Besorgt nahm John das Handy von Tosh entgegen. "Ianto? Was ist los?", fragte John leise. Von Tosh hatte er bereits erfahren, dass Ianto weinte. "John?", schniefte Ianto leise. "Du meintest, lügen wäre schlecht. Ich... ich glaube aber, Jack hat gelogen". Erschöpft schloss John die Augen. Die Fotos, die Jack so sorgfältig versteckt hatte. Der Tag konnte nicht noch schlimmer werden. "Wegen was hat Jack denn gelogen?", fragte John leise nach. Vielleicht irrte er sich ja auch. Er hoffte es. "Ich habe Bilder gefunden. Von mir und Jack. Nein, nicht richtig. Jack und mir. Aber ich kann mich nicht erinnern, wann die Fotos gemacht wurden. Oder im Hub einen Anzug getragen zu haben. Deshalb muss ich Jack doch von früher kenne. Aber Jack meinte, er würde mich nicht kenne.". John hörte jetzt, wie Ianto hemmungslos weinte. Er schien am Boden zerstört zu sein. "Jack hatte dafür bestimmt einen sehr guten Grund, Ianto", versuchte er Ianto wieder zu beruhigen. innerlich betete er, dass Jack wirklich einen verdammt guten Grund hatte. Und zwar einen besseren, als er genannt hatte.
„Gut gemacht, Jack. Bravo.". Erschrocken fuhr Jack bei John's sarkastischer Bemerkung herum. „Was meinst du?", fragte er gereizt. Er konnte und wollte John's Moralpredigten nicht nicht mehr hören. Nur wegen John hatte Ianto sich von ihm abgewandt. Es würde Ianto mehr helfen, wenn man ihn wie früher behandeln würde. Ihn wieder einsetzen würde. Und wenn Ianto wieder ganz normal seiner Arbeit nachgehen würde. „Er hat die Fotos gefunden, die du versteckt hast. Oder besser gesagt, verstecken wolltest.", antwortete John. Wütend zog er die Augenbrauen zusammen. „Was willst du damit sagen?", zischte er wütend. „Ianto durchwühlt wohl kaum auf gut Glück unsere Sachen, sondern nur die Schränke im Wohnzimmer. Oder die Kommode im Flur. Oder wie sollte er sonst etwas finden, was du verstecken wolltest?". Am liebsten hätte Jack laut gelacht. „Na und? Vielleicht kommt er dann wieder zur Vernunft!", brüllte Jack den Kleineren an und drückte ihn wütend gegen die Wand.
Erschrocken schnappte John nach Luft, fing sich aber schnell wieder. „Oh, Ianto soll zur Vernunft kommen? Du meinst aber schon den Ianto, der sich vergebens an dich geklammert hat, oder? Den Ianto, der Angst vor dir bekommt, wenn du wütend wirst oder dich zu schnell bewegst. Dann habe ich Neuigkeiten für dich: Ianto. Ist. Nicht. Mehr. Wie. Früher. Die Vernunft, die du von ihm kennst ist weg. Futsch. Auf nimmer wiedersehen. Sie wird wohl auch nie wieder zurückkommen. „Ich hoffe, dass das jetzt auch endlich in deinem Dickschädel angekommen ist, Jack Harkness.", erwiderte er zynisch. Das nächste, was John bemerkte, war ein stumpfer Schmerz in seiner Magengrube. „Jack? Was machst du denn da?", rief Tosh plötzlich. Sie klang sehr erschrocken. Als hätte er sich verbrannt, ließ Jack ihn los. Für den Rest des Fluges verschwand er wieder im Cockpit.
Vorsichtig legte er sich ins Bett. Sein Rücken tat vom vielen sauber machen weh. Mit einem schlechtem gewissen holte er das Notizbuch hervor und schlug es auf. Auf der ersten Seite stand in Schreibschrift sein Name. „Ianto Jones.". Zumindest glaubte er, dass das sein Name war. Seinen Nachnamen hatte er noch nie gehört. Er hatte auch nie danach gefragt. Auf den ersten Seiten waren nur Bilder von Menschen, die er nicht kannte. Aber auf einer Seite war ein bekanntes Gesicht. Die Frau aus seinem Traum. Auf der anderen Seite stand nur „Lisa und Ich. Mai 2005". Schnell blätterte er weiter. Er wollte die Frau nicht sehen. Dann kamen Bilder von Tosh, Owen und Jack. Später auch welche von Gwen. Auf einem war sie mit einem fremden Mann. Da waren beide ganz fein angezogen. Neben dem Bild stand „Die Hochzeit von Gwen und Rhys. 17. Juni 2007". Beide sahen sehr glücklich aus. Ihm gefiel das Kleid, welches Gwen trug. Er wurde traurig. Hieß das, dass alle ihn angelogen hatten? Aber niemand hatte gesagt, sie würden ihn nicht kennen. Niemand außer Jack hatte ihn angelogen. Er wusste nicht, weshalb Jack ihn nicht mehr mochte. Aber das machte ihm nichts. Er beschloss, Jack jetzt auch nicht mehr zu mögen.
Tosh konnte die Spannung beinahe schmecken. Egal, was zwischen Jack und John vorgefallen war, es musste etwas mit Ianto zu tun haben. Jack benahm sich am seltsamsten. Als ob Ianto noch nicht selbst entscheiden könnte. Unwillkürlich musste sie zittern. Die beiden machten ihr Angst.
Mit zusammengebissenen Zähnen sah Jack aus dem Cockpit. Am liebsten würde er John zu Brei schlagen. Aber wenn er das machen würde, würde das Team einen taktischen Vorteil gegenüber DeSalvio verlieren. Das konnte er nicht riskieren. Vielleicht würde John auf dem Einsatz sterben. So etwas konnte passieren. Er hatte schon viele Leute im Einsatz verloren. Und wenn nicht, würde er immer noch genug Zeit haben, John z Brei zu schlagen. Das Flugzeug setzte zur Landung an. Nun würde er wohl oder übel versuchen müssen, sich unter Kontrolle zu halten.
Gähnend rieb sich Gwen den Schlaf aus den Augen. Dann sah sich um. „Sind wir da?", fragte sie müde. Tosh nickte und packte ihren Laptop in die Tasche. Dann bemerkte sie, dass Jack fehlte. „Wo ist Jack?", fragte Gwen weiter. Der Blick, den Owen ihr zuwarf, ließ sie erschaudern. Das war kein guter Blick. Sie hoffte nur, Jack hatte niemanden verletzt. Das wäre jetzt nicht unbedingt von Vorteil. Jack kam aus dem Cockpit. „In Ordnung, los geht's."
Mit großen Augen sah Gwen sich um. Sie hatte vieles erwartet, aber nicht das. Es sah zwar alles nach Zukunft aus, viele Dinge stammten definitiv nicht von der Erde. Aber es sah viel zerstört. „Der Krieg hat erst vor drei Jahren geendet. So sieht im Moment auf vielen Planeten aus. Die Wiederaufbauarbeiten sind noch voll im Gange.", erklärte John mit einen Seitenblick auf Gwen. Diese nickte nur fassungslos. Das sollte also die Zukunft sein? So zerstört? „Weshalb gab es denn Krieg?", fragte Tosh interessiert. John zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Dies und das. Das Übliche bei Krieg. Hab' mich nie genau mit beschäftigt. Ist vor meiner Zeit ausgebrochen.". Gwen schluckte. Sie fühlte sich hier unwohl. John's Lüge machte es auch nicht besser. Sie konnte hören, dass er lügte. Die Anderen wahrscheinlich auch. Wahrscheinlich kannte John den Grund für diesen Krieg ganz genau.
Nervös sah Owen zu den Anderen. Keine 30 Meter entfernt trennten sie von DeSalvio. Vermutlich. „Ein Nachtclub?", fragte Gwen skeptisch. John nickte und grinste. „Ja, ein Nachtclub. Ein paar kleine Regeln: Sprecht niemanden an, seht niemanden zu lange an, es sei denn, ihr wollt eine Schlägerei anfangen oder ihr sucht was nettes für's Bett. Wenn euch jemand angreift, verteidigt euch. Es wird niemand anderes für euch tun. Tragt eine Waffe immer sichtbar.". Überrascht zog Owen eine Augenbraue hoch. „Wie, mehr nicht?". Er wurde von den anderen ignoriert. „Sonst noch etwas?", fragte Jack. „Wenn wir Pech haben, erwartet uns eine Soldatentruppe beim verlassen des Gebäudes. Aber wenn wir richtiges Pech haben, auch eine, die DeSalvio überwacht. Leise stöhnte Owen auf. Er wollte nur einmal, dass man in so ein Gebäude reinmaschieren konnte, ohne Ärger zu bekommen. Eilig ging er neben John zum Eingang, wo sie bereits von einem Türsteher im Schrankformat erwartete. Nicht irdisch. „Herkunft.", grunzte der Riese. Seine Stielaugen besahen einen nach dem anderen mit höchster Vorsicht. Owen sah aus dem Augenwinkel, wie Tosh und Gwen verwirrte Blicke austauschten. „Boeshane", antwortete Jack zuerst. Der Stielaugen richteten sich auf John und Tosh. „Erde. Ebenso wie die anderen.", antwortete John, ebenso gleichgültig wie Jack. Argwöhnisch sah Owen zu John. Endlich nickte der Riese und sie konnten in den Club. Sie wurden von lauter, schrecklicher Musik empfangen. „Was war das denn?", fragte Owen. Unschuldig sah John auf. „Was war was?". „Der Quatsch mit der Erde.", zischte Owen wütend. Das letzte, was er jetzt gebrauchen konnte, waren von John verursachte Probleme. „Mein Volk hat diesen verdammten Krieg angefangen. Hätte ich gesagt, woher ich komme, wären wir jetzt alle tot oder schlimmeres. Aber ihr müsst mir nicht danken.", knurrte John verärgert und schlug sich weiter nach hinten durch.
Verwirrt versuchte er, die Bilder in seinem Kopf zu ordnen. Owen meinte, er würde vielleicht hin und wieder Bilder von früher sehen. Das war passiert. In den meisten Bildern waren wieder nur Menschen, die er nicht kannte. Und zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen. Aber in eine der Bilder hatte John eine Waffe auf ihn gerichtet. Aber wieso sollte John eine Waffe auf ihn richten? Frustriert schrie er auf. Er wollte sich so gerne wieder erinnern. Aber vielleicht wollte John ihn dann nicht mehr. Dann würde John ohne ihn gehen. Vielleicht war er früher kein netter Mensch gewesen. Wenn er genau überlegte, wollte er seine Erinnerungen doch nicht. Er wollte nur noch von John in den Arm genommen werden.
„Wieso ist es hier so still?", fragte Tosh leise. John zuckte mit den Schultern und öffnete die nächste Tür. „Schalldicht, nehme ich an.", grummelte er leise. Seit beinahe zwei Stunden irrten sie und durch die Gänge. Und von denen gab es tausende. Langsam aber sicher verließ sie die Hoffnung. „Wir werden DeSalvio nie finden.", resignierte sie. Jack sah sie scharf an. „Wir werden ihn finden. Etwas anderes wäre unakzeptabel.", versicherte er ihr. Aus den Augenwinkeln sah Gwen etwas auf sie zukommen.
Genervt ging sie der kleinen Gruppe entgegen. Sie hatte sich das lange genug angesehen. Drei Männer, zwei Frauen. Sie wollten Erasmus treffen, aber sie wusste nicht, warum. Die Frau mit den braunen Haaren zielte zuerst. Erst da bemerkten die anderen sie. Enttäuschend. „Hände hoch!", befahl der Mann im Militärmantel. Sie zog eine Augenbraue hoch. „Nein.", antwortete sie ruhig.
Verblüfft sah Jack die junge Frau an. Eines musste man ihr lassen; Mut hatte sie. Und, wie Jack bemerkte, war sie auch sehr hübsch. Braune Locken, grüne Augen, zierliche Figur, Stupsnase, Sommersprossen. Aber etwas an ihr kam ihm bekannt vor. „Mein Name ist Soraya. Ich habe nicht vor, Ihnen etwas zu tun. Ich bin nur im Nahkampf ausgebildet. Und das wahrscheinlich nicht halb so gut wie Sie. Und wenn sie wünschen, werde ich Sie zu Mr. DeSalvio führen. Aber erst, nachdem ich Ihre Namen kenne.". Nun war Jack wirklich verblüfft. Wo war die die letzten zwei Stunden gewesen? „Captain Jack Harkness. Das sind Toshiko, Gwen, Owen und John.", stellte er sich und die anderen vor. Ihr Blick blieb an John hängen. „Hallo. Ist John nicht etwas einfallslos? Folgen Sie mir bitte."
„Schön dich wiederzusehen.", sagte John leise. Er meinte es wirklich so. „12 Jahre. Wo hast du die letzten 12 Jahre gesteckt?", fauchte Soraya wütend. Er konnte es ihr wirklich nicht verübeln „Wer hat dich aufgenommen, nachdem ich... nachdem ich weg war?", fragte er zögernd. „Erasmus.", lautete die knappe Antwort. Argwöhnisch sah John Soraya an. Diese lächelte leicht. „Ich arbeite nicht für ihn. Ich bin Maklerin, keine Stripperin. Dafür braucht man ein Gefühl für Rhythmus.", murmelte sie leise. John nickte nur. Owen fragte etwas. Leicht berührte John Soraya am Arm. Dann deutete er nach hinten.
Soraya drehte sich einfach um, bemerkte Tosh. Ohne zu wissen, ob ihr nicht jemand in den Rücken schießen würde. John ging neben der Fremden? Woher kannten sie sich? Soraya sah nicht älter als 20 Jahre aus, vielleicht 25 – wenn man großzügig rechnete. Sie unterhielten sich, aber nur sehr leise. Tosh konnte nur das Murmeln von Soraya hören. „Wieso sollten wir Ihnen eigentlich vertrauen?", fragte Owen plötzlich. John berührte Soraya leicht am Arm. Darauf drehte diese sich um. „Wie bitte?", fragte sie leise. Sie schien nur leise zu reden. „Sie kann dich nicht hören, Owen.", sagte Tosh verwundert. „Wieso?". „Sie ist taub.", antwortete Jack für Tosh. Soraya lächelte und nickte.
„Sie lesen von den Lippen?", fragte Gwen beeindruckt. „Selbstverständlich. Wie sollte ich denn sonst wissen, was Sie sagen? Was werden Sie eigentlich machen, wenn Sie bei DeSalvio sind?". Gwen zögerte. Diese Frau hatte ihnen geholfen. „Ihn töten.", erwiderte Jack kalt. Soraya's Augen verengten sich zu Schlitze. „Weshalb?", fragte sie kühl. Alles weiche und warme war aus ihrer Stimme verschwunden. Wortlos nahm John etwas aus Tosh's Tasche. „Was ist das? Wie kommt das in meine Tasche?", fragte Tosh verwirrt. „Das sind Blutwerte. Blut mit Metamyselophyll.", sagte John zu Soraya gewandt und übergab ihr die Akte. Dann erschuf er mit seinem Armband eine Schriftprojektion – für Soraya schien dies etwas vollkommen normales zu sein. Aber dann erinnerte Gwen sich daran, dass das hier die Zukunft war. Mit großen Augen fing Soraya an zu lesen.. „Diese Zeichen habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen.", flüsterte sie ehrfürchtig. „Wundert mich, dass du sie noch erkennst. Hast sie das letzte Mal gesehen, als du 9 warst.", grummelte John. Soraya lächelte leicht. „Vor 12 Jahren.". Interessiert besah Gwen sich die fremden Schriftzeichen. So etwas schönes hatte sie noch nie gesehen.
Ihr liefen die Tränen über die Wangen. Das durfte nicht wahr sein. Hatte sie sich so in Erasmus getäuscht? Der Mann war für sie wie ein Vater. Aber dann fiel ihr ein weiteres Problem ein. Entschlossen sah sie John an. „Ich gehe in kein Heim. Tut mir Leid.", flüstere Soraya leise. Dann wischte sie sich die Tränen von den Wangen. Captain Harkness sagte etwas, aber sie ignorierte ihn. „Ich weiß. Wenn du willst, kannst du mitkommen."
Nachdenklich sah er aus dem Fenster in die Dunkelheit. Ohne John konnte er nicht schlafen. Außerdem waren da immer noch die Bilder, über die er nachdachte. Es mochte ja so sein, dass John ihn früher mit einer Waffe bedroht hatte.. Und vielleicht hatten Jack und er ja früher ein gutes Verhältnis Aber es war nicht Jack, der ihn in den Arm nahm. Oder der sich Zeit für ihn nahm. Und Jack tröstete ihn auch nicht, wenn er einen Alptraum hatte. Das alles tat John. Jack schrie nur. Aber meist war Jack sehr ungeduldig. Obwohl Jack wusste, dass er viele noch nicht so gut konnte oder nicht so schnell konnte wie Jack. John kümmerte sich um ihn und seine Bedürfnisse. Jack ignorierte ihn nur.
„Wir sind da. Wenn Sie mir erlauben würden, zuerst mit ihm zu sprechen...?", fragte Soraya und wartete auf Jack's Nicken. Nachdem die Tür hinter ihr zugefallen war, richteten sich alle Augen auf ihn. „Ich kenne sie von früher.", wich er der im Raum hängenden Frage aus. Jack zog die Augenbraue hoch und schüttelte den Kopf. „Aber nicht aus der Zeitagentur. Und hättet ihr euch später kennengelernt, hätte sie nicht solche Manieren. Und in beiden Fällen wäre einer von euch beiden tot.", schlussfolgerte Jack kühl. Fassungslos lachte John auf. „Natürlich. Und du hattest vor der Zeitagentur kein Leben, oder verstehe ich da...". John wurde von einem lautem Schrei unterbrochen.
Hastig stürzte sie hinter Jack in den Raum. Hinter einem großem Schreibtisch stand ein hochgewachsener Mann, den sie auf Mitte 50 schätze. Er schien nicht von der Erde zu kommen, da seine Haut einen leichten lila Farbton hatte. Aber das wichtigste war, dass er Soraya einen Dolch an den Hals hielt. Einen Dolch wie Suzie ihn gehabt hatte. „Sieh' mal einer an, wer da ist.", sagte der Mann mit gespielter Überraschung. Tosh schätze, dass das DeSalvio war. Seine Stimme klang beinahe blechern. „Was möchtest du denn hier, W'Czare?", grinste der Mann. Fragend sah sie zu Gwen. „Weißt du, was W'Czare bedeutet?", fragte Tosh so leise wie möglich. Gwen schüttelte ratlos den Kopf. Missmutig verzog Tosh das Gesicht. So etwas konnte sie überhaupt nicht leiden.
„W'Czare, was ist denn los mit dir? Angst zu schießen?", fragte DeSalvio höhnisch lachend. Dann drückte er die Klinge fester an Soraya's Hals und zog sie etwas näher zu ihm heran. Ein Tropfen Blut lief Soraya's Hals herunter. „Was ich will? Fangen wir doch klein an: Lass' Soraya los.", zischte John. Überrascht bemerkte Jack, wie in John's Stimme die Angst deutlich mitschwamm. „Oh. Plötzlich kümmert sich der feine Herr. Nach 12 Jahren. Bemerkenswert früh. Ich bin wirklich überrascht.". DeSalvio klang allerdings alles andere als überrascht. Jack sah, wie Owen verwirrt die Stirn runzelte. Ihm erging es nicht anders. Er war auch verwirrt. DeSalvio fuhr mit dem Messer leicht über Soraya's Hals. Leise wimmerte diese auf. „Aber Spaß beiseite. Was willst du hier? In dieser Zeit? Ich müsste nur verlauten lassen, woher du kommst und hier würden viele wütende Leute stehen. Oder woher deine Kleine kommt.", zischte DeSalvio drohend. Bevor John oder einer der anderen antworten konnte, trat Jack vor. „Ianto Jones. Wir wollen nur ein Gegenmittel gegen diese verdammte Droge. Dann sind wir weg.", knurrte Jack leise. DeSalvio lachte wieder spöttisch. „Oh, Pretty Boy. Hat dich denn niemand darauf hingewiesen, dass es kein Gegenmittel gibt?". DeSalvio zog einen gespielten Schmollmund. Kaum merklich nickte Jack den anderen zu, gab ihnen somit den Befehl zu schießen. Er wollte diesen Kerl nicht mehr atmen sehen. Niemand merkte, dass DeSalvio das Messer warf und nicht fallen ließ...
