Liebste Leser, Fans und Kommiverfasser,
willkommen zum neuen Kapitel!

Es passiert waaaaaaaaaaahnsinnig viel in, wie ich fürchte, viel zu kurzer Zeit - hoffentlich überschlagt ihr euch beim Lesen nicht! Ich bin jetzt eine Woche vor dem Text gesessen und ich hab einstweilen keine Eingebungen, was ich noch reinschreiben könnte, ohne dass es wieder zu lang wird, also... Ich möchte schließlich auch, dass es vorangeht - ich hoffe, ihr verzeiht mir die Geschwindigkeit! Und die Entschädigung naht ;))

Viel Freude einstweilen!
Kuss

Lord Voldemort

Meine Füße setzten sich voreinander, stiegen über Wurzeln und Steine hinweg und trugen mich immer weiter in den Wald hinein. Immer der Stirnnarbe nach. Dumpfe Angst regte sich in meinem Bauch, aber in meiner Brust war es friedlich. Was auch immer Voldemort mit mir anstellen würde … es konnte nicht schlimmer werden als die letzten dreißig Minuten gewesen waren. Ich hatte mir genommen, was ich mir mehr als alles andere auf der Welt gewünscht hatte. Ja, vielleicht nicht meinen Dad. Aber nichts desto trotz James: einen Menschen, den noch so oberflächlich kennenzulernen mir alles bedeutet hätte. Ich hatte ihn siebzehn Jahre öfter vermisst, als jeden anderen. Selbst nach dem Fiasko im Denkarium mit seinem – wie er es nun selbst ausgedrückt hatte – pubertären Wahnsinn. Eigentlich – gerade an dem Tag hatte ich ihn mir gewünscht! Um ihm die elegante und trotzdem freche Frisur über die Ohren zu ziehen. Aber jetzt musste ich ihn mir bald nicht mehr wünschen. Endlich.
Ich hatte tief im Inneren immer gespürt, dass der Ort, an den ich gehörte nicht London, nicht England, nicht Großbritannien war. Ich hatte immer gespürt, mein Platz war woanders … und nun wusste ich, wo. Bei meiner Mutter, bei Sirius und nun auch James.
Es waren seltsame Dinge, die mir auf meinen letzten Metern, auf denen ich Voldemort nun spürbar immer näher kam, in den Kopf schossen und die innerhalb meines Körpers abliefen. Völlig banale Angelegenheiten, die im alltäglichen Leben nervig und lästig sein konnten und die ich nun das letzte Mal die Chance hatte, zu spüren. Ich war reduziert auf mich, nur mich – ohne an freundliche und unfreundliche Abschiedsworte oder Dankesworte zu denken, die ich nicht aussprechen und Küsse, die ich nicht verteilen konnte. Ich war siebzehn … und es ging zu Ende. Mein Leben würde bald vorbei sein und es machte mich traurig. Aber ich grämte mich nicht über die Tatsache – weil sie unabänderlich war. Ich ging stur geradeaus und erreichte die Lichtung des Geschehens mit Knien, von denen ich nicht wusste, warum sie mich noch auf den Beinen hielten.

Ich erkannte Voldemort zwischen gut dreißig Todessern stehend, die die Dunkelheit des Waldes im Auge behielten. Aus einiger Entfernung beobachtete ich ihn einen Moment. Er stand nur da, die Augen möglicherweise geschlossen, sammelte augenscheinlich Konzentration und Kräfte. Niemand sprach oder wagte es, ihn sonst wie zu stören und es wäre so einfach gewesen, ihm von hier aus einen tödlichen Fluch auf den Hals zu jagen … wenn er nur gewirkt hätte.
Vor einer Stunde noch hätte ich die Energie gehabt, sie alle auf den Mars zu fluchen. Jetzt wollte ich einzig und allein meine Ruhe haben. Wäre nicht Voldemorts Ende und damit das Glück all meiner Freunde und des Landes von meinem abgehangen, wäre ich irgendwohin appariert, wo es warm war, wo mich niemand finden würde und nicht zurückholen konnte. Ach was, ich wäre? Ich würde dorthin gehen. Aber ich würde nicht apparieren. Vielleicht würde es wehtun, vielleicht würde es qualvoll sein … aber was James durchzustehen gehabt hatte, würde ich durchhalten, ohne zu zucken – das schwor ich mir.

Geäst knackte als ich aus dem Schatten trat.
Ich zuckte mit keiner Wimper, als Voldemort die glühenden Augen aufschlug. Ich würde ihm keine Angst zeigen. Wenn schon, dann würde ich genießen, dass er zu seinem eigenen Ende beitrug und nicht ihm seinen Sieg über mich noch schöner machen, als er ohnehin schon war. Es würden die letzten Augen sein, die ich sehen würde … wie sie meine Mutter gesehen hatte … mein Vater … und ich würde den Rücken gerade lassen, wie er. Ich würde das Kinn oben lassen, wie er es getan hatte. Selbst als das Schwert schon in seiner Brust gesteckt hatte.
Ein diabolisches Grinsen trat in Voldemorts Gesicht. Ich sagte nichts, als er zielte. Für den Sinn meines Lebens! Für dein Ende! Schaufel dein eigenes Grab! Bastard! Ich tat nichts. Außer, die Augen zu schließen … und ein letztes Mal tief einzuatmen. Tannennadeln … Laub … Moos …
„AVADA KEDAVRA!"
Meinen letzten, angsterfüllten Herzschlag spürte ich schmerzhaft in der Brust … grünes Licht brannte sich durch meine Lider … und als allererstes … würde ich mich entschuldigen.

„An den Stab Macaulay – McKean! Das ist ein Notruf – Code Blaze! Bestätige – Code Blaze! Bedrohung durch das Gremium! WIR SIND MIT EINEM INTERROGATIOPROZESS KONFRONTIERT! Senator und diensthabende Garde sind am Boden – alle Amirauté hinzugesprungen – alle unverletzt! Der Prozess aufgrund Artikel dreizehn SVG! James Macaulay ist Vater – sein Sohn ist siebzehn Jahre alt! Die Amirauté rufen Sie im Namen von Kollegialität und Freundschaft – im Namen von James Macaulay! FÄLLEN SIE IHRE ENTSCHEIDUNG! Für uns – oder Ihren neuen Chef – Ihre neue Zeit! Es steht Ihnen frei, für James Macaulay zu kämpfen – ich erinnere – das Prinzip des Prozesses – ist er verloren, sind wir alle verloren! Wollen Sie unter unserem Kommando bleiben – treten Sie an! Wir sind in Schloss Hogwarts – SO SCHNELL ES GEHT!"
Die laute, energische Stimme des ersten Amirauté verhallte in der Hogwarts-Bibliothek – just in dem Moment, als Eric Johnson um den Tisch herum stürmte, um die Perspektive auf der Karte zu ändern. Der Chef der Zauberkünstler war ein grobknochiger Kerl mit mausbraunem Haar, stechend blauen Augen und ungezügeltem Mundwerk:
„Verdammter Hurensohn! Wo ist er hin?!"
„Da ist Magie im Spiel – das sage ich euch!", knurrte der schlaksige Mann von der anderen Seite des Tisches – Matthew Letchford, der Trankmeister. „Er hat sich verkrochen!"
Plötzlich – Plopp
„Amirauté McKean!", meldeten sich vier trainierte Kerle – der schäbige, mehr oder weniger unverletzte Rest der diensthabenden Société – mit einem Salut. „Der Senator schickt uns!"
„Voldemort ist nicht auf der Karte!", nahm McKean die Unterstützung ohne Umschweife an – es war nicht seine Entscheidung, ob James Wachen hatte, oder nicht. „Gehen Sie in die Luft! Es ist ein Strohhalm – in der Dunkelheit – im Wald – aber vielleicht finden Sie ihn!"
McKean hatte kaum die letzte Silbe gesprochen, rannten sie los – vier Fensterscheiben zerbarsten – und Sekundenbruchteile später erhoben sich die gewaltigen Schwingen der Corbillat – der Raben – in den Nachthimmel.

Mein Kopf dröhnte. Ich kam nur langsam zu mir … und fand mich wieder auf kaltem, feuchtem Boden, auf Baumnadeln und Blättern, etwas, das eine Wurzel sein musste, drückte in meinem Nacken … ich hielt die Augen geschlossen und begriff nicht. War ich tot? Ich hatte einen Todesfluch abbekommen, es musste so sein. Aber warum schmerzte dann jeder meiner Knochen? Gehörte das dazu? Würde das erst später nachlassen? Und das Pieken der Tannennadeln in meinem Gesicht? Vielleicht war es wegen dem Horkrux, dass mein Tod so seltsam war… Schließlich mussten zwei Teile von mir gehen, vielleicht dauerte es dadurch länger? Wenn ich die Augen öffnete, stünden sie vor mir? Lily, Sirius, Remus und James? Aber wären ihre Hände so kalt, wie jene, die mir den Puls fühlten? Ich musste es wissen. Ich schlug die Lider hoch, wandte den Kopf. Und wenn das das Leben nach dem Tod war, war ich in der Hölle.

Ich kam zu mir, als wäre ein Schuss gefallen – ein gewaltiger Adrenalinschub überzeugte mich – ich war nicht tot, im Gegenteil: Ich blickte direkt in Voldemorts wutverzerrte Fratze und seine glühend roten Augen – seine Hand schwebte über mir, den Dolch fest umklammert –
„AH!"
Im allerletzten Moment zuckte ich zur Seite – die Klinge bohrte sich in die Baumwurzel – Voldemort brüllte vor Zorn – ich hechtete so weit von ihm weg, wie ich nur konnte – aber was dann? Ohne Schwert, ohne Zauberstab – mitten unter Todessern?! Er warf sich mir nach – erwischte meinen Knöchel – hatte er den Dolch noch?! Ich schrie vor Anstrengung – wehrte mich mit aller Kraft gegen ihn – er war stärker – viel stärker als seine schmale Statur vermuten ließ. Er rang mich auf die Seite – und ich verstand warum, als er mit dem Messer ausholte – er zielte klar auf meine Halsschlagader – ich warf den nunmehr wirklich letzten Blick meines Lebens nach vorn.

Es war als würde ein strahlender Stern unter den düsteren Todessern auftauchen. Er apparierte unverletzt und aufrecht stehend und obwohl ich ahnte, was es mit ihm auf sich hatte, traute ich meinen Augen fast weniger als jeder Umstehende.
Voldemort entging meine Reaktion keineswegs – und sie rettete mein Leben – er wirbelte herum.
„Hände weg von ihm!", knurrte Amirauté Richard McMenamin – James' Sicherheitschef höchst selbst und der Zorn und die Art von Macht, die er ausstrahlte, war definitiv mit der Dumbledores vergleichbar.
Voldemort war völlig perplex und schaffte nicht, zu reagieren, als der Amirauté ausholte – er traf ihn mit voller Wucht – sein Fluch schleuderte ihn durch die Luft und er blieb einige Meter hinter mir liegen. Reglos.
Die umstehenden Todesser reagierten prompt. Sie griffen an, rechneten aber offensichtlich nicht im Geringsten mit der Gegenwehr, die letztendlich kam – ich hatte nie einen Zauberer so kämpfen sehen.
McMenamin schwang die Hand über den Kopf – „BLAKE!" – ein leuchtend rotes Signal stieg in den Himmel – vier von hinten kommende Todesser wurden ausgeknockt – und sprach einen Fluch aus, der den übrigen, die von vorn kamen beinah das Gehirn aus den Ohren blies.
Er schoss herum – Bellatrix Lestranges Zauberstab war noch erhoben, ihr Fluch in der Luft, er disapparierte.
Direkt neben ihr tauchte er keine Sekunde später wieder auf – von schierer Rage gepackt rammte er ihr einen Dolch mitten in die Brust und stieß sie zu Boden. „Miststück!"
McMenamins Kopf zuckte zur Seite, als ein weiterer Todesfluch auf ihn zuschoss. An seiner statt wurde der Todesser hinter ihm getroffen, der gerade zu einem Schlag gegen sein Genick ausgeholt hatte. Der Amirauté war disappariert, ich registrierte gerade noch Lucius Malfoys angsterfülltes Gesicht – McMenamins Elle traf seinen Nacken mit einer Wucht, die ihn bewusstlos zu Boden sinken ließ und eine energische Handbewegung ließ einige Todesser aus dem Weg segeln – einer riss ein Gebüsch um und sie blieben liegen.
Ich sah es nur aus dem Augenwinkel. Voldemort bewegte sich –
„NEIN!"
Er warf sich wieder auf mich, kochend vor Wut – die Athame im Anschlag – ich packte sein Handgelenk – aber war zu stark.
Jeden Moment würde er mich K.O. schlagen und –
Plötzlich – ein Lichtblitz von der Seite –
„ARGH!"
Voldemort schrie – vor Schreck ließ er mich los – flog zur Seite weg und als ich herumschoss, war Blake McKeans Hand noch in der Luft.
„BLEIB UNTEN!"
Voldemort riss den Zauberstab hoch und streckte dem Fluch des Amirauté seine ganze Kraft entgegen, wich zurück, sackte auf die Knie – kurz dachte ich, er würde umgerissen – doch er schaffte es, ihn zu blocken. Seine Antwort war ein Todesfluch, unverkennbar, doch der Amirauté duckte sich nicht – seine Hand schnellte hoch und der Fluch prallte dagegen – er wich keinen Millimeter zurück – er ließ den Fluch immer näher an sich heran, die ganze Kraft wurde in seinen Händen zu einem Ball – dann, mit einer schnellen Bewegung – Klatsch! – war der Fluch verschluckt und wirkungslos.
Bloße Todesangst trat in Voldemorts Gesicht und mir war klar, dass er begriffen hatte, mit wem er es tatsächlich zu tun hatte. „Dementoren!", kreischte er und wich um Haaresbreite McKeans Fluch aus.
„NECABERIS!", donnerte der und traf Voldemort letztlich voll in die Brust.
Einen Moment lang starrte er den Amirauté ungläubig – fassungslos – halb ohnmächtig an doch dann gaben seine Knie auf einmal nach – mitten im Fall disapparierte er – tatsächlich.
„QUETSCHT DIE TODESSER AUS!", brüllte McKean noch und war fuchsteufelswild als er sich an Voldemorts Fersen heftete.
„Expecto Patronum!", bellte McMenamin im letzten Moment in den Nachthimmel, als die Dementoren vom Himmel herabstürzten, und mit einer Geste seiner beiden Arme tat sich eine gleißend helle Kuppel auf, die ihn, mich, die Todesser – die gesamte Lichtung einhüllte – und es war still.
Der Sicherheitschef hatte Voldemorts vierunddreißig engste Gefolgsleute dem Erdboden gleichgemacht. Allein. In anderthalb Minuten.
Ich schnaufte, als hätte ich die Schlacht geschlagen. Ich lebte noch – immer noch. Die unmittelbare Gegenwart McMenamins ließ die Erinnerungen und den Schmerz zurückkommen wie eine Lawine – so heftig, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Ich war meiner Chance beraubt, mich James zu stellen und mich zu entschuldigen – aber war damit auch die Chance dahin, Frieden zu finden? Das Schicksal wollte, dass ich weitermachte – zumindest vorerst und Augenblicke später nahm ich das an. Ich würde nicht in Depression verfallen, sondern mich für das, was ich James – und auch seinen Jungs – angetan hatte, an mir selbst rächen, indem ich die Qual durchmachte. Das war Vergeltung genug.
Immerhin waren sie nicht alle tot – zwei waren übrig und ich konnte es sekundenlang kaum glauben. McMenamin und McKean. Mein Kopf wehrte sich. McMenamin stand noch da, was ihn anging, war ich mir sicher. Ein stämmiger, großer Kerl, beiger Einreiher mit Gilet, brauner Pferdeschwanz, von oben bis unten voller Blut … er war es definitiv. Aber hatte ich mir McKean eingebildet? Ich hatte ihn in der Schnelligkeit des Augenblicks kaum erkannt. Vor allem auch, weil sein sportlicher Anzug verschwunden war und in der dunklen Einsatzmontur, komplett mit kugelsicherer Weste, konnte jeder der Jungs gesteckt haben. Blake McKean war doch nicht so breit … ich schüttelte den Kopf. Er hatte mit den ganzen Protektoren breiter gewirkt. Der dunkle Sidecut, das kantige Kinn, seine Stimme. Er war es gewesen. Mein Gott, sie hatten zu zweit überlebt! Und sie hatten mich gerettet. Obwohl ich ein Fegefeuer losgetreten hatte, hatten sie mich gerettet. Wie…so?

„Harry – ich bin Amirauté McMenamin – bist zu verletzt?", riss mich eine raue Stimme aus meiner Starrte. Der Sicherheitschef meines Vaters trat auch mich zu und streckte die Hand aus. „Rick!"
Kurz starrte ich ihn perplex an. Ein Amirauté zu Großbritannien und seinen Kolonien, Irland und Australien stand vor mir und er hatte sich gerade vorgestellt. Mit Vornamen. Und er sah nicht feindselig aus. Kurz war mir nicht klar, wie ich reagieren sollte – doch er half mir hoch, bevor ich in Verlegenheit geraten konnte.
„Danke…" Ich war schockiert von dem Blutbad, in das er getaucht war. Es war das Blut meines Vaters … er hatte es also noch zu ihm geschafft … ich hakte trotzdem nicht nach, mir war alles klar. Ich schüttelte mitgenommen den Kopf. „Nicht von jetzt gerade …", antwortete ich schließlich, hielt zur Erklärung nur meine blaue Linke hoch und wagte nicht, ihm in die Augen zu sehen. Ich wollte darin nicht lesen, was ich längst wusste. Ich wollte nicht lesen, dass James tot war und nicht, dass sie mich dafür hassen und vermutlich einbunkern würden.
Er nickte. „Komm – das sollte behandelt werden! Mein Auftrag führt mich ohnehin auf die Krankenstation!", sagte er bloß und sah immer noch nicht wütend aus – im Gegenteil, er schien besorgt.
Ich zögerte kurz. Langsam taute meine Trance der letzten Minuten und ich wollte nicht in den Ostflügel – zu einer Truppe Medimagier, die mich ansehen würden wie einen Alien. Ich schnaufte auf. Es waren Medimagier, sie würden mir helfen – und die eine oder andere unangenehme Begegnung würde bei meinen Eigenracheplänen entscheidend helfen… Was hatte ich zu verlieren? Ich griff seine Hand und er disapparierte.

Der Ostflügel war nicht wiederzuerkennen. Ich fand mich wieder auf dem hellgrauen Linoleumboden der modernsten, magischen Notfallstation des Hoheitsgebietes Großbritannien-Australien, die für heute hierher verlegt worden war. Am Ende eines langen Traktes, hinter einer milchgläsernen Doppeltür, auf deren Vorderseite riesengroß prangte:

TRIAGE KATEGORIE 1
KEIN ZUTRITT

Zwischen mir und der Tür, hinter der sich ein enormer Tumult abspielte, befanden sich insgesamt acht, bestimmt anderthalb Meter breite, edelstählerne Schiebetüren, führend in riesige Räume, von denen ich immer gehofft hatte, nie auch nur in ihre Nähe kommen zu müssen – deren Beschriftung allein für sich schon ein Schreck war:

SCHOCKRAUM

KEIN ZUTRITT BEI ROTLICHT
SOMATOM
VORSICHT – STRAHLUNG!

NO ENTRY WHEN RED LIGHTS FLASH
SOMATOM
DANGER – RADIATION!

Über der geschlossenen Tür mit der mannesgroßen 4 leuchtete gerade ebendieses Rotlicht – kaum dass es ausging, stürmten die Medimagier und Schwestern im Gang wie von der Tarantel gestochen zurück in den Raum, wo offensichtlichen ein Auror in akuter Lebensgefahr war – mir wurde schlecht. Denn es konnte momentan kaum jemand anders sein, als einer der Corbillat. Warum brachte der Sicherheitschef mich nur hierher? Ich war kein Schock-Patient. Jedenfalls nicht körperlich.
„Ich hab jemanden für dich!", hörte ich Rick plötzlich lächeln.
Ich schoss herum und im ersten Moment sah ich nur einen riesigen Raum voller Menschen, heller Lampen, weißer Schränke, etlicher Gerätschaften und jeder Menge Technik – doch als ich nach Sekunden tiefsten Unglaubens realisierte, wer aus Schockraum sieben heraus meinen Blick traf, wurde ich fast ohnmächtig.

TBC