2. Alles klasse oder was …

Nach einem schnellen Blick auf die Wohnzimmeruhr kam er zu dem Schluss, dass er Eileens interessanten Auftrag wirklich sogleich angehen könnte. Ihr Tipp, Hermine zu befragen war ebenfalls mehr als klug und außerdem bot sich bei dieser Erörterung bestimmt die eine oder andere Gelegenheit für mehr. Ha, kein schlechter Plan. In der Tat!

Allerdings erst, nachdem er ihr die schockierenden Beobachtungen seiner Tochter Sera mitgeteilt hatte! Bei Merlin!

„Hermine Granger", sprach er daher in ernstem Ton, als er in ihr Büro trat, „ich muss augenblicklich mit Dir sprechen!"

„Oh, was ist denn geschehen?", die junge Professorin für Tränkekunde an der Universität in Edinburgh schaute erstaunt von ihrem Berg an bunt umher drapierten Büchern und Pergamenten auf, der sich auf ihrem Schreibtisch türmte und von einem sehr komplizierten Trankprojekt zeugte, an dem sie nun schon eine ganze Weile lang knobelte.

„Ich habe gerade unglaubliche und sehr bedenkliche Dinge hören müssen!", eröffnete Severus ihr mit finsterem Blick, verschränkte die Hände hinter dem Rücken und ging ein wenig vor ihrem Schreibtisch auf und ab.

„Aha", machte seine Frau gespannt und legte ihre Schreibfeder beiseite, „weißt Du jetzt endlich, wer die Niffler in Hagrids Gemüsegarten losgelassen hat?"

„Ach, natürlich", winkte ihr Gemahl ungeduldig ab, „aber das ist jetzt eher Nebensache!" Er blieb stehen und fixierte seine Frau mit anklagendem Blick, „Deine Töchter haben mir vielmehr soeben minutiös geschildert, was sich abends an Ungeheuerlichkeiten auf unserem Sofa abspielen!"

„Auf unserem Sofa spielt sich abends was ab?", verstand Hermine gerade nicht und lugte mit emporgehobenen Augenbrauen an ihrem Mann vorbei durch die Türe auf das besagte unschuldig herumstehende Möbel.

„Allerdings! Romantik, Leidenschaft, Intimität!", half Severus ihr mit Grabesstimme auf die Sprünge.

Hermine ging ein Licht auf und sie nickte verstehend, „Ach das! Und die beiden haben Dir genau berichtet, dass solche Dinge auf unserer Couch stattfinden?"

„Korrekt, obwohl sie das alles sinngemäß mit dem Sammelbegriff ‚Rumknutschen' beschrieben", gestand Severus ein und es zuckte um seinen Mundwinkel, „Ich weiß, es ist unfassbar, daher sollte ich es Dir vielleicht besser zeigen, damit Dir der abstrakte Sachverhalt klarer wird."

Hermines Augenbrauen zuckten noch etwas mehr nach oben und sie legte ihre Hand nachdenklich an ihr Kinn, „Hm, ich glaube eine eingehende Demonstration ist ein sehr guter Vorschlag, mein Lieber."

„Wie ich schon sagte, es könnte helfen!", er zückte prüfend seine Taschenuhr, „Komm mit! Aber lösch lieber erst das Licht, denn ich glaube, dass die Angelegenheit a) keinen Aufschub duldet und b) eine geraume Zeit in Anspruch nehmen wird!"

„So, tut sie das", Hermine sah schwer beeindruckt aus und folgte als brave Ehefrau seiner gebieterischen Geste umgehend.

„Ja, das tut sie, wenn wir es denn gründlich betrachten wollen!", bestätigte Severus und schwenkte seinen Zauberstab, damit einerseits die Schreibfeder gereinigt in ihre Schatulle schwebte und andererseits die Kerzen in ihrem Büro erloschen. Dann schritt er eilig zum Tatort voraus, „und gründliche Arbeit im Dienste der Wissenschaft lohnt sich stets!"

„Natürlich, Professor Snape, auf alles Fälle!", grinste seine Frau.

Vor dem Sofa blieb der Herr der Kerker stehen und wies mit spitzen Fingern und anklagendem Blick auf die grüne Ledercouch, „Genau hier sollen diese schockierenden Tatbestände immer und immer wieder stattfinden!"

Hermine rieb sich erwartungsvoll die Hände und schaute sich aufmerksam um, „Ja, das macht Sinn! Das Sofa ist nun mal der bequemste Platz in diesem Raum, wenn man mal vom Teppich vor dem Kamin absieht!" Der Blick den sie ihrem Mann bei der Erwähnung des Kaminteppichs zuwarf, zeugte von einigen sehr interessanten Begebenheiten, an die auch er sich immer wieder gerne zurückerinnerte.

Aber nicht jetzt! Das hob er sich für spätere Untersuchungen auf!

„Vom Teppich haben die beiden nichts berichtet und zur Qualität dieses Sitzmöbels kommen wir später in der eingehenden Rekonstruktion der Geschehnisse ebenfalls noch zu sprechen", verwies Severus und winkte seine Frau näher. „Komm bitte her und lege Dich zwecks Vorführung der Begebenheiten, dort bequem hin!"

Natürlich folgte seine Frau auch diesem Wunsch auf der Stelle und nahm auf dem Sofa Platz, schob sich ein Kissen unter den Kopf, faltete die Hände auf der Brust und sah ihn fragend an: „Ist es so richtig?"

„Nein", schüttelte Severus den Kopf, „Du musst die Füße hochnehmen und mich deutlich verlangender anschauen, vielleicht mit ein wenig sehnsüchtigem Verzehren und grenzenloser Bewunderung im Blick. Ich denke, das wäre dem Ganzen sehr zuträglich!"

„Ha! Das nennt man dann künstlerische Interpretation", Hermine musste kurz auflachen, fasste sich dann aber sofort wieder und kam seiner Aufforderung nach, „Ist es Dir so verzehrend genug?", fragte sie anschließend und schmachtete ihn mit klimpernden Wimpern an.

„Na, für den Anfang nicht übel", nickte Severus gnädig, das hier machte ihm ungeheuren Spaß, „jetzt streck Deine Arme verlangend nach mir aus und locke mich!" Ihr Gesichtsausdruck auf diese Bitte hin war zu köstlich, außerdem hörte er zu seiner Freude auch hinter der Türe der Mädchen leises Lachen und Gekicher. Hatte er es doch gewusst, dass die beiden noch immer nicht schlafen wollten.

„Oh, Geliebter", Hermine versuchte mühsam ihren Lachanfall unter Kontrolle zu behalten, diese Frau war wirklich eine echt miese Schauspielerin, „O Geliebter", versuchte sie es erneut und räusperte sich, „komm in meine Arme und knutsch mit mir rum!"

„Großer Merlin!", Severus stemmte entsetzt seine Hände auf die Hüften.

„Was ist? Du hast gesagt, dass die Mädchen was von ‚rumknutschen' gesagt haben!", lachte Hermine.

„Ja schon, aber das heißt ja nicht, dass Du das so sagen musst!"

„Na gut", seufzte Hermine und probierte es anders, „Oh Geliebter…"

„Das sagtest Du bereits!", rollte Severus mit den Augen.

„Ich weiß!", schnaubte sie und runzelte die Stirn, „Mist! Jetzt habe ich vergessen was ich wollte!"

„Du wolltest mich locken!"

„Ach, ja!", kam es Hermine wieder in den Sinn, „Also: Oh Geliebter, Held meiner schlaflosen Nächte und meiner arbeitsreichen Tage!", sie musste schon wieder lachen, „komm in meine Arme und zeig mir mit Deinem Mund den Himmel auf Erden!"

Severus rümpfte angewidert die Nase und schüttelte über die Phantasie seiner Frau mal wieder den Kopf, „Na, es wird wohl reichen.."

„Wie bitte? Also ich fand das richtig gut!", Hermine überkreuzte verstimmt ihre Arme vor der Brust und schob ihre Unterlippe vor.

„Ja, ja, ganz toll!", beschwichtigte sie ihr Mann, „jetzt mach weiter!"

„Mit was denn?", wollte Hermine wissen, „Deine Regieanweisungen sind sehr wage und wie Du weißt, bin ich grottenschlecht in Wahrsagen!"

„Ja, das bestreitet niemand!", Severus legte überlegend die Stirn in Falten, „Also gut, wie war das noch? Ach ja, jetzt erliege ich Deinen Verlockungen und wir küssen uns eine Weile", erinnerte er sich.

„Oh, diesen Teil der Demonstration finde ich aber äußerst nett!", freute sich Hermine und streckte erneut einladend ihre Arme aus.

Severus schenkte ihr ein kurzes bezeichnendes Grinsen, stieg zu seiner Frau auf die Couch und ließ sie wissen: „Wichtig ist, dass wir sehr glücklich aussehen und ich Dir leise Dinge ins Ohr raune, die sich sehr gut anfühlen!"

„Kein Problem", schnurrte Hermine, legte ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn dicht zu sich heran „wenn Du mich küsst und Deiner Stimme dieses wunderbare tiefe Timbre gibst, bin ich sofort ziemlich glücklich!"

„Gut zu wissen!", brummt ihr Ehemann zufrieden und streifte mit seinen Lippen erst zärtlich ihre Wange entlang, bevor er sich endlich ausgiebig ihrem Mund widmete.

Ach, was für eine ausgezeichnete wissenschaftliche Demonstration! In der Tat!

Als er den Kuss löste, waren ihre Wangen erfreulich ansprechend gerötet und ihre Augen hatten einen wunderschönen Glanz, „So!", er küsste schnell ihre Nasenspitze, „Jetzt beschwere ich mich über die unzureichende Qualität unseres Sofas, bevor Du…"

„Nein, nein! Das Sofa verfügt über keine unzureichende Qualität", unterbrach ihn Hermine mit erhobenem Zeigefinger, „es ist tipp topp in Schuss und sehr bequem!"

„Aber Du sollst meine Beschwerde nicht widerlegen, sondern sie witzig finden!", belehrte sie Severus missbilligend.

„Ach so, na gut! Dann beschwer Dich halt noch mal."

„Nun!", er räusperte sich, „Hermine! Diese Couch ist völlig unzureichend für solche Aktivitäten, sie ist viel zu kurz und zu schmal, außerdem spürt man jede einzelne Feder im Rücken, lass uns zu Bett gehen!"

„Äh, Severus, wie willst Du denn irgendwelche Federn spüren?", erkundigte sich Hermine leise, „Ich liege doch unten!"

„Ich spreche aus den reichhaltigen Erfahrungen der Vergangenheit und verfüge über ein immens großes Einfühlungsvermögen!", redete sich Severus heraus.

„Oh, ja, wir sind ja sooo sensibel!", kicherte Hermine, wurde aber sofort wieder ernst, als sie den vernichtenden Blick ihres Ehemanns sah, „Und was sollen wir dann machen?", fragte sie unschuldig.

„Jetzt küssen wir uns wieder und sagen lange nichts…"

„Ja, rumknutschen und reden geht nicht besonders gut zur gleichen Zeit", bemerkte Hermine.

„Richtig, selbst bei Dir nicht!", nickte Severus und wendete sich erneut sehr ausgiebig ihren Lippen und ihrem Mund zu.

Dieses Mal unterbrach Hermine den Kuss und flüsterte ziemlich atemlos in sein Ohr, „schauen uns die Mädchen noch zu?"

„Hm, aber das ist eigentlich mein Text!", grinste Severus und sagte laut, „Hermine, bist Du Dir sicher, dass die Kinder tief und fest schlafen?"

„Wie soll ich das denn wissen?", wollte Hermine wissen, „Du hast sie doch ins Bett gebracht!"

„Das ist doch unwichtig! Du musst mich jetzt beruhigen und den Zauber sprechen, damit sie nichts mehr sehen und hören können und endlich ins Bett gehen und schlafen!", soufflierte ihr Ehemann und wurde mit jedem Wort lauter, damit seine Töchter hinter ihrer Türe auch alles mitbekamen.

„Na gut", seufzte Hermine wieder und angelte nach ihrem Zauberstab, aber sie hatte ihn noch nicht ganz aus der Tasche gezogen, als die Tür vom Kinderzimmer auch schon ins Schloss fiel und man ein deutliches „Mist!" hörte, was Severus auf der Couch ein zufriedenes Grinsen entlockte.

„Gute Nacht ihr zwei!", rief Hermine lachend und die Erwiderung aus dem Kinderzimmer war sehr grummelig. Trotzdem schwang sie ihren Stab und legte unerbittlich die Sicherungs- und Alarmzauber auf das Schlafzimmer der Mädchen.

„Wirklich unglaublich! Wir müssen uns eindeutig ein anderes Vorgehen ausdenken", fand Hermine und zog Severus abermals zu sich herunter, um ihn nun sehr entspannt und sehr gründlich zu küssen.

„Das habe ich auch schon gedacht!", stimmte ihr Severus zwischen zwei immer leidenschaftlicher werdenden Küssen zu und ließ sich von ihr gerne nebenher Weste und Hemd aufknöpfen.

„Wir sind viel zu durchschaubar!", merkte Hermine an und widmete sich nun seinem Hals und vor allem seiner breiten Brust.

Seine Hände schoben sich derweil unter ihre Bluse, wo sie die weiche Haut ihres Bauches hinauf und hinab streichelten „Und gehen anscheinend sehr schematisch vor."

„Viele würden es phantasielos und unkreativ nennen", keuchte Hermine, als ihr Mann ihre Brust erreicht hatte und dieser sehr viel kreative Aufmerksamkeit zukommen ließ. Schnell waren auch die wenigen Blusenknöpfe geöffnet und der BH zur Seite geschoben.

„Oder monoton und eintönig!", murmelte Severus und saugte eine der steil emporgereckten Spitzen in den Mund, was seine Frau ein gekeuchtes, „Oh ja! Wahrscheinlich", entlockte.

„Höchst wahrscheinlich!", bestätigte Severus.

„Wir könnten es ändern", schlug sie halbherzig vor und vergrub ihre Hände in seinem Haar.

„Ja, das könnten wir wohl", Severus klang etwas abgelenkt, was eindeutig an Hermines wunderbarem Kraulen seines Nackens lag!

Nur mit absoluter Willensanstrengung hielt er inne, löste ihre Hände und zerrte sich seine restlichen Kleider vom Leib, während auch Hermines ihre Hosen eilig von den Hüften streifte. Dabei meinte er entschieden:

„Aber eigentlich mag ich es haargenau so!", und machte da weiter wo er vorhin aufgehört hatte.

Hermine musste lachen und drückte seinen Po an ihr Becken heran, „Oh, da bin ich aber wirklich froh, denn mir geht es kein bisschen anders!", konnte sie noch schnell murmeln, bevor beide einfach alles um sich herum vergaßen.