6. Kapitel - Erfüllte Wünsche?
Emi blickte die beiden jungen Wesen an. Sie vermutete stark das geschockt wohl milde ausgedrückt war. Zwar sah man bei beiden keine Gefühlsregung, doch die ältere Fürstin hatte so ihren eigenen Verdacht. Es konnte nur eins bedeuten. Sicherlich erfreute es gerade Saira. Mit der neuen Verantwortung würde Sesshomaru seine Reise verschieben müssen.
Bevor jemand Zeit fand Fragen zustellen, erklärte Emi die Hintergründe: " Dein Vater musste eine dringende Reise unternehmen. Seine Rückkehr ist noch unbestimmt. Seinen Worten nach ist sie weder geplant noch aufschiebbar. Möglicherweise sehr gefährlich.
Aus bestimmten Gründen legt er deshalb die Verwaltung des Reiches in deine Hände. Er gibt dir damit die Macht, die du immer wolltest."
Die Überraschung ließ sich Sesshomaru nicht anmerken, dennoch bewegte ihn eine Kleinigkeit:" Wenn es so gefährlich ist, wie mein verehrter Vater vermutet, weshalb tritt er dann die Reise allein an."
Diesmal seufzte Emi und gestand:" Leider ist es mir derzeit unmöglich, Taro zu begleiten. Ich wäre ihm nur hinderlich anstatt von Nutzen."
Der neue Lord blickte daraufhin seine Mutter an. Offenbar lag es nicht in ihrem Interesse, Näheres zu erläutern. Doch etwas anderes sollte sie noch übermitteln. "Ach ja, bevor ich es vergesse. Inu no Taisho lässt dir ausrichten du sollst Tenseiga gut behüten. Er möchte es dir übergeben, da es ihm seine Dienste versagt. Totosai ist der Meinung das es nun Zeit wird das, dessen wahrer Erbe in Zukunft das Schwert führt."
" Tenseiga? Weshalb gibt er es mir? Für mich ist es...", den Satz beendete er nicht. Sondern fragte:" Was ist mit Tessaiga?"
" Das entzieht sich meiner Kenntnis. Er erwähnte nur das er für den Fall seines Ablebens Vorsorge getroffen hat. Dieses Schwert wird das Erbe deines Bruders sein. Auf seine Reise nahm Taro nur So'unga mit." berichtete Emi wahrheitsgemäß, sie verschwieg nur eine Kleinigkeit.
" Und Inuyasha?", mehr zufragen war auch nicht nötig, da die ältere Fürstin sich den Rest denken konnte.
" Noch ist er zu jung um das Schwert führen zu können, deshalb hat euer Vater von Totosai ein Messer schmieden lassen. Damit kann sich der Kleine gegen sein Dämonenblut schützen."
" Um dem vorzubeugen, werde ich nie einen Hanyou zeugen, verehrte Mutter.", gab der neue Lord leise von sich. Sairas Anwesenheit vergaß er für einen Moment. Der Situation hilflos gegenüberzustehen schreckte Sesshomaru gerade ab, weniger der Gedanke, dass sein Kind dann nur ein Halbdämon sein würde. Da er aber nicht vorhatte Saira näher zukommen war es nicht relevant. Deshalb schob er es wieder beiseite und dachte an die Entscheidung seines Vaters. Im ersten Moment fühlte er sich geehrt, das er so viel Verantwortung übernehmen durfte. Sicherlich gab es da wieder einen Hintergedanken. Sein Vater wusste von der geplanten Reise und somit fesselte er Sesshomaru an das Schloss und seine Gemahlin. Taro glaubte wohl, wenn sie sich jeden Tag sahen, würde es zwangsläufig zu einer Annäherung kommen.
So sah sich der Youkai vielen Gefühlen konfrontiert. Überraschung, Freude, Enttäuschung und ein klein wenig Wut. Sicherlich gehörte das auch von Anfang an zu seines Vaters Plan. Deshalb blickte er zu seiner Gemahlin. Saira saß still da, um diese Wendung erst einmal zu verarbeiten. Sobald sie den Blick ihres Gefährten auf sich ruhen sah, erwiderte sie ihn. Leise fragte sie dann:" Heißt das, ich bin jetzt deine Fürstin. Die Herrin der westlichen Länder."
Nicht Sesshomaru antwortete, sondern Emi:" Bis Lord Taro zurückkehrt ja. Doch um alles zu bewältigen, verbleibe ich in deiner Nähe. Auch ich hatte damals in den ersten Jahren Hilfe von der älteren Fürstin. Dennoch denke ich das Du deinem Gemahl keine Schande bereiten wirst."
Das Letzte sagte sie mit einem Seitenblick auf ihren Sohn.
Sesshomaru wirkte nachdenklich, sein Blick auf etwas gerichtet das sich vor dem Fenster ereignete. Dann sagte der Hundedämon:" Mein Vater wird sicherlich alle Details bedacht haben, so wie in diesem Vertrag."
Emi lag eine Erwiderung auf der Zunge, doch ein Blick ihres Sohnes, der besonders böse zu sein schien, ließ sie innehalten.
Dann stand der neue Lord auf:" Wenn ihr mich entschuldigt.", danach wollte der Fürst an Emi vorbeigehen, blieb aber stehen und wandte sich ihr zu. Die goldenen Augen schmälerten sich. Gleich darauf beugte sich Sesshomaru etwas vor und schnupperte.
Dann runzelte er die Stirn." Der Geruch meines Vaters ist an dir.", fasste er seine Feststellung in Worte.
Jetzt legte Emi ihren Kopf etwas schief, lächelte und erklärte:" Natürlich er ist schließlich mein Gemahl."
" Seit wann?" Gerade fand es Sesshomaru schwer seine Überraschung und Neugierde im Zaum zuhalten. Seine Eltern trennten sich doch bevor sich Inu no Taisho Izayoi zuwendete, das war vor fast 80 Jahren. Wenn er aber so an die letzten Monate dachte, ihr scheinbar gutes Verhältnis. Eigentlich sollte es den neuen Lord freuen.
Die ältere Fürstin erklärte auch schon." Dein Vater und ich, wir haben uns eine zweite Chance gegönnt. Es stellte sich heraus das Wir einander mehr mögen, als wir immer zugeben wollten. Wir gingen den Bund erneut ein, am Tag als Saira deine Gemahlin wurde."
Das Geständnis seiner Mutter ließ jetzt nur einen Schluss zu. Dies fasste Sesshomaru in Worte:" Also war er doch im Schloss?"
" Taro würde doch nie den Moment versäumen, in dem sein Sohn den Bund eingeht.", teilte ihm Emi deshalb mit.
Sesshomarus Augen schmälerten sich:" Dann hast du gelogen?"
" Habe ich das?", fragte die ältere Fürstin belustigt:" In meinem Worten gab es keinerlei Lüge."
Sesshomaru versuchte sich, an den genauen Wortlaut seiner Frage und auch die Antwort seiner Mutter zu erinnern. Sie hatte tatsächlich nur eine allgemeine Äußerung abgegeben.
Jetzt so nah bei seiner Mutter, während des Gespräches irritierte ihn noch etwas. Die ganze Zeit spürte er eine schwache dämonische Energie in der Nähe, doch außer Saira, nahm der Fürst kein weiteres Lebewesen wahr. Die Wachen auf dem Gang befanden sich zu weit weg, um es auf diese Art zu spüren. Außerdem kam es ihm fremd aber auch gleichzeitig vertraut vor. Deshalb nahm Sesshomaru seine Mutter genauer in Augenschein.
Die ältere Hundedämonin sah, dass der Blick ihres Sohnes auf ihrem Bauch ruhte. Hier strich sie sich jetzt darüber und fasste den unausgesprochenen Verdacht Sesshomarus in Worte, während sie einen sehr glücklichen Ausdruck auf dem Gesicht hatte.:" Dieses Geschenk hat er mir noch hinterlassen. Mit viel Glück bekommst du in einigen Monaten eine Schwester. Wie du weißt, habe ich mir schon lange eine Tochter gewünscht."
Diesmal drehte sich der Fürst wortlos um und ging. Erst im Arbeitszimmer seines Vaters blieb er stehen und lehnte sich gegen die Tür. Tief in seinem Innern brodelte es. Der Zwang irgendetwas zu zerstören war noch nie so groß in ihm, doch er beherrschte sich.
Er setzte sich und dachte eine Weile nach. Das hatte sein Vater Inu no Taisho sehr gut eingefädelt. Vermutlich kannte er die Reaktion seines Sohnes sehr genau. Als Fürst trug Sesshomaru Verantwortung und konnte nicht so einfach die Ländereien verlassen.
Dann noch ein halbwüchsiger Hanyou, dessen Ausbildung in Angriff genommen werden musste. Außerdem mit der Aussicht bald noch ein Geschwisterchen zu haben. Aufgrund dieser Umstände konnte er das Schloss keinesfalls für längere Zeit verlassen.
Gerade schlich sich etwas in die Gedanken Sesshomarus. Was würde wohl sein Vater als nächstes Hindernis geplant haben.
Bereits am nächsten Tag etwa zur Mittagszeit traf Emi ihren Sohn in der Nähe seines neuen Arbeitszimmers, das sich dieser extra einrichten ließ. Seine Mutter war eindeutig erbost. Dann stand sie vor ihm. Er grüßte höflich." Verehrte Mutter."
Doch die Fürstin hob ihre Hand und ohrfeigte Sesshomaru. Mit den Worten:" Was fällt dir ein. Kaum bist du vermählt lässt du deine Gemahlin allein und beschämst sie, indem du deine Konkubine beschläfst. Von meinem Sohn hätte ich mehr Anstand und Diskretion erwartet.", lieferte sie sofort die Erklärung für ihren Unmut.
Der neue Lord wusste in diesem Moment nicht, was er denken sollte. Er hatte doch nicht einmal eine Konkubine. Außerdem ließ er nur Saira gegenüber, diese Äußerung verlauten. Ob sie diesbezüglich mit Emi darüber sprach? Oder lauschte eine der Wachen.
Eine andere Möglichkeit fiel ihm nicht ein. Deshalb musste er Genaueres wissen.
Doch seine Mutter stoppte ihren Redefluss noch nicht: "Das ganze Schloss weiß bereits Bescheid. Was glaubst du wie sich Saira fühlt. Immerhin ist sie gern deine Gemahlin."
" Wenn du mehr weißt als ich, dann kläre mich auf. Meines Wissen nach habe ich gar keine Konkubine."
" Hast du nicht?", entfuhr es überrascht der älteren Fürstin. " Dann hast du Azarni auch nicht in der Nacht deiner Vermählung beschlafen."
Wenn sich Sesshomaru im letzten Moment nicht beherrscht hätte, wäre ein tiefes Grollen aus seiner Kehle gekommen. Diese Youkai fand er nicht einmal attraktiv. Allein der Charakter und ihre versteckte Bosheit schreckte den Lord ab. Eine angemessene Strafe war ihr sicher. Doch das behielt er für sich und äußerte nur: " Mutter, ich habe die ganze Nacht allein in der Bibliothek verbracht. Obwohl ich niemanden Rechenschaft schuldig bin, können zwei Wachen aus diesem Flügel es sicherlich bezeugen."
" Hat Azarni dann gelogen?", wollte Emi nun wissen.
Nachdenklich gab Sesshomaru an:" Eine andere Erklärung gibt es nicht."
Es dauerte nicht lange, bis sie beide den ganzen Vorfall und die Angeberei der Hofdame kannten. Die ältere Dienerin berichtete es.
Die ganze Zeit blieb der neue Fürst ruhig. Auch später noch, als er vor den Gemächern der Hofdame stand. Leise trat er in den Raum. Die Youkai stand am Fenster und starrte gedankenverloren hinaus in den Garten, der Ausblick war herrlich.
Erst als sie jemand hinter sich spürte, wurde sie aus den Gedanken gerissen. Doch da war es bereits zu spät. Es gab keine Chance für sie. Im nächsten Moment wurde Azarni gegen die Wand gedrückt. Mit seinem Körper verhinderte Sesshomaru ein Entkommen oder mögliche Gegenwehr. Während die Hofdame mit der einen Klauenhand in einem eisernen Griff gehalten wurde, wanderte die andere über den Körper der goldblond haarigen Dämonin. Die Kleider fielen in Fetzen zu Boden.
Jetzt begann der Fürst zusprechen: " Meine Konkubine. Interessant." Hörte Azarni die kalte Stimme ihres Herrn.
Dabei liefen ihr, Schauer über den Rücken. Sie spürte deutlich wie aufgebracht Sesshomaru war. Seine dämonische Energie stieg ins Bedrohliche und erdrückte sie zusätzlich.
" Wie oft haben wir beide es denn schon getrieben?", kam als Nächstes.
Mit einem kleinen Hoffnungsschimmer begann die Dämonin:" Verzeiht Herr. Doch wenn ihr es wünscht, schenke ich euch gern Vergnügen."
Diesmal stahl sich ein überlegenes Lächeln auf die Lippen des neuen Fürsten:" Ganz sicher komme ich gleich auf meine Kosten."
Damit begann er erneut über den Körper der Hofdame zu fahren. Doch es geschah nun nicht mehr zärtlich. Es war ihm, egal ob seine Klauen tiefe Kratzer hinterließen. Er streifte ihr über den Po und griff zwischen ihre Beine. Dann berührte Sesshomaru die intime Mitte der Dämonin. Mehrmals stieß er mit dem Finger von unten in sie hinein.
" Von hinten, hart und schnell. Waren das nicht deine Worte.", flüstere der Lord in ihr Ohr, während er ganz dicht an ihrem Körper weilte.
Die Hofdame fand keinen Gefallen an den Berührungen. Das war nicht so, wie sie sich es erträumte. Doch nicht nur die Klauen verletzten, sondern auch die folgenden Worte:" Wenn ich meine Gemahlin eines Tages beschlafe werde ich umsichtig vorgehen. Ihr den höchsten Genuss bereiten. Sie verdient unvergessliche Momente. Vielleicht ist sie nur ein Mensch, dennoch steht sie weit über einer billigen Dirne. Denn mehr bist du nicht."
" Ich habe noch nie bei einem anderen Wesen gelegen Herr.", versuchte die Azarni alles richtig zustellen und überführte sich somit gleich ihrer Lügen.
Kurz unterbrach sich Sesshomaru, schnaubte abfällig und fuhr fort:" Dein Fehler, jeder im Schloss glaubt jetzt das Du eine bist. Damit hast du dir eine vorteilhafte Verbindung verscherzt."
Diesmal kam sie nicht zu einer Antwort. Sesshomaru stieß Azarni zu Boden. Sie landete auf allen Vieren. Doch es gelang ihr nicht, wegzukriechen.
" Demütig vor mir auf den Knien.", wieder waren es ihre eigenen Worte, die der Lord benutzte.
Angst beherrschte die Hofdame. Der Dämon wollte sie doch nicht etwa mit Gewalt nehmen. Sie für jedes ihrer Worte bestrafen. Ob sie sich entschuldigen sollte. Erwartete Sesshomaru das.
Sie konnte ihre Gedanken nicht fortsetzen. Der Fürst ergriff ihre Schulter und drehte sie um, sodass sie nun auf dem Rücken lag. Das harte Holz am Boden war unbequem.
Gleich danach lag der Lord auf ihr und hielt beide Arme fest. Den restlichen Körper nagelte er mit seinem eigene auf dem Boden fest. Zwar wand sich Azarni und versuchte sich zu befreien, doch ohne Erfolg.
Sesshomaru beugte sich nieder und fing an, sie nicht zuküssen, sondern zu beißen. In die Halsbeuge, die Schulter. Dann glitt er tiefer und nahm eine Brust ins Visier. Er hatte sie schon zwischen seinen Lippen, als er plötzlich aufhörte. Während er diese Youkai berührte empfand er nichts als Abscheu.
Das musste genügen. Sein Ziel war erreicht. Azarni erniedrigt und gedemütigt. Sicherlich hatte sie ihre Lektion gelernt. Dies bekam sie auch gleich noch zuhören: "Das sollte dir eine Lehre sein. Maße dir nie wieder Dinge an, die dir nicht zustehen. Das nächste Mal bin ich weniger gnädig."
Damit ließ Sesshomaru Azarni los, stand auf und richtete seine Kleidung.
" Wenigstens habt ihr mir gerade mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als eure Gemahlin von sich behaupten kann.", murmelte sie.
Allein für diesen Satz verdiente Azarni eine weitere Strafe. Doch Sesshomaru ließ es dabei bewenden. Es gab noch ein weiteres Anliegen. Deshalb drehte er sich an der Tür noch einmal um und sagte warnend:" In Zukunft wirst du meine Gemahlin mit Respekt behandeln. Solltest du sie noch einmal belügen, verspotten oder sie auch nur auf irgendeine Art verleumden, musst du den Preis zahlen. Wenn ihr ein Haar gekrümmt wird, sie krank wird oder man sie versucht zu töten werde ich dich hinrichten lassen."
Der Lord verschwand danach genau so schnell, wie er kam.
Zurück blieb eine wütende Hofdame, beinahe den Tränen nah. Die Verletzungen würden sicherlich nicht einmal einen Tag brauchen, um zu heilen. Viel schlimmer wurde ihr Stolz verletzt. Ganz besonders, da sie noch seine letzten Worte draußen vor der Tür zu einem Diener hörte:" Bereitet ein Bad vor, ich muss mir den Schmutz abwaschen."
Da Sesshomaru bezweckte, dass der Vorfall im ganzen Schloss bekannt wurde und somit Azarnis Lügen, erreichte die Sache auch Saira. Die geschwätzige Dienerin von der Mariko die Neuigkeiten hatte kannte nicht alle Details. Deshalb war es auch kein Wunder, das die menschliche Fürstin nun im Glauben war, das ihr Gemahl Azarni beschlief. Allein der Umstand das sich Sesshomaru im Gemach dieser Hofdame befand weckte ihren Zorn. Aufgebracht ging Saira in ihrem Gemach hin und her. Plötzlich sagte sie:" Wie kann er es wagen? Dieser Bastard soll nur hereinkommen dann werde ich..", mit diesen Worten blieb sie direkt vor einer Vase stehen und nahm sie in die Hand.
" Was wirst du verehrte Gemahlin?", erklang Sesshomarus neutrale Stimme an der Tür.
Die Menschenfrau fluchte innerlich. Wie konnte der Lord nur so leise sein.
Der Hundedämon ließ seinen Blick durch den Raum schweifen und blieb an der Dienerin hängen." Verschwinde!", befahl er.
Mariko beeilte sich, den Raum zu verlassen. Nicht nur die Stimme des Fürsten war von Kälte geprägt auch dessen dämonische Energie war höher als gewohnt.
Kaum hatte die braunhaarige Hundedämonin den Raum verlassen, ging Sesshomaru einige Schritte auf Saira zu und wartete mit leicht gehobener Augenbraue auf die Antwort.
" Dir diese Vase an den Kopf werfen.", kam es auch sofort von seiner Gefährtin. Doch sie tat es nicht, sondern stellte sie behutsam an ihren alten Platz.
Diesmal mit viel leiserer Stimme tadelte Sesshomaru:" Es ziemt sich nicht für eine Fürstin, die Beherrschung zu verlieren."
Die menschliche Fürstin bedachte den Lord mit einem finsteren Blick:" Und es ziemt sich nicht für einen Gemahl seine Konkubine zu beschlafen, wenn das halbe Schloss mithört."
Die Augen des Fürsten schmälerten sich. Es lag zwar in seiner Absicht Azarni bloßzustellen, doch weshalb störte es ihn das seine Gemahlin darunter litt. Das Ziel war doch nur ein Exempel zustatuierten, damit sich keine andere Youkai so etwas herausnehmen würde. Deshalb trat er jetzt zu Saira, hob eine Hand und spielte unbewusst mit einer Locke ihres braunen Haares. Dann sah er in die blauen Augen und streifte mit dem Rücken seines Zeigefingers über die Wange der Fürstin, während er ihr erklärte:" Ich habe sie nicht beschlafen. Ihr Verhalten dir gegenüber war unverzeihlich und bedurfte deshalb einer Strafe. Wenn ich so etwas durchgehen lasse, verliere ich an Ansehen und Respekt bei den Untergebenen."
Lange erwiderte Saira den Blick. Immer wieder stellte sie fest, wie sehr sie diese goldenen Augen mochte, wenn dieser warme Schimmer darin lag:" Ich verstehe.", antwortete sie ihren Gemahl. Zum Teil geschah es auch wegen ihr. Dankbarkeit und ein kleiner Hoffnungsschimmer beherrschten Saira.
Plötzlich verflog der kurze Zauber. Die Hand verschwand von ihrem Gesicht, hinterließ nur eine leichte Wärme und ein angenehm kribbelndes Gefühl.
Danach wandte sich Sesshomaru ab. " Das ändert aber nicht unser Verhältnis. Ich habe nach wie vor nicht die Absicht mit dir das Lager zuteilen."
Noch bevor er die Tür erreichte, hatte die Gleichgültigkeit wieder von ihm Besitz ergriffen. Selbst die Enttäuschung die in den Augen von Saira flackerte ließ ihn kalt.
" Wenn du mich jetzt entschuldigst, ich nehme ein Bad, um diesen stinkenden Geruch nach Dirne loszuwerden."
" Darf ich dir dabei Gesellschaft leisten?", bat Saira, ihre Stimme klang dabei sanft und in einem verheißungsvollen Ton.
Ohne sich umzudrehen, äußerte der Youkai: "Ich bade allein." Täuschte sich die junge Frau oder schwang ein Hauch von Bedauern mit. Dennoch, eine Kleinigkeit fiel ihr auf. Sesshomaru hatte bereits einen Moment länger gezögert bis seine Antwort kam als bei früheren Bitten seiner Fürstin.
Draußen vor der Tür atmete der Lord tief ein. Sehr zu seinem eigenen Erstaunen war er Nahe dran gewesen Sairas Angebot anzunehmen. Wahrscheinlich hätte er sie kurz vorher nicht berühren dürfen. Die Nähe seiner Gemahlin, ihr betörender Duft wurde immer schwerer zu ertragen, ohne ihr einen Kuss zu rauben. Diese einladenden Lippen auf seinen zu spüren. Nein das durfte niemals geschehen, diesen Triumph würde er seinen Vater nicht gönnen.
7. Kapitel - Annäherung
Saira beginnt, einige ihrer Ideen umzusetzen.
