Zufrieden kam John aus dem Verhörraum. Erwartungsvoll sah Jack ihn an. "4824, Erde. Und wo zur Hölle liegt Chicago?", fragte John. Jack schüttelte den Kopf. "Nicht so wichtig. Was ist in der Spritze?". Als John die Augenbraue hochzog, beschloss Jack nicht weiter zu fragen. "Ich störe ja nur ungern, aber wie sollen wir nach Chicago kommen? Dazu noch eines, welches im 49. Jahrhundert liegt?", fragte Owen, leicht zynisch. "Das müssen wir erst im Hub nachsehen. Im 39. Jahrhundert nach dem großen Krieg wurden die Städte neu geordnet worden.", murmelte Jack und wählte Tosh's Nummer. "Tosh, wir müssen zurück nach Cardiff.", sagte Jack nur, bevor er direkt wieder auflegte

Tosh sah enttäuscht auf. Dabei hatte Ianto gerade so viel Spaß. Obwohl er nur Enten fütterte. Sie seufzte. "Ianto?", rief Tosh. Ianto drehte sich schnell zu ihr um. Er schien ihren Gesichtsausdruck lesen zu können, da er enttäuscht auf den Rest Brot sah. Dann sah er wieder Tosh an. "Und was mache ich mit dem restlichen Brot, Miss Toshiko?", fragte Ianto verwirrt. Tosh sah ihn begeistert an. Er hatte nicht von sich in der dritten Person gesprochen. Er hatte sich fast so wie früher angehört. Sie sah auf das restliche Brot. Es war nicht mehr viel. "Wir füttern die Enten zu Ende, was sonst?".

Als er wieder im Hotel war, sah er Master John beim packen zu. Das war doch eigentlich seine Aufgabe, oder? "Ma... John, darf ich helfen?", fragte er schüchtern. Master John sah ihn kurz an und schüttelte den Kopf. "Ich bin fertig. Hat dir der Ausflug mit Miss Toshiko gefallen?". Schnell nickte er. "Miss Toshiko war mit mir an dem Turm mit der schönen Melodie, dann sind wir mit dem großem Rad gefahren. Und am Ende haben wir Enten gefüttert.", erzählte er begeistert. Master John lächelte. "Ich werte das einfach mal als ein 'Ja' ab.". Verlegen sah er auf die Bettdecke und nickte. "Können wir hierbleiben?", fragte er schliesslich. Er würde so gerne hierbleiben. hier war es schön. Aber Master John seufzte und schüttelte den Kopf. "Nein, aber wir können bestimmt mal zurückkommen.". Traurug nickte er. Master John küsste ihn leicht auf die Stirn. "Sieh' doch mal nach, ob Jack vielleicht Hilfe gebraucht. Und nicht vergessen: Nur Jack. Nichts anderes"

"Jack, kann ich etwas helfen?". Verwundert drehte der Angesprochene sich um. Ianto hatte ihn nicht Master genannt. Schnell überlegte Jack, dann nickte er. "Sicher, wenn du möchtest. Ich habe noch nicht mit meinen Sachen angefangen.". Er sagte nicht, wieso. Er hatte Angst, dass, wenn er nicht Inato's Sachen einpackte, dieser hierblieb. Und er wusste auch, dass diese Angst vollkommen unlogisch und unbegründet war. Nachdem alles aufgeräumt und eingepackt war, sah er Ianto an. "Vielen Dank für deine Hilfe, Ianto.", flüsterte Jack leise. Ianto nickte nur. Kein Lächeln, nicht für ihn.

John bemerkte, wie Jack sich besorgt zu Ianto umdrehte. "Er schläft Jack. Was soll in den letzten 5 Minuten passiert sein? Er ist bestimmt vom Ausflug erschöpft, schläft wahrscheinlich die gesamte Fahrt durch.", grummelte John. Er war schlecht gelaunt. Er hatte nicht die geringste Ahnung, wie er Jack den Kuss mit Ianto schonend beibringen sollte. "Er wird nicht mehr zu mir zurückkommen, oder?", fragte Jack leise. John zuckte mit den Schultern. Er wollte nicht, dass Jack sich noch mehr in seine Depression stürzte. Leise seufzte Jack. Er wusste, dass John ihn angelogen hatte. "Er meinte heute Morgen, dass er bei mir bleiben möchte.", murmelte John leise und vorsichtig. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Jack eine Träne über das Gesicht lief. "Er wird irgendwann ehr wollen, John.". Da war sie. Die Gelegenheit, auf die er die ganze Zeit gewartet hatte. "Ianto hat gestern einen Kuss injiziert. Ich bin darauf eingegangen.", sprudelte er so schnell er konnte heraus. Jack schloss die Augen. John hatte das Gefühl, Jack würde am liebsten auf ihn einschlagen. "Ich habe aufgehört, als er nicht mehr wollte. Es ist nicht mehr passiert.", fügte John hastig seiner Erklärung hinzu. "Was zur Hölle hast du dabei gedacht? Du bist viel unterwegs. Was willst du machen? Ihn mitnehmen?", schrie Jack ihn plötzlich an. Das hatte John nun ganz und gar nicht erwartet. Das war schlimmer als eine Tracht Prügel. "Master?", kam er plötzlich schläfrig von der Rückbank. Müde sah Ianto nach vorne. "Ganz toll, Jack. Wirklich große Klasse.", zischte John und drehte sich um. "Es ist alles in Ordnung, Ianto. Du kannst ruhig weiterschlafen.", versicherte John. Ianto nickte und sah auf seine Hände. "Es tut mir Leid, dass ich wieder Master gesagt habe.", flüsterte Ianto. John nickte und drehte sich wieder zu Jack. "Diese Entscheidung liegt nicht nur an mir, Jack. Und wenn eine Entscheidung irgendwann einmal kommt, werde ich mir schon etwas einfallen lassen."

Gespannt studierte sie die vor ihr ausgebreiteten Karten. Nicht nur Städte und Länder sind umbenannt worden worden, es kommt noch erschwerend hinzu, dass sich die Landplatten verschoben haben. "Und Tosh, was gefunden?", fragte Jack grinsend. Tosh warf ihm einen giftigen Blick zu. Begriff er denn nicht, was davon abhing, diese Karten zu verstehen? "Nein, nichts. Mit diesen Karten komme ich nicht klar.", murmelte sie dann. Jack stellte sich neben sie und fuhr mit einem Finger über ein paar kleinere Inseln auf der Karte. Dann blickte er auf eine Karte der Gegenwart. Gebannt sah Tosh ihm zu. Sie hoffte wirklich, dass Jack das Chicago der Zukunft finden würde. Dann deutete Jack auf die gegenwärtige Karte. "Hier. Chicago im 49. Jahrhundert ist die Stadt Aberdeen heute. ", murmelte Jack und seufzte. Tosh zuckte mit den Schultern. "Wenigstens müssen wir dann nicht soweit fliegen.".

Master und Miss Gwen bereiteten etwas vor, dass sehr Gefährlich aussah. Sie legten viele Waffen auf einen Tisch. Er würde gerne wissen, wozu, aber er wusste nicht, ob er fragen durfte. Miss Toshiko und Dr. Owen tanzten langsam. Das sah so schön aus. Sehr vertraut. Ob er das auch lernen konnte. Ob Master John ihm das vielleicht beibringen würde?

"Und was machen wir mit Ianto, während wir DeSalvio suchen?", fragte Gwen während sie unterschiedlich Waffenmagazine neben die jeweiligen Waffen legte. Jack zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Wir können ihn nicht alleine lassen. Allerdings sind alle für die Mission unabkömmlich.", antwortete Jack. Gwen sah ihn nachdenklich an. Das beantwortete nicht wirklich ihre Frage. "Und?", fragte sie ungeduldig, als Jack nicht antwortete. Jack seufzte. "Ich weiß es nicht. Ich frage mal John, ob wir ihn mitnehmen können."

"Nein.". "Nein?", fragte Jack verwirrt nach. John nickte und legte weiterhin seine Waffen an. "Wieso nicht?". Wütend sah John auf. "Weil wir ihn einfach nicht mitnehmen können. Es wäre zu gefährlich. Was, wenn DeSalvio's Männer ihn wieder einfangen?", fragte John kühl. Jack antwortete nicht. Er wusste, dass dies eine rein rhetorische Frage gewesen war. "Und was machen wir jetzt? Ihn hierlassen? Alleine?", fragte Jack ungläubig und blickte in Ianto's Richtung. Dieser schien etwas in sein Tagebuch zu schreiben. "Wieso nicht?", fragte John und zog seine Jack an. Fassungslos sah Jack seinen früheren Partner an. "Was meinst du mit 'Wieso nicht'? Vielleicht weil er nicht richtig für sich selbst sorgen kann?". John zog die Augenbrauen zusammen. "Mit dem vertrauen, welches du ihm gibst, ganz bestimmt nicht. Er weiß wie man kocht, wie man etwas wieder sauber macht und alles andere. Wir sind vielleicht drei Tage weg, Jack. In der Zeit wird es ihn kaum umbringen, wenn er die Wohnung nicht verlässt. Und selbst wenn, er ist nicht mehr das Kleine verängstigte Etwas, welches du gefunden hast. Er ist selbstständig genug, um ein paar Tage für sich selbst zu sorgen.", erklärte John. Jack verstand nicht. Das konnte John doch wohl nicht ernst meinen!

Als er merkte, dass sich Master John neben ihn setzte, sah er auf. Wieso sah master John ihn so seltsam an? Master John zog ihn näher zu sich. "Du weißt, dass Jack und ich für eine Weile wegmüssen, oder?", fragte Master John. Zögernd nickte er. Das hatte er mitbekommen, als Miss Toshiko telefoniert hatte. Aber was sollte das bedeuten? "Die anderen müssen ebenfalls mit. Es wäre zwar nur für eine kurze Zeit, aber du wärst alleine.". Panisch sah er auf und hielt sich an Master John fest. "Bitte, nicht gehen. Ich kann es besser versuchen, Ma... John, aber bitte lasst mich nicht alleine.", flehte er. Er hatte es doch so sehr versucht. Alles getan, um bei Master John bleiben zu dürfen. Master John zog hn noch näher. "Shhhh, kein Grund zu weinen.", flüsterte Master John und strich ihm durch die Haare. Beschämt sah er auf den Boden. "Wir kommen zurück. Es werden vielleicht zwei Tage, maximal drei. Und das auch nur, wenn ein Notfall vorliegt. Und wenn wir zurückkommen, habe ich schon eine Überraschung für dich. Ich bin sicher, du wirst dich sehr freuen.". Nachdenklich hörte er zu. Master John würde zurückkommen. Das war gut. "Bald?", fragte er schüchtern nach. Nur um sicher zu gehen. "Ganz bald. Wir werden ganz früh aufbrechen, damit wir so schnell es geht zurück sind. Und wenn du möchtest, können wir heute Abend etwas unternehmen.", schlug Master John vor. Hoffnungsvoll sah er auf. "Ohne Jack?", fragte er leise. Master John seufzte und nickte. "Ohne Jack.", bestätigte Master John und küsste ihn auf die Stirn.

Nachdenklich sah Jack Ianto an. Seit die beiden wieder in der Wohnung waren, hatte Ianto kein Wort gesagt. John war noch im Hub, müsste aber jeden Moment zurück sein. Nachdenklich setzte er sich Ianto gegenüber. "Freust du dich auf den Abend mit John?", fragte er schweren Herzens. Er konnte den Gedanken, dass Ianto mit John ausgehen wollte, kaum ertragen. Ianto nickte. "Ja. Schon sehr.". Dann zögerte Ianto kurz. "John meinte, dass er mich von früher kennt. Nicht gut, nur flüchtig, meinte John.", murmelte Ianto und sah Jack fragend an. "Kennt Ihr mich auch von früher, Jack?". Jack zögerte. Da war die Gelegenheit, auf die er gehofft hate. Aber jetzt war er sich nicht mehr so sicher, dass es eine gute Idee war, Ianto alles zu sagen. Egal was John auch sagte, Jack glaubte nicht, dass Ianto es wirklich verkraften könnte, wenn er Ianto alles sagen würde, was früher war. Oder auch nur einen Bruchteil Jack zwang sich ein Lächeln auf das Gesicht und schüttelte den Kopf. "Nein, leider nicht.", log er. Ianto nickte und sah wieder auf den Tisch. Er schien die Lüge wirklich zu glauben. Als Jack hörte, wie die Wohnungstür aufging, drehte er sich um. Allerdings nicht schnell genug, um Ianto's strahlendes Lächeln zu übersehen.

Als er ins Wohnzimmer kam, bemerkte er sofort Ianto's erfreutes Lächeln. John lächelte leicht zurück. „Zieh' dich um, Ianto. Etwas schickes, aber keinen Anzug. Ich warte hier solange.", schlug John vor. Ianto nickte und lief schnell in den hinteren Teil der Wohnung. Als Jack sich zu ihm umdrehte, lief es John eiskalt den Rücken herunter. „Was? Ich habe ihn mehrmals zu dir geschickt. Und was machst du? Du oberdämlicher Volltrottel schickst ihn immer wieder weg. Und dann wunderst du dich, weshalb er Angst vor dir hat und nichts mit die zu tun haben möchte.", zischte John wütend und leise. Ianto sollte hiervon nichts mitbekommen. „Wenigstens leg' ich ihn nicht flach und erzähle ihm, dass ich ihn von frühe kenne!", erwiderte Jack kühl. John machte sich nicht die Mühe, Jack zu korrigieren. Wenn der einmal etwas glaubt, kann die Welt eine Apokalypse heraufbeschwören und er würde nur mit den Schultern zucken und an seiner Überzeugung festhalten. John hatte Ianto das erzählt, damit Ianto mehr Vertrauen zu ihm fasste. Und es nicht hinter seinem Rücken per Zufall rausfand und dann das schwer erarbeitete Vertrauen zunichte gemacht wurde..Abwartend sah John Jack an. „Und du?", fragte er atemlos. Als Jack den Kopf schüttelte ballte John die Fäuste. Warum zur Hölle konnte dieser Idiot nicht einmal nachdenken, bevor er irgendetwas machte? Zu Jack's Glück kam Ianto wieder ins Wohnzimmer.

Nervös sah er sich um. Hier sah alles so edel aus. Viel teurer als da, wo die anderen für gewöhnlich mit ihm essen gingen. Verlegen sah er zurück auf die Karte. Er kannte davon nichts und die Preise waren sehr, sehr hoch. John sah ihn an und lächelte. „Such' dir einfach etwas aus. Geld spielt keine Rolle.". Trotzdem wusste er nicht ganz, was er wählen sollte, auch wenn John meinte, er könne alles wählen. „Ich weiß nicht, was ich davon mag.", gab er leise flüsternd zu. John nickte verstehend und überflog seine Karte nochmal. „Ich bin sicher, du wirst Steaks mögen. Soll ich die für dich bestellen?", fragte John. Ianto nickte. „Und wenn ich das nicht mag, John?", fragte er verlegen. John zog die Augenbrauen zusammen. Hatte er etwas dummes gesagt? „Dann bestellst du etwas anderes. So einfach ist das.", grinste John

Traurig saß er vor seinem Drink. Er wollte auf gar keinen Fall auch nur in der Nähe sein, wenn John und Ianto wieder nach Hause kamen. Er würde eh nur stören. Das hatte ihm Ianto ganz klar aufgezeigt. „Der Drink geht auf mich.", sagte plötzlich jemand neben ihm. Verwundert sah Jack auf. Es war nicht Ianto, aber es würde für heute Nacht gehen. „Gerne", lächelte er.

Niedergeschlagen saß sie auf der Couch und starrte das Weinglas an. „Gwen?". Gwen registrierte zwar, dass Rhys etwas sagte, reagierte aber nicht. Vielleicht würde sich der Wein ja schwarz färben, wenn sie es nur fest genug wollte. Würde zu ihrer Stimmung passen. „Gwen, Liebes. Alles in Ordnung?", fragte Rhys besorgt. Gwen schnaufte verächtlich. „Klar doch.", erwiderte sie tonlos. „Einer meiner besten Freunde ist vor einem Jahr verschwunden. Als wir ihn wiederfanden, war er total verängstigt. Er erkannte niemanden von uns und hielt sich für einen Sklaven. Wir haben versucht, ihn wieder halbwegs hinzubekommen. Versuchen es noch. Haben sogar Hilfe von einem richtigen Arschloch angenommen. Aber er konnte ihm helfen. Richtig helfen. Und was macht Jack? Er hilft nicht. Er hilft Ianto einfach nicht. Im Gegenteil, er schottet sich von ihm ab, erwartet, dass Ianto so reagiert wie früher. Bevor er verschwand. Und weißt du, worüber sich der Idiot aufregt? Das Ianto sich in John verliebt. Manchmal hasse ich Jack wirklich aus allertiefstem Herzen. Aber nicht im Moment. Im Moment würde ich ihn am liebsten erschießen. Dann erschlagen, ertränken, erwürgen, vergiften und aufschlitzen. Und ihn hängen. Immer und immer und immer wieder. Bis er es endlich kapiert. Weißt du Rhys, ich kann John auf den Tod nicht ab. Aber im Moment wünsche ich mir, dass John Ianto nimmt und mit ihm verschwindet. Irgendwo hin. Ohne es uns zu sagen. Es ist alles besser, als diese lieblose Behandlung, die Jack ihm erteilt. Und um auf deine Frage zurückzukommen. Nein Rhys, es geht mir nicht gut.".