„Nun, ich stimme Dir zu, dass sowohl die Begebenheit am See, als auch unser Intermezzo in dem kleinen Separee im Ministerium eindeutig die Prädikate ‚Wild' und ‚Verrucht' verdienen", nickte Hermine, „aber dann musst Du der Vollständigkeit halber auch diesen speziellen Morgen erwähnen, an dem wir unser Bad als Örtlichkeit für wilde und verruchte Dinge ganz neu entdeckt haben!"
„Oh, meinst Du den, der sehr wild anfing, dann aber sehr abrupt endete?", erkundigte sich Severus nach einigem Überlegen.
„Ja, ganz genau den meine ich!", seufzte Hermine.
Severus stand bereits unter der Dusche als Hermine am Morgen ins Bad kam.
Gestern Abend war es bei ihr trotz aller Versprechen früher heim zu kommen, doch wieder sehr spät geworden. Die Vorlesungen und die Einheiten für die Meisterkurse galt es in gewohnter Perfektion vorzubereiten, zu halten und eben auch nachzubereiten und ihre Morgende verbrachte sie ja bei Filius, all das brauchte anscheinend deutlich mehr Zeit, als sie gedacht hatte.
Er hatte noch eine Weile vor dem Kamin bei einem Buch und einem guten Glas Rotwein auf sie gewartet, denn er wusste, dass sie die Tagesereignisse gerne mit ihm besprach. Doch als es schon auf Mitternacht zuging, hatte er sich in seinem Labor noch einem kleinen Experiment gewidmet, als er ihren Kamin hörte. Sie war ohne viele Worte tot müde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.
Nun begann Hermine gerade die Zahncreme auf die Bürste zu verteilen, als Severus triefend, nur mit einem Handtuch um die Hüften, aus der Dusche stieg.
„Guten Morgen, meine Schöne", grummelte er und begann seine Haare trocken zu rubbeln.
Hermine lächelte ihn leicht skeptisch durch den Badspiegel hindurch an, immerhin standen ihre Haare in alle Himmelsrichtungen ab und sie sah sehr verschlafen aus, trotzdem erwiderte sie seinen Gruß, so gut das mit Zahncremeschaum im Mund eben ging.
Das Licht des hellen Frühlingsmorgens, welches durch das jüngst verzauberte Fenster hindurch schien, fiel direkt aufs Waschbecken und Severus bemerkte interessiert, dass es Hermines kurzes Nachthemd völlig durchsichtig machte. Er konnte klar die schlanke Silhouette ihres Körpers durch den dünnen Stoff hindurch erkennen, den Verlauf ihrer langen Beine, die leichte Wölbung ihres Leibes, ihre schönen Brüste. Schöne Einsichten, in der Tat!
Langsam ließ er das Handtuch sinken und betrachtete sie aufmerksam. Sie war trotz der abstehenden Haarpracht schön und sehr begehrenswert. Letzteres fanden nicht nur sein Kopf und sein Herz, sondern konnte er ebenfalls klar an seinen Körperreaktionen ablesen.
Nun, ein kurzer Blick auf die Uhr im Badezimmer sagte ihm, dass noch ausreichend Zeit blieb und er die netten und vor allem sehr erregenden Gedanken, die ihm gerade gekommen waren tatsächlich in die Tat umsetzen konnte.
Als Hermine die Zahnbürste beiseite legte und ihren Mund ausspülte, trat er dicht hinter sie.
Sie schaute lächelnd auf, als er ihr Haar sanft aus dem Nacken strich und ihren Hals innig küsste. Sein Spiegelbild zeigte ihr dabei wohl mehr als deutlich seine Absichten. Erstaunt hob sie die Augenbrauen, denn eigentlich waren sie beide eher Morgenmuffel und vor der ersten Tasse Tee sprachen sie selten viel miteinander.
Nun, gesprochen wurde auch jetzt nicht viel.
Dafür waren aber seine Hände sehr beredt. Sie strichen an ihrem Oberschenkel vorbei schnell und fordernd unter ihr kurzes Hemd und hatten dann schnell erst ihre Taille und ihren Leib umstreichelt, bevor sie dann aber rasch und ungeniert weiter nach oben gewandert waren und ihre Brüste mit festem Griff umschlossen.
Hermine zog scharf die Luft ein und ein sichtlicher Schauer durchfuhr ihren Körper. Sie lehnte sich mit einem auffordernden Blick an ihn heran. Severus Hände kosteten derweil schon ausgiebig ihre Brust, streichelten über die empfindlichen Unterseiten und zwirbelten erst leicht und dann immer fester ihre bereits hart aufgerichteten Spitzen. Hermines leichtes, erregtes Schnaufen spornte ihn zusätzlich an.
Nun, ging es ihm durch den Sinn, das waren alles sehr ermutigende Zeichen, in der Tat. So ließ er nach einer Weile seine Linke auf ihrer Brust verweilen und intensivierte sogar noch die Intensität seiner Berührungen, währenddessen seine Rechte präzise ihren Weg über Hermines Bauch hinunter zu ihrem Schoß fand.
Ein tiefes, erregtes Seufzen entfuhr ihr und ihr Atem wurde schnell und schneller, als er an seinem Ziel angelangt war, was ihm wiederum ein sehr zufriedenes Grinsen entlockte, er liebte es definitiv sie zu erregen!
Eng zog sein Arm sie schließlich an sich heran und sein Mund, seine Lippen und auch seine Zähne verwöhnten indes intensiv ihren Nacken. Er wusste, wie gerne sie dies hatte und das tiefe Schnurren, dass sie hören ließ war dafür ein weiterer Beweis.
Ihre Hände klammerten sich stützend an den Beckenrand, als er sie schließlich leicht anhob. Vorsichtig ließ er die aufstöhnende Frau auf sich hinab sinken.
Durch den Spiegel hindurch sahen sie sich an, ihr Blick hatte absolut nichts verschlafenes mehr, sondern war genau so aufgewühlt und entbrannt wie seiner und ihre Augen glänzten und funkelten und er konnte nicht aufhören sie anzusehen.
Irgendwann beugte sie keuchend den Kopf zur Seite und ihr Mund suchte und fand seine Lippen. Der Kuss den beide teilten war brennend und voller Leidenschaft und er hätte sie wohl ewig so weiterküssen können, wenn er nicht so erregt gewesen wäre. Küssen bei Atemnot war aber nicht sehr vorteilhaft. Ein weiteres seliges Stöhnen entfuhr ihr, als er daher eine weitere Stufe einläutete und sowohl das Tempo erhöhte, als auch zusätzlich mit der flachen Hand ihren Unterleib gleichmäßig massierte.
Beide atmeten schwer, die Kraftanstrengung war immens. Doch keiner gab nach, erst als ihr Körper im Inneren pulsierte und Severus sich ihr dunkel grollend und zitternd anschloss, sanken beide nach Atem ringend und schweißgebadet zu Boden.
Bei Merlin, was für eine Art den Tag zu beginnen!
Nach einer kleinen Ruhepause drehte sich Severus zu ihr hin und strich ihr die verschwitzten Haare aus dem Gesicht.
„Das war eigentlich für gestern Abend geplant", flüsterte er immer noch atemlos und schaute sie zärtlich an.
„Das dachte ich mir schon", antwortete sie rau. In ihren Augen brannte immer noch das leidenschaftliche Glühen und sie beugte sich auch sogleich zu ihm hin, streichelte verführerisch über seine Brust und küsste ihn erneut leidenschaftlich, „Das hier auch!"
‚So, so, da hatte also jemand den Wunsch auf eine Wiederholung', ging es Severus amüsiert durch den Kopf, doch sein Lächeln erstarb, als sie sich behände aufsetzte und ihr Nachthemd elegant und aufreizend über den Kopf streifte. Den Blick, den sie ihm dabei zuwarf war mehr als eindeutig.
Sie nahm seine Hände, küsste die Innenflächen und führte sie zu ihrem nackten Körper. Dieser Anblick, von dem er einfach nie genug bekommen konnte, war ihm Motivation genug und so sahen sich beide kurze Zeit später abermals in einem leidenschaftlichen Liebesspiel gefangen.
Severus traten schon wieder Schweißperlen auf die Stirn, als sie plötzlich ihren scharfen Rhythmus verlangsamte und schließlich sogar ganz innehielt. Er schaute sie irritiert an, was hatte sie nur? Sie kam ihm blass vor. Nein, eher bleich, fast weiß. Sie verzog das Gesicht und ihre Hand legte sich schützend auf ihren Bauch.
„Hermine?", fragte er zögernd, „Was ist mit Dir?"
Sie antwortete erst nicht, schaute in sich hineinhorchend mit zusammengezogenen Augenbrauen im Raum umher und meinte flüsternd: „Ich glaube, … mir ist übel."
Dann löste sie sich auch schon von ihm und begann flach und schnell zu atmen. Ihr Gesicht nahm einen ungesunden Grauton an, mit einem Satz war sie auf den Beinen und schaffte es gerade noch zur Toilette, um sich dort unter heftigem Würgen zu übergeben.
Severus hatte fassungslos zugesehen, nun stand er hilflos und besorgt neben ihr und reichte ihr, nachdem sich der Brechreiz beruhigt hatte, einen feuchten Lappen.
„Besser?", fragte er besorgt.
Sie nickte und sackte neben der Toilette auf den Boden.
„Meine Güte", flüsterte sie mehr zu sich selbst, als zu ihrem Mann, „was war das denn jetzt?"
Severus setzte sich neben sie, zog sie von dem Steinboden auf seinen Schoß und legte den Arm um sie. „Hast du gestern vielleicht etwas Falsches gegessen?"
„Nein", Hermine schüttelte nachdenklich den Kopf, „wenn ich es recht bedenke, hab ich seit gestern morgen überhaupt nichts mehr gegessen", sie schaute Severus etwas verlegen an, „Ich hab es glatt vergessen, es war so viel zu tun!"
„Unglaublich!", Severus blickte sehr tadelnd, „Wie kann eine so kluge Person so unvernünftig sein? Wenn Du seit gestern morgen nichts mehr gegessen hast, ist es ja kein Wunder, wenn Dir schlecht wird!"
Er erhob sich und zog sie mit sich empor. „Besonders nach solch körperlicher Anstrengung am frühen Morgen, Miss Granger!", er grinste frech, „Komm, lass uns Frühstücken, dann fühlst Du Dich hoffentlich wieder besser."
Hermine lächelte etwas wackelig, „Hm, vielleicht hast Du recht!", und sie setzte überrascht hinzu, „Wenn ich es mir recht überlege, habe ich wirklich Hunger!"
„Ausgezeichnet!", meinte Severus beruhigt, „Weißt Du was? Dusch doch erst, in der Zeit ordere ich uns Frühstück, wir essen hier und gehen nicht in die große Halle."
„Ach, danke Dir, das wäre mir sehr lieb", antwortete Hermine ebenfalls erleichtert.
Als beide kurze Zeit später am Esstisch saßen, blickte Hermine Severus etwas verlegen an, dann räusperte sie sich kurz, „Du, Severus, das eben im Badezimmer", ihr Blick wurde sehr intensiv und sie errötete sichtlich, „das am Waschbecken meine ich, … das, … das", sie seufzte tief, gab sich dann aber einen Ruck, „das war unglaublich."
Severus schaute sie amüsiert an, griff nach ihrer Hand und flüsterte:
„Nun ja, da stimme ich Ihnen voll und ganz zu, Miss Granger. Aber das liegt alleine daran, dass Sie die aufregendste und verführerischste Frau sind, die ich kenne!", dann führte er ihre Hand zum Mund und küsste sie sehr galant.
Sie sahen sich eine Weile tief in die Augen, dann wurde Severus Blick sehr ernst: „Aber Du versprichst mir bitte, dass Du mehr auf Dich achtest, sonst muss ich Dich leider zweimal am Tag aneulen und Dich vor allen Deinen Studenten mit einem Heuler fragen lassen, ob Du die Mahlzeiten einhältst!"
„Schon gut, ich geb´ mir ja Mühe", entgegnete Hermine zerknirscht.
„Und es wird in Zukunft ebenfalls einen Heuler geben, wenn Du weiterhin so spät nach Hause kommst!", fuhr Severus streng fort.
„Ja, doch...", seufzte Hermine und bevor ihm noch mehr Mahnungen einfielen, beeilte sie sich mit einem Blick auf die Uhr zu fragen, „Wann musst Du eigentlich heute los?"
„In einer knappen halben Stunde. 6. Klasse Hufflepuff und Gryffindor. Und Du?"
„So gegen 9:30 Uhr, ich habe noch einen ganzen Stapel an Recherchen für Filius und dann muss ich zum Dekan, kurzes Meeting aller Fachbereiche und danach sollte ich mir klugerweise noch einige Gedanken zu den drei Tränken des letzten Semesterdrittels machen."
Na, da würde sie ja heute mal wieder nicht unter Langeweile leiden. Und bevor beide sich den Herausforderungen des Tages stellten, holte Hermine noch tief Luft und erzählte Severus ausgiebig von den vielen kleinen Schwierigkeiten, mit denen sie sich gestern so herumgeschlagen hatte.
