Unter einen Hut gebracht
Story der Schreiberlinge
Disclaimer: Siehe Kapitel 1
A/N: Und wieder vielen Dank an die, die sich die Mühe machen sogar eine Review zu schreiben.
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Kapitel 11:
Sein scharfer Blick schweifte noch einmal durch den Raum, bevor er ohne sichtbares Zögern die Stufen hinauf schritt. Der Raum war ziemlich groß. Viel größer als der Burgsaal in der Burg seines Onkels.
Nur noch zwei Schritte, dann hatte er den niedrigen Hocker erreicht, auf dem ein alter, zerfetzter Hut lag. Er griff danach und sah sich noch einmal kurz um.
Da! An diesen Tisch wollte er. Das hatte er schon beschlossen, während der wartete. Die Gesichter dort erschienen ihm sympathisch. Kühne Gesichter, forsches Auftreten. Die Schüler des Tisches auf der anderen Seite des Raumes strahlten ebenfalls Entschlossenheit aus, doch irgendetwas störte ihn. Seine feinen Antennen fingen etwas auf, das er als Durchtriebenheit einordnete. Nein, dort würde es ihm nicht gefallen. Und die Tische dazwischen ... nein, er fühlte sich definitv nicht dorthin gezogen.
Er setzte sich und stülpte sich den alten Hut auf den Kopf, der ihm gleich über die Augen rutschte.
„Ah!", hörte er plötzlich eine Stimme. „Rote Haare, aber kein Weasley?"
Irritiert zog er den Hut wieder hoch und blickte sich wachsam um. In seiner Nähe war niemand. Die Schüler im Saal waren ruhig und sahen ihn gespannt an. Die Lehrerin mit dem strengen Knoten bedeutete ihm ungeduldig, den Hut wieder auf den Kopf zu setzen. Schulterzuckend tat er es.
„Na also! Können wir dann jetzt?" Wieder diese Stimme. Sie klang ansatzweise gereizt.
‚Wer redet denn da?' dachte er und hob schon wieder die Hand, um den Hut ein weiteres Mal vom Kopf zu ziehen.
„Lass die Hand unten", zischte die Stimme ärgerlich. „Ich bin der Sprechende Hut und nur du kannst mich hören."
„Oh, Prima", sagte der Junge laut. „Dann möchte ich-"
„Schrei doch nicht so, herrje!", schnaubte der Hut. „Ich bin doch nicht taub. Es reicht völlig, wenn du denkst. Sofern du mir überhaupt etwas mitzuteilen hast." Die Stimme klang nun leicht überheblich. „Immerhin bin ich es ja, der dir zu sagen hat, in welches Haus du gehörst."
„Aha", dachte der Junge.
„Dann lass mich mal sehen ... Hufflepuff ... nein, um Himmels willen ... auf gar keinen Fall ... klug bist du ... wirklich ... sehr intelligent ... sprachbegabt ... hm ... Ravenclaw könnte passen ..."
„Welcher von den Tischen ist das?", erkundigte sich der Junge höflich.
„Äh ... was?" Der Hut klang leicht abwesend, weil er offenbar gerade mit seiner Idee beschäftigt war.
„Ich möchte wissen, welcher von den Tischen das ist. Ist es der, der ganz rechts steht?"
„Nein, nein. Der gehört zu Gryffindor ..."
„Gut!" Der Junge klang zufrieden. „Dann gehe dorthin." Er machte Anstalten aufzustehen.
„Halt!" Der Hut wirkte empört. „Hör mal, mein Junge. Es ist meine Aufgabe, dich einem Haus zuzuordnen. Nicht deine, dir eins auszusuchen. Wo kämen wir denn da hin? Also bleib gefälligst, wo du bist und warte, bis ich dich einteile und das dem Saal verkünde."
Der Junge setzte sich wieder und verschränkte dabei die Arme vor der Brust. „Dann verkünde jetzt bitte, dass ich nach Gryffindor komme."
„Äh ..." Der Hut war einen Moment sprachlos. „Nein, nein, nein. Kommt gar nicht in Frage. Also ... wo war ich stehen geblieben?" Etwas zerstreut wegen dieser ungewöhnlichen Unterbrechung, nahm der Hut seinen Faden wieder auf. „Also auf keinen Fall Hufflepuff ... Ravenclaw ... nein ... ich glaube auch nicht ... aber Slytherin ... ja, Slytherin würde sehr gut zu dir passen. Du bist-"
„Slytherin? Welcher Tisch?"
„Wir sind hier nicht in einem Restaurant, in dem du dir einen Tisch aussuchen kannst!", schnauzte der Hut. „Slytherin ist auf der anderen Seite des Saales und dort wirst du dich hinsetzen! Du passt dorthin und basta!"
„Nein!"
„Wie bitte?"
„Ich sagte: Nein! Ich gehe an den Gryffindortisch."
Der Junge hörte ein leises Geräusch, das sich anhörte, als würde jemand mit den Fingerspitzen auf einem Stück Stoff herumtappeln.
„Was mache ich hier eigentlich?", stöhnte der Hut genervt.
„Kann ich mich jetzt endlich an den Gryffindortisch setzen?", erkundigte sich der Junge.
„Nein! Ich mache die Hauszuteilungen, verdammt noch mal! Du setzt dich genau dahin, wohin ich dich schicke!" Plötzlich hallte die Stimme des Hutes laut durch den Saal.
„James Alexander Malcolm McKenzie Fraser – GRYFFINDOR!"
„Geht doch", grinste Jamie.
„Und lass dich hier nie wieder blicken!", hörte er noch den Hut knurren, bevor er ihn vom Kopf zog.
Ungefähr 25 Jahre später ...
Das rothaarige Mädchen setze sich auf den kleinen Hocker. Sie hielt den Hut noch in der Hand, während ihre Augen abschätzig den Raum musterten. Dann zog sie sich den Hut über.
„Ach du lieber Himmel", stöhnte eine Stimme in ihrem Kopf.
Ihre Hand war schon auf halbem Weg, um sich den Hut herunter zu ziehen, als die Stimme sie bremste.
„Nein, nein, das ist nicht nötig. Du willst an den Tisch da auf der rechten Seite, habe ich Recht?", erkundigte sich die Stimme.
„Woher weißt du das?", dachte das Mädchen überrascht und wunderte sich, warum die Stimme so enerviert klang.
„Völlig egal." Ein Seufzen erklang. „Ich schätze, wir können das hier abkürzen." Die Stimme wurde laut.
„Brianna Ellen Fraser – GRYFFINDOR!"
*~*~*
Für dieses Doppelsorting hat sich fee-morgana ins Zeug gelegt.
