"Master John?", hörte er leise von der Tür. John drehte sich verwundert zu Ianto um. Dieser stand unsicher vor der Türschwelle. John bedeutete dem Kleinen, zu ihm zu kommen. "Was möchtest du?". Ianto kaute leichte auf seiner Unterlippe. Sie war schon leicht geschwollen. "Darf Ianto heute Nacht bei Master John schlafen?", fragte Ianto kaum hörbar. John überlegte kurz, dann nickte er. Ianto lächelte breit. "Vielen Dank, Master John."

Traurig schüttete Jack sich ein weiteres Glas Whisky ein. Er würde alles dafür tun, Ianto hier zu haben. Ihn im Arm halten zu können. Aber er wusste, dass er verspielt hatte. Ianto hatte zwar keine Angst mehr vor ihm, dennoch versuchte Ianto so wenig Kontakt wie ihm möglich mit Jack zu halten. Und jetzt noch die Bitte, bei John schlafen zu dürfen. Jack wusste, dass John Ianto bisher nicht angerührt hatte. Aber Jack wusste auch, dass John Ianto nicht abgeneigt war, im Gegenteil. Er hoffte, John würde sich lange genug zurückhalten. Aber er konnte auch nicht Ianto's Blicke vergessen, die immer öfter an John hingen blieben. Meist dann, wenn Ianto dachte, niemand sieht hin. Wütend schmiss er das Glas gegen die Wand. Wenn er nicht so dumm gewesen wäre, könnten diese Blicke jetzt ihm gelten! Jack konnte einfach nicht Ianto's glückliches und dankbares Gesicht vergessen, als John diesen bescheuerten Zettel wieder zusammengeklebt hatte. Ianto hatte diesen Zettel in sein Tagebuch geklebt, auf die erste Seite. Ein dickes Lederbuch, welches Tosh ihm geschenkt hatte. Weinend setzte er sich auf das Bett. Er würde alles dafür geben und tun, damit dieses kleine, schüchterne Lächeln wieder ihm galt. Nich Tosh. Nicht John. Nicht Owen. Ihm.

Ein bisschen später saß er nachdenklich auf dem Bett. Master John war duschen. Er selber hatte schon heute Morgen geduscht. Endlich kam Master John aus dem Badezimmer. Fasziniert sah er Master John an. Master John war durchtrainiert. Missmutig sah er an sich herunter. Er hatte keine Muskeln. Deshalb wollte Master John ihn nicht. Er verstand jetzt. "Soll ich mehr anziehen?", fragte Master John und riss ihn damit aus seinen Gedanken. Master John hatte nur eine Hose an. Verlegen schüttelte er den Kopf. "Nein, Master John, es stört Ianto nicht.". Wenigstens etwas wollte er haben, bevor Master John ihn wegschickte. Aber Master John zuckte nur mit den Schulten und legte sich neben ihm ins Bett. Er fasste einen Entschluss. "Master John?", fragte er leise. "Mmmmh?". "Dürfte Ianto Master John berühren?", fragte er hoffnungsvoll, betete innerlich auf eine positive Antwort. "Nur über der Gürtellinie, Ianto.", antwortete Master John. Es klang irgendwie gleichgültig. Es war ihm egal, er freute sich. Er atmete tief durch. Hoffentlich war Master John danach nicht zu wütend auf ihn. Dann berührte mit seinen Lippen vorsichtig die von Master John.

Überrascht öffnete er die Augen. Schneller als ihm lieb war, waren Ianto's Lippen wieder verschwunden. Eine Zeitlang blieb er bewegungslos liegen, zu überrascht und geschockt von der zaghaften Geste. "Es tut mir Leid, Master John, Oanto wollte Master John nicht belästigen. Ianto wird wieder zu Master gehen, wenn...". John unterbrach den zitternden Ianto, indem er ihm einen Finger auf die Lippen legte. "Wieso hast du das gemacht?", fragte John leise und nahm den Finger von Ianto's Lippen. Ianto zitterte sichtlich. "Ianto wollte es so gerne, Master John", kam die naive Antwort. Der Kleine hatte nicht die geringste Ahnung, was er damit angerichtet hatte. John überlegte kurz. Er wollte lieber auf Nummer Sicher gehen. "Weil du dich verpflichtet gefühlt hast?", fragte er weiter. Ianto schüttelte heftig den Kopf. "Möchtest du, dass ich dich küsse?". Diesmal nickte Ianto begeistert. Dann plötzlich fiel die Freude von Ianto's Gesicht. "Aber Ianto weiß nicht genau, wie das geht.", gab er kleinlaut zu. Verwundert zog John eine Augenbraue hoch. "Woher wusstest du dann, was du machst?". "Ianto hat es bei dem Rad gesehen, Master John. Bei... bei einer Frau und einem Mann.", flüsterte Ianto leise. "Gut. Die Regeln sind ganz einfach.", fing John an und lächelte, als Ianto hoffnungsvoll aufsah. "Keine Verpflichtungen, es werden nur die Dinge gemacht, die du auch möchtest. Wenn das nicht der Fall ist, wenn es dir niht gefällt, wehr' dich.", murmelte John.

Master John küsste ihn. Sogar mit Zunge! Er wusste nicht, was er tun sollte. Niemand hatte ihn bisher küssen wollen. Master John berührte mit seiner Zunge seine. Es fühlte sich seltsam an. Er versuchte, Master John's Hose aufzumachen. Das konnte er, das war etwas, was er kannte, etwas, dass er konnte. Aber Master John hielt seine Hand fest und hörte auf, ihn zu küssen. Er bemerkte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. Was hatte er falsch gemacht? "Ianto, es geht um dich.", flüsterte Master John. Seine Stimme hörte sich seltsam rau an. War Master John vielleicht krank? Er schüttelte den Kopf. Es ging nie um ihn. Dafür war er nicht gut genug. Dafür würde er auch nie gut genug sein. Trotzdem küsste Master John seinen Oberkörper. Kleine Küsse, überall. Es fühlte sich schön an. Als Master John an seiner Hose angekommen war, stoppte Master John. Natürlich. Es widerte Master John an. Vorsichtig bewegte er sich und keuchte verwundert auf. Er war erregt. Richtig erregt! Verlegen sah er zur Seite. Master John musste wirklich sehr angewidert von ihm sein. "Möchtest du weitermachen?", fragte Master John zögerlich. Beschämt schüttelte er den Kopf. Er wollte Master John nicht noch mehr anwidern. Master John nickte und legte sich neben ihn. Schnell drehte er sich zur Seite, zu beschämt, um Master John anzusehen. Master John legte eine Hand auf seine Schulter. Das fühlte sich gut an. Zu gut für ihn. Leise fing er an zu weinen. Er fühlte sich schlecht. Er hatte Master John beschämt. Bevor er einschlief, nahm Master John seine Hand von seiner Schulter. Am liebsten hätte er sie festgehalten, aber er wollte sich noch mehr Ärger ersparen. "Es tut mir Leid. Ich werde es nicht mehr machen.", murmelte Master John.

Nachdem der Kleine eingeschlafen war, stand John auf. Er hatte den Kleinen nicht wehtun wollen. John hatte ihm nur zeigen wollen, dass es auch schön sein konnte, berührt zu werden. Und jetzt hatte Ianto sich in den Schlaf weinen müssen. Morgen würde er hoffentlich mehr erfahren. Erschöpft fuhr er sich durch die Haare. Er betete nur, dass DeSalvio noch da war, wo auch immer 'Da' sein mag. Er wollte diesem kleinem, dreckigen Bastard die Kehle aufschlitzen. Dann zurückholen, nur um es wieder zu tun. Immer und immer wieder. Nachdenklich sah er zu Ianto. Der Kleine hatte sich prächtig entwickelt. Er hatte gelernt mit Besteck zu essen und verschiedene technische Geräte zu bedienen. Lesen und schreiben konnte Ianto mittlerweile ganz gut, die Grundlagen der Mathematik hatte Ianto ebenfalls schon gelernt. Aber sehr zu John's Bedauern hatte Ianto sich auch von Jack entfernt. Das hatte er nicht gewollt. Das Ianto heute bei Jack Schutz gesucht hatte, war die einzige Interaktion seit langem, die von Ianto ausgegangen musste er nur noch lernen, dass er niemanden Master nennen musste. Leise legte John sich wieder ins Bett, achtete ganz genau darauf, Ianto nicht zu berühren. Er wollte den Kleinen nicht noch mehr ängstigen.

Nervös lag er im Bett und wartete darauf, dass Master John aufwachte. Er wusste nicht, was er machen sollte. Master John war erregt, aber er hatte keine Erlaubnis, Master John dort zu berühren. Für gewöhnlich würde er jetzt Frühstück machen, aber Miss Toshiko meinte, sie würden essen gehen. Miss Toshiko war sehr nett zu ihm gewesen. Sie hatte ihm gezeigt, wie man einen Computer bedient. Und Dr. Owen hatte ihm gezeigt, wie man kleine Wunden versorgte. Er hatte sogar mithelfen dürfen, Miss Gwen zu versorgen, als sie sich leicht verletzt hatte. Vor Master hatte er aber immernoch ein bisschen Angst. Aber Master John war immer nett zu ihm gewesen. Und nun hatte Master John ihn sogar geküsst. Er hätte so gerne weitergemacht, aber er hatte Master John nicht noch mehr beschämen wollen. Vielleicht, wenn er brav war, bekam er ja noch einen Kuss? Er war von dem Kuss erregt geworden. Er wusste nicht, wieso, sowas war ihm bisher noch nie passiert. Es hatte sich irgendwie seltsam angefühlt. Er hoffte, dass er nichts falsches gemacht hatte.

Als sich neben ihm etwas bewegte, fuhr John hoch. Wo war seine Waffe? Augenblicklich stoppte die Bewegung neben ihm. "Es tut mir Leid, Master John. Ianto wollte euch nicht wecken.", hörte er ein leises wimmern. Erleichtert atmete John auf und legte die Waffe wieder richtig unter das Kopfkissen. Dann legte er sich wieder neben Ianto. "Ist schon gut.", mrmelte John und strich dem Kleinen leicht über die Schulter. Dann fiel ihm wieder das beschämte Gesicht von Ianto ein, als John ihm die Hose hatte öffnen wollen. "Ich gehe duschen. Wenn du möchtest, kannst du danach ebenfalls duschen.", murmelte John. Die Gestalt neben ihm zitterte leicht und nickte. Als er beinahe an der Tür zum Bad war, hörte er ein leises schniefen. Geschockt drehte er sich um. Ianto lag zusammengekrümmt auf dem Bett. "Ianto? Tut dir etwas weh?", fragte John und stürzte zu dem Bett.

Panisch versteifte er sich. Er hatte Master John nicht wütend machen wollen. Jetzt darf er bestimmt nicht mehr hier bei Master John bleiben. "Nein, Master John, Ianto tut nichts weh.", murmelte er und wischte sich rasch die Tränen vom Gesicht. Er musste für Master John sauber sein. "Wieso weinst du dann?", fragte Master John. Es klang verwirrt. Dann nahm Master John ihn in den Arm. "Weil Ianto alles falsch macht. Ianto macht immer alles falsch. Ianto enttäuscht Master John so oft, genauso wie gestern Nacht. Und jetzt will Master John Ianto nicht mehr haben. Aber Ianto will nicht mehr zu Master. Ianto möchte bei Master John bleiben, aber Master John möchte Ianto bestimmt nicht mehr, weil Ianto keinen Nutzen für Master John hat.", weinte er und drückte sich in Master John's Umarmung. Solange es ihm noch gestattet war. Master John strich ihm über den Rücken. Das fühlte sich wunderbar an. Aber er war es nicht wert. Und er würde es auch nie sein. "Hey, das stimmt doch nicht.", flüsterte Master John in sein Ohr. "Du warst lieb, sehr lieb sogar. Du enttäuschst mich nicht. Im Gegenteil, ich bin sehr, sehr stolz auf dich. Du hast dich so schön entwickelt.", flüsterte Master John weiter in sein Ohr. Er würde es so gerne glauben. Heftig schüttelte er den Kopf. "An Ianto ist gar nicht schön. Ianto ist hässlich.", flüsterte er niedergeschlagen. Tränen lief auf Master John's Oberkörper. Er machte Master John schmutzig. Trotzdem streichelte Master John ihn weiter. "So ein Quatsch. Ich finde, du bist wunderschön. Am liebsten mag ich dein Lächeln. Immer wenn du etwas neues lernst, lächelst du. Dabei strahlen dann deine Augen. Sie sind wunderschön braun. Wie Schokolade. Weißt du, was Schokolade ist?". Er nickte leicht. Er mochte Schokolade, am liebsten die ganz dunkle. Dr. Owen gab sie ihm hin und wieder. Aber Ianto hat keine Muskeln. Und Ianto ist dumm. Ianto weiß nicht einmal, wie Ianto Master John befriedigen kann.", murmelte er trotzig. Er wusste nicht, weshalb Master John dachte, er sei schön. "Du bist nicht dumm. Du lernst sehr schnell. Du kannst lesen und schreiben, sogar schon ein bisschen Mathe. Und immer, wenn du etwas ncht weißt, fragst du nach. Das ist sehr schlau. Und das du nicht so viele Muskeln hast, wie ich, mag ich. Als ich dich kennengelernt habe, warst du ganz dürr. Das war nicht schön. Aber jetzt bist du nicht mehr dürr, sondern so wie vorher.", flüsterte Master John. Er nickte leicht. Das klang so schön. Hieß das, dass Master John ihn bleiben ließ? "Wieso möchtest du denn nicht zurück zu Jack?", fragte Master John leise. Vorsichtig krabbelte er von Master John's Schoß. "Ianto mag Master John lieber als Master. Ianto weiß nicht, wieso.", gab er leise zu. Master John stand auf. "Hast du noch Angst vor Jack?". Schnell schüttelte er den Kopf. Es stimmte schon fast. Er hatte nur noch Angst vor Master, wenn Master wütend wurde. Master John nickte. "Gut. Das ist gut. Ich möchte, dass du etwas neues lernst. Es ist etwas schwerer, deshalb musst du es nicht sofort können.". Hastig nickte er. Wenn Master John wollte, dass er etwas neues lernte, musste das wichtig sein. "Gut. Ich möchte, dass du Jack und mich bei unseren Namen nennst. Ohne 'Master' davor. Kannst du das tun?", fragte Master John und sah ihn an. Verwirrt sah er Master John an, nickte dann aber. Master John lächelte und ging ins Bad. Er wusste nicht, ob er das tun konnte. Aber er würde es auf jeden Fall probieren. Er wollte Master John auf jedenfall zufrieden stellen. Er legte ein paar Anziehsachen für Master John und sich selbst raus. Dann sah er aus dem Fenster. Er wollte nochmal mit dem großen Rad fahren. Vom Fenster aus konnte er es sehen. Hoffentlich durfte er nochmal. Er wollte nochmal alles so klein sehen.

Nervös ging er neben Miss Toshiko her. Master meinte, Miss Toshiko würde ihm die Stadt zeigen. Aber wieso durfte er nicht bei Master oder Master John bleiben? "Und Ianto, möchtest du etwas bestimmtes machen?", fragte Miss Toshiko lächelnd. Er nickte und sah zu dem großen Rad. "Ianto würde gerne damit fahren, Miss Toshiko."

Fieberhaft überlegte Tosh, wie sie antworten sollte. Sie konnte nicht 'Nein' sagen, so hoffnungsvoll wie Ianto sie ansah. Aber Jack würde sich jeden Moment mit dem früheren Trainer von Ianto treffen. Sie lächelte. "Eine tolle Idee, Ianto. Aber laß und das erst ganz am Schluss machen, dann haben wir etwas, wo wir uns die ganze Zeit drauf freuen können.". Ianto lächelte zaghaft zurück und nickte.

"Gwen. Owen. Habt ihr schon etwas?", fragte Jack über seine Kopfhörer. "Nein, ihr?", kam Owen's gelangweilte Antwort. Jack konnte es ihm kaum verübeln. Er verneinte. Der Kerl war seit bereits 20 Minuten überfällig. Plötzlich stieß John ihn an. "Der da. Weißes Hemd, braune Jacke, schwarze Hose.", murmelte John ihm zu. Jack folgte John's Blick. "Bist du dir sicher?", fragte Jack. Er wollte auf gar keinen Fehler machen. John verdrehte die Augen. "Jetzt wo uch darüber nachdenke, fällt mir wieder ein, dass im 21. Jahrhundert hat jeder eine Illusionsuhr. Standard. Hast recht, mein Fehler.", zischte John sarkastisch. "Gwen, Owen. Wir haben ihn.", alarmierte Jack seine Kollegen und gab ihnen eine genaue Beschreibung.

Begeistert sah er sich um. Einen so großen Turm hatte er noch nie aus der Nähe gesehen. "Das ist der Big Ben.", erklärte Miss Toshiko ihm. "Und er spielt eine schöne Melodie. Jede Stunde, richtig?", fragte er. Miss Toshiko nickte und er lächelte erfreut. Er hatte etwas richtig gemacht. Sogar aus dem Gedächtnis. "Miss Toshiko?", fragte er und drehte sich zu Miss Toshiko um. Als sie ihn ansah lächelte sie wieder. Miss schien immer zu lächeln. "Ianto gefällt der Ausflug sehr, Miss Toshiko. Vielen Dank.", bedankte er sich. Er log nicht. Er musste so gut wie nie lügen, seit er bei Master war. Das gefiel ihm. "Dann hat sich der Ausflug ja gelohnt, nicht war?", fragte Miss Toshiko. Glücklich nickte er.

"Hören Sie, wir wollen nur wissen, wo DeSalvio ist. Wenn wir dies wissen und ihn auch gefunden haben, können sie gerne gehen.", versuchte Gwen zum wiederholten Male den gefesselten Mann ihr gegenüber zum reden zu bringen. Dieser sah Gwen allerdings auch weiterhin stumm an. "Hören Sie, ich weiß, dass Sie unsere Sprache sprechen.", stöhnte sie genervt auf. "Gwen? Ich mach das.". Erschrocken zuckte Gwen zusammen, als John sie ansprach. Nachdenklich sah sie ihn an. Nur weil Jack ihm vertraute, musste sie das nicht auch tun. Dann zuckte sie gleichgültig mit den Schultern. "Wenn du meinst.". Dann ging sie raus. John aber blieb einfach an der Tür stehen. Erst als der andere Mann anfing, unsicher zu werden, setzte er sich. "Du kleines, dreckiges Arschloch hast zwei Möglichkeiten. Möglichkeit Eins, du sagst uns, wo DeSalvio steckt. Du sagst uns genaue Zeit, genauer Ort und den genauen Planeten.", forderte John. Endlich sah der andere auf. "Und die zweite Möglichkeit?", fragte er kalt. Wortlos hielt John eine mit einer bläulichen Flüßigkeit gefüllten Spritze hoch.

Tosh sah zu, wie Ianto nachdenklich aus der Gondel sah. "Miss Toshiko, was ist Liebe?", fragte Ianto überraschend. Verwirrt sah Tosh ihn an. "Wo hast du denn das her?", fragte sie. Tosh hatte ein bisschen Angst vor der Antwort. Innerlich betete sie, dass John damit nichts zu tun hatte. "Aus dem Fernsehen, Miss Toshiko.", flüsterte Ianto bedrückt und sah nach unten. "Ist nicht schlimm. Ich war nur neugierig", beruhigte Tosh Ianto schnell. Hoffnungsvoll sah dieser auf. "Liebe ist ein Gefühl. Du hast ein komisches Gefühl, aber es ist nicht schlecht. Du fühlst immer, aber besonders stark, wenn du eine bestimmte Person siehst. Dann möchtest du am liebsten nur noch bei dieser Person sein. Aber du hast auch aof Angst. Angst, weil du nicht weißt, wie die andere Person regieren wird.", erklärte Tosh. Ianto nickte. Dann sah er sie verlegen an und dann wieder aus der Gondel. Tosh atmete tief durch. "Fühlst du das, was ich dir beschrieben habe, wenn du Jack siehst?", fragte Tosh mit einem schlechten Gewissen. Es brach ihr das Herz, als Ianto den Kopf schüttelte. "Und wenn du John siehst?", fragte sie, diesmal kaum hörbar. Jetzt nickte Ianto.

Miss Toshiko nickte und sah woanders hin. Hatte er etwas falsches gesagt? Wieso erwarteten alle, dass er Master mochte? Es war ja nicht so, dass er Master abstoßend fand, er mochte Master einfach nur nicht, Master war perfekt. Perfektes Aussehen, perfektes Lächeln, perfektes Auftreten. Alles perfekt. Sowas mochte er nicht. Perfekt hieß, dass es bald ein hartes Erwachen gab. Master war zwar nett zu ihm, aber Master schien auch vollkommen überfordert zu sein. Master gab ihm noch nicht einmal Regeln. Dabei mochte er es, wenn alles ordentlich und geregelt war. Er hatte wirklich versucht, es Master zu sagen, aber Master hatte ihn ignoriert. Das war natürlich Master's gutes Recht, aber wieso dann das Angebot, dass er Master alles sagen konnte? Vielleicht wollte Master ihn ja verunsichern? Er merkte, wie wieder die Angst in ihm hochstieg. Wollte Master ihn mit Angst bestrafen? Wurde Master deshalb so oft so wütend? Weil er sonst keine Angst bekam? Denn wenn Master wütend wurde, bekam er immer sehr große Angst. Was, wenn Master ihn eines Tages als zu lästig empfand und ihn wegschickte? Er wusste nicht wirklich wie man alleine überlebte. Soweit er sich erinnern konnte, hatte sich immer jemand um ihn gekümmert. Aber nie so gut wie Master oder gar Master John. Schnell blinzelte er eine Träne weg. Wenn er wählen dürfte, würde er am liebsten bei Master John bleiben.