Hey,
dieses Kapitel ist leider ein wenig kürzer geworden als die Letzten. Trotzdem viel Spaß!
LG EvannaLy
Kapitel 3 - Die Schule beginnt
Am nächsten Morgen wachte Lily als Erste auf und hatte äußerst schlechte Laune. Sie hatte doch tatsächlich von dem Vollpfosten Potter geträumt! *Das ist ja mal wieder typisch!*, dachte sie missmutig, als sie zügig aus ihrem Schlafanzug und in die Schuluniform schlüpfte. *Von allen Jungen, die Hogwarts besuchen, träume ich ausgerechnet von demjenigen, mit dem ich mich seit 6 Jahren ununterbrochen zoffe!* Lily stopfte etwas Pergament, die Schulbücher und Tinte samt Schreibfeder in ihre rot-goldene Umhängetasche und machte sich auf den Weg zur großen Halle. Noch waren die Gänge beinahe ausgestorben und auch in der großen Halle saßen nur vereinzelt Schüler und Lehrer. Lily setzte sich auf ihren Platz vom vorherigen Tag und begann ein Brötchen mit Butter zu bestreichen. Nach und nach tröpfelte ein Schüler nach dem Anderen ein und die Tische füllten sich langsam. Auch Marlene, Molly und Alice setzten sich nach einer Weile zu ihr und fingen an zu Frühstücken. "Wo bist du gewesen? Wir hatten uns schon Sorgen gemacht? Sonst stehst du doch auch nicht so früh auf", sagte Alice entrüstet. Lily zuckte bloß mit den Schultern, woraufhin Alice die Augen verdrehte und sich leicht genervt Molly zu wandte. Die Beiden fingen an über Professor Flitwick zu diskutieren, während sich Lily über ihren Teller beugte. Als sie kurz darauf auf sah, sah sie, wie Marlene sie musterte. Lily war klar, dass ihre beste Freundin nicht mit einem einfachen Schulterzucken ab zu speisen war. Sie seufzte und öffnete schon den Mund für eine Erklärung, als just in dem Moment ein Rauschen zu hören war. Alle Gesichter wandten sich der magisch verzauberten Decke zu und blickten zu den unzähligen Eulen, die in die Halle geflogen waren und nun, ihre Besitzer suchend, Kreise über die Köpfe der Schüler zogen. Eine hübsche Schleiereule fand ihren Weg zu Lily und diese erkannte sie als ihre Eule Charly. Charly landete auf Lilys Schulter, wo sie erstmal eine kleine Streicheleinheit genoss. Dann streckte sie ihr rechtes Bein vor, an dem ein dicker Brief befestigt worden war. Lily band ihn vorsichtig ab und gab Charly dann einige Brotstückchen zu knabbern. Die Eule flatterte danach auf den Tisch und trank noch etwas aus Lilys Kelch, dann hob sie ab und machte sich auf den Weg zur Eulerei, um sich erst einmal von dem langen Flug zu erholen. Lily wollte unterdessen den Brief öffnen, wurde aber von Professor McGonagall unterbrochen. Diese hatte vor ihr Halt gemacht und reichte ihr nun ihren neuen Stundenplan. Sie fing an ihn zu studieren. Der heutige Tag würde absolut entspannt werden. Erst eine Doppelstunde Zaubertränke, ihr Lieblingsfach, dann zwei Stunden Zauberkunst und im Anschluss zwei Stunden Arithmantik. Mittags würde sie noch eine Stunde Alte Runen und eine Stunde Kräuterkunde haben. Vollkommen in Ordnung. Am folgenden Tag dagegen würde sie sowohl Flugunterricht haben (oh wie sie die Angebereien von Potter hasste, die er immer im Unterricht vollführte) als auch Wahrsagen. Sie bereute es noch immer, dieses Fach nicht abgewählt zu haben. Die restlichen Tage waren in Ordnung. Lily steckte den Stundenplan in ihre Tasche und griff nach ihrem Brief. Er war von ihren Eltern. Sie fragten wie die Reise gewesen wäre, ob es irgendwelche nennenswerten Neuigkeiten geben würde,... - das Übliche eben. Als Lily fertig gelesen hatte und den Brief auf den Tisch legen wollte, fiel ein zweites Blatt zu Boden. Erstaunt bückte sie sich danach und hob es auf. Es war ein weiterer Brief. Sie blickte gleich auf die Unterschrift auf der Unterseite des Blattes und spuckte den Kürbissaft, den sie gerade im Mund gehabt hatte, quer über den Tisch. Sie entschuldigte sich rasch bei der fluchenden und verwirrt dreinschauenden Marlene, nahm ihre Tasche und stand eilig vom Tisch auf. Der Brief stammte von ihrer Schwester. Lily rannte beinahe aus der Halle, so neugierig war sie auf den Brief. In der Eingangshalle setzte sie sich auf die Treppe und fing an zu lesen.
Lily,
Ich habe diese Woche einen Jungen kennen gelernt, er heißt Vernon Dursley. Er ist sehr sympathisch und wir verstehen uns bereits prächtig. Durch die Begegnungen mit ihm sind mir einige Dinge klar geworden. Zuerst einmal will ich keine Eulen mehr von dir bekommen! Außerdem werde ich dafür sorgen, dass wir uns, wenn du die nächsten Male nach Hause kommst, möglichst selten sehen. Dieser Sommer, aber vor allem Vernon hat mir vor die Augen geführt, wie falsch ich die letzten Jahre gehandelt habe. Ich hätte auf meinen anfänglichen Instinkt hören sollen und von dem Moment an, von dem ich wusste, dass du auf diese Irrenschule gehen würdest, nicht mehr mit dir reden sollen! Was du tust ist abnormal, deine Freunde sind genauso verrückt wie du, allen voran dieser Snape-Junge, und es ist das Beste, wenn du dich von mir fern hältst.
Ich habe diesen Instinkt die letzten Jahre ignoriert, da wir trotz allem nun mal Schwestern sind. Auch unseren Eltern zu Liebe habe ich so agiert, doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, das einzig Richtige zu tun. Ich habe nicht vor, die Verbindung zu dir vollständig zu kappen, aber ich denke, du hast meine Botschaft verstanden!
Petunia
Lily starrte auf das Papier. Die Worte drehten sich in ihrem Kopf und sie weigerte sich, den Brief zu verstehen. Sie konnte es nicht glauben. Ihr war nur zu gut bewusst, wie schlecht ihre Bindung zu Petunia war, doch sie hätte niemals gedacht, dass sie sie auf diese Weise verstoßen würde. Zitternd stand sie auf und griff so fest zum Geländer, dass ihre Fingerknöchel weiß hervor traten. In diesem Moment kam Potter samt Gang schwatzend aus der großen Halle geschlendert. Black bemerkte Lily, wie sie auf der Treppe stand und stieß seinen Freund an. Der hörte mitten im Satz auf zu reden und drehte sich zu ihr. Er musterte sie besorgt. Normalerweise schrie sie ihn entweder sofort an oder ergriff die Flucht. Jetzt starrte sie bloß gerade aus und krallte sich am Geländer fest. "Hey Evans, alles klar?" fragte er. Lily hatte blitzschnell ihren Zauberstab aus ihrem Umhang gezogen und lautlos einen Fluch auf Potter los geschickt. Seine Beine wurden steif und er kippte überrascht nach hinten, wo er gerade noch von Black aufgefangen wurde. Lily rannte währenddessen an den Jungen vorbei zu den Kerkern. Im Laufen knüllte sie den Brief von ihrer Schwester zusammen und warf ihn in eines der Feuer, die nie gelöscht wurden. Sie blinzelte Tränen aus ihren Augen und hastete zu ihrem Klassenzimmer für Zaubertränke. Die Tür stand bereits offen und sie konnte Professor Slughorn herum werkeln hören. Sie stoppte kurz bevor sie eintrat und verbannte Petunia für's Erste in ihren Hinterkopf. Sie wusste, dass dies nicht lange funktionieren würde, aber für einige Stunden würde es gehen. Sie setzte ein gekünsteltes Lächeln wie eine Maske auf und atmete einmal tief ein bevor sie den Kerkerraum betrat. Sie begrüßte den Professor wie sie es immer tat und half ihm dabei, einige Zutaten für die Klasse her zu richten. Sie war so versunken in ihre Arbeit, dass sie ihre Klassenkameraden erst bemerkte, als Slughorn sich bei ihr für ihre Hilfe bedankte und sie zu ihrem Platz schickte. Sie sah sich um und stöhnte innerlich auf. Inzwischen waren alle Plätze bereits belegt, bis auf der neben Potter. Sie hatte das Gefühl, dass dieser Black weggeschickt hatte um neben ihr sitzen zu können, als sie sich widerstrebend dem Platz in der vorletzten Reihe näherte. Sie ließ ihre Tasche neben den Stuhl fallen und setzte sich auf den Stuhl. Dann rutschte sie so weit von Potter weg wie möglich. Schon jetzt spürte sie seine Blicke auf ihr. Sie seufzte. Während Professor Slughorn die alljährliche Einführung machte, sah Lily sich im Klassenzimmer um. Es waren nicht mehr so viele Schüler wie in den vergangenen Jahren da, da nicht alle die nötigen Ergebnisse in den ZAG-Prüfungen geliefert hatten. Aus Gryffindor waren außer ihr und Potter noch Black, Lupin, Alice, Marlene und zwei weitere Jungen, aus Slytherin bloß Severus und zwei Mädchen vertreten. Aus Hufflepuff war bloß ein Junge, aus Ravenclaw drei Mädchen und zwei Jungen da. Lily wurde von Potter aus ihren Gedanken gerissen, als dieser sie vorsichtig an stubste und darauf hin wies, dass Slughorn seine Rede beendet hatte. Er wies nach vorne zur Tafel wo die Aufgabenstellung der nächsten Stunden geschrieben war. "Schließen sie sich jeweils mit ihrem Tischpartner zusammen und brauen sie den Trank der Lebenden Toten." Der Trank? Gut zu schaffen. Die Sache mit der Zusammenarbeit mit dem Tischpartner? Schlimmer konnte der Tag ja gar nicht erst werden! Stöhnend schaute Lily zu Potter, der sie bereits vergnügt anlachte. Anscheinend hatte er den Beinklammerfluch, den sie auf ihn geschossen hatte, schon wieder völlig vergessen. *Na das kann ja heiter werden!*, dachte sie genervt. "Fangen wir an!", sagte Lily. "Hol die Zutaten, die auf Seite 23 stehen aus dem Vorratsschrank. Ich hol schon mal einen Kessel und mach Feuer!", befahl sie. Erst schien es als wollte Potter etwas erwidern, doch dann stand er einfach auf und machte das, was sie ihm geheißen hatte. Lily zog eine Augenbraue hoch und widmete sich dann ganz dem Kessel und dem Trank.
