Also fuhr ich zum Krankenhaus. Leider musste ich etwas weiter weg davon parken, da ich keinen Parkplatz fand. Mit meinem Fuß war das nicht gerade vorteilhaft. Ich lief die Straße entlang bis ich in eine kleine Seitengasse einbiegen musste, der kürzeste Weg zu meinem Ziel. Ich bog nicht böses ahnend um die Ecke, um dann wie angewurzelt und ruckartig stehen zu bleiben. Was ich sah schockte mich so sehr, dass meine Augen aus dem Kopf und mein Unterkiefer auf den Boden fielen. Ich war unfähig mich zu bewegen.

Dort standen Jacob und Rainer, der aus dem Geschichtskurs, knutschend. Irgendwann brachte ich ein atemloses keuchen zu Stande. Die beiden fuhren geschockt auseinander und sahen mich mit fast so großen Augen an wie ich sie. „Bella?!", fragte Jacob. Er sah so aus, als würde er sich wünschen aus einem Alptraum aufwachen wollen.

„Öhm… also…ich… du… er…" trotz dem gestottert von Jacob und meinem eigenem Schock konnte ich meine Bemerkung die mir durch den Kopf schoss nicht zurück halten. „…wir, ihr, sie. So und jetzt auf Französisch?! Tut mir leid. Ähm… also… das hätte ich jetzt nicht gedacht…oder erwartet." Wer rechnet schon damit auf dem Weg ins Krankenhaus? Also ich nicht. Es war mir unendlich peinlich die beiden erwischt zu haben, was zur folge hatte, dass ich schon die ganze Zeit rot um die Nase war. „Öhm… Bella? Könntest du das bitte für dich behalten? Wenn das die Runde macht werden die uns alle auslachen." Jacob flehte mich wortwörtlich an. „Keine Sorge, ich werde nichts sagen." Die beiden dankten mir und machten sich schnell aus dem Staub.

Immer noch …. Ja… was war ich eigentlich? Geschockt, überrascht, perplex, irritiert, verwirrt? Ich denke es war eine Mischung aus allem. Ich ging wie in Trance aus der Gasse ins schräg gegenüberliegende Krankenhaus. Gerade als ich durch die Tür schritt, knallte ich, zum dritten Mal an diesem Tag, mit etwas hartem zusammen. Und landete auf meinem Hintern. Ich schaute auf und sah in das grinsende Gesicht von Emmett. „Sorry, Bella, ich hab dich nicht gesehen." „Was für ein tolles Gefühl übersehen zu werden. Wirklich", antwortete ich ironisch.

Das Problem war jetzt, wie ich wieder aufstehen sollte. Ich wusste, dass das wieder höllische schmerzen im Fuß geben würde. Aber ins Krankenhaus krabbeln wollte ich dann auch nicht. Diese Blöße wollte ich mir heute nicht auch noch geben. „Willst du nicht langsam mal aufstehen?" „Wenn du mir sagst wie ich das ohne schmerzen schaffen soll, dann ja." „Oh", war sein glorreicher Kommentar.

Dann beugte er sich zu mir runter und hob mich hoch, als würde ich nichts wiegen. „Warum bist du denn im Krankenhaus?" „Wegen Cullen" „HÖH?!?!!?!??! Was hab ich denn gemacht?" „Hä? Wer spricht denn von dir?" „Du hast doch gerade Cullen gesagt?!" „Ja und? Was hast du damit zu tun?" „So heiße ich" „Aber…." Das konnte doch nicht sein, oder? „DU BIST DER BRUDER VON DIESEM SCHWANZGESTEUERTEN IDIOTEN?!", brüllte ich durchs Krankhaus. Ich hatte irgendwie ein Déjà -Vu Gefühl, als uns alle Leute komisch anschauten.

„Ahh du meinst Eddie! Sag das doch gleich" Ach du heilige Scheiße. Eddie? So hieß der? Aber das war mir erstmal egal in diesem Moment. Mein Hirn hatte heute so einiges zu verarbeiten. Ich fühlte mich um ehrlich zu sein sehr überrumpelt von den ganzen Informationen. Ich hatte das eine noch nicht verdaut und schon kam das nächste Unerwartete.

Als Emmett einfach so an dem Empfang vorbei lief fragte ich ihn was das sollte. Er Antwortete nur." Siehst du gleich" Und schon wieder hatte ich das Gefühl gleich etwas zu erfahren was ich gar nicht wissen wollte.
Er blieb vor einer weißen Tür stehen. Logisch. Im Krankenhaus ist alles weiß, sagte ich mir Gedanklich und kam mir unheimlich dämlich vor. Emmett klopfte an, wartete bis jemand mit einer schönen Stimme „Ja?" rief und brüllte zurück „Mach mal bitte auf, ich kann grad die Klinke nicht runter drücken." Von der anderen Seite hörte man ein genervtes seufzen.

Kurz darauf ging die Tür auf. Vor uns stand ein blonder, sehr gut aussehender, blauäugiger Mann, der eine Augenbraue hochgezogen hatte, als er uns sah. Und dann merkte ich auch wieso. „Ähm.. Emmett? Kannst du mich bitte wieder runter lassen?" „Oh, klar" Ich hatte endlich wieder sicheren Boden unter den Füßen. „Ich hab eine neue Patientin für dich", grinste Emmett. Der Herr Doktor drehte sich zu mir um und reichte mir die Hand. „Guten Tag. Ich bin Doktor Cullen. Emmetts Vater." Ich sah ihn mit großen Augen an. Wenn er Emmetts Vater war, dann war er auch der Vater von „Eddie". Und „Eddie" hatte ich heute ganz schön weh getan. Wusste der eigentlich, dass sein Sohn andere derart belästigte? Und wenn er das auch noch unterstützte? Wenn der auch so komisch war? Mein Gehirn nahm den Betrieb auf, arbeitete auf Hochtouren, und reimte sich die schlimmsten Fantasien aus.

Das Ergebnis davon war, dass ich einen sehr verwirrten Doktor vor mir stehen hatte, bevos ich zusammen klappte. Mein Gehirn war irgendwie nicht in der Lage so viele Geschehnisse auf einmal innerhalb so weniger Stunden zu verarbeiten, oder es lag einfach daran, dass ich unheimlich müde, erschöpft und ausgelaugt war. Aber wahrscheinlich war alles mit der Grund warum mir schwarz vor Augen wurde. Wenigstens war ich schon mal im Krankenhaus.
Das waren mir für heute eindeutig zu viele Informationen.