„Aufwachen! Bella, beeil dich, wir haben voll verpennt!", hörte ich die gehetzte Stimme von Edward. Ich brummte etwas Unverständliches und drehte mich um. „Bella! Jetzt steh endlich auf wir kommen zu spät!" Auf einmal spürte ich, wie mir die Decke weggezogen wurde. Ganz schlimmer Fehler. Ich setzte mich ruckartig auf. „Was fällt dir ein? Gib mir meine Decke wieder!" „Das ist immer noch meine Decke und ich kann damit machen was ich will. Jetzt steh auf und beeil dich, die andern sind schon weg!"

Verdutzt schaute ich ihn an. Die anderen waren schon weg? Ich blickte auf den Wecker. „WIR HABEN 7.56 UHR!" Okay, es gab keine Hoffnung für uns noch pünktlich zu kommen, dachte ich frustriert. „Wieso haben uns die anderen nicht geweckt?" Ich war sauer, dass sie uns einfach liegen gelassen haben. Währenddessen sprintete ich zu Eds Kleiderschrank und suchte mir meine Sachen raus. „Wahrscheinlich finden sie das lustig", antwortete Edward, als sich neben mich stellte und sich ebenfalls seine Sachen raussuchte.

„Ich lach mich tot." War mein Kommentar, während ich mich von Edward wegdrehte und mich umzog. Es war mir in diesem Moment ziemlich egal, dass er hinter mir stand. Na gut, vielleicht nicht ganz egal. „Ich warne dich, wehe du guckst." „Als ob ich noch nie ein nacktes Mädchen gesehen hätte", konterte er. Ich warf einen Blick über die Schulter und sah, dass Edward mir ebenfalls den rücken zugedreht hatte und sich gerade Auszog. Schnell drehte ich mich um.

Natürlich hatten wir keine Zeit mehr zu duschen, aber ich wollte auf keinen Fall mit nicht geputzten Zähnen zur Schule. Wenn wir sowieso schon zu spät waren, machten diese paar Minuten auch nichts mehr aus. Ich musste zugeben, dass es ein sehr komisches Gefühl war, mit Ed im Bad zu stehen und sich gemeinsam die Zähne zu putzten. Wir rannten schnell die Treppe runter, wobei ich fast wieder hingefallen wäre, wenn ich mich nicht am Geländer festgehalten hätte. Edward lachte mich natürlich aus, was nebenbei bemerkt, auch der Grund für seinen blauen Fleck am Oberarm für den darauf folgenden Tag war.

Wir kamen 20 Minuten nach Schulbeginn an und rasten in unsere Klassenräume. „Miss Swan, wie schön, dass sie uns heute auch noch mal beehren", meinte mein Mathelehrer. Ich warf Emmett einen bitterbösen Blick zu und setzte mich auf meinen Platz, ohne dem Lehrer zu antworten. Dieser machte auch sofort mit dem unterricht weiter. Als die Stunde beendet war, ging ich zu Emmett. „Warum habt ihr uns nicht geweckt!" Ich war wirklich sauer. Seit ich hier war, passierten mir Dinge, die mir früher nie passiert waren.

In Forks bin ich nie aus dem Unterricht geflogen und kein einziges Mal zu spät gekommen. „Wir haben es einfach nicht übers Herz gebracht euch zu wecken." Was sollte das denn? Ich zog fragend eine Augenbraue hoch. Ich hatte keine Ahnung was er damit meinte. „Nun ja, ihr wart da so süß zusammengekuschelt und wir wollten das nicht …" Ich unterbrach ihn schnell. „Wir waren was!" „Ähm… süß? Oh man, ich hätte nie gedacht, dass ich Edward mal als süß bezeichnen würde", murmelte Em. „Das meinte ich nicht! Wir waren doch überhaupt nicht „zusammengekuschelt"!" Das hätte ich gewusst. Ich war mir sicher, dass er auf der anderen Seite gelegen hatte. Emmett zog seine Augenbrauen hoch.

„Hör mal, Bella, ich weiß zwar nicht was du unter kuscheln verstehst, aber das sah schon sehr eindeutig danach aus. Willst du vielleicht eine genaue Beschreibung?" „Nein, danke. Es wundert mich, dass du kein Foto gemacht hast." Emmett grinste und verschwand kurz darauf. Kurz bevor ich bei meiner nächsten Klasse angekommen war, lief Mike mir über den Weg. „Hallo Bella, wie geht es dir?" Schrecklich, wenn ich in deine Visage blicken muss. „Ausgezeichnet, würdest du mich bitte vorbei lassen?", fragte ich mit gespielter guter Laune. Er bemerkte es nicht. War er früher auch so unaufmerksam gewesen? „Das hat nicht zufällig was damit zu tun, dass du mich getroffen hast, oder?" Ich war geschockt über so viel Doofheit. „Nein, nicht wirklich", sagte ich jetzt weniger euphorisch.

„Ahhh, da hinten ist ja Jake, tschüss Mike!" Jake war natürlich nicht da, aber das war mir gerade egal. „Willst du mich vielleicht verarschen?" „Nö, wieso?" „Weil dein Freund weiter hinten hinter dir im Gang steht." Okay, das war anders geplant. Ich drehte mich um und sah, dass Mike Recht hatte. Oops. Ich rannte schnell an Mike vorbei, der wirklich Sauer aussah. Der Rest des Vormittags verlief bis zur Mittagspause dann glücklicherweise ohne größere Zwischenfälle.

In der Cafeteria sah ich schon Alice, Rose und Jasper sitzen. Ich nahm mir vor, sauer auf sie zu sein. Nachdem ich mir haufenweise Essen auf mein Tablett geschaufelt hatte, ich hatte großen Hunger, da ich um mein Frühstück gebracht wurde, ging ich zu ihnen. „Hey Bella, willst du etwa Emmett Konkurrenz machen?", sagte Rose mit geschockten Blick auf mein Tablett. „Nein. Dummerweise hatte ich heute Morgen keine Zeit zu Frühstücken." Ich funkelte alle der Reihe nach böse an.

„Jetzt sei nicht sauer Bella, ihr hättet euch mal sehen sollen", erwiderte Rose. „Willst du mir ernsthaft sagen, dass ihr uns nicht geweckt habt, nur weil wir so süß zusammen aussahen?", kreischte ich hysterisch und fühlte mich, als wäre ich vollkommen durchgedreht. „Sie hat mit Emmett geredet", bemerkte Jasper. Aus den Augenwinkeln sah ich Edward die Cafeteria betreten. Er sah extrem wütend aus und steuerte unseren Tisch an, gefolgt von Emmett. Als sie einigermaßen in hörweite an, hörte ich sie darüber diskutieren, warum die anderen einfach ohne uns gefahren sind.

Als sie bei uns angekommen waren, startete Edward direkt mit einer Strafpredigt für die anderen. „Was fällt euch eigentlich ein! Ihr könnt uns doch nicht absichtlich zu spät kommen lassen, nur weil wir so schön geschlafen haben! Ihr…" „Edward, jetzt reg dich doch mal ab. Sonst geht es dir auch am Arsch vorbei ob du zu spät kommst oder nicht", verteidigte sich Emmett. „Ja, mir ist es vielleicht egal, aber Bella nicht!" War der jetzt etwa wegen mir so sauer? Nach genuschelten Entschuldigungen von allen, war die Stimmung dann auch wieder weniger… aggressiv.

„Wie viel hat eigentlich das Outfit gekostet, dass ihr mir gestern gekauft habt?" Man könnte förmlich sehen, wie alle erleichtert waren, dass ich versuchte das Thema zu wechseln. „Das ist nicht wichtig, du brauchst es uns nicht zurückgeben." Fassungslos guckte ich Alice an. „Wir haben gestern noch abgemacht, dass ich euch das Geld zurückgebe." „Kann sein, aber ich hab meine Meinung geändert." Diese Familie brachte mich irgendwann noch mal um den Verstand.

Gerade als ich etwas erwidern wollte, klingelte es. Die Zeit war heute eindeutig gegen mich, dachte ich verbittert. Ed und ich gingen zusammen zu Bio. Er regte sich noch mal den gesamten Weg über seine Geschwister auf. Im Raum angekommen hörte er immer noch nicht auf, weshalb ich ihn unterbrach. „Edward, jetzt reg dich mal endlich ab. Nachher weiß noch die ganze Schule davon, außerdem kannst du jetzt auch nichts mehr daran ändern und so schlimm ist es ja auch nicht", versuchte ich ihn zu beruhigen. Wie konnte man sich nur so über eine einzige Sache aufregen.

„Dann wissen die auch, dass es nicht unsere Schuld war, dass wir zu spät gekommen sind. Wegen denen darf ich jetzt Nachsitzen!" „Du musst nachsitzen!" Okay, das ist hart. „Ja. Du etwa nicht?" „Ähm…nein" „DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN, WIESO…" ich unterbrach ihn schnell, denn er war zwischendurch seeeeehhhhhhr laut geworden. Wir hatten inzwischen die Aufmerksamkeit der ganzen Klasse. Mr. Banner war noch nicht da. „EDWARD! Beruhig dich endlich! Es bringt auch nichts, wenn du dich jetzt so darüber aufregst!"

In diesem Moment kam dann endlich der Lehrer und Edward blieb Gott sei Dank still. „Guten Morgen, Klasse. Am Montag in drei Wochen werden wir zusammen mit dem Chemiekurs von Mr. Smith eine 3 – wöchige Fahrt nach Barcelona in Spanien machen. Dort…" An dieser stelle wurde der Lehrer von der Klasse unterbrochen, die freudige Geräusche von sich gab. Selbst Edward grinste. Ich fing an mir ernsthaft Gedanken zu machen, ob ich Renée und Phil jemals wieder sehen würde. Nicht dass ich mich nicht freute, nein im Gegenteil ich freute mich riesig mal hier weg zukommen, vor allem, weil Mike eine Niete in Chemie ist und deshalb auch nicht auf der Fahrt dabei sein wird.

Im Gegensatz zu Alice, Rose, Emmett und Jasper, die alle im Chemiekurs vom besagten Lehrer waren. „RUHE!" Sofort war die Klasse wieder still. „Wir werden natürlich nicht nur aus reinem Vergnügen dort hin fahren, sondern auch unsere biologischen Kenntnisse erweitern." Unsere „biologischen Kenntnisse"? Was bitte meinte der damit? Im Wald rumkriechen und Ameisen suchen und danach auseinander nehmen? Ich möchte am Montag in zwei Wochen eine Liste wo eure Gruppeneinteilungen für die Zimmer draufstehen. In eine Gruppe dürfen höchstens 6 und mindestens 3 Leute." „Dürfen wir gemischte Gruppen machen?", rief Edward dazwischen. „Mr. Cullen, melden Sie sich, wenn sie etwas sagen wollen. Und ja, sie dürfen gemischte Gruppen machen. Wir sind der Meinung, dass ihr inzwischen alt genug sein dürftet um auf euch selber aufzupassen und Unfälle in jeder Hinsicht zu vermeiden."

Edward grinste mich breit an. „Toll, dann muss ich nicht auf mein persönliches Kissen verzichten." Ich schob verwirrt meine Augenbrauen zusammen. „Was meinst du damit?" Er guckte mich schräg an. „Mit wem schlaf ich denn jetzt schon seit über einer Woche in meinem Bett?" Und sofort hatten wir die Aufmerksamkeit von allen um uns herumstehenden Tischen. Natürlich lief ich wieder prompt rot an, was Edward zum lachen brachte. „Willst du nicht lieber mit deinen ganzen Barbies in ein Zimmer? Da hättest du sicher mehr Abwechslung." „Nein, ich bin in letzter Zeit lieber bei meiner Familie zusammen, falls dir das noch nicht aufgefallen ist. Außerdem will ich mir deren Gelaber nicht antun. Und außerdem wache ich lieber neben dir auf."

„Wieso das denn!" ich war ehrlich schockiert, dass er das so einfach sagte, obwohl uns einige neugierige Ohren dabei zuhörten. Ich sollte mich wahrscheinlich nicht wundern. „Weil du nie mit verschmierter Schminke aufwachst und du kuscheliger bist als die." Ich guckte ihn mit großen Augen an. „Weil…ich… ku-kuscheliger bin? Sag mal, hast du einen Vogel! Ich …." Es klingelte. Ich stöhnte entnervt. Wie schnell ist die Stunde bitte vorbei gegangen? Diese Schule hatte heute irgendetwas gegen mich. „Krieg dich ein. Das ist kein Grund so auszurasten. Immerhin war das ein Kompliment." Kompliment nannte er das! „Aber ein sehr Fragwürdiges!" „Das liegt im Auge des Betrachters."

Sport verging schnell und ohne schwerere Verletzung für mich vorbei. Nach der Schule fuhren wir alle sofort nach Hause. Fast hätte Mike mich auf dem Parkplatz noch erwischt, aber Edward hatte ihn noch rechtzeitig entdeckt, wofür ich ihm sehr dankbar war. Bei den Cullens hatte Esme schon das Mittagessen fertig, als wir ankamen. „Hallo Kinder, wie war die Schule?" „Gut. In drei Wochen machen wir eine Klassenfahrt nach Europa mit dem Bio und Chemiekurs", erzählte Emmett drauf los. „Nach Europa?" Esme zog skeptisch eine Augenbraue hoch.

„Ja nach Spanien. Um genau zu sein nach Barcelona", sagte Edward. „Aha. Und wie viel soll das kosten?" Wir diskutierten noch während des gesamten Essens über die anstehende Klassenfahrt. Im Grunde verlief der Nachmittag fast genauso wie gestern. Nur, dass ich nach den Hausaufgaben meine Mum anrief um ihr von der Fahrt zu erzählen, und dass Ed mit Em und Jazz Playstation zockte war anders. „Hallo?" „Hey Mum" „Oh Bella! Hi Schatz, wie geht es dir? Ist irgendwas passiert?" „Nein Mum, es ist alles super. Mir geht's gut" „Oh, ich hab so ein schlechtes Gewissen, dass wir dich ganz alleine gelassen haben…" Ich unterbrach sie schnell.

„Das brauchst du nicht. Ich bin für die drei Wochen zu Freunden gezogen." „Für die ganzen drei Wochen? Zu wem denn?" Sie hörte sich skeptisch an. „Zu den Cullens." „Zu dem Arzt?" „Ja genau, ich bin mit seinen Kindern befreundet." „Ah, das ist gut, wenn du einen Arzt in deiner Nähe hast." „Ja, wirklich Klasse", ich hasste es, wenn sie auf meine Tollpatschigkeit anspielte. „Mum? Wir machen in drei Wochen eine Klassenfahrt" „Oh das ist schade. Wie lange und wo hin denn?" „Für drei Wochen nach Spanien, Barcelona." „Was! Nach Europa!"

Ich hatte fest damit gerechnet, dass so ein Ausbruch kommen würde. Die nächste Stunde verbrachte ich damit, meine Mum zu beruhigen und versuchte eine Erlaubnis zu bekommen mitzufahren. Edward hatte es sich zwischenzeitlich wieder auf seiner Couch bequem gemacht und schaute mir amüsiert dabei zu, wie ich versuchte meine hysterische Mutter wieder ruhig zustellen. Nach einer gefühlten Ewigkeit legte ich wieder auf.

„Deine Mum ist lustig." „Findest du, ja?", gab ich schnippisch zurück. „Ja." Ich ließ mich stöhnend auf Edwards Bett nieder, als mein Handy klingelte. Edward lachte. „Das darf doch nicht wahr sein!", rief ich aus. „Ja?" nahm ich genervt den Anruf an. „Bella, ich weiß wirklich nicht, was du an diesem Jacob oder wie der heißt so toll findest, aber…" Ich legte ganz schnell auf und schaltete mein Handy aus, während ich mir geistig eine Notiz machte, meine Nummer zu ändern. Ed sah mich fragend an. „Mike", sagte ich nur. Er grinste.

„Bella?" „Mhm?" „Darf ich heute wieder in meinem Bett schlafen?" „Wieso?" „Weil das bequemer als die Couch ist." Ich seufzte tief. Eigentlich hatte ich ja gar kein Recht ihm sein Bett wegzunehmen und er hatte sowieso so gut wie jede Nacht zusammen mit mir darin geschlafen. Ich musste zugeben, dass es mich eigentlich nicht störte. „Wenns sein muss." „Danke", grinste er. Es kam mir irgendwie verdreht vor, dass er sich dafür bedankte in seinem Bett schlafen zu dürfen.

„Bella, Edward?" „Emmett?", fragten wir gleichzeitig, woraufhin wir lachen mussten. „Essen ist fertig." „Wir haben doch gerade erst gegessen!", beschwerte ich mich. „Nee, Bellalein, das ist schon einige Stunden her. Wir haben inzwischen 20 Uhr." Oh, dann hatte ich mich wohl doch länger mit Edward unterhalten. Wir gingen runter ins Esszimmer. Obwohl ich gar keinen Hunger hatte, zwängte ich mir ein bisschen was runter. „Emmett, Jasper und Alice ich warne euch wenn ihr uns morgen nicht weckt, wenn wir den Wecker überhören, dann…" „Ja ja, keine Sorgen, wir werden euch immer brav wecken", sagte Alice schnell.

„Gut. Emmett zeig mal das Bild." „Was für ein Bild?", fragte ich panisch. „Das, was wir heute morgen von euch gemacht haben", grinste Alice. „WAS! WIESO MÜSST IHR IMMER DIESE DÄMLICHEN FOTOS MACHEN!" „Weils spaß macht", antwortete Emmett unbeeindruckt, während er uns das Foto zeigte. Okay ich nahm in diesem Moment alles zurück und gab Emmett Recht, mit allem was er heute Morgen gesagt hatte. Ich hätte mich auch nicht geweckt. „Und nur deswegen muss ich morgen Nachsitzen. Ich glaubs nicht", murmelte Ed.

Wir saßen noch eine Zeit lang zusammen und redeten über Gott und die Welt. Esme und Carlisle waren nicht sauer, dass Edward Nachsitzen musste. Das wunderte mich sehr, da ich immer dachte sie wären sehr streng was Schule betraf. Spät abends gingen wir dann alle ins Bett. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass Emmett, Rose, Jasper, Edward, Alice und ich zusammen in ein Zimmer in Barcelona gehen würden.

Die ganze Familie war überrascht gewesen, dass Edward nicht zu seinen Machofreunden oder den Barbies wollte. Das hatte man deutlich in ihren Blicken gesehen. Gesagt hatten sie jedoch nichts dazu.

Als ich neben Edward im Bett lag, es war schon normal für mich geworden – Hilfe! – fiel mir wieder ein, dass ich Edward ja noch etwas fragen wollte. „Edward?" „Mhm?" „Sag mal… also… du und ich…also wir… ähm…" Ich hatte wirklich keine Idee wie ich das sagen sollte. Natürlich hatte ich ihn jetzt auch neugierig gemacht. Ich wünschte ich hätte nicht damit angefangen. Er drehte sich auf die Seite um mich besser anzugucken. „Bella, was ist los?"

Ich atmete tief durch. Ich wusste überhaupt nicht wieso ich mich so anstellte, ich wollte ihn ja schließlich nicht fragen, ob er mich heiraten würde. Dank diesem Gedanken wurde ich auch noch rot. „Okay, Bella, was ist los?" Jetzt sah er eher besorgt aus. „Also… was sind wir?" Gott, hörte sich das dämlich an. „Also ich meine, sind wir eigentlich Freunde, oder Bekannte, oder…" Ich brach lieber schnell ab bevor das noch peinlicher wurde als es eh schon war.

Edward lachte leise. Na danke, ich hätte wissen müssen, dass er mich auslachen würde. Also war ich immer noch nur ein neues Spielzeug für ihn, das etwas widerspenstig war. Ich wurde sauer. Doch bevor ich etwas sagen konnte, sprach er schon. „Hmm… also ich denke, dass wir Freunde sind. Noch." Jetzt war ich verwirrt. „Wieso noch?" „Ähm…" „Ich höre?" Ich sah ihn auffordernd an. „Ist nicht so wichtig." „Doch." Edward sah kurz… ich konnte es nicht richtig deuten… ich dachte es wäre eine Mischung aus Panik, Frust und Verlegenheit. Aber im nächsten Moment grinste er wieder sein dummes Machogrinsen.

Er hatte es lange nicht benutzt und ich hatte es auch überhaupt nicht vermisst. „Weißt du, ich hab immer noch nicht aufgegeben dich irgendwann ins Bett zu kriegen." „Ich lieg doch schon drin, was willst du denn noch!" Er seufzte. „Du weißt wie ich das meine." „Edward, man schläft nicht mit seinen Freunden." „Wenn ich dich so weit habe, dann bist du auch keine Freundin mehr sondern…äh…" Oh dem großen Macho fehlten die Worte. „Sondern was? Das heißt du bist nur so lange mit mir „befreundet" bis du mit mir geschlafen hast und danach willst du dann nichts mehr mit mir zu tun haben, oder was!"

Was dachte der sich? „Nein, so meinte ich das nicht. Ich wollte sagen, dann bist du keine Freundin mehr, sondern meine Affäre." Ich zog skeptisch eine Augenbraue hoch. „1. Ist das dann aber kein One –Night- Stand und 2. Du bist also nur mit mir befreundet, damit es dir leichter fällt an mich ran zukommen oder wie!" „Nein, denn wenn ich es nicht schaffe dich noch irgendwie rumzukriegen, dann bist du wenigstens meine Freundin."

Langsam fing ich an zu glauben, dass er mich mochte. Ich drehte mich auf die Seite weg von ihm und versuchte zu schlafen. „Nacht", nuschelte ich. Ich merkte mal wieder, wie er mich umarmte. „Edward, ich hab gesagt, du kannst in deinem Bett schlafen, ich hab nicht gesagt, dass wir kuscheln!" Der Typ musste es auch immer übertreiben! „Nacht", murmelte er als Antwort, ohne mich loszulassen. Ich sollte mich langsam daran gewöhnen, dass meine Wünsche bei den Cullens nicht berücksichtigt wurden. Ich seufzte und schloss die Augen.

Mike wollte mich also zurück. Eine schreckliche Vorstellung. Hoffentlich würde ich diese Nacht keine Albträume kriegen. Mir fiel in diesem Moment auf, dass ich nie einen Albtraum hatte, wenn Edward neben mir schlief. Mit komischen Gedanken über Mikes Zurückeroberungsversuchen schlief ich dann auch irgendwann ein.