Chapter 6
Angel saß in seinem stockdunklen Hotelzimmer im Hyperion und grübelte – mal wieder. Er konnte einfach nicht verstehen, wie er dies zulassen konnte! Der Vampir spielte das Szenario zig Mal in seinem Kopf durch. Jedes Mal mit einem anderen Ablauf – und doch war es immer dasselbe Ende. Er wusste, dass dies niemals hätte passieren dürfen. Nun war es zu spät und er saß nur da und grübelte, was er hätte anders machen können.
Diesmal jedoch war er einfach nur seinem Trieb verfallen, hatte nur einen Moment lang die Kontrolle verloren – Angelus hatte für einen Moment zu lange die Oberhand gewonnen und dieser eine Augenblick war schon zu viel. Er dachte an die verschiedenen Emotionen, die ihn dabei überkamen und ein wohliges Gefühl breitete sich in ihm aus. Natürlich nicht, ohne die Begleitung seines innerlichen, höhnischen Lachens von Angelus. „Sei still, du hast schon genug angerichtet!" knurrte Angel sich selbst an. Das Lachen wurde nur noch lauter.
Vor Wut fegte er den kleinen Tisch, der neben ihm stand, um und sämtliche Gegenstände verteilten sich im Raum. Dann stand er auf und lief ziellos im Zimmer herum. Hin und her und her und hin. Doch es gab noch eine viel bedeutsamere Frage: Die Frage nach dem ‚Was wird jetzt?' Wie soll er das dem Angel Investigations Team erklären?
Sie würden ihn wahrscheinlich pfählen, denn wenn er einmal die Kontrolle verloren hatte, wer garantierte ihnen, dass ihm das nicht noch ein zweites Mal, oder ein Drittes, usw. passierte? Vermutlich hatten sie auch recht damit. Da waren alle gerade mal rings um den Erdball verstreut und genossen ihren Urlaub, da es zu Zeit ziemlich ruhig hier zuging, und was tat er? Der Menschheit sein schrecklichstes Gesicht zeigen…
Er wusste, dass er das diesmal nicht wiedergutmachen konnte. Dafür gab es keinen Ausgleich. Doch er wusste, was er definitiv zu tun hatte. Um sich seine weiteren Schritte zu überlegen brauchte er aber noch ein klein wenig Zeit. Auch wenn er jetzt schon zu viel Zeit hatte verstreichen lassen, um sich darüber klar zu werden, was schief gelaufen war, so musste er nun daran denken, wie er das Beste aus der Situation machen konnte.
Die Sache musste wohl überlegt sein, bevor er alles noch schlimmer machte. Er schnappte sich seinen langen Mantel und verschwand aus dem Hyperion hinaus in die unendlich schwarze Nacht.
.:TBC:.
