Meiner tollen Betaleserin scientific ida ein grosses Dankeschön fürs Korrigieren und für die Hilfe!

Phoebe, SweetDream,Tinschchen: DANKEEEE vielmals für eure Reviews!Ich schätze sie sehr und es freut mich wirklich, dass das Kapi euch gefallen hat! Viel Spass bei Kap 35. Ganz liebe Grüsse, Sally

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Mein Kind,

die Tage hier sind schwarz und Edna wird diesen Bastard bald zur Welt bringen. Sie soll in Gottes Namen heiraten und das Kind taufen.

Beseitigt konnte es nicht werden und ich weiß, dass Edna, meine eigene Tochter, mir misstraut. Stell dir das vor, Margarida! Mein eigen Fleisch und Blut.

Sie geht auch viel zu selten zur Kirche und sie will nun mit diesem Griechen in ein kleines Haus ziehen.

Sie tuschelt manchmal mit der Hauselfe, Mimmy, und tauscht heimliche Blicke mit ihr. Sie denkt, ich merke das nicht!

Ob diese Mimmy loyal ist, weiß ich nicht, ich zweifle. Ob sie wie angeordnet die Tränke unter das Essen mischt, bezweifle ich ebenfalls. Ich werde sie bestrafen müssen.

Mein liebes, gottesfürchtiges Mädchen, mein Engel, wärst du doch noch hier, wäre die Welt nicht so düster.

Severus und Amélie sahen sich nur an. Die Holzkiste mit Rachels Erinnerungen an Margarida und mit den Briefen stand mit geöffnetem Deckel vor ihnen auf dem kleinen Tischchen.

Diese Frau hatte den Bezug zur Realität wirklich verloren!

„Die wundert sich, dass Edna ihr misstraut? Die hat wohl gewaltig einen Knick!" entrüstete sich Amélie und starrte ungläubig auf den Brief, von dem sie kein Wort lesen konnte. „Na, geheiratet hat sie dann, wie wir wissen scheinbar doch noch," sagte sie. Im Zaubertrankbuch, in welchem Edna erwähnt wurde, stand nämlich Edna Rodriguez-Marconas.

Snape war auch erstaunt und er fragte sich, ob diese Mimmy wohl irgendwie eine Vorfahrin von Milly war. Wenn ja, könnte es doch sein, dass die Hauselfe irgendetwas wusste.

„Die hat tatsächlich versucht, Edna etwas einzuflößen, damit sie ihr Kind verliert und damit sie vergisst, was sie offenbar weiß!" sagte Amélie etwas ungläubig. Natürlich wusste sie, dass ein uneheliches Kind früher eine Schande war und vor allem für so eine streng katholische Frau, wie Rachel es gewesen war. Aber wenn das keine Sünde war! Sie schien in einer völlig anderen Welt gelebt zu haben, je länger desto mehr.

Snape nickte. „Scheint so. Ich werde Milly fragen, ob Mimmy eine Vorfahrin war von ihr. Ich weiß, dass meine Großmutter Milly zugeteilt bekommen hat vom Amt für Neuzuteilungen von Hauselfen, etwa zwei drei Jahre bevor sie ermordet wurden." Er machte eine kleine Pause. „So viel ich weiß, nehmen sie aber gerne Verwandte von den Vorgängerhauselfen. Die andere Hauselfe, die sie gehabt hatten, die ja damals sehr alt war, hatte nur noch wenig helfen können und ist dann bald gestorben."

„Und wieso willst du denn Milly fragen? Ich meine, diese Briefe sagen ja genug aus, denke ich," meinte Amélie.

Snapes schwarze Augen glitten zu der Frau, die an seiner Seite auf dem Sofa saß im Schneidersitz.

Er atmete nachdenklich aus. „Weil ich wissen will, ob sie es wirklich war," antwortete er leise. „Ich möchte wissen, ob Rachel schuld ist, an Ednas Tod."

Natürlich brachte es ihm nicht wirklich etwas, das zu wissen. Aber wenn so etwas in der eigenen Familie geschehen war, wollte man schon hinter diese unerfreulichen Geheimnisse kommen.

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„Was tut die so lange im Badezimmer?" fragte Snape ungeduldig, da Laura nun schon eine geschlagene halbe Stunde im Badezimmer verschwunden war. Das hatte sie noch nie getan. Den ganzen Morgen war sie schon so seltsam aufgedreht und gleichzeitig gereizt gewesen.

Amélie, die den Tisch dekorierte, zuckte lächelnd die Schultern. „Die wird sich schön machen," sagte sie lässig und beobachtete Severus' Gesichtsausdruck aus den Augenwinkeln.

Es war schwer zu sagen, wer sich seltsamer benahm, Severus oder Laura, dachte Amélie. Es passte ihm wohl gar nicht, dass Laura so für den jungen Spanier schwärmte, obwohl Fabrizzio ja sowieso viel zu alt war, für sie.

Beim Frühstück hatte Laura gebettelt, dass sie heute länger aufbleiben wolle. Außerdem solle ihr Dad sie bloß nicht ins Bett schicken wie ein Kleinkind. Sie würde dann ganz bestimmt selber gehen, das wäre sonst oberpeinlich. Severus hatte nur die Augen verdreht, hatte aber eingewilligt mit der Bedingung, dass sie die Zeit aber nicht vergessen solle.

Sie hatten das Haus schon gestern Abend muggelsicher gemacht. Es hatte doch viele Kleinigkeiten gegeben, die hatten beseitigt werden müssen. Milly war natürlich nicht hier und Amélie und Severus hatten sich zusammen in der Küche verschanzt am Morgen um etwas zusammen zu kochen. So viel anders als zusammen zu brauen war es nicht und es hatte ihnen recht gut gefallen.

Laura hatte wohl zum ersten Mal ihr Zimmer freiwillig aufgeräumt und war dann durch den Garten gestreift auf der Suche nach etwas Verdächtigem, das die Muggelfamilie hätte misstrauisch machen können.

Severus hatte Laura klar gesagt, dass sie ihre Zunge hüten müsse und diese hatte eine ziemlich patzige Antwort gegeben, was ihr wiederum einen Rüffel ihres Vaters eingebracht hatte.

„Na, das wurde Zeit!" sagte Snape, als Laura endlich die Treppe hinunter kam. Sofort wurde sein Blick scharf, als er seine Tochter begutachtete.

Sie hatte sich tatsächlich schön gemacht, stellte er mit etwas zusammengekniffenen Augen fest. Er atmete tief aus, als er Amélies Hand auf seinem Arm spürte und hob eine Augenbraue, während Laura sich auf das Sofa setzte. Sie legte ein Kartenspiel auf das kleine Tischchen.

Zwar hatte sie sich nicht geschminkt, wie letztes Mal zu der Weasley-Party, aber sie hatte eine lustige Frisur, mit kleinen Haarklämmerchen und sie trug ein Trägershirt, welches Amélie ihr mitgebracht hatte und welches mit kleinen Glaskügelchen und kleinen Rüschen bestückt war und einen eher kurzen Rock, was sie sonst ja praktisch nie trug.

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„Fürr die jungge Dame," sagte Fabrizzio charmant und reichte auch Laura eine Blume. Amélie hatte von dem älteren der Männer, Juanjosé, einen schönen Blumenstrauß überreicht bekommen und sein Sohn hatte Laura eine einzelne, lange Sonnenblume gebracht. Laura war ziemlich verlegen, denn sie hatte noch nie eine Blume bekommen und sie bedankte sich mit etwas roten Wangen.

Ausgerechnet von Fabrizzio hatte sie ihre erste Blume geschenkt bekommen, dachte sie dann glücklich und holte schnell eine Vase.

Als alle eingetreten waren und sich aufs Sofa gesetzt hatten, brachte Amélie etwas zu Trinken und ein paar Knabbereien.

Die Erwachsenen unterhielten sich, mit Hilfe von Ramona und Antonia, die als Übersetzerinnen dienten.

Lauras Blicke schlichen sich immer wieder zu dem jungen Spanier, was Severus keinesfalls entging. Die himmelte den ja regelrecht an, dachte er düster.

Als ein klopfendes Geräusch am Fenster erklang, drehten sofort alle die Köpfe und Snape hätte sich ohrfeigen können dafür, dass er das nicht bedacht hatte.

Die Pereirras waren alle sehr erstaunt und redeten aufgeregt auf spanisch und zeigten auf die schöne Eule, die mit einem Brief im Schnabel auf dem Fensterbank saß und mit ihren riesigen gelben Augen hinein starrte.

Snape seufzte innerlich und dachte, dass er wohl einen kleinen Zauber machen müsste, damit sich die spanischen Freunde nicht an den seltsamen Besuch erinnern würden. Natürlich tat er das äußerst ungerne, aber zu seinem Erstaunen stand Laura auf, als wenn nichts wäre und sagte „Das ist meine Eule. Sie ist speziell dressiert worden, wie eine Brieftaube," erklärte sie ruhig. Snape war wirklich baff, denn Laura war für gewöhnlich eine miserable Lügnerin und diese Eule kannte seine Tochter nicht, soviel er wusste.

„Der Vater meines Freundes ist Tierdresseur," fügte sie hinzu und sofort übersetzte Ramona für ihren Vater und Bruder. Diese waren neugierig und erstaunt aufgestanden um sich das Tier näher anzusehen.

„Schlafen Eulen nicht tagsüber?" fragte Ramona interessiert. Laura lächelte und antwortete, dass das eine besondere Rasse sei, die tagaktiv sei. Laura öffnete das Fenster und nahm den Brief entgegen.

Amélie wusste, dass nun das Tier darauf warten würde, dass es bezahlt würde und sie sah aus den Augenwinkeln, dass Severus seine Hand in die Hosentasche gesteckt hatte um nach einer Münze zu suchen.

Um die Aufmerksamkeit der Besucher von dem Tier abzulenken, warf Amélie rasch ein Weinglas um und sofort halfen alle, die Überschwemmung zu entfernen und vor allem zu verhindern, dass der Wein auch noch auf den Teppich rann.

Dies nutzte Laura aus, um die Münze von ihrem Vater entgegen zu nehmen und der Eule in den Beutel am Bein zu stecken. Die Eule kreischte und flog davon, während Amélie in der Küche einen Lappen zum Aufputzen holte. Snape gab Laura einen bestätigenden Blick. Das hatte sie wirklich super hinbekommen, dachte er zufrieden. Doch wohl etwas Slytherin im Blut!

„Du magst Tiere wohl sehr?" fragte Ramona, als Laura sich wieder zu ihnen gesetzt hatte. „Fabrizzio auch. Der hat als Kind alle möglichen Tiere angeschleppt, bis es unserer Mutter zu viel geworden war. Vor allem streunende Katzen hatten wir etwa ein halbes Dutzend," lachte die junge Frau und Fabrizzio wollte sofort wissen, was die Schwester von ihm geredet hatte.

Die jungen Leute unterhielten sich mit Laura über alle möglichen Tiere und Snape hörte mit einem halben Ohr zu. Na toll, ein gemeinsames Hobby, dachte er und atmete tief aus. Er wusste nicht recht, was er von Lauras Schwärmerei halten sollte, einerseits amüsierte es ihn, andererseits löste es ein seltsames, unangenehm ziehendes Gefühl in ihm aus.

„Welches Schulfach gefällt dir denn am Besten?" übersetzte Ramona Fabrizzios Frage und Laura sah kurz zu ihrem Dad hinüber, der sich aber mit den älteren Spaniern unterhielt. Amélie schien den Atem anzuhalten und Laura antwortete schließlich: "Chemie." Amélie schien erleichtert und Laura war stolz auf sich.

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Es roch wirklich super, als sie etwas später am Tisch im Garten saßen. Sie hatten schon ziemlich viel gelacht und Laura genoss es mit den jungen Leuten. Sie kam sich so erwachsen vor, dass diese sich so mit ihr beschäftigten und mit ihr redeten.

Sie half Amélie beim Auftragen des Essens. Sie trug eine Schüssel mit Karotten und Erbsen und stellte diese etwas unsanft auf dem Tisch ab, was etwas laut schepperte. Die Schüssel war noch etwas heiß und das Mädchen hatte darauf verzichtet, sich die Hände mit einem Handschuh oder einem Lappen zu schützen, obwohl Amélie ihr das geraten hatte.

„Tschuligung!" sagte sie verlegen lächelnd zu dem Besuch und nahm den Schöpflöffel.

„Wer möchte?" fragte sie dann fröhlich und schwenkte den Löffel mit dem Gemüse drauf etwas herum. Alle nickten und so schöpfte sie jedem etwas auf den Teller. Snapes Augen verrieten ihr, dass er von ihrem Übermut nicht sehr begeistert war, aber er sagte nichts, solange es sich in Grenzen hielt. Sie nahm sich vor, sich etwas zusammen zu reißen. Aber dieser Vorsatz hatte keine hohe Lebenserwartung bei Laura.

Mit etwas roten Wangen schöpfte sie weiter und gab sich Mühe es gekonnt und locker aussehen zu lassen, so wie sie das einmal in einem Restaurant gesehen hatte.

Bei Fabrizzio kullerten ihr ein paar Erbsen hinunter auf den Tisch, wahrscheinlich, weil sie dann in Gedanken doch mehr mit dem hübschen Mann beschäftigt war, als mit dem Gemüse.

„Ehmm, tut mir Leid... das macht halt normalerweise unsere Hauselfe," sagte sie und natürlich fiel ihr sofort auf, dass sie da etwas Falsches gesagt hatte. Wenn sie eine Hand frei gehabt hätte, hätte sie sich diese vor den Mund geschlagen.

„Haus... was?" fragte Ramona sofort nach.

Laura lief rot an. „Ehmm unsere... Haushälterin... eh... sie ist eben... flink wie eine Elfe," versuchte sie sich raus zu reden.

„Ja, unsere Koch- und Putzfee," wandte Amélie lachend ein und Snape war wirklich erstaunt, wie Amélie die Situation immer zu retten wusste und immer sofort mitspielte.

„Ah..." machte Ramona und Laura und Amélie setzten sich auch hin und aßen. Laura atmete tief aus und gab der jungen Französin an ihrer Seite einen kurzen, dankbaren Blick.

Sie hatte gar nicht gewusst, wie anstrengend es war, die Magie und alles drum herum zu verbergen. Auch fiel ihr jetzt auf, was für sie schon alles selbstverständlich geworden war, in ihrer neuen Welt.

„Du hast gesagt, dass du einen Kleiderladen hast," fragte Ramona interessiert, "Wo ist der genau?"

Amélie wurde etwas heiß. Sie konnte Ramona schlecht sagen, dass sich der Laden in Frankreich befand, sie aber innerhalb einiger Sekunden hier war. Und vor allem wäre schlecht, wenn Ramona den Laden besuchen wollte; in der Impasse-Penché, einem Zaubererquartier, ähnlich der Winkelgasse.

„Ja, nur ein ganz kleiner," winkte Amélie verlegen ab und wechselte rasch das Thema. „Also, ihr besucht Verwandte hier? Und wie lange bleibt ihr in England?"

Sie mochte die fröhlichen Spanier wirklich sehr, doch es war ziemlich anstrengend, immer alles Magische verbergen zu müssen.

Lächelnd berichtete jetzt Ramona, dass sie hier in der Nähe in einer Pension wohnten und dann mit dem Mietwagen weiter der Küste entlang nach Süden fahren würden. In einer Woche müsse sie ihre neue Stelle in einer Bank antreten und Fabrizzio und ihr Vater würden dann eine größere Lieferung an Steinen erhalten, um die sie sich dann kümmern müssten.

„Wahrscheinlich werden das unsere letzten gemeinsamen Ferien als Familie sein," sagte Ramona etwas bedauernd.

„Bald fliegen wir zurück nach Spanien. Oh wie ich das Fliegen hasse, da wird mir immer so schlecht," sagte die junge Frau und wandte sich dann an Laura. „Bist du schon viele Male geflogen, Laura?" fragte sie und Laura schüttelte sofort den Kopf.

„Nein, noch nie," antwortete sie und Ramona sah sie nun skeptisch an.

„Wie bist du denn nach Spanien gekommen, da wo ihr uns besucht habt?" wollte sie nun wissen.

Laura bemerkte erst jetzt ihren Patzer und biss sich auf die Lippen. Wie sollte sie nun die Situation retten? Sie konnte wohl schlecht erzählen, dass sie appariert waren. Mit dem Schiff und dem Zug vielleicht? Sie versuchte sich in Gedanken die Weltkarte vorzustellen. War wohl etwas weit, dachte sie etwas nervös.

„Ehm... ja... das war das einzige Mal," sagte sie mit roten Wangen und Amélie wechselte schnell das Thema.

Laura sah zu ihrem Vater, ob er gehört hatte, wie sie sich verplappert hatte. Sie konnte aber aus seinem Gesichtsausdruck nicht schließen, ob es so war oder nicht. Sie wusste nur aus Erfahrung, dass ihr Dad immer alles hörte, auch wenn er scheinbar mit etwas, oder mit jemand anderem beschäftigt war.

Mit einem Ohr hörte Laura der Unterhaltung von ihrem Dad und Juanjosé zu, die sich mit Hilfe von Antonia mehr schlecht als recht unterhalten konnten.

„Manchmal ist es besser, wenn man die Vergangenheit ruhen lässt," übersetzte die mollige, freundliche Frau gerade und lächelte dann Laura an, als sie bemerkte, dass das Kind auch zuhörte.

Snape beruhigten diese Worte und er war froh, dass die älteren Leute dieser Ansicht waren und nicht mehr wissen wollten. Er konnte ja den Muggeln schlecht von den Drachen und allem erzählen, die Pablo damals wirklich gesehen und beschrieben hatte. Sollte der Mann glauben, es sei eine Maschine gewesen, die dem Jungen wie ein Drache erschienen sei. In Minen hatte man früher des Öfteren große Maschinen verwendet.

Er hatte dem Mann allerdings gesagt, dass es Margarida wirklich gegeben hat und ihm sogar die Fotos gezeigt. Natürlich nur die nichtmagischen. Juanjosé hatte ihm vor ein paar Monaten die Geschichte seines Vorfahren erzählt, die er sonst noch keinem erzählt hatte. Und der ältere Mann war ziemlich beeindruckt von dem alten Foto.

Snape nickte und gab Laura einen kurzen Blick, der ihr sagte, dass sie sich besser nicht dazu äußern sollte. Ja, Laura wusste, dass sie sich nur zu schnell wieder verplaudert hätte.

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Laura mischte die Karten und lachte, da Fabrizzio sie neckte, indem er ihr immer wieder einen paar Karten zu stibitzen versuchte.

„Also, ich erkläre euch jetzt das Spiel," sagte sie und machte etwas übertriebene Handzeichen dazu, sodass sie gleich wieder lachen musste, diesmal über sich selbst. Natürlich lachten auch Fabrizzio, Ramona und Amélie, die alle um ein kleines Tischchen herum im Garten saßen. Ramona übersetzte für Fabrizzio, trotz Lauras Zeichensprache, die ziemlich offensichtlich gewesen war.

Antonia und Juanjosé bewunderten die seltsamen Pflanzen im Garten und Snape fragte sich gerade, wie sehr sich die Leute wohl über die im Gewächshaus wundern würden. Aber da würde er sie natürlich nicht hinein lassen.

Die beiden älteren Leute unterhielten sich auf Spanisch und deuteten auf verschiedene Sträucher und Blumen und Snape sah aus den Augenwinkeln, wie Laura mit den jungen Leuten das Kartenspiel spielte.

„Och!" sagte sie gerade, da Fabrizzio wieder die bessere Karte gelegte hatte. Snapes Augen verengten sich sofort.

'Das hat sie extra gemacht!' dachte er empört und eine heiße Welle überflutete seine Eingeweide. Er hatte gesehen, dass sie eine bessere Karte hätte spielen können. Laura flunkerte zugunsten dieses Jünglings! Dieser Gedanke malträtierte seine Innereien und verknotete diese, während sein Ausdruck, außer vielleicht für einen kleinen Augenblick, neutral blieb.

Laura, die sonst mit allen Mitteln zu gewinnen versuchte!

Sein Kind, dass dieses Spiel pausenlos mit ihm oder Amélie spielte! Und niemals, NIEMALS hätte sie bei ihnen freiwillig schlecht gespielt oder gar verloren!

Amélie begegnete seinem finsterem Blick und lächelte amüsiert. Sie sah ihm die Eifersucht an, wie auf die Stirn geschrieben. Oh, wie süß er doch war, dachte sie. Und so eine Mutterhenne... und sie war stolz auf sich, dass sie das ausdruckslose Gesicht ihres Liebsten nun allmählich lesen konnte und die kleinsten Mimikveränderungen bemerkte.

Doch plötzlich sah Amélie aus den Augenwinkeln, dass sich eine Winde um die Wade der älteren Frau gewunden hatte. Glücklicherweise trug die Frau eine lange Hose, sonst hätte sie die Ranke wohl bemerkt.

Amélie versuchte, Snape ein Zeichen zu geben und dieser verstand dann zum Glück auch nach dem zweiten Versuch.

Klar würde die Dame stürzen, beim nächsten Schritt. Die Winde benahm sich wirklich zu auffällig, als dass man das hätte als Zufall hinstellen können. Als würde sie die Frau mustern und beschnüffeln kroch die Pflanze weiter ihr Bein hoch, während die Frau mit einem begeisterten 'Mmmh' an einer weißen Jasminblüte roch.

Heimlich sagte Snape einen einfachen Zauber und sofort zuckte die Pflanze zurück und entschlang das Bein wieder. Gerade rechtzeitig, denn Antonia schien nun etwas gespürt zu haben und blickte nach unten, wo die Winde mit ihren rosa Blüten unschuldig am Boden lag. Und im nächsten Moment geriet ein Teil der Pflanze sogar unter den Schuh der Frau, da diese einen Schritt machte, um noch an einer weiteren duftenden Blüte des Jasminstrauches zu schnuppern.

Die rosa Blüte der Winde färbte sich deutlich dunkler und es schien dem zarten Grün nicht zu gefallen unter dem Gewicht der Dame. Die Blüte öffnete sich weit, wie um nach Luft zu schnappen.

Leider hatte Ramona gerade noch gesehen, wie sich die Ranken von selbst entwirrt hatten und sie blinzelte etwas verwirrt. Die nun beinahe hächelnde, nach Luft ringende Pflanze wurde von ihrem Leiden erlöst, als Antonia endlich zu einem anderen Strauch ging, um diesen zu bewundern.

Snape musterte die junge Frau und fragte sich, ob er ihr einen Vergessenszauber anhexen müsse, aber Ramona spielte nun, dank Lauras prompter Aufforderung, schon weiter.

Diese speziell widerstandsfähigen Vital-Winden waren normalerweise nicht so vorwitzig; diese hier hatte wohl noch nie einen Muggel gesehen, dachte Snape. Die Blüten würde er morgen dann in seinem Aufputschtrank-Trank verwenden.

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„Ich habe dich vermisst!" sagte Laura, als Milly am anderen Morgen am Sonntag in Lauras Zimmer erschien, um ihr mitzuteilen, dass es Frühstück gibt. Milly war froh, dass sie nun wieder für die Familie kochen durfte, nachdem sie gestern nicht mal im Haus hatte sein dürfen, als sie Besuch gehabt hatten. Natürlich hatte sie verstanden, warum es nicht möglich gewesen war, aber da sowas noch nie vorher vorgekommen war, war es ziemlich seltsam gewesen, für Milly.

„Oh, liebe Laura vermisst Milly wegen einem einzigen Tag!"quiekte sie entzückt und ging näher zum Bett des Mädchens. „Laura ist ein liebes, großherziges Kind!" lobte die Elfe, was Laura natürlich gefiel. Milly war immer so lieb zu ihr, kritisierte sie praktisch nie und sagte ihr immer, wie gut und toll und schön sie sei. Sie wurde selten bis nie geschimpft von der Elfe und Milly interessierte sich einfach für alles, absolut alles was sie ihr erzählte.

Laura drückte Milly, die nun etwas zögerlich an ihr Bett getreten war, an sich. Eine gewisse Zurückhaltung konnte Milly scheinbar einfach nicht unterdrücken und überwinden. Sich dezent im Hintergrund aufzuhalten und die Menschen nicht zu berühren, musste Milly von klein auf eingetrichtert worden sein, dachte Laura etwas traurig. Die meisten Zauberer wussten so gut wie gar nichts von ihren Hauselfen. Die hatten ihren Job zu erledigen, sonst gab es Ärger. Wie dieser Malfoy-Vater mit dem armen Dobby umgesprungen war, war das Allerletzte, fand Laura und da war sie nicht die Einzige, die so dachte. Sofort kochte die Wut in ihr hoch bei diesen Gedanken.

Die langen, knorrigen Finger von Milly strichen sachte durch Lauras Haar, worauf sich das Mädchen automatisch wieder etwas beruhigte.

Solche Vertrautheiten waren der Elfe nicht mehr fremd, aber immer noch wundersam. Und wundersam war auch die Liebe, die sie für dieses Menschenkind empfand. Hauselfen sollten ihre Meister, ihre Zaubererfamilie nicht lieben. Sie sollten ihnen gut dienen, sonst nichts.

Aber sie konnte ihre starken Gefühle für dieses Kind nicht verdrängen und schon deshalb nicht, weil diese von Laura erwidert wurden.

Oft sagte Laura, dass sie Milly liebte, was diese immer wieder zu Tränen rührte. Selbst jetzt, wo diese junge Miss Delais in Lauras Leben war, hatte sich diese enge Bindung mit ihr, einer einfachen Hauselfe, nicht verändert. Vielleicht war das ein Wunder, dachte Milly.

„Es war toll gestern," erzählte Laura. „Die Pereirras waren so lustig und ich durfte bis um Elf aufbleiben. Dad hat es erlaubt!" fügte sie hinzu, da sie wusste, wie wichtig Milly es fand, dass Laura genügend schlief.

Plötzlich wurde die Tür geöffnet und Professor Snape stand dort und sah mit seinen schwarzen Augen auf Milly und Laura hinunter. Schnell ließ Milly Laura los. Ihr Meister hatte nie etwas dagegen gesagt, dass seine Tochter sich so mit einer Bediensteten verhielt, aber es war Milly trotzdem etwas unangenehm, wenn er es sah.

„Laura, aus den Federn jetzt. Wir müssen nach dem Frühstück zurück nach Hogwarts," sagte er und öffnete mit einem Schwänker seines Zauberstabes die Vorhänge.

Das Mädchen maulte, strampelte dann aber die Decke von sich weg.

„Milly, ich möchte dich nachher sprechen in meinem Büro," fügte er kurz hinzu und der Elfe wurde sehr mulmig im Magen.

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„Du musst es aber versprechen!" forderte Laura mutig. Snapes Augen bekamen einen unerfreuten Ausdruck, als er seine Tochter ansah, die sich so vehement für die Hauselfe einsetzte. Sie war einfach gleich mit der Hauselfe zusammen in sein Büro gekommen und hatte sich vor Milly gestellt, wie um sie zu beschützen.

Er wusste nicht, wieso das Kind gerade das Schlimmste erwartete, wenn er doch nur mit Milly reden wollte. Er wusste, wie sehr Laura die Hauselfe liebte und wie wichtig diese war für sein Kind. Auch er selbst fand Milly eine sympatische Elfe, aber für seine Tochter war sie ganz klar eine wichtige Bezugsperson.

„Ich muss gar nichts!" antwortete er kühl auf Lauras Forderung. „Aber wenn es dich so brennend interessiert, was ich mit Milly zu besprechen habe, dann darfst du hier bleiben und zuhören. Aber zuhören und still sein, klar?"

Schnell nickte Laura und setzte sich auf einen Stuhl. Ihr Dad hatte noch nie etwas mit Milly zu besprechen gehabt und sie wunderte sich, was das sein konnte. Sie kratzte sich am Knie, auf dem eine frische Hautabschürfung etwas juckte. Sie trug kurze Jeanshosen, da es schon morgens warm war.

„Setzt dich hin, Milly!" sagte er und sofort weiteten sich ihre Augen. Natürlich wusste Snape, dass eine Hauselfe normalerweise nicht gebeten wurde, sich hin zu setzen, aber ihn interessierte der übliche Umgang mit den Helfern nicht.

Er respektierte aber ihre Zurückhaltung und er sah Milly an, dass es ihr unangenehm war, sowas zu tun, denn sie druckste verlegen herum und nuschelte etwas von 'gehört sich nicht' und so. „Oder bleib halt stehen," fügte er rasch hinzu.

Er lehnte sich an die Kante seines Schreibtisches und sah zu Milly hinunter, die ihn mit hängenden Ohren, aber trotzdem neugierig zu ihm aufsah.

„Du arbeitest schon ziemlich lange für mich, Milly," begann er, wurde aber sofort von seiner Tochter unterbrochen, die schnell von ihrem Stuhl hochgesprungen war und ihn besorgt anblickte.

„Dad, du kündigst ihr aber nicht, ich meine du schenkst ihr keine Kleider, oder? Das lasse ich nicht zu!"

„Laura!" sagte er scharf und zeigte nur auf den Stuhl, auf den sie sich schleunigst wieder hinsetzen sollte.

Seine Tochter würde es wohl niemals lernen, sich und ihre Gefühle etwas in den Griff zu bekommen, dachte er.

Etwas widerwillig, aber ohne weitere Einwände setzte sich Laura hin. Sie setzte sich auf ihre Hände, als hätte sie sich dann besser unter Kontrolle.

Snape fixierte seine Tochter noch einen Augenblick, bevor er sich wieder der Hauselfe zuwandte.

„Wie vorhin schon gesagt," er gab einen raschen Seitenblick zu Laura, "arbeitest du schon viele Jahre bei mir. Davor hast du für meine Großmutter gearbeitet," sprach er ruhig und Milly nickte eifrig.

„Deine Vorgängerin hat auch sehr viele Jahre in diesem Haus verbracht und ich möchte von dir wissen, ob sie mit dir verwandt war."

Milly war über diese Frage erstaunt. Nie hatte ihr Meister Professor Snape sie soetwas gefragt.

„Ja!" antwortet Laura statt der Hauselfe, welche immer noch mit erstaunt-sein beschäftigt war und vergessen hatte, sofort zu antworten.

Schnell hielt sich Laura die Hand vor den Mund. Snapes schwarze Augen ruhten auf ihr, aber er sagte nichts.

Nach einer Weile, die Laura ziemlich lange vorkam, sah er endlich wieder zu Milly und fragte weiter:" Vor vielen Jahren muss hier etwas geschehen sein. Etwas Unerfreuliches. Es könnte sein, dass deiner Vorfahrin befohlen worden war, Zaubertrank ins Essen der jungen Meisterin zu mischen. Ich möchte nun von dir wissen, ob sie dir jemals etwas darüber erzählt hat."

Nun sah Milly sehr erschrocken aus und sie wich einen Schritt zurück und schüttelte heftig den Kopf.

„Nein Meister Professor Snape, Milly darf nicht... Milly... das Gesetz... kann nicht..." stammelte sie und sah Snape mit riesigen Augen an.

„Wie bitte?" fragte dieser ruhig nach, da er nicht verstand, wieso Milly so aufgebracht reagierte.

„Es tut Milly Leid... Meister Professor Snape Sir... Milly kann nicht..."

„Nein! Du darfst sie nicht quälen!" schrie nun Laura dazwischen, die es nicht ertrug, dass Milly so aufgeregt war.

Immer wieder schüttelte Milly den Kopf und Laura kniete sich zu ihr hinunter.

Snape kreuzte die Arme vor der Brust, als er sah, wie Laura leise auf die Hauselfe einredete. „Ich quäle grundsätzlich niemanden, Laura!" stellte er klar. „Ich habe Milly lediglich eine Frage gestellt."

Die kleine Elfe, die sich wieder gefangen hatte und sich für ihre dumme Reaktion schämte, wandte sich nun wieder an ihren Meister. „Es tut Milly Leid, Meister Professor Snape, aber Milly kann nichts über die Arbeit anderer Hauselfen verraten. Das ist ein magisches Gesetz. Entschuldigen Sie bitte und entschuldigen Sie Millys schlechte Antwort, Meister Professor Snape Sir!"

Der Mann nickte kurz und sah dann zu Laura, die immer noch auf dem Boden kniete und Millys Hand hielt.

„Laura, du gehst jetzt frühstücken," ordnete er an und als sie sich nicht erhob, fügte er scharf hinzu: "Jetzt!"

Er hatte genug von Lauras Unterbrechungen und als sie ihm einen halb entsetzten, halb trotzigen Blick gab trat er auf sie zu.

Schlagartig löste sich ihr Widerstand in Luft aus und sie wollte sich schnell erheben, wurde aber schon von ihrem Vater unter den Armen gefasst und ohne weiteren Kommentar hochgehoben und vor sie Türe gestellt. Noch einen vielsagenden Blick gab er ihr und schloss dann die Tür vor ihrer Nase.

Nun bildete sich Ärger über den Rauswurf in ihr und auch Trotz züngelte erneut in ihr hoch. Wie konnte er es wagen, sie wie ein Kleinkind zu behandeln. Doch sie wagte es nicht, die Tür einfach wieder zu öffnen und hinein zu gehen.

Erreichen würde sie damit nichts außer, dass sie dann zwei Minuten später wieder hier an derselben Stelle stehen würde, mit einem schmerzenden Hintern.

Gerne hätte sie einen guten Tritt an die Tür gekickt, aber auch das würde ihr schlecht bekommen, weshalb sie auch darauf verzichtete.

„Mist!" sagte sie leise und ging in die Küche.

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Einige Prüfungen wurden geschrieben am Ende des Schuljahres und die Kinder mussten viel lernen und hatten wenig Zeit für Unsinn.

Auch Remus hatte relativ wenig Zeit, da er viel arbeiten musste. Es waren seine letzten drei Wochen im StMungos. Vorläufig jedenfalls, denn der Stationsleiter, sowie auch der Krankenhausleiter selbst hatten ihm angeboten, dass sie ihn gerne wieder einstellen würden, sobald eine entsprechende Stelle frei würde.

Er hatte gewusst, dass dies nur eine temporäre Stelle gewesen war, da er für jemanden gearbeitet hatte, der für fast ein Jahr verreist war.

Es hatte Remus wirklich sehr gut gefallen, hier zu arbeiten, auch wenn es hin und wieder etwas stressig gewesen war.

Was ihn aber am meisten ärgerte war, dass er zwei Wochen, in Harry Sommerferien, noch arbeiten musste. Da viele Mitarbeiter dann auch Ferien hatten, ging das nicht anders.

Aber zu seinem Erstaunen hatte Severus sich ohne Einwände sofort bereit erklärt, den Jungen die eine Woche, nach den Dursleys, zu sich zu nehmen.

Er würde Harry sogar zu den Dursley bringen. Bei der Gelegenheit würde er den Leuten ein wenig ins Gewissen reden.

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„Morgen fahren wir nach Hause, Milly!" sagte Laura glücklich, als die Hauselfe an ihrem Bett stand, um ihr gute Nacht zu wünschen.

„Und weißt du was? Meine Tante hat uns eingeladen, bei ihnen zu Abend zu essen."

Milly sah dem Mädchen an, dass diese Einladung sie einerseits freute und andererseits ziemlich erstaunte und etwas verunsicherte.

„Meine Tante hatte nie Besuch zum Essen, weißt du," fügte Laura leise und etwas nachdenklich hinzu. „Weiß nicht, wieso die das jetzt tut. Und ich weiß nicht, ob Dad das überhaupt will."

Milly nickte und hoffte für Laura, dass ihr Meister mitgehen würde.

Snape hatte noch viel zu tun gehabt, bevor sie abreisen könnten. Laura wäre einerseits auch gerne einmal mit dem Hogwartsexpress nach Hause gefahren, wie alle anderen. Andererseits freute sie sich natürlich auch, dass sie mit Harry und ihrem Dad zuerst zu sich nach Hause flohen würden, wo sie den ganzen Tag Spaß haben konnten , bis ihr Vater den Freund dann zu den Dursleys begleitete. Sie hatte gejammert, dass sie auch mit wollte, da sie diese Leute einfach einmal sehen wollte. Ihr Dad hatte das aber keine gute Idee gefunden und hatte sich nicht überreden lassen. Und wenn der einmal eine Entscheidung gefällt hatte, konnte ihn nichts vom Gegenteil überzeugen und umstimmen.

Aber es waren Ferien und das freute Laura so sehr, dass ihr nichts die Stimmung vermiesen konnte.

Und ganz besonders freute sie sich, da ihr Dad ihr versprochen hatte, nach dem anderen Geheimgang, den er vom Meer her vermutete, zu suchen. Das würde bestimmt spannend sein und sie fragte sich, ob im anderen Gang auch eine Echse oder sowas sitzen würde.

„Milly, würdest du mir einen schlimmen Zaubertrank geben, wenn es mein Dad dir befehlen würde. Einen der mir schaden würde. Ich meine, du musst doch eigentlich die Befehle deines Meisters unbedingt befolgen, oder?" wollte Laura plötzlich wissen.

Die Elfe sah sie erschrocken an. „Das weiß meine Laura doch. Niemals würde Milly soetwas tun, eher würde sie sterben!" antwortete sie klar. Ihre Augen waren immer noch groß und Laura setzte sich etwas auf.

„Ich weiß, du darfst nichts verraten, aber... falls deiner Vorfahrin befohlen worden wäre, das zu tun, dann hätte sie das gemusst. Das ist doch magisch so?"

Milly drückte Laura sanft zurück ins Kissen. Einen Moment sah sie Laura an und wählte ihre Worte vorsichtig

„Millys Tante hatte leider nicht soviel Glück wie Milly." Sie machte einen kleine Pause und redete dann leise weiter. „Aber sie hat gerne gesungen und hat Milly ihre Lieder gelehrt. Und Milly hat die Lieder ihrer Laura gelehrt," pipste Milly in sonderbar ernstem Ton. Laura sah Milly mit großen Augen an, denn sie hatte das Gefühl, dass die Elfe ihr damit etwas sagen wollte.

Sie nickte nur und in diesem Augenblick kam Snape ins Zimmer und Milly verschwand.

„Hättest du nicht lieber doch im Turm geschlafen?" fragte Snape, der nicht ganz begreifen konnte, wieso seine Tochter die letzte Nacht vor den Ferien unbedingt hier verbringen wollte.

Laura schüttelte im Kissen den Kopf und atmete hörbar aus. „Nee, die sind dann alle so aufgedreht und es herrscht ein Durcheinander, da alle noch ihre ganzen Sachen suchen und packen müssen," sagte sie und streckte ihrem Dad eine Hand entgegen.

Sie liebte es, wenn er sich abends noch kurz auf ihr Bett setzte und mit seinen schwarzen Augen auf sie hinunter blickte. Am besten war es, wenn er dann noch kurz irgendetwas erzählte und meistens versuchte sie, ihn noch mit einer Frage einzuwickeln und noch länger bei sich zu behalten.

Seine tiefe Stimme war so beruhigend und gab ihr so viel Sicherheit und Geborgenheit. Sie wusste, dass ihr nichts passieren konnte, wenn er hier war. Er war bestimmt recht gefährlich, wenns drauf an kam, dachte sie stolz.

„Dad, Milly hat mir etwas gesagt," begann Laura leise und tatsächlich setzte er sich auf die Bettkante, genau so, wie sie es am liebsten mochte.

„So, und was?" fragte er nicht besonders interessiert. Sein Interesse wurde aber sofort geweckt, als Laura ihm Wort für Wort erzählte, was Milly vorhin gesagt hatte.

„Dad, ich kann einige Elfenlieder, ich weiß aber nicht, was sie bedeuten. Vielleicht hat Millys Tante in einem Lied davon gesungen. Die Herrschaften hatten das ja nicht verstanden und so hatte sie von den Erlebnissen erzählen können, oder es sich von der Seele singen können. Ich denke, dass mir Milly soetwas hat sagen wollen, Dad.

Nur von einem Lied weiß ich, dass es ein altes Schlaflied ist, das von verschiedenen Tieren und magischen Wesen handelt, die alle schlafen gehen.

Aber ich kann noch zwei andere und eines ein bisschen, von denen ich nicht weiß, um was es geht. Kannst du die Sprache der Elfen? Milly würde das nicht übersetzten," fügte sie in Gedanken versunken hinzu.

Langsam schüttelte Snape den Kopf. War es möglich, dass Elfen Lieder von ihren Erlebnissen bei ihren Familien berichteten und dies in Liedern weiter gaben? Es gab Naturvölker, die das taten, das wusste er.

„Nein, Laura, das kann ich nicht. Soviel ich weiß, haben die Hauselfen auch keine Schrift. Ich kenne nur eine Person, die dieser Sprache meines Wissens mächtig ist. Albus Dumbledore."

TBC...