„AUFSTEHEN!" Wir wurden durch Emmetts penetrante Stimme geweckt. Ich schreckte hoch… oder versuchte es zumindest. Edward hielt mich fest. Das kam mir irgendwie bekannt vor. Er störte sich kein Stück an Emmett, der übrigens schon wieder verschwunden war. Das einzige was er machte war, etwas unverständliches zu murmeln, während er mich mit eisernem Griff festhielt.
„Edward, lass mich los" „mhm mhm…" Ich versuchte erfolglos mich zu befreien. Als ich einsah, dass ich versagt hatte, bekam ich ein kleines Déja-vu- Gefühl. „Edward, wenn…" „Ich will schlafen, lass mich." „Argh, wegen dir kommen wir wieder zu spät!" „ich find die Idee mit dir hier liegen zu bleiben irgendwie… anziehender" Ich hätte zwar auch nichts dagegen weiter zu schlafen, aber man MUSS nun mal in die Schule.
„Ich will aber etwas lernen" „Oh, ich bin mir sicher ich kann dir auch einiges beibringen. Etwas, das du in der Schule nie lernen wirst, obwohl es…" „Edward!", kreischte ich hysterisch. Wie konnte er denn so früh morgens schon so … „böse" sein? „Nein, das war falsch. Guck mal, das geht nicht so: Edward!", er kreischte seinen Namen, ungefähr so wie ich vorhin hysterisch, was sich bei ihm ehrlich gesagt verdammt lustig anhörte, „sondern das geht so: Edward", er stöhnte seinen eigenen Namen.
Ich saß nur da und guckte ihn mit großen Augen an. Wie konnte man nur so… so… mir fiel keine passender Beschreibung dafür ein. „In meinem Fall ginge das dann so: Bella", er. stöhnte. meinen. Namen. Heilige Scheiße! Ich wurde dunkelrot im Gesicht und erwachte aus meiner aus meiner Starre, während er leise lachte. Und ich hatte gedacht wir wären Freunde! Ich wollte einfach nur noch hier raus. Ich sprang schnell auf, lief zum Schrank, holte meine Sachen und sprintete so schnell ich konnte in Edwards Bad. Ich hörte ihn bei meiner Flucht laut los lachen.
Aber ehrlich, Edward machte mir mit seinem Verhalten Angst. Auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte. Ich machte mich fertig und ging zurück in die Höhle des Löwen. Auch bekannt als Edwards Zimmer. Ich machte die Tür einen Spalt auf und suchte das Zimmer nach ihm ab. Ich wusste, dass es albern war, aber ich wollte nicht riskieren schon am frühen Morgen auszurasten.
Als ich ihn nicht sah, ging ich schnell rein und holte meine Schultasche. „Warum denn so zurückhaltend?", fragte Ed. Ich schrie erschrocken auf und drehte mich schnell in seine Richtung, was ich besser gelassen hätte. Er stand neben der Tür mit meinem „geliebten" Machogrinsen und Boxershorts. „Edward zieh dich bitte an."
Ich versichte ruhig zu bleiben, obwohl ich ihn am liebsten direkt auf Grund seines dämlichen Grinsens anschreien würde. „Wieso?" „Weil wir los müssen" In diesem Moment entschied ich, dass ich unter allen Umständen mein Auto hierhin bringen müsste. Auch wenn es die Garage zuparken würde. Mit DIESEM Edward konnte ich es auf keinen Fall länger als nötig aushalten. „Ich will nicht" „Dann gib mir deine Schlüssel"
Ich sah einen leichten Anflug von Panik auf seinen Gesichtszügen. „Nein" Mir fiel der Unterkiefer auf den Boden. Vielleicht hatte ich ja Glück und die anderen waren noch da. Das Problem war, dass Edward neben der Tür stand, und ich Angst hatte, er könnte sich wieder an mich klammern. Auf einmal schoss mir eine bestimmte Erinnerung durch den Kopf und ich grinste diabolisch.
Als Reaktion darauf zog Eddy seine linke Augenbraue hoch. „Wenn du dich jetzt nicht anziehst und wir zur Schule fahren können, dann zeig ich allen aus der Schule deinen Teddy und erzähle ihnen dazu eine tolle Geschichte" Was danach passierte war echt lustig. Erst wich ihm alle Farbe aus dem Gesicht, bevor er leicht rot um die Nase wurde und dann durch zusammengepresste Zähne sagte „Das wagst du nicht" „oh doch."
Mein Grinsen wurde breiter und teuflischer. „Das ist Erpressung. Ich könnte dich anzeigen." „Du hast keine Beweise", grinste ich. Jetzt sah er wütend aus. Oh oh. Er kam langsam bedrohlich auf mich zu. „Noch einen Schritt und das Foto leistet dem Teddy Gesellschaft." „Da ist auch Emmett drauf, der wäre davon sicher nicht sehr begeistert." „Den schneide ich dann da raus." „Na gut, wenn du Gerüchte über mich verbreitest, dass erzähle ich den anderen von unserer kleinen Nummer in … ähm… in der Küche", grinste er siegessicher und wackelte bei den letzten drei Wörtern mit seinen Augenbrauen.
Ich wurde zum zweiten Mal an diesem Morgen dunkelrot. „Dann schicke ich dich mit Alice und Rose shoppen." Das war doch ein guter Plan, oder? Ich erinnerte mich daran, dass wir eigentlich noch zur Schule mussten und guckte auf die Uhr. 8.26h. … ! „EDWARD ANTHONY MASEN CULLEN!" Er zuckte bei meiner Lautstärke zusammen. „WEGEN DIR KOMME ICH HEUTE WIEDER ZUR SPÄT ZUR SCHULE UND DARF NACHSITZEN DU IMPOTENTER IDIOT!"
„HEY! Ich bin zwar vieles, aber auf keinen Fall bin ich impotent!" Als er meinen wütenden Gesichtsausdruck sah, fuhr er fort. „Ähm… okay ich zieh mich an und dann fahren wir los. Wir schaffen das zwar nicht mehr pünktlich zur zweiten Stunde, aber…" Er sah wohl, dass ich mich kaum beherrschen konnte, ihn nicht anzuschreien und brach deshalb ab. Ich wunderte mich wie er so ruhig bleiben konnte, obwohl wir zu spät kamen und ich ihn die ganze zeit beleidigte und anschrie.
Aber ich war auch extrem wütend, dass wir wegen Eds Hirnlosen Spielchen den zweiten Tag in Folge zu spät kommen würden. „WAS STEHST DU DA NOCH SO RUM? BEEIL DICH UND ZIEH DICH AN! ICH KANN NICHT FASSEN, DASS ICH WEGEN DIR AUCH NOCH NACHSITZEN DARF!" „Wärs dann nicht besser, wenn wir wirklich gar nicht mehr fahren würden?"
Ich holte Luft, um ihn wieder anzuschreien, weil es absolut falsch war zu schwänzen, aber ein kleiner Teil in meinem Gehirn, der ihm Recht gab, hielt mich zurück. Edward sah so aus, als würde er auf einen weiteren Wutausbruch von mir warten. Aber… die Idee gefiel mir. Ich müsste ja nicht hier bleiben, ich könnte ja nach Hause fahren. Aber andererseits, seit wann dachte ich überhaupt darüber nach blau zu machen?
Ich beschloss, dass ich mich in einer Notsituation fand. 1. weil ich nicht Nachsitzen wollte und 2. weil ich wirklich nicht wissen wollte was alle dachten, wenn Ed und ich zwei Tage hintereinander gleichzeitig zu spät kommen würden. Ich fand meinen Plan nach Hause zu fahren und vor dem Macho vor mir zu flüchten, nach langem Überlegen, super.
„Okay." Er guckte mich verdutzt an. „Und wie willst du erklären, dass wir beide ganz zufällig am selben tag nicht da sind?" Er dachte nach. „Dir ging es nicht gut und ich hab mir Sorgen um dich gemacht und wollte dich nicht alleine lassen. Weil alle anderen schon weg waren konnte nur noch ich bei dir bleiben." „Gut." Er grinste. „kannst du mich dann bitte nach Hause fahren?" Ihm entglitten alle Gesichtszüge. „Was? Wieso?"
„Weil ich lange nicht mehr da war und mal wieder zu MIR nach Hause möchte!" Außerdem war das Wetter schön und ich wollte in den Pool. Er seufzte resigniert und war einverstanden. Danach zog er sich Gott sei Dank ENDLICH an. „Willst du erst noch was Frühstücken?" Panisch schaute ich ihn an. Ich wollte einfach nur noch so schnell wie möglcih weg von ihm.
„Ähm…nein Danke." Da fiel mir wieder ein, dass zu Hause nicht viel im Kühlschrank war, und das was noch drinnen war, dürfte wohl inzwischen abgelaufen sein. „Oder vielleicht doch", seufzte ich. Ich hatte einfach großen Hunger und war mich sicher, dass ich vor heute Abend nichts mehr zu Essen kriegen würde.
„Wann soll ich dich wieder abholen?", grinste Edward beim Frühstück. „Gar nicht. Ich komme mit meinem Auto." Seine Miene verfinsterte sich. „Ich hab dir gestern schon gesagt, dass wir keinen Platz mehr in der Garage haben." „Dann stell ich es einfach davor." Er guckte mich ungläubig an. „Du willst uns alle zuparken?" „Nein, aber ich will auch nicht so abhängig von dir sein. Wir sehen ja gerade nur zu gut wozu das führt."
"Ich verspreche dir, dass du wegen mir nicht mehr zu spät kommen wirst, okay?" Ich betrachtete ihn misstrauisch. Hatte er seine „böse" Seite für heute wieder abgelegt? Ich war mir nicht sicher. „Wenn du dein Versprechen nicht hältst, darf ich wirklich allen den Teddy zeigen, ohne dass du ihn vorher verstecken darfst." Er schluckte, stimmte jedoch zu.
Nach dem Essen fuhren wir zu mir. Wenn ich gewusst hätte, was mir mein Plan so alles eingebracht hätte, hätte ich wahrscheinlich lieber das Nachsitzen gewählt.
