PG: So, hier ist das zweite Kapitel unserer kleinen FF. Wie immer möchten wir noch
einmal schnell erwähnen, dass PW und die Figuren nicht unser Eigentum sind; wir missbrauchen sie nur für unsere Story.
Edgeworth: …
PG:Wenn du etwas zu sagen hast, dann raus damit! *glare*
Edgeworth: …
PG:Da es keine Einwände gibt, nix wie los mit dem Kapitel^^
*Egdeyfacepalm*
Kapitel 2 – Ein Wiedersehen auf Zeit (?)
Ein leichter Sommerwind fegte über den nahezu ausgestorbenen Bahnsteig und brachte einen verloren Fetzen Kaugummipapier spielerisch zum Tanzen.
Dieser verfing sich jedoch bald in den Beinen der einzigen Person, die in dieser Mittagshitze auf die Ankunft eines Zuges aus Nirgendwo wartete.
Fluchend schüttelte der Mann das Papier ab und sah gequält zum Himmel hoch, von wo aus ihn die Sonne geradezu schadenfroh mit einer Intensivität bestrahlte, welche L.A. schon seit Jahren nicht mehr erlebt hatte.
Ich schmelze… am Ende finden sie nur noch eine Pfütze hier, wenn sie ankommen.
Missmutig schob sich der Mann seine verrutschte Sonnenbrille wieder in Position und blickte erneut in die Richtung, aus der dieser vermaledeite Zug hoffentlich bald kommen würde.
Abgesehen von der Tatsache, dass er der einzige war, der sich während einer Hitzeperiode um diese Zeit aus dem Haus traute, war an dem Mann nichts Auffälliges zu bemerken.
Er trug Jeans, ein blaues T-Shirt und dazu passend blaue Sneakers. Sein Alter war nur schwer einzuschätzen, da eine schwarze Sonnenbrille einen großen Teil seines Gesichts verbarg, aber da sein schwarzes Haar noch keine Zeichen von Grau aufwies, konnte er nicht allzu alt sein.
Ein erneuter Blick auf die Uhr bestätigte ihm, dass der Zug schon vor einer halben Stunde hätte ankommen müssen… so war es ihm zumindest in dem Brief mitgeteilt worden, welcher aus seiner Hosentasche herausblickte.
Eigentlich kennen sie ja den Weg, dachte er missmutig, musste sich jedoch sogleich eingestehen, dass ihn nichts auf der Welt – nicht einmal die mörderische Sonne Kaliforniens oder die Peitsche einer gewissen Staatsanwältin – davon abgehalten hätte, hierher zu kommen. Es war einfach zu lange her, dass er beide gesehen hatte… viel zu lange.
Ein leiser Lärm in der Ferne holte ihn jedoch kurz darauf von seiner Reise durch die Erinnerung zurück, als sich der Zug endlich näherte.
Gespannt trat der Mann ein paar Schritte zurück - selbst der Fahrtwind war bei diesem Wetter nicht erfrischend sondern einfach nur schmerzhaft heiß – und wartete darauf, dass sich die Türen des alten, kleinen Regionalzuges öffneten.
Die Tatsache, dass dieses Ding noch fährt, ist ein Wunder an sich… das Wunder vom Kurain-Express, dachte er abschätzig, als sich direkt vor ihm eine Tür öffnete – die einzige, um genau zu sein, da es nicht viele Menschen in diesen abgelegenen Teil der Welt verschlug.
Ein junges Mädchen von etwa 17 oder 18 Jahren stieg aus und begrüßte ihn mit einem strahlenden Lächeln. Sie war in einem kurzen, purpurnen Kimono gekleidet und ein ganz schönes Stück gewachsen, seitdem er sie das letzte Mal gesehen hatte.
„Hallo Pearls, lange nicht gesehen", grüßte der Mann und das Lächeln des Mädchens wurde noch breiter – wenn das überhaupt noch möglich war.
„Ich freue mich so, Sie wiederzusehen, Herr…."
Dann ging alles ganz schnell.
„NIIIIIICK!"
Pearl konnte sich gerade noch rechtzeitig an der Tür des Zuges festhalten, als ein Schatten hinausschoss und direkt Kurs auf ihn nahm.
Nur jahrelange Übung und Gewohnheit sorgten dafür, dass Phoenix Wright sich bei seinem Sturz auf den harten Beton nur ein paar blaue Flecken zuziehen würde, als ihn eine junge Frau zu Boden stieß und sich bemühte, den letzten Atem aus ihm herauszupressen.
„Ah, ich hab dich so vermisst! In Kurain war es so langweilig, da ist einfach gar nichts los! Aber Pearly hat es geschafft! Ich hab dir so viel zu erzählen! Wie geht es Trucy? Ich will unbedingt ihre neuen Tricks sehen! Arbeitet sie immer noch für Apollo? Rat mal, was ich mitgebracht hab! Die ultra-rare Special Edition von Steel Samurai! Da werden Erinnerungen wach, stimmt's? Wir machen eine Movie-Night, nur du, Trucy, Pearl und Ich, und schauen uns alle Folgen auf einmal an, okay Nick? Oh, und wir bestellen uns Burger! Du zahlst, Nick! Ich kann es kaum erwarten!"
Maya Fey, der Quell dieses verbalisierten Wasserfalls, konnte sich kaum halten, aber auch daran hatte sich Phoenix in den zwölf Jahren, in denen sich die beiden kannten, schon längst gewöhnt… was war ihm schließlich anderes übrig geblieben?
So ließ er die stürmische Begrüßung über sich ergehen und rollte nur leicht ironisch mit den Augen, als er daran dachte, dass Maya trotz ihrer 28 Jahre, immer noch die gleiche geblieben war… und wesentlich kindischer als ihre zehn Jahre jüngere Cousine Pearl, welche mit einem ihm nur allzu bekannten Grinsen die Szenerie vor sich beobachtete.
„Herr Nick, man spürt richtig die Liebe zwischen Ihnen und der Mystischen Maya. Sie hat die ganze Zugfahrt nur von Ihnen gesprochen", lächelte sie unschuldig und hielt sich in einer falschen Geste der Ergriffenheit eine Hand vor den Mund.
Die gibt auch niemals auf… das Lächeln eines Engels und den Starrsinn von Edgeworth… eine tödliche Kombination, dachte Phoenix nur, als er langsam versuchte sich aufzurichten, da Maya nach wie vor keine Anstalten machte, ihren Platz auf seiner Brust aufzugeben und weiterhin Pläne für die nächsten Wochen schmiedete.
Vorsichtig schob er das Medium zur Seite und schaute lächelnd zu Pearl hoch, fest entschlossen, das Thema so schnell wie möglich zu wechseln.
„Da fällt mir ein, ich muss dir ja noch gratulieren, stimmt's Pearls? Das neue Oberhaupt der Feys… aber ich bin sicher, dass niemand für den Job so gut geeignet ist, wie du", sagte er, bekam jedoch sofort einen unsanften Stoß in die Seite.
„Natürlich gibt es keinen besseren, Nick. Schließlich habe ich sie ausgesucht! Sie trägt jetzt eine große Verantwortung. Aber Pearly hat alles, was man dazu braucht", stellte Maya besserwisserisch fest, aber Pearl schüttelte nur bescheiden den Kopf.
„Nein, nein, die Mystische Maya war eine viel bessere Meisterin. Ich kann nur versuchen, mich so viel wie möglich anzustrengen…".
„Nur nicht so bescheiden, Pearls. Ich will nicht wissen, was aus Kurain geworden wäre, wenn Maya nicht beschlossen hätte, ihr Amt an dich weiterzugeben… wahrscheinlich hätte sie es irgendwann pink angestrichen und jeder Bewohner hätte eine Pink Princess Trading Card gebraucht, um reinzukommen…", scherzte Phoenix, bekam aber erneut einen Stoß in seine Rippen.
So langsam reicht es! Mit zunehmendem Alter wird sie gewalttätiger. Bestimmt chattet sie immer noch mehrmals in der Woche mit Franziska…
„Das hab ich überhört, Nick! Aber es stimmt, mir wäre es auf Dauer dort viel zu langweilig geworden. Keine Entführungen, Morde, Drogengeschäfte… tote Hose", seufzte Maya und stützte dramatisch ihren Kopf in die Hände.
Jeder normale Mensch hätte lieber ‚tote Hose' als so etwas zur Unterhaltung! In was für einer Traumwelt lebst du eigentlich!
Pearl lachte, sie hatte es wirklich vermisst, die beiden zusammen zu sehen.
Doch da erregte ein Schaffner ihre Aufmerksamkeit, der sie schon böse anfunkelte, weil sie immer noch mitten in der Tür stand und so die Weiterfahrt des Zuges verhinderte.
„Ich werde schnell unsere Koffer aus dem Zug holen, Mystische Maya", sagte sie und verschwand eiligst im Inneren des Zuges, was ihr nur ein erneutes Kopfschütteln von Seiten des Schaffners einbrachte.
Medium schön und gut, mit dem ohnehin schon viel zu knappen Fahrplan der Bahn legte man sich lieber nicht an.
„Ist in Ordnung, Pearly!", rief Maya ihr nach, welche immer noch zusammen mit Phoenix auf dem Bahnsteig im Staub saß.
„Pearl ist echt zu bewundern, dass sie so jung schon bereit ist, so viel Verantwortung zu übernehmen", kommentierte Phoenix und Maya schaute ihn grinsend an.
„Ja, aber sie wurde wirklich dafür geboren… und ich finde, wir sollten uns nicht beschweren", lachte sie und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
Ja, es war schon viel zu lange ruhig…
