Kurz nachdem Edward losgefahren war, kam sofort wieder eine Frage von ihm. „So, wenn ich das jetzt richtig verstanden hab, sind wir jetzt ganz alleine zu Hause?" Ich wusste nicht worauf er hinaus wollte, aber ich hatte ein paar schlimme Befürchtungen. „Ähm, ja" „Und was machen wir zwei süßen jetzt um uns die Zeit zu vertreiben?" Ich wusste, dass so etwas kommen musste beziehungsweise worauf er anspielte. „Ich hab keine Ahnung was du machst, aber ich werde meine Sachen packen und dann nach Hause gehen."

„Willst du nicht erstmal was essen und warten bis Alice zurückkommt?" „Öhm… Ich hab Alice doch gerade erst verabschiedet und essen kann ich auch zu Hause?" Es hörte sich leider nach einer Frage an, obwohl es eigentlich eine Aussage sein sollte. „Alice wäre sicher traurig wenn sie gerade adoptiert wurde und du nicht da bist." Wie gemein! Der Typ spielte wirklich mit unfairen Mitteln.

„Okay du hast gewonnen. Dann bleib ich noch bis Alice da ist, aber ich sags dir jetzt schon: Ich werde dich ignorieren." „Das schaffst du nicht" Wie Recht er doch hatte. Aber das musste man ja nicht zugeben. „Ja, weil du immer so tierisch nervst!" Ooookay ich hatte es doch zugegeben. Mist. Er grinste schon jetzt triumphierend. „Was gibt's zum Mittagessen?", fragte ich, um abzulenken. Ich grinste, als ich bemerkte, dass ich ihn aus dem Konzept gebracht hatte.

„Eh… Ich weiß nicht? Vielleicht haben wir ja noch irgendwo Tiefkühlpizza." Wieso war mir das vorher klar? „Ernährst du dich auch mal nicht von Tiefkühlfraß?" „Ja, wenn Esme kocht." Dazu sagte ich nichts mehr und kurz darauf kamen wir auch schon an. Während Ed das Essen machte, ging ich hoch und packte meine Sachen. Ich freute mich schon wieder bei Renée zu sein. Gerade als ich den Reißverschluss meiner Tasche zugezogen hatte, wurde auch schon ein „ESSEN IST FERTIG!" durch das Haus gebrüllt.

Eddy hatte es doch wirklich geschafft, die Pizza nicht verkokeln zu lassen. Ich freute mich tierisch, denn ich hatte inzwischen wirklich großen Hunger. „Edward, ich bin stolz auf dich!", rutschte es mir raus. „Äh, das ist zwar schön, aber wieso?" Er war sichtlich verwirrt. „Du hast Pizza gemacht, ohne dass sie verkokelt ist", erklärte ich mit einem breiten grinsen. Er hatte mich den ganzen Tag verarscht, dann konnte ich das auch. Außerdem war ich nur ehrlich. „Na schönen Dank. Du traust mir ja echt viel zu. Wieso willst du eigentlich schon nach Hause?" „Weiß nicht? Vielleicht, weil ich mal wieder in meinem eigenen Bett schlafen möchte? Oder weil mich zu Hause keiner wach hält, weil er zu laut schnarcht? Oder weil mich da keiner mit schlechten Anmachen nervt?" Okay, ich geb's zu, das vorletzte war fies und nicht ganz richtig.

„Heute morgen meintest du noch ich hätte nicht laut, sondern direkt in dein Ohr geschnarcht", nuschelte Edward. „Okay, dann eben, weil ich noch mal alleine in einem Bett schlafen möchte?" Er seufzte gequält. „Und wenn du noch eine Nacht bleibst?" „Was bringt mir das?" Daraufhin war er dann erst einmal still und wir aßen in Ruhe auf. Nachdem wir auch noch den Tisch abgeräumt hatten, wollte ich meine Sachen holen, um ENDLICH nach Hause zu kommen. Wie gesagt… wollte.

„Bellaaaaaaaaaaaaa?", rief mich Edward als ich gerade die Treppe ansteuerte. Heilige Scheiße! Ich hätte mich wirklich nicht umdrehen sollen! Dieser Dackelblick von Edward war echt gemein! Wieso konnte der so lieb gucken, obwohl der so ein Macho ist? Solche Leute konnten doch nicht so lieb und … unschuldig und… treudoof gucken! Ich fragte mich, wie oft er das wohl vor dem Spiegel geübt haben musste. Aber in diesem Moment sah er einfach nur unglaublich süß aus. „Was willst du?", sagte ich misstrauisch. Ich war mir sicher, dass er nicht um sonst so guckte.

„Du bist doch ein netter, hilfsbereiter und sehr sozialer Mensch, nicht?" Ich zog abwartend eine Augenbraue hoch. „Ich hab Bio nicht kapiert, kannst du mir helfen?", nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. Aha. Ich wusste es doch. Und ich war mir mehr als sicher, dass das nur eine Ausrede war, damit ich länger blieb. Deswegen wusste ich auch nicht, ob ich ihm zusagen sollte. Denn einerseits hatte er Recht. Ich war wirklich hilfsbereit. Aber ich wusste nicht, ob es nur eine Ausrede oder die Wahrheit war. Aber FALLS es die Wahrheit war, wollte ich nicht für seine schlechten Noten verantwortlich sein.

Er schien mein zögern zu bemerken und versüßte seinen Blick noch, in dem er seine Unterlippe leicht vorschob. Himmel! Wie konnte ein einziger Mensch SO gucken! Ich stöhnte frustriert und nickte geschlagen. „Du spielst mit unfairen Mitteln, Cullen!" „Was! Ich brauche wirklich Hilfe und ich weiß, dass du gut in Bio bist." Ich blickte ihn nur skeptisch an. „Jetzt guck nicht so. Komm mit." Ich seufzte und setzte mich in Bewegung in sein Zimmer. Dort setzten wir uns mit dem Biobuch und einem Collegeblock auf seine Couch. Die, nebenbei bemerkt, immer noch als sein Schlafplatz diente.

Die nächste Zeit verbrachte ich damit, Edward Nachhilfe zu geben. Irgendwann schrie eine helle, aufgedrehte Stimme durch das Haus. „Beeellaaaaa, Eeeeeeedwaaaaard! Wir sind wieder daaaaahaaaaaaaaaaa!" „WIR KOMMEN JA SCHON!", brüllte Eddy zurück. Kurz darauf saß ich bei Jasper ,mit Alice und ihm, im Zimmer. Alice versuchte mich seit geschlagenen 15 Minuten dazu zu überreden, doch noch eine Nacht zu bleiben. Leider fiel mir bei ihr das „Nein- sagen" viel, viel schwerer, als bei ihrem Bruder.

Ich hätte generell nichts dagegen noch hier zu bleiben, aber ich glaubte Edward würde gerne mal wieder alleine in seinem bett schlafen. … Obwohl ich mir da nicht so sicher war. Außerdem wollte ich auch wieder in meinem Bett schlafen und wahrscheinlich vermissten mich Renée und Phil auch schon. „Alice, ich denke wirklich, ich sollte mal wieder zu Hause schlafen, ich will euch auch hier nicht noch länger einengen." Das war die letzte Ausrede, die mir einfiel.

„Ach was, Bella!", rief sie empört, „Du engst uns doch nicht ein! Höchstens Edward, aber der hat sich auch noch nicht beschwert! Es gibt keinen Grund für dich, nicht hier zu schlafen." Doch. Edward war der Grund, aber dieses Argument zählte bei ihr auch nicht. Ich sah ein, dass es sich nicht weiter lohnte zu diskutieren und stöhnte auf. „Meinet wegen. Dann schlafe ich eben noch EINMAL hier!", sagte ich und verschwand in Eds Zimmer. Ich hatte nicht genug Sachen dabei und musste noch mal nach Hause um mir neue Sachen zu holen. Ziemlich umständlich, aber auch davon ließ sich Alice nicht abhalten.

„Edward, fährst du mich bitte nach Hause?" Es sah mich traurig an. Er war echt ein guter Schauspieler, schoss es mir durch den Kopf. „Und du willst wirklich nicht hier bleiben?" Ich seufzte nochmals, diesmal theatralisch. „Ich bleibe ja, aber ich brauche trotzdem neue Sachen für morgen, oder soll ich das hier noch mal anziehen?" Edward grinste, schnappte sich meine Tasche und ging fröhlich in den Flur. Ich starrte ihm perplex hinterher. „Kommst du oder soll ich dir deine Sachen umpacken?", rief er. Es hörte sich so an, als wäre es bereits unten. Mit so viel Enthusiasmus hätte ich bei IHM wirklich nicht gerechnet.

Als wir bei mir ankamen, konnte ich Ed nicht davon abhalten mit ins haus zu kommen. Ich rechnete nicht damit, dass schon jemand zu Hause war, weshalb ich mich nicht rechtfertigen musste und es mir deshalb egal war. Drinnen angekommen wollte ich erstmal was trinken. Edward ging ins Wohnzimmer und setzte sich auf das Sofa. Ich zog die Augenbrauen hoch und ging in die Küche. „Willst du auch was trinken?", rief ich. „Nein!", rief er zurück. Ich ging an den Kühlschrank, um mir Cola daraus zu holen, als ich den Zettel, der an der Kühlschranktür hing, bemerkte.

„Hallo Bella
Phil und ich mussten kurzfristig nach Europa,
wegen Phils Job. Wir haben versucht dich auf dem
Handy anzurufen, aber du hast nicht abgenommen.
Wir werden wahrscheinlich in drei Wochen wiederkommen.
Lass bitte das Haus heil und feier hier keine Parties!"

Das war nicht wahr! Die konnten mich doch nicht einfach drei Wochen alleine lassen, erst recht nicht in so einem großen Haus! Ich seufzte tief, bevor ich meine Cola trank und hoch ging. Als ich meine Tasche auspackte, bekam ich plötzlich einen Geistesblitz und rief Alice an. „Ja?" „Hey Alice, ich bins" „Sag mir jetzt nicht, dass du doch nicht kommst!" Sie klang leicht wütend. „Nein! Ich wollte eigentlich fragen, ob ich ein bisschen länger bei euch bleiben könnte?" „Oh. Ach so. Ja klar! Wie lange denn?" „Öhm, weiß nicht. Wie lang darf ich denn?" Sie lachte, bevor sie antwortete. „So lange du willst!" „Hmm… also auch drei Wochen?" „Was! DREI WOCHEN?" „Ähm, ja?" „Klar! Natürlich! Aber wieso, wenn ich fragen darf?" „Das sag ich dir, wenn Esme und Carlisle auch damit einverstanden sind."

„Ich frag sie erst, wenn ich den Grund weiß." Ich seufzte. „ Renée und Phil sind für drei Wochen in Europa und ich würde mich in so einem großen Haus total einsam fühlen." „Okay, Moment, ich frag mal." Ich hörte, wie sie meine Situation erklärte, jedoch war die Antwort zu leise um sie zu verstehen. „Also, sie sagen, es ist überhaupt kein Problem, dass sie sich freuen und du immer willkommen bist." Diese Antwort freute mich sehr. „Danke!"

Ich holte meinen Koffer hervor und fing an, ihn mit Klamotten und anderen Sachen, die ich für drei Wochen brauchte, voll zustopfen. Als ich ungefähr die hälfte fertig hatte, klingelte es an der Tür. Ich ging die Treppe runter und sah, wie Edward schon auf dem Weg war, um sie zu öffnen. Als er mich sah, blieb er stehen. Ich öffnete die Tür und mir fielen fast die Augen aus dem Kopf als ich das, was davor stand, sah. Dort stand Mike in einem grottenhässlichen Anzug und mit einer alten Gitarre.

Aus den Augenwinkeln sah ich Ed breit grinsen. Und dann fing Mike auch schon an Gitarre zu spielen und dazu zu singen. Beides war verdammt schief und ich musste mich davon abhalten mir die Ohren zuzuhalten. Er dachte wohl wirklich, ich würde zu ihm zurückkommen, wenn er sich Mühe gibt. Da musste ich wohl noch mal für klare Verhältnisse sorgen. In Gegenwart von Edward wäre es allerdings nicht sehr angebracht gewesen, denn dieser konnte kaum ein Lachen unterdrücken.

Als Mike die Augen schloss verschwand ich schnell in die Küche, um kurz darauf mit einem gefüllten Müllsack wieder zu kommen. Ich unterbrach seinen Auftritt. „Ed, könntest du mal bitte eben den Müll weg bringen?" Mir war die Aktion von Mike vor Edward total peinlich und ich hätte Mike am liebsten angeschrieen. Leider wusste ich nicht wieso. Ich war mir spätesten jetzt tausend prozentig sicher, keinerlei Gefühle mehr für ihn zu haben. „Sicher", antwortete Edward. Mike starrte uns beide an, wie ein Auto.

Eddy legte den Kopf schief und trat einen Schritt vor. Danach leerte er den Müll über Mikes Kopf aus, wobei er amüsiert grinste. Ich konnte nur geschockt dabei zugucken. Auch wenn er sich gerade voll zum Affen gemacht hatte, so was hatte keiner verdient. Nachdem der ganze Beutel ausgeleert war, schlug Edward die Tür vor Mikes Nase zu. Ich starrte ihn fassungslos an. Er dagegen grinste schadenfroh und hielt seine Hand hoch. Es dauerte ein paar Sekunden bis es klickte und ich kapierte, dass ich einschlagen sollte. Ich schüttelte den Kopf und schlug ein. „Ich hätte dir wirklich einen besseren Männergeschmack zugetraut", kommentierte er, während er meine Hand festhielt. Ich ging darauf erst gar nicht ein. Mike hatte sich eindeutig zum schlechteren verändert. „Sammel den Müll wieder ein und bring ihn dann weg, ok?" Damit entzog ich ihm meine Hand wieder.

Er schmollte und murrte kurz, wie ein kleines Kind, machte es dann aber widerstandslos. Ich ging derzeit wieder nach oben, um meinen Koffer zu Ende zu packen. Ich ging die Treppe runter und kam zeitgleich mit Edward, der wohl doch etwas länger mit dem Müll beschäftigt war, im Flur an. Er starrte mich mit Tellergroßen Augen an, als er den großen Koffer und die (es ließ sich einfach nicht vermeiden) Tasche auf meiner Schulter an. „Willst du etwa bei uns einziehen?" Jetzt sah er genau so fassungslos aus, wie ich mich kurz vorher auch gefühlt hatte. „Jop, für drei Wochen." Er zog eine Augenbraue hoch, doch als er merkte, dass ich die Wahrheit sagte, grinste er wie ein Pfannekuchen.

Edward nahm mir den Koffer ab und verstaute ihn im Auto, während ich mich bereits hinsetzte. „Und wo willst du so lange schlafen?" Oh. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Die Cullens hatten nämlich leider kein Gästezimmer. Er verstand mein Schweigen natürlich richtig und grinste noch breiter. Ich hätte nicht gedacht, dass das überhaupt noch möglich war. Wir kamen pünktlich zum Abendessen wieder bei ihm zu Hause an. Esme begrüßte mich strahlend. Anscheinend hatte sie doch keinen falschen Eindruck von mir wegen Edwards Kitzelattacke, worüber ich mehr als nur froh war. Wahrscheinlich hatte sie meine Hilfeschreie gehört.

Wir aßen zusammen, als Alice plötzlich einen Geistesblitz hatte. Geschockt starrte sie Esme an. „Esme? Wo soll Bella eigentlich schlafen?" „Ich weiß nicht, aber ihr seit doch alt genug, um das unter euch auszumachen, oder?" „Klar. Ähm… Leute, wo soll Bella schlafen?" Alle grinsten wie auf Knopfdruck gleichzeitig. „Da wo sonst auch?", kam Emmetts schlauer Einwand. „Emmett, Edward kann doch keine drei Wochen auf der Couch schlafen!", warf ich direkt ein. „Bella, für dich tu ich doch alles", grinste besagter. Ich starrte ihn verwirrt an, während Alice ein quietschen von sich gab und die Sache somit abhakte.

Nach dem Essen schleppte Ed sofort meine Sachen in sein Zimmer. Ich guckte Alice noch mal gequält an, bevor ich ihm folgte. „Edward, du kannst doch nicht DREI Wochen auf der Couch schlafen!" „Klar, wieso nicht? Die ist sehr bequem." „Ja klar, und außerdem kriechst du sowieso jede Nacht zu dir ins Bett oder wie?" „Genau. Und jetzt entschuldige mich bitte ich muss noch meine Verabredung für heute absagen, es seiden du möchtest uns dabei zusehen, wie wir…" „NEIN! Geh du doch einfach zu ihr und dann hat sich das erledigt." „Geht ja nicht, das würden ihre Eltern nicht erlauben", grinste er frech.

Ich stöhnte. „Dann geh telefonieren." Er nickte und ging mit dem Satz „Machs dir ruhig gemütlich und fühl dich ganz wie zu Hause." Jetzt war es an mir zu grinsen. Okay, ich sollte mich wie zu Hause fühlen, dann hatte er auch ganz sicher nichts dagegen, wenn ich seinen Kleiderschrank mitbenutzte. Ich räumte einige Sachen von ihm um, so dass ich genug Platzt für meine Sachen hatte. Zwischen den Klamotten versteckt, entdeckte ich einige, lustige Sachen, wie zum Beispiel ein alter Teddy, der nebenbei echt knuffig aussah, ein paar Packungen Kondome, was mich nicht wirklich wunderte. Bis auf die Tatsache, dass sie im Kleiderschrank versteckt waren.

Eine Sache jedoch ließ mich stutzig werde. Ein Foto von Emmett und Edward als sie noch klein waren. Sie saßen mit Matsch befleckt in einer Badewanne. Und beide waren komplett nackt. Edward sah wirklich einfach nur niedlich aus, wie er da mit großen Augen und einem breiten Grinsen saß. Und Emmett sah einfach nur lustig aus, wie er die Zunge rausstreckte und das Peacezeichen zeigte. Ich legte das Foto zur Seite und nahm mir vor, Edward auf jeden Fall noch heute darauf anzusprechen. Dann räumte ich meine Sachen ein. Kurz nachdem ich fertig war, kam Eddy auch schon wieder. Als er sah, wie ich den Schrank zu machte, bekam er einen panischen Gesichtsausdruck. Ich dagegen grinste ihn nur an. „Süßen Teddy hast du da drin liegen."

Seine Reaktion war jetzt schon zum schießen. Er wurde rot, sagte aber nichts. Ich dachte mir, ich hatte meinen „guten" Edward wieder, Machos werden ja nicht rot, oder? Als ich dann das Foto hochhielt und es mir nochmals besah, sagte ich „Und früher warst du auch echt knuffig. Schade, dass du das jetzt nicht mehr bist." Es war gelogen. Mit manchen Reaktionen war er immer noch so. Wie zum Beispiel in dem Moment, als ich wieder vom Foto hoch in sein Gesicht blickte, das inzwischen dunkelrot war. „Das lag nicht um sonst da versteckt", nuschelte er. „Wieso warst du überhaupt an meinem Kleiderschrank?", fragte er nun lauter.

Du hast gesagt, ich soll mich wie zu Hause fühlen und zu Hause hab ich meine Klamotten eben im Kleiderschrank!" Er stöhnte und ich grinste nur noch breiter. „Hast du da sonst noch was drin?" „NEIN!", kam es viel zu schnell von ihm, aber ich stocherte nicht weiter nach. Das Foto hatte den armen Kerl für heute genug zu schaffen gemacht. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich einen selbstzufriedenen Ausdruck im Gesicht hatte. Und das durfte ich auch, schließlich hatte ich meinen "guten" Edward jetzt wieder.

Er nahm mir schnell das Foto aus der Hand und legte es zurück unter einen Kleiderberg. Ich schüttelte grinsend den Kopf, denn ich wusste nicht, was für ihn an diesem Bild so peinlich war. Die Tatsache, dass er nichts anhatte, konnte es jedenfalls nicht sein. Schließlich war er alles andere als verklemmt. Und es konnte ja wohl kaum sein, dass ihm der Dreck so peinlich war, das war doch normal für Jungs in diesem Alter. Kurze Zeit später legte ich mich ins Bett. Ich war aus irgendeinem Grund verdammt müde.

Doch kurz bevor ich einschlief, spürte ich etwas Warmes an meinem Rücken und um meine Taille. „Edward raus", murmelte ich schwach. Ich war schon zu weit weg um zu diskutieren. Als Antwort wurde ich näher an das Warme gedrückt. Dank dem Duft und eben dieser Wärme war ich dann auch sofort eingeschlafen. Ich versprach mir jedoch, dass das nicht noch einmal passieren würde.