Danke vielmals scientific ida fürs Betalesen und die tollen Tipps!

Phoebe: Danke vielmals für dein Review, hat mich riesig gefreut und du machst es mir (wie auch die anderen Reviewer) gar nicht leicht, zu einem Ende zu kommen ;-P Ganz liebe Grüsse, Sally

Alle die mir ein Review hinterlassen haben: DANKE! Ihr seid die BESTEN! Viel Spass beim nächsten Teil

s s s s s s s

„Wo war nun dieses Kind wieder?" fragte sich Severus. Er wollte sich später noch mit Edward treffen, um einiges über seinen neuen Zaubertrank zu besprechen, den er nun endlich beendet hatte. Nun gab es noch einige Versuche, die gemacht werden mussten. Es war ein jahrelanges Projekt gewesen und er war sehr froh, dass er nun gewisse, noch nicht optimale Dinge hatte anpassen können.

Amélie würde auf Laura aufpassen, da diese nun erst seit zwei Tagen aus dem Krankenhaus zurück war. Natürlich hatte sie darauf gedrängt, so schnell wie möglich dieses langweilige verlassen zu können und die Ärzte hatten schlussendlich ihrem hartnäckigen Drängen nachgegeben und sie schon nach drei Tagen nach Hause entlassen. Nur, weil auch Snape versprochen hatte, ein sorgsames Auge auf seine Tochter zu haben.

Aber Laura zu beaufsichtigen war nicht ganz so einfach. Jedenfalls lag sie im Moment nicht in ihrem Bett, wie das hätte der Fall sein sollen.

Er schritt ins Wohnzimmer. Als er bei der Küche vorbei kam, hörte er ein Geräusch und schob die Tür auf, um einzutreten.

„Was tust du da?" fragte er etwas genervt. Laura lag bäuchlings am Boden und hielt die Klappe auf, durch die ihr Streifenhörnchen gewöhnlich ein und aus gegangen war, bevor es spurlos verschwunden war.

In der anderen Hand hielt sie den Zauberstab. Als sie ihren Dad bemerkte, drehte sie den Kopf etwas zu ihm.

Sie kniete sich hin und erklärte: "Jimmy! Sie wurde vielleicht in dem Lüftungsschacht von dem Basilisken überrascht und getötet. Oder versteinert," fügte sie leise hinzu und sah auf ihre Oberschenkel hinunter. "Der Alraunen-Trank würde doch auch bei ihr wirken. Miss Norris ist ja auch wieder entsteinert."

Snape atmete hörbar aus. „Und das hat nicht Zeit, bis du wieder auf den Beinen bist?" fragte er.

Laura stand demonstrativ auf. „Das bin ich doch?" grinste sie. Snapes Augen verengten sich.

„Und was, junge Dame, haben die Ärzte dir gesagt?" fragte er streng und fasste sie am Handgelenk. Automatisch verdeckte ihre Hand ihren Hintern, da man bei ihrem Dad nie wusste. Vor allem in Sachen Gesundheit verstand er keinen Spaß.

Seine Augenbraue wanderte etwas hinauf, als er Lauras Vorsichtsmaßnahme bemerkt hatte und er zog sie mit sich in ihr Zimmer. Er fasste sie unter beiden Armen und pflanzte sie in ihr Bett.

„Hier bleibst du, vorläufig," sagte er bestimmt und Laura krabbelte unter die Decke. „Amélie kommt gleich und ich gehe jetzt. Eine Zehe aus dem Bett..."

„Und es rauscht!" beendete Laura den Satz. Snape lächelte versteckt und nickte.

„Genau," sagte er und küsste Laura auf die Wange.

„Dad, ich denke Großvater mag Amélie," sagte sie zufrieden. Ihr Großvater hatte sie heute besucht und bei dieser Gelegenheit hatte Severus ihm Amélie vorgestellt. Die beiden hatten sich auf Anhieb super verstanden und schienen sich sehr zu mögen. Das freute Snape wirklich. Irgendwie war es ihm wichtig, vielleicht erst recht, nach den Schwierigkeiten, die er mit Laura in dieser Beziehung gehabt hatte.

Es war nicht so einfach gewesen, seinen Vater hier her zu bringen, vor allem, weil er ein Muggel war.

Amélies Eltern hatte er noch nicht kennen gelernt, aber das würde bald geschehen. Er wusste von Amélie, dass sie wohl etwas speziell waren.

„Ja, das denke ich auch," antwortete er und strich seiner Tochter mit der Hand über den Kopf.

S s s s s s

Mit großen Augen horchte Laura der Geschichte von Amélie. Die Frau hatte sehr viel Phantasie, dachte Laura bewundernd. Sie hatte eine wunderschöne Geschichte über einen Jungen erzählt, den es mit seinem Segelboot auf eine wundersame Insel getrieben hatte.

Amélie hatte sich einfach neben sie aufs Bett gelegt und Laura drehte Amélies glänzendes Haar um ihre Finger.

Sie betrachtete die junge Frau und gestand sich ein, dass sie sehr froh war, dass Amélie nun noch mehr zu ihnen gehörte. Sie liebte die Frau. Amélie liebte sie auch und sie war sehr offen und sagte ihr auch immer wieder, dass sie sie liebte.

Das gefiel ihr. Nun wurde sie von so vielen Menschen geliebt. Natürlich war es nicht immer nur spaßig, die Tochter des berühmtberüchtigten Tränkemeisters und Professors zu sein. Und trotzdem machte sie nichts glücklicher, als genau das zu sein. Die Tochter von Severus Snape.

Laura lächelte, als die Frau die Geschichte beendete.

„Amélie," sagte Laura und legte den Arm um die Frau.

„Hm?"

„Du tust meinem Dad so gut," sagte sie leise. „Und mir auch," fügte sie hinzu. Amélie drehte den Kopf zu ihr und lächelte sie glücklich an.

„Ihr tut mir auch gut," sagte sie ehrlich und küsste Laura auf die Wange. Sie blickten zur Decke, wo Fred II bewegungslos hing.

Als Severus zwei Stunden später nach Hause kam, fand er seine beiden 'Mädels' genau so vor. Aber sie schliefen friedlich und bemerkten ihn nicht.

Lange sah er die beiden an. Diese zwei Frauen, die sein Leben so verändert hatten. Er beugte sich hinunter und küsste beide auf die Wangen.

Dass er fähig wäre, so zu lieben, hatte er nicht gewusst. Und was auch immer kommen mochte, so konnte doch nichts diese Tatsache ändern. Und nichts könnte ihm diese Erinnerungen nehmen.

S s s s s

Laura erholte sich gut und ihre Freunde besuchten sie jeden Tag. Laura war oft langweilig und sie freute sich richtig, als sie wieder zur Schule gehen durfte.

Draußen war es freundlich warm und Laura spazierte mit ihren Freunden zum See. Sie genoss es in vollen Zügen, hier draußen zu sein.

Der warme Wind, der ihr sanft um die Nase strich und die vielen Blüten, beim verbotenen Wald, die sie meinte bis hier am See zu riechen.

Der Boden war etwas weich und ein klein wenig feucht, trotzdem setzten sich die Kinder ans Ufer des Sees, der sich glitzernd kräuselte.

„Die sieht nur noch rosarot," kommentierte Ginny, die sich neben Hermine nieder ließ. Von weitem sahen sie Emma, mit ihrem Freund händchenhaltend am Ufer des Sees spazieren.

Laura grinste, als sie zu der Freundin sah, die in letzter Zeit nur noch eins im Kopf hatte. Oder einen. Dennis hieß der Auserwählte und war das einzige Gesprächsthema des Mädchens, was all ihre Freunde allmählich etwas nervte. Aber das war eben das, was Emma nun interessierte und Laura freute sich für die Freundin.

Das Gesprächsthema Nummer eins für Laura und Harry, Ron, Ginny und Hermine war natürlich ihr Abenteuer in der Kammer des Schreckens. Harry hatte erzählt, dass Professor Dumbledore mit ihm gesprochen habe. Und dann sei er einem aufgebrachten Lucius Malfoy begegnet, der dann auch ganz brutal umgegangen sei mit Dobby. Das hatte die Malfoys noch unbeliebter gemacht bei den Freunden.

Laura hatte ihnen nichts erzählt von ihren Vorfahrinnen, die sie in der Kammer gesehen hatte. Es war etwas Persönliches, dachte sie und fühlte sich auch ziemlich erwachsen, dass sie sich entschieden hatte, es für sich zu behalten.

Ron schien besonders angetan zu sein, das Erlebnis in der Kammer immer und immer wieder zu erzählen. Harry und Ginny hatten immer einen etwas unbehaglichen Gesichtsausdruck, wenn es um dieses Thema ging.

„Wie hat es sich angefühlt, versteinert zu sein, Hermine?" fragte Laura plötzlich, während Ron eifrig seine Version des Erlebten zum Besten gab.

Hermine überlegte einen Moment, bevor sie antwortete: "Eigentlich habe ich gar nichts mitbekommen. Es war so, wie wenn ich geschlafen hätte."

Laura biss sich auf die Lippen und versuchte sich das vorzustellen. Sie drehte ein leeres Schneckenhaus in den Fingern herum, als sie plötzlich einen erschrockenen Schrei ausstieß. Auch die Freunde zuckten zusammen und starrten Laura mit großen Augen an. Sie waren alle viel schreckhafter geworden, seit ihrem Erlebnis in der Kammer.

Doch sofort entspannten sie sich wieder, als Laura vor Freude herum hüpfte wie eine hyperaktive Heuschrecke. In den Händen hielt sie ein kleines, felliges Etwas, das sich als Jimmy herausstellte. Das Tierchen hatte sie unerwartet von hinten angesprungen, war in Windeseile von Lauras Schulter auf ihren Arm geklettert und war dann an Lauras Brust gedrückt worden, bis es so gezappelt hatte, dass Laura ihren Griff lockerte.

„Jimmy, du Schlingel!" schimpfte nun Laura und sah streng, aber überglücklich auf ihr Streifenhörnchen hinunter, welches solange vermisst gewesen war.

„War das eben ein Regentanz?" fragte plötzlich eine Stimme hinter den Freunden. Vor lauter Jimmy hatte niemand die Zwillinge gehört, oder näher kommen sehen.

„Sie ist wieder da!" jauchzte Laura mit leuchtenden Augen. Die Zwillinge sahen sie fragend an, bemerkten dann aber das kleine Tierchen in Lauras Händen.

„Wusste gar nicht, dass sie weg war," bemerkte George trocken, aber mit einem Augenzwinkern. Laura küsste das Streifenhörnchen auf die Schnauze, was die Freunde und auch die Zwillinge eher unappetitlich fanden.

Fred hätte im Moment nichts dagegen gehabt, an der Stelle des Tieres zu sein. Ob er sich wohl mal ein paar Haare von Jimmy ausleihen sollte? So ein Tag als Streifenhörnchen von Laura, immer in ihrer Nähe, wäre nicht schlecht. Aber die Vielsafttrankgeschichte war ihnen in nicht sehr guter Erinnerung.

„Am Wochenende steigt unsere Party," sagte Fred und sah dabei automatisch Laura an.

Laura war aber mit Jimmy beschäftigt und bemerkte nicht, dass es eigentlich auch (für Fred vor allem!) sie anging.

„Ihr kommt doch?" fragte der rothaarige Junge nach.

Die Kinder nickten alle und Laura sah nun von Jimmy auf. „Weiß noch nicht," sagte sie etwas zu gleichgültig, für Freds Geschmack. „Wir bekommen vielleicht noch Besuch und gehen nach Hause," erklärte sie.

Ja, auf diesen Besuch freute sie sich besonders. Juanjosé, Fabrizzio, Ramona und ihre Mutter, Antonia kamen endlich zu ihnen. Darauf hatte sich Laura schon so lange gefreut und endlich kam die Familie für einen schon länger geplanten Urlaub nach England. Sie würde Fabrizzio sehen!

Natürlich musste dann alles muggeltauglich sein, und Milly konnte auch nicht dort sein. Aber Amélie würde auch kommen und das würde bestimmt gemütlich.

Sie dachte an die lustigen, fröhlichen Spanier, mit denen sie so viel Spaß gehabt hatte beim letzte Mal. Fabrizzio war einfach der schönste Mann überhaupt, dachte Laura mit einem verträumten Lächeln auf dem Mund.

Die Zwillinge diskutierten leise, als sie sich von den jüngeren Kindern distanzierten und schienen sich nicht einig zu werden..

„Nun hat Fred George mit Mühe und Not überredet, die Party zu verschieben, damit du kommen kannst, und nun... oje, der wird schön enttäuscht sein, wenn die Fete nun doch noch ohne dich steigt," bemerkte Ron und in seiner Stimme klang ein kleinwenig Schadenfreude mit.

Laura sah ihn überrascht an. Irgendwie fühlte sie sich ziemlich fies, wegen der Antwort, die sie den Zwillingen vorhin unüberlegterweise gegeben hatte. Das war ihr gar nicht bewusst gewesen. Aber sie wollte ihm ja auch keine Hoffnungen machen!

„Fred II ist übrigens auch wieder da," sagte sie an Hermine gewandt und grinste. Harry und Ron wussten nicht, wovon Laura sprach, aber sie klärte die fragend blickenden Jungen auf, dass es sich dabei lediglich um eine Spinne handelte.

S s s s s s

Snape saß mit Amélie auf dem Sofa und unterhielt sich leise. Die letzten Ereignisse hatten sie irgendwie vertrauter gemacht und sie hatten sich gegenseitig von einer anderen Seite kennen gelernt.

Amélie war beeindruckt gewesen, wie besorgt Severus gewesen war und wie sehr er sich um seine Tochter gekümmert hatte. Natürlich hatte sie immer gewusst, dass er sein Kind abgöttisch liebte, aber sie hatte seine Gefühle nun richtig gespürt.

Das war eine Seite an Snape, die sie sehr schätzte. Dass er das behütete, was ihm lieb war. Zwar zeigte er seine Gefühle und Gedanken selten offen, aber das hieß ganz und gar nicht, dass er keine Gefühle hatte. Im Gegenteil, würde sie behaupten.

„Hörst du mir zu?" fragte er die junge Frau, die ihn verträumt anlächelte. Schnell nickte sie. „Ja, natürlich. Ich... habe nur gerade gedacht, wie sehr ich dich liebe," sagte sie. Er sah sie fragend an, denn er war etwas überrascht über diese Liebeserklärung. Dann lächelte er und antwortete: „Darf man erfahren, wieso dir das genau jetzt in den Sinn kommt?"

Amélie rutschte näher zu ihm und legte ihren Kopf an seine Brust. „Keine Ahnung," hauchte sie und genoss es, dass er ihr den Arm um die Schultern legte.

Die Familie Pereirra hatte ihren Urlaub verschoben und würden erst in zwei oder drei Wochen nach England kommen. Natürlich war Amélie gespannt darauf, diese Leute kennen zu lernen, von denen Laura so schwärmte.

Als Snape die Badezimmertür aufgehen hörte, stand er auf und ging zum Tisch, wo er einige Unterlagen zusammen stapelte.

„Hübsch seht ihr aus," lobte Amélie, als Laura und Emma ins Wohnzimmer traten. Die Mädchen lächelten etwas verlegen und Laura schielte zu ihrem Dad.

Sofort biss sie sich auf die Lippen, als sie sein Gesicht sah. Finster musterte er sie.

Er besah sich seine Tochter kritisch und bemerkte, dass sie sich leicht geschminkt hatte und ihre Augen nun noch ausdrucksstärker waren, als sie von Natur aus ja schon waren, was er völlig überflüssig, wenn nicht sogar übertrieben fand. Ihr Haar irgendwie hochgesteckt und alles in allem sah Laura etwas älter aus, als er von ihr gewohnt war. Irgendwie wie ein Teenie. Und ja... sie war wirklich hübsch.

„So gehst du aber nicht!" schimpfte er und seine Augenbrauen hatten sich ziemlich zusammen gezogen.

Laura sah ihn empört an. „Was? Natürlich gehe ich so, Dad!" sagte sie und es war schwer zu sagen, ob es ein Betteln war oder ein Statement.

Amélie musste lächeln über sie Szene. Sie war auch aufgestanden, um sich die Mädels genauer anzusehen und sie fasste Severus am Arm und sprach leise: „Ist doch okay so."

Sie wusste, dass er gleichzeitig stolz war, auf seine hübsche Tochter und eifersüchtig. Auch sein Beschützerinstinkt drückte wahrscheinlich noch durch, was alles in allem keine sehr günstige Mischung war. Aber da mussten alle Väter mal durch!

Er sah etwas erstaunt zu Amélie, die sich sonst eigentlich nie einmischte, wenn es um Laura ging. Schon gar nicht, wenn er eine Entscheidung über seine Tochter traf.

Sein Blick war immer noch genau so finster. Es gefiel ihm nicht, dass seine Tochter so rausgeputzt zu dieser Party wollte.

Amélie hatte ihr einen speziellen Rock genäht, der ihr sehr gut stand. Von ihm aus hätte er ruhig etwas länger sein dürfen, dachte er stirnrunzelnd. Ja, Amélie hatte wirklich Talent, aber er wusste nicht recht, ob es ihm gefiel, wenn sie dieses Talent an seiner Tochter auslebte.

Jimmy sprang auf die Lehne des Sofas und mit einem gewagten Sprung landete sie auf Lauras Arm, die selbst etwas erschrak über den überraschenden 'Angriff'. „He!" sagte sie und setzte das Tierchen dann auf den Boden.

Snape war zugegebenermaßen sehr erstaunt gewesen, dass das Streifenhörnchen einfach so wieder aufgetaucht war.

Vielleicht hatte es einfach den Schacht gemieden, als es gemerkt hatte, dass da irgend ein unbekanntes Wesen dort drin unterwegs war. Außerdem hielten Streifenhörnchen in der Natur Winterruhe. Vielleicht hatte sie sich in der Zwischenzeit auch einfach wieder einmal vermehrt und war deshalb so lange nicht zurück gekehrt, wer wusste das schon!

„Wir müssen jetzt los, wir sind schon zu spät," sagte Laura schnell und schien es plötzlich sehr eilig zu haben. Schnell ging sie zur Tür, bevor ihr Dad sie noch zurück pfiff und sie zwang, sich das Gesicht zu waschen. Sie hatte sich ja wirklich nur ganz wenig schminken lassen, von Emma, der sollte sich nicht so haben.

Snapes Augen verengten sich, als er seiner Tochter nachsah, die ihm kurz zuwinkte, bevor sie die Tür hinter sich schloss.

„Geh nicht zu spät ins Bett!" rief er ihr noch nach, doch die Tür war schon zu.

Lächelnd sah die junge Frau neben ihm zu ihm auf. „Deine Tochter wird eben langsam eine junge Lady," witzelte sie und Snapes Augen verfinsterten sich noch mehr.

S s s s s

Laura war ziemlich aufgeregt. Emma war am Abend zu ihr in den Kerker gekommen und hatte sie etwas geschminkt. Bei ihrem ersten, eigenen Versuch hatte Laura ausgesehen wie eine Mischung aus einem Clown und einem leichten Mädchen.

Es war auch das erste Mal gewesen, dass Laura versucht hatte, sich zu schminken.

Von ihrer Cousine Nathalie war sie unzählige Male geschminkt und gestylt worden, wäre so aber natürlich nie vor die Tür gegangen.

Nur sehr dezent hatte Emma sie geschminkt, da Laura nicht wie eine Tussi aussehen wollte. Doch sie musste selbst zugeben, dass sie hübsch aussah und Emma das sehr gut konnte. Wahrscheinlich hatte sie sich selbst schon öfters geschminkt, vermutete Laura. Dennoch erstaunte es sie, dass ihr Vater nicht schwieriger gewesen war, als er das bemerkt hatte. Wahrscheinlich nur dank Amélie.

Und Emma hatte es spannend gefunden, Laura, die so ein ganz anderer Typ war, als sie selbst, zu schminken und sie hatten sich ziemlich Zeit gelassen. Nun waren sie dafür die letzten, die im Gryffindorturm erschienen.

Der Raum war schön geschmückt und natürlich waren alle Gryffindors eingeladen, da die Zwillinge ja sowieso niemanden wegschicken konnten, aus einem Raum, der von allen genutzt werden durfte. Im Gegenteil. Sie konnten froh sein, wenn ihre Party von den größeren Schülern geduldet wurde.

Die größeren Schüler saßen an den Tischen, die etwas zur Seite geräumt worden waren, da sie sich nicht für das Fest der jungen Weasleys interessierten. Jedenfalls hätten sie das nicht zugegeben.

Laura und Emma bemerkten die Blicke sofort, die sie mit ihrem Erscheinen auf sich zogen.

Vor allem von Laura waren die Mitschüler nicht gewohnt, dass sie sich hübsch machte.

Auch Hermine hatte ihre Haare gebändigt und sie zu einem Knoten zusammen gebunden, was ihr ziemlich gut stand.

Laura bemerkte, dass Ron seinen Blick nicht von der gemeinsamen Freundin lassen konnte.

Ein Buffet war aufgestellt, mit Leckereien, die die Zwillinge mit Lauras Hilfe von den Hauselfen bekommen hatten. Die Zwillinge hatten Laura dafür ein paar kleine, nützliche Zaubertricks gelehrt. Das konnte Laura viel besser gebrauchen, als die Küsse von Fred, die ihr als 'Bezahlung' angeboten worden waren.

Eine Früchtebowle stand auch auf dem Tisch und Laura fragte George, ob da Alkohol drin sei. Ihr Dad hatte ihr nämlich strikte verboten, auch nur einen Tropfen Alkohol zu sich zu nehmen.

Laura hatte gemerkt, wie ernst er das gemeint hatte und sie wollte nichts riskieren. Da verstand ihr Dad überhaupt keinen Spaß.

„Natürlich nicht!" sagte Fred.

„Unsere Mutter würde uns häuten und den Gartengnomen zum Fraß vorwerfen," bestätigte George und Laura lachte und schnappte sich einen weißen Ballon, der ihr vor der Nase rumschwebte.

„Der erinnert mich irgendwie an Malfoy," bemerkte sie naserümpfend und sie gab dem unschuldigen Ballon einen unsanften Klaps, dass er davonflog. „Du hast hier nichts verloren, Bleichgesicht!" schimpfte sie übertrieben streng, was die Zwillinge witzig fanden und auch Fred haute eins an den Ballon, der in seiner Nähe wieder hinunter geschwebt war.

Als sich alle an den leckeren Dingen gütlich getan hatten, tanzten sie ein wenig herum, zu Musik, die aus einem altmodischen Gramophon erklang. Sie amüsierten sich dabei ziemlich gut, da die Zwillinge extra lustig tanzten und es wurde immer wilder. Ein paar rosarote und grüne Vögelchen schwirrten herum und Laura fragte sich, ob sie wohl echt waren und woher die plötzlich gekommen waren.

Laura war auch überhaupt nicht gehemmt und hopste wild herum, wie sie es an dem Fest in Irland mit Amélie getan hatte.

Es fiel ihr auf, dass Seamus sich immer in ihrer Nähe aufhielt. Auch Fred schien das aufgefallen zu sein, denn Laura sah, was für einen unzufriedenen Blick er dem Jungen gab. War Fred etwa eifersüchtig? dachte Laura leicht amüsiert.

„Wollen wir ein Spiel spielen?" schlug Fred vor, als sie genug getanzt hatten und nur noch Neville und Lavender herum hopsten. Die Vögel stellten sich als unecht heraus und einer nach dem anderen verpuffte mit eine kleinen 'Pfff'

„Wir könnten Flaschendrehen spielen," meinte George augenzwinkernd und schubste seinen Zwillingsbruder leicht an.

Ron sah seinen Bruder fragend an und Laura sah ebenfalls zu dem sommersprossigen Zwilling auf.

"Okay. Ihr dreht euch, und was tun wir?" fragte sie gespielt gelangweilt, aber mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen.

Es dauerte einen kleinen Moment, bis Harry und Ron lachten und die Zwillinge Laura einen vielsagenden Blick gaben.

„Man dreht eine Flasche, und derjenige auf den die Flasche zeigt, muss geküsst werden," erklärte George geduldig. „Für alle, die das noch nie gespielt haben," fügte er mit einem Blick auf Ron hinzu.

„Das ist voll langweilig!" sagte Laura sofort, die nicht die geringste Küsslust verspürte. „Was soll denn daran bitteschön lustig sein?" fragte sie und machte eine ratlose Geste.

„Wenn schon, dann muss man vorher bestimmen, was die Person tun muss, auf den die Flasche zeigt. Man muss sich etwas Lustiges einfallen lassen," schlug sie vor und strich sich eine Haarlocke aus dem Gesicht, die sie an der Nase kitzelte.

Sie wusste nicht, was es bringen sollte, wenn sie sich reihum küssen mussten. War wohl ein Versuch von George, dass sein Bruder sich ihr annähern konnte und darauf hatte sie keinen Bock. Aber so könnte es doch noch spaßig werden.

S s s s

Amélie genoss die ungestörte Ruhe mit Severus und sie wollte sich heute nicht nur unterhalten. Sie hatten eher wenig Zeit gehabt für sich in den letzten Wochen, da immer etwas geschehen war, was Snapes Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hatte.

Er war offener geworden, viel offener, als am Anfang ihrer Beziehung. In jeder Hinsicht. Aber Amélie hatte gemerkt, dass er kein besonders geübter Liebhaber war. Allerdings war er lernfähig und seine Zurückhaltung ließ auch immer mehr nach.

Ja, sie musste ihn dringend auf andere Gedanken bringen, denn sie merkte genau, dass er daran dachte, war wohl sein Töchterchen gerade tat. Es amüsierte sie einerseits, dass er so überbehütend war, andererseits sollte er auch etwas loslassen lernen.

„So, Severus Snape. Nun gehörst du mir allein!" sagte sie bestimmt, sodass er eine Augenbraue hob.

Er wusste nicht, wieso er auf diese Frau so stark reagierte. Es beängstigte ihn etwas, dass sie ihn so um den Finger wickeln konnte, indem sie ihn nur schon ansah, mit ihren schönen Augen.

In dem Moment legte sie ihre weichen Lippen auf seine und die Besorgnis um Laura glitt klammheimlich irgendwo in den Hintergrund seines Denkens.

S s s s s s s

„Der, den es trifft..." sagte Laura und überlegte. Plötzlich grinste sie und meinte: „Der muss Nevilles Kröte eine romantische Liebeserklärung machen."

Alle lachten, beim bloßen Gedanken daran. „Das ist dann Trevors großer Tag!" lachte Ron.

Allerdings lachte er nur solange, bis die Öffnung der Flasche auf ihn zeigte. Sofort liefen seine Ohren rot an.

Es war nicht seine Stärke, vor anderen eine Show abzuziehen. „Ich liebe dich, du wunderschönes Geschöpf. Deine Augen sind so gelb wie Butterblumen und deine Haut so zart wie... Schleifpapier," säuselte er und Hermine neben ihm prustete vor Lachen, was Ron natürlich freute.

„Allerliebst!" meinte Fred weniger beeindruckt. „So, nun darfst du sagen."

Ron überlegte und sah sich um.

„Hmm... derjenige muss...," begann er langgezogen. „Der muss einen Löffel Senf essen," entschied er, deutete auf den Tisch, auf dem ein Topf mit scharfem Senf stand und einige rümpften die Nase.

Diesmal traf es Dean Thomas, der es widerwillig und mit angeekeltem Gesicht tat.

Er verlangte von dem nächsten, dass er mit jemand andersgeschlechtlichem die Kleider tauschen müsse, was dann Lavender mit Neville tat. Der rundliche Junge sah wirklich zu komisch aus, in Lavenders Rock, in den er sich hinein gezwängt hatte und Laura sah, wie Nevielle sich schämte, obwohl er lachte.

Lavender beschloss, dass die nächste auserwählte Person einen der größeren Gryffindors, die sie zwar mit einem Auge immer beobachteten, aber so taten, als sei das Fest der 'kleinen' völlig uninteressant, zu einem Tanz aufbieten sollte.

Nun traf es Emma, die sich überwinden musste, einen der großen Jungen anzusprechen. Gegen ihre Erwartung willigte der Junge dann etwas zögernd ein und sie vollbrachte ihre Aufgabe mit Bravur, wie Laura staunend feststellte.

Als Emma an der Reihe war, sagte sie, dass die nächste Person jemanden küssen müsse, drei Sekunden lang. Laura verdrehte die Augen. Das müsste ja nicht Emma sein, wenn sie nicht sowas in der Art ausgesucht hätte!

Sie betete im Stillen, dass es nicht sie sein würde und sie hatte Glück. Dachte sie zumindest. Es traf Seamus und der konnte sich nicht entscheiden, wen er küssen wollte, bis er schlussendlich auf Laura zeigte, die sich ganz klein gemacht hatte.

Gerne wäre Laura jetzt aus dem Spiel ausgestiegen, was natürlich nicht ging. Freds Gesicht sah gar nicht begeistert aus und Laura sah, wie er die Zähne zusammen biss.

Sie selber musste auch die Zähne zusammen beissen, um ihre Würde zu wahren und gelassen zu bleiben.

Wieso war es immer sie, die küssen musste? Hätte es nicht Emma treffen können, die hätte das nur zu gerne getan!

Seamus, der wie alle anderen im Kreis am Boden kniete und etwa drei Personen von Laura entfernt war, lehnte sich etwas vor und Laura sah ihn etwas zögerlich an und blieb auf ihren Fersen sitzen.

„Hast du Angst?" fragte Seamus mit etwas roten Wangen und hätte sich selbst in den Hintern treten können, für die blöde Frage.

Fred schien es nicht auszuhalten und sagte: "Sie hat keine Angst, sie will nur nicht!" Das sonst lustige und schelmische Gesicht des größeren Jungen glich nun eher dem eines angriffslustigen Dobermans.

„Du denkst wohl, dass sie nur DICH küssen will, nicht wahr, Fred!" gab Seamus giftig zurück. "Eifersüchtig, nehme ich an," stichelte er.

Alle sahen dem Twist der beiden Jungen interessiert zu und Laura überlegte fieberhaft, ob und was sie am besten dazu sagen sollte. Denn eigentlich wollte sie sich nicht auf die Seite von jemandem stellen. Sie hatte nämlich kein Interesse überhaupt geküsst zu werden, von keinem der beiden.

Ehe sie sich versehen konnten hatte Fred seinen Zauberstab auf Seamus gerichtet und ein Zauber traf den Jungen mitten ins Gesicht, wo nun seine Lippen aufzuschwellen begannen, bis er aussah wie ein Karpfen. Immer dicker wurde sein Mund, bis jemand „finite!" rief.

Es war Percy, der nun Seamus' Lippen wieder auf Normalgröße schrumpfte und sobald dieser wieder reden konnte, richtete er seinen eigenen Zauberstab auf Fred, der ihm aber zuvor kam und wieder einen Fluch auf den kleineren Jungen los ließ. Dasselbe, was er vorhin mit seinen Lippen gemacht hatte, folgte nun mit seiner Zunge.

Bevor es aber wirklich unangenehm wurde, griff wieder Percy ein und wandte sich wütend an den jüngeren Bruder.

„Die Party ist augenblicklich aus, wenn ihr euch nicht benehmen könnt!" sagte er ernst und großspurig, wie immer und am liebsten hätten ihm alle Anwesenden die Zunge raus gestreckt.

S s s s

Remus hatte wieder einmal Zeit. Früher hatte er immer Zeit gehabt. Viel zu viel Zeit! Aber nun würde er einmal seinen Schrank im Büro ausräumen, denn Harry würde dann den Holzschrank für seine Kleider brauchen können.

Immer, wenn er an Harry dachte, das Kind seiner Freunde, hüpfte sein Herz. Er liebte den Jungen. Er konnte sich gut erinnern, als er Harry das erste Mal gesehen hatte. Ganz klein und hilflos war er gewesen und er hatte sich darauf gefreut, ihn aufwachsen zu sehen.

Leider war es anders gekommen. Ganz anders...

Dass nicht er, sondern Sirius als Pate des Kindes gefragt worden war, hatte er natürlich erwartet. Klar hätte er sich gefreut darüber, wenn er es gewesen wäre. Aber er hatte auch gesehen, wieviel Freude Sirius an dem kleinen Jungen gehabt hatte. Er war über sich selbst hinausgewachsen und er hatte gespürt, dass Sirius alles getan hätte, für Harry.

Er würde auch alles tun für Harry. Und dass er sich um ihn kümmern durfte, war wahrscheinlich das größte Geschenk, das er sich vorstellen konnte. Nun würde er ihn aufwachsen sehen, wenn er auch die jungen Kinderjahre verpasst hatte.

Zweimal hatte er versucht, Harry zu besuchen, bei den Dursleys. Das war unmöglich gewesen, da sie ihn erst für einen Landstreicher gehalten hatten und als sie dann bemerkt hatten, dass er ein Zauberer war, hatten sie gedroht, die Polizei zu holen und hatten ein riesiges Spektakel veranstaltet. Und das alles im Flüsterton und hochrotem Kopf, mit Schweinsäuglein, die zu engen Schlitzen zusammengekniffen gewesen waren und mit besorgten Blicken von Petunia in die Nachbarschaft.

Dass er so dem Jungen einen Gefallen tun würde, hatte der junge Mann stark bezweifelt und hatte auf weitere Versuche verzichtet.

Und Sirius- der hatte seine Chance, den Jungen aufwachsen zu sehen verspielt.

Wenn Remus jetzt so an die Zeit zurückdachte, an das Gesicht des Freundes, wenn er seinen Patensohn in den Armen gehalten hatte, konnte er sich den Verrat des Freundes an Voldemort wirklich nicht vorstellen.

Zu diesen struben Zeiten waren Verbrechen nicht sorgfältig untersucht worden. Was, wenn Sirius tatsächlich unschuldig war?

Das war wohl kaum möglich, bei all den Beweisen und Peter hatte er ja offensichtlich wirklich getötet...

Remus seufzte und machte sich daran, alles aus dem Schrank zu räumen, um es zu sortieren.

S s s s s

„Nun aber wieder etwas anderes!" verlangte Laura, nachdem nun zweimal Küssen gewünscht worden war. Emma hatte die eskalierende Situation gerettet, indem sie ihren Wunsch anders formuliert hatte. Nun sollte Seamus diejenige küssen, auf die die Flasche zeigte, nachdem er sie selbst gedreht hatte.

Damit waren alle zufrieden gewesen, vor allem Laura, da die Flasche auf Parvati zeigte. Parvati hatte dann, nach einem von Gekicher begleitetem Schmatz die Flasche gedreht und Dean geküsst.

Laura wusste nicht, wieso nun Fred plötzlich neben ihr saß, aber sie spürte seine Seitwärtsblicke zu ihr.

Dean stimmte Lauras Vorschlag nickend zu, da er auch nicht sehr erpicht war auf die Küsserei und sich Spannenderes vorstellen konnte.

„Der, den es trifft, muss ..." Seine Augen streiften im Raum umher. "Der muss jemandem von dem Rahm da füttern, nur mit Magie, ohne etwas zu berühren."

Einige Augen weiteten sich und die Flasche blieb bei George stehen. Für ihn als Viertklässler sollte das wohl kein Problem sein, dachte Laura und hoffe, dass er nicht sie auswählen würde. Er entschloss sich aber zu Lauras Erleichterung für seinen kleinen Bruder, Ron.

Mit roten Ohren und weit geöffnetem Mund stand dieser eine Minute später bereit und sah etwas skeptisch zu dem großen, rahmbeladenen Löffel, der in Richtung seines Mundes schwebte.

Plötzlich machte es 'pflatsch' und die Sahne landete mitten in seinem Gesicht. Sofort brüllten alle vor Lachen und Ron, der sowas schon fast erwartet hatte, strich sich die schaumige Masse mit der Hand vom Gesicht und strich sie George in die Haare. Der hatte den Angriff vor lauter Lachen zu spät bemerkt.

Natürlich war da sofort auch Laura mit dabei und unterstützte den Freund, indem sie sich den Schöpflöffel schnappte und George mit Sahne dekorierte.

Es schienen einige Kinder eine Rechnung mit dem Zwilling offen zu haben, denn plötzlich wurde George von allen Seiten eingekreist und mit verschiedenen Gegenständen verziert. Er hatte nicht große Chancen, sich zu wehren, denn Ron hatte ihm einen Beinklammerfluch angehext und so musste er die allgemeine Rache und das laute Gelächter ertragen wie ein Mann, bis Percy dem allem ein Ende setzte.

George war aber gar nicht beleidigt, sondern leckte sich lachend die Dekoration vom Gesicht. Vielleicht auch, um sich keine Blöße zu geben, dachte Laura, aber sie hatte schon lange nicht mehr so gelacht.

TBC...