Unter einen Hut gebracht

Story der Schreiberlinge

Disclaimer: Siehe Kapitel 1
A/N: Wir danken euch für eure Rückmeldungen und wünschen viel Spaß beim Lesen!

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Kapitel 5: Ein Hut, kein Stock…

Der Sprechende Hut hatte kaum die Chance, Luft zu holen, bevor der Bengel unter ihm zu sprechen begann: „Ich hab ja schon viel Ekliges gesehen, vor allem auf dem Spielplatz zwei Straßen von dem Haus meiner Grandma Pauly entfernt. Aber du toppst alles! Auf dir findet man mindestens einen Zoo von Bakterien, vielleicht sogar zwei. Staphylokokken, Streptokokken, Pneumokokken… Wir brauchen ein CT. Und ein MRT. Und am besten noch eine Blutkultur."

Während der Junge weiter redete, zog der Hut ein paar Falten, die sich im Laufe der Jahre in sein Leder gefressen hatten, in die Höhe, so dass es aussah, als würde er eine Augenbraue heben. Er hatte bisher erst einen Menschen erlebt, der genauso viel geredet hatte und es dabei schaffte, gänzlich ohne Luft auszukommen: Rita Kimmkorn.

Doch dieser Junge schien nicht für den Journalismus geeignet.
„Hast du kürzlich Drogen genommen? Hast du überhaupt mal Drogen genommen? Ich würde dir übrigens nicht glauben, wenn du Nein sagst. Weil jeder lügt, du bist da keine Ausnahme."
Nein, definitiv nicht für den Journalismus geeignet.

„Sag mal, kannst du eigentlich Sex haben?"
Nun, nach dieser Frage konnte der Hut wirklich nicht mehr still bleiben. Erneut holte er Luft und plusterte sich dabei so sehr auf, dass er beinahe das Doppelte seiner normalen Größe annahm.

„Oh, spar dir eine Antwort. Ich finde es auch so heraus. Hab ich überhaupt schon erwähnt, dass es tödlich für dich enden könnte, wenn du nicht die Wahrheit sagst?"

„Nein", antwortete der Hut lang gezogen und wollte eigentlich noch etwas nachsetzen.
„So ist es aber", wurde er jedoch sofort wieder unterbrochen. „Außerdem werden die Tests deine Lügen sowieso aufdecken."

Als der Junge dann doch einmal Luft holen musste, nutzte der Sprechende Hut eines der Bänder, die an seinen Seiten herabbaumelten, um ihm den Mund zuzuhalten. „So, um nun mal zum eigentlichen Thema zurückzukehren… Es gibt nur ein Haus, in das ich dich stecken möchte. Doch mit deinem vorlauten Mundwerk und dem Glauben nur an das Schlechte in einem Menschen, kann ich dich nicht dorthin schicken. Versprichst du mir, dass du lernen wirst, ab und zu deinen Mund zu halten?"

Der Junge nickte.
„Und versprichst du mir, zumindest hin und wieder auch auf das zu hören, was andere Menschen dir über sich erzählen?"

Wieder ein Nicken, dieses Mal jedoch zögerlicher. Der Hut konnte deutliches Widerstreben spüren und als er einen kurzen Blick in die Zukunft des Jungen warf, wurde ihm ganz anders. Der Griff seines Bandes lockerte sich.

„Du könntest eine Pneumonie haben", nutzte der Naseweis diesen Umstand sofort.
„Ich bin nicht krank. Aber du wirst noch oft genug die Chance haben, wirklich Kranke zu heilen. Gregory House – Rawenclaw!"

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Dieses Sorting hat Watchers Goddess für uns geschrieben