Flucht
Zu Überrascht über das Geschehnis, stand Sherlock einen Moment einfach nur wie angewurzelt da. Bis er sich gefangen hatte und sein Gehirn wieder einsetzte, war John auch schon zurück getreten.
Innerlich fluchend löste er sich von seinem Mitbewohner. Wieso hatte er das jetzt tun müssen? Sherlock hatte ihm doch gleim am ersten Tag ihres Kennenlernens erzählt, dass er sich selbst mit seiner Arbeit verheiratet sah. Als er aber mit seinem leicht geöffneten Bademantel und diesem absolut niedlichen, fragenden Gesichtsausdruck vor ihm stand, hatte er sich nicht länger zurück halten können.
Das, vom Kuss in ihm ausgelöste, kribbelnde, wohltuende Gefühl verschwand augenblicklich, als Sherlock immer noch auf keinste Weise reagierte. Er trat einen weiteren Schritt zurück.
»John...«
Es war kaum mehr als ein Flüstern. Der Angesprochene hielt inne und wartete, doch es sah nicht so aus als ob der CD noch etwas hinzufügen würde. Gedanklich ging er seine Optionen durch.
Sich setzten.
Stehen bleiben.
Sich erklären.
Schweigen.
Flucht.
Nichts davon war etwas, das er wirklich machen wollte.
Sherlock räusperte sich. »John«, begann er von neuem, doch auch diesmal sagte er nichts weiter.
Er entschied sich für Flucht. »Spar dir die Worte. Ich weiß es auch so«, gab er leise murmelnd von sich, als sein Mitbewohner erneut den Mund öffnete um etwas zu sagen. Er drehte sich um und verschwand aus der Wohnung.
