Danke scientific ida, die nach wie vor meine Kapis korrigiert und mich super unterstützt. Danke Ida, das finde ich super!
Meinen treuen Reviewerinnen möchte ich auch ganz herzlich danken. Ihr seid meine Motivation !Auch allen Lesern, die meine Geschichte verfolgen danke ich ganz herzlich.
Viel Spass, beim nächsten Teil, Sally
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Harry, du darfst so einer Sache nie trauen," mahnte Remus noch einmal. Die ganze Geschichte mit diesem ominösem Tagebuch hatte ihn doch sehr beunruhigt und er hatte sich, nachdem Severus ihm alles erzählt hatte, die schlimmsten Dinge ausgemalt, was alles hätte passieren können. Vor allem der Name, der auf dem Tagebuch stand, beunruhigte ihn sehr.
Wie hatte dieses schwarzmagische Stück in diese Mädchentoilette gelangen können? Und wieso hatte ausgerechnet Harry es finden müssen?
Er konnte Harry nicht einmal große Vorwürfe machen. Er hatte ja keine Ahnung gehabt, dass das Tagebuch gefährlich war.
Doch es war ihm wichtig, selber mit Harry zu reden und deshalb hatte er sogleich mit Albus gesprochen und den Jungen nach Hause geholt.
Nun saß Harry neben ihm am Tisch und sah ihn mit seinen grünen Augen nachdenklich an. „Ich dachte, das sei normal, in der Zaubererwelt. Ich meine, die Bilder sprechen ja auch und benehmen sich, als würden sie leben," erklärte er.
Etwas nervös, wegen Remus' ernster Worte, drehte er seine Teetasse mit den Fingern immer im Kreis, bis die Augen des Mannes der Bewegung folgten. Daraufhin ließ Harry die Tasse los und fragte: „Meinst du, diese Erinnerung, die mir Tom gezeigt hat, stimmt?" fragte er interessiert. „Ich glaube nämlich nicht, dass Hagrid etwas mit dieser Kammer zu tun hat," fügte er ernst hinzu und schüttelte dabei leicht den Kopf.
Remus fuhr ihm mit der Hand kurz übers Haar und seine bernsteinfarbigen Augen blickten nun wieder so sanft, wie sie das meistens taten. Harry wusste, dass Remus so eindringlich mit ihm geredet hatte, da er sich um ihn gesorgt hatte und das freute ihn so sehr und hinterließ ein gutes Gefühl in seinem Bauch.
„Ob die Erinnerung stimmt, weiß ich nicht, Harry. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Hagrid etwas damit zu tun hat." Remus machte eine Pause und musterte Harrys Gesicht. Er beugte sich etwas zu dem Jungen hinunter. „Keine Abenteuergeschichte und kein Detektivspiel, Harry, klar?" sagte er ernst. Zu gut konnte er sich an das Abenteuer erinnern, in das sich Harry mit seinen Freunden gestürzt hatte, als es um den Stein der Weisen gegangen war.
Die Ängste, die er da ausgestanden hatte, wollte er nicht mehr durchleben. Er hätte ihn damals vor Sorge schütteln können, wenn er ihn nicht sofort an sich gedrückt hätte, als er im Krankenflügel erwacht war.
Harry nickte eifrig. Remus hatte ihm deutlich vor Augen geführt, wie gefährlich solche magischen Gegenstände werden konnten und er war schon ziemlich beeindruckt, denn er hatte diesem Tagebuch doch so einiges erzählt.
„Professor McGonagall hat uns auch gesagt, wenn wir irgendetwas von dem Buch wüssten oder es irgendwo sehen, müssen wir ihr sofort Bescheid geben," sagte Harry nachdenklich. „Scheint ziemlich gefährlich zu sein, das Ding, dass alle so besorgt sind deswegen." Er wischte mit der Hand ein paar Brotkrümelchen zusammen, die vor ihm auf dem Tisch lagen.
„Das weiß man nicht genau, Harry. Wir müssen nur vorsichtig sein," antwortete Remus. Er wollte Harry nicht verunsichern oder beunruhigen, indem er ihm sagte, wer dieser Tom Riddle in Wirklichkeit war. Er hoffte aber, dass dieses Buch bald gefunden und vernichtet werden würde. Der Gedanke daran, dass es noch irgendwo versteckt war, gefiel ihm nicht.
„Worüber hast du dich denn mit dem Tagebuch unterhalten?" wollte er wissen und versuchte sein großes Interesse daran nicht zu zeigen. Er wusste, dass Minerva ihn schon danach gefragt hatte, aber wegen all der Aufregung darüber hatte Harry so spontan nicht wirklich antworten können.
Harry zuckte die Schultern und überlegte. „So ziemlich vieles. Es war recht nett mit mir und hat mir Mut gemacht, wenn ich mich geärgert habe oder so. Es hat gesagt, dass ich nicht auf die Anderen hören soll, wenn sie über mich tuscheln."
Das klingt ja noch ziemlich vernünftig, dachte Remus etwas überrascht.
Harry spielte immer noch mit den Überresten seines belegten Brotes, das er vorhin gegessen hatte. „Es hat gesagt, dass ich die anderen nicht brauche und dass es schon gut sei, wenn sie denken ich sei dieser Erbe... er hat gesagt, wenn sie Angst haben vor mir, dann würden sie mich auch respektieren," erzählte er etwas nachdenklich. Er sah Remus an und atmete tief ein und wieder aus.
"Ich will doch nicht, daß mich alle so seltsam ansehen, Remus. Immer muss ich es sein, der etwas Spezielles sein soll. Ich hasse das!" sagte Harry etwas verärgert.
Früher, bei den Dursleys war er immer schon der Abartige gewesen und für Dudley und seine Bande der Prügelknabe. Hier in der Zaubererwelt konnte er auch nicht einfach so sein, wie jeder andere auch. Nein! Ausgerechnet ER musste der Junge-der-lebt sein. Und er sollte nun auch dieser verdammte Erbe von Slythrin sein! Seine Augen glitzerten böse, als er die Krümel vor sich zerquetschte. Wieso musste er diese blöde Schlangensprache sprechen.
Remus sah in etwas bedauernd an. Er verstand das gut. Auch er wäre immer am liebsten einfach nur 'normal' gewesen. Und die Sache mit Tom klang nun doch schon etwas anders. Was wollte Tom mit seinen Ratschlägen bezwecken? Wollte er Harry absondern von seinen Schulkameraden?
„Remus," sagte Harry plötzlich leise, „darf... ehmm... erzählst du mir, wie das damals passiert ist, das mit dem Werwolfbiss. Ich meine, du warst doch noch ziemlich klein, oder?" fragte er vorsichtig. Er wusste nicht, ob dieses Thema vielleicht etwas zu heikel war, Remus hatte eigentlich nie über die Werwolfsache gesprochen.
Harry versuchte sich den fünfjährigen Remus vorzustellen, was äußerst schwierig war. Aber wie ein so kleiner Junge gebissen werden konnte, war ihm doch ein Rätsel. Bestimmt ist er nicht einfach nachts alleine draußen rumgewandert, oder?
Remus war etwas erstaunt über Harrys Frage und seine Augen wirkten nun ein wenig traurig. Der Tag seines Werwolfbisses war lange her und kam ihm etwas vor wie ein Traum. Er hatte sich diese Erinnerung schon länger nicht mehr ins Gedächtnis gerufen, vielleicht sogar etwas verdrängt. Alles war so schnell gegangen und er hatte nicht recht realisiert, was geschehen war. Aber er konnte sich gut daran erinnern, wie besorgt seine Eltern damals gewesen waren und wie sie geweint hatten, als sie ihn im jeden Tag besucht hatten. Er konnte sich an die bedauernden und ernsten Blicke der Ärzte erinnern, wenn sie ihn untersucht hatten, auch wenn sie versucht hatten, ihm das nicht zu zeigen.
Seine Eltern hatten sich große Mühe gegeben mit ihm und hatten sich für ihn eingesetzt. Und er hatte das riesengroße Glück gehabt, dass Albus Dumbledore es ihm erlaubt und ermöglicht hatte, hier in Hogwarts zur Schule zu gehen und eine Ausbildung zu genießen. Hier hatte er seine treuen Freunde kennen gelernt und hatte die schönste Zeit seines Lebens verbracht.
Er atmete aus. „Komm, lass uns aufs Sofa setzen, dann erzähle ich es dir," sagte er. Harry hatte ein Recht darauf, es zu wissen.
S s s s s s s s s s s s s ss
Am Sonntagmorgen kehrten Laura und ihr Vater nach dem Frühstück zurück nach Hogwarts.
Für Laura war es ein sehr ereignisreiches Wochenende gewesen und irgendwie fühlte sie sich nun anders. Nun, da sie am Grab gewesen war von Margarida.
Nur sie und ihr Dad. Das war schön gewesen und sie hatte das Wochenende sehr genossen. Auch die Reise nach Spanien. Das mit dem Drachen war sehr unheimlich gewesen und sie war so gespannt, ob da wirklich noch ein paar Drachen drin waren. Also zumindest einer war da ganz bestimmt drin gewesen, was hätte sonst so ein Geräusch gemacht?
Snape begleitete sie vom Kerker nach oben, wo ihnen der Lärm vieler Stimmen entgegen kam.
Rechtzeitig fürs Quidditchtournier war Laura in der großen Halle, wo sie alle gemeinsam zum Feld hinunter gehen würden. Laura wusste, dass auch Remus hier sein würde, denn ihr Dad hatte es ihr gesagt. Sie freute sich, ihn zu sehen. Bestimmt würde er sich zu ihr und den Gryffindors setzen, dachte sie glücklich.
Emma winkte ihr aus den vielen größeren und kleineren Schülern zu und Ron stand plötzlich neben ihr. Er grüßte sie und sah sich suchend um.
Seamus blickte zu ihr hinüber und sah etwas enttäuscht zu Ron. Laura wusste, dass der Junge sie angesprochen hätte, wenn Ron nicht neben ihr gestanden hätte. Das hatte er in letzter Zeit häufig getan. Er lächelte sie kurz an und ging dann mit ein paar Freunden davon.
„Hey!" grüßte Laura ihren rothaarigen Freund. Dieser reckte den Hals und spähte durch die Kinder hindurch. „Kann es sein, dass du etwas suchst?" fragte Laura den Jungen.
„Hast du Hermine irgendwo gesehen? Hast du sie per Zufall angetroffen?" fragte Ron, während seine Augen immer noch über die Schüler schweiften und schien etwas nervös. Laura schüttelte den Kopf.
„Nee, wieso?"
Ron beugte sich etwas zu ihr hinunter und sagte leise und geheimnisvoll. „Harry hat die Stimme vorhin wieder gehört. Und da ist Hermine scheinbar eine Idee gekommen und sie ist in die Bibliothek geflüchtet. Begleitet von irgend einer Vertrauensschülerin." Ron war etwas besorgt, dass die Freundin so lange weg blieb. Sie würde ja noch den Matsch verpassen.
Laura hingegen war besorgt, dass Harry die Stimme wieder gehört hatte. Er war froh gewesen, dass er sie nun längere Zeit nicht mehr gehört hatte und hatte schon gehofft, dass es nun vorbei sei. Sie hoffte, dass er sich überhaupt auf den Quidditchmatch konzentrieren könnte.
Endlich wurde die Tür geöffnet und die riesige Traube aus Leuten bewegte sich nach draußen.
„Schade, dass du gestern nicht mehr gekommen bist. Mussten alle leckeren Sachen selber essen," sagte plötzlich jemand hinter ihr und sie wusste auch ohne sich um zu sehen, dass es die Zwillinge waren.
Sie grinste und drehte den Kopf. Sie vermutete, dass es Fred gewesen war, der gesprochen hatte, aber es war sehr schwierig, die Stimmen auseinander zu halten.
„Ja, schade, nicht wahr!" lachte sie und dachte daran, wie die Freunde es sich hatten gut gehen lassen. Ihr Fuß machte einen Fehltritt, da so viele Leute gedrängt gingen und sie stolperte und fiel zu Boden.
Die Zwillinge hinter ihr wären auch beinahe über sie gefallen, konnten aber rechtzeitig einen Schritt zur Seite machen, wobei George einem großen Mädchen auf den Fuss trat.
Sie gab ihm einen strafenden Blick und George entschuldigte sich rasch.
Sofort half Fred Laura aufstehen und stützte sie, da ihr Fuß etwas schmerzte.
„Geht schon," sagte sie und löste sich aus den Armen von Fred, da es ihr ein wenig zu nahe war nach ihrem Geschmack und er sie ein wenig zu gerne stützte und festhielt. Fred sah sie etwas verlegen an und Laura hinkte ein paar Schritte und biss sich auf die Zähne, bis der Schmerz versurrt war.
Die Zwillinge erzählten ihr, wie lustig es gewesen war und sie sah Fred an, dass er etwas enttäuscht war, dass sie nicht dabei gewesen war. Und jetzt, wo er das alles so erzählte, fand sie es doch auch etwas schade, dass sie es verpasst hatte.
„Das Spiel ist abgesagt!" ertönte plötzlich eine Stimme wie aus Lautsprechern. Laura erkannte, dass es McGonagall war, die nun alle Kinder zurück ins Schloss schickte. Murrend drehten sie alle um und marschierten zurück. Ach, dachte Laura, sie wollte doch jetzt zu Remus! Was sollte das bloß alles?
Beim Eingang wartete die Lehrerin und nahm Harry, Ron und Laura bei Seite.
S s s s
Dass Hermine und die Vertrauensschülerin versteinert aufgefunden worden war, hatte nicht nur die Kinder geschockt. Auch Snape hatte keine ruhige Minute mehr. Amélie versuchte, ihn auf andere Gedanken zu bringen, konnte seine Besorgnis aber gut verstehen.
„Ich musste Laura den halben Abend lang versichern, dass Miss Granger bestimmt wieder gesund wird," erklärte er der geliebten Frau, die an seiner Seite saß und um die er seinen Arm gelegt hatte. Immer wieder dachte er daran, dass es auch Laura hätte treffen können. Ein Schaudern lief ihm beim bloßen Gedanken daran über den Rücken.
Auch Laura war nach diesem Ereignis sehr anhänglich gewesen zu ihrem Vater und hatte darauf bestanden, mit ihm in die Kerker zu gehen. Er hatte allerdings sofort eine Besprechung gehabt mit den Lehrern und Albus Dumbledore, da die Lage wirklich ernst war. Erst gegen Abend hatte er sie zu sich in seine Privaträume geholt, da er gemerkt hatte, dass sie mit ihm darüber sprechen wollte. Es hatte sie anscheinend beruhigt, mit ihrem Dad darüber reden zu können und sie hatte sich immer wieder an ihn gekuschelt und ihn umarmt. Doch er hatte sie schlussendlich, trotz ihres Protestes, zurück in den Gemeinschaftsraum geschickt.
Amélie nickte und er küsste sie aufs Haar, das wie immer nach Rosen roch.
Es war schon sonderbar, dass sie dieses Vieh nicht orten und dingfest machen konnten. Es schien wie ein Geist einfach mal da und dann mal dort aufzutauchen und jemanden anzugreifen.
„Es tut ihr gut, mit ihren Freunden darüber zu reden. Und vielleicht kann sie diese auch etwas beruhigen. Das muss schon schlimm sein, für die Kinder," sagte sie leise.
S s s s
Und damit hatte die junge Frau recht. Allerdings schien der Schock über Hermines Versteinerung nicht alle Gemüter gleichermaßen zu betrüben.
Die Zwillinge schmiedeten Pläne für ihre Party am Donnerstag.
„Wie könnt ihr bloß an eure dämliche Party denken, wenn gerade jemand versteinert worden ist," sagte Ron ärgerlich und funkelte die Brüder böse an.
Fred zuckte die Schultern. „Können wir doch nichts dafür und es schadet Herminchen nicht, wenn sie mal eine zeitlang nicht büffeln kann."
Dass die Zwillinge das so locker nahmen, empörte mehrere umstehende Schüler, doch sie sagten nichts, sondern blickten sie nur strafend an. Allerdings waren die Zwillinge insgeheim doch deutlich beunruhigter und besorgter darüber, als sie sich anmerken ließen.
„Na, die wird schon wieder!" verteidigte George den Bruder und wandte sich dann an Laura.
„Du hast doch gute Beziehungen zur Küche, Laura. Könntest du uns nicht das ein oder andere besorgen? Nach Hogsmeade können wir wohl im Moment schlecht, da würde unsere Mum einen Herzkaspar kriegen, wenn das raus käme."
Ron fiel Laura, die gerade antworten wollte, ins Wort. "Wieso geht ihr nicht einfach in die Küche?" wollte er wissen.
George sah ihn übertrieben geduldig an. "Ronni-Schätzchen. Ist dir nicht aufgefallen, wie überaus schlecht Percy auf uns zu sprechen ist? Der bringt uns die zur Küche. Rutsch n' Stück."
Ron war wirklich mit anderen Dingen beschäftigt, als auf seine lästigen Brüder zu achten. Er zuckte gleichgültig die Schultern, machte dem Bruder aber widerwillig etwas Platz auf dem alten Sofa vor dem Feuer.
„Dem haben wir n'bisschen zu sehr zugesetzt in letzter Zeit. Muss sich erst wieder abregen. Aber du könntest doch deine Elfe rufen und die würde uns dann bestimmt die ein oder anderer Leckerei beschaffen, nicht?"
„Was krieg ich?" sagte Laura überheblich und sah George von obenherab an, was nur ging, weil der Junge auf dem Sofa saß und Laura auf der Lehne desselben. Nun war es an ihr, Forderungen zu stellen, dachte sie zufrieden, denn auch die Zwillinge taten nie etwas umsonst.
„Einen Kuss von Fred," witzelte der Junge und Laura gab ihm ein überheblich, amüsiertes Lächeln, während sie leicht den Kopf schüttelte.
„Oder du kannst uns das Zeug einfach besorgen, weil wir immer so lieb und zuvorkommend sind," fragte George mit Dackelblick und Wimperklimper.
Laura lachte empört. „Pha! Das bin ich ja wohl auch und ihr macht auch nichts umsonst!"
„Komm, hab dich nicht so," bettelte George. „Es ist schließlich unser Geburtstag. Und wir haben ja auch schon versucht, diese Lilly selber zu rufen," erklärte der Junge mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
„Er hat extra seine Stimme verstellt, damit er wie du klingt," grinste nun auch Fred und setzte sich auf den Boden, da nichts mehr frei war auf dem Sofa.
„Interessant!" sagte Laura trocken. „Aber MILLY ist nicht so dumm, wie ihr vielleicht denkt." Sie stellte sich vor, wie wohl George sie nachgeahmt haben mochte.
„Wir waren bei meinem Lohn," erinnerte Laura die Jungen und verschrenkte wartend die Arme vor der Brust. „Geburtstag hin oder her, ich will eine Gegenleistung!"
Ron und Harry sahen die Freundin etwas bewundernd an. Die Zwillinge stöhnten und jammerten, aber Laura blieb hart.
„Na gut, dann eben nicht," sagte sie und stand mit einem gleichgültigen Blick zu den Jungen auf.
„Gut gut, du Geier!" lenkte George ein. „Was willst du? Vielleicht doch einen Kuss?"
Laura ging nicht darauf ein, sondern drehte sich etwas hochnäsig blickend wieder zu ihnen. Na ja, sie hatte sich gar nicht überlegt, was genau sie denn wollte.
„Ich hab was bei euch gut," sagte sie und die Zwillinge nickten, Fred etwas enthusiastischer als George. „Keinen Kuss, meine ich," stellte sie noch klar.
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Den ganzen Abend saßen die Freunde dann noch zusammen und sprachen über Hermine. Laura war ganz aufgeregt innerlich.
Auch Emma saß dabei, da ihr Freund ja nicht hier hinein konnte. Ansonsten sahen sie das Mädchen im Moment nicht häufig, denn sie schien im siebten Himmel zu schweben und wenn sie mit Laura sprach, dann schwärmte sie ihr nur immer von diesem Jungen vor.
„Wir müssen jetzt mit Hagrid reden," flüsterte Ron und Laura schüttelte erschrocken den Kopf.
„Mein Dad bringt mich um. Oder auch dich!" beschwor sie den rothaarigen Freund, dessen Wangen noch röter waren als die Haare.
„Aber dann wüssten wir wenigstens, ob diese Spinne wirklich das Monster ist! Und vielleicht rutscht ihm ja sonst noch was raus!"
Laura atmete gereizt aus. „Und wie genau, willst du zu Hagrid runter kommen?" fragte sie genervt. „Den Umhang haben wir ja nicht. Und wir dürfen den Gemeinschaftsraum nicht verlassen!"
Alle überlegten einen Moment und Emma war sehr froh, dass Laura nun viel vernünftiger geworden war, denn sie hatte keine Lust, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Und auch nicht, versteinert zu werden.
„Wir sind es Hermine schuldig!" drängte Ron und traf damit den wunden Punkt der Freunde, was er sofort bemerkte. Ihre Gesichter zeigten ihre Gefühle nur zu gut.
Harry wusste genau, was er Remus vor nur wenigen Stunden versprochen hatte. Aber Hermine war seine Freundin! Und es war ja nicht so, dass er ein Abenteuer suchte, er wollte ihr bloß helfen, dachte er und sah Ron etwas verzweifelt an.
„Hermine würde uns nicht hängen lassen. Und sie hat auch viel Mut gebraucht, den Vielsafttrank zu brauen. Nun liegt sie kalt und starr dort."
Zufrieden sah er, wie die Freunde immer zerknirschter wurden und beschloss, noch ein wenig tiefer in dieser empfindlichen Stelle zu stochern. „Mit ganz leeren Augen. Unsere Freundin," fügte er leise hinzu.
„Wir müssen es gleich morgen Abend nach dem Essen versuchen," überlegte Harry und sofort stimmte Ron ihm zu. Das schlechte Gewissen nagte schon jetzt an ihm.
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Arme Hermine! dachte Harry, als er eine Stunde später in seinem Bett lag und an das Dach seines Bettes blickte, das kaum auszumachen war, in dem fast ganz dunklen Raum.
Und armer Remus! kam ihm sogleich der Gedanke. Die Geschichte von dem Werwolfbiss, die Remus ihm gestern erzählt hatte, hatte ihn sehr beeindruckt. Und er war froh, dass Remus trotz dieser schwierigen Umstände so gute Freunde gehabt hatte hier in Hogwarts.
Das war auch für ihn selbst etwas, dass er hier sehr schätzte und das Leben soviel schöner machte. Er hatte es früher sehr schwer gehabt, Freunde zu finden und vor allem, sie zu behalten, denn alle wurden immer sofort von Dudley und seiner Bande verhauen. So hatten sie sich von ihm fern gehalten und er war sehr einsam gewesen.
Wie schreckliche Angst musste Remus ausgestanden haben, als dieses Vieh ihn plötzlich angegriffen hatte. Und wie schlimm musste wohl die Zeit danach für ihn gewesen sein!
Aber Remus schien sich mit diesem Schicksal abgefunden zu haben, denn er beklagte sich nicht. Wie schwierig das damals alles gewesen sein musste, war Harry erst nach dem Gespräch mit Remus klar geworden. Er hatte viele Fragen gestellt und Remus hatte ihm alle beantwortet. Ganz klar und ohne zu dramatisieren, ohne ein Geheimnis daraus zu machen oder zu sagen 'dafür bist du noch zu jung'. Das hatte Harry erstaunt, wie ehrlich der Mann gewesen war und es hatte ihn geehrt, dass er ihm das alles anvertraut hatte.
In der Dunkelheit starrte Harry vor sich hin und stellte sich den kleinen Jungen vor, der in dem Zelt lag und mit seinem Stoffhasen spielte, weil er nicht einschlafen konnte. Er stellte sich die gleichmäßigen, schnarchenden Atemzüge vor, die vom Vater stammten. Das konnte Harry sich besonders gut vorstellen, da Ron im Bett neben ihm leise schnarchte.
Der kleine Remus sah den hellen Mond durch die Zeltplane scheinen und plötzlich erregte ein Geräusch seine Aufmerksamkeit.
Er setzte sich auf, den Stoffhasen in einem Arm an sich gedrückt. „Mummy," flüsterte er leise. Diese gab nur ein Grummeln von sich und drehte sich in ihrem Schlafsack auf die andere Seite. Sie hatte den ganzen Abend gelacht, mit den Diggsons. Und er hatte mit Sarah gespielt. Er mochte sie gut, sie war schon lange seine Freundin. Aber er war nicht müde, denn er wusste, dass sie morgen an ein Muggel-Fest gehen würden. Er würde eine Zuckerwatte essen, das hatte Mum ihm versprochen. Er würde auf dem Karussell fahren, zusammen mit Sarah. Er lächelte bei dem Gedanken.
Er war zu aufgeregt zum schlafen.
Da war das Geräusch wieder. Ob da draußen ein einsamer Hund war? fragte sich der kleine Junge. Er mochte Hunde und vielleicht hatte der Hund da draußen sein Zuhause verloren und war ganz alleine.
Der kleine Remus befreite seine Beine etwas umständlich aus dem Schlafsack und kroch aus dem Zelt.
Er sah sich um und sah dann zum Mond hinauf. Zum Glück war der Mond so hell, heute Nacht, sonst hätte er sich gefürchtet. Trotzdem drückte er sein Häschen etwas mehr an sich.
Harry war erstaunt, wie gut er sich das alles vorstellen konnte und es schauderte ihm, beim Gedanken daran, was den kleinen Jungen da draußen erwartete.
Plötzlich sah Remus ein paar kleine Lichtlein tanzen in der Nähe des Waldes. Was das wohl war? Er sah sich nochmals um. Da war nirgends ein Hund.
Ob das Glühwürmchen waren? dachte Remus entzückt. Er sah zum Zelt zurück. Er wollte nur mal schnell diese Lichtlein ansehen gehen, dachte er und schon trugen ihn seine kleinen, nackten Füße Richtung Wald.
Da war auf einmal ein leises knurrendes Geräusch, ganz in der Nähe. Obwohl Remus dachte, dass es von einem Hund stammen könnte, und er Hunde liebte, bekam er plötzlich große Angst. Irgend etwas in seinem Kopf warnte ihn und ließ ihn umdrehen und flüchten. So schnell ihn die Füßchen trugen, rannte er zurück zum Zelt. Er hatte gar nicht gemerkt, dass er sich soweit entfernt hatte. Der Hase, den er an den Ohren festhielt, baumelte wild umher, während der Junge rannte und nach seiner Mummy rief.
Hinter ihm war wieder das Geräusch und er wurde grob umgestoßen und alles war ein Durcheinander. Er wusste nicht, was da geschah und er hatte riesige Angst. Er fühlte Schmerz, aber noch viel schlimmer als dieser Schmerz war die unglaubliche Angst, die er fühlte.
Sein verzweifelter Wunsch war es, bei seiner Mum und bei seinem Dad zu sein.
Er rief nach ihnen, bekam aber nicht mehr als ein Flüstern heraus. Etwas Schweres lag auf ihm und quetschte ihm die Luft aus der Lunge. Einen kurzen Moment sah er schreckliche, gelbe Augen.
Seine kleine Faust umklammerte verzweifelt den Stoffhasen.
Das haarige, riesige Etwas lag schwer auf ihm und er roch den ekligen Atem. Er wusste, dass dieser Bär oder was es war, ihn gebissen hatte, denn seine Schulter schmerzte sehr. Ob er nun gefressen würde? 'Mummy, komm!' dachte er.
Dann hatte er plötzlich die Stimme seines Dad gehört und dann war alles nur noch ein Durcheinander gewesen.
An die Zeit danach konnte er sich nicht klar erinnern. Aber er war lange im Krankenhaus gewesen. Jedenfalls war nichts gewesen mit einem Fest und Zuckerwatte und auch nichts mit Karussell fahren. Sarah Diggson hatte er nie wieder gesehen und in die Schule war er auch nicht gegangen. Seine Mutter hatte ihn zu Hause unterrichtet und später war dann ein alter, langweiliger Lehrer zu ihnen nach Hause gekommen.
Von da an war er gefährlich gewesen. Ein Monster, von welchem man die anderen Kinder schützen musste.
Ein Junge, der sich jeden Vollmond unter großen Schmerzen in einem dunklen Keller in einen blutrünstigen Werwolf verwandelt hatte.
Harry schlang seine Arme um sich. Remus hatte nicht erwähnt, wie schrecklich das alles gewesen war für ihn, aber Harry wusste es auch so. Er hatte es auch in den Augen des Mannes gesehen, auch wenn Remus versucht hatte, seine Gefühle nicht zu zeigen.
Ein ziemlich schlechtes Gewissen beschlich Harry, als er an den Plan, zu Hagrid zu gehen, dachte. Aber Remus hätte bestimmt auch so gehandelt, wenn es um seine Freunde gegangen wäre. Er wusste, wie wichtig gute Freunde waren und er konnte Hermine nicht im Stich lassen. Hoffentlich fanden sie wenigstens etwas Brauchbares heraus.
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Endlich waren alle Schüler von den Gängen verschwunden und die drei Verbleibenden kamen hinter der Ritterrüstung und der Statue, hinter denen sie sich versteckt hatten, hervor.
Laura biss sich ängstlich auf die Unterlippe und sah sich nervös um. Ihr ganzes Innenleben schien zu flattern, als sie mit Harry und Ron Richtung Tor ging. Sie würde das wohl kaum überleben, wenn ihr Dad rausfinden würde, dass sie sich aus dem Schloss entfernt hatte, wo sie sich ja nicht mal hier alleine mit den Freunden hätte bewegen dürfen.
Sie hatten auch alle etwas Angst, dem Vieh zu begegnen, welches alle Schlossbewohner versteinerte.
Als Ron die Hand ausstreckte, um die riesige Tür zu öffnen, kaute Laura aufgeregt auf dem Ärmel ihres etwas zu großen Pullovers rum.
Doch die Tür war verschlossen. Damit hatten sie nicht gerechnet, obwohl es ihnen nun total logisch erschien.
„Alohomora!" befahl Harry ,da Rons Zauberstab immer noch lädiert war, doch nichts geschah.
Die Freunde sahen sich fragend an. „Was jetzt?" hauchte Laura und Ron antwortete eben so leise: „Wohl erstmals so schnell wie möglich zurück in den Gemeinschaftsraum!"
„Vorsicht!" zischte Laura plötzlich und zog Ron am Ärmel hinter die Ritterrüstung und Harry folgte ihnen sofort. Sie hörten etwas Rauschen, trauten sich aber nicht, hinter der Rüstung hervor zu sehen. Ob es das Monster war? Ihre Herzen hämmerten laut.
Die Befürchtung bewahrheitete sich nicht, allerdings war die Person, die direkten Kurs auf die Rüstung zu machte wohl mindestens so angsteinflößend.
„Rauskommen!" erklang die scharfe, tiefe Stimme von Severus Snape, als er vor der Rüstung stehen geblieben war. Die Kinder sahen sich vielsagend an, standen dann aber zögernd auf. Dieser Mann musste einen siebten Sinn haben oder einen Alarmzauber installiert haben.
Snape griff nach Harrys Arm und zog ihn unzeremoniell hinter dem eisernen Ritter hervor.
Dieser schluckte leer und Laura und Ron traten neben ihn, damit Harry dem Unmut des Mannes, der wie ein schwarzer Turm mit finsterem Blick auf die Kinder hinunter sah, nicht alleine ausgeliefert war.
„Was genau habt ihr vor?" sagte Snape in seidenglatter, leiser, aber auch einschüchternden Stimme, während er seine rabenschwarzen Augen von einen zum anderen gleiten ließ.
Laura lief es kalt den Rücken hinunter und den beiden anderen Jungen schien es ähnlich zu gehen. Ihre Wangen glühten und Rons Ohren hatten in etwa die Farbe reifer Tomaten.
Die Kinder schluckten und hörten plötzlich rasche Schritte hinter Snape. Sie waren froh, ihre Hauslehrerin zu sehen, auch wenn diese sehr streng und strafend auf sie hinunter blickte, als sie neben Snape stehen geblieben war.
„Kommt sofort mit!" sagte sie spitz und die Kinder gehorchten für einmal nur zu gerne.
Snape hielt Laura am Oberarm zurück und sie sah vorsichtig zu ihm auf. Ihr gefiel sein Gesichtsausdruck ganz und gar nicht und sie befürchtete das Schlimmste.
„Du kommst mit mir!" befahl er kurz, ohne den protestierenden Blick der Kollegin zu beachten.
McGonagalls Lippen waren äußerst schmal geworden und wandte sich an ihren Kollegen. Der schien die Tatsache, dass sie die Hauslehrerin seiner Tochter war, wieder einmal zu ignorieren. Natürlich wusste sie, dass Snape über das Verhalten seines Kindes mehr als verärgert war, aber es wäre an ihr gewesen, die Kinder dafür zu bestrafen. Auch Laura Smethurst.
Vor den Kindern wollte sie aber die Sache natürlich nicht klären und sie wusste, wie unglaublich stur der junge Mann sein konnte, vor allem, wenn es um sein Kind ging. Er war nicht der Typ Mensch, der klein beigab, wenn er von etwas überzeugt war und einmischen durfte man sich schon gar nicht in seine Angelegenheiten. Trotzdem würde sie gelegentlich ein paar Worte sprechen müssen mit ihm.
Als Laura ihrem Vater langsam und ungerne folgte, griff er nach ihrem Handgelenk und zog sie rasch mit sich. Geduld war sowieso nicht seine Stärke, schon gar nicht in solchen Momenten.
Harry und Ron gingen mit gesenkten Köpfen der Hauslehrerin nach. Laura würden wohl ein ziemliches Donnerwetter zu hören bekommen, dachte Harry.
Er hoffte, dass McGonagall es nicht Remus erzählen würde. Der wäre dann bestimmt enttäuscht von ihm und das wäre schlimm. Vielleicht erzählte es aber Snape, da er sich ja gut mit Remus verstand und die Männer schienen sich gerne über solche Zwischenfälle auszutauschen. Harry seufzte und Ron sah kurz zu ihm hinüber.
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Laura musste immer wieder rennen, um mit Snape Schritt zu halten durch die verlassenen Gänge und die Treppe zu den Kerkern hinunter.
„Dad! Bitte, es tut mir Leid!" jammerte sie, doch der schritt nur eilig weiter in Richtung der Privaträume. Immer wieder stahl Laura einen Blick zu ihm hinauf. Seine etwas verengten Augen und sein schmaler Mund verhießen nichts Gutes. Auch die Kieferknochen, die darauf hindeuteten, dass er die Zähne zusammen biss, waren kein positives Zeichen.
Was hatten sie sich auch dabei gedacht, sich aus dem Schloss schleichen zu wollen, wenn es doch noch nicht einmal erlaubt war, sich im Schloss frei zu bewegen? Hagrid war nicht gut darin, etwas für sich zu behalten. Vielleicht hätten sie etwas aus ihm heraus bekommen!
Lauras Herz raste und als sich die Tür von Snapes Büro hinter ihnen geschlossen hatte, bekam sie unverzüglich einen schallenden Schlag auf den Hosenboden. Seraphino Cunninghutch schreckte von seinem Schläfchen auf und Laura rieb sich die ziemlich schmerzende Stelle quer über ihrem Hintern.
„Au," sagte sie, allerdings ziemlich leise, denn sie wusste, dass sie sich unglaublich glücklich schätzen konnte, wenn das schon alles gewesen war.
Das Gesicht ihres Vaters schien aber immer noch gleich ärgerlich. „Was habe ich dir immer und immer wieder gesagt in den letzten Wochen?" fragte er und versuchte dabei seine Fassung zu behalten.
Er hätte allergrößte Lust gehabt, seiner Tochter gehörig den Hintern zu verhauen, dass sie eine Weile nicht mehr sitzen könnte. Er atmete langsam um seinen Puls zu beruhigen. Seine Augen bohrten sich in die von Laura.
Sie senkte die schwarzen Augen, in denen nun Tränen schwammen.
„Wir wollten doch nur wissen, wer das getan hat. Ich meine das mit Hermine... und den Anderen," schluchzte sie. „Sie ist doch unsere Freundin und... nun liegt... sie kalt und steif da... und sie würde uns doch auch nicht im Stich lassen!"
Snapes Gemüt beruhigte sich etwas. Er wusste, dass Laura sich sehr um die Freundin sorgte, aber er sorgte sich um sie! Er hatte ihr immer wieder eingetrichtert, dass sie nicht ohne Lehrer im Schloss unterwegs sein dürfe und nun hatte sie doch tatsächlich das Schloss sogar verlassen wollen.
Dieses Kind würde ihn noch ins Grab bringen, dachte er verzweifelt. Wie sollte er sie und ihre unmöglichen Freunde nur schützen können, wenn sie kein kleinstes bisschen gehorchten. Er würde nachher ganz sicher mit Molly und Remus reden. Sie sollten ihren Sprößlingen ins Gewissen reden und zwar ordentlich.
Er setzte sich auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch stand und fasste Laura an den Oberarmen.
Von unten herauf sah Laura ihn schuldbewusst an. Sie wusste, dass ihr Vater wollte, dass sie ihn ansah, traute sich aber kaum, in sein wütendes Gesicht zu sehen.
„Ich dachte, ich könne mich nun so langsam auf dich verlassen, Laura," begann er und Laura fühlte sich noch mieser als vorhin. Viel mieser!
„Ich bin sehr enttäuscht von dir," sagte er und nun konnte sie seinem Blick nicht mehr stand halten.
„Tut mir Leid," hauchte sie und wieder kullerte eine Träne ihre Wange hinunter. Snape nickte, blickte sie aber immer noch scharf an wie ein Adler.
„Deine Freundin wurde versteinert. Meinst du ich will, dass dir das auch geschieht? Oder gar Schlimmeres?" fragte er eindringlich und Laura blickte schnell zu ihm auf und schüttelte leicht den Kopf.
„Du bleibst von nun an bei mir, junge Dame. Du machst keinen Schritt mehr ohne mich oder einen anderen Lehrer. Ist das absolut klar?" fragte er. Wann, so fragte er sich, wann war es endlich soweit, dass er sich mehr Selbstverantwortung erhoffen konnte von seiner Tochter? Wie lange würde er sie an dieser kurzen Leine halten müssen? Wann würde er diese lockern können, ohne dass sie sich gleich ins nächste Abenteuer stürzen würde?
Laura nickte wieder. „Ja Dad," sagte sie leise.
„Laura, sieh mich an. Einen Schritt ohne Lehrer, und du wirst es bitter bereuen," sagte er ernst. Sie hätte am liebsten gefragt, wie es denn sei, wenn sie aufs Klo müsse, entschied sich dann aber dagegen.
„Diese Woche bleibst du hier und gehst nicht zurück in den Gemeinschaftsraum. Da kommst du auf zu dumme Gedanken."
Laura atmete hörbar ein und wieder aus.
„Aber ans Geburtstagsfest von Fred und George darf ich schon, oder?" fragte sie plötzlich.
Snape funkelte sie böse an. „Natürlich nicht, du albernes Kind!"
Nun funkelten ihre Augen auch und sie sah ihn empört an. „Doch!" schrie sie beinahe. „Ich geh aber...!" Weiter kam sie nicht, denn nochmals klatschte ein mahnender Klaps auf ihren Hintern, der sie sofort verstummen ließ.
Snape beugte sich etwas vor. „Ich an deiner Stelle würde nun ganz brav sein und tun, was dein Vater dir sagt," warnte er und Laura senkte den Blick und nickte, denn ihr war bewusst, dass sie sonst vielleicht noch über den Beinen enden würde, auf die sie nun hinunter sah. Da ihr Hinterteil immer noch etwas surrte, wolle sie gar nichts provozieren.
S s s s
Amélie saß am nächsten Abend mit Severus vor dem Feuer in seinem Privatquartier. Sie hatte sofort gefühlt, dass Severus etwas bedrückte. Nun, da Laura in ihrem Bett war, begann er leise zu reden. „Der Schulleiter wurde suspendiert und Hagrid sitzt als Hauptverdächtiger in Askaban. Ich habe immer gesagt, dass das Ministerium seine Finger von dieser Schule lassen sollte. Sie meinen, die Probleme aus dem Weg schaffen zu können, wenn sie die Erstbesten beschuldigen."
Sie hörte, dass er ziemlich sauer, aber auch etwas verzweifelt und sehr beunruhigt war über die spätesten Entwicklungen in der Schule.
Sie griff seine Hand und fragte leise: "Weiß Laura davon? Sie mag doch diesen Hagrid ziemlich gerne, nicht wahr?" Sie erinnerte, wie Laura ihr von dem Halbriesen vorgeschwärmt hatte, wie nett der sei und wie lustig sie es immer hatten bei ihm. Das würde das Mädchen bestimmt ziemlich belasten.
Severus zog Amélie an sich und lehnte sein Gesicht an ihr kastanienbraunes Haar, das so weich war und gut roch. Er schloss die Augen. „Nein. Die Schüler sind informiert worden wegen des Schulleiters, aber von Hagrid weiß sie noch nicht. Ich bin unschlüssig, ob ich es ihr sagen soll, denn ich befürchte, dass es ansonsten Draco Malfoy tun wird und das wäre noch viel schlimmer."
Amélie stimmte ihm zu. Auch von dem jungen Malfoy hatte sie gehört und wenn er nur halb so fies war, wie sein Vater, dann war das schon schlimm genug. Sie konnte Lauras Antipathie gut verstehen. Trotzdem hatte sie Laura geraten, es zumindest zu versuchen, sich mit ihm zu vertragen. Auch Amélie war klar, dass vor allem in Zeiten wie diesen es immer am Besten war, wenn man möglichst wenige Feinde hatte. Auch wenn es einem bei gewissen Menschen schwer fiel.
„Zum Glück ist es den Kindern nicht gelungen, sich gestern raus zu schleichen. Sie wären bestimmt genau zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen," sagte Amélie und kuschelte sich etwas an Severus. „Remus hat wohl Harry auch ins Gewissen geredet?" fragte Amélie. Sie wusste, wie sehr Remus den Jungen liebte und sich um ihn sorgte.
Snape nickte und dachte daran, wie erschrocken Remus über den Versuch der Kinder gewesen war. Er hatte Remus und auch Harry am Abend die Gelegenheit gegeben, sich hier zu unterhalten und der Junge hatte nach dem Gespräch ziemlich zerknirscht gewirkt.
Ob sie selber auch so impulsiv und unüberlegt gehandelt hatte, als sie ein Kind war? fragte sich Amélie und sah dann zu Severus hinauf. Natürlich fand sie, dass er ziemlich streng war, mit seinem Kind, aber sie wusste, dass er es nicht schätzte, wenn sie sich einmischte. Und vielleicht brauchte Laura eben genau das, überlegte sie. „Und Laura scheint nun ihre Strafe akzeptiert zu haben, wie es scheint."
Severus sah zu Amélie hinunter und lächelte leicht. Das gefiel ihr doch schon besser!
„Die Weasleys haben sogar ihre Party verschoben." Er sah Amélie vielsagend an. "Dieser Weasley-Bengel scheint wirklich ein Auge auf meine Tochter geworfen zu haben!" sagte er halb empört, halb ärgerlich.
Amélie lachte. „Severus Snape, dein Töchterchen wird bald eine junge Dame sein und nun beginnt sie schon, den Jungs den Kopf zu verdrehen. Aber hab keine Angst, mein Schatz, du wirst immer ihre Nummer eins sein!" Sie liebte es, ihn ein wenig hoch zu nehmen und sein verzweifeltes Gesicht und die funkelnden Augen anzusehen. So eine eifersüchtige Glucke, dachte sie immer noch lachend.
Na hoffentlich! dachte Snape etwas zweifelnd.
„Wie war das nun mit den Drachen?" wollte Amélie wissen und setzte sich so hin, dass sie Severus besser ansehen konnte.
Dieser hob eine Augenbraue, als er an den Brief dachte, den er heute von Rons älterem Bruder bekommen hatte. Dieser Charlie Weasley hatte sich sofort der Sache angenommen und er schien ziemlich kompetent zu sein, so wie er Auskunft gegeben hatte und ihr Vorgehen beschrieben hatte.
„Diese Höhle, die Laura und ich gefunden haben, war tatsächlich noch bewohnt. Allerdings war von den Drachen, die Rosario damals gehalten hatte, nur noch wenig vorhanden. Aber es scheint, dass eines der Eier geschlüpft war, nachdem mein Ururgroßvater die Höhle verschlossen und die Drachen verlassen hatte.
Das Tier hatte nur überleben können, indem es sich an seinen Eltern gütlich getan hatte. Und auch dadurch, dass die Höhle nicht ganz dicht verschlossen gewesen war und etwas Wasser hatte hinein gelangen können. Natürlich hat das Jungtier die ausgewachsenen Tiere nicht getötet, sie müssen selbst verendet sein. Nur dank dem extrem hohen Elterninstinkt hatten die erwachsenen Drachen das Junge nicht gefressen.
Jedenfalls waren die Drachenforscher höchst erstaunt gewesen, dass dieses Tier am Leben war, nach so langer Zeit. Der arme Drache hat in seinem Leben natürlich noch nichts anderes als nur das Innere dieser Höhle gesehen. Und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die Wand eingestürzt wäre, die Rosario magisch errichtet hatte. Also war es ziemliches Glück, dass wir den Drachen und die Höhle gefunden haben. Wer weiß, was ansonsten hätte passieren können."
Amélie konnte kaum glauben, was sie da hörte. Das hörte sich unglaublich an. Aber Drachen waren schon faszinierende Wesen.
„Und haben sie ihn mitgenommen, nehme ich an?" fragte die junge Frau und Snape nickte.
„Es war eine äußerst gefährliche und schwierige Bergung, da das Tier noch nie ein anderes Wesen gesehen hatte. Ja, sie werden versuchen, ihn in eine kleine Herde zu integrieren, was bestimmt nicht sehr einfach ist," antwortete er und zog die geliebte Frau wieder näher zu sich. „Der Drache habe nicht gewusst, ob er sich ängstigen, angreifen oder sich freuen sollte," sagte er. Das hatte ihm der Leiter dieser Drachenkolonie geschrieben. „Der Drache war sehr schwach, da er lange kein Futter gehabt hatte und war deshalb nicht so wehrhaft, wie er sonst gewesen wäre. Er ist auch bei weitem nicht ausgewachsen, da Drachen erst mit sechs bis siebenhundert Jahren erwachsen sind."
Amélie liebte es, ihren Kopf an Snapes Brust zu lehnen. Sowas, wie er ausstrahlte, hatte kein anderer Mensch!
Diese Geschichte von seinen Vorfahren war wirklich sehr speziell und interessant, dachte sie. Es hatte scheinbar nicht nur einen einzigen Grund, dass Edna ihre Ururenkelin ihre Erinnerungen in Form von Träumen schickte. Ja, sehr speziell, das alles!
TBC...
