Ein gesundes neues Jahr und oh Wunder, ein neues Kapitel. Kein Beta, ich hoffe, dass es gefällt und nicht so viele Fehler enthält.


Minerva war verzweifelt. Sie hatte Hermine den Schlüssel zu ihrem Haus in dem guten Glauben gegeben, dass sie ihrer Lieblingsschülerin vertrauen konnte.

Nun ein paar Wochen später, musste sie ihren Fehler einsehen. Der Schlüssel befand sich noch immer bei Miss Granger und sie hatte den Verdacht, dass er benutzt wurde.

Was für ein Schlamassel?

Sie stützte ihre Hände in den Kopf und versuchte einen Plan zu entwickeln. Das machte sie schon seit Wochen und sie kam zu keinem Ergebnis.

Nein, es blieb ihr nichts anderes übrig als diesen Schritt zu gehen.

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Hermine Granger saß am Schreibtisch in der Bibliothek und verfasste einen Brief an ihre Eltern. Die hatten in den letzten Wochen als Ausrede herhalten müssen, obwohl Hermine die Besuche immer kurzfristig abgesagt hatte und statt dessen mit Severus unterwegs gewesen. Heute war ein Brief gekommen, der sie an den Geburtstag ihrer Patentante erinnerte und diesmal gab es keine Chance der Feier fernzubleiben.

Sie seufzte und schaute aus dem Fenster.

Soweit war es also gekommen, sie log um sich mit Severus zu treffen. Und das betraf nicht nur ihre Eltern. Auch die Lehrer und ihre Freunde.

Sie wusste, dass es so nicht weitergehen konnte. Es zehrte an ihr, genau wie es an ihr zehrte Severus nicht sehen zu dürfen.

Nur wenn sie mit ihm zusammen war, ging es ihr gut.

War das Liebe ?

Die Bücher hatten das Gefühl immer ganz anders beschrieben, man fühlte sich leicht und glücklich.

Sie war glücklich, wenn sie bei ihm war. Wenn er sie ansah und berührte.

Sie war glücklich, wenn sie ihn zum Lachen brachte.

Ihre Gedankengänge wurden durch eine Hauselfe unterbrochen, die plötzlich vor ihr stand.

„Miss Hermine, ich soll den Schlüssel der Schulleiterin holen. Bitte, Miss. Sofort."

Mit großen Augen schaute sie Hermine an. Die Schulleiterin war sehr ernst gewesen und hatte verlangt, dass sie nicht ohne den Schlüssel zurückkam.

Hermine wurde blass.

Den Schlüssel?

Severus nannte ihn einmal den Schlüssel zum Paradies, wie konnte sie …

„Miss, bitte. Der Schlüssel gehört Ihnen nicht."

„Ich habe den Schlüssel nicht hier."

„Dann gehe ich mit der Miss und wir holen ihn. Das ist mein Auftrag."

Hermine seufzte. Es schien keinen Ausweg zu geben, denn das Cottage gehörte Minerva und nun wo sie den Schlüssel zurückverlangte, durfte sie ihn nicht mehr benutzen.

Sie griff nach ihrer Tasche und räumte langsam alles ein. Wenn nur Severus hier wäre.

Vielleicht?

Ihr kam ein Gedanke.

Sie zückte unauffällig ihren Zauberstab und zeigte auf das erste Regal. Mit einen lauten Geräusch brach es zusammen. Als sich die Hauselfe erschrocken umdrehte, lies sie ein paar Rauchsäulen aufsteigen und das Chaos war da.

Wie sie gehofft hatte, erschien die Bibliothekarin und mit ihr im Schlepptau zwei Lehrer. Einer von ihnen war Severus.

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Severus war gerade mit der Bibliothekarin und einem Kollegen unterwegs, als er die lauten Geräusche hörte. Madam Prince wollte mehr Geld für Bücher und die Instandhaltung der Bibliothek und im ersten Moment dachte er, dass sie etwas inszeniert hatte. Trotzdem eilten die drei schnell zum Tatort, der inzwischen in Rauch eingehüllt war.

„Was ist hier los?"

„Ich haben nichts gemacht," jammerte die Hauselfe, die aus dem Nebel auftauchte.

Madam Prince schaute sich um und jammerte.
„Die schönen Bücher. Hoffentlich kann ich sie retten."

Severus ging der Quelle des Rauches nach, als er plötzlich am Arm gezogen wurde.

„Was …?"

„Psst. Ich bin es. Tut mir leid, Severus. Es ist ein Notfall."

Mehr konnte sie nicht sagen, denn der Rauch verschwand so schnell wie er gekommen war. Aber Severus hatte seine Überraschung überwunden und zog Hermine hinter sich her.

„Hier haben wir den Missetäter. Miss Granger, das hätte ich nicht erwartet."

„Ich … ich...", stottere Hermine.

„Sie folgen mir. Und Madam Prince, Sie sorgen für Ordnung."

Ohne eine Sekunde zu warten, verlies Severus mit großen Schritten die Bibliothek und Hermine folgte ihm mit gesenktem Kopf.

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Kaum hatte sich die Tür hinter Severus Büro geschlossen, da fiel ihm Hermine um den Hals.

„Es ist vorbei."

Er versuchte sie zu beruhigen, aber die drei Worte brachten sein Herz fast zum Stillstand.

Dabei hatte er gewusst, dass es so kommen musste. Aber so?

Machte Hermine einfach so Schluss mit ihm?

Nein, da musste etwas anderes dahinter stecken.

„Wir haben nicht viel Zeit, Hermine. Bitte, was ist passiert?"

Madam Prince würde bald hier auftauchen und fordern, dass Hermine den Schaden behob und zusätzlich eine harte Strafe verlangen. Er kannte sie lange genug.

„Minerva will den Schlüssel zurück. Sofort."

Er sah überrascht an.

„Dann können wir uns nicht mehr sehen."

„Genau. Es ist ein Verbot, nicht direkt ausgesprochen, aber so gemeint."

Er zog Hermine zum Schreibtisch.

„Setz Dich. Sie werden gleich kommen."

„Was wollen wir jetzt tun?"

Tun? Er hatte keine Ahnung.

In den letzten Wochen hatte er in einer Blase aus Glück und Liebe gelebt und die war nun geplatzt. In Gedanken war er diese Situation immer wieder durchgegangen, aber nicht mit diesen Gefühlen gerechnet.

In der kurzen Zeit war sie alles für ihn geworden.

Seine Geliebte, seine Seelenverwandte.

Seine Schülerin. Die verbotene Frucht.

Jemand, ohne den er nicht mehr leben konnte.

Langsam ging er zu ihr und nahm ihre Hand.

„Ich … ich kann Dich und unsere Zeit nicht einfach vergessen. Auch wenn es verboten ist."

„Man kann Liebe nicht verbieten."

Unter Tränen lächelte sie ihn an.

„Wir geben nicht auf."

„Niemals."