Nach dem Abendessen hatte Jack Ianto erschöpft in die Badewanne geschickt. „Wäre es in Ordnung, wenn er bei mir im Bett schläft?", fragte Jack leise. Er war niedergeschlagen. Schon alleine beim Abendessen waren ihm so viele Dinge aufgefallen, die er falsch gemacht hatte. John kümmerte sich zwar um Ianto, behandelte ihn ansonsten aber wie Luft. John sah ihn nachdenklich an, dann nickte er. „Wenn du nicht tieferes vorhast, sicher, warum nicht?", murmelte John und fuhr sich sichtlich erschöpft durch die Haare. „Ich bin langsam zu alt dafür.", stöhnte er dann. Neugierig sah Jack ihn an. „Was meinst du damit?", fragte er vorsichtig. Er wusste, dass John nur dann reden würde, wenn er wollte. Und wenn nicht, wahr es ziemlich wahrscheinlich, dass er wieder verschwinden würde. Nachdenklich sah John auf den Tisch. „Hab' bei mir in der Zeit denen geholfen, die es geschafft haben, zu fliehen, freigelassen wurden und ähnliches. Hab' mich danach verpflichtet gefühlt.", erwiderte John. Jack horchte auf. „Verpflichtet?". Diesmal wurde John's Gesichtsausdruck wieder verschlossen. Zögerlich. Dann sah John ihn kühl an. „Sollte ich herausfinden, das du jemanden hiervon erzählst, mache ich dir dein Leben zur Hölle, Jack. Egal was du erlebt hast, es wird nur ein Bruchteil von dem Schmerz sein, den du erleiden wirst.", drohte John. Jack nickte schwer. Es wäre ihm schon vorher nicht in den Sinn gekommen, aber jetzt erst recht recht. „Hab denen eine Zeitlang geholfen, die Leute zu fangen. Ich... ich war bei etwas ähnlichem wie eure Polizei. Demnach dachten die meisten, es wären Verbrecher. Aber als wir nicht nur einen Mann, sondern auch seine kleine Tochter mitgenommen haben, wurde ich stutzig. Hab' rausgefunden, weshalb wir diese Leute gefangen haben. Sie haben die Droge verabreicht bekommen. Irgendwann haben sie dann mich abgeholt. Nicht irgendwer. Meine eigenen Kollegen. Allerdings hat sie bei mir nicht gewirkt. Bei einem Transport bin ich abgehauen.", murmelte John erstickt. Ein paar vereinzelte Tränen liefen ihm über das Gesicht. Jack schluckte schwer. Er hätte jetzt mit vielen Dingen gerechnet, aber niemals damit. Vorsichtig legte er John eine Hand auf die Schulter. Dann bemerkten die beiden, wie Ianto ins Zimmer kam. Er war zwar trocken, aber immer noch nackt. Jack sah John auffordernd an. John nickte kurz und richtete seinen Blick auf den nervösen Ianto. „Was willst du?". Ianto zuckte erschrocken zusammen.
Erschrocken zuckte er zusammen. Was sollte er jetzt sagen? Master mochte es nicht, wenn er sich Hure nannte, aber Master John schien es nicht zu kümmern. Und Master John hatte schließlich die Frage gestellt und nicht Master. „D... Der Arzt meinte, dass Hure morgens und abends die Salbe benötigen würde.". Aus den Augenwinkeln sah er, wie Master Master John etwas ins Ohr flüsterte. Master John nickte und wendete sich wieder ihm zu. „Und jetzt nochmal.", sagte Master auffordernd. Verwirrt überlegte er. Was meinte Master damit? „Keiner von uns beiden hat Gebrauch für eine Hure.", fügte Master John gleichgültig hinzu. „Ianto, Master John, der Arzt sagte Ianto.", verbesserte er sich panisch. Master John hatte es nicht ausgesprochen, aber er wusste, wenn für eine Hure kein Gebrauch war, war auch kein Gebrauch für ihn. Master John nickte und deutete auf den Boden neben ihm. „Gut gemacht. Dann komm' her."
Am Abend lag Jack bewegungslos im Bett, neben ihm Ianto. Wie oft hatte er sich im letzten Jahr gewünscht, das es so wäre. Und nun war es die reinste Hölle. Er hatte Angst, sich zu bewegen. Er wollte nicht, dass Ianto aufwachte. Langsam begann er zu verstehen, was er alles falsch gemacht hatte. Obwohl er es doch gut gemeint hatte. Keine fünf Meter weiter im Gästezimmer lag John. Jack hatte sich immer gefragt, wieso John ist, wie er ist. Weshalb er einige Dinge so ernst nahm, andere wiederrum nicht. Oder weshalb John es hasste, schlafen zu gehen. Oft war John schweißgebadet aufgewacht oder hatte im Schlaf geschrieen. Aber darüber geredet hatte er nie. Im besten Fall hatte er sich grummelnd umgedreht und weitergeschlafen. Aber oft war er auch aufgestanden und durch die Bars gezogen. Hatte sich betrunken. Meist am Morgen danach nach Sex gerochen. Egal was Jack vielleicht gesagt hatte, es hatte ihn immer sehr verletzt. Nun hatte er wenigstens eine kleine Erklärung. Plötzlich fing neben ihm Ianto an, heftig zu zittern. Am liebsten hätte er ihn in den Arm genommen und getröstet. Aber er wollte nichts falsch machen. Ein weiterer Wehrmutstropfen für Jack; Er konnte Ianto nicht im geringsten helfen. Im Gegensatz zu John. Ianto schien John sogar zu vertrauen. Jack merkte, wie sich bei diesem Gedanken die Eifersucht meldete. Er schloss die Augen, versuchte sie zu unterdrücken. Wieder wegzuschließen. Vielleicht vertraute Ianto John dadurch, dass John so kühl zu ihm war, er wusste es nicht. Das Zittern wurde heftiger. Und Ianto sah aus, als ob er Schmerzen hätte. Vorsichtig stand Jack auf. Es half alles nichts: Er musste John um Hilfe bitten.
Als Master aufstand, wachte er auf. Wo wollte Master hin? Er hatte einen seltsamen Traum gehabt. Jemand hatte ihn berührt, überall. Am ganzem Körper. Aber es hatte nicht wie sonst wehgetan. Im Gegenteil: Es hatte sich sogar gut angefühlt. Zitternd zog er Master's Decke enger an sich. Ohne Master war ihm kalt.
Grummelnd ging John in Jack's Schlafzimmer. Konnte der Kleine nicht noch ein paar Stunden warten, um Alpträume zu bekommen? Er hockte sich vor Ianto's Seite des Bettes. Aus verschreckten, panischen Augen sah Ianto ihn an. „Hey. Schlecht geträumt?", fragte John sanfte. Ianto nickte leicht. John hob langsam den Am und fing an, Ianto vorsichtig durch's Haar zu streichen. Augenblicklich lehnte Ianto sich in die Berührung. „Kannst du weiter schlafen?", fragte John. Diesmal zögerte Ianto länger, bevor er nickte. John nickte und lächelte. Dann stand er auf. Jack sah ihn erwartungsvoll an. „Lass ihn einfach. Wenn er wirklich reden will, dann redet er. Wie ein kleines Kind, Jack. Vergiss das bitte nicht.", murmelte John Jack im vorbeigehen zu. Er bezweifelte, dass er jetzt noch schlafen konnte. Im Bett lag er einfach nur da. All die ganzen Jahre hatte er versucht, das alles zu vergessen. Nun konnte er noch nicht einmal das.
Müde schrieb Owen einige Ergebnisse auf. Er hatte keine Lust mehr. Schon seit Stunden nicht mehr. „Hast du was rausgefunden?", fragte Tosh leise. Sie war abgesehen von ihm die einzigste, die noch hier war. Gwen war vor zwei Stunden nach Hause gegangen. Er beneidete sie. „Nichts gutes.", antwortete Owen während sie sich neben ihn setzte. Sie lächelte ihn leicht an. „Ich werde es schon verkraften... irgendwie.". Owen wusste genau, was sie meinte. Er seufzte leise und öffnete am Bildschirm eine Grafik. „Ich habe die Daten von John sechsmal durch dieses Programm gejagt.", fing er an zu erklären. Neben ihm fing Tosh nervös an, hin und her zu rutschen. „Ianto's Werte sind viel zu hoch, selbst für einen stark Drogenabhängigen. Mehrer starke Überdosen, wahrscheinlich eine pro Woche und zwischen durch noch mehrere kleine Dosen. Ianto's Gehirn wird für immer geschädigt bleiben. Er wird sich nie wieder an etwas vor seiner Gefangenschaft und die ersten Tage erinnern können. Vielleicht, wenn wir Glück haben, hat er hin und wieder einen Flashback, aber er wird damit nichts anfangen können.". Tosh fing an zu zittern. Tränen liefen ihr über das Gesicht. Owen wusste, wie sie sich fühlte. Hilflos. Hoffnungslos. Er fühlte im Moment genau das gleiche. „Wann sagen wir es Gwen und Jack? Vorallem Jack?", fragte Tosh leise mit brüchiger Stimme. Owen zuckte mit den Schultern. Wenn es nach ihm ginge, gar nicht. Das wollte er Jack nun wirklich nicht antun.
Wie betäubt starrte er auf den Bildschirm. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. Owen musste einen Fehler gemacht haben. Ja. Einen Fehler. Das war die einzige Möglichkeit. „Das ist falsch. Du hast garantiert einen Fehler gemacht. Es gibt eine Lösung. Es gibt immer eine Lösung.", zischte Jack verbissen. Bei dem Ton zuckte der neben John kniende Ianto zusammen. Bedrückt schüttelte Owen den Kopf. „Ich hab es oft genug geprüft.". Verzweifelt fuhr Jack sich durch die Haare. Es konnte doch nicht sein, dass Ianto sich nie mehr an etwas erinnern würde. Nicht mehr an ihn. An seine Schwester. Seine Nichte und sein Neffe. Noch nicht einmal mehr an Floppy, Jack's Pterodactylus. Das durfte nicht sein. Als John räusperte, zuckte er erschrocken zusammen. „Also, wenn du fertig bist in Selbstmitleid zu baden, kann ich dir sagen, wie man den Kerl ausfindig machen kann, der ihm das Zeug verabreicht hat.". Jack sah ihn fassungslos an. „Wie?", fragte er, kaum hörbar. Als John nicht sofort antwortete, fing er an zu brüllen. „Wie, John?". Ianto zuckte erneut zusammen und versuchte bei John Schutz zu finden. Dieser fing an, Ianto hinter den Ohren zu kraulen. „Anhand der verwendeten Medikamente und anhand ihrer Dosis. Ich müsste dafür ledeglich ein paar Stunden an den Computer.", erklärte John ruhig, was Jack noch mehr aufregte. Momentan wollte Jack diesem Bastard einfach nur ins Gesicht schlagen. Von Gwen kam ein verächtliches Schnaufen. „Na klar, damit du uns noch länger aufhalten kannst, richtig? Wer weiß, vielleicht hast du ihm ja das Zeug injiziert! Wer weiß, was du wirklich in deinem kranken Gehirn planst.", zischte Gwen wütend. Bevor John etwas, zweifelsohne unfreundliches, darauf erwidern konnte, wurde er schon von Jack abgewürgt. „Halt die Klappe Gwen. Du brauchst also nur ein paar Stunden?", hakte Jack skeptisch nach. John zuckte mit den Schultern. „Sicher. Den Kerl selbst kann dann ja Ms. Ichbinsoschlau fangen.", kam die gleichgültige Antwort. Jack atmete erleichter auf. Wenigstens etwas. „Jack, das kannst du nicht machen!", warf Gwen aufgebracht ein. „Ach nein? Dann kannst also du rausfinden, wer das gemacht hat? Oder vielleicht Rhys?". Gwen öffnete den Mund und schloss ihn wieder. In Jack's Augen hatte sie gerade starke Ähnlichkeit mit einem Goldfisch. Sie schüttelte den Kopf. . Jack warf ihr einen wütenden Blick zu. Dann drehte er sich zu John um und nickte ihm auffordernd zu. Hoffentlich hielt John, was er versprach.
Traurig sah er Master John zu, wie er anfing zu arbeiten. Er wusste, dass die Arbeit, die Master John machte wichtig war. Alles was Master oder Master John machten, war wichtig. Aber die Berührung von Master John hatte so gut getan. Sie war ganz sanft gewesen. Vorsichtig blickte er zu Master. Master hatte gerade ganz oft gschrieen. Hatte er etwas falsch gemacht? Master bemerkte, dass er ihn ansah und lächelte. Master lächelte oft. Master John hatte er noch nie lächeln gesehen. „Ich habe eine grandiose Idee, Ianto: Wir lassen John in Ruhe arbeiten. In der Zwischenzeit gehen wir einkaufen. Und wenn wir fertig sind, holen wir eine ganz große Schachtel mit Donouts.". Freudig nickte er. Er mochte Donouts. Ob Master John auch Donouts mochte? „Dann komm'", forderte Master ihn sanft auf. Jetzt war Master nicht mehr laut. Vielleicht war er auf die böse Frau wütend gewesen, die Master John immer anschrie. Er mochte die Frau nicht, obwohl sie ihm einen Donout gegeben hatte.
Auf dem Rückweg vom Einkaufcenter merkte Jack, wie Ianto unruhig wurde. „Wenn du möchtest, kannst du dir jetzt schon einen nehmen.", bot Jack an und deutete auf die Donoutschachtel auf Ianto's Schoß. „Was denn dann?", fragte Jack. Sogar in seinen Ohren höre es sich genervt an. „Master meinte, er würde Ianto das lesen beibringen.", antwortete Ianto zögerlich, fast ängstlich. Jack ließ seinen Kopf gegen das Lenkrad fallen, was Ianto wohl als ein 'Nein' interpretierte. „Ianto... Dann müsste Master nicht immer einkaufen gehen, sondern Ianto könnte einkaufen gehen, wenn Ianto lieb war. Dann könnte Master wichtigere Dinge tun.", versuchte er Jack davon zu überzeugen, dass er schreiben lernen durfte. Jack seufzte. „Dazu müsstest du rechnen können, Ianto. Und bevor du etwas sagst, ich werde spätestens heute Abend anfange, dir alles beizubringen. Versprochen.".Jack könnte sich in den Allerwertesten beißen. Das hatte er total vergessen. Schüchtern nickte Ianto. „Das... das wäre unglaublich freundlich von Master. Vielen Dank.". Zögerlich sah Jack Ianto an. „Weiß du, du kannst mich auch Jack nennen.", bot Jack vorsichtig an. Ianto schüttelte mit großen Augen panisch den Kopf. Jack nickte und hob den Arm, um Ianto genauso durch das Haar zu streichen wie John. Er sehnte sich sehr nach diesem kleinen Kontakt. Aber bei Ianto's panischem Blick und dem leichten zurückweichen ließ er den Arm wieder sinken.
Er fühlte sich unwohl. Er hatte Master wieder traurig gemacht. Plötzlich stoppte Master das Auto. „Magst du eigentlich John?", fragte Master überraschen. Was sollte er darauf antworten? Es gab darauf keine richtige Antwort, oder? Vielleicht war das ja eine Fangfrage? Das musste es sein. Eine Fangfrage. Sein voriger Besitzer hatte ihm oft welche gestellt. Er war immer bestraft worden. Für seine Dummheit. Das schlimmste war gewesen, als sein voriger Besitzer ihn ausgeliehen hatte. Nicht so wie sonst, anders. Es waren, wie sein voriger Besitzer gesagt hatte, vier Wochen gewesen. Er hatte Besitzer in der Zeit nicht einmal sehen dürfen. Hoffentlich fiel diese Strafe nicht genauso hart aus. „Ja, Master, Ianto mag Master John sehr. Master John ist gut zu Ianto.". War es eine akzeptable Antwort gewesen? Master nickte. „Das ist schön. Mit John klarzukommen ist keine Kleinigkeit von 5 Minuten. Ich bin deswegen sehr Stolz auf dich.". Er merkte wie seine Wangen warm wurden. Master war stolz auf ihn! Obwohl er soviel falsch gemacht hatte! Das war ein schönes Gefühl! Dann sah er nachdenklich wieder auf die Schachtel. „Master?", fragte er zögerlich. Er wusste nicht, ob er Fragen stellen durfte. Überrascht sah Master ihn an. „Ja?". „Darf... Dürfte Ianto sich vielleicht Master John anbieten?". Als Master ihn entsetzt ansah, fing er an zu wimmern. Er hatte Master wütend gemacht. Jetzt war Master nicht mehr stolz auf ihn. Jetzt würde er doch eine Strafe bekommen! „Ianto meint nur, weil Master Ianto verständlicher Weise nicht benutzen möchte. Aber Ianto würde Master John gerne zufrieden stellen. Ianto's Loch ist auch schon fast wieder verheilt, Master. Master kann nachsehen, Ianto lügt nicht.". Master schüttelte ungläubig den Kopf. „Sprich das mit John ab, aber lass mich aus der Sache raus!". Verwirrt und fragend sah er Master an. War das eine Erlaubnis gewesen? Er hoffte es wirklich.
Erschrocken fuhr er zusammen, als jemand ihn an der Schulter berührte. Wütend fuhr er herum. „Was?", fragte John harsch. Jack zuckte sichtlich zusammen und schluckte. „Hast du kurz Zeit? Ist wirklich dringend.". Die Frage war zögerlich. Was würde jetzt bitteschön wieder über ihn hereinbrechen? "Halbe Stunde.", grummelte er als Antwort, hoffte, sie würde reichen. Mehr würde Jack nicht bekommen. Er hatte langsam genug von Jack's Moraleinstellungen. Jack nickte und ging in sein Büro. Kurz darauf merkte John, wie Ianto sich wieder neben ihn kniete. Fast hätte er geseufzt. Er hatte den Kleinen eigentlich nur an Jack binden und dann wieder verschwinden wollen. Aber nein, der Kleine musste sich ja unbedingt an ihn hängen. John bemerkte die Donoutschachtel auf dem Tisch. Er hasste diese Dinger. Aber Ianto schien sie zu lieben. „Möchtest du einen Donout, Ianto?". Ianto sah ihn verwundert und gleichzeitig glücklich an. Dann nickte er. John nahm sich einen nicht ganz so klebrigen und brach ihn in kleine Stücke. Nachdem er Ianto mit dem halben Donout gefüttert hatte, berührte Ianto ihn leicht am Bein. Als John nach unten sah, hielt Ianto ihm selbst ein Stück des Gebäcks hin. John schluckte. Das war ein großer Vertrauensbeweis. Als Ianto sein zögern bemerkte, sah er traurig nach unten. Schweren Herzens nahm John das Stück. „Danke.". Dann schob er sich das Gebäckstück in den Mund. Ianto sah freudig auf, strahlte John fast. John musste sich sehr beherrschen, um nicht das Gesicht zu verziehen. Sie waren ihm viel zu süß. Und vorallem zu klebrig. Wo er herkam gab es aufgrund des Krieges keine Süßigkeiten. Er war damit nicht aufgewachsen. Hinzu kam, dass seine Spezies keine sonderlich hohe Zuckertoleranz hatte. Für ihn waren diese kleinen Kreise die reinste Folter.
Als John in den Raum kam, sah Jack erleichtert auf. „Was war so wichtig, dass du mich von der Arbeit, welche wohlgemerkt nur für dich wichtig ist, Jack, wegreißen musstest?", fragte John genervt. „Ianto hat gefragt, ob er sich dir anbieten dürfte. Ich meinte, dass er das gerne tun könne.". Genervt sah John ihn an. „Na los, Jack, das war doch bestimmt noch nicht alles.". Jack schluckte schwer. Dann seufzte er resigniert. „Ich weiß, du hast keinen Grund das Angebot auszuschlagen. Nicht im geringsten. Aber bitte, ich flehe dich an, lehne es ab.". Flehentlich sah Jack seinem ehemaligen Partner in die Augen. „Wir werden sehen.", kam die unterkühlte Antwort. Entsetzt sah Jack ihm hinterher. Dann rannte er so schnell er konnte zu John „John, das kannst du nicht machen!", sagte Jack entsetzt. „Ach wirklich? Wie du sagtest, ich habe keinen Grund es nicht zu tun.".
Fasziniert sah er auf den flachen Bildschirm. Master John hatte gesagt, er solle den Bildschirm genau beobachten. Und sobald die Bilder auf dem Bildschirm stoppten, sollte er Master John sofort Bescheid sagen. Vorsichtig sah er zur Donoutschachtel. Master John meinte, er könne sich ruhig welche nehmen. Aber er wollte nicht. Er wollte lieber gefüttert werden. Aber nur von Master John. Heute morgen hatte Master ihn gefüttert. Das hatte ihm gar nicht gefallen. Master hatte ihm zu schnell zu große Stücke gegeben. Und er hatte Master's Finger nicht ablecken dürfen. Und Master hatte immer zu fest gegen seine Lippen gedrückt. Am schlimmsten war gewesen, dass er Master's Finger nicht hatte ablecken dürfen. Am liebsten würde er Master John gehören und nicht Master. Aber er wusste, dass das nur Wunschdenken war. Am Morgen hatte Master John etwas seltsames gesagt. Das er bald lernen würde, mit Besteck zu essen. Er hatte noch nie alleine von Besteck gegessen. Er hatte Angst davor. Plötzlich kamen die Bilder auf dem Bildschirm zum stehen. Hektisch stand er auf und rannte so schnell er konnte in die Richtung, in die Master John gegangen war. „Master John, Master John, die Bilder bewegen sich nicht mehr."
„Master John, Master John, die Bilder bewegen sich nicht mehr.". John horchte auf. Endlich. Er hatte schon gedacht, dass es noch länger dauern würde. Er stürmte an Ianto vorbei. Am Computer standen bereits Owen und Tosh. Hinter ihm kam Jack zum stehen. Intensiv sah er sich die 15 Bilder an. Es waren einige bekannte Gesichter darunter. Aber eines würde er nie vergessen. „Der. Er leitet das wohl größte Tariningscenter überhaupt. Fast 20 000 Sklaven. Wenn einer etwas weiß, dann er.". Tosh klickte auf das Bild und öffnete damit eine Akte. „Erasmus Zacharias DeSalvio.", las Gwen laut vor. Erschrocken drehte John sich zur Seite. Wo kam die denn her? „Wie können wir den Mistkerl finden?", fragte Jack durch zusammengebissenen Zähnen. „Durch den Chip in der Schulter des Kleine.", antwortete John während er weiter in der Akte las. Als er bemekrte, dass alle ihn anstarrten, sah er fragend in die Runde. Owen sah John verwirrt an. „Welcher Chip?"
„Wird er die Behandlung durchstehen?", fragte die Frau mit den Mandelaugen. Weinend drückte er sich weiter in die kleine Ecke. Master und Master John wollten ihn schon wieder Untersuchen lassen. Er wollte nicht mehr untersucht werden. Das tat immer weh. „Er wird sie wohl oder über akzeptieren müssen.", antwortete der Arzt, während er Geräte bereitlegte. Panik lähmte seinen Körper. Akzeptieren. Sein voriger Besitzer meinte oft, er müsse 'es' akzeptieren. Danach hatte er ihn immer sehr gewaltsam genommen. Nie hatte er etwas bekommen, was es leichter machte. Manchmal hatte Besitzer vorher seinen Mund benutzt. Dann hatte es nicht ganz so sehr wehgetan. Er mekrte kaum, dass er mit Master zum Behandlungstisch ging.
Panisch setzte Ianto sich auf den Tisch. Er schien total abwesend zu sein. „Ianto, kannst du mich hören?", fragte Owen und stellte sich vor Ianto. Dieser nickte leicht. „Gut, ich werde dich jetzt noch einmal untersuchen. Es wird nicht wehtun.". Ianto sah ihn mit großen Augen an. Er schien ihn gar nicht wirklich zu verstehen. „Bitte,Sir, Ianto's Loch ist immer noch nicht ganz verheilt. Ianto fleht darum, nach der Benutzung etwas Salbe auftragen zu dürfen. Bitte, Sir.", weinte Ianto. Owen ließ den Kopf hängen. Ganz große Klasse. Hinter sich hörte er, wie jemand sich die Hand vor den Mund schlug. Wahrscheinlich Gwen. „Ianto, hast du verstanden, was ich gemeint habe?", fragte Owen eindringlich. Ianto sah ihn weiterhin nur mit großen Augen an. „Okay. Hör mir jetzt ganz genau zu. Du wirst nur untersucht. Nichts weiter. Ich werde deinen Oberkörper auf Verletzungen scannen. So wie ich vor einigen Tagen mit deinem Kopf gemacht habe. Verstanden?". Ianto nickte, aber man sah ihm an, dass er Owen nicht ein Wort glaubte.
„Ich habe alles, was ich brauche.", murmelte Owen und gab Tosh den kleinen Scanner. Dann sah er Ianto an und nickte. Augenblicklich strüzte Ianto sich neben John. Dieser fing ihn abwesend an zu kraulen. Jack bemerkte, wie ihm Tränen in den Augen brannten, als Ianto seine Arme schutzsuchend um eines von John's Beinen schlang. „Der Chip wird durch einen Code aktiviert. Keine Ahnung, was das für einer ist. Dann werden automatisch Daten auf den nächsten Datenträger, welcher nicht der Chip ist, übertragen. Mit Datum und Uhrzeit von der Ankunft des Trainers. Der kann euch dann zu DeSalvio führen.". Tosh, welche John aufmerksam zugehört hatte, fing augenblicklich an, die Daten des Chips zu entschlüsseln. „Das kann noch einige Zeit dauern.", murmelte sie. Owen sah in die Runde. „Ich könnte einen Drink vertragen.".Die andern beiden nickten und machten sich auf den Weg zur Tür. Verwirrt drehte Jack sich zu John um. „Kommst du nicht mit?". John schüttelte den Kopf. „Mir ist nicht nach einem Drink. Ich bleibe hier und warte in deinem Büro.". Jack sah John verdutzt an. Das war das erste mal, seit er John kannte, dass dieser keine Lust auf einen Drink hatte. In ihm zerbrach eine Welt und gleichzeitig stieg eine Panikwelle in ihm auf, als Ianto hoffnungsvoll zu John aufsah.
