Meiner supertollen Betaleserin Ida meinen allerbesten Dank fürs Korrigieren!
Phoebe: Danke vielmals für das Lob, freut mich natürlich riesig!
Es scheint noch ein paar treue Leserinnen und Leser zu geben, die meine Geschichte verfolgen, was mich sehr freut! Eure Meinung würde mich , wie immer, sehr interessieren. Also bitte reviewen nicht vergessen. Vielen Dank und liebe Grüsse, Sally
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Der Unterricht verging schnell an diesem Morgen. Immer wieder kamen die Zwerge in die Schulzimmer und überbrachten Valentinsnachrichten, was den Unterricht kurzweilig machte.
Laura war etwas betrübt, dass Emma noch keine Liebesbotschaft erhalten hatte, denn sie schien sehnsüchtig darauf zu warten.
Sie selber hatte auch keine, was ihr aber egal war. Schließlich hatte sie ja auch keine geschrieben.
Ob sie Emma eine schreiben sollte und es so aussehen lassen sollte, als käme sie von einem Jungen? Nein, das war auch doof!
Sie hoffte, dass irgend einer sich entschloss, Emma etwas zu schreiben, denn Emma sah immer sehr erwartungsvoll aus, wenn ein Zwerg auftauchte und sie tat Laura jedesmal so Leid, wenn dann der Brief für jemand anderen war.
Lauras Gedanken wanderten auch immer wieder zu ihrem Malfoy-Plan. Nun hatte sie eine gute Idee und wollte sie beim Mittagessen den Jungs erzählen.
Als Laura den großen Saal betrat, sah sie das genervte Gesicht ihres Vaters. Zum Glück hatte sie heute keinen Unterricht gehabt bei ihm. Dem schien die Liebesbotschaften-Angelegenheit gar nicht zu gefallen. Wahrscheinlich hauptsächlich, weil dadurch sein Unterricht gestört wurde.
Sie setzte sich und wartete ungeduldig auf die Zwillinge. Harry und Ron saßen erwartungsvoll neben ihr.
Severus sah mit leicht zusammen gekniffenen Augen, wie Laura und ihre Freunde tuschelten. Ob sie Liebesbotschaften bekommen hatten? Er hatte so etwas von den Dächern pfeifen gehört, dass Laura die Weasley- Zwillinge geküsst haben sollte. Das gefiel ihm überhaupt nicht, vor allem weil sie ihm vor nicht all zu langer Zeit gesagt hatte, wie eklig sie das alles fand. Und weil Laura ihm erzählt hatte, dass dieser Fred in sie verliebt war.
Seine Augen verengten sich, als er die Zwillinge schwatzend den Saal betreten sah.
Er würde Laura heute Abend fragen, was da gelaufen war und ob sie wirklich vor allen Augen diese Jungen geküsst hatte.
Er sah, wie Laura ihm hin und wieder heimlich einen Blick zuwarf. Ob da irgend etwas im Busch war, fragte er sich.
Sibylle Trelawny, die gerade ihren Mund geöffnet hatte, um Severus anzusprechen, schloss diesen wieder, ohne etwas von sich gegeben zu haben, als sie das finstere Gesicht des Kollegen sah. Sie hatte ihm eben sagen wollen, dass sie eine Vorahnung hatte, dass sich heute noch etwas Entzückendes ereignen würde.
Wie sehr Severus Snape die Nachricht der Kollegin entzückt hätte, konnte man auch ohne hellseherische Fähigkeiten erahnen und deshalb widmete sich Sibylle ihrem Essen, dass in Herzform angeordnet war. Ihre Augen nahmen einen verträumten Glanz an und sie schien in eine andere Sphäre zu entschweben.
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„Darum kümmern wir uns," flüsterte Fred und Laura nickte und reichte ihm den Brief, den sie im Unterricht und in den kurzen Pausen heimlich vorbereitet hatte. Sie kicherte, als sie daran dachte, wie blöd Draco dastehen würde. Geschah ihm recht. Immerzu ärgerte er sie und machte dumme Bemerkungen. Naja, sie selber ja vielleicht auch, aber eigentlich war alles Malfoys Schuld. Wenn er sie in Ruhe lassen würde, dann würde sie es auch tun.
Natürlich genoss sie, wenn sie ehrlich war, die ewigen Streitereien mit Malfoy auch ein wenig, da sie auch hin und wieder unterhaltsam waren. Manchmal nervte er sie aber wirklich sehr.
Als sie zum Nachmittagsunterricht gingen waren Laura, Ron und Harry bewaffnet. Die blau gefärbten Handschuhe sah man nicht unter den langen Ärmeln ihrer Umhänge. Natürlich hätten sie die Umhänge nicht getragen, wenn sie ihre Hände nicht hätten verbergen müssen. Sie waren die einzigen, die die schwarzen Umhänge trugen, aber niemand kümmerte sich wirklich darum, da überall auf den Gängen geschäftige Zwerge herum liefen und zur Belustigung aller ihre Botschaften überbrachten. Am lustigsten waren natürlich die gesungenen. Sie sangen wirklich nicht mit Engelszungen und die goldenen Flügel schienen noch mehr fehl am Platz als sonst schon. Die Begeisterung der geflügelten Gartenzwerge über ihre Aufgabe hielt sich auch in Grenzen, was man bei manchen mehr als deutlich merkte. Das machte die Sache aber noch interessanter und lustiger.
„Geht doch vorwärts!" sagte Laura zu Millicent und gab ihr einen kleinen Stoß. Diese war stehen geblieben, da ein Zwerg gerade Malfoy einen Brief überreichte. Millicent sah nicht glücklich aus über das Geschubse und auch nicht über die Tatsache, dass Malfoy einen Liebesbrief bekam. Millicent drehte sich verärgert zu Laura um. Diese schwarzhaarige Zwergziege sollte bloß ihre Finger von ihr lassen! dachte das Slytherinmädchen und funkelte Laura böse an.
Lächelnd sah Laura aus den Augenwinkeln, wie auch Ron und Harry ihren Job erledigt hatten und blaue Handabdrücke auf den Hinterteilen von zwei weiteren Slytherin-Mädels thronten.
Vielleicht würde es ihr gelingen, noch eine zu erwischen.
„Hau ab!" hörte sie ein weiteres Mädchen Ron ankeifen und sie hätte am liebsten laut raus gelacht. Sie betraten eilig das noch leere Klassenzimmer. McGonagall war noch nicht da und sie setzten sich schnell auf ihre Plätze.
Sie versuchten unschuldig drein zu sehen und in ihren Heften zu lesen, als Malfoy hinein kam. Der war zum Glück schon damit beschäftigt, den Brief zu öffnen, sah Laura zufrieden. Ihr Plan schien aufzugehen, was an ein Wunder grenzte.
Er zog den Brief raus und las ihn. Mit wütendem Gesicht schob er ihn wieder in den Umschlag. Nun sah er auf seine Hand, die nun ganz blau war, vor allem an den Fingern. „Igitt, was ist denn das!" hörte sie ihn sagen und er reichte den Umschlag schnell an Crabbe.
Sein wütender Blick traf Laura. Obwohl sie nicht unterschrieben hatte, schien er sofort zu wissen, dass er von ihr stammte.
Laura lächelte süß und sein Blick wurde tödlich. Ohne ein Wort trat er zum Waschbecken und wusch sich die Hände. Doch das Blau wurde trotz der Seife nicht blasser.
Als er zu seinem Platz gehen wollte, sah er vor sich Sorina Mullington gehen, die einen blauen Handabdruck auf ihrem Hintern hatte. Er sah zu seiner Hand und dann wieder auf die Hinterseite seiner Mitschülerin und wurde knallrot.
„He Bullstrode, Malfoy konnte wohl die Finger nicht von dir lassen, was?" fragte nun Laura und die anderen Schüler sahen nun auch, was Laura damit meinte. Alle lachten schallend und Malfoys Ärger wurde unhaltbar.
„Du verdammter Bastard!" zischte er und hätte Laura am liebsten die Nase in einen Kürbis verwandelt, als Professor McGonagall das Zimmer betrat.
Mit mörderischem Blick sah er Laura noch einen Moment länger an und ging dann an seinen Platz. Zum Glück petzte er nicht. Natürlich hatte er keine Beweise, dass Laura ihm diesen Streich gespielt hatte.
„Ruhe!" befahl die Lehrerin streng, als ihre Schüler lachten und kicherten.
Während des Unterrichts versuchte Malfoy, Laura einen Schriftzug auf der Rückseite des Pullovers zu verpassen mit Hilfe seines Zauberstabes. 'Ich habe den IQ eines Wasserflohs' hatte er schreiben wollen, aber da Laura und ihre Freunde sowas vermutet hatten, konnte er nur 'Ich habe einen IQ' schreiben, bevor Hermine ihn davon abhalten konnte, mehr zu schreiben.
„Was sich liebt, das neckt sich," flüsterte Emma mit einem verschmitzten Lächeln zu Laura, wofür ihr diese die Zunge raus streckte. Bei der drehte sich wohl alles nur noch um die Liebe! dachte Laura verzweifelt.
„Lieber einen Flubberwurm, als den!" gab Laura zurück.
Als sie aus dem Klassenzimmer gingen, hatte Laura plötzlich eine Hand im Gesicht. Draco hatte hinter der Tür gewartet, natürlich in Begleitung seiner Leibwächter, und hatte Laura an der Nase gepackt mit seiner blauen Hand. Er hätte ihr eigentlich am liebsten etwas unschönes auf die Stirn geschrieben, mit dieser blauen Farbe. Aber die Chance, dass sie hinhalten würde, war gering.
„Oje!" feixte er, als Laura ihm die Hand automatisch weg schlug und ging schnell, aber stolz erhobenen Hauptes davon. Goyle wollte Laura schnappen, nachdem sie sich die Nase gerieben hatte, aber diese wich ihm aus und rannte Malfoy hinterher. Es ging auch nicht lange, bis sie ihn erreicht hatte.
Er wollte ihr ausweichen, aber sie erwischte ihn am Pullover und riss ihn, von der Wucht ihrer Geschwindigkeit um. Sie purzelten übereinander und Laura hörte Malfoy fluchen.
Sie rappelte sich schnell wieder auf und zeigte nicht, dass ihr Arm schmerzte.
„Du bastartige Schwarzwurzel!" sagte Malfoy während er sein Knie rieb.
„Was soll das?" ertönte die strenge Stimme von Professor McGonagall. Ihre Lippen waren dünn wie ein Strich und ihre Augen funkelten verärgert.
„Ich habe es noch selten erlebt, dass sich Kinder derart daneben benehmen. Stehen Sie auf, Mr. Malfoy!" befahl sie scharf.
Malfoy jammerte, als er auf seinen Beinen stand und Professor McGonagall schimpfte weiter: "Mr. Goyle und Mr. Crabbe, begleiten Sie Mr. Malfoy auf die Krankenstation. Miss Smethurst, Sie kommen mit mir."
Laura wurde ganz flau im Magen. Sie verfluchte den dummen Malfoy. Nur wegen diesem dummen Kerl war sie nun in Schwierigkeiten. Hoffentlich würde die Lehrerin nicht ihren Vater informieren, sonst wäre sie ganz klar fällig. Oh nein, sie wollte sich nicht ausdenken, wie böse ihr Vater sein würde. Sie schickte ein Stoßgebet in den Himmel, während sie hinter McGonagall her trottete.
Mit ungutem Gefühl sahen ihr die Freunde hinterher.
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Laura hätte sich bei Professor McGonagall am liebsten herzlich für ihre Strafe bedankt, die darin bestand, dass sie einen zweiseitigen Aufsatz schreiben musste, über schlechte Scherze und ihre Auswirkungen.
Die Lehrerin hatte nämlich eins und eins zusammengezählt, als sie die blauen Hinterteile einiger Slytherinmädchen bemerkt hatte, als diese das Schulzimmer verließen. Malfoys blaue Hand war ihr schon während des Unterrichts aufgefallen und nach der Auseinandersetzung zwischen Laura und Draco war ihr dann alles klar gewesen.
Aber sie wollte nicht die Eltern der Kinder informieren, da es ja keine gefährliche Situation gewesen war, in die sich die Kinder begeben hatten. Sie wollte die Angelegenheit selber regeln, was sie mit Laura nun schon getan hatte. Sie sah streng auf das Mädchen hinunter, welches etwas zerknirrscht vor ihr saß. Die Lehrerin wusste nicht, ob Laura ihren Streich bereute, wahrscheinlich eher nicht.
Ihr war schon lange aufgefallen, dass sie und Draco immer irgendwelche Streiereien hatten, aber so ausarten durfte das natürlich nicht.
Sie würde sich bei Poppy erkundigen, wie schlimm es mit Dracos Bein war und dann würde sie auch diesem eine Strafe aufbrummen.
„Wenn soetwas noch einmal vorkommt, Miss Smethurst, werde ich Ihren Vater informieren müssen," sagte sie und Laura nickte rasch und stand dann auf um zu gehen.
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„Sieh ihn dir an, wie der humpelt, man könnte meinen, der habe sich das Bein gebrochen," flüsterte Laura Fred und George zu, als Draco hinkend die große Halle betrat und ein schmerzverzehrtes Gesicht machte.
Als er zum Gryffindortisch hinüber sah, blickte Laura demonstrativ zu Seite. „Das ist nur Show!" meinte Fred und sah mit angewidertem Blick zu dem hellblonden Jungen. Ron war damit beschäftigt, sich tonnenweise Kartoffelbrei auf den Teller zu schöpfen, drehte sich dann aber auch nach dem verhassten Slytherin um.
Die Kinder in Lauras Nähe verstummten plötzlich und die tiefe Stimme ihres Vaters erklang direkt hinter ihr: "Du kommst nach dem Essen mit mir, ich muss dich sprechen." Laura hatte sich sofort umgedreht und sah zu ihrem Vater hinauf. Dieser sah neutral aus, doch Laura konnte Ärger in seinen Augen entdecken. „Ja, Sir," sagte sie artig, hatte aber sofort ein mulmiges Gefühl im Bauch.
Noch einen Moment länger fixierte der Mann seine Tochter, ließ dann seine Augen über die anderen Kinder gleiten und rauschte dann davon.
„Der weiß es bestimmt," sagte Laura leise zu Ron und Harry, als Snape an seinem Platz am Lehrertisch war. Sie biss sich auf die Unterlippe und sah die Freunde besorgt an.
„McGonagall ist nicht so," mischte sich nun Hermine ein, die die ganze Sache mitbekommen hatte, aber nicht mitgewirkt hatte, da sie es ja kindisch gefunden hatte. „Wenn sie dich bestraft hat, dann wird sie es sicher nicht deinem Vater unter die Nase gerieben haben."
Laura sah sie nachdenklich an. "Ja, aber mein Vater ist verärgert!"
„Für mich hat er aber nicht verärgert gewirkt. Vielleicht will er dich ja wegen etwas anderem sprechen," wollte Ron ihr Mut machen, doch Laura schüttelte den Kopf.
Sie sah zu Draco hinüber, der zufrieden lächelte.
Das Abendessen reizte sie gar nicht mehr und sie schob ihren Teller nach ein paar wenigen Bissen von sich.
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Als die ersten Schülerinnen und Schüler nach dem Essen den großen Saal verließen, sah Laura zu ihrem Vater, der sich ebenfalls erhob.
Ihr Magen schien ziemlich schwer und sie sah, wie er ihr mit einem kurzen Blick zu verstehen gab, ihm zu folgen. Sie gab ihren Freunden einen Blick, als würde sie zur Schlachtbank geführt.
Die Freunde steckten die Köpfe zusammen und diskutierten leise, während Laura mit ihrem Vater Richtung Kerker davon ging. Leider war seine Miene ausdruckslos und sie konnte nur schwer einschätzen, um was es wohl ging. Aber sie hatte vorhin deutlich gesehen, dass etwas ihm ganz und gar nicht gefiel und deshalb ließ das flaue Gefühl in ihrem Magen auch nicht nach.
Der Weg zum Kerker schien ihr speziell kurz und ihr Vater redete gar nichts, sondern schritt schnell und zielbewusst voran. Er öffnete die Tür und ließ Laura hinein. Dabei sah sie nochmals in sein Gesicht, um seine Emotionen lesen zu können, was ihr nicht wirlich gelang. Sie senkte den Kopf und Snape bat Cunninghutch, den Weg in die Privaträume frei zu geben.
„Komm!" befahl er knapp und Laura ging an ihrem Vater vorbei ins Wohnzimmer.
Severus schritt zum Esstisch und zog einen Stuhl hervor. Er deutete Laura mit einer raschen Handbewegung, sich zu setzten und die gehorchte schleunigst.
Dann nahm er für sich auch einen Stuhl und setzte sich Laura direkt gegenüber. Eine elend lange Zeit sagte er nichts, bis Laura vorsichtig aufsah. Er sah Lauras blaue verzierte Nase, sagte aber nichts dazu. Es schien, als habe sie vergebens versucht, die Farbe los zu werden, denn die Haut an Lauras Nase schien ziemlich geschrubbt worden zu sein, wie er an der leichten Rötung erkennen konnte. Severus hatte sich erst beruhigen müssen und seinen Ärger etwas verrauchen lassen müssen, bevor er mit Laura redete.
Er hatte erst gedacht, er sehe nicht richtig, als er nach dem Nachmittagsunterricht einen Brief erhalten hatte. Einen Brief von Malfoy Senior. Es hatte ihn gleichermaßen erstaunt wie beunruhigt, dass dieser Mann ihm schrieb. Einerseits war er erleichtert, dass der Inhalt des Briefes nichts mit dem dunklen Lord oder dessen Anhänger zu tun gehabt hatte.
Allerdings war er auch nicht erfreut gewesen, dass der ältere Malfoy sich über seine Tochter beschwerte. Sofort hatte er sich bei Poppy über Dracos Bein erkundigt, die ihm aber versichert hatte, dass außer einer leichten Prellung überhaupt nichts passiert sei.
Nach dem kurzen Gespräch, dass er dann mit Minerva geführt hatte, hatte er einen kurzen Streifzug durch das Schloss gemacht, um seine Nerven zu beruhigen.
Er hätte Laura ansonsten wohl auf der Stelle übers Knie gelegt. Aber er würde nicht impulsiv handeln!
Und das Draco so umgehend seinen Vater informiert hatte, war auch auffällig. Er selbst hatte die vielen Sticheleien des Jungen, gegenüber seiner Tochter mitbekommen und Draco war ganz sicher nicht unschuldig an der Sache. Scheinbar war es dem Jungen als sicherer erschienen, seinen Vater als Opfer, welches im Krankenflügel lag, über den Vorfall zu informieren, bevor es Professor McGonagall tun würde und die Sache anders darstellen würde.
„Wie kommt es, dass du dich mit Malfoy prügelst, wie ein Straßenkind?" fragte er leise, aber sehr scharf.
Also wusste er es doch, dachte Laura empört und enttäuscht über die Lehrerin, die scheinbar doch alles brühwarm ihrem Vater hatte erzählen müssen.
Laura hörte den Ärger in seiner Stimme. Eigentlich verstand sie es sogar. Oft genug hatte er ihr gesagt, sie solle ihm aus dem Weg gehen. Aber das war eben nicht so einfach! Und diese Gelegenheit hatte sie sich nicht entgehen lassen können. Allerdings hätte sie sich im jetzigen Augenblick gewünscht, dass sie genau das getan hätte! Nun war sie fällig! dachte sie nervös.
„Der nervt immer," sagte sie leise. Sie wusste, dass das eine eher ungenügende Erklärung war und gar keine Rechtfertigung.
„Und der nennt mich Bastard und Schwarzwurzel und all so'n Zeug," erklärte sie nun etwas anklagend. Dass das ihrem Vater als Erklärung reichte, bezweifelte sie, aber sie musste das sagen, was sie gegen den blonden Jungen in der Hand hatte.
„Und er hat mich an der Nase gepackt und sie mir beinahe ausgerissen!" fügte sie hinzu. Das war vielleicht etwas übertrieben, aber es tönte wenigstens wie ein Beweis, dass Malfoy Schuld war.
„Du hast ihm nichts zu Leide getan, nehme ich an? Und du hast auch nichts mit der blauen Farbe zu tun, die deine Nase ziert?" fragte Snape nun, was Laura nicht gefiel. Nun musste sie auch ihren Teil zugeben. Unwillkürlich griff sie sich an die Nase. Natürlich war es dieselbe Farbe, die in Fred und Georges Zahnfärbebonbons war und die erst nach einem Tag verschwunden sein würde.
Sie zuckte die Schultern. Sofort griff Snape nach ihrem Kinn und hob ihren Kopf so, dass sie ihn ansehen musste.
Er sah sie nur fragend an. Laura wusste genau, dass er das nicht als Antwort tolerierte.
„Schon irgendwie," gab sie kleinlaut zu und es kribbelte in ihrem Magen nervös.
„Wie irgendwie?" wollte ihr Vater sofort wissen. Minerva hatte ihm schlussendlich etwas widerwillig von dem Streich erzählt, den Laura ihrem Feind gespielt hatte. Sie hatte ihm aber deutlich gesagt, dass sie Laura dafür schon bestraft habe.
„Ich hab ihm einen Brief geschrieben," sagte das Mädchen und Snape ließ ihr Kinn los. Sie log ja nicht, dachte sie. Und er musste nicht alles wissen.
„Ich nehme nicht an, dass es sich um einen Liebesbrief gehandelt hat, oder?" fragte Snape und wartete auf eine weitere Erklärung.
„Einen Liebesbrief nicht direkt. Aber auch nichts soooo Schlimmes. Dann hat er mich Bastard genannt..." fügte sie schnell hinzu, damit ihr Dad nicht weitere unangenehme Fragen stellen würde.
„Ich habe da aber noch etwas von blauen Handabdrücken gehört, auf den Hinterteilen von gewissen Schülerinnen. Davon weißt du nichts, nehme ich an?" Wenn er nicht so unglaublich ärgerlich gewesen wäre, hätte Snape das wahrscheinlich noch amüsant gefunden.
„Kann doch auch nichts dafür, wenn Malfoy alle begrabscht!" sagte sie und wich dem Blick ihres Vaters sofort aus.
Der beugte sich etwas zu ihr hinunter und sie sah ihn mit großen Augen an. Sein Blick war nicht erfreut. „Ich schlage vor, du erzählst die Wahrheit, denn glaub mir, ich bin nicht gerade in sonderlich guter Stimmung wegen dieses Vorfalls."
„Na gut," sagte sie gedehnt. Sie wusste genau, dass sie auf dünnem Eis war und ihr Dad würde es sowieso wissen, wenn sie log. Das war sonnenklar.
„Wir waren das... ehm ich war das," gestand sie zerknirscht. „Aber der hat mich immer geärgert, schon seit Wochen!"
Snape hob eine Augenbraue. "Und was genau hab ich dir gesagt, das du tun sollst?"
Laura fand diese Fragerei schrecklich. „Dass ich ihm aus dem Weg gehen soll," gab sie leise zu. „Aber der nervt so sehr, Dad!"
„In den Stunden, in denen ich Harry und Dir Verteidigung erteile, habe ich euch des öfteren darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten. Das ist die größte Schwachstelle, Laura. Ihr macht Übungen um Übungen, um das zu lernen. Und nun muss ich erfahren, dass du dich mit Malfoy schlägst?"
Laura biss sich auf die Unterlippe. Sie hasste das, wenn ihr Dad so sprach. Und wenn sie nichts entgegenzusetzen hatte, da er einfach nur Recht hatte.
„Hat er dich heute besonders gereizt? Hat er dir etwas angetan?" fragte Snape weiter. Laura wurde es ziemlich heiß.
„So wie immer," gestand sie, da Malfoy vor ihrem Streich noch kein einziges Wort zu ihr gesagt hatte. Sie biss sich auf die Unterlippe und sah zu Boden, bis er weiter sprach.
„Du weißt, dass sich das nicht toleriere, Laura." Er sah sie so streng an, dass ihr schauderte. Sie nickte.
„Aber Malfoy ist auch Schuld," verteidigte sich Laura.
Severus nickte. "Ich habe nichts anderes behauptet," entgegnete Snape.
Laura rümpfte die Nase. „Der wird dafür doch bestimmt noch geküsst!" Ein kleines Tröpfchen Schuld landete als kaum merklicher Tropf in Lauras Gewissen. Sie hatte ihn heute provoziert, er hatte an alldem wirklich (für einmal!) keine Schuld. Ob McGonagall auch seine Eltern informiert hatte? Ob er Ärger bekommen würde?
„Es geht hier aber jetzt nicht um Draco Malfoy, Laura. Es geht um dich. Und du wirst bestimmt nicht geküsst dafür." Severus sah, wie Laura unbehaglich auf ihrem Stuhl hin und her rutschte.
Wie Lucius auf seinen Antwortbrief reagieren würde und ob er seinem Sohn auch ins Gewissen reden würde, wusste er nicht. Draco würde ihm etwas vorweinen, wie schwer verletzt und unschuldig er sei. Aber das war ja nicht seine Sache!
Er sah Laura tadelnd an, als sie vor ihm saß und auf den Boden sah, die Füße um die Stuhlbeine geschlungen.
„Das ist nicht fair," sagte sie leise und dachte bange an das, was noch kommen würde. „Draco wird bestimmt nicht der Hintern verhauen."
Snape besah sich seine Tochter, die etwas nervös auf ihrem Stuhl saß und hob leicht eine Augenbraue. Er ließ sich Zeit mit seiner Antwort.
„Wie ich dir schon vorhin gesagt habe, geht es hier nicht um Draco," sagte er dann knapp und Laura zog kurz ihre Lippen zwischen die Zähne. Nach einer kurzen Pause redete er weiter: "Außerdem habe ich nicht vor, dir den Hintern zu verhauen, auch wenn du es bestimmt verdient hättest." Laura sah schnell zu ihm auf. Er sah einen kurzen Moment Erleichterung über ihr Gesicht huschen.
Sie war froh, dass sie nicht mit einem schmerzenden Hintern enden würde, allerdings würde er ihr bestimmt irgend eine Strafe aufbrummen, wie sie ihren Vater kannte.
Er sah sie eindringlich an. Sie mochte diesen Blick gar nicht. Der bohrte sich so weit in sie hinein, dass er bestimmt ihr schlechtes Gewissen im Bauch umherschwirren sah. Sie rutschte unbehaglich auf den Stuhl umher.
„Du scheinst etwas zu viel Energie zu haben, wie mir scheint," begann er und sie sah ihn fragend an.
„Damit du deine Agressionen umlenken kannst, wirst du mir am Samstag helfen das Privatlabor putzen. Und ich meine wirklich putzen! Alle Gläser und Behälter werden abgestaubt und auch alle Bücher und Regale."
Laura atmete empört ein. „Aber!" begann sie und stand auf. Ein strenger Blick von Snape brachte sie zum Schweigen.
Sie stöhnte, nickte dann aber, als ihr Vater sie scharf fixierte und sagte: "Das blüht kleinen Mädels, die sich raufen wie Straßengesindel. Ich hoffe, du wirst in Zukunft fähig sein, solchem Ärger aus dem Wege zu gehen, denn von mir wird das nicht toleriert. Und wie ich dir schon einige Male erklärt habe, ist die Fähigkeit, seine Emotionen unter Kontrolle zu haben, enorm wichtig. Dein Streich war sehr ungezogen und ich dulde keine weiteren ähnlichen Ereignisse. Es ist mir bewusst, dass deine Hauslehrerin dich schon bestraft hat, für den Streich. Weil das nicht der erste Zwischenfall ist und wir uns schon öfters darüber unterhalten haben, erhälst du diese Zusatzstrafe von mir."
Laura mochte solche Predigten gar nicht, aber mit ihrem Dad das Labor zu putzen war ja nicht soooo schlimm. Immerhin würde sie etwas mit ihrem Vater gemeinsam tun und schließlich braute sie ja selbst auch häufig mit ihm dort, also konnte sie auch ihren Beitrag leisten!
Trotzallem erfüllte es sie mit einer gewissen Befriedigung, dass sie Malfoy blamiert hatte. Aber sie schwor sich, sich von nun an in Selbstkontrolle zu üben und den dummen Kerl zu ignorieren.
Sie wollte es nicht riskieren, doch noch über den Knien ihres Vaters zu landen. Schon gar nicht wegen dem!
Laura nickte, als der Blick ihres Vaters fragend und wartend auf ihr weilte.
Snape konnte es nicht ausstehen, wenn Kinder sich benahmen wie Wilde, schon gar nicht Kinder in Lauras Alter.
Wenn andere Eltern das akzeptierten, dann war das deren Problem, bei ihm zog das nicht!
"Professor McGonagall hat versprochen, dir nichts zu sagen," sagte Laura leise und Snape hörte die Enttäuschung in Lauras Stimme. Er atmete tief ein.
"Ich habe es nicht von ihr erfahren," sagte er in einem Ton, der Laura klar zu verstehen gab, dass er aber nicht verraten würde, von wem er davon wusste. Laura sah ihn überrascht an. Von wem denn dann? fragte sie sich.
Ein paar Sekunden war Ruhe und Laura dachte nach. Dann sah sie ihren Vater ernst an.
„Dad? Was ist ein Bastard eigentlich? Ein Monster?" fragte sie neugierig. Sie hatte das Wort schon öfters gehört, was genau es bedeutete, wusste sie aber nicht. Es war unangenehm, mit etwas betitelt zu werden, von dem man nicht wusste, was es war.
Severus sah sie lange an. Ihm war klar, dass Draco diesen Ausdruck von seinen Eltern gehört haben musste. Er konnte sich sehr gut vorstellen, dass Lucius seine Tochter so bezeichnen würde. Er wusste nicht mal, ob Draco bewusst war, was genau das hieß.
Laura fuhr mit dem Finger dem schwarzen Stoff an seinem Hosenbein nach, was seine kleine Rille hinterließ, und wartete auf die Antwort. Severus fand es immer wieder erstaunlich, dass Laura nicht bockte, auch wenn sie eben eine ziemlich unangenehme Strafe bekommen hatte. Sie sprach beinahe, als wäre nichts geschehen. Er war froh darüber.
„Das ist ein unschönes Wort für jemanden, dessen Eltern nicht verheiratet sind," erklärte er. „Davon musst du dich nicht provozieren lassen. Er will dich mit seinen Beleidigungen nur reizen und dich in Schwierigkeiten bringen."
Laura nickte langsam und rieb den Stoff von Snapes Hosenbein zwischen ihren Fingern.
„Dad, hast du eine Liebesbotschaft bekommen?" fragte sie plötzlich. Das 'Bastard-Thema' schien schon abgeschlossen für sie.
„Nein, bis jetzt nicht," sagte er, während er Lauras Hand von seinem Hosenbein weg zog.
Laura zuckte leicht zusammen, als ihr Vater ihren Ellbogen berührte, was ihm natürlich nicht entging. Sofort zog er sie am Handgelenk noch etwas näher zu sich und schob ihren Pullover zurück.
Er konnte sich gut vorstellen, von wo diese Prellung stammte, sagte aber nichts. Er ließ einen Topf Salbe auf den Tisch schweben und rieb Laura etwas von dem cremigen, leicht gelblichen Inhalt auf die schmerzende Stelle.
Dafür erhielt er von Laura einen Kuss, was ihn auf das nächste Thema brachte. Seine Augen wurden noch etwas schwärzer, falls möglich, als er die Frage stellte, die ihn sehr interessierte. „Ich habe da übrigens etwas gehört, dass du die Weasley-Zwillinge geküsst haben sollst, ist das wahr?" fragte er und versuchte es beiläufig klingen zu lassen.
Laura grinste ihn an, als sie den speziellen Unterton in seiner Stimme hörte. „Das musste ich tun," sagte sie mit frechem Grinsen. Snapes Augen verengten sich darauf hin sofort.
Schnell erklärte Laura weiter: "Die machen nichts umsonst und sie haben mir doch vor ein paar Tagen geholfen. Als ich dich warnen wollte, wegen des Steinkreises, wollte mich Percy nicht gehen lassen. Da hat Fred sich für mich eingesetzt und wollte dafür einen Kuss. Oder zwei um genau zu sein."
Das gefiel Snape nicht besonders, dass der Junge Küsse zur Bezahlung verlangte. Aber er konnte es Laura nicht verbieten, jemanden zu küssen. Beim sich Prügeln, war das eine andere Sache.
„Du solltest jemanden küssen, wenn du ihn sehr... magst," riet er. „Aus keinem anderen Grund."
Laura zuckte die Schultern. „War nicht so schlimm, aber ich hab nicht vor, wieder einen von denen zu küssen. Eigentlich küsse ich nur dich gerne und Milly und Jimmy und vielleicht noch Remus und Amélie."
Severus war froh, dass er noch knapp vor einer Hauselfe und einem Tier kam. Er hob die Augenbrauen.
Als Laura ihr Streifenhörnchen erwähnt hatte, hatte sich ihr Gesichtsausdruck augenblicklich verändert.
„Jimmy ist nicht mehr nach Hause gekommen, Dad. Denkst du, sie ist tot? Wo könnte sie sonst wohl sein? Ich hab Angst, dass sie nicht mehr kommt," sagte Laura mit besorgtem und traurigem Gesicht. Sie hatte ihrem Dad vor ein paar Wochen erzählt, dass sie Jimmy hatte schreien hören. Natürlich aber nicht, dass sie in den Gang gekrochen war. Und Milly hatte scheinbar auch dicht gehalten.
Natürlich hatte Severus keine Ahnung, wo sich das Tier rumtrieb und irgendwie bezweifelte er, dass es noch lebte, nach dem, was seine Tochter ihm erzählt hatte.
Laura überlegte und drehte sich einen losen Faden ihres roten Pullis um den Zeigefinger.
„Hast du Harrys Vater nicht gemocht, weil er Lily geheiratet hat?" fragte sie plötzlich und Severus sah sie forschend an. „Ich meine, du hast sie doch geliebt, oder?"
Sie bemerkte, dass das ein brenzliges Thema war, sie sah es ihm an. „Ich habe nie gesagt, dass ich Lily geliebt habe," korrigierte er sie.
Laura zuckte die Schultern. „Aber du hast sie gemocht," lenkte sie ein, obwohl sie ganz genau wusste, dass ihr Vater die rothaarige Frau geliebt hatte. Sonst hätte er wohl kaum ein Foto von ihr aufbewahrt.
„James Potter und sein Freund Sirius Black waren für mich etwa dasselbe wie Draco Malfoy für dich," sagte er etwas gereizt.
„Aber wenn... ich meine nur, wenn du in Lily verliebt gewesen wärst, hätte dich doch das bestimmt sehr genervt, dass ausgerechnet dein Feind sie heiratet, oder?" fragte sie weiter.
„Wer weiß!" kam die nun etwas saure Antwort ihres Vaters und sie wusste, dass sie nicht mehr weiter bohren durfte.
„Dad? Großvater hat geschrieben, dass er uns gerne mal sehen würde. Können wir ihn mal besuchen. Bitte!" bat Laura mit Dackelblick. Sie wusste, dass der Großvater nicht hierher kommen konnte und auch zu ihrem richtigen Zuhause war es ein ziemlich weiter Weg. Deshalb würde es wohl besser sein, wenn sie zu ihm gingen.
„Und wir könnten auch mal meinen anderen Großvater besuchen, Dad, würde das gehen?" Laura hatte den Vater ihrer Mum seit einigen Monaten nicht mehr gesehen und wollte unbedingt wieder einmal zu ihm. Sie wollte mit ihm über ihre Mum sprechen und auch über ihren Tod. Sie wollte alles wissen, von dem Mann, der sie damals mit ihrer Mutter begleitet hatte. Die Zeit dafür war reif.
Snape nickte nach einem Moment und Laura lächelte.
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Malfoy und Laura gingen sich die nächste Zeit geflissentlich aus dem Weg. Laura war etwas erstaunt, dass auch Malfoy weiteren Ärger mit ihr vermeiden wollte. Sie versuchte sogar ein klein wenig nett zu ihm zu sein, da sie leichte Schuldgefühle ihm gegenüber plagten. Zu ihrem sehr großen Erstaunen reagierte der Junge darauf erfreulich gut und ließ seine blöden, zynischen Sprüche meistens sein.
Laura hatte an diesem Valentinstag zwei Liebesbriefe auf ihrem Bett gefunden. Leider war kein Name darauf gestanden, aber sie vermutete, dass einer von Fred war. Sie war froh, dass die Briefe nicht von den Zwergen an sie übergeben worden waren. Vor aller Augen.
Beim anderen Brief wusste sie nicht, wer ihn geschrieben hatte. Doch der Schreiber musste sich ziemlich bemüht haben und hatte sogar ein Gedicht selber erfunden. Das vermutete Laura, da es sich zwar reimte, aber nicht immer wirklichen Sinn machte und die Wörter nicht so super passten. Na, war auch egal. Sie hatte sowieso an keinem der Jungen, die sie hier kannte, Interesse, also was sollte sie sich bemühen herauszufinden, von wem er stammte.
Einen einzigen Jungen in dieser ganzen Schule fand sie noch einigermaßen hübsch, der war aber in Slytherin und viel älter als sie und der hatte eine Freundin.
Hermine hatte ihr von einer gesungenen Liebesbotschaft erzählt, die ein Engelzwerg dem armen Harry gewaltsam überbracht hatte, vor den Augen der meisten Mitschüler. Was für eine Schmach!
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In den folgenden Wochen kam Amélie dreimal zu Besuch. Laura hatte sich im Griff und war selber erstaunt, dass das schlimme Gefühl sehr nach gelassen hatte, seit ihr Vater und Amélie ihr klar gesagt hatten, was Sache war.
Nach diesen Besuchen musste sie sich dann auch immer eingestehen, dass sich zwischen ihr und Amélie eigentlich gar nichts verändert hatte, seit sie mit ihrem Vater verliebt war. Auch ihr Vater verhielt sich nicht anders ihr gegenüber.
Es beruhigte das Kind sehr und vielleicht würde sie sich ja mit der Zeit an den Gedanken gewöhnen. An einigen unauffälligen, vertrauten Berührungen zwischen den Beiden und an der Art, wie ihr Vater und Amélie miteinander redeten, merkte sie schon, dass sie sich vertraut und verliebt waren.
Die Vorstellung, dass die beiden Intimeres miteinander hatten, versuchte sie jedoch abzublocken und einfach nicht daran zu denken. Zu unerträglich war der Gedanke und dass ihr Vater überhaupt sowas machte.
Aber sie war ihrem Vater nicht weniger wichtig geworden, das merkte Laura ganz genau und sie öffnete sich Amélie nun immer mehr.
Sie hatten das Versprechen eingehalten, sich nicht vor Laura zu küssen, was Laura schätzte, denn sie fühlte sich ernst genommen. Allerdings hätte es sie nicht so sehr gestört, wenn sie sich hin und wieder geküsst hätten, solange es keine ekligen Schlabberschmatzer waren.
Der Unterricht war eher strenger geworden und Laura musste sich bemühen, um neben all den anderen wichtigen Dingen in Hogwarts, alles zum Gutdünken ihrer Lehrer und auch ihres Vaters zu erledigen.
An einem Mittwochmorgen saßen sie in Professor Binns Unterricht und langweilten sich wie immer zu Tode.
Malfoy faltete einen Düsenjäger aus einem Stück Pergament und ließ es zu Harry fliegen. Das Papier traf den Jungen überraschend an der Wange und er schreckte aus seinem Halbschlaf auf. Verärgert sah er sich um und sah Malfoy frech grinsen. Harry nahm das gefaltete Papierflugzeug, das nun auf seinem Pult lag und auch Rons Aufmerksamkeit geweckt hatte. Professor Binns redete seinen eintönigen Text weiter, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen und Harry und Ron lasen die Beleidigung, die Malfoy darauf gekritzelt hatte.
Laura streckte ihre Hand nach vorne, damit sie ihr den Zettel weiter gaben. Sie hörte, wie Ron ein unschönes Wort flüsterte zu Harry, das zweifellos Malfoy beschrieb.
Harry beugte sich zu seiner Tasche hinunter, um seinerseits einen Liebesbrief zu schreiben. In dem langweiligen Unterricht konnte man ja nichts schlaueres tun!
Außer man hieß Hermine und schrieb mit, was der Professor da von sich gab. Allerdings stand das ja alles auch im Buch, weshalb alle anderen Schüler das als Zeitverschwendung betrachteten.
„Was ist denn das?" flüsterte Ron.
Harry hatte ein kleines viereckiges Papier aus der Schultasche geholt, das auf einer Seite ausgefranst war.
„Vom Tagebuch, habe nichts anderes," flüsterte der schwarzhaarige Junge zurück. Natürlich hätte Hermine das als Sünde empfunden, aus einem Buch eine Seite raus zu reißen, auch wenn nichts drauf stand.
Er tauchte seine Feder in die Tinte und schrieb etwas, was Laura von hinten nicht sehen konnte und sie reckte interessiert den Kopf. Die beiden Jungen gaben sich einen vielsagenden Blick und hielten sich die Hand vor den Mund, um ihr Lachen nicht zu laut klingen zu lassen.
Er faltete es so zusammen, dass es etwa zwei mal zwei Zentimeter groß war und schoss es zu dem blonden Slytherin hinüber.
Dieser faltete es gespannt auf. „Witzig!" sagte er. „So leer wie dein Hirn, nicht wahr?" Er zerknüllte das Papier und schoss es zu Harry zurück. Er machte eine Geste, die zu verstehen geben sollte, dass er wohl eine an der Waffel habe.
Harry las das Papier vom Boden auf und entknüllte es. Die beiden Jungen sahen sich total erstaunt an, als sie sahen, dass das Papier vollkommen leer war.
Geistesabwesend stopfte Harry den Zettel in seine Hosentasche und sah Ron fragend an. Laura wollte auch wissen, was da vor sich ging und stupste Ron von hinten an. Der drehte sich um und sagte leise: „Erzählen es dir nachher!"
Harry war sehr verwirrt. Er hatte doch keine Halluzinationen. Ron hatte es auch gesehen. Es war nicht so wie mit der Stimme, die nur er hörte. Ron hatte gesehen, wie er etwas geschrieben hatte und es dann verschwunden war. Vielleicht war das ein spezielles Papier, das die Tinte aufsog.
Hatte Laura nicht einmal gesagt, dass sie auf das Buch getropft habe, als sie etwas hatte schreiben wollen. Sie hatte es dann auch nicht mehr gefunden!
Das war ja interessant. Er zog den Zettel unauffällig aus seiner Hosentasche und wollte sich vergewissern, dass wirklich nichts mehr drauf stand.
Er sah auf den Zettel hinunter und – er war nicht leer.
'Hehe!' stand da und kaum hatte Harry es gelesen, war es auch schon wieder verschwunden.
Er würde sich das Büchlein doch nochmals genauer ansehen müssen, dachte er.
TBC...
