Der nächste Tag verlief bis zur Mittagspause wirklich langsam und es war seehhr langweilig. Ich hatte Alice, Rose und die anderen noch nicht gesehen. Das war auch der Grund warum ich so schnell durch die Gänge lief. Ich bog um eine Ecke und – wie sollte es anders sein? – knallte mit etwas hartem zusammen. Ich wurde erst zurück geschleudert – was wohl an dem Aufprall lag – und dann wieder gegen dieses harte Etwas gepresst. Ich hatte die ganze Zeit meine Augen aus Angst geschlossen. Aber ich merkte, dass das harte Etwas ein verdammt muskulöser Oberkörper war. Ich machte die Augen auf und starrte auf ein weißes T- Shirt.
Eigentlich sollte ich mich langsam mal los reißen und zu meinen Freunden – ja, das war sie schon jetzt für mich – gehen, aber ich fühlte mich sehr wohl hier. MOOOOOMENT?! ….Ich werde von einem Fremden an ihn gedrückt und fühle mich gut?! Meine Psyche hat echt einen Knacks. Dann schaute ich nach oben und erschrak. SCHEIßE!!! Meine Augen weiteten sich vor Schock. Ich schaute in die stechend grünen Augen von Mr. Megamacho höchst persönlich.
Mein Geschockter Gesichtsausdruck muss wohl ziemlich witzig gewesen sein, denn er grinste ein widerliches, amüsiertes Grinsen. Ich sollte besser aufpassen in wen ich rein laufe. Ohne ein Wort zu sagen versuchte ich einfach weg zugehen. Er ließ mich natürlich nicht los, es wäre ja auch zu einfach gewesen. Ich legte meine Hände auf seinen Bauch – ein Six- pack wohlgemerkt – und versuchte mich von ihm weg zudrücken. Ich versuchte es mit meiner ganzen Kraft, wirklich, aber er war stärker. Immerhin hatte ich es so geschafft, dass genug Platz für mich was um meine Arme zu verschränken. Ich lehnte meinen Oberkörper noch ein bisschen weiter nach hinten, um so viel Abstand wie möglich zu bekommen; der würde mich schon nicht fallen lassen. Ich merkte, dass er seine Finger hinter meinen Rücken verschränkt hatte. Grrrrrrrr!!!!! Okay. Ruhig bleiben jetzt. Ich starrte ihn an. Mit so viel Wut und Zorn wie es ging.
Er dagegen grinste nur unschuldig. Ich wunderte mich, dass er das überhaupt konnte. „Was ist?" Er fragte mich jetzt nicht wirklich was ich hatte? „Du lässt mich nicht los." Es klang nicht wie beabsichtigt wütend, sondern wie ein Vorwurf. „Na und?" Grrr. Nicht darauf eingehen. „Ich will in die Cafeteria. Ohne dich!", setzte ich noch hinten dran, wer weiß auf was für Ideen der kommt. „Das ist schade. Ich würde lieber wo anders mit dir zusammen hingehen. Wie wär's? Zu mir?" Ich schaute ihn fassungslos an. Und genau das war ich auch. Okay, Bella, ruhig bleiben. „Ich werde ganz bestimmt nicht mit dir irgendwo hingehen und erst recht nicht zu DIR nach Hause. Würdest du mich jetzt BITTE loslassen? Ich wäre dir das erste Mal in meinem Leben dankbar." „Hmm…" Er tat so, als würde er angestrengt nachdenken. „… ich denke…" „Du kannst denken? Wirklich? Wow, das ist ja toll. Du solltest ganz schnell in den nächsten Laden rennen und dir ne Medaille kaufen", unterbrach ich ihn. Zuerst schaute er mich wütend an und ich war stolz auf mich. Leider wechselten seine Gesichtszüge zu einem vergnügten Lächeln. Diesmal sogar ein schönes und nicht dieses widerliche.
Zumindest am Anfang. Als er wieder zu sprechen anfing hatte es sich wieder auf seinem Gesicht festgeklebt. Irgendwie machte mich das traurig. „Ja. Stell dir vor, ich kann denken. Und ich denke, dass ich dich erst loslasse, wenn ich etwas dafür kriege." „Das einzige was du von mir bekommst ist eine geklatscht, wenn du mich nicht loslässt. SOFORT!!" Das letzte Wort kreischte ich „etwas" hysterisch, da er mich näher zu sich zog und nicht die kleinsten Anstalten machte, mich gehen zu lassen. „So. Ich will jetzt eine Umarmung." Ich wusste nicht, was DAS sollte. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit so etwas. Als er meinen verdutzten Gesichtsausdruck sah, sagte er: „ Natürlich hätte ich auch nichts gegen einen Kuss, oder etwas mehr." „Hab ich sonst noch was zur Auswahl?" fragte ich sarkastisch. „hmm…Nein, hast du nicht." Und schon wieder grinste er so doof. Ich dachte nicht lange darüber nach. Für mich war es klar: Eine kurze Umarmung und dann konnte ich ENDLICH zu meine Freunden. Also umarmte ich ihn.
Ungefähr 2 Sekunden später ließ ich ihn wieder los. Aber er mich nicht. "Das nennst du eine Umarmung?" "Äh...ja?" "Ich nicht. So. Und für diesen fehlgeschlagenen Versuch krieg ich ne längere Umarmung und du musst dich bei mir bedanken, dass ich dich aufgefangen hab.." Ich guckte ihn mit großen Telleraugen und offen stehendem Mund an. Ich beschloss, sein bescheuertes Spiel mit zuspielen UND mich dabei NICHT aufzuregen. Das war zwar fast unmöglich, aber ich versuchte es trotzdem. Also umarmte ich ihn erneut und sagte auf:" Vielen, vielen Dank, dass du mich vor dem bösen, harten, kalten Boden gerettet hast, mein Held", seufzte ich gespielt. "Ich weiß nicht wieso, aber ich fühl mich irgendwie verarscht." Ich ließ ihn los. Er mich immer noch nicht. "Was soll das?" "Du nimmst mich nicht ernst", stellte er fest. " Nee, echt? Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen." "Das gefällt mir nicht." "Hör mir mal gut zu, Cullen. Es ist mir egal ob dir das gefällt oder nicht. Aber ich würde jetzt verdammt gerne zu meinen Freunden und jetzt lass mich gefälligst los! Das ist FREIHEITSBERAUBUNG!!!!!!!!!!!", kreischte ich durch den ganzen Flur womit ich alle Blicke auf uns zog.
Naa super. Jetzt sahen die alle wie ich in den Armen von Mr. Macho stand. Das war peinlich. Natürlich wurde ich rot. Wie immer, wenn mir etwas peinlich war. "Freiheitsberaubung?", fragte er belustigt nach und zog dabei eine Augenbrauer nach oben. "Ja. Du hältst mich gegen meinen Willen fest." "Wieso musst du auch so stur sein? Du hättest mir schon lange deine Aufmerksamkeit schenken sollen, dann hättest du dieses "Problem" nicht mehr." "Das kann doch nicht wahr sein! Wie kann man nur so ARGH!!!!!!!!" Meine Geduld war inzwischen am Ende. "Wenn du mich jetzt nicht sofort los lässt, wirst du gleich schreckliche schmerzen haben." Ich sprach diesen Satz ruhig und bedrohlich aus, aber dieser Idiot merkte natürlich nicht, wann die Grenzen eindeutig überschritten sind.
"Ach komm, jetzt sei doch nicht so. Und außerdem... wie willst DU mir denn bitteschön schmerzen zufügen?" Okay wenn er es nicht anders wollte... ich hatte ihn gewarnt. "Ich zeig's dir" Ich hob das Knie und rammte es ihm mit so viel Kraft wie ich aufbringen konnte in sein bestes Stück. Er machte ein schmerzverzehrtes Gesicht und ließ mich endlich los. "Das wirst du bereuen, Bella, das schwör ich dir." Ich rannte schnell weg. Als ich in der Cafeteria ankam, klingelte es zum Unterricht. Ich stöhnte genervt auf. Ich saß jetzt eine ganze Stunde lag neben IHM. Der, der mich um meine wohlverdiente Pause gebracht hatte. Hoffentlich wird seine Rache nicht ZU schrecklich.... Er sah eben ganz schön bedrohlich aus...
