Kapitel 3: Familienbande
4. März 3019 D.Z. Nachmittags (Hornburg)
Immer noch verwundert über den Lauf der Dinge beobachtete Éomer wie Amárie sich mit Aragorn, Legolas und zwei weiteren Elbenkriegern stritt. Der eine war der Elb den sie ihm als Rúmil vorgestellt hatte und da der andere fast identisch aussah musste er wohl sein Bruder sein. Worum es in dem Streit ging konnte er beim besten Willen nicht sagen, denn sie sprachen in elbisch. Doch es sah so aus als wollten die beiden Brüder sie von irgendwas überzeugen mit dem sie nicht einverstanden war, während Aragorn und Legolas versuchten den Streit zu schlichten.
Wenn er wetten müsste, wer den Streit gewinnen würde, würde er seine Münzen ohne zu zögern auf die Waldläuferin setzen. Ob Elb oder nicht, gegen den Dickschädel dieser Frau würden sie keine Chance haben. Er sprach aus Erfahrung.
Er hatte sie nicht mehr gesehen seit sie mit Rúmil hastig das Schlachtfeld verlassen auch immer der Elb ihr mitgeteilt hatte, hatte sie tief mitgenommen und mit einem flüchtigen Nicken in seine Richtung war sie verschwunden.
Éomer verstand immer noch nicht wie ihre Verbindung zu den Elben war, aber es war offensichtlich das sie sich gut kannten. Fast wie eine Familie, stellte er verdutzt fest je länger er sie beobachtete.
„Und was kommt als nächstes?" Wechselte sie in die allgemeine Sprache. „Wollt ihr mich fesseln und auf den Rücken eines Pferdes nach Lórien schicken?"
Die Antwort verstand er nicht, aber das brauchte er auch nicht. Der Blick der Brüder zeigte deutlich das sie der Idee nicht abgeneigt waren.
„Nein!" Amárie schüttelte den Kopf. „Meine Entscheidung steht fest! Ich werde kämpfen!"
Natürlich würde sie das, dachte Éomer und musste beinahe lachen, während er sich gegen die Wand lehnte und das Schauspiel weiter beobachtete. Er war immer noch der Meinung das Frauen im Krieg nichts verloren hatten, aber andererseits war er schlau genug um einzusehen das sie nichts davon abbringen konnte. Und für eine Frau verstand sie mit einer Klinge umzugehen.
Das Gespräch nahm nach einigem hin und her in elbisch wieder einen hitzigen Zug an bis Amárie schließlich entrüstete von den Elben zu Aragorn blickte.
„Ich brauche kein Kindermädchen das auf mich aufpasst. Ich weiß mich sehr wohl selbst zu verteidigen! Du solltest es wissen, du hast es mir beigebracht, Orophin!"
Erneut war die Antwort elbisch und ließ sie schnaufen. „Haldir hat momentan andere Sorgen!"
Dieses Mal war es Aragorn der sich einmischte und auf die Elben reinredete, unterstützt von Legolas dessen Beitrag mit respektvollem Nicken akzeptiert wurde.
„Eine erstaunliche Frau, nicht wahr Éomer, Eomunds Sohn?" Das plötzliche Auftauchen Gandalfs an seiner Seite ließ ihn den Blick von Amárie abwenden. Der alte Zauberer hatte ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen, das Éomer ganz und gar nicht angebracht schien und ihm nicht gefiel.
„Ihr solltet sie nicht unterschätzen. In ihr steckt Stärke und Tapferkeit, nicht weniger als in euch Rohirrim doch wird ihre Aufopferung denen gegenüber die sie liebt, die Hingabe eines jeden Mannes übertreffen den ihr kennen mögt."
„Ihr sprecht in Rätseln, alter Mann!" Brummte er und machte sich nicht die Mühe ihn mit seinem Titel anzureden. Doch Gandalf lächelte lediglich über seine mangelnde Höflichkeit und drehte sich herum um Théoden zu begrüßen der herangeritten kam.
Er spürte wie er selbst Haltung an nahm und seinen Onkel ein erleichtertes Nicken zukommen ließ. Es tat gut, Théoden wieder als den zu sehen der er war bevor Grima Schlangenzunge seinen Geist vernebelt hatte. Der König hatte endlich wieder zu seiner alten Stärke gefunden und auch wenn er es sich nur schwer selbst eingestehen konnte war er froh, das ihm damit eine große Last von den Schultern genommen worden war.
5. März 3019 D.Z. Mittags (Isengart)
Es näherte sich der Mittagsstunde als sie schließlich in Isengart ankamen. Amárie ritt mit ihnen und hatte sich offenbar mit ihren elbischen Freunden geeinigt, auch wenn es ihm schien das in der Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen war. Für den Moment den beiden Brüdern Legolas und Aragorns Gegenwart zu genügen. Und einmal mehr stellte sich ihm die Frage was es mit dieser Frau auf sich hatte die mit Elben verkehrte, zu kämpfen vermochte und die mehr zu verbergen schien als man vermuten mochte.
„Willkommen, meine Herren, in Isengart!" Der Hobbit lenkte seine Aufmerksamkeit auf das was vor ihm lag und er konnte nur den Kopf schütteln, als er die beiden Halblinge beobachtete wie sie sich genüsslich den Magen voll schlugen und die wärme der Sonne genossen, als gäbe es nicht um das man sich zu sorgen hätte. Der Zwerg schien seine Meinung zu teilen .
„Ihr jungen Nichtsnutze! Da jagt man euretwegen durch die Gegend und jetzt findet man euch schmausend und ... und und und Pfeife rauchend!"
„Nun wir sitzen hier auf dem Feld des Sieges, und erfreuen uns einiger wohl verdienter Annehmlichkeiten." Erklärte der zweite Hobbit mit zufriedener Stimme.
Feld des Sieges. In der Tat. Es war viel Zeit vergangenen seit er das letzte Mal in Sarumans Reich gewesen war, doch es hatte sich viel verändert.
„Das Pökelfleisch ist wirklich ausgesprochen delikat."
„Pökelfleisch?" Schnappte Gimli neidisch und Éomer hätte selbst nichts gegen ein paar Streifen gut gepökelten Fleisches gehabt.
„Hobbits!" Schnaufte Gandalf kopfschüttelnd.
„Wir unterstehen dem Befehl von Baumbart. Er ist sozusagen der neue Verwalter von Isengart."
Baumbart? Wer sollte das sein? Doch schon ein paar Minuten später wurde ihm klar wovon der junge Hobbit sprach und er hatte Mühe seinen Mund geschlossen zu halten. Das was er zuvor für vereinzelte Bäume im Innenhof von Isengart gehalten hatte, war in Wirklichkeit nichts anderes als eine Ansammlung von Ents. Wie jeder in seiner Heimat hatte er endlose Geschichten gehört über die sprechenden Bäume aus dem Fangornwald, aber nie hatte er einen gesehen oder mit jemanden gesprochen der so etwas zu berichten wusste.
„Oh, junger Meister Gandalf. Ich bin froh über Euer Kommen. Holz und Wasser, Stock und Stein kann ich beherrschen. Doch hier gilt es mit einem Zauberer fertig zu werden; eingesperrt in seinem Turm." Die knorrige Stimme, klang müde und alt und nur das unterdrückte Seufzen an seiner Seite ließ ihn den Blick abwenden.
Amárie sah aus als würde sie jeden Moment aus dem Sattel fallen vor Begeisterung. Wie in der Nacht, als er ihr über die Pferde aus Rohan erzählt hatte, schien sie die Neugierde gepackt zu haben und sie blickte Baumbart mit so viel kindlichem Staunen entgegen das er lächeln musste. Aragorns nächste Worte erinnerten ihn jedoch daran, weswegen sie hier waren.
„Zeig dich gefälligst!"
„Sei vorsichtig. Sogar in der Niederlage ist Saruman gefährlich." Warnte Gandalf doch der Zwerg schien einmal wieder anderer Meinung.
„Holen wir uns seinen Kopf, dann haben wir endlich Ruhe!"
„Nein." Widersprach Gandalf. „Wir brauchen ihn lebendig. Wir müssen ihn zum Reden bringen." Als hätte er nur auf sein Zeichen gewartet, tauchte Saruman auf der Spitze seines Turmes auf. Gestützt auf seinen Stab und gehüllt in die weiten weißen Gewänder wirkte er harmlos genug. Doch keiner von ihnen ließ sich täuschen.
„Ihr habt viele Kriege geführt und viele Männer getötet, Théoden König und habt hinterher Frieden geschlossen." Begann der formalst als weißer Zauberer bekannte Mann. „Könnten wir nicht gemeinsam beratschlagen, wie wir das einst taten, mein Freund? Können wir nicht Frieden haben, Ihr und ich?"
Éomer wandte sich erwartungsvoll seinem König zu, um zu hören was er dazu zu sagen hatte und hoffte inständig, dass er den falschen Worten keine Beachtung schenken würde.
„Das werden wir. Wir werden Frieden haben, wenn man Euch gerichtet hat für die Feuersbrünste in der Westfold und für die Kinder, die dort ihr Leben ließen!
„Galgen und Krähen! Du Greis!" Fauchte Saruman, offensichtlich verärgert über Théodens Worte. „Was willst du, Gandalf Graurock? Lass mich raten. Den Schlüssel von Orthanc? Oder womöglich die Schlüssel von Barad-dûr selbst? Zusammen mit den Kronen der sieben Könige und den Stäben der fünf Zauberer?" Der Spott seiner Stimme war nur allzu deutlich heraus zu hören und Éomer zweifelte das er irgendetwas tun würde um seinen dunklen Herrn zu verraten.
„Dein hinterhältiger Verrat kostete schon vielen das Leben. Tausenden mehr droht jetzt Unheil. Doch du könntest sie retten, Saruman. Du warst tief im innersten Rat des Feindes."
„Dann seid ihr gekommen, weil ihr Auskünfte wollt? Ich habe welche für euch." Zischte er mit einem freudlosem Lächeln und zog etwas unter seinem Umhang hervor. In Éomers Augen war es nichts weiter als eine schwarze Kugel, doch so wie Aragorn und Gandalf darauf reagierten musste es von Bedeutung sein. „Etwas wuchert im Herzen von Mittelerde. Ein Geschwür und ihr vermögt es nicht zu sehen. Aber das große Auge hat es gesehen. Selbst jetzt baut er seinen Vorteil aus. Sein Angriff wird bald erfolgen. Ihr werdet alle den Tod erleiden. Aber das weißt du, nicht wahr, Gandalf? Glaubt ihr wirklich, dass dieser Waldläufer jemals auf dem Throne Gondors sitzen wird? Dieser Heimatlose, aus dem Schatten Gekrochene wird niemals zum König gekrönt!" Lachte der Zauberer und tat plötzlich etwas womit Éomer nicht gerechnet hatte. Er wandte seinen Blick Amárie zu. „Oder glaubst du etwa Sie wird es sein, die ihm zum Thron verhilft? Schwert und Schild wieder vereint? Du bist ein Narr, wenn du daran glaubst!"
Éomer starrte mit verblüffter Miene die Frau zu seiner linken an. Ihr Körper war angespannt und obwohl er sie nicht sehen konnte, wusste er das ihre grünen Augen vor Wut blitzen würden.
Wovon sprach Saruman? Schwert und Schild?
„Gandalf zögert nicht, jene zu opfern, die ihm am nächsten stehen, jene die er vorgibt, zu lieben. Sag mir, welche Worte des Trostes hast du dem Halbling gespendet, bevor du ihn in sein Verderben schicktest? Der Weg, den du ihn nehmen ließest, endet einzig und allein im Tod!"
„Ich hab jetzt genug davon! Mach Schluss mit ihm, ein Pfeil direkt ins Maul!"
„Nein!" Gandalfs Einwand hielt Legolas davon ab, Gimlis Drängen nachzugeben. „Komm herunter, Saruman! Dann wird dein Leben verschont!"
„Spar dir deine Gnade und dein Mitleid. Ich habe keine Verwendung dafür!" Und bevor er sich versah machte Feuerfuß einen erschrockenen Satz rückwärts, als ein Feuerball auf sie zugeflogen kam.Der einzige der ungerührt an Ort und Stelle verblieb war Gandalf-
„Saruman! Dein Stab ist zerbrochen! Und wie auf Befehl seiner Worte zerbarst sein Stab in seiner Hand.
Den Rest des Weges zurück nach Rohan verbrachte Éomer damit über die Geschehnisse in Isengart nachzudenken.
Über das plötzliche Auftauchen Grimas, den Tod selbigen sowie das unrühmliche Ableben des ehemals weißen Zauberers, sowie die seltsam leuchtende Kugel die sich nun in Gandalfs Besitz befand. Doch um mehr als alles andere drehten sich seine Gedanken um Amárie und das was Saruman über sie gesagt hatte. Die Worte ergaben keinen Sinn für ihn, genauso wenig wie die Gandalfs kurz bevor sie gemeinsam nach Isengart aufgebrochen waren.
Sie ritten zu schnell um sich zu unterhalten oder mehr als einen Blick zur Seite zu riskieren, bevor er sie wieder nach vorne richten musste doch er ertappte sich dabei wie er ihr mehr als einen zuwarf. Ihre Miene hatte jegliche Strenge und Abweisung von zuvor verloren und schien entspannt und glücklich, so als würde sie jeden Moment des Ritts genießen.
Mehr noch, sie schien aufgeregt und Éomer dachte wieder daran wie gierig sie alles über seine Heimat in sich aufgezogen hatte und wie gern sie die Hallen Meduseld mit eigenen Augen sehen wollte. Nun würde sich ihr Wunsch wohl erfüllen.
Erstaunt stellte er fest, das er sich von ihrer Vorfreude anstecken ließ und als er den goldenen Haarschopf seiner Schwester in der Ferne leuchten sah, spürte er zum ersten Mal wie sehr er seine Heimat vermisst hatte.
5. März 3019 D.Z. Abends (Rohan)
Es war ein langer Tag gewesen. Eigentlich waren es zwei lange Wochen gewesen und Amárie betrachtete das warme, einladende Bett vor sich mit einem schmachtenden Blick. Doch sie würde sich wohl noch etwas gedulden müssen. König Théoden hatte entschieden, das seine Männer eine Feier verdient hatten nach allem was passiert war und Amárie konnte seinen Gedanken nachvollziehen. Ein wenig Ablenkung, wenn auch nur für einen Abend, würden ihnen allen gut tun.
Seufzend strich sie sich ein letztes Mal durch ihr langes schwarzes Haar das nun offen über ihre Schultern fiel und betrachtete sich in der polierten Scheibe die ihr als Spiegel diente.
Éowyn, die sich anders als ihr Bruder als fröhliche und freundliche Person herausgestellte hatte, hatte ihr nicht nur ein Zimmer angeboten sonder ihr auch eins ihrer Kleider geliehen. Es war in einem schönen blau und relativ schlicht, ohne allzu aufwendige Ärmel die einer Frau jeglichen Handlungsspielraum nahmen aber es würde genügen.
Amárie war kein Freund von Kleidern und es musste Jahre her sein, dass sie das letzte Mal eines getragen hatte. Aber sie wusste das es ihren Verwandten gefallen würde, das sie sich zur Abwechslung einmal wie eine Frau kleidete und sie schreckte nicht davor zurück sich unlautere Vorteile zu verschaffen. Milde gestimmt und zufrieden mit ihrer Aufmachung würde sie sich eine wesentlich bessere Grundlage verschaffen, wenn es darum ging wie ihre weitere Rolle in diesem Krieg aussehen würde.
Natürlich hatte Amárie längst für sich entschieden was sie tun würde, aber mit der Zustimmung ihrer Onkel würde sie sich besser fühlen. Mit einem letzten sehnsüchtigen Blick Richtung Bett verließ sie schließlich ihr Zimmer und machte sich auf in Richtung der Festhalle. Sie war nicht sonderlich schwer zu finden, musste sie doch nur dem Lärm folgen.
Die Halle war voll und die Stimmung gut, wie sie sehr bald feststellte. Woran die beiden Hobbits die sie in Isengart aufgesammelt hatten nicht gänzlich unbeteiligt waren. Sie standen auf einem der Tische tanzten und sagen, während die Männer drum herum klatschten und johlten. Amáries Mundwinkel verzogen sich zu einem amüsierten Lächeln und sie beobachtete das Treiben für eine Weile bevor sie sich weiter durch die Menge drängte und versuchte der ein oder anderen grapschenden Hand auszuweichen.
Der blonde Haarschopf eines Elben führte ihren Weg nach rechts, doch bald stellte sie fest das es sich um Legolas handelte und nicht wie sie hoffte Haldir oder einen seiner Brüder.
„Kein Absetzen, kein Verschütten." Hörte sie plötzlich Éomers Stimme. Amüsiert beobachtete sie wie er Legolas und Gimli je einen Krug frisch gezapften Biers reichte.
„Dann ist es also ein Trinkspiel?" Erkundigte sich Legolas und Gimili, der kaum über die Tischkante reichte, lachte herzhaft.
„Wer als Letzter steht, hat gewonnen!"
Während der Zwerg beherzt seinen ersten Krug Bier hinunter stürzte, roch Legolas noch immer etwas zaghaft an seinem Krug. Hätte sie nicht einen Großteil ihres Lebens mit Elfen verbracht, hätte sie sich wie der Rest der gröhlenden Menge täuschen lassen. Man musste dem Waldelben lassen, das er eine verdammt gute Vorstellung abgab.
Es bedurfte nun wirklich mehr als ein paar Krüge Starkbier um einen Elf ins Wanken zu bringen. Éomer schien auch ein wenig an Legolas zu zweifeln der nun endlich auch zum Trinken ansetzte und beobachtete das Treiben mit hochgezogenen Augenbrauen, gegen das Bierfass gelehnt.
Amárie hatte keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war, aber inzwischen standen einige Krüge vor den beiden Wetttrinkern auf dem Tisch und wie nicht weiter verwunderlich schien Legolas klar in Führung zu liegen. Aber ein Elb wäre kein Elb, wenn er nicht noch einmal einen drauf setzten würde.
„Ich spüre etwas." Verkündete er. „Ein leichtes Kribbeln in den Fingern. Ich glaube, es zeigt Wirkung bei mir."
Éomers Augenbraue verschwand in ungeahnten Höhen und sie selbst konnte es ihm nicht verdenken, als sie Legolas beobachtete, der verwundert auf seine Hand starrte.
„Was hab ich gesagt? Der verträgt einnnfffach nichhhtss..." Lallte der Zwerg. Eine Sekunde später verdrehte er die Augen und kippte vom Stuhl.
„Spiel vorbei." Legolas trockener Kommentar führte zu einer Reihe von ausgelassenem Gelächter unter den Männern. Amárie verdrehte die Augen und wollte sich gerade abwenden, als sie Éomers Blick aufschnappte. Einen langen Moment starrte er sie einfach nur an und Amárie sah ihm an das er von ihrer Aufmachung ein wenig überrumpelt war. Wahrscheinlich nahm er gerade zum ersten Mal war das sie eine Frau war.
Spielerisch hob sie eine Augenbraue bevor sie sich herum drehte um nach den Elben aus Lórien Ausschau hielt.
Wie nicht anders zu erwarten fand sie alle drei von ihnen an dem abseits gelegensten Tisch in der ganzen Halle. Erstgeborene mischten sich nicht unter das gewöhnliche Volk dachte sie Augen verdrehend und konnte nur vermuten was die drei davon halten würden, wenn sie Legolas beim Wetttrinkern gesehen hätten.
Wie gehofft formte sich jedoch der Anflug eines Lächelns auf den Gesichtern der drei Brüder als sie ihre Aufmachung wahrnahmen. Rúmil ging sogar so weit seine Zähne aufblitzen zu lassen, während sie Haldirs zuckenden Mundwinkel wohl als wohlwollende Geste hinnehmen musste.
So wie er da saß konnte sie erkennen, das ihm seine Wunde immer noch zu schaffen hatte und Rúmil hatte ihr versichert, dass er sich glücklich schätzen konnte überhaupt noch am leben zu sein. Ein Stück weiter rechts und es wäre vorbei gewesen mit der Unsterblichkeit. Wie zuvor in Helms Klamm spürte sie eine tiefe Erleichterung über sich schwappen und sie wünschte sich sie könnte ihn in die Arme schließen und an sich drücken. Aber Amárie kannte Haldir gut genug um zu wissen, das er von solch vertrauten Gesten nicht viel hielt. Schon gar nicht vor aller Augen sichtbar.
Er war nicht gefühllos und kalt wie ihm sogar viele seines eigenen Volkes unterstellten, lediglich zurückhaltend und vorsichtig mit seiner Zuneigung.
„Lothdúlin," rief Orophin sie bei ihrem elbischen Spitznamen und stand auf. „Telo, govado ven!" Forderte er sie auf sich zu ihnen zu gesellen.
„Thiach vae!" Grinste Rúmil und erntete ein zustimmendes Nicken von Orophin, dem ihr äußeres offensichtlich auch gut genug gefiel.
„Und das von einem Elben, ich fühle mich geschmeichelt!" Lachte sie und machte sich nicht die Mühe ins elbische zu wechseln. Alle drei verstanden die westliche Sprache gut genug, wenn sie nur wollten.
„Ich habe gehört ihr seid in Isengart auf den weißen Zauberer getroffen!" Ergriff nun Haldir mit unbewegter Miene das Wort und Amárie stellte fest das sie einen taktischen Fehler begangen hatte, als sie sich ihm gegenüber nieder gelassen hatte. In den vergangenen Jahrtausenden hatte ihr Onkel die Kunst des Verhörs zur Perfektion gebracht und ihm dabei anzublicken würde sich zu ihrem Nachteil heraus stellen.
„Das ist wahr. Die Ents haben Isengart übernommen und seinem Treiben ein Ende gesetzt. Er selbst fand sein Ende durch Verrat."
„Wie passend." Brummte Rúmil. „Ein Verräter der einen anderen tötet!"
„Hat er noch etwas gesagt, bevor es soweit war?"
„Oh er hat eine Menge Dinge von sich gegeben. Gandalf wollt ihn dazu bringen ihm zu verraten was der Feind vorhat, doch außer Beleidigungen und schwächlichen Tricks hatte er nichts vorzubringen."
„Schwächliche Tricks?" Eine silberblonde Augenbraue wanderte fragend in die Höhe.
Schulterzuckend blickte sie sich nach etwas zu trinken um. „Sein Stab ist zerbrochen!" Und ihre Augen weiteten sich unfreiwilliger Weise als sie Legolas mit Éomer auf ihren Tisch zusteuern sah. Natürlich entging den misstrauischen Blicken ihrer Verwandtschaft, diese unglücklicherweise nicht sehr subtile Reaktion nicht.
„Oh. Ist das nicht der Pferdelord dem du so treu in der Schlacht zur Seite gestanden hast?" Hakte Rúmil mit einem Unterton der ihr die Nackenhärchen aufrichtete und Haldir gerader sitzen ließ. „Ich habe gehört du hast die letzten Tage in Gesellschaft der Rohirrim verbracht?"
„Ja!" Es hatte keinen Sinn die Wahrheit ab zustreiten, wenn sie so leicht zu beweisen war. Leider war es den drein deutlich anzusehen, das sie von nicht viel hielten.
„Mae govannen!" Legolas hatte ihren Tisch erreicht und nickte den drei Elben aus Lórien respektvoll zu. „Lû and gwannant!" Damit wandte er sich Éomer zu der bei dem Klang der fremden Worte die Stirn kraus zog.
„Dies ist, Éomer. Des Königs Neffe." Stellte der Waldelb seinen Begleiter vor, der nicht so aussah als wäre er freiwillig da.
„Seid gegrüßt." Erwiderte er das steife Nicken der Elben. „Mein König bittet mich euch für euer Beistehen in der Schlacht zu danken und schickt euch dieses Fass Eiswein, als Zeichen seines Dankes. Er selbst muss sich ausruhen und bittet seine Abwesenheit zu entschuldigen."
Damit winkte er zwei Männer heran, die ein großes Fass Wein heranbrachten und sogleich anstachen. Im Nu hatte jeder von ihnen einen gefüllten Kelch besten Weins vor sich stehen und an den Gesichtern von Rúmil und Orophin konnte sie erkennen, das sie die Feier sogleich mehr genossen. Typisch Elben. Gib ihnen Wein und sie sind dein Freund.
Doch offensichtlich nicht ihrer, denn als Éomer sich mit einem knappen Nicken und einem flüchtigen Blick in ihre Richtung zurück ziehen wollte, hielt Rúmil ihn auf.
„Herr Éomer, es wäre unhöflich würdet ihr nicht einen Krug Wein mit uns teilen."
Amárie war sich nicht sicher, was er damit bezweckte aber er schien sehr wohl zu wissen, dass sie nicht damit einverstanden war.
„Ich möchte euch nicht im Wege stehen," Versuchte sich der Pferdeherr herauszuwinden. „Es ist offensichtlich einige Zeit vergangen seit eurem letzten Zusammentreffen."
„Lothdúlin, wird nicht fortlaufen," Versicherte Rúmil gutmütig und zog sich nun auch einen schiefen Blick von Haldir zu.
Sei dir nicht so sicher! Dachte Amárie mürrisch.
„Setzt euch!"
Sehr zu ihrem Bedauern schien Éomers Neugierde die Oberhand zu gewinnen und er kam der Aufforderung nach und ließ sich neben Legolas nieder, der wie Orophin damit beschäftigt war den Wein zu genießen.
„Lothdúlin?"
„Nichts weiter als ein Spitzname." Versicherte sie ihm.
„Davon scheint ihr viele zu haben."
„Oh, wirklich! Niemand hat euch gezwungen mir einen zu geben. Ihr kennt meinen Namen, den zu gebrauchen ihr offensichtlich nicht in der Lage seid!" Schnappte sie augenblicklich zurück und unterdrückte ein Stöhnen als sie Rúmils amüsierten Blick aufschnappte.
„Oh, ihr habt einen Namen für unsere kleine Nachtblume?"
Sie konnte deutlich spüren wie ihre Wangen in einem Anflug von Peinlichkeit rot wurden. Was ging es den Rohirrim an, wie ihre Familie sie rief? Mit kleine Nachtblume konnte man sich sicherlich keinen Respekt unter Kriegern verschaffen. Und in Éomers Augen konnte sie deutlich sehen wie amüsierte er über den Namen war.
Éomer zuckte mit den Schultern, offenbar nicht bereit den Namen preis zugeben, doch Haldirs hoch wandernde Braue ließ ihn einlenken.
„Fálawyn!"
„Wie treffend!" Kommentierte er trocken und verstand offensichtlich mehr als der Rest von ihnen. Nun wenn man Jahrtausende Zeit hatte, wurde man wohl irgendwann von Langeweile geplagt und lernte viele Sprachen.
Ihr Kinn verzog sich zu einer steifen Linie als klar wurde das keiner der beiden Anstalten machte das Wort für sie zu übersetzten, was ihr deutlich sagte das es kaum Schmeichelhaft sein konnte.
Legolas der die Anspannung zu spüren schien versuchte das Gespräch auf etwas anderes zu lenken und erkundigte sich nach dem weiteren Vorhaben der Brüder.
„Das ist noch nicht entschieden!" Rúmils Blick huschte zu ihr und Legolas schien zu verstehen wovon ihre Entscheidung abhängen würde, während Haldir Éomer mit einem abschätzenden Blick beobachtete. Amárie wusste, das ihm die Anwesenheit des Pferdelords nicht gefiel. Zum einen war er ein Mensch und zum anderen ein Fremder. Keins von beiden war eine Gesellschaft die er schätzte um private Dinge zu besprechen. Um ehrlich zu sein, schätzte Haldir überhaupt keine Gesellschaft. Rúmil und Orophin hatten da wesentlich weniger Bedenken, besonders wenn es darum ging ihren Bruder ein wenig zu ärgern.
„Nun, nach allem was wir wissen und dem was Saruman erzählt hat können wir wahrlich jeden Beistand gebrauchen."
Ohne es zu wissen hatte der Elb das Gespräch in eine Richtung gelenkt, das sie versucht hatte zu vermeiden. Haldirs Blick wurde umgehend schärfer.
„Amárie wollte uns gerade davon berichten!"
Nein, wollte sie nicht doch sie antwortete trotzdem da sie keine Wahl mehr hatte. Also berichtete sie so gut wie konnte, was der ehemals weiße Zauberer ihnen alles an den Kopf geworfen hatte. Letztlich war es besser sie tat es als einer der anderen beiden.
„Er hat recht mit seinem Hoffnung ist verblieben und Saurons Macht ist stärker denn je. Ein ungekrönter König vermag wenig daran zu ändern."
„Orophin!" Rügte sie ihn. War es nicht eigentlich an Haldir Pessimismus zu verbreiten? „Warum nennen sie ihn Estel, wenn nicht aus dem Glauben heraus das noch Hoffnung besteht?"
„Amárie hat recht," Nickte Legolas. „Ihr selbst wart Zeuge wie er er in Helms Klamm den Männern die keine Hoffnung mehr auf einen Sieg hatten, Mut gemacht hat. Er hat an ihrer Seite gekämpft und an sie geglaubt. Es steckt viel gutes in den Menschen, es braucht lediglich einen starken Führer der ihre Stärken ans Licht zu holen vermag."
Éomer und Amárie tauschten einen pikierten Blick über Legolas Worte. Wie so oft schienen den Erstgeborenen jegliches Taktgefühl zu fehlen, wenn es um menschliche Schwächen ging.
„Es gibt Hoffnung." Beteuerte Legolas erneut der mit den unbewegten Mienen der anderen Elben unzufrieden war. „Das Schwert Gondors wird Sauron erneut zu Fall bringen."
„Und was ist mit dem Schild?"
Éomers unvermittelte Frage schenkte ihm unverzüglich die gesammelte Aufmerksamkeit. Während die drei Brüder ihn alarmiert anblickten und Legolas lediglich erstaunt eine Augenbraue hob warf sie ihm einen vernichtenden Blick zu.
„Wovon sprecht ihr?" Hakte Haldir scharf nach.
Éomer, offensichtlich etwas überrascht über die harsche Reaktion warf ihr einen fragenden Blick zu, den sie mit einem wütenden Funkeln erwiderte. Sie hatte gleich gewusst, das es nur zu Ärger führen würde, wenn er sich zu ihnen an den Tisch setzten würde.
„Der weiße Zauberer er sprach abfällig davon das Schwert und Schild wieder vereint sein und das Gandalf der Graue ein Narr wäre, würde er daran glaube das Amárie Aragorn zum Thron verhelfen würde."
Und wie auf einen Paukenschlag richteten sich die Blicke ihrer drei Onkel auf sie. Genau das hatte sie befürchtet. Sie widerstand nur schwer den Drang die Augen abzuwenden. Stattdessen starrte sie entschlossen zurück und reckte ihr Kinn vor. Wenn sie wollte das man sie ernst nahm, konnte sie es sich nicht erlauben Schwäche zu zeigen.
„Spricht er die Wahrheit?"
Es war Rúmil der fragte und das allein bereitete ihr Sorgen. Normalerweise war der jüngste der Brüder der, der am ehesten zu ihrer Verteidigung heran schritt.
„Ja."
Als wäre es ein geheimes Zeichen gewesen, löste ihre Antwort einen Schwall von Flüchen, Zurechtweisungen und Befehlen aus. Alle drei waren wieder ins Sindarin verfallen, doch sie verstand sie ohne Probleme. Sie wollten das tun was ihnen schon in Helms Klamm als erstes in den Sinn gekommen war, sie mit zurück nach Lothlórien zu nehmen.
Amárie seufzte innerlich und ließ das Chaos über sich fragte sie sich ob es mit menschlichen Verwandten genauso schwierig wäre. Den größten Teil ihres Lebens hatte sie in den Goldenen Wäldern verbracht und war dort den Brüdern mehr oder weniger aufgezogen worden. Anfänglich war es nichts als Pflichtgefühl, das wusste Amárie, aber über die Jahre hinweg hatte sie sich einen Platz in ihrer Mitte erkämpft. Bei dem einen leichter, bei dem anderen weit aus schwieriger dachte sie und musterte Haldir der inzwischen in einen Wortwechsel mit Legolas verstrickt war.
Es war nicht immer leicht mit Elben aufzuwachsen, schließlich war sie lediglich ein Mensch. Oder zumindest so gut wie. Der winzige Funke Unsterblichkeit der sich in ihr Verbarg vermochte die Unterschiede zwischen ihren beiden Völkern nicht immer auszugleichen. In Momenten wie diesen wusste sie es ganz bestimmt. Amárie war sich bewusst, dass Haldir und seine Brüder sich nur um sie sorgten, aber sie war kein kleines Kind mehr das auf einen großen Beschützer angewiesen war.
„Ich werde bleiben und kämpfen!" Ihre plötzliche Aussage unterbrach kurzzeitig die Diskussion.
„Nein!" Entschied Haldir.
„Ich werde kämpfen! Es ist auch mein Volk. Ich bin kein kleines Kind mehr, ich treffe meine eigenen Entscheidungen!"
„Wenn deine Entscheidungen in den sicheren Tod führen ist es an uns dich davon abzuhalten!"
„Und mich zwingen zuzusehen, wie alles um mich herum den Schatten anheim fällt? Nein, dazu habt ihr kein Recht, Orophin!"
„Oh doch das haben wir!" Haldirs Stimme war eisklar und Amárie blickte ihn nur widerwillig an. „Wenn Saruman von deiner Existenz weiß, dann weiß es auch Sauron. Er wird dich jagen und töten, genau wie Estel."
„Dann nehme ich mein Schicksal an!"
„Nein!"
Haldirs Antwort kam mit soviel Nachdruck das alle Anwesenden erschrocken zusammen zuckten und Éomer, der ohnehin schon so aussah als bereute er etwas gesagt zu haben, blickte sehnsüchtig zu einem der anderen Tische herüber. Amárie hatte keinerlei Mitleid mit ihm. Hätte er seinen Mund gehalten, wäre es nicht so weit gekommen.
„Beriadîr, ni -" Versuchte sie es auf eine Art die ihr als Kind mehr als einmal geholfen hatte ihren Willen durch zu setzten. Normalerweise wurde er weich, wenn sie ihn mit seinem Spitznamen ansprach, aber heute ließ er sie mit einer steifen Geste verstummen.
„Wir haben geschworen auf dich aufzupassen und diesen Schwur werden wir nicht brechen! Hätten wir gewusst das du dich von einer Schlacht in die nächste stürzt, hätten wir dich niemals ziehen lassen! Du wirst mit uns zurück kehren!"
„Warum? Um euch in ein paar Jahren an den Ufern der Anfuhrten zu verabschieden? Wenn dieses Welt euch nichts mehr zu bieten hat und ich zurück bleibe in einer Welt die von Sauron beherrscht wird?"
„Lothdúlin, du-" Setzte Rúmil an, doch sie unterbrach ihn.
„Ich würde was? Mit euch das Schiff besteigen? Ich bin sterblich Rúmil! Ich habe keinen Ort an den ich fliehen kann! Diesen Trost finden nur die Erstgeborenen und doch lächelt ihr auf uns herab das wir bereit sind für unsere Welt zu kämpfen!"
Wieso konnten sie nicht verstehen, das es hier nicht darum ging eine Schlacht zu gewinnen sondern um alles. Helms Klamm war lediglich der Auftakt gewesen zu einer Schlacht die über das Schicksal von ganz Mittelerde entscheiden würde. Sie würde lieber auf dem Schlachtfeld sterben, als sie zu verstecken und später alleine zurück gelassen zu werden, wenn alle anderen in den Westen segelten.
Amárie konnte praktisch spüren, wie die Tränen in ihr aufwallen wollten und stand hastig auf um in ihr Zimmer zu flüchten.
„Lothdúlin-!" Rúmil war ebenfalls aufgesprungen doch ignorierte ihn und drehte sich herum. Das letzte was sie sah bevor sie durch die Gänge eilte, war Éomers nachdenkliches Gesicht. Er hatte wahrscheinlich kaum ein Wort verstanden, von dem was gesprochen wurde, aber das wenige das er verstehen konnte war wohl genug um ihn zu verwirren.
Ohne auf den Weg zu achten lief sie durch die Hallen, bis sie schließlich den Weg hinaus fand und in einem kleinen Vorhof zum Stehen kam.
Sie war wütend. Wütend auf ihre Onkel die einfach nicht nachvollziehen konnten, das sie nicht tatenlos zusehen konnte wie alles um sie herum zerfiel und wütend auf sich selbst das sie nicht standhafter war. Stattdessen war sie fortgelaufen, wie ein verängstigtes Fohlen.
Eine tolle Kriegerin war sie. Wie sollte sie das Schild Gondors sein, wenn sie nicht mal mit ihrer Familie fertig wurde.
Amárie versuchte tief Luft zu holen und sich zu beruhigen, aber irgendwie wollte es nicht so recht gelingen.
„Männer! Sie sind alle gleich!" Fluchte sie verärgert und wäre fast katapultartig in die Luft gesprungen als ihre eine bekannte Stimme antwortete.
„Du tust einigen von uns unrecht!"
„Aragorn!"
Der angesprochene trat an ihre Seite heran und lehnte sich gegen einen Pfeiler während er sie betrachtete. „Ich nehme an der Grund für deine schlechte Stimmung ist groß, blond und mürrisch?"
„So ziemlich jeder Grund für schlechte Laune ist groß und blond!" Fauchte sie bevor sie seufzte. „Verzeih mir, es bist nicht du der meinen Groll verdient hat." Aragorn nickte, antwortete jedoch nicht und Amárie wusste das er ihr Zeit gab sich zu sammeln.
„Wieso können sie nicht verstehen das es meine Entscheidung ist? Es ist mein gutes Recht für das zu kämpfen was mir lieb und teuer ist! Oder nicht?"
„Sie wollen dich lediglich schützen!"
„Warum weil ich eine Frau bin? Eine zerbrechliche Sterbliche?"
„Weil sie dich lieben, Amárie. Alle drei." Fügte er hinzu und sie seufzte wieder.
„Ich weiß und ich liebe sie ebenfalls, aber mein Entschluss steht fest. Wenn du kämpfst werde ich neben dir sein und dir ein Schild sein. So wie es bestimmt ist."
„Amárie du-"
„Aragorn – du solltest am besten wissen, was es heißt mit einem Schicksal geboren zu sein, das jeder zu kennen glaubt. Aber die Wahrheit ist, ich wäre auch an deiner Seite ohne meine Bestimmung zu kennen. Ich glaube an dich, Estel. Ich muss – ansonsten wäre alles verloren!"
Aragorn seufzte tief, nickte aber schließlich. „Es wird ihnen nicht gefallen. Besonders Haldir!"
„Wann hat Haldir schon mal irgendetwas von dem gefallen wozu ich mich entschlossen habe?" Schnaubte sie.
„Das mag stimmen, aber du musst zugeben in der Vergangenheit hatte er zumeist recht von deinen Plänen nicht begeistert zu sein. Erinnere dich nur daran als du dich entschlossen hast allein und wehrlos auf Orkjagd zu gehen!" Neckte er sie gutmütig.
„Ich war nicht wehrlos, ich hatte ein Schwert!" Widersprach sie.
„Oh ja, ich erinnere mich gehört zu haben das Glorfindel alles andere als begeistert war, als er herausgefunden hat das du es ihm geklaut hast!"
„Ich habe es nicht geklaut, lediglich geliehen!"
„Uhu...!" Grinste der Mann der einmal König werden sollte sie hinterhältig an. „Wenn du das sagst."
„Er hat es wiederbekommen."
„Ja nachdem er dem er den halben Wald danach abgesucht hat!"
„Oh...du bist genauso schlimm wie die anderen!" Schnappte sie, ohne wirklichen Zorn dahinter.
„Dafür ist eine Familie da!" Grinste er und schlang einen Arm um ihre Schulter um sie an sich zu drücken und lachte lediglich als sie ihm in die Seite knuffte.
Ja, dachte Amárie seufzend als sie sich wieder rein führen ließ, dafür war eine Familie wohl da und trotz allem würde sie ihre um nichts in der Welt eintauschen wollen.
TBC
