Hier kommt auch schon Kapitel 2 :D Bitte schreibt mir wenn euch Fehler auffallen!

Viel Spaß!


Kapitel 2 - Der erste Abend

Lily betrat zusammen mit den anderen Schülern die Eingangshalle. Sie wollte sich umsehen, wurde jedoch von der Menge weiter gedrückt. Sie schritt durch die Tür zur großen Halle und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ein Gefühl der Geborgenheit, das man nur Zuhause verspürt, durchflutete sie. Hinter ihr ertönten nun ungeduldige Stimmen und Lily beeilte sich weiter zu gehen. Sie schritt an dem Ravenclaw-Tisch vorbei und ging dann den Gryffindor-Tisch entlang. Sie erblickte Mollys winkenden Arm und bahnte sich einen Weg zu ihren Freundinnen. Diese saßen bereits tratschend in der Nähe des Lehrertisches. Lily ließ sich auf den freien Platz neben Marlene fallen und hatte nun das erste Mal Zeit sich richtig um zu sehen. Die ganze Halle war von dem warmen Licht der fliegenden Kerzen erleuchtet. An den Wänden hingen Banner in den leuchtenden Farben der Häuser. Hinter dem Lehrertisch hing das größte Banner von allen, auf dem ein riesiges Hogwartswappen zu sehen war. Die Tische hatten sich inzwischen mit Schülern gefüllt, die traschend die Köpfe zusammen steckten, kichernd Gespräche führten, einige wedelten auch schon eifrig mit ihren Zauberstäben herum und nutzten das zurück erlangte Recht zum Zaubern. Vorallem Potter und Black machten eine riesen Show, indem sie ein kleines Feuerwerk hervor beschworen. Lily schüttelte den Kopf und drehte sich zum Lehrertisch. Auch die meisten Lehrer unterhielten sich - wenn auch etwas gepflegter. Ein paar letzte Nachzügler hasteten durch das sich schon schließende Tor und zu ihren Tischen. Langsam wurde es ruhiger bis sich die Gespräche schließlich ganz einstellten. Alle Gesichter wandten sich der Saaltür zu. Da öffneten sich schwungvoll die Türflügel und die junge Lehrerin Professor Minerva McGonagall führte die Gruppe von verängstigten Erstklässler durch den Mittelgang. Einige ältere Schüler pfiffen, was die Erstklässler nur noch mehr zu verunsichern schien. Ein kleines Mädchen stolperte auch noch und lief knallrot an. Lily hörte, wie Molly gegenüber von ihr mitleidig seufzte. Die Gruppe hielt vor dem Lehrertisch an und Professor McGonagall hob ihren Zauberstab. Aus dem Nichts beschwor sie einen wackeligen, dreibeinigen Stuhl, auf dem ein alter und zerschlissener Hut lag. Die gesamte Schülerschaft starrte diesen erwartungsvoll an. In der Halle herrschte jetzt vollkommene Stille. Da bewegte sich die Krempe des Hutes und ein Spalt erschien - der sprechende Hut begann zu singen:

Hallo ihr lieben Schülerlein,
ich grüß euch herzlichst und sag dazu,
höret nun, ob groß oder klein,
meinem neuen Liede zu!

Ein neues Jahr hat nun begonnen,
voll Lernen, Spaß und Freude,
doch achtet gut auf meine Worte,
bleibt stets ruhig, besonnen!

Wir müssen gut zusammen halten,
keiner darf ausgeschlossen sein,
nur so bleibt uns das Glück erhalten,
statt Herrschaft von Trug und Schein.

Doch höret nun, ihr neuen Schüler,
ich werde euch weisen in ein Haus,
es wird eurer Familie gleichsam sein,
für sieben Jahre und drüber hinaus!

Es gibt das Hause Gryffindor,
wo Mut herrscht und auch Tapferkeit,
benannt ist's nach Godric Gryffindor,
Hast du Mut? Dann sei bereit.

Wenn du erfüllt von Klugheit bist,
auch Weise, stets gescheit,
kommst du sofort nach Ravenclaw,
gerad' zur rechten Zeit.

Dann gibt es auch noch Hufflepuff,
Ein Haus - fleißig, treu und fair,
der Dachs, das ist sein Wappentier,
er gefällt dort allen sehr.

Zuletzt gibt's noch die Slytherins,
listig und tückisch, doch auch treu,
Sie können dir zu Größ' verhelfen,
Passt's zu dir? Dann sei nicht scheu.

Nun kommt und nehmt mich auf den Kopf,
Her mit euch, nur Mut, nur Mut,
ich werd' euch schon stecken ins richtige Haus
Lasst's euch sagen vom sprechenden Hut!

Der sprechende Hut verstummte und die Schülerschaft applaudierte jubelnd. Die Meisten waren auch aufgestanden um ihrer Begeisterung Luft zu machen und schließlich musste Professor McGonagall mit magisch verstärkter Stimmung wieder Ordnung und Ruhe schaffen. Als sich alle wieder hingesetzt hatten, begann die Zuteilung. Professor McGonagall las nacheinander die Namen von einer Pergamentrolle ab und ein Erstklässler nach dem Anderen stolperte nach vorne. Ein Smith, Jason kam nach Hufflepuff, eine Bones, Lea nach Ravenclaw,... Etwas Aufsehen gab es, als ein Black, Regulus nach Slytherin kam. Alle Gryffindors blickten sofort zu Sirius Black, der tief in sich zusammen gesunken war und scheinbar am Liebsten verschwinden würde. Das war bei ihm äußerst selten der Fall, wie Lily verwundert feststellte. Dieser Regulus musste wohl sein Bruder sein. Sie blickte wieder nach vorne und bekam gerade noch mit wie eine Berry, Tina eine Gryffindor wurde. Das Mädchen kam zum Gryffindor-Tisch und ließ sich auf den letzten freien Platz fallen. Professor McGonagall hob abermals ihren Zauberstab und ließ den wackeligen Stuhl samt Hut verschwinden und machte sich dann auf den Weg zum Lehrertisch. Stattdessen stand nun Professor Albus Dumbledore auf. Dumbledore hatte einen langen, leicht gräulichen Bart und ebenso lange Haare. Er hatte sich einen Namen gemacht, als er den berüchtigten dunklen Zauberer Gellert Grindelwald besiegt hatte. Zudem galt er als überaus brilliant - er hatte die Schule mit Bestnoten abgeschlossen und schon mehrere wichtige Meilensteine in der Zaubereiwissenschaft um Verwandlung und Drachenmilch gelegt. Seine neueste Errungenschaft war die Aufnahme in die Schokofrosch-Kartenreihe. Doch für die Schüler und Lehrer war er vor allem eins - der Schulleiter. Er hob die Hände zum Gruß. "Herzlich Willkommen ihr neuen Schüler und auch Herzlich Willkommen zurück, ihr Älteren! Ein neues Jahr hat begonnen, doch bevor ich euch mit Gedanken an den kommenden Unterricht den Appetit vermiese - Lasst das Fest beginnen!" Die Schüler tobten und Professor Dumbledore setzte sich wieder. Wie aus dem Nichts erschien das Essen auf den Tischen. Die goldenen Platten füllten sich mit Bergen von Kartoffeln, saftigen Schnitzeln, Soßen aller Art und vielem mehr. Lily griff herzhaft zu und schon bald mampften alle fröhlich vor sich hin. Lily und Marlene wurden von Alice und Molly in ein Gespräch über Quidditch verwickelt und Lily genoss es, mit ihren Freundinnen zusammen und in Hogwarts zu sein. Auf den Hauptgang folgte das Dessert: Die Tische verbogen sich förmlich aufgrund der Unmengen von Torten, Cremes und Süßen Stückchen. Lily lud sich ein riesiges Stück Schokoladen-Himbeertorte auf ihren Teller und wollte sich wieder dem Gespräch über die Chudley Cannons anschließen, als Marlene sie an stubste und ihr ins Ohr flüsterte: "Potter hat dich die ganze Zeit angestarrt und jetzt hat er sich auch von dieser Schoko-Himbeertorte genommen!", sie kicherte während Lily bloß die Augen verdrehte. Alice und Molly sahen sie schon fragend an doch Lily murmelte "Nicht so wichtig" und bald war die Geschichte vergessen. Trotzdem kam Lily nicht umhin, aus den Augenwinkeln auf Potters Teller zu spähen und tatsächlich, Marlene hatte Recht gehabt. *Nur ein Zufall*, dachte Lily. *Was kümmert mich das überhaupt?*, sie drehte sich wieder zu ihren Freundinnen und versank ganz in der Welt der Chudley Cannons.

Kurze Zeit später stand Professor Dumbledore wieder auf und wartete auf Ruhe. Dann begann er: "Nocheinmal herzlich Willkommen! Ich hoffe es hat allen geschmeckt. So, die neuen Schüler sollten einige Dinge wissen. Der Wald, der an das Schulgelände grenzt, ist unter jeden Umständen zu meiden. Ihn zu betreten ist strengstens verboten! Auch einige der älteren Schüler sollten dies noch einmal verinnerlichen!", kaum merklich zwinkerte er Potter und seiner Gang zu, die grinsend zu Dumbledore schauten. "Ansonsten gibt es eine verlängerte Liste von verbotenen Gegenständen wie Stinkbomben, die jederzeit lesbar an der Bürotür von unserem altbekannten Hausmeister Argus Filch hängt. Das Zaubern in den Gängen ist wie jedes Jahr untersagt. Doch nun genug der Regeln, wir haben zwei Änderungen im Personal. Zuerst einmal begrüßen wir unseren aus Schottland zurückgekehrten Zauberkunst-Lehrer Professor Flitwick!" Ein kleiner Mann mit spitzem Zauberhut winkte der Schülerschaft freundlich zu, die applaudierte. "Außerdem", fuhr Dumbledore fort, "Hat uns unsere Verwandlungs-Lehrerin Professor Forbes nun endgültig verlassen. Professor McGonagall wird nicht nur statt Zauberkunst nun Verwandlung unterrichten, sondern auch als neue Hauslehrerin von Gryffindor agieren!" Der Gryffindor-Tisch brach in Jubel aus und die besagte Professorin errötete leicht. "Nun denn, ich wünsche uns allen ein erfolgreiches und angenehmes Schuljahr! Und nun husch, husch, alle in die Betten! Es will ja niemand am ersten Tag gleich zu spät kommen!" Es wurde ein letztes Mal geklatscht, dann hörte man, wie überall Bänke verrückt wurden und wie hunderte Füße aus der Halle Richtung Schlafsääle tappten. Als eine braun haarige Fünftklässlerin am Gryffindor-Tisch rief: "Alle Erstklässler hier lang!", und die Neuen aus dem Saal geleitete, fragte Molly: "Wieso machst du das nicht? Du bist noch die Vertrauensschülerin." Lily lachte. "Das war letztes Jahr. Das Amt wird jedes Jahr an die nächste Generation weiter gegeben.", "Achso", murmelte Molly und stand vom Tisch auf. Auch Alice, Marlene und Lily erhoben sich. Sie suchten sich einen Weg durch die Menge und betraten die Eingangshalle. Die Slytherins verschwanden nach und nach Richtung Kerker, während die Hufflepuffs in die Nähe der Küche zu gehen schienen. Zusammen mit den anderen Gryffindors und Ravenclaws stiegen die vier die große Treppe hinauf und gingen dann einen Gang entlang. Am Ende bogen sie nach links ab, während die Ravenclaws nach rechts Richtung Nordturm gingen. Die Mädchen benutzten einige Abkürzungen und Geheimgänge und standen wenige Minuten später vor dem Portrait der fetten Dame. Sie fragte mit monotoner Stimme: "Passwort". Lily sah die anderen fragend an. "Weiß einer von euch, wie das neue Passwort heißt?" Die vier schauten sich ratlos an als hinter ihnen eine Stimme ertönte.

"Brauchen die Damen vielleicht etwas Hilfe?" Lily stöhnte auf. Potter samt Kumpanen. "Wenn du das Passwort weißt, dann sag's einfach!", knurrte sie ihn an. "Etwas gereizt heute?", fragte Potter und grinste sie an, hörte allerdings auch wieder schnell damit auf, als er Lilys Blick sah. Er ging an ihr vorbei und sagte "Petrificus Totalus". Das Gemälde klappte auf und offenbarte ein Loch. Die Jungs kletterten hindurch und Alice wollte schon hinterher, als Lily sie zurück hielt. Alice blickte sie fragend an, aber Lily zückte ihren Zauberstab und richtete ihn auf Potters Hinterkopf. Sie murmelte einen Zauberspruch und ein weißer, fast durchsichtiger Strahl schoss aus ihrem Stab. In dem Moment wo er auf Potters Kopf traf, färbten sich seine schwarzen Haare an einigen Stellen so, dass nach kurzer Zeit das Wort 'Angeber' weiß auf schwarz zu lesen war. Black bemerkte dies und fing an zu Lachen. Potter fragte, was denn los sei, aber Black klärte seinen besten Freund nicht über die kleine Haarverschönerung auf. Potter zuckte die Achseln und steuerte seinen Schlafsaal an, während sich Black noch einmal umdrehte, Lily mit erhobenem Zauberstab im Eingang stehen sah und ihr daraufhin zuzwinkerte. Lily grinste zurück und kletterte dann in den Gemeinschaftsraum, in dem die ihr sehr bekannten gemütlichen roten Sessel standen. In den Kaminen prasselten Feuer und wenn man aus den Fenstern sah, hatte man tagsüber eine gigantische Aussicht über das Hogwartsgelände bis hin zum Wald. Lily ging mit den Anderen zu der Wendeltreppe, die zu den Mädchenschlafsälen führte. Sie gingen an den Räumen der ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften Klassen vorbei, bis sie vor einer Tür stehen blieben, an der ein kleiner Pergamentzettel hing. Dies war ihr Schlafsaal seit fünf Jahren. Marlene wollte schon die Tür aufmachen, als Lily sie zurück hielt uns stattdessen nach dem Zettel griff.

Sehr geehrte Ms. Potter, Ms. McKinnon, Ms. Prewett und Ms. Longbottom,
wegen eines Ghuls ist es ihnen leider nicht möglich in ihren normalen Schlafsaal zurückzukehren.

Marlene keuchte auf und Molly fragte entgeistert "WAS?", "Wartet, es geht noch weiter.", meinte Lily und fuhr fort.

Stattdessen werden sie von nun an aufgrund von Ermangelung eines anderen Raumes in dem normalerweise zu Betreten verbotenem Dachzimmer wohnen. Sollten sie noch Fragen haben, wenden sie sich einfach an mich.
Mit freundlichen Grüßen, Professor McGonagall

"In's Dachzimmer?", fragte Alice ungläubig. Das berüchtigte Dachzimmer war ein stets verschlossener Raum an der Spitze des Turms. Die Jungen wussten überhaupt nichts von seiner Existenz, während die Mädchen Jahr für Jahr neue Theorien aufstellten, weswegen der Raum wohl verschlossen sei. Die vier Mädchen hasteten aufgeregt die lange Wendeltreppe nach oben und schon bald hatten sie auch den Schlafsaal der Siebtklässlerinnen hinter sich gelassen und standen dann vor der Tür. 'Dachzimmer' stand in großen einfachen Buchstaben auf ihr. Alice holte tief Luft und öffnete sie. Schlagartig wurde ihnen klar, weswegen dieser Raum normalerweise für Schüler nicht zugänglich war: zuerst einmal war er viel größer als die normalen Schlafsäle. Er hatte riesige Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichten. Es gab ein eigenes Bad und ein rotes Sofa, welches vor einem kleinen Kamin stand. Zusätzlich waren vier Betten an den Wänden aufgestellt worden, die die Mädchen als ihre eigenen erkannten. An den Wänden hingen zudem einige Bilder, zauberhafte Landschaften und magische Städte. Molly schmiss sich auf ihr Bett. "Wow!", sagte sie nur. "Kein Wunder, dass das normalerweise kein Schlafsaal ist, das wäre ja echt unfair gegenüber den anderen Schülerinnen." meinte Marlene. "Na ja, jetzt IST es ja irgendwie unfair", doch Alice schien auf keinste Weise mitfühlend. "Wofür der Raum wohl normalerweise genutzt wird?", fragte Lily und drehte sich einmal um die eigene Achse? "Ist nicht wichtig, jetzt gehört er uns!", lachte Molly. Sie fing an ihren Koffer, der bereits neben ihrem Bett stand, aus zu packen und Alice und Marlene machten es ihr nach. Lily schloss die Tür und packte dann ebenfalls aus. "Jetzt haben wir unseren eigenen kleinen Gemeinschaftsraum!", sagte Alice als sie fertig war und ließ sich auf das Sofa fallen. "Keine Gemeinschaftsduschen mehr", seufzte Molly. "Ein Vorratsschrank!", sagte Marlene. "Was?", fragten die anderen verdutzt. Lily steckte ihren Kopf aus ihrem Koffer und ging zu Marlene. "Schaut mal!" Auch Molly und Alice waren nun zur Stelle. Sie deutete auf einen unscheinbaren Wandvorhang. Alice hob diesen an und dahinter erschienen mehrere Regale, auf denen Stapel von Kesselkuchen, Schokofröschen und Kürbispasteten gelagert waren, aber auch Butterbierflaschen und einige salzige Kleinigkeiten. "Absolut-" begann Alice. "Unübertreffbar-", fuhr Marlene fort. "Mega-" sagte Molly, "Genial!", schloss Lily ab. Die Freundinnen schauten sich lachend an und begannen dann sich um zu ziehen. Nach ein paar Minuten waren sie alle aus ihren Umhängen geschlüpft, hatten die Lichter gelöscht und lagen in ihren Betten. Sie unterhielten sich noch eine Weile und schliefen dann nacheinander ein. Auch Lilys Augen wurden schnell schwer und sie schlief mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht ein.


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