hatten sie an diesem Tag keinen Nachtisch bekommen.

Er war wieder bei seiner Zaubertränkekonferenz gewesen, ohne dass er den Trank hatte vorstellen können, den er eigentlich schon letztes Jahr hatte vorstellen wollen. Zu viel Ablenkung hatte er gehabt im letzten Jahr und er hatte keine Zeit gehabt, sich auf die Fertigstellung des Trankes zu konzentrieren.

Laura und Amélie waren ihm auch wichtiger gewesen, aber er wollte sich doch bald wieder dem Trank widmen. Er wollte ihn endlich fertig entwickeln, denn er hatte viel Arbeit hinein gesteckt. Es gab noch so zwei drei Dinge, die noch nicht korrekt waren und er würde noch forschen müssen. Die Dichte des Trankes musste er noch optimieren und die Nebenwirkungen minimieren.

Und die Ferien waren nun schon wieder vorbei, ohne dass Snape mit seiner Tochter über Amélie geredet hatte. Und als sie wieder in der Schule waren, war er der Meinung, dass sie sich auf den Schulstoff konzentrieren sollte und mit nichts anderem belastet und dadurch abgelenkt werden sollte.

Außerdem hatte er begonnen, Harry und Laura zweimal die Woche Extraunterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste zu geben.

Die Kinder genossen das und strengten sich sehr an. Laura hatte ihn gefragt, wieso er denn das nicht allen Schülern gab. Bei Lockhart lerne man sowieso nichts.

Snape hatte ihr geantwortet, dass das nicht vorgesehen sei, vom Schulleiter und dass das etwas Privates war. Alle Eltern konnten ja ihren Sprösslingen Extrastunden geben lassen, das war ja nicht verboten, solange sie von Lehrpersonal überwacht wurden.

Die zusätzlichen Hausaufgaben machten den Kindern nichts aus, zumal sie sich auf ein paar Übungen beschränkten, die sie im Bett machen mussten.

Severus hielt es für sehr sinnvoll nebst Verteidigungszaubern, mit Vorbereitungsübungen für Okklumentik zu beginnen. Das war ähnlich wie Meditation. Das war Laura auch wichtig, denn sie konnte sich lebhaft an ihr schlimmes Erlebnis mit der Legilimentik erinnern. Monsieur Prune oder besser Smeltens war vor ein paar Monaten grob in ihren Geist eingedrungen und sie hatte sich so scheußlich gefühlt, danach. Sie hatte sie damals geschworen, dass das niemals wieder jemandem gelingen sollte. Das hatte sie ihrem Vater damals gesagt und hatte sogleich mit dem Training beginnen wollen.

Auf die einfachen Blockzauber würde Severus auch ein Augenmerk setzten, da sie seiner Meinung nach sehr wichtig waren. Der Schutzzauber würde dann folgen, sobald der Abblockzauber gut saß.

Nach so einer Extralektion lag Laura in ihrem Bett und versuchte, ihren Geist frei zu bekommen von all den Ereignissen des Tages, was gar nicht so einfach war.

Sie stellte sich ein schwarzes Tuch vor. Regelmäßig ein- und ausatmen, mahnte sie sich immer wieder.

Sie stand im Steinkreis. Wie war sie nun dort hin gekommen? fragte sich Laura. Schlief sie? Sie war doch erst noch wach gewesen und überhaupt nicht müde.

Seltsamerweise regnete es nicht. Und all die vielen Leute samt Kapuzenmann waren verschwunden.

Sie sah sich um. Die Frau, Rachel und auch Rosario waren noch da. Rosario sah aber irgendwie verändert aus, fand Laura. So... verwirrt. Hatte er tatsächlich auch von dem Trank getrunken? Das konnte doch wohl nicht sein, oder?

Der wollte doch sicher nicht sein eigenes Kind vergessen! Er hatte ja gewusst, dass es nicht Wein war, sondern Vergessenszaubertrank. Sie hatte ja gehört, wie sie das diskutiert hatten. Aber wie sie aus dem früheren Gespräch mit Rachel entnommen hatte, hatte er genau das gemacht, da er mit der Schuld ja nicht leben konnte.

Rachel beschwor einen Zauber auf. Sie schien den Trank nicht genommen zu haben, denn sie war vollkommen klar.

Ihr Singsang klang seltsam, in der Stille. Es war Nacht und der Boden war matschig unter ihren Füßen.

Ein rötlicher Schimmer ging nun von den Steinen aus, der sich immer weiter Richtung Himmel zog. In etwa zehn Metern Höhe, hielt er plötzlich an. Mit einem 'Zip' schoss der Schimmer in die Mitte, sodass es beinahe aussah wie ein Zirkuszelt. Dann verblasste er und war verschwunden.

Sie wusste, dass sie sich auch verwirrter geben musste, als sie war, sonst würde Rachel merken, dass sie nicht so viel von dem Trank abbekommen hatte, wie sie sollte.

Erschrocken sah sie sich um, als Rosario beinahe in sie hinein gestolpert wäre. Sein Blick war ziellos und er sah einfach durch sie hindurch.

Mit einem Ruck saß Laura im Bett auf. Sie sah sich um. Sah vor ihrem inneren Auge noch Rosarios leeren Blick. Doch sie war hier, in Hogwarts, nicht im Steinkreis!

Alles war ruhig im Schlafsaal. Nur das gleichmäßige Atmen der Freundinnen war zu hören. Von Hermines Bett aus sah sie ein kleines Lichtchen.

Sie stand auf und war froh, dass es hier nicht so kalt war wie in den Kerkern. Sie ging zu Hermine und fragte leise, was sie mache. Ob sie wieder einen Lockhart-Fragebogen ausfülle?

Hermines Gesicht tauchte zwischen dem Vorhang hindurch auf und sie zog ihn zurück.

„Ich lese," erklärte sie. „Geschichte von Hogwarts. Ist endlich eines frei geworden." Die Bücher waren ständig ausgeliehen gewesen seit der Schrift an der Wand.

Harry hatte wieder diese Stimme gehört. In den Ferien hatte er sie nie gehört, deshalb vermutete er, dass es etwas hier in Hogwarts war. Irgendwie war er froh darüber, hatte Laura den Eindruck gehabt. Das schien ihm ein Beweis zu sein, dass es sich nicht in seinem Kopf abspielte.

„Gerade hatte ich wieder diesen Traum," sagte Laura. Sie setzte sich neben Hermine aufs Bett und zog ihre kalten Füße an. Sie erzählte, was sie diesmal erlebt hatte.

Hermine war sehr beeindruckt gewesen, als Laura ihr erzählt hatte, was sie in Spanien heraus gefunden hatten. Nun fragte sie Laura ständig, ob sie wieder geträumt habe.

„Seltsam. Vielleicht konnte er es nicht ertragen, dass er quasi Schuld war, am Tod seines Kindes und hatte sich entschlossen, sie lieber völlig zu vergessen," vermutete sie.

„Jaaa... ja im letzten Traum haben die sowas geredet. Aber sein eigenes Kind vergessen? Komplett?" sagte Laura ungläubig.

Hermine zuckte die Schultern. „Vielleicht lebt es sich besser, ohne diese Last, und ohne die Trauer," meinte sie.

„Schau, es schneit!" Hermine zeigte zum Fenster. Es hatte noch kaum geschneit, diesen Winter.

Laura freute sich, stand auf und trat ans Fenster. Es war ziemlich hell draußen, dafür, dass es schon spät war. „Der arme Remus," sagte sie, denn sie wusste, dass in der nächsten Nacht Vollmond war. „Mein Dad hat übermorgen Geburtstag," fügte sie hinzu.

„Schenkst du ihm etwas?" fragte Hermine.

„Ich backe ihm mit Milly einen Kuchen und mache ihm eine schöne Karte."

Ja, dachte sie. Diesmal würde sie seinen Geburtstag nicht vergessen.

S s s

Zur selben Zeit ein paar Stockwerke weiter unten, saßen Severus und Amélie zusammen auf dem Sofa. Snape hatte seinen Arm um sie geschlungen und ihr Kopf ruhte an seiner Schulter. Sie hatten sich erzählt, was sie die letzten Tage so erlebt hatten.

Er sah zu Amélie hinunter und küsste sie auf die Stirn. Amélie lächelte ihn an. Sie fühlte sich jedesmal, wenn sie in seinen Armen war, so speziell. So geborgen und wohl.

Immer wartete sie darauf, dass es sich gewöhnlich anfühlen würde, aber es war einfach immer wieder so aufwühlend.

Vielleicht lag es daran, dass sie sich nicht sehr häufig sahen. Vielleicht auch daran, dass Severus einfach ein ganz spezieller Mensch war. Er strömte eine solche Selbstsicherheit, Macht und Ruhe aus. Und er behandelte sie, als sei sie so wertvoll und einzigartig.

Und die Liebe zu Severus fühlte sich zudem auch so vollkommen anders an, als die, welche sie zu früheren Partnern empfunden hatte. Bei Severus lebte sie nicht ihr Helfersyndrom aus, wie ihre Großmutter das immer ausgedrückt hatte bei ihren früheren Liebhabern.

Severus war selbstständig und sie konnte einfach nur sie selbst sein.

Sie sah ihn an und er schien ihren Blick zu spüren, denn er drehte den Kopf zu ihr und lächelte schwach.

Das Thema Laura hatte sie nicht mehr angesprochen, da sie ihm die Gelegenheit geben wollte, den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch mit seiner Tochter zu finden. Aber es gefiel ihr nicht, dass sie das alles quasi hinter Lauras Rücken machen mussten.

Amélie zog ihn zu sich hinunter und gab ihm einen sanften, zarten Kuss.

Severus genoss diese Abende mit Amélie. Gespräche, die er mit ihr, als seiner Vertrauten, führen konnte, die er mit niemand anderem jemals geführt hatte, zogen sich oft in die Länge. Und dass er jemandem körperlich so nahe sein konnte, jemanden berühren konnte und von jemandem berührt wurde, war auch etwas, das so neu war für ihn.

Es war wie ein Wunder für ihn, wenn er seine Finger über die samtige Haut der jungen Frau streifen ließ. Diese Frau, die so kostbar war für ihn und die so schön und so weich war.

Er wusste, dass er nicht ein erfahrener Mann war, was solche Dinge anging. Doch er hatte mit Amélie nie das Gefühl, dass sie das störte oder dass er etwas falsch machte.

Mit anderen Frauen waren die Episoden im Bett lieblos und flott von statten gegangen. Das war mit dieser Frau an seiner Seite nun ganz anders und überhaupt nicht vergleichbar. Aber diese Frau liebte er und er bekam immer wieder zu spüren, dass sie die Liebe erwiderte.

Und sein dunkles Mal, das er selbst so hasste, beachtete sie gar nicht. Als wäre es nicht da.

Die Gefühlte, die Amélie in ihm auslösen konnte, waren einzigartig, da war er sich ganz sicher.

Beinahe wie ein Traum kam es ihm vor. Es erfüllte ihn, und alles andere im Alltag schien nicht mehr so viel Gewicht zu haben.

Er war froh, dass Laura bei dem letzten Treffen mit Amélie nicht mehr so heftig reagiert hatte. Sie hatte immer ein Auge auf die Erwachsenen gehabt, aber immerhin war es nicht mehr ausgeartet.

Wie sie aber reagieren würde, wenn sie sehen würde, wie sie sich küssten, war schwer einzuschätzen. Wahrscheinlich nicht sehr erfreut.

Er musste ihr vorher reinen Wein einschenken.

Ansonsten benahm sie sich im Moment nicht schlecht. Er merkte, dass sie anhänglich war und immer wieder Bestätigung suchte bei ihm. Sie sagte ihm immer wieder, wie lieb sie ihn hatte und wollte es auch von ihrem Vater hören. Ständig umarmte sie ihn und noch häufiger als sonst wurde er mit Küssen überschüttet.

Er hätte eigentlich eher erwartet, dass das nun langsam nachlassen würde, wenn Laura älter wurde. Dass sie diese Küsse vielleicht bald anderen verabreichen würde, beunruhigte ihn aber etwas. Und noch mehr beunruhigte ihn, dass sie an die falschen Typen geraten könnte.

Aber er würde schon dafür sorgen, dass sich kein Nichtsnutz an seine Tochter ran machte!

Bei den Hausaufgaben gab sie sich nun etwas mehr Mühe und war nicht mehr so minimalistisch. Und auch sonst lief es ziemlich harmonisch, wenn sie hier unten war. Laura versuchte natürlich immer mal wieder, sich gegen seine Anordnungen durchzusetzen, aber meistens genügte ein strenger Blick und sie tat was von ihr erwartet wurde. Längeres Betteln und diskutieren über seine Entscheidungen gab es eigentlich sehr selten. Wie lange das andauern würde, war allerdings fraglich, es fühlte sich irgendwie an, wie die Ruhe vor dem Sturm. Alle prophezeiten immer, dass es dann ganz anstrengend würde, sobald die Kinder so richtig in die Pubertät kamen. Doch er wollte es genießen, solange es anhielt.

Es lief sehr glatt, außer eben das Thema Amélie als seine Geliebte.

Natürlich lief im Schloss nicht alles glatt. Sie waren fieberhaft am Forschen, wer oder was diese Angriffe ausgeübt hatte. Sie mussten im Schloss patrouillieren und die Kinder unter Kontrolle halten, was sehr zeitaufwändig war.

Aber all das musste jetzt warten. Er wollte die Zeit mit Amélie genießen und nicht Probleme wälzen. Er zog sie näher und gab ihr einen 'Schlabberkuss', wie Laura das nennen würde und die sie so eklig fand.

Amélie fand das nicht eklig, zum Glück.

Während Snape und Amélie ihre Zweisamkeit genossen, versuchte Laura krampfhaft, wieder einzuschlafen.

Sie wollte zu ihrem Dad runter gehen. Dort konnte sie immer gut schlafen. Wenn sie Harrys Tarnumhang gehabt hätte...

Nein, natürlich durfte sie nicht einfach so auftauchen, bei ihrem Dad. Der wäre alles andere als erfreut, wenn sie alleine durchs Schloss gelaufen wäre. Und dann würde sie wahrscheinlich mit einem schmerzenden Hintern schlafen müssen und ob das besser war, bezweifelte sie stark.

Aber sie könnte einen Vertrauensschüler wecken. Die würden wahrscheinlich auch nicht sehr erfreut sein.

Laura konnte nicht ahnen, dass es für ihren Vater ein eher ungünstiger Moment gewesen wäre, um gestört zu werden.

S s s s

„Zuerst die Aromentawurzel, Neville!" raunte Hermine dem Jungen neben sich zu. Schon waren die Augen des Lehrers auf den beiden Gryffindors. Hermine widmete sich etwas verlegen sofort wieder ihrem Trank. Wieso musste Snape auch so gute Ohren haben und jedes noch so leise Flüstern hören?

Laura war, wie in den meisten Zaubertrankstunden, nebst dem Brauen mit einen stillen Streit mit Malfoy beschäftigt. Immer wieder mussten sich die Kinder mit irgendwelchen Gemeinheiten ärgern.

Allerdings gefiel das ihnen beiden ziemlich gut und es war wie eine Art Ritual geworden, das aber nicht mehr ausartete. Zu viel Ärger hatten sie sich mit ihren Streitereien schon eingehandelt und Laura wusste genau, dass sie sich in dieser Hinsicht nichts mehr leisten konnte. Gar nichts!

Nun beschränkten sie ihren Krieg auf kleine Sticheleien. Mal stellte einer dem anderen da ein Bein, mal fiel dies oder das in den Trank des anderen. Snape war bewusst, dass Lauras Zaubertränke nur deswegen hin und wieder für die Katze waren. Denn, zu seinem Stolz, waren Lauras Tränke nie mittelmäßig. Entweder sehr gut, oder eben total versaut, was aber nicht an Lauras Können lag, wie ihm klar war. Doch Laura hatte den verfeindeten Jungen nie verraten, wahrscheinlich um sich selbst den Ärger zu ersparen, denn sie war ja nicht unschuldig. Und er hatte sie bis jetzt nie auf frischer Tat ertappt.

Harry hatte auch große Fortschritte gemacht in diesem Schulfach. Snape hatte es schon lange unterlassen, ihn zu demütigen oder übermäßig zu kritisieren. Sogar Neville war nicht mehr das ängstliche Nervenbündel, wie zu Beginn des letzten Schuljahres. Und nun war er auch gar nicht mehr so furchtbar schlecht im Brauen.

„Wer kann mir sagen, weshalb die Aromentawurzel zuerst in den Trank muss?" fragte der Professor und lies seine onyxfarbenen Augen fragend über die Gesichter der Kinder schweifen, die nun teilweise etwas nervös wurden unter seinem strengen, forschenden Blick. Nur Hermines Finger war nach oben geschnellt, gefolgt von Lauras und Malfoys.

„Miss Brown?" fragte er leise und Lavender lief knallrot an, da sie den Grund nicht sicher wusste und sie nichts Falsches sagen wollte.

„Ich weiss es Dad! Ehm, Sir!" rief Laura, der das Mädchen Leid tat. Hermines Hand wanderte noch etwas höher, ohne dass Snape das beachtete.

Die Augen von Lauras Vaters glitten zu seiner Tochter hinüber und er sah sie tadelnd an. „Sie habe ich aber nicht gefragt, Miss Smethurst," sagte er und betonte Lauras Nachname. Er konnte es nicht ausstehen, wenn jemand einfach dazwischen rief. Es war ja schon schlimm genug, dass Hermines Hand immer beinahe an der Decke klebte und sie sich kaum zurückhalten konnte, sich mitzuteilen.

Beinahe hätte Laura etwas Freches erwidert, biss sich aber nur auf die Unterlippe. Keinesfalls wollte sie Malfoy die Genugtuung gönnen, dass sie bestraft würde.

Schon oft genug hatte sie dann die glückseligen und schadenfrohen Blicke ertragen müssen und die blöden Sprüche dieses Blödmanns mitanhören müssen.

Lavender piepte: "Ich weiß es nicht, Sir."

Snapes Blick war nicht gerade erfreut. „Im Aufbautrank haben wir dieselbe Wurzel verwendet, Miss Brown. Wenn Sie dann besser aufgepasst hätten, wüssten Sie nun die Antwort."

Lavender nickte etwas beschämt.

Snapes Augen ruhten noch einen elend langen Moment länger auf dem Mädchen, dann blickte er zu seinen Slytherins.

„Hat jemand anderes die Antwort?"

Hermines Hand war immer noch oben. Ganz oben. Zögernd hob nun auch Harry die Hand. Ron sah ihn erstaunt an.

„Professor!" meldete sich Laura und hob die Hand noch höher, als Hermine. Es nervte Snape, dass sich seine Tochter so vorlaut gab. Und sie benahm sich, als habe sie Ameisen in der Hose. Sie rutschte richtig auf dem Sitz hin und her.

Er gab ihr einen scharfen Blick. „Reden Sie noch einmal, ohne gefragt zu werden und ich gebe Ihnen eine Strafarbeit," sagte er scharf.

„Aber Dad...!" versuchte Laura nochmals, worauf ihr Vater wirklich ärgerlich wurde.

„Miss Smethurst. Sie schreiben die Seite 164 sauber in ihr Heft ab. Bis morgen!" Er hatte einen Schritt auf sie zu gemacht und Laura war sicherheitshalber etwas zurück gewichen. Sein funkelnder Blick brachte sie endgültig zu schweigen.

Sogar auf einen allzu bösen Blick verzichtete sie, da sie wusste, dass es im jetzigen Augenblick unratsam wäre, ihn weiter zu reizen.

Trotzig dachte sie 'na dann eben nicht!' und sah zu, wie sich die grünschimmernden, ziemlich großen Käfer, die in einem Glaskasten hinter ihrem Dad eingesperrt gewesen waren, davon machten. In alle Richtungen verteilten sie sich, da jemand den Deckel nicht richtig geschlossen hatte.

Einige kletterten sogar schon in den Schrank und ein paar verschwanden zwischen den Gläsern mit Zaubertrankzutaten.

Nun musste sie ihr Grinsen verkneifen und die Schadenfreude wuchs mit jedem Krabbeltierchen, das sich in die Freiheit begab. Ha! Wer nicht hören wollte! Sie hatte ihn ja nur darauf aufmerksam machen wollen. Aber wenn er sie nicht zu Wort kommen lassen wollte, sollte er doch die Viecher wieder einsammeln!

Nur mit halbem Ohr hörte sie zu, wie ihr Vater Harry die Wirkung der Aromentawurzel erklären lies und dann noch selber einen kleinen Vortrag über diese Wurzel hielt.

s s s s s

Severus genoss einen ruhigen Geburtstag, alleine mit seiner Tochter. Sie hatte dann auch bei ihm übernachtet und saß nun noch im Pjyama am Tisch.

Laura hatte sich entschieden, die Sache selber in die Hand zu nehmen und ihren Vater wegen Amélie zu fragen. Sie hatte zwar wieder Appetit, aber diese Unsicherheit war sehr unangenehm.

Als ein Brief durch den Kamin geflogen kam, sprang Laura vom Stuhl auf und hob ihn schnell auf.

Sie erkannte Amélies Handschrift sofort. Sie starrte auf den Brief. „Laura, gib mir bitte den Brief," sagte Snape ruhig und streckte vom Tisch her seine Hand entgegen. Da sie gerade beim Frühstücken waren, hatte Laura etwas klebrige Finger vom Honigbrot.

Laura zögerte, aber gab ihrem Vater dann den Brief, als er sie streng ansah. Sie war schon sehr neugierig, was darin stand. Es würde wahrscheinlich so einiges erklären und vielleicht würde es ihr die Frage an ihren Vater ersparen.

Snape legte den Brief, ohne ihn zu öffnen, neben sich auf den Tisch.

Der Kamin flackerte schon wieder und Remus' Kopf erschien. Laura rannte schnell zum Kamin und kniete sich hin. „Remus!" rief sie erfreut.

„Komm durch, Remus," sagte Snape.

Laura stand auf und sah den Freund fragend an, der nun aus der Kamin trat. Er hatte einen Schnitt über der Wange. Auch sonst sah er etwas mitgenommen aus.

„Was ist passiert?" fragte Snape der nun auch aufgestanden war.

Etwas beschämt lächelte Remus und erklärte: "Ich hab wohl den Trank etwas zu spät genommen, letzte Nacht. Ich habe etwas länger Arbeiten müssen und... naja, ist nicht weiter schlimm. Ich wollte dir noch zum Geburtstag gratulieren." Remus lächelte und reichte Snape die Hand.

Dieser sah aber nicht sehr erfreut aus, denn der Schnitt, den Remus sich wahrscheinlich selbst zugefügt hatte, war ziemlich tief.

„Komm mit, ich werde mich darum kümmern," sagte Severus ernst und Remus zuckte leicht die Schultern, als er Laura anlächelte und Snape in sein Büro folgte.

Das war Lauras Gelegenheit. Wahrscheinlich die einzige. Aber konnte sie es wirklich wagen? Nein, das würde Ärger geben. Aber sie musste es wissen!

Ohne weiter zu zögern, griff sie nach dem Brief und öffnete ihn vorsichtig. Ein Kontrollblick zur Tür ins Büro und schon hatte sie den Brief aus dem Umschlag genommen.

Mit zittrigen Fingern öffnete sie ihn und durchflog ihn.

Alles Gute nachträglich zum Geburtstag, ich liebe Dich, Amélie

Laura ließ den Brief sinken. Ihr Herz sank auch. Sie starrte vor sich hin, bis sie Stimmen hörte. Schnell faltete sie den Brief wieder zusammen und legte ihn zurück ins Couvert. Leider hielt nun aber die Lasche nicht mehr so tadellos am Papier des Umschlages. Sie drehte ihn um. Von dieser Seite aus sah man nichts.

Schnell ging sie in ihr Zimmer und schloss die Tür.

Automatisch legte sie sich auf ihr Bett. Nun wusste sie es. Warum hatten sie das vor ihr geheim gehalten?

Eine Stimme in ihrem Hinterkopf machte sie auf ihr eifersüchtiges Verhalten bei Amélies Besuch aufmerksam. Sie hatte sich damals ziemlich daneben benommen.

Aber ihr schreckliches Verhalten würde doch ihren Vater nicht beeindrucken. Der würde doch nicht davor zurückschrecken, ihr die Wahrheit zu sagen, weil er Angst hatte, dass sie toben würde, oder? Nein, bestimmt nicht!

Laura war verzweifelt darüber, dass es nun wohl geschehen war. Dass sich die beiden verliebt hatten. Weinen musste sie nicht, doch das ungute Gefühl verstärkte sich. Wieso verheimlichte ihr Dad das vor ihr?

TBC...