Hey :)

Tut mir Leid, dass das Update so spät am Sonntag kommt und ich gebs zu, ich hätte euch fast vergessen, aber ich war heut kaum am Laptop und hab deswegen nicht daran gedacht. Aber voilá hier ist es :) Ich hoffe, es gefällt euch :)

AiWi: Haha...du wirst sehen, wie viel es noch braucht, bis Lily nicht mehr dagegen halten kann ;) Danke für deinen Kommentar :)

VIel Spaß beim Lesen,

eulenkeks

Wie Lily beinahe vergewaltigt wurde und wen Cady im Stich lässt

Obwohl ich Sirius´ Worte gehort habe, scheinen sie nicht wirklich angekommen sein, denn merkwürdigerweise kommt weder Wut, noch sonst etwas auf, das normalerweise immer in Sirius´ Nähe seinen Weg zu mir bahnte. Ich drücke ihn leicht von mir weg, um an ihm vorbeigehen zu können und mein Schweigen ist vermutlich noch verwirrender für ihn, wie James´ Kuss für mich.

"Hey Evans! Hat´s dir die Sprache verschlagen oder was?" ruft er mir hinterher, als ich im Getümmel der Tanzfläche verschwinde.

Ja .. das hat es.

Mir fehlen jegliche Worte um mein unglaubliches und vor allem schreckliches Verhalten zu entschuldigen.

Auch wenn ich gut darin bin, mir mit ein bisschen Fantasie eine Ausrede einfallen zu lassen, besodners in Bezug auf James Potter, ist meine Zunge nun taub ... und auch meine Gedanken können keinen logischen Satz bauen.

Was hab ich bloß getan?!

Was in Merlins Namen hat mich bloß geritten?!

" Lily! Lily!" dringt die Stimme von Cady zu mir durch, als ich in der Nähe der Bar herauskomme, um erstmal einen Schluck Wasser zu trinken.

Vielleicht sehe ich danach ein wenig klarer ..

" Ja?" meine ich nur leicht benebelt von dem Lärm und von James´ Lippen, die vor zwei Minuten noch auf meinen Lippen gewesen waren.

" Alles in Ordnung? Du bist total blass!" fragt Cady und sieht mich besorgt an.

Mein Blick bleibt an ihrem Haar hängen, das heute noch voluminöser und glänzender, einfach noch schöner ist als sonst. Ich weiß noch nicht einmal, wie sie das gemacht hat.

Ich bin eine miserable Freundin.

" Schönes Top," weiche ich ihrer Frage aus und deute auf ihr schwarzes, äußerst tief geschnittenes und sehr gut betonendes Oberteil.

Wieso kann ich nur nicht so eine tolle Figur wie sie haben? ...

" Was ist los, Lily?" fragt Cady noch einmal und lässt sich auf einem der Barhocker nieder.

Mir durch den Zopf fahrend, lasse ich mich neben ihr nieder und schnappe mir ein Glas und eine Flasche Mineralwasser, als Gregory Mackenzie, der hier wohl den Barmann spielt, gerade nicht hinschaut und schenke mir etwas ein, um dann einen großen Schluck zu nehmen.
Das angenehm kühle Wasser brennt in meinem Hals, als ich es hinunterschlucke und entfernt somit jegliche Bazillen und Bakterien, die ich mir bei der krankheiterregenden Situation vorhin mit James eingefangen hab.

Ich frage mich manchmal, wieso Menschen sich überhaupt küssen?!

Was soll daran angenehm sein, den Speichel seines Mitmenschen im Mund zu haben und sich beinahe an einem weichen, warmen Etwas zu verschlucken?

MIr wird leicht übel, denn vor meinen Augen huscht das Bild von Christian Handlings im Kopf herum, wie er Eloise McConnery küsst. Christian Handlings hat einen beharrten Leberfleck im Gesicht und ständig fettige Haare. Die Augenbrauen sind ihm über dem Nasenflügel zusammengewachsen und auf dem Hals hat er eine dicke Narbe, die irgendwelche merkwürdige Hubbel, die wie Hautfetzen, hat, die abstehen.

Ich verschlucke mich beinahe an meinem Wasser, als mir in den Sinn kommt, wie Christian seine Zunge in Elois´ Mund steckt und diese Würganfälle bekommt.

" Ist dir schlecht? Musst du kotzen?" ruft Cady laut aus, denn ich muss eine Grimasse gemacht haben, als wenn mir tatsächlich gleich das Abendessen von heute hochkommen würde.

Cady selbst starrt mich mit großen Augen an, was mich wiederrum zum Lachen bringt.

"Nein," entgegne ich und muss doch tatsächlich grinsen, " Hast du dir aber schon Mal Christian Handlings und Eloise McConnery beim Küssen vorgestellt?"

Meine beste Freundin schaut einen Moment lang irritiert, doch dann sehe ich, wie ihre Mundwinkel nach oben wandern und sie auch lachen muss.

" Hör lieber auf oder ich bekomme noch Brechreiz!" grinst sie mich an.

" Und was war gerade eben los mit dir? Ist irgendwas passiert oder war es nur Christians Zunge, die dich aus der Fassung gebracht hat?" fragt sie jedoch noch einmal und wischt mir somit wieder das Grinsen aus dem Gesicht.

Na toll .. vielen Dank!

" Nichts," brumme ich mürrisch und trinke erneut was aus meinem Glas.

" Ich hab nur so übers Küssen gegrübelt!" füge ich jedoch hinzu, da ich weiß, dass Cady keine Ruhe lassen wird.

" Hm .. so übers Küssen oder übers Küssen mit einer bestimmten Person?"

Das anzügliche Grinsen auf Cadys Lippen entgeht mir nicht, doch mein Gehts - noch - Blick bringt sie wieder zu einem normalen Grinsen zurück.

" Okay, wenn du es wissen willst," fange ich schließlich an.

Ich brauche es Cady doch nicht zu verheimlichen. Natürlich weiß ich, welche Reaktion folgen wird, aber das kann mir doch egal sein. Sie wird schon irgendwann merken, dass sie falsch liegt mit ihrer James - und - Lily - sind - das - perfekte - Paar - Theorie. Spätestens wenn ich lesbisch geworden bin ...

" Potter hat mich vorhin geküsst, weil er sein Geburtstagsgeschenk haben wollte und ich hab ihn dann noch ein zweites Mal geküsst."

Cadys Augen weiten sich, ihr Grinsen wird breiter, bis sie laut loslacht.

" Wirklich? Och Nein ... och .. ihr seid ja so süß!" kreischt sie beinahe, dass es schon in den Ohren weh tut.

" Cady, Cady!" unterbreche ich sie und deute ihr mit den Händen an runterzukommen.
" Hör auf! Hier ist gar nichts süß! Potter hat versucht, mich zu vergewaltigen!" sage ich mit ziemlich ruhiger Stimme.

Natürlich hat er das .. er hat es schamlos ausgenutzt, dass ich überwältigt gewesen bin. Er wollte mich noch auf der Couch entjungfern.

"Was?" ruft Cady entsetzt und verwirrt zugleich.

" Ja! Er hat mich sofort auf eine Couch gedrückt und hätte ich mich nicht losgerissen, wäre ich keine Jungfrau mehr! Und als ich gegangen bin, hat er noch so dämlich gelächelt, als wenn ich gerade einen Vertrag zum Verkauf meiner Jungfräulichkeit unterzeichnet hätte!" erkläre ich ihr, senke jedoch die Stimme - besonders bei den Worten " Jungfrau" und "Jungfräulichkeit".

Entgeistert sieht mich Cady an.
Was gibt´s da nicht zu verstehen?!

" Du hast sie doch nicht mehr alle!" sagt sie schließlich.

"Was?" rutscht es mir verwirrt aus, doch Cady sieht mich nur mit einem undefinierbarem Blick an und steht dann auf, um durch die Tanzmenge wieder zu verschwinden.

"Was?" wiederhole ich noch einmal lauter.

Welcher Flubberwurm hat sie denn gebissen, als sie heute morgen aufgestanden ist?!

Verwirrt blicke ich ihr hinterher und sehe, dass sie am Ende des Raumes irgendwo herauskommt und auf eine Sofaecke zusteuert, auf der einige Leute sitzen und lauthals lachen.

Als ich mich ein wenig verrenke, um genauer zu sehen, was sie dort tut, entdecke ich die Rumtreiber.

Sirius, Peter, Remus und James.

Sofort steigt Wut in mir auf.

So sieht das also aus. Ihre beste Freundin lässt sie einfach so hängen und geht zu den "ach so tollen" Rumtreibern ...

Gut, dass ich ein Mädchen bin, sonst würde ich gleich noch irgendeine Prügelei mit jemandem anfangen.

Verzweifelt und stocksauer auf die ganze Welt packe ich die Mineralwasserflasche, achte nicht auf die Rufe von Gregory, der wohl zu Sinnen gekommen ist, und steuere durch die Tanzfläche gezielt auf das Grüppchen hinten im Eck zu.

Was auch immer sie machen - ich werde mitmachen!

Wenn Cady mich im Stich lässt, werde ich das auch tun.

Und wenn Cady mit den Rumtreibern befreundet sein will, werde ich das auch!

Glücklicherweise verlässt mich mein Mut nicht, als ich näher an die kleine Versammlung komme und nachdem mir Boe aus meinem Schlafsaal fröhlich zuwinkt, sehe ich mich noch motvierter.

" Hey," sage ich laut, damit mich jeder hört und plumse zwischen Cady und Sirius auf ein Sofa.

Tja, Pech gehabt, würde ich sagen.

Ich sehe einige verwunderte Blicke - zu denen eindeutig die von meinen Nebensitzern zählen -, doch der Rest ist wie es scheint, gewillt mich mit in die Runde aufzunehmen.

Erst als Kathleen sagt, dass ich erst in der nächsten Runde mitmachen kann, fällt mir auf, dass Karten auf dem kleinen Couchtisch zwischen uns liegen.

Karten?! Mir fällt ein, dass ich absolut gar nicht Karten spielen kann!

" Wir spielen Have - to," vernehme ich als nächstes und muss gar nicht erst hinschauen, um zu wissen, dass es James ist, der mich darauf hingewiesen hat.

" Ich weiß," antworte ich spitz, ohne ihn eines Blickes zu würdigen.

Nicht noch einmal werde ich mich so tief niederlassen und James Potter an mich heranlassen. Es ist höchste Zeit, dass ich ihm wieder zu verstehen gebe, welche Nummer er auf meiner " Schnell - loswerden - Liste" hat. Er ist die Nummer Eins.

" Gut," antwortet James nur. Ganz ruhig und gelassen.

Gut?!

Ich hatte erwartet, dass er verwirrt ist, dass er mich bewundert, dass er ganz baff ist vor Staunen.
Ich hatte erwartet, dass er etwas anderes sagt, als "Gut!".

Aber das ist nicht Schlimm .. es gibt mir nur noch mehr Motivation, mich zu beweisen.

Cady werde ich beweisen, dass ich auch ohne sie kann.

Sirius werde ich beweisen, dass ich KEINE Pflaume bin.

Und James Potter werde ich beweisen, dass ich nicht verliebt in ihn bin.

Das Spiel geht weiter, als wenn kein neuer Mitspieler dazugekommen wäre und ich sehe, wie alle konzentriert die Augen auf ihre Karten haften und sich eine Stille über sie legt.

Wie bitte?! Das wars?!

Wie um Merlins Feinrippchenschlüpfer soll ich mich hier beweisen?

Die Karten werden auf den Tisch gelegt.

Ich höre, wie Remus genervt aufstöhnt, Boe ganz entzückt quietscht und merke, wie Sirius sich wieder lässig nach hinten fallen lässt.

Ein triumphierendes Lachen von Kathleen lässt mich erraten, dass sie diese Runde gewonnen hat.

Die Karten werden eingesammelt, doch nicht wieder ausgeteilt.

Verwirrt blicke ich von einem zum Anderen, doch alle sehen Kathleen erwartend an.

" Have to..." murmelt sie grinsend und beäugt uns alle mit diesem Blick, der mir sagt, dass hier gleich etwas nicht Gutes passieren wird.

Have to? Verdammt .. Was ist Have - to?!

" Okay ..." fängt Kathleen lauernd an und sieht diebisch in die Runde, während alle anderen mit erwartungsvollen Gesichtern ihr entgegenblicken.

" James, du bist dran!" vollendet sie ihre Aussage. Einige lachen, einige kontern, doch alle sind begeistert.

Och. mein. Gott.

Worauf habe ich mich eingelassen?!

Und dann ... während die Musik laut in meinen Ohren drönt und die Leute um uns herum sich schreiend miteinander unterhalten, zieht James Potter vor meinen Augen sein T-Shirt aus.

Und genau in dem Moment weiß ich, dass er mich nie hatte vergewaltigen wollen.