- V -

„Herein!" ertönte die wohlbekannte, arrogante Stimme.

Sie trat ein.

„Amelin!"

Sein Gesicht erhellte sich.

„Was für eine überaus angenehme... Überraschung."

Ein ironisches Lächeln... natürlich hatte er mit ihr gerechnet, früher oder später.

"Wir haben uns... lange nicht gesehen..."

Ihr Herz raste.

In der Tat.... das hier war ein Wiedersehen der besonderen Art.

Der Hauself wollte ihr helfen, den Umhang abzulegen, doch der Hausherr sagte:

„Nicht doch!"

Und er stand auf. „Das werde ich...", er warf einen langen Blick auf die junge Lehrerin, „... selbst tun. Fort mit dir."

Der Hauself verschwand.

Der Mann trat an sie heran, betrachtete sie kurz von oben bis unten, ging an ihr vorbei und schloß die Tür.

Dann wandte er sich zu ihr und legte seine Hände von hinten auf ihre Schultern.

„Den möchten Sie doch sicher loswerden, meine Liebe?" sagte er leise.

Sie schluckte, und mit klopfendem Herzen öffnete sie die Knöpfe ihres Umhanges, Stück für Stück.

Seine Hände glitten von ihren Schultern nach vorne über ihr Schlüsselbein hinunter zu ihrem Ausschnitt.

Er umfaßte ihren Umhang am Kragen – nicht ohne dabei ihre Fingerspitzen kurz zu streifen – und zog ihn langsam herunter.

Er hob ihn kurz näher zu sich, atmete tief ein, und, mit einem leicht verklärten Gesichtsausdruck streckte er ihn zur Seite, wo ein Kleiderständer sich plötzlich bewegte und den Umhang in Gewahrsam nahm.

"Es ist wirklich schön... Sie endlich wieder zu sehen...

Gratulation zu ihrem neuen...Posten.

Allzu lange konnten Sie es ja anscheinend nicht aushalten... fernzubleiben.

Ich meine... fern von Hogwarts..."

Er wählte seine Worte mit Bedacht.

Förmlich, und dennoch... anzüglich.

Was er wirklich sagte, lag zwischen den Zeilen.

„Nun, Amelin... was führt Sie zu mir?" fragte er, immer noch hinter ihr stehend.

Sie würde einfach so tun, als sei sie ihm niemals nah gewesen.

Und sie konnte nur hoffen... daß er, nach all den Jahren... dasselbe tun würde.

Sie drehte sich zu ihm um.

„Ich könnte mir vorstellen, daß Sie das bereits wissen, Mr. Malfoy."

Seine Augen blitzten kurz auf, dann lachte er leise auf. Ein sanftes, jedoch unverhohlen spöttisches Lachen.

„ `Mr. Malfoy´?" wiederholte er, offenbar sehr amüsiert.

Er betonte dabei jede Silbe.

„So förmlich? Merkwürdig...das habe ich ganz anders in Erinnerung."

Sie spürte, wie sie vor Zorn und Verlegenheit errötete.

Er lächelte.

„Wie auch immer.

Bitte, nehmen Sie doch Platz... Miss Wrenga."

Er wies auf die dunkelrote, samtene Couch.

Sie ging hinüber und setzte sich.

„Was möchten Sie trinken?" fragte er sie, ganz der vorbildliche Gastgeber.

Sie wollte am liebsten sagen „Danke, nichts", aber sie wußte bereits, daß er das nicht akzeptieren würde.

Stattdessen sagte sie:

„ Was können Sie mir denn anbieten?"

Sein Gesicht leuchtete kurz auf.

„Alles, was Sie wollen."

Seine Stimme war etwas rauh... es war das erste Mal seit Ewigkeiten, daß sie miteinander alleine waren.

Sie schluckte.

„Dann... nehme ich das Gleiche wie Sie."

„Ah!"

Ein weiteres Lächeln auf seinem Gesicht.

„Sie mögen doch... Absinth?" fragte er mit unschuldiger Miene.

Dann glitten seine Augen abermals über ihren Körper.

„Keine Angst, ich könnte... über Sie herfallen?

Schließlich ist ja diese Absinth-Sache eine der wenigen Legenden in der Muggelwelt, die tatsächlich Hand und Fuß haben... aber ich nehme an...", er ging hinüber zur Bar, goß eine klare, giftgrüne Flüssigkeit in zwei Gläser ein, „... daß Ihnen das völlig unbekannt ist, Miss Wrenga."

Er entzündete zwei in der Flüssigkeit getränkte Zuckerwürfel, verrührte sie nach deren Erlischen, in der Flüssigkeit und füllte beide Gläser mit Wasser auf – woraufhin sich das klare Grün in ein milchiges, sanftes Pastellgrün verwandelte, ähnlich dem eines Jadesteines.

Er kam zu ihr und reichte ihr eines der beiden Gläser.

Sie ergriff es.

Er setzte sich neben sie und sagte:

„Auf... nun ja, worauf möchten Sie denn trinken?"

Er sah sie erwartungsvoll an, und das erste, das ihr einfiel, war:

„Magische Wesen."

Sie bereute es sofort, denn er lachte kurz auf.

„Magische Wesen?"

Er lächelte.

„Dann sind wir wohl jetzt bei dem Teil angelangt, wo Sie mir sagen, was mir die Ehre Ihrer Anwesenheit verschafft?"

Er hob das Glas und trank einen Schluck.

Sie tat es ihm gleich... ein bekanntes, lange nicht erlebtes Gefühl auf ihrer Zunge, in ihrer Kehle, in ihrem gesamten Körper, das sich in ihr ausbreitete.

Sie schluckte, sie wollte ihm ganz klar und sehr sachlich mitteilen, was sie von ihm wollte, doch sie war nervös und begann zu stottern.

Sie hatte Angst, obwohl sie ja nichts zu verlieren hatte.

Sie hatte eine wohldurchdachte Ansprache vorbereitet, ein Plädoyer, doch – Blackout.

Sie konnte nur hervorstoßen: „Ich brauche... Ihre... Hilfe."

Es fiel ihr sehr schwer, ihn dabei anzusehen; sie fuhr fort:

„Es ist wegen... es geht um... also...", ihre Stimme versagte.

Sein Blick ruhte auf ihr, unergründlich, konzentriert.

Endlich sprach er.

„Es geht um...den Hippogreif, nicht wahr?"

Ihr Herz raste.

„Ja."

Er sah sie fest an, bewegungslos.

„Ist es möglich, Miss Wrenga...", wieder betonte er dies, „daß Sie hier sind, um das Leben dieses Tieres... wie war nochmal sein Name...", er tat, als würde er überlegen.

„Seidenschnabel", flüsterte sie.

„Richtig... um das Leben dieses Wesens zu retten?" fragte er, als wüßte er nicht genau, daß es so war.

Sie atmete tief durch...

„Ja. Deshalb bin ich hier."

Er nahm einen weiteren Schluck.

„Nun, dieses... Tier... hat meinen Sohn verletzt. +

Eshätte ihn töten können. Ist Ihnen das klar?" fragte er sie.

Sie hätte ihn gerne angeschrien... doch sie mußte sich beherrschen wenn sie etwas erreichen wollte.

„Es war ein Unfall", sagte sie, mühsam beherrscht, und sah ihm fest in die Augen.

„Und Seidenschnabel hat daran nicht mehr Schuld als Draco.

Er ist kein Kind mehr."

Sie zögerte, faßte dann all ihren Mut zusammen.

„Bitte, Mr. Malfoy... ziehen Sie ihren Antrag zurück."

Er sah sie stumm an.

Schließlich beugte er sich leicht vor und fragte:

„Und wieso, meinen Sie, sollte ich das tun?"

Sie atmete tief und sagte dann:

„Weil ich... Sie darum bitte."

Seine Augen... dieser Ausdruck darin war unfaßbar.

Als ob er gerade etwas gewonnen hätte.

Als ob sie sich ihm ausgeliefert hätte.

„Sehr interessant... „, sagte er mit sanfter, doch leicht bedrohlicher Stimme, „... dann werden Sie mir sicherlich auch gleich mitteilen, was Ihr... Angebot ist."

Sie starrte ihn an.

„Mein...", sie stotterte erneut leicht, „... m-mein... Angebot?"

Sie sah seine hellblauen Augen funkeln.

Er genoß es.

„Ja, Miss Wrenga... Ihr Angebot.

Sie bitten mich hier um etwas, das ich selbst nicht befürworten kann und außerdem einigen Aufwand bedeutet... von dem Papierkram ganz zu schweigen.

Da werden Sie sich doch sicher irgendetwas überlegt haben... eine Art Gegenleistung, die mir diese Entscheidung etwas... erleichtert, nicht wahr?"

Die Art, wie er sie in die Enge trieb, schien ihn sichtlich aufzugeilen.

Sie konnte nicht richtig sprechen.

Es war ja offensichtlich, was er von ihr wollte, so offensichtlich wie von dem ersten Moment an, als sie sich begegnet waren... vor vielen Jahren.

Und er hatte es ja so oft von ihr bekommen, so viele Male... aber anscheinend hatte sich an seinem Interesse nicht viel geändert.

Dann fand sie langsam ihre Sprache wieder.

„Ich weiß sehr wohl, daß Sie ein Geschäftsmann sind, Mr. Malfoy.

Ein sehr erfolgreicher dazu.

Aber leider... gibt es nichts, daß ich Ihnen anbieten könnte... außer meiner Dankbarkeit.

Es mag umsonst gewesen sein, daß ich hergekommen bin... aber es ist so, daß...", sie holte Luft, wollte die nächsten Worte nicht aussprechen müssen... aber es ging nicht anders..."...daß ich mir sicher bin, daß Sie der Einzige sind, der mir helfen kann."

Er sah sie lange an, ohne etwas zu sagen.

Dann lehnte er sich zurück.

„Faszinierend", sagte er mit zuckenden Mundwinkeln.

„Die meisten Menschen, die ich kenne... und die mich kennen... würden es niemals wagen, mich um so einen Gefallen zu bitten, nicht einmal bewaffnet oder mit einem Koffer voller Geld.

Sie aber...", er beugte sich wieder vor, „...Sie... Sie bitten, nein, fordern etwas von mir – und bieten nicht einmal einen Kuß als Belohnung."

Er schüttelte in gespielter Fassungslosigkeit den Kopf.

„Das ist... nun ja, es ist wirklich ziemlich... dreist, unverschämt... finden Sie nicht?

Oder hatten Sie womöglich gehofft, ich würde Ihnen diesen Gefallen tun... um der schönen, alten Zeiten wegen?"

Er fixierte sie mit seinen unvergleichlichen Augen, und sie spürte, wie Sie errötete.

Wie hätte sie darauf antworten sollen?

Wenn sie daran dachte, was vor so vielen Jahren alles zwischen ihr und Lucius Malfoy geschehen war, damals, als sie noch eine Schülerin und er der frischgebackene Schulrat gewesen war... wenn sie daran dachte, was er alles mit ihr gemacht hatte... was sie ihn alles mit sich hatte machen lassen...

Es war irgendwie völlig absurd, überhaupt hier zu sitzen, dieses Gespräch zu führen, ihn „Mr. Malfoy" zu nennen, zu siezen, als würden sie sich nur flüchtig kennen...

Und dann seine Blicke.

Er zog sie damit aus, ganz offen, langsam, genüßlich, wie die vielen Male davor mit seinen Händen.

Sie schloß die Augen, und plötzlich glaubte sie, seine Stimme in ihrem Kopf zu hören.

„Wir könnten es wieder haben, Amelin, wir könnten es wieder tun, so oft du willst.

Ich kann alles mit dir tun, was du willst, du weißt, was ich alles für dich tun kann... wie ich sein kann.

Du mußt es mir nur sagen... du mußt nur ganz lieb bitte sagen – nur einmal... und ich erinnere dich daran, wie es sich anfühlt, zu fliegen... Du weißt, daß ich das kann."

Sie öffnete ihre Augen; ein Schauer durchfuhr sie, als sie sah, daß seine Augen sie durchdrangen.

Sie sah an seinem Blick, daß seine Worte empfangen hatte, daß er sie problemlos in ihren Kopf hatte schicken können, ohne jegliche Gegenwehr... und daß seine Worte ihren Puls zum Rasen gebracht hatten.

„Miss Wrenga?

Ist alles in Ordnung?" hörte sie seine Stimme.

„Sie scheinen etwas... abwesend."

Sie schluckte schwer, stand dann hastig auf und hörte sich selbst sagen:

„Ich muß jetzt gehen.

Es tut mir leid, wenn ich Sie verärgert habe... verzeihen Sie mir meine... Dreistigkeit, und daß ich herkam.

Ich werde nun Ihre kostbare Zeit nicht länger in Anspruch nehmen.

Danke für Ihre... Geduld."

Amelins Wangen glühten, sie mußte dringend hier raus, denn sie hatte die Wirkung, die Lucius nach wie vor auf sie hatte, leider völlig unterschätzt... nicht zum ersten Mal.

Sie eilte zum Kleiderständer, um nach ihrem Umhang zu greifen, als sie hinter sich die ihr so vertraute, gefürchtete, geliebte und verhaßte Stimme hörte:

" Bitte geh nicht."

Sie wandte sich zu ihm, langsam.

Lucius trat auf sie zu, näher, näher... noch näher... ganz nah.

Sie war unfähig, sich zu bewegen, sie konnte nur in seine Augen sehen, wie hypnotisiert von dem unendlichen kühlen Blau.

Sie spürte seinen warmen Atem auf ihrer Haut, als er sich hinunter zu ihrem linken Ohr beugte und flüsterte:

„Du mußt nicht gehen. Und ich weiß...", er atmete aus, ihre Haut kribbelte. „..du willst nicht gehen."

– „Doch", flüsterte sie, „ich muß.

Und ich will.

Und ich habe morgen Unterricht... ich muß...", sie verstummte, als sie seine Hand an ihrer Hüfte spürte, sie erst sanft, dann fester umfassend... und dann spürte sie seine Zungenspitze, die leicht ihr Ohrläppchen berührte.

Er fuhr mit seiner Zunge hinunter, an ihrem Hals entlang, langsam und sehr leicht.

„... Unterricht.... vorbereiten... früh...", murmelte sie, völlig neben sich stehend, sie versuchte verkrampft, klar zu denken...

Als er an ihrer Halsschlagader angelangt war, schloß er seine Lippen um ihre Halsbeuge.

Gleichzeitig zogen seine Hände, die eine noch immer an ihrer Hüfte, die andere inzwischen in ihr Haar vergraben, sie näher an sich heran.

Sie hob ihre Hände an seine Brust, um ihn endlich abzuwehren... doch stattdessen glitt sie an seiner Brust entlang, hinab, langsam wieder hinauf... er fühlte sich immer noch so wunderbar an wie früher.

Ihre linke Hand fuhr hinauf zu seinem Hals, über seinen Nacken und hinein in sein seidiges, silbrigblondes Haar.

Als er sie kurz seine Zähne an ihrem Hals spüren ließ, konnte sie nicht anders... sie stöhnte leise auf. Sie hielt sich an ihm fest, obwohl sie doch das Gegenteil vorgehabt hatte.

Er lachte leise in ihren Nacken, und wieder durchfuhr sie ein Schauer, eine Gänsehaut überzog ihren Körper, der ihr nicht länger gehorchte.

„Bitte, Lucius... nicht...", hauchte sie, ohne es wirklich so zu meinen.

Und das wußte er, denn er zog sie mit einem Ruck so eng an sich, daß sie alle Einzelheiten seines Körpers genau spüren konnte... Einzelheiten, an die sie sich gut erinnern konnte...

„Ist es nicht merkwürdig, daß Menschen so oft das Gegenteil von dem sagen, was sie wirklich meinen?" flüsterte er, seine Lippen an ihrer Schläfe.

„Du zum Beispiel... du denkst, daß du wegen einer bestimmten Sache hergekommen bist – einer zweifelsfrei sehr ehrenhaften Sache... doch wir beide wissen, daß der Grund, weshalb du wirklich hier bist...", seine Hand schob sich langsam an ihrer Hüfte hinab, mittiger... und mit einem Mal, keine Ahnung, wie er es angestellt hatte, da sie ein langes Kleid trug, lag seine Hand plötzlich zwischen ihren Schenkeln, auf ihrem Venushügel, und nur der zarte Stoff ihres Höschens trennte seine Finger von ihrer Klitoris.

Sie wurde heiß... und Lucius wußte das.

„... wir wissen , daß der Grund, weshalb du hier bist... ein ganz anderer ist."

Seine Finger hatten begonnen, die Stelle, von der er aus Erfahrung wußte, wie er sie behandeln mußte, zu streicheln.

„Bitte, hör auf, bitte, Lucius...", wisperte sie schwach, machte jedoch keinerlei Anstalten, ihn wegzustoßen.

Wieder ein leises Lachen.

„Das willst du doch gar nicht."

– „Doch... das will ich...", erwiderte sie trotzig, aber zittrig... wenig überzeugend.

Und ohne, daß sie es selbst wahrgenommen hatte, hatten sich ihre Hüften bereits seiner Hand entgegengeschoben.

„Bitte... hör auf...", flüsterte sie, aber innerlich stöhnte sie:

`Bitte, hör nicht auf!´

Wenn er doch nur den störenden Stoff ihres Slips wegzaubern würde... und sie seine geschickten Finger direkt an ihrer hellwachen Perle spüren könnte...

Und plötzlich zog er seine Hand weg.

Und ließ sie los.

Sie taumelte leicht, hielt sich reflexartig am Kleiderständer fest; alles drehte sich.

Er stand vor ihr, lächelnd, und sagte leise:

„Wie Sie wünschen... Miss Wrenga."

Sie zitterte.

Lucius nahm ihren Umhang vom Kleiderständer und hielt ihn hoch.

Wie in Trance drehte sie sich mit dem Rücken zu ihm, streckte ihre Arme nach hinten und fühlte, wie er ihr den Stoff überstreifte, hochzog, und, genau wie vorhin, mit seinen Händen auf ihren Schultern verweilte.

Sie hob ihre Hände, um ihren Umhang zu schließen, und dabei, genau wie vorhin, berührten sich ihre Finger.

Wie ein Stromschlag...

Er packte ihre Schulter, wirbelte sie herum und riß sie an sich.

Eine Hand an ihrem Rücken, die andere in ihrem Nacken.

Eine endlose, atemlose Sekunde lang versenkte er seine Augen in ihre... dann, endlich, beugte er sich hinunter, und seine Lippen berührten ihre.

Erst sanft, wie ein Hauch, um sich wieder von ihr zu lösen.

Dann drückte er seine Lippen wieder auf ihre, mit etwas mehr Druck...

Seine Hände griffen fester zu, und er öffnete seine Lippen, um mit seiner Zungenspitze über ihre Lippen zu fahren, bevor er ihre Unterlippe sanft umschloß und leicht daran saugte.

Wieder zog er sich zurück, wartete und quälte sie... und schließlich, mit einem leisen, unterdrückten Stöhnen preßte er ihren Körper an sich, senkte seinen Mund auf ihren und zwang ihre Lippen auseinander.

Seine Zunge schob sich langsam über ihre Lippen hinweg in das Innere ihres Mundes vor, bis sie auf ihre Zunge stieß.

Er atmete tief aus, direkt in ihren Mund, was sie dazu brachte, ihre Arme fest um seinen Nacken zu schlingen und sich in seinem Haar festzukrallen.

Er umspielte ihre Zungenspitze zärtlich mit seiner, mal in die eine, mal in die andere Richtung, erst sanft, dann immer fordernder, gieriger, bis er mit einem Aufstöhnen seine Zunge ganz tief in sie hineinschob, beinahe stieß... sie erwiderte seinen Kuß.

Indem sie, nachdem sie seine Zunge umkreist hatte, begann, zart daran zu lutschen, sie wieder losließ um sie dann erneut einzusaugen.

Während eine seiner Hände in ihrem Haar verkrallt war, packte die andere fest an ihren Po, faßte von hinten zwischen ihre Schenkel und... ihr Kleid war verschwunden.

Seine Finger an ihrer Muschi, nur noch das Höschen störte... und dann überwand Lucius auch dieses Hindernis und berührte den heißen, feuchten Eingang.

Aber er glitt daran vorbei, ohne einzudringen, denn er gierte nach der magischen Knospe, und als er sie fand, streichelte er sie hingebungsvoll.

Sie keuchte in seinen Mund, seine Zunge stieß in einem Rhythmus in sie hinein, der ihr sehr bekannt vorkam, und als sie, sich an ihm festklammernd, zum ersten Mal laut aufstöhnte, stieß er einen Finger in sie, dann noch einen – sie schrie leise und erstickt- und dann den dritten Finger, während er mit den beiden anderen weiter ihre Klitoris umkreiste und rieb.

„Lucius... Lucius...bitte...", hauchte sie gegen seine Zunge.

Bitte... laß mich dich in mir spüren... bitte... schlaf mit mir."

Lucius Malfoy erfüllte ihren Wunsch.

Wie schon so oft zuvor.

„... Miss Wrenga... ist alles in Ordnung?"

Seine Stimme wie aus weiter Ferne... eine Berührung an ihrer Schulter.

Sie schlug die Augen auf. Was zum...

Sie sah in Lucius Malfoys Augen; er hatte sich vorgebeugt und eine Hand an ihre Schulter gelegt.

Beide saßen noch immer auf der dunkelroten Couch.

„Vielleicht hätten Sie nicht ganz so schnell trinken sollen...", sagte er recht unschuldig.

Sie sah hinunter auf ihre linke Hand, in der sie das Glas mit dem Absinth hielt... nur, daß kein Absinth mehr darin war.

Lucius nahm ihr das Glas aus der hand und stellte es auf dem gläsernen Tisch neben sich ab, neben sein eigenes, welches, wie sie mit erneuter Verwirrung feststellte, noch fast voll war.

Mehr als zwei, höchstens drei Schlucke konnte er kaum genommen haben...

Langsam dämmerte es ihr, daß nichts von dem, was sie soeben glaubte, erlebt zu haben, tatsächlich passiert war.

Ihr Umhang hing nach wie vor am Kleiderständer.

Dieser verdammte Absinth... sie mußte vor Nervosität innerhalb weniger Minuten ihr Glas geleert haben, ohne es selbst zu merken, und was dieses Getränk im Gehirn auslösen konnte, wußte sie immerhin aus Erfahrung.

Um so dümmer von ihr, daß sie es überhaupt angenommen hatte... so dumm, daß es strafbar sein müßte.

Wie bescheuert konnte man eigentlich sein... alleine mit Lucius Malfoy, in seinem eigenen Haus, Absinth zu trinken... sie schüttelte innerlich den Kopf.

Selbst schuld.

Nur... ab welchem Zeitpunkt war sie aus der Realität ausgestiegen?

Es war ihr alles so fließend vorgekommen...

„...also, Miss Wrenga... wie ich bereits sagte...", erklang seine Stimme und riß sie aus ihren verwirrten Überlegungen, „... ich wüßte nicht, wieso ich meinen Antrag zurückziehen sollte.

Denn ich sehe nicht so recht, was ich davon hätte.

Abgesehen davon... selbst, wenn ich es täte, bestünde immer noch die Gefahr, daß der Ausschuß, der sich mit dieser Angelegenheit beschäftigt, diese trotzdem nicht so einfach auf sich beruhen läßt.

Immerhin geht es hier in erster Linie um den Schutz und die Sicherheit der Schüler."

Sie sah ihn an, hatte sich inzwischen wieder gefaßt – dank seiner sachlichen Äußerungen.

„Mr. Malfoy... wir wissen doch wohl beide, daß es nur eine Formsache wäre.

Es ist ja nicht gerade ein Geheimnis, daß sie die richtigen Beziehungen zu den richtigen Leuten haben, und ich bezweifle, daß Sie ihr Einfluß je im Stich gelassen hat. Eine... Empfehlung von Ihnen würde von niemandem im Ministerium abgelehnt werden... nicht von denen, die etwas zu sagen haben.

Ich muß es schließlich wissen, oder nicht?"

Seine Augen funkelten kurz, ein vergnügter Ausdruck lag darin.

„Soso", entgegnete er, und ein Lächeln deutete sich an.

„Was Sie nicht sagen."

Amelin war vollkommen davon überzeugt, daß Lucius Malfoy es gewesen war, der dem Zaubereiministerium gegenüber eine Empfehlung zu ihren Gunsten ausgesprochen hatte, woraufhin sie die Zusage erhalten hatte, in Hogwarts als Lehrerin arbeiten zu dürfen.

Aufgrund ihres Alters, ihrer nicht vorhandenen Erfahrung und auch ihrer nach wie vor ungeklärten Herkunft, da war sie sich sicher, hätte sie ohne einen einflußreichen Fürsprecher wahrscheinlich eher schlechte Chancen gehabt, diese Stelle zu bekommen, auch wenn Albus Dumbledore selbst derjenige gewesen war, der ihr das Angebot gemacht hatte.

Für Lucius Malfoy wäre es keine große Sache gewesen, sie zu empfehlen.

Fragte sich eben nur, wieso.

Er war nicht der Typ, der irgendetwas aus reiner Nächstenliebe tat, er handelte stets mit Kalkül.

„Nun, Miss Wrenga, ich gebe zu, Sie machen das gar nicht so schlecht – diese Taktik, mir zu schmeicheln und mein Ego zu kitzeln.

Das hat was, ganz ehrlich", sagte er in sehr charmantem Tonfall.

Ihre Wangen erglühten leicht.

Er machte sich auf seine ganz eigene, unwiderstehlich arrogante Art über sie lustig.

Dann stand er auf und nahm ihr leeres Glas.

„Noch einen Absinth?" fragte er lächelnd.

Dieses Lächeln aktivierte sofort den Mechanismus ihrer inneren Alarmglocken.

Sie erhob sich rasch.

„Nein, vielen Dank, Mr. Malfoy.

Ich sollte sie wirklich nicht länger belästigen.

Danke, daß Sie mir zugehört haben", sagte sie.

Sie wußte, ihr Vorhaben war nicht geglückt, denn was sie aus seinen Worten schloß, vor allem, wenn sie zwischen den Zeilen und den einzelnen Wörtern las, war, daß ein Gefallen ohne Gegenleistung für ihn nicht in Frage kam.

Eines seiner Prinzipien.

„Sie belästigen mich doch niemals, meine Liebe!" sagte er sanft und holte ihren Umhang.

Er streifte ihn ihr über, so langsam und zärtlich wie vorhin... in ihrer Phantasie, ihrem Traum, diesem rätselhaften Absinthrausch.

Sie schloß ihre Knöpfe und versuchte, ganz ruhig zu bleiben, während er so dicht hinter ihr stand und seine Hände auf ihren Schultern lagen, ihr Haar berührten.

Sein Atem kitzelte ihr Ohr und ihren Hals.

„Und Sie sind sich sicher, daß Sie nicht noch ein wenig... bleiben möchten?" fragte er mit einer leisen, dunklen Stimme.

Ihr Herz schlug schneller, es war wie ein süßer, leichter Schleier um sie herum, der sie sanft einzuhüllen versuchte...

Sie riß sich mit viel Mühe zusammen und sagte hastig:

„Ja... ganz sicher. Ich habe morgen... viel zu tun."

Sie hätte schwören können, daß er ganz leise seufzte.

„Also gut... aber wirklich schade.

Sehr, sehr schade..."

Er brachte sie zur Tür.

Hatte er ihr eben vielleicht noch einmal die Chance geben wollen, ihm ein... Gegenangebot zu machen?

`Seidenschnabel!´ dachte sie verzweifelt...

Sie stand schon in der Tür, und er nahm ihre Hand, von der Seite, hob sie an sein Gesicht, um sie zu küssen, als sie sich aus einem Impuls heraus schnell zu ihm drehte und ihre freie Hand an seinen Oberarm legte.

„Bitte... Lucius...", stieß sie hervor und sah ihn flehend an.

„Bitte."

Er war offen irritiert von diesem verzweifelten Betteln und der Leidenschaft in ihren großen dunklen Augen.

Dieses emotionale Verhalten, das sie so häufig an den Tag legte, das den größten Teil ihres Wesens ausmachte, war ihm selbst völlig fremd... gerade in den letzten Jahren, den Jahren ohne sie, war er innerlich immer kälter geworden, von Tag zu Tag.

In seiner Welt, die so anders zu sein schien als die, in der sie offenbar lebte, gab es nur Geschäfte, Angebot und Gegenangebot, Ware und Preis, und wenn man etwas wollte, bat man nicht einfach darum wie ein naives kleines Kind.

Er wußte nicht, was er sagen sollte, schaute ihr nur stumm in die Augen.

Schließlich berührte er erneut ihre Hand mit seinen Lippen, sehr flüchtig, und sagte leise:

„Gute Nacht, Miss Wrenga."

Sie ließ ihre Hand von seinem Arm sinken, langsam... und er gab ihre Hand frei.

Ein letzter Blick, und sie wandte sich zum Gehen. Was hatte sie hier eigentlich erwartet...

Als sie mit schnellem Schritt hinausging, hörte sie plötzlich seine Stimme in ihrem Kopf, flüsternd, sanft:

`Ich habe immer noch deinen Geschmack auf meiner Zunge... Amelin.´

***