Am nächsten Morgen wachte ich in Edwards Armen auf. WAS? Ich wachte in Edwards Armen auf? Heilige scheiße. Warum das? Und dann fiel mir wieder das Gewitter ein. Aber ich hab mich do so weit wie möglich von ihm weggelegt? War ja auch egal jetzt. Ich überlegte wie ich aufstehen könnte, ohne ihn dabei zu wecken. Ich kam zu dem Schluss, dass das unmöglich war und wartete bis er aufwachte. Es sah allerdings nicht so aus als würde das so bald passieren. Ich machte es mir auf Eddy bequem und dachte mal wieder über ihn und sein komisches Verhalten nach.

Wenn wir alleine waren, war er meistens total nett und lieb und wirklich süß, aber sobald auch nur eine weitere Person dazu kam, war er wieder dieser Unausstehliche Macho. Also, versuchte er mich jetzt mit seiner Machoseite oder mit seiner charmanten Seite rumzukriegen? Gott, war das verwirrend. Am liebsten wäre mir gewesen er hätte es gar nicht versucht. Nach einigen weiteren Überlegungen, nach dem ich noch immer keine zufrieden stellende Antwort auf meine Fragen bezüglich Edward hatte, dachte ich an ein sehr viel schwierigeres Thema: Alice. Die arme hatte jetzt keine Eltern mehr und musste alleine klar kommen. Klar, sie hatte uns als Freunde, aber ihre wichtigsten Bezugspersonen für alles waren unwiderruflich weg.

Das ganze nahm mich ganz schön mit, auch wenn ich versuchte es nicht so sehr zu zeigen. Ich wollte es ihr nicht noch schwerer machen. Eine weitere Sache, die man auf gar keinen Fall vergessen durfte war, dass Alice ja noch minderjährig war und jetzt wahrscheinlich in ein Heim kommen würde. Aber das ging nicht! Die konnten uns doch nicht unsere Alice wegnehmen. Ich kannte sie gerade mal eine Woche und sie war für mich schon meine beste Freundin geworden. Bei dem Gedanken, dass Alice uns verlassen müsste, kamen mir die Tränen und ich versuchte gar nicht erst sie zurück zuhalte. Zum einen, weil es sinnfrei gewesen wäre und zum anderen, weil eh keiner da war. Na gut okay, keiner, der wach war.

Wir mussten wirklich alles versuchen, dass sie hier bleiben durfte. Um mich von diesen traurigen Gedanken abzulenken, dachte ich daran, was wir heuet alles machen könnten, um Alice abzulenken, aber nicht zu überfordern. Mir fiel leider in diesem Moment nichts ein und diese störenden Tränen haben immer noch nicht aufgehört zu fließen. Auf einmal bewegte sich etwas unter mir. Ich sah hoch und schaute in Eds verschlafene Augen. Ich richtete mich schnell auf, da er endlich seinen Griff gelockert hatte und er setzte sich ebenfalls hin. Danach sah er mich an. Aus seinem verschlafenen Ausdruck wurde ein besorgter. Er nahm mich schon wieder in den Arm. Argh! Ich hatte mich doch gerade erst befrei! „Was ist los?", fragte er einfühlsam? Was ist denn heute nur los?

„Ich will nicht, dass Alice von irgendwem adoptiert wird und wir sie dann nicht mehr sehen können", erklärte ich ihm den Grund für meine Trauer. Ich sah seinen Gesichtsausdruck zwar nicht, aber sein Schweigen verriet mir, dass er nachdachte. „Daran hab ich noch gar nicht gedacht", gab er zu. „Hmm… aber ich denke ich hab schon eine Idee", ergänzte er dann plötzlich. Ich sah zu ihm auf und beäugte in skeptisch. „Und welche?" „Siehst du schon noch", grinste er. Seufzend befreite ich mich ein weiteres Mal und stand auf, um mich fertig zu machen.

Diesmal waren alle Cullens plus Alice, Rose und ich am Tisch und frühstückten zusammen. „Und Kinder, was wollt ihr heute so machen?", durchbrach Esme die bedrückende Stille. „Also, Rose und ich wollen heute zu dieser Automesse von der ich dir letztens erzählt hab", erzählte Emmett. „Alice und ich werden uns heute einen ruhigen Tag zu zweit machen und vielleicht ein bisschen raus in den Stadtpark gehen." Jasper. „Und ihr zwei?", fragte Carlisle. Ich fühlte mich irgendwie unbehaglich als mich, beziehungsweise uns, alle fragend anstarrten. Ich guckte, wie schon so oft, Hilfe suchend zu Ed. „Ähm… ich weiß noch nicht?" Oh ja, tolle Antwort, dachte ich ironisch.

Nachdem alle aufgegessen hatten und Alice, Rose, Emmett und Jasper verschwunden waren und Carlisle ins Krankenhaus gefahren ist, halfen Edward und ich Esme beim Tischabräumen. „Mum? Kann ich dich mal was fragen?" „Klar, Edward. Was gibt`s?" Jetzt war ich auch neugierig. „Wisst ihr schon wo Alice jetzt hin geht? Sie kann ja nicht hier bleiben bis sie 18 ist." Esme wirbelte herum. „ Heiliger! Darüber hab ich mir ja noch gar keine Gedanken gemacht!" Das hatte ich heute schon mal irgendwo gehört. „Aber sie kann doch nicht in ein Heim!", rief sie aus. „Ja. Das dachte ich mir auch, Mum. Aber was hältst du davon, wenn ihr sie einfach adoptiert?" Esme und ich schauten Ed mit Ballgroßen Augen an. Er hatte vor Alice zu adoptieren! Aber, die Cullens haben doch schon drei Kinder… das kostet doch alles Geld? „Edward. Ich weiß nicht…"

Er ließ sie gar nicht erst mit ihren bedenken anfangen. „Hör mal, Mum. Alice ist doch sowieso schon so gut wie ein Familienmitglied. Sie versteht sich mit uns allen super und ich weiß, dass ihr sie auch mögt. Außerdem bin ich mir hundert prozentig sicher, dass Alice viel lieber hier, als in einem Heim wohnen würde. Und außerdem…" „Junge, wie oft hab ich dir gesagt du sollst mich nicht unterbrechen, wenn ich rede?" „Sorry, Mum", murmelte Eddy. „Edward, eine Adoption sollte man immer gründlich überdenken. Ich denke, das Beste wäre es, wenn ich jetzt wirklich hoch gehe und darüber nachdenke, denn ich will auch nicht, dass Alice in ein Heim kommt. Das würde nicht nur sie sondern auch Jasper unglaublich traurig machen. Da bin ich mir sicher. Also stört mich bitte nicht, ja? Ich werde heute Abend noch mal mit Carlisle über deinen Vorschlag sprechen, aber versprechen kann ich nichts."

Wow. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich musste mich erstmal hinsetzen, wobei mir die schöne, bequeme Couch der Cullens gerade recht kam. Ich hoffte sehr, dass Esme Alice wirklich adoptieren würde und wenn nicht, dann würde ich wohl Renée irgendwie dazu bringen müssen. „Na? Über was denkst du so angestrengt nach?", unterbrach mich Edwards Stimme in meinen Planungen. „Über Alice." „Immer noch oder schon wieder?", fragte er, während er sich neben mich setzte. „Immer noch", seufzte ich. Er seufzte ebenfalls. „Du machst dir wirklich Sorgen, hm?" Ahh, im Moment war er wieder mein „guter" Edward. „Ja." Aber wer weiß, wie lang das diesmal anhalten würde.

Ich schaute ihn frustriert an. Ich kann ihn doch nicht allen ernstes Fragen ob er eine gespaltene Persönlichkeit hat. Ich trau mich ja nicht mal ihn zu fragen wieso er solche Stimmungsschwankungen hat. „Was ist?" „Du machst mich verrückt", rutschte es mir raus, bevor ich mir über die Zweideutigkeit dieser Worte klar würde. Er verstand es allerdings sofort und hatte ein dämliches Grinsen im Gesicht. Nicht schon wieder! „So, so. Ich mache dich also verrückt, ja? Erklärst du mir auch in welcher Hinsicht?" Puh! Es klang amüsiert und nicht ekelhaft. Warte? Machte der sich gerade über mich lustig? Tzz.

Und dann rutschte mir doch tatsächlich diese Frage raus. Ich sollte öfter mein Gehirn einschalten, bevor ich rede. „Hast du irgendwie eine gespaltene Persönlichkeit?" Das Grinsen verschwand augenblicklich und er guckte mich verletzt? an. „Wie kommst du darauf?" "Manchmal, wenn wir alleine sind, dann bist du total nett und so und wenn dann noch irgendwer dazu kommt bist du ein totales Arschloch. Kannst du mir das mal bitte erklären? Ich mein, dass du mich ins Bett kriegen willst, ist kein Geheimnis, aber deswegen musst du nicht so tun als wärst du lieb und nett und alles. Oder du tust auf Macho, und bist in Wirklichkeit nett." Das letzte war genuschelt und eigentlich nur für mich bestimmt.

Er sah mich an und sagte nichts. Nachdem das eine Weile so ging, sah ich auf die Uhr. Nach 15 Minuten stand ich dann auf und ging. 1. Weil mich dieses Schweigen erdrückte und 2. weil ich anscheinend eh keine Antwort kriegen würde. Ich setzte mich aufs Bett und rief Angela an. Ich hatte sie schon lange nicht mehr gesprochen und das, obwohl sie in Forks meine beste Freundin gewesen war. „Ja?" „Hey, Ang. Ich bin`s. Erinnerst du dich noch an mich?", scherzte ich. „Nein, tut mir leid. Wer bist du?" Hätte sie nach diesen Wörtern keinen Lachanfall bekommen, hätte ich ihr geglaubt. Wir telefonierten eine halbe Stunde. Ich wollte Renée wirklich nicht mit meiner Telefonrechnung schocken.

Nach dem Telefonat ging es mir besser, obwohl ich ihr weder von Alice, noch von Edward erzählt hatte. Ich dachte wieder über Edward nach. Wenn ich ehrlich war, wusste ich nicht, wie ich mich ihm gegenüber jetzt verhalten sollte. Irgendwann bin ich wohl eingeschlafen, was nach dieser Nacht auch kein Wunder war, denn etwas rüttelte mich an meiner Schulter. Ich schlug die Augen auf und sah in Edwards amüsiertes Gesicht. Wieso denn bitte amüsiert? „Was ist?", fragte ich verwundert. Na ja, wenn du schläfst ist das fast so unterhaltsam wie Fernsehgucken. „Wieso?", fragte ich jetzt alarmiert. Als er als antwort grinste, wurde ich panisch. „Du hast etwas von „guter Edward und „böser" Edward geredet. Dürfte ich fragen, was du damit meinst?" Ich dachte ich hätte mit acht aufgehört im Schlaf zu reden? Und ausgerechnet er muss mich dabei erwischen und dann rede ich auch noch DAVON. Gott hasst mich.

Diese Situation war sehr peinlich und ich wurde rot. „Ich hab von einem Hund geträumt", platzte es aus mir raus. Er zog ungläubig eine Augenbraue hoch und fragte belustigt: „ Du hast von einem Hund geträumt, der so heißt wie ich?" „Ja. Träumst du nie von Hunden? Also ich mache das oft." Okay ich glaubte mir selbst nicht und er anscheinend auch nicht, denn er brach in sehr lautes Gelächter aus. Nach einer endlos langen Zeit, hatte er sich dann endlich wieder eingekriegt und ich war rot wie eine Tomate. „Komm jetzt, das Essen ist fertig. Wenn du das nicht kalt essen willst, solltest du dich langsam beeilen." Essen? Wie lange hatte ich geschlafen? „Wir haben jetzt 14 Uhr", beantwortete Ed meine unausgesprochene Frage.

Ich stand auf und erwartete Tiefkühlpizza. Aber nein, es gab Lasagne. Daran hatte ich noch letzte Nacht gedacht, dachte ich grinsend. Aber, Moment. „Wer hat denn das Essen gemacht?" „Ich" Ungläubig schaute ich ihn an. „DU?" „Danke. Das ist sehr schmeichelhaft was du mir alles zutraust, aber ja, eine Mikrowelle kann ich so gerade noch bedienen", sagte er sarkastisch. Also doch ein Fertiggericht. Skeptisch setzte ich mich vor meinen Teller. „Wenn du was gesagt hättest, hätte ich selber die Lasagne gemacht." „Du kannst kochen?", fragte er dann überrascht. „Oh nein, natürlich nicht. Ich lasse immer alles anbrennen, sogar das Wasser weißt du?", gab ich bissig zurück und fing an mein Lieblingsessen zu essen. Vom Geschmack her war es sogar erträglich. „So war das jetzt nicht gemeint. Ich kenne kein Mädchen, das kochen kann, außer dir anscheinend, tut mir leid."

„Das wundert mich bei deinem Umfeld auch nicht", grinste ich wieder. Wenigstens hatte er sich entschuldigt, das freute mich irgendwie. Vielleicht, weil er dabei so ehrlich klang. Unser kleines Gespräch von vorhin, hatte er wohl erfolgreich verdrängt. Na gut, wenn er nicht darüber reden wollte…. Nachdem wir aufgegessen hatten, saß Eddy glücklich und zufrieden im Stuhl zurückgelehnt und sah… satt aus. Ich musste grinsen, als er sich auf seinen nicht vorhandenen Bierbauch haute und meinte er wäre kurz vorm Platzen.

„So. Und was machen wir zwei hübschen jetzt?", fragte er, als er der Meinung war sich wieder bewegen zu können. „Keine Ahnung?" In diesem Moment klingelte es an der Tür. Ich guckte ihn fragend an und er zuckte mit den Schultern, machte jedoch keine Anstalten aufzustehen. Seufzend erhob ich mich. Ich öffnete die Tür und vor mir stand doch wirklich und in pink eine der Barbies aus der Schule. Auf Wiedersehen „guter" Edward dachte ich. „Hallo" Ich versuchte freundlich zu bleiben. „Was machst DU denn hier?", fragte sie mich abwertend. „Was geht dich das an?" „Lass mich rein", zischte sie und schubste mich zur seit.

„Höh? Was machst du denn hier Lauren?" Ich grinste, als ich ihn völlig überrumpelt im Zimmer stehen sah. „Wir waren doch verabredet Eddielein, hast du das etwa vergessen?" Sie war sichtlich entsetzt. „Öh…" Man konnte ihm ansehen, dass er es vergessen hatte. „Nein, natürlich nicht… aber ich hab heute keine Zeit." „Was? Wieso denn?" „Weil ich heute noch einiges zu tun hab" Gott, hatte der Typ tolle Ausreden. „Aber dann treffen wir uns morgen, ja?" „Äh… sicher. Aber dann bei dir." „Okay" Damit stöckelte sie hochnäsig an mir vorbei und streckte mir doch tatsächlich ihre Zunge raus.

Als sie aus der Tür verschwunden war, fing ich laut an zu lachen, wobei mich Ed total verwirrt ansah. Nach einer weile hatte ich mich wieder beruhigt. „Warum hast du so gelacht?" „Die hat mir gerade die Zunge rausgestreckt, als ob sie irgendeine Konkurrenz ausgeschaltet hätte oder so", grinste ich breit. Er zog ungläubig eine Augenbraue hoch. „Wieso hast du ihr eigentlich abgesagt?" „Ich denke nicht, dass du mir mein Bett für sportliche Aktivitäten ausleihen willst, wenn es nichts mit dir zu tun hat, oder?" ich räusperte mich. „Also… ich würde dein Bett weder dir mit irgendwem ausleihen, noch würde ich mit dir sportliche Aktivitäten in deinem Bett betreiben", sagte ich durch zusammengepresste Zähne. Ich hasste diesen „bösen" Edward.

„Das dachte ich mir", sagte er enttäuscht. Mir fiel wieder ein, dass er letzte Nacht ganz lieb neben mir gelegen hat. „Wieso wolltest du letzte Nacht bei dir im Bett schlafen?" Gott, hörte sich das dämlich an. „…ähm… weil du so aussahst, als könntest du eine starke Schulter zum Anlehnen brauchen?", fragte er. „Und warum hast du mich angesprungen?" Oh ja! Ich hab`s schon wieder geschafft! Edward wurde schon wieder wegen mir rot! Ich grinste. „Ach das meinst du." „Ja, das" „Ich… ich hab mich einfach erschrocken" „oh, und du hast keine Angst vor Gewitter", zog ich auf. Ich genoss es irgendwie ihn so verlegen zu sehen. Es war irgendwie süß. Wie oft bitte hatte ich in letzter Zeit gedacht, er wäre süß? „Nein, wie kommst du denn darauf?" „Hmm… ich weiß nicht? Vielleicht liegt`s daran, dass du erst zu mir ins Bett gekrochen bist, mich danach angesprungen hast, und danach auch noch im Bett bleiben wolltest?" „Ehh…" Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Ja, es war ihm wirklich unangenehm.

„Okay, du hast mich. Aber bitte, bitte, bitte erzähl das keinem!", bettelte er. Um ehrlich zu sein haute es mich um, dass er so schnell aufgab. „Äh… okay aber nur unter einer Bedingung." „Welche?" „Du sagst auch keinem, dass ich Angst hab, ja?" Jetzt grinste er wieder. „Okay, deal", sagte er und hielt mir die hand hin. Nachdem ich begriff, was das sollte, ergriff ich sie. Anstatt sie zu schütteln, zog er mich zu sich und umarmte mich. Erschrocken von dieser Geste, quiekte ich kurz. Diese Situation kam mir bekannt vor und ich überlegte schon, was ich dieses Mal machen musste um ihn wieder los zu werden. Ich schaute ihn ängstlich an.

Er lachte. „Keine Sorge, dieses mal lasse ich dich freiwillig wieder los." Um seine Worte zu unterstreichen, machte er das dann auch. Schade eigentlich. In diesem Moment kamen Alice und Jasper die Treppe runter. „Hey ihr", sagte Alice leise. "Hey Alice", antworteten Eddy und ich gleichzeitig. Jasper musterte uns kurz, wobei mir auffiel, dass ich immer noch verräterisch nah bei Ed stand. „Wir gehen ein bisschen raus in den Stadtpark. Schafft ihr es, euch ein paar Stunden zu vertragen?" „Logisch", antworteten wir wieder gleichzeitig, was Alice zu einem leichten Lächeln brachte.

Sie verabschiedeten sich und verschwanden. Wir standen wie bestellt und nicht abgeholt im Flur und starrten uns gegenseitig an. „Weißt du? Wegen dir hab ich jetzt ein ziemlich hässliches Muster auf der Brust." „Bitte?", ich schaute ihn mit großen Augen an. Wie kam er denn jetzt darauf? „Die Wachsstreifen. Erinnerst du dich?" „Ach… ja" Ich musste unwillkürlich grinsen als ich an seinen Schrei und den Gesichtsausdruck dachte. „Aber… das kann ich für morgen nicht wirklich gebrauchen, weißt du? Und leider hab ich keinen Plan, wie diese Dinger funktionieren." Ich hatte wirklich keine Ahnung wo der jetzt drauf raus wollte.

„Ja… und?" „Ich denke, das mindeste was du tun kannst, weil du ja schließlich dafür verantwortlich bist, ist mir bei meinem kleinen Problem zu helfen" Das hat der jetzt nicht wirklich gesagt? Ist der Lebensmüde? „Du willst, dass ich dir deinen Oberkörper wachse?", fragte ich entsetzt. „Jop. " „Ich… äh…" „Keine Widerrede. Komm." Der leichte Befehlston ist mir nicht entgangen. Ich folge ihm die Treppe hoch. Irgendwie hatte ich leichte Panik. „Wir haben aber keine Wachsstreifen mehr", sagte ich zaghaft.

"Ich denke in Emmetts Bad lässt sich noch irgendwo so was finden. Schließlich wohnt Rose auch schon fast hier." Da hatte er Recht. Wir durchsuchten alle Schränke. „Mannooo, wie sehen diese Dinger denn aus?" Ich verdrehte lachend die Augen und erklärte ihm wie die Verpackung aussieht. „Ach so." Sagt er während er 3 davon aus einem Schrank zog. „Bist du dir sicher, dass du das durchziehen willst?", fragte ich skeptisch, als er auf dem Sofa lag, ich auf ihm saß und den ersten Streifen warm rubbelte. „Natürlich, weißt du wie peinlich das ist wenn ich morgen zwei rechteckige Streifen quer über meiner Brust hab?" Ich seufzte. Er hatte schon irgendwie Recht.

Ich klatschte ihm die ersten zwei Streifen auf Bauch und Brust und drückte sie fest. Kurz bevor ich die Streifen abzog, konnte ich es mir nicht verkneifen ihn noch mal kurz anzusehen. Ich lachte, als ich sah, dass er Augen und Lippen zusammengepresst hatte. Als er mich hörte öffnete er ein Auge. „Was?" „Du siehst aus, als würdest du jetzt Höllenqualen leiden müssen." „Ist doch auch so", jammerte er. „Stell dich nicht so an", sagte ich, während ich den ersten Streifen abzog und er kurz schrie. Meine Fresse, der ist ja schlimmer als ich, dachte ich.

Nach einiger Zeit, war sein Oberkörper komplett enthaart und ich stand auf. „Räum das weg, das sind schließlich deine Haare." Damit verschwand ich aus dem Zimmer und ging nach unten. Inzwischen war es 18 Uhr und Carlisle kam nach Hause. Esme holte ihn sofort in die Küche und schickte mich sofort wieder nach oben. Dort ging ich zurück in Edwards Zimmer, wo er Hausaufgaben machte, und hörte Musik.

Als Ed mit lernen fertig war, unterhielten wir uns eine Weile. Das Gespräch war eigentlich ziemlich dämlich, denn Edward schwankte die ganze zeit zwischen „gut" und „böse". Später kamen Emmett und Rose noch zu uns, um mich zu unterstützen mit Edward klar zukommen. In diesem Moment konnte ich sie wirklich gebrauchen. Später am Abend rief uns Esme zum Abendessen. Dieses verlief still und es war mir sehr unangenehm.

Als wir mit dem Essen fertig waren und Emmett mit Rose hoch gehen wollte, pfiff Carlisle sie wieder zurück. Ich ahnte was jetzt kommen würde…