Am nächsten Morgen wachte ich durch Sauerstoffmangel auf. Ich schnappte erfolglos nach Luft, während ich die Augen aufschlug und an die Decke guckte. Es dauerte einen kurzen Moment, bevor ich etwas Schweres auf mir war nahm, also den Grund für meinen Luftmangel. Ich schaute an mir runter und erschrak. Edward lag komplett auf mir, seinen Kopf auf meiner Schulter gebettet. Das war total erschreckend, schwer, unerwartet, aber vor allem unlogisch. Denn ich erinnerte mich genau, dass Ed noch zu mir ins Bett geschlichen war, als ich schon fast am schlafen war und mich von hinten in den Arm nahm. Also wie sind wir bitte in diese Position gekommen? Das war doch so gut wie unmöglich.

Bevor ich überhaupt realisierte, was ich tat, schrie ich. Es war zwar logischerweise ein sehr erstickter Schrei, aber trotzdem laut. Edward schlug abrupt die Augen auf und guckte mich, verschlafen, halb erschrocken und besorgt an. Bevor er auch nur etwas sagen konnte, wurde die Tür aufgerissen und es blitzte kurz. Verwirrt blickte ich in diese Richtung, um dort Emmett mit einer Digi-cam stehen zu sehen. Er grinste, wirkte jedoch leicht enttäuscht als er sagte „Schade, ich habt ja noch was an." Das alles geschah, während ich hier halb erstickte. Ich wollte etwas auf Emmetts dämlichen Kommentar erwidern, was allerdings damit endete, dass ich nach Luft röchelte.

„Ed, stütz dich wenigstens ab, oder willst du Bella zerquetschen!" Edward sah erst verwirrt aus, bevor ihm anscheinend dämmerte, dass er auf mir lag. Wenigstens geb ich anscheinend eine super Matratze ab, dachte ich sarkastisch. Er grinste verschlagend, und sah nicht mehr wie mein „guter" Edward aus. Scheiße, und dass auch noch in dieser Stellung. Er stützte sich auf seinen Unterarmen ab und guckte Emmett an. Dieser hielt Edward erstmal eine Standpauke, dass er mich nicht anfassen sollte und so weiter. Eddy beeindruckte das allerdings nicht sonderlich, denn er bewegte siech keinen Zentimeter. Wenigstens bekam ich inzwischen Luft.

Nachdem Em Luft abgelassen hatte, verschwand er direkt wieder. Ich guckte zurück zu Edward und zog eine Augenbraue hoch. Wahrscheinlich sollte ich mich wundern, warum er sich nicht bewegte und immer noch so auf mir lag, aber ich konnte es mir ja denken. Ich wollte ihn gerade anmotzen, als mir der Blitz von eben und der Fotoapparat in Emmetts Hand einfiel. „Scheiße!" Ich setzte mich ruckartig auf, wobei ich meine Knie näher an meinen Körper zog. Leider vergaß ich dabei Edward, zwischen dessen Beinen ich lag. Allerdings wurde ich wieder an ihn erinnert, als jemand einen lauten Schmerzensschrei in mein Ohr brüllte. „Oops. Sorry, Ed das war nicht mit Absicht geh jetzt runter von mir ich muss Emmett fertig machen", ratterte ich schnell und nicht wirklich entschuldigend runter. Ich hatte ehrlich gesagt keinen Plan, was ich gegen Emmett ausrichten könnte. Edward regte sich gar nicht mehr. „Edward?" Wollte der mich jetzt ignorieren? Ich stieß ihn kurzerhand von mir runter und er leistete – oh wunder – keinen Widerstand.

Schnell sprang ich auf und sprintete aus der Tür. Ich wollte gerade die Treppe stürmen als ich Rose und Alice „Ohhh wie niedlich" quieken hörte. Ich musste grinsen, weil Alice so glücklich klang. Nach kurzem zögern ging ich dann zu ihnen. Vielleicht war Emmett ja bei ihnen. Ich öffnete die Tür und sah wie die beiden Mädels Emmetts Cam anstarrten, mit einem breiten grinsen. Okay, wahrscheinlich starrten sie das Display an. Emmett stand gegenüber von ihnen und grinste sehr, sehr breit. Ich hatte Angst, dass ihm die Mundwinkel einreißen könnten. Ich erinnerte mich daran, dass ich ihn eigentlich jagen wollte und schnaubte erstmal. Ich war mir sicher er hatte den beiden das Bild von Ed und mir gezeigt.

Sofort hatte ich die Aufmerksamkeit von allen Anwesenden. „Bella, ich dachte immer, dass du nichts von Edward wollen würdest?", fragte Rose. Ich antwortete ich durch zusammengepresste Zähne. „Das tu ich auch nicht. Er hat sich auf mich gelegt, als ich geschlafen hab." „Auf dem Foto siehst du aber eigentlich ziemlich wach aus", mischte sich nun Alice ein. „Ja, weil ich wegen dem keine Luft mehr bekommen hab! Dann hab ich geschrieen und dann stand auf einmal dieser Verräter im Raum und hat uns fotografiert! Emmett, wie konntest du den einfach auf mir liegen lassen!" Jetzt lachten die mich doch ernsthaft aus. „Sorry, Bella, aber das sah einfach zu genial aus wie Edward auf dir lag und du so leidend aussahst." „Lösch das Bild", versuchte ich ihm zu befehlen. Em interessierte das allerdings wenig. „Spinnst du! Das ist der Schnappschuss des Monats! Das lösch ich ganz bestimmt nicht, da kannst du machen was du willst!"

Ich war frustriert. Ich hatte irgendwie nie eine Chance, wenn ich mit den Cullens diskutierte. Ich verlor Immer! Das war so ungerecht. Beleidigt drehte ich mich um und ging mich im Bad fertig machen. Ich fragte mich, ob es hier normal war vor der Schule schon so aktiv zu sein. Edward ignorierte mich den ganzen Morgen. Ich wunderte mich, dass er überhaupt noch mal aufgestanden war. Mein unbeabsichtigter Tritt muss wohl sehr schmerzhaft gewesen sein. Ich sollte mich wahrscheinlich richtig entschuldigen. Aber erst später.

Heute fuhr ich mit Em und Rose zur Schule. Dort angekommen traf mich fast der Schlag. Mitten auf dem Parkplatz stand Mike. Was zum Teufel machte der bitte in meiner Schule in LA, wenn er jetzt in Forks sein müsste. Er kam zielstrebig auf mich zu. Wie konnte ich nur mal mit so jemandem zusammen gewesen sein. Seine Haute hatte inzwischen viele Pickel und seine Haare waren nicht mehr so schön glänzend wie früher sondern fettig. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so von einem Ex von mir denken würde, aber er ekelte mich inzwischen an.

Gerade als er zu mir kommen wollte und uns nur noch die Straße trennte, rauschte ein mir nur allzu gut bekannter Volvo zwischen uns vorbei. Ich wüsste gerne, ob Ed Mike auch schon gesehen hatte, fragte mich im nächsten Moment aber, warum mich das überhaupt interessierte. Ich wäre liebend gerne geflüchtet, wurde aber leider von Alice und Rose unbewusst daran gehindert, als sie anfingen mit mir zu reden. „Hey Bella, guck mal, der Typ da vorne schaut dich die ganze Zeit so komisch an." „Ja, kein Wunder, er ist ja auch mein Ex", nuschelte ich in meinen nichtvorhandenen Bart. „WAS?" Die beiden sahen mich entsetzt an. „Mit SO jemanden bist du ausgegangen?", hakte Alice ungläubig weiter nach. „Früher sah er nicht so aus, er hat sich echt extrem zum negativen verändert!", versuchte ich mich zu verteidigen.

Anscheinend glaubten sie mir, denn ich sah ihre erleichterten Blicke. „Bella!" riefen gleichzeitig zwei verschiedene Stimmen. Die eine war von Mike und die andere von Jacob. JACOB! Meine Rettung, dachte ich mir. „Jake!", kreischte ich voller Freude. Ich rannte schnell auf ihn zu und sprang ihn an. Dann flüsterte ich ihm schnell etwas ins Ohr. „Jake, wir sind doch gute Freunde, oder?" „Äh, ja, Bella was willst du?" „Bitte rette mich vor meinem Ex!" Es war mir schon peinlich zuzugeben, dass Mike mein Ex war. „Ähm, klar, und wie?" „Bitte tu so, als wärst du mein Freund, also mein neuer, bitte!" Ich bettelte ihn förmlich an.

„Öhm…. Bella ich weiß nicht. Mit Rainer läufts grad nicht so gut und wenn dann noch so was dazu kommt…" Er ließ den Satz unbeendet, aber ich wusste was er meinte. „Jake bitte, du stehst doch überhaupt nicht auf Mädchen, also hat er auch keinen Grund eifersüchtig zu sein!" „Na gut, überredet, ich machs" „Danke, Jake, du bist der beste!" Damit umarmte ich ihn stürmisch, woraufhin er lachte. Als ich mich umdrehte, erblickte ich wie mich meine Freunde und Mike mit großen Augen anstarrten. Sie hatten natürlich nichts von unserer kleinen Unterhaltung mitbekommen. Ich würde Alice und die anderen nachher in der Mittagspause aufklären müssen. Nicht, dass sie noch was Falsches dachten. Weiter hinten sah ich Edward stehen, der so aussah, als würde er Jacob die Pest an den Hals wünschen, als ich nach seiner Hand griff.

Mike schaute mich komisch an. Ich denke es war eine Mischung aus Enttäuschung und verletztem Stolz. Obwohl Jake jetzt neben mir stand und meine Hand hielt, kam Mike auf uns zu. Genau das hatte ich verhindern wollen. Mir war immer noch nicht klar wie man so schnell ein so große… ja man konnte es Abneigung gegen jemanden Aufbauen konnte, mit dem man mal zusammen war. „Hallo Bella", lächelte Mike „verführerisch". Spätestens zu diesem Zeitpunkt gab ich allen Leuten Recht, die immer behaupteten, dass Liebe blind macht. Dabei war ich mir gar nicht sicher ob ich ihn wirklich geliebt hatte.

„Mike", antwortete ich gezwungen freundlich. Hilfe suchend schaute ich zu Jake auf, dem ich gerade mal bis zur Brust ging. In diesem Moment klingelte es und ich lief schnell zum Unterricht. Hauptsache schnell weg hier. Der Rest des Tages verlief ereignislos. In der Mittagspause erzählte ich den anderen von meinem Plan und auch Jake hatte Rainer alles erklärt, der so gar nicht glücklich damit war. Ich erfuhr auch, dass Alice, Emmett, Rose und Jasper heute nach der Schule ein Doppeldate hatten. Somit war ich gezwungen mit Edward nach Hause zu fahren. Wieso ließen die mich eigentlich immer alleine mit dem?

In Bio redete Edward kein Wort mit mir und als ich mich bei ihm für den Tritt entschuldigen wollte, ermahnte mich der Lehrer als Ed gerade mal den Kopf in meine Richtung gedreht hatte. Also ließ ich es bleiben. Nach der Schule musste ich mich beeilen zu Edwards Auto zu kommen, er wusste schließlich noch nichts davon, dass wir uns heute wieder alleine beschäftigen mussten. Ich sah sein Auto Gott sei Dank noch auf dem schon fast leeren Parkplatz stehen. Die anderen waren schon weg.

Mir kam der Gedanke, dass ich mein eigenes Auto zu den Cullens nach Hause holen könnte um unabhängiger zu sein und alleine zur Schule zu fahren, doch das wäre eigentlich nur unnötiger Benzinverbrauch, oder? Die Antwort erhielt ich, als ich von Edwards Volvo aus zum Haupteingang sah, aus dem gerade Eddy mit einer seiner Barbies herausmarschierte. Und die Antwort war nein, es wäre kein unnötiger Benzinverbrauch sondern eine ganz dringende Notwendigkeit wieder unabhängig zu sein.

Als Edward mich an seinem Auto stehen sah, sagte es etwas zu seiner „hübschen" Begleitung und kam alleine auf mich zu. Ich wunderte mich, dass er heute überhaupt noch Lust darauf hatte mit irgendjemandem zu schlafen, denn ich dachte eigentlich nicht, dass er seinen besten Freund heute noch mal benutzen würde. Er sah sehr, sehr zornig aus, als er vor mir stehen blieb. „Was willst du?", zischte er. Okay, dachte ich mir, es gibt noch eine andere Version von einem bösen Edward und ich wusste nicht, welcher mir gerade lieber war. Ich hielt es für das Beste, mich erst einmal zu entschuldigen, um ihn ein bisschen zu beruhigen.

„Hör zu Edward, es tut mir leid, dass ich dich heute Morgen getreten hab, das war nicht meine Absicht, ich wollte nur so schnell wie möglich Emmett hinterher und hab vergessen, dass du noch auf mir lagst, weil ich ja wieder Luft bekommen hatte und…" an dieser Stelle unterbrach er meine herunter geratterte Entschuldigung. Er sah verwirrt aus. „Wie weil du ja wieder Luft bekommen hast?" Innerlich musste ich grinsen. Er hatte es anscheinend nicht wirklich realisiert in seinem Dämmerzustand. „Als du auf mir lagst, hast du mich zerquetscht und ich hab keine Luft mehr bekommen, deswegen hab ich auch geschrieen." Er wurde leicht rot um die Nase bevor er Antwortete. Ich hoffte ich hatte „meinen" Edward jetzt wieder. Ich beschloss ihn so zu nennen, weil er MIR so einfach am liebsten war. Nicht, dass hier noch jemand auf falsche Gedanken kommt.

„Dann hast du also nicht geschrieen, weil ich auf dir lag, sondern weil ich zu schwer für dich war?", antwortete er mir amüsiert. „Ich wurde knallrot, als ich bemerkte, dass sich das wirklich so angehört haben musste. „Meine Überlebenswille war erstmal größer als das Problem mit deiner Körpernähe, die bin ich ja zwangsläufig schon gewohnt", antwortete ich peinlich berührt. Ed lächelte. „Okay, Entschuldigung angenommen. Auf wen wartest du eigentlich?" „Auf dich. Die anderen sind auf ihrem Doppeldate irgendwo hin gefahren und meinten du sollst mich mit nach Hause nehmen." Er seufzte frustriert. „Die ist klar, dass du mich gerade um einen Quickie bringst?" „Du wolltest das Ding heute also wirklich noch benutzen?", platzte es aus mir raus. Ed lachte sich erstmal schlapp über mich. Ich hatte keinen Plan wieso und wartete geduldig, bis er sich wieder beruhigt hatte.

„Das Ding?", fragte er grinsend. Was war denn daran jetzt so lustig! „Ja, das Ding oder wär dir „klein Eddy" lieber?" Er bekam einen erneuten Lachanfall und ich stöhnte frustriert auf. „Okay, wenn du heute die ganze Zeit so lustig bist, zieh ich dich meiner Verabredung vor. Warte kurz." Damit drehte er sich um und ging. Ich war mich nicht sicher welcher Edward da gerade gesprochen hatte, hoffte jedoch inständig immer noch auf „meinen" Edward. Er kam von einer sehr wütend aussehenden Barbie wieder und hielt mir Gentleman - like die Beifahrertür auf. Immer noch breit grinsend.

„War das heute dein Ex auf dem Parkplatz?", fragte er sichtlich amüsiert nachdem er den Wagen gestartet hatte. Ich wurde wieder rot. Vor ihm war es mir noch peinlich zuzugeben, dass er mal mein Freund war, aber er wusste es ja vorher schon. „Ja" „Ich denke du hast ein ganz großes Problem." „Wieso?" Ich hab heute in Englisch mitbekommen, wie er mit jemandem darüber geredet hat, wie er dich zurück kriegen will." Danach musste er mal wieder lachen. Mir war danach gerade so gar nicht zu mute.

Mike ging also wirklich wieder auf dieselbe Schule wie ich, was dann wohl hieß, dass er auch wieder hier wohnte. War er mir etwa nachgezogen! Ein ungutes Gefühl sagte mir, dass ich mit meiner eigentlich total absurden Vermutung Recht hatte. „Lächerlich", stieß Ed verächtlich aus, nachdem er sich wieder beruhigt hatte. Oha, der hatte heute übelste Stimmungsschwankungen. Wir kamen zu Hause an, aßen und machten Hausaufgaben. Ich auf Edwards Bett und Ed an seinem Schreibtisch.

Nachdem ich damit fertig war, fiel mir wieder ein, dass ich ja noch meine Unabhängigkeit wieder haben wollte. „Edwaaaaaard?" ich dachte mir, ich sollte es am besten auf die liebe, nette, süße Nummer versuchen. Als sein Kopf in meine Richtung zuckte, lag ein panischer Ausdruck auf seinem Gesicht. Ich schmollte, wodurch sich dieser Ausdruck nur noch verstärkte. „Was willst du?", fragte er fast ängstlich. Ich musste ein grinsen Unterdrücken bei seiner Reaktion.
„Kannst du mich gleich nach Hause fahren?" Sein panischer Ausdruck legte sich nicht, sondern verstärkte sich noch mehr. Ich hätte nicht gedacht, dass das noch möglich wäre. „Wieso! Ich hab nichts gemacht, was dich sauer gemacht haben könnte", verteidigte er sich.

Ich war verwirrt, bevor mir dämmerte, dass er dachte, dass ich nicht hier bleiben wollte. Und ich dachte er hätte sich gefreut, wenn ich ihm nicht mehr sein Bett wegnehmen würde. „Ich will trotzdem mein Auto haben, ich hab ja heute gesehen wo das hinführt wenn ich so abhängig von euch bin. Außerdem will ich euch nicht noch mehr belasten, wenn ihr mich so rumkutschieren müsst". Seine Züge waren jetzt nicht mehr panisch. „Bella, du belastest und damit nicht. Außerdem haben wir in der Garage kein Platz für ein weiteres Auto."

Na toll, dann konnte man daran ja wohl nichts mehr machen. „Man, das ist gemein. Du meintest vorhin selber, ich würde dich um deine Verabredung bringen." Ich verstärkte meinen Schmollmund und schaute ihn mit dem liebsten Blick an, den ich hatte. Es könnte ja auch sein, dass er lügt und die eigentlich doch noch Platz für ein Auto hatten. Das würde jedoch keinen Sinn ergeben. Ich meine, warum würde Ed was dagegen haben, wenn ich ihn nicht ständig nerven würde? „Jetzt guck mich nicht so an, wir haben wirklich keinen Platz mehr, wenn du willst kannst du nachgucken gehen. Du scheinst ja echt gar kein Vertrauen zu mir zu haben."

Er sah gequält aus, weswegen ich aufhört mich noch mehr zum Affen zu machen. In diesem Moment bekam ich eine Sms. Sie war von Rose.

„Hey wollten nur sagen, dass es heute später werden kann. Alice wollte uns noch Kleider für die Party am Freitag von Seth kaufen und dann wollten wir noch ins Kino, also wartet nicht auf uns. Ich soll dich von Alice fragen in welcher Farbe du dein Kleid willst."

Ich schrieb zurück.

„Hey ihr ich will gar kein Kleid und erst recht nicht, dass ihr für mich bezahlt!"

Darauf kam dann nur noch eine Sms von Alice, dass sie mir dann eben was anderes Kaufen würden und ich ihnen das Geld später wieder geben könnte. Ich seufzte gequält. „Was ist?", fragte Edward. Den hatte ich ja ganz vergessen. „Deine kleine Schwester ist nervenraubend, wenn es ums Shoppen geht", antwortete ich. Ed schmunzelte. „Wenn du das sagst. Du kennst sie besser als ich." Wir mussten beiden über diesen Satz lachen, denn auch wenn mir klar war, dass er Recht hatte, hörte es sich doch irgendwie seltsam an.

Wir unterhielten uns noch ein bisschen, bevor wir uns Abendessen machten. Danach lagte ich mich in Edwards Bett und er setzte sich neben mich. Es war neun Uhr und noch ein bisschen zu früh zum Schlafen. Deswegen hatte ich auch nichts dagegen. Und auch wenn Ed den ganzen Tag geschwankt hatte zwischen seinen zwei Persönlichkeiten, war er seit dem Abendessen wieder „meiner". Ich musste zugeben, dass es sich schon irgendwie besitzergreifend anhörte, aber ich hatte wirklich keine anderen Hintergedanken im Kopf.

Nach einiger Zeit in der wir über unwichtigere Sachen sprachen fragte er auf einmal etwas total aus dem Zusammenhang raus. „Bist du wirklich mit Jacob zusammen?" Er klang dabei irgendwie traurig, aber das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein. „Nein, bin ich nicht. Jake hat mir nur geholfen, dass Mike mich in Ruhe lässt. Wir werden jetzt immer so tun als wären wir zusammen um ihn von mir fern zuhalten. Er nervt einfach." „Ach so. Bist du so gut mit ihm befreundet, dass er das macht?" Edward hört sich erleichtert und gleichzeitig verletzt an. Das wunderte mich. Was war nur heute mit dem los?

„Ja schon." Eigentlich kannten wir uns kaum, aber da ich sein Geheimnis kannte, dachte ich, man könnte das so sagen. Und er würde mir ja nicht helfen, wenn er mich nicht mögen würde. „Bist du dir sicher, dass er nicht mehr als Freundschaft für dich empfindet?" Ich konnte mich nicht zurückhalten und lachte los. „Ausgeschlossen. Wir sind nur Freunde", brachte ich irgendwann raus. „Was macht dich da so sicher?" „Edward glaub mir, er ist wirklich nicht an mir interessiert. Wieso interessiert dich das überhaupt so brennend?" Er lag inzwischen neben mir.

„Das ist eine Gute Frage." Nachdem er nichts weiter sagte und ich auch nicht wirklich wusste, was ich noch sagen sollte, guckte ich zu ihm hoch und wollte ihm gerade sagen, dass ich schlafen wollte, da ich wirklich müde geworden war, als ich sah, dass er schon schlief. Das gibt's doch nicht, der kann doch nicht jede Nacht in seinem Bett schlafen, dachte ich mir. Ich drehte mich von ihm weg und schloss die Augen. Es fühlte sich schon fast normal an mit ihm in einem Bett zu liegen und das erschreckte mich ein wenig.

Man könnte schon meinen, dass Ed und ich Freunde waren. Er hatte zwar auch heute wieder dämlich Sprüche abgelassen, aber ich schätzte, dass es pure gewohnheit war. Ich hätte wirklich nie in meinem Leben gedacht, mal mit jemandem wie Edward, also einem Player mehr als einen Satz zu wechseln und jetzt war ich schon so gut wie mit ihm befreundet. Ich nahm mir vor, ihn morgen zu fragen, ob wir wirklich Freunde waren oder ob ich mir das nur einbildete.

Kurze Zeit später schlief ich dann auch endlich ein.