Die Charaktere gehören Stephenie Meyer. Ich freue mich über jede Kritik, positiv wie negativ.

So meine Lieben, das nächste Kapitel ist wieder da. Ich hab den Anfang ein wenig verändert, er
passt jetzt nicht mehr so ganz zu der Vorschau vom letzten Chap aber der Sinn ist der gleiche.
Viel Spaß beim Lesen.

Kapitel 6 – Eine traurige Nachricht

Renees POV

Ein neuer Tag stand an. Es war noch sehr früh am Morgen aber ich sollte Mrs. Masen schon um diese Zeit anrufen. Wir konnten glücklich sein, ein Fernsprechgerät zu haben, so wie auch die Masens.

Ich wollte auch den Dienstleuten aus dem Weg gehen, keiner sollte das Gespräch mitbekommen. Ich zog mich also selbst an, nachdem ich mir etwas das Gesicht gewaschen hatte. Meine Haare ließ ich noch offen, ich musste wirklich erst einmal schnell das Gespräch führen.

Charlie war wieder einmal schon bei der Arbeit. Manchmal fragte ich mich, wieso er überhaupt noch für die wenigen Stunden Schlaf nach Hause kam. Es hätte mich auch nicht gestört wenn er weg geblieben wäre. Wir hatten viel zu früh geheiratet, ich war damals erst 16 Jahre alt. Meine Eltern bestanden auf die Hochzeit, denn Charlie war angehender Polizei-Chief und daher eine gute Partie. Anfangs war ich von ihm auch sehr angetan, ich hatte mich schnell in ihn verliebt. Er hatte wunderschöne braune Augen und kurzes lockiges Haar in der gleichen Farbe. Er war ein durchaus attraktiver junger Mann und viele Damen wären froh gewesen ihn zum Mann haben zu dürfen. Wie gesagt, anfangs war ich auch glücklich. Charlie war ein ruhiger Mann gewesen, nicht in der Lage Gefühle auszudrücken aber dennoch hatte er ein gutes Herz. Ich hatte das Gefühl ich konnte ihm vertrauen und so blieb es auch bis heute. Wir zogen dann zusammen nach Chicago, obwohl ich Florida lieber gemocht hätte. Ich wurde dann auch schnell schwanger und Bella kam auf die Welt. Sie war ihrem Vater sehr ähnlich und das hübscheste Mädchen, dass ich je gesehen hatte. Sie hatte seine Locken und Augen. In den folgenden Monaten war Charlie dann viel öfter und länger auf Arbeit und nahm immer weniger an unserem Leben teil. So war das nun einmal und so sollte das auch sein, sagten meine Eltern. Ich hatte das Gefühl in einem Käfig eingesperrt zu sein und wurde sehr unglücklich in meiner Ehe. Ich glaube Charlie ging es genauso. Eine Trennung kam selbstverständlich nicht in Frage, was sollten denn die Leute denken.

Eines Tages, schon vor einigen Jahren, lernte ich Mr. Phil Dwyer kennen und verliebte mich auch in ihn. Er war meine zweite Hälfte, aber wir durften nicht zusammen sein, schließlich war ich ja mit Charlie verheiratet. Dennoch entwickelte sich eine tiefe Bindung und wir trafen uns nun mindestens einmal in der Woche. Ich hoffte nur, dass niemals jemand hinter unser Geheimnis kam.

Beim Fernsprechgerät angekommen, ließ ich mich mit den Masens verbinden. Mrs. Masen und ich sprachen gestern schon miteinander. Ich teilte ihr mit, dass meine Tochter und wohl auch Mr. Masen jr. aneinander interessiert schienen. Mrs. Masen war darüber sehr erfreut, erzählte mir jedoch etwas anderes, sehr trauriges. Mr. Masen war schon seit ein paar Tagen erkältet gewesen und gestern war er in seiner Anwaltskanzlei zusammen gebrochen. Er hatte hohes Fieber. Mrs. Masen ließ Dr. Cullen kommen, ein überaus attraktiver junger Arzt. Dieser musste jedoch feststellen, dass Mr. Masen an der spanischen Grippe erkrankt war. Es waren jetzt schon so viele erkrankt, die meisten starben daran. Mrs. Masen machte sich große Sorgen und sie hatte schreckliche Angst um ihn. Mr. Masen war ein sehr netter Mensch, ich hoffte sehr, dass er es übersteht. Jedenfalls bat sie mich, Edward hier zu behalten aus Angst, er könnte sich auch noch anstecken. Ich durfte ihm jedoch auf keinem Fall die Wahrheit sagen, das war ihr ausdrücklicher Wunsch. Die arme Familie.

„Bei ?" sagte eine junge Stimme.

„Hier ist , guten Morgen. Ich möchte bitte mit Mrs. Masen sprechen."

„Einen Moment bitte Mrs. Swan, ich frage ob ich Sie durchstellen darf." sagte das Mädchen.

„Vielen Dank."

Mrs. Elisabeth Masen war eine wunderschöne Frau. Sie hatte langes lockiges Haar in einem einmaligem bronzeton. Edward hatte diese Haarfarbe geerbt. Sie war sehr schlank und groß mit einem feinen Gesicht. Die meisten mit diesem Stand und so einem Aussehen war sehr arrogant und hochnäsig. Aber sowohl Mrs. Masen als auch ihr Ehemann waren von Herzen gute Menschen. Ich habe noch nie nettere Leute getroffen. Umso mehr freute es mich als Mrs. Masen den einen Tag anrief und fragte ob Edward mit zum Tee kommen dürfe. Normalerweise waren wir immer bei den Herren vorstellig und ein Junge in Edwards Stand hatte es nicht nötig zu einem Mädchen zu kommen. Er war eine sehr gute Partie und in bessere Hände hätte ich mir meine Bella nicht wünschen können. Eigentlich wollte Bella keine Bewerber mehr sehen, sie schien wirklich noch nicht reif für die Ehe zu sein. Dennoch konnte ich Mrs. Masen nicht abschlagen, es wäre auch sehr unhöflich gewesen. Bella würde das schon schaffen und wer wusste es schon, vielleicht war er ja diesmal genau der richtige. Und mein Gespür lag da wohl nicht so ganz falsch.

„Mrs. Swan. Schön, dass Sie anrufen." Mrs. Masen klang müde und traurig.

„Wie geht es Ihrem Mann, ist Besserung in Sicht?" fragte ich sie dennoch hoffnungsvoll.

Wenn ich daran dachte wurde mir schon ganz anders. Die spanische Grippe in der Nachbarschaft. Wenn ich mir vorstelle es würde Bella treffen, nein das wäre nicht auszuhalten.

„Leider nein. Ganz im Gegenteil, es geht im noch schlechter. Er kommt nicht mehr zu Bewusstsein. Ich mache mir große Sorgen. Das Fieber ist auch weiter gestiegen, Dr. Cullen macht mir keine Hoffnung mehr. Was soll ich nur machen?" Die letzten Worte gingen ein herzzerreißendes Schluchzen und Weinen über.

„Oh Elisabeth, das tut mir sehr leid. Wenn ich irgendetwas für Sie tun kann?

Ich wusste nicht was ich sonst hätte sagen sollen, ich hatte einen dicken Kloß im Hals.

„Das können Sie tatsächlich. Wenn Sie Edward noch einige Tage bei sich aufnehmen könnten? Ich möchte ihn nicht auch noch verlieren." und sie weinte wieder.

„Aber selbstverständlich. Bitte geben Sie die Hoffnung nicht auf, vielleicht schafft er es doch noch. Er ist so ein starker Mann, er kämpft bestimmt mit allen Kräften gegen die Grippe an. Soll ich Edward über den Gesundheitsstand seines Vaters informieren? Es wird schwer ihm weiter etwas vor zu machen. Er ist ein schlauer junger Mann, er war gestern schon sehr argwöhnisch."

„Auf keinen Fall. Mrs. Swan, ich bin Ihnen für Ihre Hilfe sehr dankbar aber Edward darf davon nichts wissen. Er würde sich nicht mehr fernhalten können, zumal er eh nicht mehr zu meinem Mann durchdringen kann." Sie klang verzweifelt aber dennoch bestimmt.

„Wie Sie wünschen, ich werde ihm nichts sagen. Bitte melden Sie sich wenn es Neuigkeiten gibt. Soll ich meine Hausdame schicken um ein paar Sachen für Edward zu holen?" fragte ich sie. Er musste zumindest Wechselsachen haben, das machte meine Geschichte glaubwürdiger.

„Nein, das wird nicht nötig sein. Ich schicke Ihnen Lauren vorbei, ich habe sie schon packen lassen. Sie sollte dann bald bei Ihnen eintreffen. Ich danke Ihnen nochmals Mrs. Swan, auf Wiederhören."

„In Ordnung. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Auf Wiederhören." Und damit war das Gespräch beendet. Wie sollte ich das bloß verheimlichen? Ich musste mir etwas überlegen, was ich dem jungen Edward sagen sollte. Ich fand es nicht richtig, es ihm zu verschweigen. Er sollte die Möglichkeit zum Verabschieden und Trauern haben. Außerdem war ich keine gute Lügnerin, aber ich musste wohl mein Bestes geben, ich hatte es Mrs. Masen versprochen.

Ich ging wieder nach oben um mich schlussendlich fertig zu machen. Kurz nachdem ich mein Schlafraum betreten hatte klopfte Jessica an meine Tür und fragte ob sie mir behilflich sein konnte. Ich ließ sie meine Haare kämmen und hochstecken.

„Sind meine Tochter und Mr. Masen schon wach?" fragte ich sie währenddessen.

„Es hat noch keiner geläutet Ma'am. Soll ich nachsehen gehen?" fragte sie.

„Nein, vielen Dank. Aber es wird gleich ein Koffer für Mr. Masen eintreffen, bitte bring ihn dann in das Gästezimmer. Mr. Masen wird uns noch ein paar Tage beehren. Mrs. Hammond soll noch ein Gedeck mehr auflegen. Ich werde jetzt zu meiner Tochter gehen."

Jessica knickste einmal höflich und verschwand dann nach unten. Ich ging zu Bellas Zimmer und klopfte leise. Sie antwortete nicht, sie musste wohl wirklich noch schlafen. Ich öffnete langsam die Tür und ging herein. Bella lag wie ein Engel in ihrem Bett. Sie umarmte ihr Kissen und sah so unschuldig und zufrieden aus. Ich wüsste nicht was ich ohne sie machen würde. Wie sollte ich sie nur belügen, sie erkannte sowas immer sofort. Ich musste mir wirklich Mühe geben. Ich setzte mich vorsichtig auf die Bettkante und weckte sie sanft.

„Edward…" murmelte meine Tochter schlaftrunken.

Sie sprach schon immer im Schlaf, träumte sie etwa von ihm? Sie schien ihn wohl zu mögen, das war genau das was wir uns erhofft hatten. Aber in der momentanen Situation sehr traurig. Ich streichelte ihr nochmals sanft über die Wange. Bella war so wunderschön, vor allem wenn sie schlief und nicht immer so ernst schaute.

„Bella, Liebes, ich bin es. Bitte wach auf, du bist heut schon spät dran. Das Frühstück wird gleich serviert." sagte ich freundlich.

Plötzlich schoss Bella erschrocken auf, beinahe hätte sie meinen Kopf gestoßen. Ihr Gesicht wurde scharlachrot und ich begriff langsam was los war. Es war ihr peinlich, dass ich hier war und womöglich gehört haben könnte, dass sie von ihm sprach.

„Ach meine Bella, soll ich dir beim Ankleiden helfen? Wir wollen doch Mr. Masen nicht warten lassen?" sagte ich sanft, ich musste mir ein schelmisches Lächeln verkneifen.

Sie schien es bemerkt zu haben, sie wurde noch einen Rotton dunkler. Ich hatte wohl wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich holte Bella ein blassrosa Kleid, aus Satin und Seide aus dem Schrank. Bella wusch sich das Gesicht und ich half ihr danach beim Anziehen. Die ganze Zeit sagte keiner von uns ein Wort. Ihr Gesicht nahm wieder eine normale rosige Farbe an.

„Komm setz dich, ich mache dir die Haare." sagte ich.

Bella war wirklich ein schönes Mädchen, auch wenn sie wach war. Vor allem ihre großen braunen Augen im Kontrast zu ihrer hellen Haut. Auch ihre Haare in demselben Schokoladenton unterstützen ihre Schönheit. Sie kam sehr nach ihrem Vater, auch er war ein durchaus hübscher Mann. Ich steckte ihre Haare seitlich etwas hoch und ließ sie hinten in Locken über den Rücken fallen.

„Du magst Mr. Masen, nicht wahr?" Ich musste sie das fragen. Sie wurde wieder rot, antwortete mir dann aber doch.

„Ja Mutter. Ich kann es nicht erklären, aber seitdem ich ihn gesehen habe, kann ich mir nicht mehr vorstellen ohne ihn zu sein. Er fehlt mir jetzt schon und mein ganzes Wesen sehnt sich nach ihm. Am liebsten würde ich sofort zu ihm laufen. Ich… ich weiß nicht… das ist wohl sehr töricht und ungehörig von mir. Verzeih mir bitte." Sagte Bella voller Scham und Energie.

„Da gibt es nichts zu entschuldigen Liebes. Bella du bist verliebt, das ist doch etwas sehr Schönes. Hoffentlich geht es Mr. Masen genauso. Ich werde mit ihm sprechen… Obwohl ich nicht hoffe, dass du nun übereilig zu ihm läufst. Junge Damen müssen bei aller Verliebtheit trotzdem noch den Anstand wahren." Sagte ich. Wieder war es still zwischen uns. Ich freute mich für sie, auch wenn ich mir ein bisschen Sorgen machte. Sie war noch sehr jung und auch wenn ich mir genau das für sie gewünscht hatte, so wollte ich nicht, dass sie genauso einen Fehler machte wie ich damals.

„Mama, meinst du er mag mich?" fragte Bella. Sie sah hoffnungsvoll und doch verängstigt aus.

„Ich weiß es nicht Bella. Aber wie er dich gestern angesehen hatte. Das habe ich noch nie erlebt. Sein Blick war so intensiv, als würde er die Welt plötzlich mit anderen Augen sehen. Als wärst du der Mittelpunkt der Erde… Ach Bella, wir werden sehen was sich ergibt. Übrigens er bleibt noch ein paar Tage. Mr. und Mrs. Masen mussten spontan und Edward soll nicht alleine bleiben. Ich nehme wohl, du bist damit mehr als einverstanden?"

„Natürlich Mama, ich freue mich sehr. Aber warum wusste Edward das noch nicht?" sie sah mich misstrauisch an.

„Nein, er konnte es ja nicht wissen. Es musste alles sehr schnell gehen, er weiß es selbst jetzt noch nicht. Ich wollte ihn gleich davon unterrichten. Es ist auch schon ein Koffer mit seinen Sachen angekommen. Mrs. Masen hatte heute sehr früh erst Bescheid gegeben." Das stimmte zumindest zum Teil. Bella schien es mir zu glauben und strahlte nun über das ganze Gesicht. Das würde sie für eine Weile aufhalten. Ich hoffe nur, sie verrennen sich da nicht in etwas.

„So und nun ab zum Essen. Ich werde gleich nachkommen."

Bella ging schon nach unten und ich klopfte leise an der Gästezimmertür nebenan. Von drinnen kam kein Laut aber ich öffnete trotzdem leise die Tür. Das Bett war fein und sauber gemacht und direkt darauf lag der Koffer. Ah, also der war mittlerweile schon eingetroffen. Aber von Edward war keine Spur. Vielleicht war er auch schon im Speiseraum, ich sah aber trotzdem sicherheitshalber noch einmal im Salon nach. Ich hätte es gern gehabt, Edward noch einmal vor dem Essen allein anzutreffen. Ich wollte ihm unbedingt vorher sagen, dass er noch etwas hier bleiben sollte und außerdem wollte ich auch Bella ansprechen. Ich sah auch noch in der Bibliothek nach. Ein wenig überrascht entdeckte ich ihn in der Leseecke. Er las „Sturmhöhe". Also damit passte er definitiv zu Bella. Ich hatte ein bisschen Angst vor dem kommenden Gespräch, ob er mir meine Unwahrheiten auch so schnell glauben würde? Ich hoffte es sehr. Also entspannen und so überzeugend wie möglich sein. Er durfte es einfach nicht merken.

„Mr. Masen?" sprach ich ihn so freundlich wie möglich an.

So das wars dann wieder für heute. Ich freue mich über die neuen Reviews, vielen Dank. Schreibt schön fleißig weiter, ich geb da auch mein Bestes. Es könnte jedoch ein paar Tage dauern, ich bekomme demnächst einen neuen Laptop und bin daher vorher ein paar Tage ohne Internet.

Aber das nächste Chap ist schon geschrieben und folgt bald.

Vorschau:

Edwards POV

Mr. Masen?" fragte mich eine freundliche Stimme. Sie klang etwas nervös, oder kam mir das nur so vor?

Oh, guten Morgen Mrs. Swan .Ich hoffe es war nicht unhöflich, dass ich hier alleine gelesen habe?"

Nein, nein Mr. Masen, bitte fühlen Sie sich hier zuhause. Sie können sich gerne bedienen."

Sie kam näher und setzte sich mir gegenüber, nachdem sie mich mit einem fragenden Blick ansah ob ich es gestattete. Ich nickte selbstverständlich, schließlich war ich ja der Gast. Trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl. Sie sah mich aus schmalen Augen an.