Ich danke euch allen für die tollen Reviews :) Hier geht´s weiter mit einem - meiner Meinung nach - besseren Kapitel ;)

VIel Spaß beim Lesen, eulenkeks

Davon, dass man den Tag vor dem Sonnenuntergang noch nicht loben soll und wovor Lily Angst hat

Es war Cady gewesen, die mir nachgeeilt kam. Nachdem ich mir von ihr einen langen Vortrag darüber, dass ich verklemmt war und eine Spaßbremse und es sie ankotzen würde, dass ich keinen Spaß haben konnte (natürlich liebe Cady, KANN ich Spaß haben, aber muss ich deswegen alle meine Prinzipien über Bord werfen und POTTER KÜSSEN?!) und so weiter und so weiter … letztendlich ist sie sauer an mir vorbei gerannt und ist in ihrem Bett, noch vollständig angezogen, schon bevor ich nachgekommen bin eingeschlafen.

Mein Kopf brummt und ich glaube er könnte jeden Moment platzen!!!

Argh .. ich kann es wirklich nicht nachvollziehen, WIE um Himmels Willen ich mich gestern Abend in den Schlafsaal der Rumtreiber hochschleifen lassen konnte.

Das ist einfach unbegreiflich.

Ich liege schon seit einer geschlagenen Stunde wach, obwohl ich höchstens 3 Stunden Schlaf hinter mir hab und mittlerweile habe ich sogar eine Theorie ausgebrütet.

Mein ganzes Leben bin ich vernünftig gewesen und hatte wegen verschiedenen Pflichten auf Spaß verzichtet. Nun ja, also bin ich zu dem Schluss gekommen, dass gestern Abend einfach mein ganzer angestauter NICHT – SPAß raus wollte und ich mich deswegen überreden hab lassen mit Cady mit zu kommen und dann auch noch was zu trinken.

Aber wie KONNTE ich nur?
Wieso konnte ich mich nicht einfach beherrschen?
Wütend setze ich mich auf und wische mir eine Strähne meiner wahrscheinlich ziemlich fettigen Haare aus dem Gesicht.

Cady schläft noch – ich denke nicht, dass sie von selbst pünktlich aufwachen wird - , Kathleen, Boe und Jaquline ebenfalls, aber da in einer halben Stunde Frühstück ist, stehen vermutlich auch bald diese auf.

Ich habe wirklich absolut keine Lust den dreien zu erklären, wo Cady und ich letzte Nacht waren und eigentlich wäre ich ganz froh darüber, wenn absolut niemand etwas sagen oder ein Geräusch machen würde. Ich glaube mein Kopf könnte bei der leisesten Geräuschsequenz platzen.

Also schäle ich mich langsam aus meinem Bett und tapse ins Bad, um mich fertig zu machen.

Schnell schlüpfe ich aus meinem Pyjama und springe LANGSAM unter die Dusche.

Obwohl das warme Wasser meine Haut und mich selbst ein wenig zu beruhigen scheint, brummt mein Kopf noch stärker und das Prasseln des Wassers scheint sich mit jedem Schlag in meinen Kopf reinhämmern.

Die Dusche hatte mich aufgewärmt und nachdem ich wieder einigermaßen beruhigt war und mein Kopf sich von den netten Hammerschlägen erholt hatte, wickele ich ein Handtuch um meinen Körper, putze mir vor einem der 5 Waschbecken das Gesicht,

spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht creme mich ein und trockne anschließend meine Haare mit einem kurzen nützlichen Zauberspruch.

Ich schlüpfe noch in meine Schuluniform, kämme mir noch einmal die Haare durch und ich fühle mich jetzt tatsächlich besser und frischer.

Einmal tief durchatmend öffne ich das Fenster und selbst meine Kopfschmerzen scheinen kurz zu verblassen.

Bevor allerdings die anderen aufwachen, will ich schon weg sein, also beeile ich mich und schlüpfe in meine Pumps, um dann die Treppen hinunter in den Gemeinschaftsraum zu gehen.

Dort halten sich um diese Uhrzeit noch nicht allzu viele Schüler auf.
Wer schon wach ist, ist schon beim Frühstück oder schreibt nun hier die letzten

Hausaufgaben auf.

Im Eck sehe ich Jack etwas auf ein Pergament kritzeln und schnell schreite ich durch den Raum, mit den Haaren mein Gesicht verdeckend.

Ich würde jetzt eher sterben, als mich mit Jack zu unterhalten.

Wenn ich daran denke, was alles gestern Nacht passiert ist!

Schrecklich!

In der Großen Halle ist noch nicht viel los, so setze ich mich unabhängig von allen anderen in die Mitte des Gryffindortisches und schenke mir zuerst einen Becher Kaffee ein.

Obwohl ich nur dasitze und trinke, scheint die Zeit schnell vergangen zu sein, denn allmählich füllt sich die Halle und bevor ich dazu komme zu verschwinden, sehe ich schon Cadys Blondschopf die Halle betreten.

Na toll … jetzt wird die Predigt gleich weiter fortgesetzt werden oder sie redet gar nicht mehr mit dir.

Doch weder noch.

Cady kommt zu mir hinüber, setzt sich hin und schenkt sich wortlos Kaffee ein und

Leert diesen anschließend beinahe in einem Zug.

„ Durstig?" frage ich sie skeptisch und ich glaube es ist sogar beinahe ein Lächeln, dass sich über mein Gesicht zieht.

Cady hebt die Hand und schließt die Augen.

Dann zeigt ihr Zeigefinger auf ihren Kopf und ich muss sogar kichern.

„ Hey, ich dachte du hältst mehr aus als ich!" grinse ich breit und Cady öffnet wieder die Augen.

„ Ich hab ein WENIG mehr getrunken," antwortet Cady, doch auch über ihr Gesicht zieht sich ein Grinsen und es scheint zwischen uns alles wieder in Ordnung zu sein.

„ Tut mir übrigens Leid wegen gestern Nacht," sagt sie dann und lächelt entschuldigend.

„ Ich war nur in dem Moment sauer, weil es gerade so lustig war, als du gehen musstest und –"

„ Ist schon okay, Cady!" grinse ich nur und es ist wirklich okay.

Wir werden nie wieder darüber reden, alles wird wieder so sein, wie früher und ich werde nie wieder so etwas Dummes, wie letzte Nacht machen.

Ich hab wirklich keine Ahnung, worüber ich mir heute Morgen noch die Gedanken zerbrochen hatte.

Freudig stehe ich auf.

„ Ich muss gehen. Ich hole noch meine Tasche und gehe dann gleich in Kräuterkunde!"

Erkläre ich Cady und hüpfe beinahe fröhlich aus der Halle.

Meine Güte, wie blöd kann man sein, um sich wegen so etwas wie den Rumtreibern den Kopf zu zerbrechen?

Ich muss sogar ein wenig darüber lachen, als mich allerdings eine Erstklässlerin dumm anguckt, lächle ich nur.

Ich bin sogar richtig aufgeregt und ehrgeizig mich wieder in die Arbeit zu stürzen und alles, was ich gestern Nacht schreckliches getan habe, wieder ins Normale auszugleichen.

Alles wird gut!

Nein… alles wurde besser!

Die Rumtreiber sind in Kräuterkunde gar nicht da – außer Remus natürlich – und ich brauche noch nicht einmal darüber nachdenken, wie ich Potter am Besten meine Abneigung gegen ihn, wieder zeigen kann.

Es läuft alles super und Professor Sprout hat mir sogar schon 20 Punkte für Gryffindor gegeben, obwohl erst die halbe Schulstunde um ist.

Ich bringe Sprout noch dazu mir weitere 10 Punkte zu geben und rette Hannah Urban vor ihrer Tentakula und dann lässt uns unsere Kräuterkundelehrerin gehen.

Ich packe meine Sachen zusammen und lasse mir ausgelassen Zeit – heute wird alles super klappen!

Vielleicht schläft Potter ja den ganzen Tag durch und ich werde ihn gar nicht mehr sehen müssen, denke ich mir euphorisch, als ich alleine das Gewächshaus verlasse, denn Cady war schon mit Remus vorgegangen.

Kaum, dass ich die Tür auf Professor Sprouts Anweisung hin, hinter mir schließe, spüre ich etwas an meinem Oberarm, ein überraschter Schrei von mir und irgendwas hat mich schon hinter das Gewächshaus in eine der 10 Scheunen gezerrt.

„Was - ?" will ich fragen, doch schon erblicke ich, wer mich da weggezerrt hat.

„ Potter!" zische ich und will mich umdrehen, um wieder zu verschwinden, doch seine Hand packt mich und zieht mich wieder zurück.

„ Waren wir nicht schon bei James und Lily?" höre ich seine Stimme, aber ich sehe ihn nicht an, sondern versuche mich weiter von ihm loszureisen.

„ Lass mich los, Potter!"

Aber er versteckt den Griff nur, wirbelt mich herum und plötzlich stehe ich an die Wand gepresst und er ist so dicht vor mir, dass ich keine Luft mehr bekomme.

Was?
Ich bekomme keine Luft?
Mein Herz fängt wie verrückt an zu schlagen, aus Angst, dass wieder das gleiche mit mir passiert, wie letzte Nacht … oder schlägt mein Herz so sehr, weil James kaum 5cm von mir entfernt steht?

Potter!

Er heißt Potter!

Potter! Potter! Potter!

„ Was ist los, Evans?" grinst er und ich bin nun gezwungen ihn anzugucken.

Wie macht er das?
Wieso sieht er absolut gar nicht erschöpft oder kaputt aus?

Seine braunen Augen blitzen mich an und ich habe das Gefühl, dass er sich prächtig amüsiert.

„ Was soll los sein?" fauche ich.

„ Und außerdem wüsste ich auch nicht, was das dich angehen würde!"

Sein Grinsen verändert sich.

Vorher war es noch einfach nur freudig, jetzt scheint es, als wenn es direkt schadenfroh wäre.

„ Grins mich nicht so an!"

Ich unternehme erneut einen Versuch mich loszureisen, allerdings habe ich keine Chance.

James Potter ist über 20cm größer als ich, seine Schultern sind doppelt so breit und er ist mindestens 5mal so stark!

„ Och, ich denke schon, dass mich das was angeht!" lacht er und geht gar nicht auf meinen letzten Satz ein.

„ Es geht ja schließlich um mich!"

Mein Mund öffnet sich und einen Moment bin ich wirklich baff.

Wie kann jemand so selbstverliebt sein?!

Einen kurzen Augenblick lang lockert sich Potters Griff und ich ergreife sofort die Flucht und stehe im nächsten Moment schon an der Türe und schnappe meine Tasche, die auf dem Boden lag.

„ Du bist nicht der Nabel der Welt, Potter!" fauche ich und als ich mich umdrehe und gehen will, werde ich erneut zurückgezerrt und obwohl Potter mich mit Kraft zurückzieht und gegen die Wand presst, tut es nicht weh und ich weiß in dem Moment, dass er mir nie im Moment weh tun würde.

„ Das weiß ich," höre ich nur noch seine Stimme gedämpft aus der Ferne, denn im nächsten Moment setzt mein ganzes Denkvermögen aus.

Meine Lippen brennen unter seinen, die er einfach, ohne mich um Erlaubnis zu fragen, auf meine gedrückt hat und ich kriege erneut keine Luft.

Mein Herz hämmert wie verrückt und ein merkwürdiges Kribbeln, dass einerseits unangenehm, andererseits so schrecklich wohltuend ist.

Seine Lippen streifen die meinen, als wenn es selbstverständlich wäre und ich habe das Gefühl sie würden zu einem verschmelzen, als James meine Hände nimmt und um seinen Nacken legt, mich noch mehr an die Wand pressend.

Ich glaube ich werde verrückt!

Ich könnte laut schreien und hüpfen und lachen und auf etwas einschlagen und was weiß ich noch, so verdammt gut fühlt sich das hier an.

Und was das schlimmste ist, ist, dass es James Potter ist, der solche Gefühle in mir auslöst.

Mir wird schwindelig und meine Hände klammern sich um seinen Hals, während meine Beine zitternd sich kaum noch halten können, als James´ Zunge meine berührt und sie in einen immer schneller werdenden Kamp einzieht.

Da sind James´ Hände plötzlich an meinen Schenkeln, fahren kurz ein wenig unter meinen Schulrock und heben mich schließlich an.

Ich quietsche leise erschrocken auf, seine Lippen lösen sich von mir, meine Beine schlingen sich um seine Hüfte und meine Brust senkt und hebt sich gegen seine.

Ich bin mir sicher, dass mein Gesicht knallrot ist und mir ist so verdammt heiß.

James schaut mich kurz mit einem undefinierten Blick an und auch er atmet schwer, dann allerdings wie als wenn jemand den Startschuss gegeben hätte, hängen unsere Lippen wieder aneinander.

Meine Hände sind in seinem Nacken und drücken ihn noch näher an mich, während James´ Hüfte mich an die Wand drückt, seine rechte Hand immer wieder meine Beine festhält und seine linke Hand meine Haare durchwühlt.

Seine Lippen wandern von meinen Lippen zu meinem Hals hinunter saugen sich dort fest, beißen sanft hinein und entlocken mir ein leises Stöhnen.

Als plötzlich etwas laut kracht, da James mit dem Fuß gegen eine Vase geknallt war, erwache ich aus dem ganzen schrecklich süßen Albtraum.

Erschrocken reise ich die Augen auf und drücke James von mir weg.

Zerstreut meinen Rock glatt und versuche meine Haare, die James komplett durcheinander gebracht hat, wieder zu sortieren.

„ Das – also .." stammele ich und mein Gesicht ist heiß und glüht.

Ich schnappe mir meine Tasche und werfe sie über die Tasche.

„ Das – vergiss das!" sage ich und will an James vorbei nach draußen.

Ich muss hier so schnell wie möglich raus, bevor ich noch verhitze und mein Herz platzt, weil es so schnell klopft, wenn ich nur diese braunen Augen sehe und mich diese wunderbaren Hände berühren und –

Ich breche diesen schrecklichen Gedanken ab und will raus hier, aber James schnappt sich meine Hand.

„ Lauf nicht weg, Lily. Du hast nur Angst davor!" seine Stimme ist verwirrend und freundlich und nett und schrecklich und angsteinflößend und so berechtigt und ich glaube zu ersticken und platzen, wenn er mich nicht endlich loslässt und ich in mein altes Leben zurück kehren kann.

„ Wovor soll ich denn Angst haben?" rufe ich beinahe aus und reise meine Hand von ihm los, knalle mit dem Rücken aus Versehen gegen die Türe und sehe ihn entgeistert an.

„ Davor, dass du es genauso sehr willst!"

Einen kurzen Augenblick lang ist es still und ich weiß, dass sich in meinen und in seinen Augen in dem Moment nichts als die Wahrheit spiegelt.

Doch dann reise ich mein Blick von ihm los und haste aus der Türe, ihn zurücklassend und Tränen rinnen mir über die Wangen, als ich im Schnellschritt ins Schloss zurückhaste.