Nupi:
Und jetzt freu ich mich gleich nochmal, daß du auch hierher gefunden hast!! :-D
Vielen Dank fürs Reviewen!!! ;-***
Jaaa, Lucius.... ich muß wohl nicht groß darauf hinweisen, daß er definitv meine liebste Fugr der HP-Welt ist... auch, wenn ich so einige andere auch sehr toll finde... und wie werden hier nach und nach auch eintrudeln, wird ne etwas längerer Sache.... immerhin steht das Ende schon *gg*
...und jetzt der erste Teil eines Rückblickes, was es häufiger geben wird, damit man mit der Zeit versteht, was diese Lehrerin mit verschiedenen Personen verbindet...
Ein Rückblick auf die Zeit, als sie noch Schülerin war :-D
- VI -
Die nächsten Tage verbrachte sie größtenteils damit, zwischen den verschiedenen Gewächshäusern und dem Kerker hin– und herzupendeln.
Es war ein ambitioniertes Vorhaben, mit dem sie sich beschäftigte, und da es ein Experiment war, nicht gerade risikofrei.
Wenn sie diesen Trank endlich fertig hatte, würde sie es ausprobieren müssen, ohne auf die Erfahrungswerte von irgendjemanden zurückgreifen zu können.
Aber sie wollte es unbedingt.
Schlimmstenfalls, so hoffte sie, würde einfach gar nichts passieren... vermutlich.
Auch heute war sie wieder einmal vom Gewächshaus zum Kerker unterwegs, im Gepäck die Vanilleorchidee und drei Töpfe Blutnesseln.
Und, in einem schützenden, dunklen Behältnis, ihr derzeit kostbarster Schatz: eine Vollmondblume.
Um aus ihrem Kelch einen einzigen Tautropfen zu bekommen, würde sie nur wenig Zeit haben, bevor sich die Blütenblätter beim ersten Strahl der Morgensonne wieder schließen würden – und sie wieder 4 Wochen würde warten müssen.
Bis dahin mußte aber der Rest des Trankes fertig sein, sonst wäre alles umsonst gewesen... und sie würde wieder von vorne beginnen müssen.
Und ob es dann überhaupt noch funktionierte... nein, es mußte jetzt sein.
Sobald der erste Schein des vollen Mondes auf die Pflanze fiel, würde sich die Blüte öffnen, und kurz bevor sie sich am Ende der Nacht bei der Berührung der Sonne schloß, würde ein einzelner magischer Tautropfen in ihr aufglitzern, den sie sofort in die leere, mit einem Schutzzauber belegte Phiole gießen mußte.
Nur ein einziges Mal im Monat, in der Nacht des Vollmondes, gab die Zauberblume diesen kostbaren Tropfen frei, eine Sache von Sekunden.
In allen anderen – fast allen- öffnete sich die Blume zwar auch und verströmte ihren berauschenden Duft, aber um ihre Zauberkraft einzufangen, mußte man diesen Tropfen gewinnen.
Nur einmal im Monat, bei Neumond, blieben die Blütenblätter geschlossen.
Von der Existenz dieser Blume wußten sehr wenige, wie Amelin überrascht festgestellt hatte.
Überhaupt gab es sehr viele Mitschüler, die mit dem Fach `Kräuterkunde´ erstaunlich wenig anfangen konnten – und dabei gab es doch so viele magische Pflanzen mit den faszinierendsten Eigenschaften und Zauberkräften... und was man daraus alles machen konnte!
Was die Vollmondblume betraf – diese hatte sie sich auf eine Art besorgen müssen, die leider gegen eine ganze Menge Schulregeln verstieß... sie hatte sie in einer Neumondnacht völlig alleine aus dem Verbotenen Wald geholt.
Was aber noch ungefährlich gewesen war im Vergleich zu der Nacht, in der sie dort erst mal nach einer solchen Blume hatte suchen müssen... und zwar bei Vollmond. In der gefährlichsten Nacht des Monats, die man sich für einen Spaziergang durch den Verbotenen Wald nur aussuchen konnte.
In dieser Nacht war es sehr still im Wald gewesen... ungewöhnlich still.
Sie hatte sich teilweise beobachtet gefühlt... als würde der ganze Wald und seine Bewohner ihr bei ihrer Suche nach der Vollmondblume zusehen.
Ihre Sinne waren sehr angespannt gewesen, hellwach, denn sie mußte jederzeit damit rechnen, einem Waldbewohner zu begegnen, was sicher nicht in jedem Fall erfreulich gewesen wäre... sie dachte da in erster Linie natürlich an Werwölfe.
Vielleicht war der Wald deshalb so ruhig, weil sich in der Werwolfnacht die anderen Bewohner im Hintergrund hielten. Sie war während ihres ganzen Aufenthaltes hier von keinem Wesen angegriffen worden, und obwohl sie anfangs sehr nervös gewesen war, fühlte sie sich nach einer Weile hier sogar – so verrückt das auch klang- fast sicher, beschützt... so, als könne ihr hier gar nichts passieren.
Sie hätte zumindest damit gerechnet, einem oder mehreren Zentauren zu begegnen, die im Verbotenen Wald lebten und, wie sie gelernt hatte, nachtaktiv waren.
Und die, wie man so hörte, auf Menschen gar nicht mal allzu gut zu sprechen waren...
Vielleicht waren es einige von ihnen, die sie beobachteten, während sie vor der Vollmondblume auf der Lichtung kniete und einige Stunden lang stumm mit ihr kommunizierte – eines der interessantesten und unterhaltsamsten Gespräche, welches sie je geführt hatte.
Falls sie von Zentauren beobachtet worden war, hatten diese anscheinend entschieden, daß Amelin keine Gefahr darstellte... zu ihrem Glück.
Als sie den Wald verlassen hatte, hatte sie plötzlich ein gar nicht allzu entferntes Heulen gehört... und war ruckartig stehen geblieben.
Kein Zweifel – das war definitiv ein Wolf gewesen. Ganz ruhig sah sie sich um, doch sie sah keine Anzeichen für ein Wesen in ihrer Nähe, und das Heulen wiederholte sich nicht.
Zurück in ihrem Bett fragte sie sich, warum ihr nichts passiert war...sie hatte noch nie gehört, daß Werwölfe einen Menschen in so direkter Nähe nicht witterten, und sie hatte auch noch nie gehört, daß ein Werwolf einen Menschen witterte und ihn dann nicht angriff.
Das war merkwürdig.
Professor Snape mußte sich zweifelsohne darüber im Klaren sein, daß die Beschaffung der Pflanze auf keinen Fall auf erlaubtem Wege geschehen sein konnte. Schließlich gab es sie nur hier, und das Pflücken und Verkaufen war strengstens verboten.
Die Lücke in dieser Regelung war, daß nur der Diebstahl und Verkauf illegal waren, nicht aber der Besitz und das Züchten (was für eine schwachsinnige Logik, hatte sie sich gedacht, als sie sich informiert hatte...).
Und Amelin hatte keine Pflanze im Wald verletzt oder gar von dort entfernt, um an den Samen zu kommen; die Vollmondblume, die sie in dieser Nacht gefunden hatte, hatte ihr zwei Wochen später, als sie bei Neumond wiederkam, freiwillig ihren Samen gegeben, sodaß sie daraus eine eigene Blume hatte ziehen können.
Und jetzt war sie endlich soweit... heute nacht würde sie sich zum ersten Mal öffnen, und es durfte absolut nichts schiefgehen.
Gegen diese Blume war der Umgang mit der hochsensiblen Vanilleorchidee, ihrer ebenfalls sehr gelungenen Züchtung, geradezu spielerisch leicht, ebenso das Verarbeiten der Blutnesseln, bei denen man nur darauf achten mußte, daß man beim Aufritzen der feinen Äderchen in den grünen Blättern der blütenlosen Pflanze nur das Blut in einem bestimmten Rot verwenden konnte; der erste Tropfen war zu hell, der letzte zu dunkel, und diese beiden Tropfen durften nicht in den restlichen Teil, den sie für ihren Trank brauchte, gelangen, da das Blut sonst wirkungslos würde.
Bei der Orchidee war es am einfachsten, ihr Öl zu gewinnen – man mußte ja nur ihre Blütenblätter berühren.
Kompliziert war bei ihr nur die Züchtung und die anschließende Pflege, aber da Amelin sie umsorgte wie ein kleines Kind, strahlte die schöne Pflanze vor Freude und Gesundheit.
Amelin betrat den leeren, kühlen Kerker und klopfte an Professor Snapes Bürotür.
Nach seinem „Herein" trat sie ein und schloß die Tür.
„Guten Abend, Sir", sagte sie, wie immer ein bißchen nervös, wenn sie auf ihn traf, und trat näher.
Severus Snape sah ihr entgegen, ruhig, und sagte in dieser dunklen Stimme, die so aufregend war:
„Miss Wrenga... dies ist die Nacht, wie es scheint.
Gehen Sie gleich hinüber, ich nehme an, Sie haben keine Zeit zu verschwenden."
„Danke, Professor... daß Sie mir erlauben, das hier zu tun."
Er nickte knapp und wandte sich wieder seinen zu korrigierenden Schülerarbeiten zu.
Sie ging in einen Nebenraum, in dem es drei Fenster gab, hoch und schmal, durch die bald das Mondlicht fallen würde... und am nächsten Morgen das Sonnenlicht.
Sie stellte den Behälter mit der Vollmondblume vorsichtig auf dem Tischchen ab, das sie in der Raummitte positioniert hatte, befreite sie behutsam und setzte den Topf ab.
Der Kelch war geschlossen, die nachtaktive Zauberblume schlief noch tief und fest und anscheinend sehr friedlich.
Jetzt konnte sie erst einmal nur auf den Mondaufgang warten, und in der Zwischenzeit hob sie die Blutnesseln und die Orchidee aus ihrem Kessel und legte Stück für Stück die weiteren Zutaten sowie Werkzeuge bereit.
Zum Schluß überflog sie prüfend ihr Pergament. Alles war da, sie konnte anfangen... am besten tat sie erst einmal das, was am schnellsten ging – etwas Orchideenöl abfüllen.
Dann das Nesselblut.
Sie warf einen letzten Blick aus dem Fenster, bevor sie begann – in einer halben Stunde, maximal einer dreiviertel Stunde, würde der Mondschein die Blume zum Öffnen bringen.
Sie war bereits leicht aufgeregt, wenn sie daran dachte, denn diesen Moment wollte sie unbedingt genau verfolgen; zwar war dies für ihren Trank noch nicht von Bedeutung, aber es würde das allererste Erwachen dieser Pflanze sein, der Moment, in der sie zum ersten mal den Vollmond erblicken würde und ihre Zauberkraft zum Leben erwecken würde.
