Die Charaktere gehören Stephenie Meyer. Ich freue mich über jede Kritik, positiv wie negativ.
Kapitel 4 – Überraschung
Edwards POV
Ich konnte einfach nicht aufhören sie anzustarren. Ja man musste es starren nennen, ich war so unhöflich. Das war ihr bestimmt sehr unangenehm. Aber ich konnte nicht aufhören, sie war so wunderschön. Die zarte Röte, wenn sie etwas verlegen wurde, machte ihre Alabasterhaut noch schöner. Ich könnte sie ewig so ansehen. Nun schaute sie mich auch an. Hat sie bemerkt, dass ich sie anstarre? Ich konnte trotzdem nicht wegsehen, ihre braunen Augen waren unglaublich.
„Edward?" fragte Ben.
Was? Hatte ich was verpasst? Isabella schaute schnell weg und wieder diese Röte. Gott sie ist so schön. Nun bemerkte jedoch auch ich, dass Ben und seine Verlobte uns ansahen. Hatten sie mein Starren etwa bemerkt? Das ist wirklich peinlich, aber da musst du jetzt durch. Ich spürte die brennende Hitze in mein Gesicht steigen.
„Ja…äh… was hast du nochmal gesagt?" Ich musste wohl zugeben nicht zugehört zu haben. Das wurde ja immer schlimmer, nun grinsten die beiden mich auch noch an.
„Unser Edward, immer am Träumen." sagte Ben und grinste überlegen.
Sowohl er als auch Angela schauten immer zwischen Isabella und mir hin und her. Und dieses Grinsen, sie hatten es wohl doch bemerkt. Und dann musste Ben mich auch noch blamieren. Als würde ich immer träumen. Das würde ich ihm heimzahlen. Zumindest hatte ich so eine Ausrede und musste mich nicht selbst wegen dem Starren rechtfertigen. Obwohl das zumindest der passende Anstand gewesen wäre. Ach Anstand, hast beim Starren auch keinen bewiesen, dann brauchst du es jetzt auch nicht mehr tun.
Plötzlich kam Mrs. Swan herein gestürmt. Wie ein Wirbelwind diese Frau. Ob ihre Tochter auch so war? Sie wirkte sehr angespannt und… nervös? Was war denn nun passiert?
„Es ist nun schon spät geworden, möchten Sie zum Essen bleiben? Ich habe Mrs. Hammond schon für Sie decken lassen. Ach Mr. Masen, Ihre Mutter hat angerufen, Ihr Vater hat noch einen wichtigen Termin. Sie werden gebeten heute hier zu nächtigen. Ich lasse für Sie gleich ein Zimmer herrichten." sagte Mrs. Swan.
Was? Was war denn hier los? Was für ein Termin? Mein Vater hatte doch ständig Termine, seit wann musste ich dazu außerhalb nächtigen? Was stimmte hier denn nicht?
„Mrs. Swan, ich möchte nicht unhöflich erscheinen aber ich kann auch nach Hause gehen. Das ist äußerst großzügig von Ihnen und Mr. Swan, ich möchte Ihnen keine Umstände bereiten."
„Nein machen Sie nicht. Außerdem ist dies der ausdrückliche Wunsch Ihrer Mutter, den möchte ich nicht abschlagen. Ihre Mutter ist eine ehrenwerte Frau. Sie bleiben heute Nacht hier." sagte sie und rief nach Mrs. Hammond.
Das verstand ich echt nicht. Alle anderen sahen auch überrascht aus. Das ist doch nicht die Art meiner Mutter. Sie würde sich doch nie so die Blöße geben und mich woanders nächtigen lassen. Schon gar nicht bei einer Dame. Das fände sie doch unanständig, oder? Ist das vielleicht ihr Plan? Wollte sie mich auf diese Weise verheiraten?
„Mrs. Hammond, bitte lassen Sie doch das Gästezimmer im Ostflügel herrichten. Mr. Masen wird heute hier nächtigen."
„Das Zimmer im Ostflügel, Mam?" fragte Mrs. Hammond nochmal nach. Sie klang irgendwie irritiert und ungläubig. So als hätte sie sich verhört oder Mrs. Swan etwas Falsches gesagt. Was war denn daran komisch? Auch Isabella schaute überrascht. Stimmt etwas nicht mit dem Zimmer?
„Ja Mrs. Hammond, das Zimmer im Ostflügel. Wir möchten unseren Gast in unserer Nähe wissen, auch wenn das der Familienschlaftrakt ist. Es ist das schönste Zimmer." sagte sie nun an mich gerichtet. Ok, ich schlafe im gleichen Trakt wie Familie Swan, ist das seltsam?
Mrs. Hammond knickste einmal höflich und zog sich dann zurück.
„So meine Lieben, wollen Sie mich bitte zum Essen begleiten? Es wurde soeben aufgetragen. Bitte folgen Sie mir."
Mrs. Swan ging vor. Ben bot Angela seinen Arm an und beide folgten etwas misstrauisch, auch sie fanden das alles merkwürdig.
Ich bot Isabella meinen Arm an, reiner Anstand natürlich. Ich schaute mich kaum sie anzusehen aber ich musste sie trotzdem etwas fragen, auch wenn es eventuell nicht schicklich war.
„Miss Swan, könnten Sie mir eventuell sagen was hier vor sich geht?"
Sie schaute mich verblüfft an. Anscheinend hatte sie genauso wenig Ahnung wie ich. War das Verhalten ihrer Mutter auch für sie ungewöhnlich?
„Ich kann Ihnen da leider nicht weiter helfen Mr. Masen, ich bin genauso überrascht wie Sie."
„Können Sie mir vielleicht eine weitere Frage beantworten?" Jetzt wird es schwieriger. Wie soll ich das bloß erklären?
Sie schaute mich misstrauisch an, nickte dann jedoch zögerlich.
„Ich möchte nicht unhöflich erscheinen aber mir scheint, Sie waren alle etwas überrascht wegen dem Zimmer welches ich heute beziehen soll. Was ist denn falsch an diesem Raum?" fragte ich sie nun doch sehr direkt.
Es schien ihr Unbehagen hervor zu rufen, sie errötete wieder. Ich sollte mich nicht an ihrer Scham erfreuen aber diese Röte war einfach atemberaubend. Ich wand schnell den Blick ab. Ich durfte sowas nicht denken, sie interessierte sich gar nicht für mich. Zumindest nicht auf diese Weise. Von was für einer Art und Weise rede ich denn hier? Edward, Schluss jetzt.
Ich hätte das nicht fragen dürfen, ich dürfte sie nicht so in Verlegenheit bringen. Schnell, bevor sie überhaupt antworten konnte, sagte ich schnell „Entschuldigung, ich wollte nicht neugierig sein."
Sie sah mich nochmal an, schaute mir direkt in die Augen. Der Blick schien ewig zu währen. Ich konnte nicht wegsehen. Dann schaute sie nach unten und sagte:
„Ich… mh… also um ehrlich zu sein… Ihr Zimmer liegt direkt neben meinem." Sie wurde noch roter und schaute sehr verlegen auf den Boden. Das war wirklich seltsam. Warum legten ihre Eltern, mich unbekannten jungen MANN, direkt in das Nebenzimmer ihrer Tochter? Ich könnte ihr doch so heimlich über den Weg laufen. Nicht, dass ich so etwas tun würde oder doch? Nein Edward, sowas darfst du nicht denken.
Wir kamen beim Esszimmer an. Mrs. Swan setzte sich an das eine Tischende, die gegenüberliegende Seite war für Mr. Swan gedeckt. Angela und Ben nahmen nebeneinander auf der anderen Seite Platz. Nun blieben nur noch zwei Plätze übrig. Wenigstens war es mir so schwerer Isabella anzuschauen, sonst würde ich wohl noch das essen vergessen. Nachdem wir alle saßen, verkündete ein mir unbekanntes junges Dienstmädchen, dass Mr. Swan heute nicht zugegen sein würde, er hätte noch dienstliche Termine.
„ Sie haben es gehört, das Verbrechen hat noch keinen Feierabend gemacht. Ich hoffe Sie verzeihen, dass mein Mann nicht am Essen teilnehmen kann. Bitte, lassen Sie es sich munden." sagte Mrs. Swan etwas seltsam.
Es klang etwas verlegen, enttäuscht und erleichtert. In diese Ehesachen sollte man sich lieber nicht einmischen.
Bellas POV
Gut, Vater war wieder nicht anwesend. Mutter war wieder genauso enttäuscht wie immer aber was mir noch mehr Sorgen machte, war Edward. Oder eher meine Mutter diesbezüglich. Warum schlief Edward hier, und ausgerechnet noch in meinem Nebenzimmer? Meine Mutter war doch sonst nicht so. Sie war vielleicht etwas verrückt und auch viel neumodischer eingestellt als andere Frauen und Mütter hier, aber in diesem Punkt war sie äußerst eigen. Ich durfte niemals ohne Begleitung irgendwo hin gehen, geschweige denn ohne Aufsicht Gäste empfangen. In dem Zimmer durfte bis jetzt nur meine Grandma übernachten, und diese gehörte zur Familie. Ich kann das nicht verstehen. Heute war alles komisch.
Wir aßen schweigend. Lediglich Mutter unterhielt sich sporadisch mit Angela und Ben. Alle schienen in ihren Gedanken zu verweilen, wir dachten bestimmt alle das gleiche, es sprach nur niemand aus. Nach dem Essen verabschiedete sich Edward von Angela und Ben, man geleitete ihn dann in sein Zimmer. Ich begleitete die beiden noch bis zu der Tür, verabschiedete mich freundlich und eilte zu meiner Mutter zurück. Ich wollte die Gunst der Stunde nutzen und sie fragen was hier vor sich gehe, doch sie wiegelte mich ab und zog sich augenblicklich in ihr Zimmer zurück.
Ich begab mich in die Bibliothek, ich konnte noch nicht zur Ruhe kommen. Der Tag war so außergewöhnlich. Unsere Bibliothek war nicht sonderlich groß, jedoch für mich ausreichend. Meine liebsten Stücke waren da und ich fand immer etwas Interessantes. In einer Ecke war eine einladende Sitzlandschaft und einem Kamin. Heute war dieser an und verbreitete eine wohlige Wärme. Ich wollte mich gerade mit meinem Lieblingsbuch „Sturmhöhe" setzen als ich Edward sah. Mir fiel fast das Buch aus den Händen. Er sah mich aus zwei leuchtenden Augen an.
„Mr. Masen, ich bin überrascht Sie hier anzutreffen." brachte ich dann einigermaßen gefangen heraus.
„Verzeihen Sie bitte Miss, ich wollte Sie nicht erschrecken. Soll ich wieder gehen?" fragte er missmutig.
„Nein!" kam es viel zu schnell und zu laut aus mir heraus geplatzt. Was machte ich denn nur? Er lächelte und das warf mich fast um. Er hatte ein unglaubliches Lächeln, etwas schief aber das schönste das ich je gesehen hatte. Er zeigte auf die Sitzecke und ich nahm ihm schräg gegenüber Platz.
„Darf ich fragen was Sie lesen, Miss Swan?" fragte er.
„Oh bitte, nennen Sie mich Bella. Ich lese Sturmhöhe, das ist neben Romeo und Julia eines meiner liebsten Werke." Das war mir etwas peinlich. Warum war ich so ehrlich? Es platzte einfach so aus mir heraus. Wieder lächelte er dieses atemberaubende, schiefe Lächeln. Mir wurde richtig schwindelig, auf einmal sah ich viele kleine, schwarze Punkte.
„Bella? Geht es Ihnen gut? Bella?" fragte er besorgt. Was hat er denn? Woher kommt dieser Schwindel denn jetzt?
„Bella, atmen Sie bitte wieder." sagte er nun doch etwas erheitert aber ehrlich in Sorge.
Was? Oh Gott, ich hatte vergessen zu atmen. Ich merkte wie mir die Hitze ins Gesicht stieg. Ich sah jetzt mit Sicherheit aus wie ein Krebs, mit einem leichten Blauton. Edward kniete vor mir, meine Hand in seiner. Wann war das denn passiert? Egal! Seine Haut war unglaublich weich. Meine ganze Hand kribbelte. Er sah mich immer noch besorgt an. Wartete er noch auf etwas?
„Bella? Ist mit Ihnen alles in Ordnung?" Er streichelte mir ganz zart meine Hand. Es fühlte sich an wie tausend sprühende Funken.
„Ja… ja ich denke schon." Ich wollte ihm auf keinem Fall sagen, dass seine Schönheit mir den Atem verschlug.
„Sie sehen noch etwas blass aus. Was war denn eben, haben Sie das öfter? Soll ich jemanden rufen?" fragte er. Machte er sich wirklich solche Sorgen? Was sollte ich ihm denn jetzt sagen?
„Nein, bitte rufen Sie niemanden. Ich… ich… … ich hab nur irgendwie vergessen zu atmen." So nun war es raus. Warum musste ich denn jetzt so ehrlich sein? Gleich wird er mich auslachen. Was er jetzt denken wird? Zumindest sagte er nichts, er lachte auch nicht. Er strich mir zart eine Haarsträhne, die sich gelöst haben musste, hinter mein Ohr und streichelte dann meine Wange. Passierte das hier wirklich? Mit der anderen Hand hielt er immer noch meine Hand ganz sanft fest. Ich konnte es nicht glauben. Mein ganzer Körper brannte und ich spürte ein unbekanntes Kribbeln im Bauch. Er schaute mir aus seinen unergründlichen grünen Augen in die meine. Sein Blick war so intensiv, wie brennendes Feuer, noch viel stärker als vorher. Ich verlor mich in diesem Augenblick.
Plötzlich kam er ganz langsam näher, zog meinen Kopf etwas zu sich heran. Wollte er mich küssen? Seine Lippen? Ob sie so warm und zart waren wie seine Hand?
Er schloss seine Augen…
… und dann drehte er sich weg und wand sich ab.
„Es tut mir Leid Bella, ich wollte Ihnen nicht zu nahe kommen." sagte er. Was? Warum? War ich so abstoßend? Ich war es nicht wert geküsst zu werden. Ich entzog ihm schnell meine Hand.
„Ich werde mich wohl zurück ziehen Miss Bella. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nacht."
„Vielen Dank, das wünsche ich Ihnen auch Mr. Masen." Ich klang bockig, und um ehrlich zu sein ich war verletzt. Ich hätte mir keine Hoffnungen machen dürfen, nicht bei einem Mann wie Edward, aber ich hätte es mir so sehr gewünscht. Schnell wand ich den Blick ab, ich spürte wie mir die Tränen in die Augen schossen. Edward verließ schnell die Bibliothek und ich beschloss auch, mich zurück zu ziehen. Kurz nachdem ich mein Zimmer betrat, kam auch Jessica um mir aus meinen Kleidern zu helfen. Ich wusch mich und zog mir dann mein Nachtkleid an. Jessica löste meine Haare und kämmte sie. Sie wollte mir auch einen Zopf flechten, doch ich lehnte dankend ab. Ich wollte jetzt meine Ruhe haben und einfach für mich alleine sein. Jessica knickste und verabschiedete sich höflich. Ich kroch schnell in mein Bett. Es war komisch zu wissen, dass Edward direkt neben meinem Zimmer in seinem Bett lag. Und ich könnte sogar direkt in sein Zimmer gelangen über die Flügeltüren. Auch er könnte jederzeit hier herein kommen. Auch wenn ich noch immer verletzt war, dieser Gedanke ließ mein Herz höher schlagen. Ich malte mir die buntesten Geschichten aus und träumte vor mich hin. Gerade als ich fast eingeschlafen war, klopfte es ganz leise an diese Flügeltür. Ich war wieder hellwach. Hatte es wirklich geklopft oder war das im Traum?
„Komm rein." flüsterte ich ganz leise. Falls es ein Traum war, sollte er es nicht hören können. Doch es öffnete sich ganz leise und langsam die Tür und Edward stand dort still im Türrahmen.
So das wars dann wieder für heute. Ich weiß, böse böse das Ende. :)
Ich geb mir Mühe, dass es bald weiter geht. Ich freue mich über viele Reviews.
Vorschau:
Edwards POV
Ich wusste nicht was ich wollte. Ich konnte nicht schlafen, ich musste die ganze Zeit an Bella denken. Fast hätte ich sie geküsst. Es fühlte sich so richtig an aber ich kam noch zur Besinnung. Das durfte nicht sein, ich konnte sie nicht in ihrem Haus derartig in Verlegenheit bringen. Ich durfte sie auch nicht küssen, dazu hatte ich kein Recht. Außerdem musste ein Mädchen wie sie schon vergeben sein.
Aber wenn sie in meiner Nähe war, es fühlte sich an wie aufgeladen und es lag so eine Spannung in der Luft.
