Die Charaktere gehören Stephenie Meyer. Ich freue mich über jede Kritik, positiv wie negativ.
Hallo ihr Lieben. Ich weiß, hab schon sooo lange nichts mehr geschrieben und vermutlich liest auch gar keiner mehr mit aber ich versuchs trotzdem nochmal.
Als Entschuldigung, gibt's auch gleich zwei Kapitel auf einmal.
Kapitel 10 – Eine schwerwiegende Entscheidung
Phils POV
Ich lernte Renée hier in Chicago kennen. Das erste Mal sah ich sie im Laden der Yorkies, sie kaufte dort ein. Später wusste ich, dass sie es immer dort zu tun pflegte. Ich sah sie nur an, wusste aber sofort, das ist die Frau auf die ich immer gehofft hatte. Sie sah mich nur kurz verlegen an und ging dann recht schnell. Ich hatte mich sehr unschicklich verhalten. Dann erst sah ich das kleine Mädchen an ihrer Hand und auch den Ehering an ihrem Finger blitzen. Ich musste sie gehen lassen, denn sie war nicht mehr zu haben. In den nächsten Jahren hab ich sie nur selten gesehen, aber ich konnte sie nie vergessen. Wie ich herausfand, war sie die Ehefrau von Chief Charlie Swan, also definitiv nicht für mich zu haben. Außerdem lebten wir in verschiedenen Klassen. Sie gehörte zu der obersten Schicht der Stadt, ich wohl eher zu den unteren Schichten. Ich wusste nicht einmal ob ich regelmäßig etwas zu essen hatte. Ich spielte Baseball, jedoch konnte ich damals noch nicht für die Chicago Cubs spielen, sondern nur für einen kleinen namenlosen Verein. Ich konnte vom Spielen nicht leben, hätte Renée also nichts bieten können. Wie hätte ich mir da anmaßen können um sie zu werben? Dennoch drehte sich mein Leben schnell nur noch um sie. Mein Tagesablauf veränderte sich schleichend, alles richtete sich nach ihr. Ich wusste, wann sie wo einkaufte und mit welchen Freundinnen sie sich traf. Ich verfolgte ihr Leben, sehnsüchtig, ein Teil dessen zu sein.
Was ich nicht wusste war jedoch, dass ich ihr wohl in den Jahren auch aufgefallen war. Ich hatte es nicht bemerkt, dass sie Notiz von mir genommen hatte. Vor ungefähr 3 Jahren sprach sie mich schließlich an, als wir uns wieder einmal zufällig im Laden der Yorkies sahen. Wir kamen ins Gespräch und es entwickelte sich schnell eine Freundschaft zwischen uns, die uns schlussendlich mehr abverlangte als wir beide gewollt hatten. Ich hatte sie schon immer geliebt, mit den Jahren noch mehr und nachdem ich sie besser kennen lernen durfte, wusste ich, dass es nie eine andere Frau für mich geben würde. Aber das hätte ich ihr nie gestanden, das war nicht gestattet und ich wollte sie nicht verlieren. Eine Freundschaft zwischen uns war schon mehr als riskant und eigentlich nicht standesgemäß.
Eines Tages hatte sie mich wieder einmal besucht, wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag miteinander. Jeder Augenblick mit ihr war für mich unvergesslich und ich fühlte mich als würde ich auf Wolken schweben. Jedoch landete ich sehr oft immer wieder auf dem harten Boden, wenn ich sie wieder gehen lassen musste. Sie ging zu ihrer Familie, ihrem Ehemann und ihrer Tochter, schob mich aus ihren Gedanken und lebte das Leben, so wie es sein sollte.
An diesem einen wundervollen Nachmittag jedoch, da geschah etwas Unbeschreibliches. Ohne jede Vorwarnung hatte sie mich einfach geküsst. Ein sehr zärtlicher und doch drängender Kuss, der viel zu schnell endete. Es war unglaublich schön und ich dachte, ich müsste platzen vor Glück. Doch das durfte nicht sein. Sie gestand mir daraufhin ihre Liebe, doch sowohl sie als auch ich wussten, dass wir keine Chance hatten und dass dies auch das Ende unserer Freundschaft bedeutete. Ich wollte sie nicht entehren, also musste ich das Schlimmste tun, was es für mich gab. Ich bat sie, mich nie wieder besuchen zu kommen. Ich sah, wie weh es ihr tat aber sie wusste auch, dass es keine andere Möglichkeit gab und ging. Sie fehlte mir sehr und ich wünschte, sie hätte nie den Mut gefunden, mir ihre Liebe zu gestehen, dann hätten wir zumindest so tun können als wären wir nur Freunde gewesen. Ich hasste und vermisste ihre süßen Lippen, wie sie sich warm auf meine schmiegten. Oft hatte ich darüber nachgedacht, auf Knien bei ihr darum zu beten, dass sie wieder zu mir kommen möge. Aber wenn das jemand herausgefunden hätte, dann wäre sie verstoßen worden. Sie wäre geschändet gewesen, verpönt in der ganzen Stadt und hätte harte Strafen über sich ergehen lassen müssen. Als Ehefrau von Chief Swan wusste sie das auch. Das konnte ich nicht riskieren, also riss ich mich zusammen und blieb standhaft.
Ich hörte einige Wochen nichts von ihr, lange verzweifelte Wochen voller Schmerz, bis sie weinend vor meiner Tür stand. Es zerbrach mir das Herz sie so zu sehen und ich warf alle meine guten Vorsätze weg und ließ sie wieder in mein Leben, nur diesmal weiter als je zuvor. So entstand unsere Liebesbeziehung und Gott bewahre uns wenn das jemals heraus käme.
Genauso tränenüberströmt wie damals stand Renée nun vor mir. Ich war überrascht, dass sie heute kam, denn am Wochenende war der Chief öfter zuhause und unsere Entdeckung war zum Greifen nahe. Außerdem regnete es heute in Strömen, bei dem Wetter hätte ich sie wahrlich nicht erwartet. Sie nun so durchnässt und weinend zu sehen, konnte ich kaum ertragen. Auch wenn es nicht sein durfte, ich liebte sie mehr als mein Leben.
„Renée, was ist denn passiert? Komm schnell herein, du bist ja ganz durchnässt." Sagte ich erschrocken. Immer noch weinend ließ sie sich auf mein Sofa fallen. Das sah ihr gar nicht ähnlich, sich so gehen zu lassen auch wenn es mich nicht störte. Ich mochte diese ganze Etikette und diese ganzen Zwänge nicht so sehr.
„Oh Phil, verzeih mir, jetzt mache ich ja alles nass." Sagte sie verzweifelt, machte aber keine Anstalten aufzustehen. Sie wirkte total am Ende.
„Liebling, mache dir doch deswegen keine Sorgen. Sag mir lieber was passiert ist, wieso läufst du bei diesem Wetter hierher?"
„Es ist etwas Schreckliches geschehen, Phil. Ich weiß nicht mehr weiter."
„Hat Charlie etwas über uns heraus gefunden?" fragte ich ängstlich.
„Nein, nein Phil. Auf gewisse Weise schlimmer. Der arme Mr. Masen ist verstorben und ich musste es dem jungen Edward sagen. Und dann soll Bella auch noch heiraten… ich weiß nicht mehr was ich machen soll…" und sie weinte erneut. Für mich klang das alles verwirrend, was hatte Mr. Masen denn mit Bellas Heirat zu tun?
„Renée, beruhige dich doch erst einmal, ich verstehe gar nichts." Ich setzte mich neben sie und nahm sie fest in meine Arme.
„So und nun erzählst du mir alles von Anfang an oder soll ich uns erst noch einen Tee kochen?" fragte ich sie, nachdem sie sich wieder etwas beruhigt hatte.
„Nein, danke. Wo fange ich nur an? Ich hatte dir doch erzählt, dass ich mit Mrs. Masen gesprochen hatte, ob der junge Edward und meine Bella nicht gut zusammen passen würden?" fragte Renée mich. Ich nickte zur Bestätigung und sie fuhr fort.
„Ja und diese Woche kam er dann zusammen mit Bellas Freundin Angela Weber zum Tee. Sie ist nun auch schon verlobt mit einem ganz liebreizenden jungen Mann. Jedenfalls lief auch alles gut, Bella und Edward schienen sich auf Anhieb zu mögen. Wie sie sich angesehen haben, ich schwöre so etwas habe ich noch nie vorher gesehen. Ich musste daraufhin gleich Mrs. Masen anrufen, um ihr von den Neuigkeiten zu berichten. Sie war auch zufrieden, wirkte aber abwesend. Sie bat mich dann, Edward Obdach zu gewähren, da Mr. Masen an der Spanischen Grippe erkrankt war. Sie wollte kein Risiko eingehen, dass Edward sich auch noch ansteckte. Natürlich war ich einverstanden, das konnte ich nicht abschlagen. Am nächsten Morgen bat Edward mich dann um Bellas Hand. Ich fand das recht schnell aber war doch froh, dass alles so lief wie ich es mir erhofft hatte. Wenn Bella ihn auch wollte, dann sollte der Heirat nichts im Wege stehen, also willigte ich ein. Edward wollte aber noch mit Charlie sprechen. Nur dass Charlie andere Pläne hatte, er hat Bella den Blacks versprochen. Sie soll nun Jacob Black heiraten, ist das zu glauben?"
„Und wie steht Bella zu der ganzen Situation?" fragte ich. Ich wollte erst einmal alle Fakten auf dem Tisch haben, bevor ich dazu etwas sagen konnte.
„Ach, sie hat sehr geweint. Bella hat sich auch in Edward verliebt. Die beiden haben zusammen so eine mysteriöse Ausstrahlung. Ich weiß, das klingt verrückt aber die beiden haben anscheinend etwas ganz besonderes, etwas was ich nicht verstehen kann, ich kann es nicht erklären. Dennoch, so etwas erlebt man nur einmal im Leben. Bella ist noch so jung, ich mache mir schon Sorgen, ob wir das Richtige tun aber sie war schon immer irgendwie erwachsen. Wenn sie sich zu etwas entschlossen hat, dann war sie sich immer sicher und ich vertraue jetzt darauf, dass sie für sich schon die richtige Entscheidung getroffen hat. Auch wenn es für mich damals die falsche Wahl war." Sie schaute mich mit einem intensiven und warmen Blick an und fuhr dann fort.
„Aber was Charlie sich mit Jacob Black gedacht hat, das verstehe ich nicht. Warum die Blacks? Die sind doch alle seltsam, er als Chief sollte das doch am besten wissen."
„Wir müssen uns wegen Jacob etwas überlegen. Wenn Bella Edward wirklich liebt, und davon bin ich fest überzeugt nach allem was du erzählst, dann können wir sie nicht in ihr Unglück laufen lassen. Ich verspreche dir, wir finden eine Lösung. Aber was ich jetzt noch nicht ganz verstehe, was ist denn nun mit Mr. Masen?"
„Ja das ist so furchtbar, gerade jetzt, wo Bella und Edward sich gefunden haben. Er ist heute Nacht gestorben. Das ging so schnell. Dr. Cullen konnte nichts mehr für ihn machen. Das Hausmädchen der Masens rief mich heute früh an um mich zu informieren. Die arme Mrs. Masen hat es hart getroffen. Sie sitzt an seinem leblosen Körper und weigert sich ihn loszulassen, sie trauert um ihn. Und zu allem Überfluss laufen die Bediensteten jetzt auch noch weg, Lauren sagte mir, sie würde kündigen. Haben die Angestellten denn keine Rücksicht? Ich kann es ja verstehen, sie haben auch Angst infiziert zu werden aber trotzdem, Mrs. Masen macht doch nun genug durch. Ich will mir das gar nicht vorstellen… Gott Phil, wenn du das wärst…" schluchzte sie nun.
Oder anders herum, wenn sie es gewesen wäre. Der Gedanke allein zerriss mir schon fast das Herz. Ich wüsste nicht, wie mein Leben ohne Renée weiter gehen sollte.
„Sch… so etwas darfst du nicht einmal denken. Uns passiert nichts, ich verspreche es dir." Sagte ich. Ich wusste, dass ich das nicht halten konnte aber ich musste für Renée stark sein und für uns das Beste hoffen. Renée wusste das genauso gut wie ich, niemand konnte die spanische Grippe aufhalten. Und wenn sie an meine Tür klopfte, ich könnte nichts tun als sie herein zu lassen, ob ich wollte oder nicht. Doch das war jetzt nebensächlich, jetzt zählte nur noch der Moment. Sie sah mich leidenschaftlich an und wir beide mussten nichts mehr sagen. Ich nahm sie fest in die Arme und küsste sie zärtlich. Und dann versanken wir zusammen in den Tiefen unserer Gefühle.
„Oh Gott, Bella… Ich habe sie ganz alleine zuhause gelassen…"
Und da war das Kapitel wieder zu Ende.
Ich weiß, der Cliffhanger ist nicht so nett ;) aber geht ja gleich weiter. Hier bekommt ihr trotzdem wie immer noch eine kleine Vorschau.
Vorschau:
11. Kapitel – Die Schuld
Charlies POV
Nach dem aufwühlenden Gespräch mit Bella und Renée gestern, hatte ich mich schnell auf den Weg zur Arbeit gemacht. Ich mochte keine Gefühlsausbrüche und Bellas Reaktion hatte mich zutiefst erschrocken. In Gedanken versunken, war der Tag dann aber schnell an mir vorbei gezogen, habe endlich die ganze Büroarbeit erledigt. Ich kam erst spät nach Hause und verschwand heute auch wieder sehr früh, ich wollte keine Konfrontation. Was sollte ich auch sagen? Ich konnte es ihnen ja nicht einfach erklären, meine Gründe dürften nie heraus kommen. Nun saß ich heute Morgen noch eine Zeit lang in einem Lokal, um die Zeit zu überbrücken. Nun war ich aber spät dran.
