Erschrocken fuhr ich hoch als der Wecker klingelte. Ich stellte ihn gehetzt aus und rannte ins Bad. „Verdammt, ich muss mir angewöhnen den Wecker früher zu stellen. Wie ich diese Hektik hasse", dachte ich. Wahllos zog ich mir irgendeine schwarze Jeans und ein rotes Shirt an und stolperte mit meiner Schultasche die Treppe runter. „Super", sagte ich während ich aufstand. Sarkasmus lässt grüßen.
Ich ging in die Küche um mir essen zu machen, doch als mein Blick auf die Uhr fiel, rannte ich schnell wieder zu meiner Tasche und mit ihr zu meinem Wagen. Ich war schon fast zu spät, und das an meinem ersten Schultag!

Da ich schon wusste, wo die Schule war, musste ich auch nicht lange suchen und verfahren hatte ich mich glücklicherweise auch nicht. Nachdem ich auf dem Parkplatz geparkt hatte, es standen bis jetzt wirklich nur wenige Autos da, suchte ich das Sekretariat um mir den Laufzettel abzuholen. Genau wie bei unserem ersten Aufeinandertreffen war die Sekretärin total nett.

Als ich dann den Raum verließ starrten mich alle an. Ganz toll. „Sehe ich vielleicht aus wie eine Attraktion!?" murmelte ich zu mir selber. Trotzdem erhielt ich eine Antwort. „Ja. Du bist mindestens genausi Attraktiv." Die Stimme kannte ich irgendwo her. Ich drehte mich erschrocken um, da ich nicht mit einer Antwort gerechnet hatte und sah in stechend grüne Augen. Dann erkannte ich, dass das der Typ aus dem Supermarkt war, der mich so blöd angemacht hatte. Ich funkelte ihn böse an. „Tja, wenn das so ist, dann darfst du auch nur gucken und nicht anfassen." Danach drehte ich mich auf meinem nicht vorhandenen Absatz um und suchte das Klassenzimmer auf. Kurz bevor es klingelte traf ich ein. Der Lehrer saß noch am Pult und blätterte irgendwelche Papiere durch. „Entschuldigung?" Er sah auf und blickte mich erst fragend an, doch dann trat ein wissender Ausdruck in seine Augen. Das hielt mich trotzdem nicht davon ab, weiter zu reden. „Ich bin Isabella Swan…" „Ah, gut, dass sie da sind, dann geben sie mir mal den Zettel", unterbrach er mich. Während er ihn mir wiedergab sagte er, ich sollte mich auf einen freien Platz setzen und er würde auf den Vorstellungsquatsch verzichten. Mr. Smith, sein Name, war mir jetzt schon sympathisch.
Ich setzte mich neben ein dunkelhaariges Mädchen mit braunen Augen. „Hi", sagte ich zurückhaltend. „Hallo, du bist die neue oder?" Sie lächelte schüchtern. Innerlich verdrehte ich die Augen. „die Neue", wirklich ein toller Name. Ich hasste es. „Isabella Swan, aber bitte nenn mich Bella." Ich hielt ihr meine Hand hin, die sie ergriff. „Stephanie. Aber du kannst mich Steph nennen." „Okay" Und damit begann auch schon der Unterricht.

So ähnlich verlief dann der ganze Schultag. Ich lernte neue Leute kennen, oder Steph stellte mir jemanden vor. In der Mittagspause saß ich dann zusammen mit ihr, einer Katy, Josh, Tyler und Nic an einem Tisch. In Gedanken ging ich noch mal meinen Stundeplan durch. Jetzt noch Bio und dann Doppelstunde Sport.
Ich seufzte. Ich hasste Sport. Ich konnte es nicht. Nach der Pause ging ich dann, nichts Böses Ahnend zu Biologie.

Mit ein paar mal verlaufen, klappte das auch schon ganz gut. Als ich den Blick durch die Klasse schweifen ließ, erkannte ich einen blöd grinsenden Heini, mit dem ich jetzt schon zwei mal Bekanntschaft gemacht hatte. Der Lehrer kam und nach einem bedauernden Blick von Mr. Banner, sollte ich mich neben Mr. Cullen setzen. Nicht, dass ich wüsste wer er war doch als ich den Supermarkttypen noch blöder und breiter grinsen, und keinen weiteren freien Platz in der Klasse sah, wusste ich es. Ich stöhnte genervt und blickte noch einmal zu Mr. Banner, der mich entschuldigend ansah. War das normal? Ich setzte mich neben Cullen und bevor der Lehrer mit dem Unterricht begann, sagte er noch etwas, was mich verwirrte. „Mr. Cullen, ich erwarte von ihnen, dass sie während meines Unterrichtes ihre Finger von Ms. Swan lassen."
Diese Aussage machte mir 1. Angst. Was um Himmelswillen macht der im Unterricht, dass die Lehrer schon so anfangen!? Und 2. Wütend. Ist der Typ so hormongesteuert, dass der nicht mal im Unterricht seine Hände bei sich lassen kann!? „Ich werds versuchen", war seine Antwort. Ich rutschte mit dem Stuhl an die andere Seite vom Tisch. So weit weg von ihm wie möglich. Durch ein Wunder überstand ich die Stunde ohne auch nur einen einzigen Spruch gehört zu haben.

Ich ging zu Sport. Das hatte ich alleine. Dachte ich. Denn nachdem ich durch die Tür zur Mädchenumkleide getreten war, kam schon eine schwarzhaarige, kleine, Elfe auf mich zugestürmt. „Hey, schön dich wieder zu sehen! Ich freu mich ja so! Also wann können wir Shoppen gehen!? Sag mal…" „Alice! Mein Gott lass sie doch erstmal richtig rein kommen! Du überrumpelst sie doch total!" Eine blonde Schönheit trat neben Alice.
Sie lächelte mich freundlich an. „Hallo erstmal. Ich bin Rosalie, aber bitte nenn mich Rose. Freut mich dich kennen zu lernen. Du glaubst gar nicht wie viel Alice schon von dir erzählt hat", sagte sie mit einem Seitenblick auf Alice, die nur breit grinste. „Hi, freut mich auch" Wir unterhielten uns die ganze Sportsunde über, was beim laufen nicht sonderlich störte oder schwer war.
Ich fand die beiden wirklich nett und hoffte, dass ich mich enger mit ihnen anfreunden konnte. Obwohl…. bei Alice hatte ich da keine Bedenken.
Dank den beiden Mädels, kannte ich schon die halbe Schule. So kam es mir jedenfalls vor.

Sie stellten mich ihren Freunden vor, Alice' Freund hieß Jasper und Rose' Freund hieß Emmett. Emmett erkannte ich. Er saß in Mathe eine Reihe vor mir. Danach stellten sie mir noch Eleazar, Kate und Garrett vor. Sie erklärten mir auch so einiges.

Die Ladies in Pink vom Supermarktparkplatz hießen Tanya, Lauren, Hildegard, sie kommt aus Deutschland…. Komischer Name nicht? Heißen die da alle so!? Dann noch Sandra und Annika. Sie waren, nach allem was Alice und Rose mir so erzählten, die Zicken der Schule. Ich glaubte es ihnen sofort.

Außerdem war noch dieser Supermarkttypi in Sport. Als mir Alice und Rose seine Clique vorstellten, wirkten sie traurig. Warum auch immer. Ich dachte mir erstmal nichts dabei. Der Typ stellte sich als Edward raus. Seine Freunde hießen Alec, Felix, Demetri und Marcus. Allem Anschein nach war Edward der „Anführer".

Und dann war da noch eine Clique. Sie alle hatten dunklere Haut und schwarze Haare. Ich würde das als Einheitslook bezeichnen. Einer von ihnen erinnerte mich an den Kellner vom Wochenende. Sie hießen Jared, Embry, Quil, Seth, Sam und Jacob. Es sah nicht so aus als würde es bei ihnen einen Anführer geben.
Ehrlich gesagt schockte es mich ein wenig als Alice mir so klar erklärte, dass alle Cliquen nicht wirklich mit einander redeten sondern, wie sie es nannte, „klare Aufteilungen" gab.
Es war nicht zu übersehen, dass die Zicken, dessen Anführerin Tanya war, die Machos, Edwards Clique, anhimmelten.
Das war wirklich mal eine sehr aufklärende Sportstunde, würde ich sagen.
Zu Hause angekommen, machte ich mir erstmal was zu essen. Tiefkühlpizza. Ich weiß, es ist nicht gerade gesund, aber das war mir in diesem Moment egal. Nach dem Essen erledigte ich noch meine Hausaufgaben und legte mich völlig erschöpft von den vielen Eindrücken des Tages ins Bett fallen.

Mein Handy klingelte, als ich beim einschlafen war. Genervt drückte ich den Anrufer weg. Ich hatte nicht nach gesehen wer es war. Nachdem es jedoch noch 3 weitere Male geklingelt hatte, machte ich es endgültig aus. Ich sah auf meinen Wecker. 20.23 Uhr. Hmm. Eigentlich ging ich normalerweise später schlafen. Was solls? Ich zog mich schnell um, als mir auffiel, dass ich noch immer Jeans und T-Shirt anhatte. Danach legte ich mich wieder in mein Bett und schlief auch sofort ein. Mal wieder ein Traumloser Schlaf.