Verboten

Kapitel 3

Minerva McGonagall rührte ihren Tee um und lehnte sich zufrieden in ihrem Sessel zurück. Nach ihrer Pensionierung war sie im Schloss geblieben und „diente" vielen Schülerinnen und Schülern als Kummerkasten. Die Kleinen brauchten oft nur Trost gegen Heimweh, die Größeren hatten meist Liebeskummer. In den allermeisten Fällen konnte sie helfen.

Im Moment machte sie sich allerdings Sorgen um Severus und Hermine.

Und darum, wie die beiden mit dem Feuer spielten.

Als sie in der Bibliothek fast erwischt worden waren, tauchte Madam Pince bei ihr auf und hatte ein Eingreifen verlangt.

Die ältliche Bibliothekarin erinnerte sich anscheinend nicht mehr an ihre eigene Jugend, denn sicher hatte auch sie für einen Lehrer geschwärmt. In Minervas Augen gehörte das einfach zur Schulzeit dazu.

Nur, wie es schien, hatten Hermine und Severus diese Schwelle überschritten und sie musste sich überlegen, was sie tun konnte. Vielleicht war ein Gespräch unter Frauen angebracht.

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Wenig später stand Hermine vor Minervas Tür. Sie fragte sich, was ihre ehemalige Lehrerin von ihr wollte.

Hier draußen würde sie es wohl nicht erfahren und so klopfte sie entschlossen an.

„Herein."

Minerva kam Hermine entgegen und begrüßte sie herzlich.

„Ich habe uns Tee gemacht und dann sollten wir uns über Severus unterhalten."

„Severus", stotterte die Schülerin und sah Minerva an.

„Natürlich. Oder redest du ihn nicht so an?"

Minerva genoss die Situation und erwartete nicht wirklich eine Antwort von der jungen Frau, die wie gelähmt schien.

Sie drückte ihr eine Tasse Tee in die Hand und deutete auf den Sessel. Schweigend setzte sich Hermine. Sie würde erst einmal abwarten, was man ihr vorwarf.

Ein paar Minuten vergingen und schließlich durchbrach Minerva das Schweigen.

„Hermine, ich hoffe, dass du weißt was du tust. Du bist noch immer Schülerin hier. Wenn eure Affäre bekannt wird, passiert dir nicht viel. Aber Severus Karriere wird am Ende sein. Die Öffentlichkeit verzeiht vielleicht dir, ihm jedoch niemals."

„Es tut mir leid, aber ich sehe ihn einfach nicht mehr als meinen Lehrer an."

Hermine konnte sich noch sehr gut daran erinnern, dass sie eines Tages schweißgebadet aus einem erotischen Traum aufgewacht war.

Es war ihr unangenehm, denn Snape hatte darin eine Hauptrolle gespielt.

Ihr Traum-Snape war verdammt sexy, mit seinen dunklen Haaren und den Augen, die so geheimnisvoll schienen.

Seit dieser Nacht hatte sich ihre Sichtweise auf Severus Snape geändert, aber würde die ältere Frau das verstehen?

„Du siehst ihn als Mann?"

Hermine nickte.

„Nun ja, ich kann das verstehen. So ein Flirt ist etwas Schönes."

Flirt ? War es nicht längst mehr als ein Flirt? Schließlich hatten sie in der Bibliothek eine Art Abkommen geschlossen. Sie sah es jedenfalls so. Aber wie sollte sie das Minerva McGonagall erklären?

Diese schien keine Antwort von Hermine zu erwarten. Stattdessen ging sie zu einem antiken Schrank und holte einen altertümlichen Schlüssel heraus.

„Ich kann mich erinnern, wie schwierig es ist, hier auf dem Schloss einen Ort für ein kleines Tête-à-tête zu finden. Es gibt ein kleines Cottage, das mit einem Nicht-Sichtbarkeits-Zauber belegt und auf keiner Karte verzeichnet ist. Ein idealer Ort für Euch, wenn Du ihn vor dem Ende der Schulzeit noch einmal treffen willst."

Minerva sah Hermine ernst an. Ihr Angebot war etwas ganz Besonderes und zeigte, wie viel Vertrauen sie Hermine und Severus entgegen brachte.

„Möchtest Du den Schlüssel haben?"

„Ja."

Minerva gab ihr den Schlüssel und griff nach einer Pergamentrolle, die sie schon auf dem Schreibtisch bereit gelegt hatte.

„Seid vorsichtig."

Hermine nickte, nahm Schlüssel und Rolle und verließ Minervas Räume. Draußen lehnte sie sich an die Wand und atmete tief durch. Zitternd rollte sie das Pergament auf und betrachtete den Plan.

Das Cottage war nicht weit entfernt und stand auf einer großen, grünen Lichtung.

Es würde nicht schwer sein, dorthin zu kommen. Die Frage war nun, ob Severus sie dort treffen wollte.

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Hermine hatte auch ein paar Stunden später keine Idee, also ging sie einfach zum Büro des Schulleiters und bat um ein Gespräch.

Severus hatte selbstverständlich Zeit für Hermine und beobachtete sie voller Interesse. Als sie nichts sagte, sondern ihn nur ansah, näherte er ihr sich und berührte sie.

Hermine schloss die Augen. Sie hatte schon lange auf seine Zärtlichkeiten gewartet, und als er ihr Gesicht schließlich in die Hände nahm und sie zu küssen begann, schien ihr das die natürlichste Sache der Welt.

Seine Küsse wurden immer drängender und sie unternahm nichts dagegen. Aber als sie seine Hände an ihrem Körper spürte, auf der Suche nach ein wenig Haut, stoppte sie ihn jedoch.

„Was, wenn jemand kommt?"

Sie hoffte, dass ihre Pragmatik nicht die ganze Stimmung verdarb.

Severus hielt inne. Sie hatte vollkommen recht.

„Es gibt da ein altes Cottage und ich habe den Schlüssel dafür."

Er sah sie an und Hermine wurde unsicher.

„Ich habe dich überrumpelt. Vielleicht willst du es dir überlegen. Ich werde heute Abend auf dich warten."

Sie wartete nicht einmal auf eine Antwort, sondern ging sofort.

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Langsam wurde es dunkel und Hermine machte sich fertig. Sie hatte die Karte bei Severus gelassen und hoffte, ihn im Cottage zu treffen.

Als sie dort ankam, stand Severus schon da.

„Ich bin froh, dass du da bist."

„Ich konnte nicht anders."

Sie gingen hinein.

Alles war wie erwartet sauber und ordentlich.

Hermine erkundete die Räume und endete schließlich im Schlafzimmer.

Ein großes Bett. Weiß bezogen.

Severus war ihr gefolgt und blieb in der Tür stehen. Er mochte die starke, selbstbewusste Frau Hermine. Nicht seine Schülerin Miss Granger.

Er umfasste sie von hinten und Hermine lehnte sich an ihn, dann drehte sie sich zu ihm um und sie küssten sich.

Hermine genoss es, sich fallen zu lassen. Sie merkte, wie seine Hände an ihrem Körper entlangfuhren, jede Kurve ertasteten und an manchen Stellen länger verweilten.

Da ihre Hände frei waren, öffnete sie ihre Hose und stieg hinaus.

Severus drängte sie auf das Bett, sie setzte sich auf die Kante und sah zu wie er sich auszog. Selbstbewusst stand er dann nackt vor ihr.

„Gefällt dir was du siehst?"

„Ja. Sehr eindrucksvoll."

Er lachte auf.

„Ich dachte die Größe ist nicht entscheidend. Leg dich auf Bett."

Hermine krabbelte auf das Bett und wackelte dabei provozierend mit ihrem Hintern. Viel konnte Severus noch nicht sehen, denn im Gegensatz zu ihm war sie noch nicht nackt.

Am Kopfende des Bettes angekommen, lehnte sie sich an und sah Severus zu. Sein Schwanz stand groß hervor und sie konnte es kaum erwarten, ihn in sich zu spüren.

Severus spürte ihre Blicke, aber noch hatte er Geduld und konnte ein wenig mit ihr spielen. Er begann seinen Penis zu reiben, etwas ganz Normales für ihn.

„Severus, bitte."

Er schüttelte den Kopf.

„Nein."

„Habe ich denn keine Belohnung verdient?"

„Ich weiß nicht. Vielleicht."

„Sag mir, was ich machen soll."

Das gefiel ihm schon besser.

„Zieh dich aus. Ganz langsam."

Sie öffnete die Bluse und ließ sie dann über ihre Schultern gleiten. Dann öffnete sie ihren BH und zog ihn aus. Mit der Hand strich sie über die Brüste hin und her. Sie schloss ihre Augen und stellte sich vor, wie starke Männerhände sie kneteten.

Severus Stimme riss sie aus ihren Fantasien.

„Zieh dir dein Höschen aus."

Sie hob ihren Hintern und tat was er verlangte.

Dann öffnete sie ganz langsam ihre Beine. Severus stöhnte auf.

Provokativ glitt ihre Hand zwischen ihre Schenkel.

„Kommst du? Oder soll ich selbst …?"

Sie beendete den Satz nicht mehr, denn Severus war schnell bei ihr.

„Nein. Du bleibst ganz still liegen und machst nichts. Einverstanden?"

Sie nickte und legte sich hin.

„Nimm deine Hände über den Kopf."

Auch dieser Aufforderung folgte sie.

Severus begann sie zu küssen. Dann umkreiste er mit seiner Zunge ihre Brüste. Hermine begann sich zu bewegen.

„Du sollst still liegen bleiben. Oder soll ich aufhören?"

„Nein, bitte. Mach weiter."

Und das tat er. Seine Hand wanderte nach unten und er strich über die Schamhaare. Und dann fing er an, mit seinem Finger in sie einzudringen.

Sie schrie auf.

„Magst du das?"

„Ja, mehr."

Severus legte sein Bein über sie und hielt sie so fest.

„Sag es", forderte er.

„Bitte nimm mich."

Er wusste auch nicht, was ihn dazu gebracht hatte, aber er war nicht in der Stimmung für romantische Verführungen. Er wollte sie dominieren.

„Ich verstehe dich nicht. Was willst du?"

„Fick mich. Willst du, dass ich so mit dir rede? Magst du diese schmutzigen Worte?"

„Ja. Rede so mit mir."

Er spreizte ihre Beine und legte sich auf sie, machte aber noch immer keine Anstrengungen sie zu nehmen.

Er wartete.

„Du sollst mich nehmen. Verdammt. Ich will dich in mir spüren."

Hermine hatte das Gefühl, dass er nur das tat, was sie ihn sagte. Sie spürte ihn an sich, aber er bewegte sich nicht.

Sollte sie etwa betteln? Wollte er das ?

Severus hörte, was Hermine gesagt hatte.

Nein. Keinesfalls.

Er wollte sie nicht erniedrigen. Er wollte ihr Lust bereiten.

Obwohl er sie weiterhin an ihrem Platz hielt, spürte Hermine wie er begann sich zu bewegen. Sie versuchte sich zu entspannen und ihm entgegenzukommen.

Bevor sie den Gedanken beenden konnte, war er ganz in sie eingedrungen.

„Mach weiter. Nicht aufhören."

„Magst du es so oder soll ich langsamer werden?"

„Egal, solange du so tief und so hart in mir bist. Beweg dich langsam oder schnell. Aber beweg dich. Bitte."

Severus kostete die Situation aus. Er verlangsamte seine Bewegungen, Schweiß lief seinen Körper entlang und er ließ sich auf Hermine fallen. Er rieb seinen Körper an ihr und spürte ihre Brust, ihre Haare, ihre Beine, die sich um ihn legten. Schließlich spürte er ihre Zunge, die über sein Gesicht fuhr und einen Schweißtropfen auffing. Dann war alles zu spät. Er kam mit einem langen Aufstöhnen.

Hermine fühlte sich schon längst wie im Himmel, ihren Orgasmus hatte sie voll ausgekostet und nun lag Severus schwer atmend auf ihr.

Langsam glitt er aus ihr heraus und ließ sich auf den Rücken rollen. Endlich war Hermine wieder frei und sie hatte Gelegenheit sich bequem hinzulegen.

„Wie fühlst du dich?"

Sie fuhr mit der Hand über seine Brust und wartete.

„Sehr gut und bald noch besser. Wenn du so weitermachst."

Er drehte sich zu ihr um.

„Wir müssen zurück."

Hermine wusste, dass er Recht hatte. Sie stand auf und ging ins Bad. Sie hatten nicht über die Zukunft geredet, aber irgendwie erschien die Situation ungeeignet.

Severus blieb noch liegen. Er hatte sich vorgenommen, mit Hermine über die Zukunft zu reden, aber die Gelegenheit mit ihr allein zu sein, wollte er nicht ungenutzt verstreichen lassen. Erstaunlich, denn er hatte nicht gedacht, dass sie ihn so lange interessieren würde.

Er stand auf und begann sich anzuziehen. Er konnte im Schloss duschen.

15 Minuten später war Hermine wieder da und schweigend verließen sie das Cottage. Sie hätten apparieren können, entschieden sich aber, zurück zu laufen. Keiner fand Worte für das was heute geschehen war, auf jeden Fall hatte es ihre Beziehung verstärkt und ließ einen Abschied in weiter Ferne rücken.