2. Kapitel

Als Harry so mit Toby Händchen haltend durch London's Straßen schlenderte, überkam ihn wieder eine leichte Nervosität. Er hatte an diesem angebrochenen Abend schon mehr Erfahrungen gesammelt als in den letzten Jahren zusammen, in denen sich sein Interesse an Sexualität entwickelt hatte. Allein durch die Vorstellung, dass er an diesem einen Tag auch noch den endgültig letzten Schritt gehen würde, wurde ihm doch etwas mulmig im Magen, doch Toby's Finger die ihm zärtlich immer wieder über den Handrücken strichen, verdrängten das Bedürfnis doch noch einen Rückzieher zu machen.

Nur wenige Minuten später hielten sie vor einem mehrstöckigen Wohnhaus. Toby zog einen Schlüssel aus seiner Hosentasche – Harry wunderte sich, wie dieser in die hautenge Jeans überhaupt hineingepasst hatte – und sperrte auf. Er nahm wieder Harrys Hand und lächelt ihm kurz zu, bevor er ihn in das Gebäude zog. Im Mezzanin blieben sie wieder vor einer Tür stehen auf der ein kleines Schildchen mit der Aufschrift „T. Garland" angebracht war. Gemeinsam traten sie ein. Es war eine nette kleine Wohnung, soweit Harry das auf den ersten Blick beurteilen konnte, denn viel Zeit hatte er nicht, um sich umzusehen, da er sofort von Toby in einen Kuss gezogen wurde.

Harry erwiderte den Kuss mit all seiner Leidenschaft und legte seine Arme um Toby's Hals. Ineinander verschlungen stolperten sie durch den schmalen Vorraum. Toby hatte sich schnell aus seinen Converse befreit und zog Harry mit sich in das Schlafzimmer. Er löste den Kuss auf und gab Harry einen leichten Schubs, so dass dieser auf dem Bett landete. Harry war fasziniert von dem Feuer das in Toby's Augen flackerte und sah gespannt zu wie ihm Toby die Beine entlang zu seinen Stiefeln strich, um ihm diese auszuziehen. Als Toby fertig war, nahm er sein Shirt und zog es sich mit einem Ruck über den Kopf. Sofort entdeckte Harry das Brustwarzenpiercing. Es war ein silberner Ring mit einer kleinen Kugel dran, die in dem schalen Mondlicht, das durch die Balkontür drang, immer wieder bläulich silbern aufblitzte. Harry's Blick streifte jeden Millimeter von Toby's brauner Haut und wieder baute sich eine gewisse Enge in seiner Lederhose auf.

Toby schien dies bemerkt zu haben, denn ein Grinsen schlich sich in sein Gesicht und er kroch nun über Harry, wobei er wie zufällig mit seinem Knie über Harry's Erektion strich. Harry keuchte auf und verdrehte die Augen. Er konnte sich nicht bewegen so gebannt war er von Toby's Berührungen. Dieser glitt nun gerade mit seinen Händen unter Harry's Shirt und schob es nach oben. Gleichzeitig bedeckte er jedes freigelegte Stück Haut mit sanften Küssen und ließ seine Zunge spielerisch darüber fahren.

Harry's Atem wurde zu einem Keuchen und sein Körper glühte. Nur allzu bereitwillig ließ er sich von Toby das Shirt über den Kopf ziehen. Aus den Augenwinkel nahm er wahr wie Toby dieses in eine Ecke schleuderte und sich dann zu Harry hinunter senkte um ihn auf den Mund zu küssen. Sofort fochten ihre Zunge wieder um die Macht, doch diesmal gab Toby vorzeitig auf und ließ Harry den Vortritt und widmete sich dafür Harry's Hosenknöpfen, die er mit seinen geschickten Fingern schnell geöffnet hatte. Die Befreiung aus der engen und mittlerweile an Harry's Haut klebenden Lederhose war jedoch nicht mehr so einfach und als Harry Toby's verzweifelte Versuche noch durch einen weiteren Kuss verkomplizierte, gab dieser erschöpft auf und verfiel zusammen mit Harry in ein befreiendes Lachen. Harry spürte Toby's bebende Bauchmuskel gegen seine eigenen pressen. Es war ein herrliches Gefühl hier unter Toby zu liegen und mit ihm zu lachen. Auch der letzte Funken an Angst war nun von ihm gefallen. Er hatte das irrationale, aber beruhigende Gefühl, dass Toby ihm nicht wehtun würde.

Als sie sich langsam wieder beruhigt hatten schafften sie es mit vereinten Kräften Harry aus der Hose zu schälen und führten ihr Spiel fort.

Toby, der noch immer in seinen Jeans steckte saß auf Harry's Hüften und ließ seine Finger über dessen Oberkörper tänzeln, während Harry mit den Handflächen Toby's Seiten auf und ab strich. Immer wieder geriet er von seiner Bahn ab und tastete sich der gut spürbaren Wirbelsäule entlang, ließ seine Finger spielerisch am Bund der engen Jeans entlang gleiten und wagte sich schließlich daran die Knöpfe an Toby's Hose zu öffnen. Als er dabei die deutlich erkennbare Beule streifte wurde er leicht rot und Toby stöhnte lustvoll auf. Zur Antwort kniff er Harry sanft in die Brustwarzen, was jenen wiederum dazu brachte ein kehlig zu krächzen. Das schien Toby den Rest zu geben, denn er bewegte sich von Harry herunter um sich seiner Jeans und gleichzeitig der Boxershorts zu entledigen. Harry hörte dabei nicht auf mit Toby's Piercing zu spielen. Er wagte nicht an Toby herab zu sehen und als Toby ihn doch bei einem schnellen Blick ertappte grinste ihn dieser frech an.

Er kniete sich neben Harry's Hüfte und seine Erektion berührte dabei Harry's Oberschenkel, was ihm einen heißen Schauer durch den Körper jagte. Toby beugte sich über Harry und küsste ihn sanft auf die Lippen, während er seine Hände zu Harry's Boxershorts-Bund wandern ließ. Automatisch hob Harry sein Becken an und ließ sich die Unterwäsche abstreifen. Sie waren nun beide nackt und Harry sog genüsslich die Luft ein, als sich Toby auf ihn legte und er endlich die gesamte Nacktheit des anderen spüren konnte. Ihre Zungen verflochten sich und ihre streichelnden Hände fanden keine Ruhe mehr. Irgendwann beendete Toby den sanften Kuss und begab sich mit seiner Zunge auf Wanderschaft. Er leckte über Harry's Kinn, den Hals hinunter, verharrte kurz an dem bebenden Adamsapfel und glitt dann weiter über Harrys Brustbein zu den verhärteten Brustwarzen. Harry stöhnte leise auf, als Toby heiße feuchte Kreise rundherum zeichnete. Sein Verlangen stieg ins Unermessliche.

Keuchend und bettelnd rutschte er mit seinen Hüften hin und her. Toby schmunzelte, kam aber Harry's Wunsch nach und ließ eine Hand schmerzhaft langsam über Harry's Bauch nach unten wandern. Kurz hielt er am Nabel inne und drückte spielerisch einen Finger dagegen, was Harry ein noch lauteres Stöhnen entlockte. Seine Erektion pochte schmerzhaft und Harry wünschte sich sehnlichst von diesem Druck befreit zu werden.

„Bitte," hauchte er erschöpft und schon im nächsten Moment spürte er Toby's Hand, die sich um seine Erektion legte.

Ein Stöhnen entfuhr ihm und Toby begann langsam seine Hand an dem harten Schaft entlang zu streichen. Vorsichtig glitt sein Daumen über die Spitze von Harry's Glied und brachte damit seinen Körper zum Beben. Die ersten Tropfen glitschig heißer Flüssigkeit drangen aus Harry's Eichel und im nächsten Moment wurden diese von Toby's brennender Zunge abgeleckt.

Elektrisiert von den Gefühlen bäumte sich Harry auf und drängte Toby seinen Schoß entgegen. Dieser kam der Aufforderung nach und ließ seine Zunge um Harry's Eichel kreisen, bevor er seine Lippen darum schloss und den gesamten Penis in sich saugte. Mit den Händen strich er Harry's Bauchdecke nach oben zu seiner Brust und an den Seiten wieder hinunter, wo er auf Harry's Hände traf und sich mit dessen Fingern verhakte.

Harry musste sich sehr zusammenreißen um nicht in Toby's Mund zu stoßen, doch er schaffte es und wurde dafür von Toby mit einem raschen Rhythmus belohnt mit dem dieser seine um den heißen Schaft gepressten Lippen auf und ab bewegte. Harry's Keuchen wurde immer lauter. Er stöhnte Toby's Namen und beschwor sämtliche Götter die er kannte, bis er von einem Zittern erfasst wurde, das seinen ganzen Körper durchzuckte und in ihm die sich anbahnende Explosion vorbereitete. Er wollte sich zurückziehen um nicht in Toby abzuspritzen, doch dieser ließ seine Lippen fest um Harry geschlossen und empfing sehnsüchtig den heißen Saft, den Harry mit einem letzten erstickten Schrei von sich gab.

Erschöpft sank Harry zurück in die weiche Matratze und lockerte den versteiften Griff um Toby's Hände. Ein befriedigendes Lächeln hatte sich in sein Gesicht geschlichen und Harry fühlte sich erfüllt und befreit. Er hatte die Augen geschlossen und öffnete sie auch nicht, als sich Toby's Lippen auf seine legten. Erst als er seine Zunge in Toby's Mund gleiten ließ, riss er sie erstaunt auf und blickte in Toby's erheitertes Gesicht. Zum ersten Mal in seinem Leben schmeckte er seinen eigenen Geschmack und wurde davon betört und sofort kehrten seine Sinne und die Lust auf mehr zurück.

„Na, noch nicht genug?" grinste Toby ihn verführerisch an, als sie den Kuss beendet hatten und leckte Harry neckisch über die Ohrmuschel.

Harry keuchte kurz auf und hauchte dann mit etwas unsicherer Stimme: „Ich glaub jetzt hab ich noch etwas für dich zu tun."

Wieder ließ Toby seine Zunge spielerisch über Harry's Hals gleiten. „Du hast heute gar nichts zu tun," nuschelte er, fügte jedoch hinzu. „Aber ich weiß etwas, das uns beiden Spaß macht."

Harry schluckte und sah Toby leicht ängstlich an.

„Nur wenn du willst natürlich," sagte Toby und sah Harry nun ernst in die Augen. „Harry…"

Doch Harry unterbrach ihn. „Ich will," lächelte er sanft und zog Toby mit einer Bestimmtheit wieder an sich, die im Kontrast zu der Unsicherheit stand, die er verspürte. „Küss mich," hauchte er und schon schlängelte sich Toby's Zunge in seinen Mund. Von dem heißen Verlangen waren nur noch Spuren übrig, dafür war der Kuss voll Zärtlichkeit und die ansteigende Nervosität Harry's wurde gelindert.

Der Kuss schien eine Ewigkeit zu dauern und gab Harry genügend Zeit seine Kräfte wieder zu sammeln. Ohne den immer noch zärtlich liebevollen Kuss zu beenden angelte Toby aus seinem Nachtkasten eine Tube und legte sie neben Harry's Hüfte ab. Dann zog er seine Zunge zurück, hauchte Harry noch einen letzten Kuss auf die Lippen und kniete sich dann zwischen Harry's Beine.

„Stell die Beine auf," sagte er sanft und Harry folgte. Wieder beschlich ihn ein leichtes Gefühl der Nervosität, als er zusah wie Toby etwas von der geligen Flüssigkeit aus der Tube auf seinen Fingern verteilte.

„Entspann dich," raunte dieser und streichelte mit der freien Hand über Harry's Bauchdecke. Harry versuchte auch diesem Ratschlag nachzukommen, doch es schien ihm nicht recht zu gelingen. Erst als seine Hand sich mit der an seinem Bauch verweilenden verkeilte und Toby's Daumen ihm beruhigend über den Handrücken strich, ließ die Verspannung in ihm nach. Sein Körper begann jedoch leicht zu zittern als er plötzlich Toby's Finger durch seine Poritze gleiten und an seinem Schließmuskel Halt machen spürte. Er sog scharf die Luft ein, denn Toby drückte sich leicht in ihn. Es war ein eigenartiges Gefühl. Ein leichter Schmerz und doch angenehm.

Harry stöhnte in einer Mischung aus Lust und Verwunderung, als Toby mit dem ersten Finger ganz in ihn eingedrungen war und diesen langsam zu bewegen begann. Er biss sich lustvoll auf die Unterlippe und verstärkte den Druck seiner Hand um Toby's.

„Alles klar?" hörte er Toby's Stimme und konnte nur ein wohliges Keuchen von sich geben, das Toby als ein „ja" auffasste und zu dem ersten noch einen weiteren Finger hinzufügte.

Wieder stöhnte Harry auf, diesmal weil der Schmerz stärker wurde, doch er gewöhnte sich auch schnell an den zweiten Finger und bald schon verlangte er nach mehr. Toby jedoch schien es langsam angehen zu wollen und bewegte vorsichtig seine Finger in Harry, bis diesem der Geduldsfaden riss. Zwischen seinen Beinen hatte sich wieder seine Erektion gebildet und Harry zweifelte, dass seine Selbstbeherrschung noch lange durchhalten würde.

„Toby, bitte," stöhnte er verlangend und krallte seine Finger in Toby's Hand.

Dieser schien nun auch selbst am Rande der Ekstase zu sein und löste seine Hand aus Harry's Griff. Er zog auch seine Finger zurück und lehnte sich mit dem Oberkörper gegen Harry's Knie, sodass Harry's Oberschenkel nun an seiner Brust anlagen.

„Entspann dich, Harry," keuchte Toby und griff noch einmal nach der Tube um auch seine Erektion mit dem Gel zu bedecken. Dann setzte er seine Spitze an Harry's Schließmuskel an und übte leichten Druck aus. Harry hielt den Atem an. Er verspürte Schmerz, aber gleichzeitig auch große Lust.

Toby hauchte sanfte Worte der Beruhigung und verschränkte seine Hand wieder mit Harry's Finger. Diese Geste half Harry mit dem ungewohnten Gefühl umzugehen und er entspannte sich.

Leise stöhnte er auf, als Toby in ihn eindrang. Es war ein berauschendes Gefühl, doch gleichzeitig durchzuckte ihn ein kurzer, stechender Schmerz. Augenblicklich verharrte Toby und streichelte zärtliches Harrys Hand, bis dieser sich entspannte. Der Schmerz wurde noch ein wenig stärker als Toby schließlich ganz in ihn eindrang und dann erneut verharrte. Mit der freien Hand wischte Toby über Harry's Wange und flüsterte unaufhörlich sanfte Worte. Harry hatte gar nicht gemerkt, dass seine Augen getränt hatten, das Gefühl Toby in sich zu spüren war auf vielerlei Arten überwältigend. Er war froh, dass er einen Moment bekam um sich an Toby's harte Männlichkeit zu gewöhnen, die in ihm pulsierte und genau in dem Augenblick, als er bereit war und sein Körper ungeduldig um Erlösung bettelte, begann Toby sich zurückzuziehen um daraufhin gleich wieder sanft zuzustoßen. Immer wieder, zärtlich und langsam. Harry's Atem wurde zu einem Keuchen und er die Gefühl ein ihm wurden so überwältigend, dass ihm erneut eine Träne über seine Wange kullerte obwohl der Schmerz mittlerweile beinahe vollkommen erloschen war und die Lust völlig Überhand genommen hatte. Er wollte Toby so nahe sein wie nur möglich und spreizte seine Beine etwas weiter, sodass Toby nun zwischen sie glitt und auf Harry's Brust lag. Diese neue Nähe nutzte Toby um Harry einen federleichten Kuss auf die Lippen zu platzieren. Gleichzeitig beschleunigte er den Rhythmus ein wenig und setzte in Harry's Keuchen ein.

Immer wieder stöhnte Harry und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Er krallte seine Finger in Toby's Rücken und schloss die feuchten Augen. In ihm breitete sich die Ekstase aus und sein ganzer Körper schrie nach Erfüllung. Von der Lust und Toby's immer heftiger werdenden Rhythmus gepackt, schlang er seine Beine um Toby's Taille und gab diesem somit sofort mehr Spielraum.

Plötzlich schrie Harry auf. In ihm war ein Punkt berührt worden, der all die schon vorhandenen Gefühle übertrumpfte. Ein Schauer nach dem anderen jagte durch seinen Körper wie Blitze und er wurde von einem Zittern erfasst. Toby's nächster Stoß ließ Harry's Verstand schwinden und er verfiel in ein durchgehendes kehliges Stöhnen. Noch so ein Stoß und Harry würde verrückt werden vor Lust.

Ein letztes Mal, wieder diese Blitze, das Zittern wurde heftiger und Harry schrie auf während er sich mit einem Urknall ergoss und sein Schließmuskel sich fest um Toby's Erektion schloss. Ein lautes Stöhnen seines Namens drang ihm ans Ohr und Sekunden später spürte er eine heiße Flüssigkeit, die sich in ihm ausbreitete und Toby ließ sich erschöpft auf seine Brust sinken.

Minutenlang verharrten sie so in dieser Position. In Harry brandete ein Orkan an Emotionen, die ihn erschauern ließen und schließlich hervor brachen. Er schluchzte. Besorgt sah Toby auf und strich ihm beruhigend über sein Haar. Wie ein kleines Kind klammerte sich Harry an ihn und ließ seine Tränen einfach nur fließen. Er fühlte sich so erfüllt, voll von Wärme und Liebe. Noch nie hatte er solche Vollkommenheit empfunden, war so von Glück gepackt gewesen.

Die gehauchten Worte Toby's, die an sein Ohr drangen, wirkten verzweifelt und voll Fürsorge, doch Harry war nicht im Stande Toby zu beruhigen und ihm zu verdeutlichen, dass es ihm gut ging. Er schmiegte sich in die wohlige Wärme Toby's und hoffte ihm so signalisieren zu können, dass alles gut war.

Langsam zog sich Toby aus Harry zurück und rollte sich von ihm herunter ohne jedoch die Umarmung aufzulösen. "Ist alles ok mit dir, Harry?" klang die unsichere, schuldbewusste Stimme von Toby an sein Ohr. Harry lächelte nur, nickte und legte seinen Kopf an Toby's Brust. Er konnte dessen Herzschlag hören, wie er sich langsam beruhigte und mit ihm wurde auch Harry ruhig und seine Tränen versiegten. "Ja, alles bestens," murmelte er, von plötzlicher Müdigkeit übermannt.

Toby angelte nach einer dünnen Decke und legte sie über ihre verschwitzten Körper, dann strich er wieder mit den Fingern durch Harry's Haar und sah ihm dabei glücklich in die Augen. Auch Harry war glücklich und versuchte sich an einem zaghaften Lächeln.

Nach einer Weile der stillen Zweisamkeit, Harry war bereits kurz davor einzuschlafen, fragte Toby in Gedanken versunken: „Woher hast du diese Narbe?" und zeichnete mit seiner Fingerkuppe den Blitz an Harry's Stirn nach.

„Ein Autounfall," antwortete Harry schläfrig. „Meine Eltern sind dabei gestorben."

„Das tut mir leid." Toby zog Harry noch näher an sich.

„Ja mir auch," murmelte Harry und gähnte.

„Schlaf gut, Harry," flüsterte Toby, gab Harry einen Kuss auf die Stirn und schloss die Augen.

Harry war erschöpft. Er fühlte sich gut und wollte im Moment nichts anderes als einfach nur schlafen.

Erschrocken schlug Harry die Augen auf. Er konnte sich nicht genau an den Traum erinnern, nur an den grünen Blitz, der plötzlich auf eine Gestalt zugerauscht war und Harry hatte sich dazwischen geworfen. Ihm war heiß, er schwitzte und die Haut an seinem Bauch spannte merkwürdig. Harry fuhr mit dem Finger darüber und erkannte das getrocknete Sperma. Sofort wurde er an den vergangenen Abend erinnert und er sah zu Toby hinüber, der neben ihm auf dem Rücken lag und ein Bein über Harry gelegt hatte. Vorsichtig löste sich Harry von Toby und stand auf. Er machte sich auf die Suche nach dem Badezimmer, wo er erstmal das getrocknete Sperma von seinem Bauch wusch und sich dann kaltes Wasser ins Gesicht spritzte.

Seit Ewigkeiten hatte er nicht mehr von Voldemort geträumt. Warum war dieser gerade in jener Nacht in der Harry so glücklich war, wieder aufgetaucht? Harry betrachtete sich im Spiegel und zeichnete liebevoll die Narbe an seiner Stirn nach. Was hatte er zu Toby gesagt? „Ein Autounfall"? Es war ihm so automatisch herausgerutscht ohne dass er darüber nachgedacht hatte, doch nun schämte er sich dafür.

Ohne sich das Gesicht abzutrocknen verließ er das Bad und ging zurück ins Schlafzimmer, wo Toby immer noch selig schlafend im Mondlicht auf dem weißen Leintuch, wie eine zerbrechliche Puppe aussah. Das Laken bedeckte nur Teile seines Oberkörpers, die Hüfte und das eine Bein. Harry musste lächeln. Er trat neben das Kopfende und gab Toby einen sanften Kuss auf die Stirn. Dann wandte er sich der gekippten Balkontür zu, öffnete sie ganz und ging hinaus.

Eine kühlende Sommerprise umspielte ihn. Harry atmete die Nachtluft tief ein. Der Mond winkte durch die tänzelnden Blätter der mächtigen Birken, die die Straße säumten.

Harry fühlte sich immernoch erfüllt von der letzten Nacht. Es schien ihm als hätte sich eine warme Hand um sein Herz gelegt. Seit damals als er erfahren hatte, dass Sirius Black sein Pate war hatte er nicht mehr so ein starkes familiäres Gefühl verspürt. So verrückt es klang, Toby war plötzlich wie eine Familie für ihn. Harry fühlte sich stark zu ihm hingezogen und das nicht nur körperlich und genau deshalb schmerzte es ihn auch besonders, dass er Toby nichts von sich und seiner Welt erzählen durfte.

Wie sollte es mit ihnen weitergehen? Wollte Harry, dass es weiterging? Ja er wollte es wirklich, aber wer sagte, dass Toby ebenso fühlte?

Plötzlich überkam Harry eine leichte Panik vor dem nächsten Morgen. Was wenn Toby ihn einfach hinausschmeißen würde und ihm sagte, dass er ihn nicht wieder sehen mochte? Aber nein – das konnte er sich nicht vorstellen; nicht nachdem Toby so sanft und liebevoll zu ihm gewesen war. Er spürte einfach, dass Toby auch etwas für ihn empfand. Bestimmt würde er Harry nicht so weh tun.

Harry seufzte. Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und schloss für einen Moment die Augen.

Wie sollte es weitergehen? Harry wünschte sich so sehr Toby von seinen Eltern zu erzählen, von Sirius und von Hogwarts. Er wollte mit ihm sein Leben teilen. Harry lachte auf. Natürlich war es noch viel zu früh soetwas auch nur zu denken, doch sein Herz sage ihm nichts anderes. Ja, er wünschte sich mit Toby zusammen zu sein. Alles in ihm schrie danach. In Toby's Gegenwart fühlte er sich geborgen und geliebt.

Wieso musste alles immer so kompliziert sein? Tränen schlichen sich in Harry's Augen. Er wollte nur einmal in seinem Leben sein Glück einfach festhalten können, ohne dass es ihm entrissen wurde. Doch würde Toby mit ihm zusammenbleiben wollen, wenn er wusste wer Harry Potter, der Junge der lebte, wirklich war?

Harry schluchzte. „Nur einmal will ich glücklich sein," flüsterte er in die Nacht. „Ein einziges Mal." Tränen überzogen sein Gesicht. Er war verzweifelt und doch schienen diese Tränen die Erlösung für ihn zu sein.

„Harry," erklang plötzlich Toby's Stimme neben seinem Ohr und die schützenden Arme schlangen sich von hinten um ihn.

Harry lehnte sich erschöpft in die Umarmung und ließ seinen Kopf nach hinten auf Toby's Schulter sinken.

„Wein nicht, Harry," hauchte Toby. „Ich bin hier." Doch Harry konnte nicht anders und schluchzte erneut auf. Er legte seine Arme über die von Toby und presste sich an den warmen Körper hinter ihm, als Toby ganz leise zu singen begann.

„Someday when I'm awfully low, when the world is cold, I can feel the glow just thinking of you, just the way you look tonight."

Toby's Stimme war zart und strich über Harry's Wangen wie eine tröstende Hand.

„Yes you're lovely, with your smile so warm and your cheeks so soft. There is nothing for me but to love you, just the way you look tonight."

Harry wurde von Toby langsam hin und her gewiegt und sein Schluchzen ließ nach, sodass die Tränen nun nur noch still weiterrannen.

„With each word your tenderness grows, tearing my fear apart and that laugh that wrinkles your nose, touches my foolish heart."

Harry schloss die Augen. Er hatte sich in seinem Gefühl nicht getäuscht. Toby musste etwas für ihn empfinden.

„Lovely never ever change, keep that breathless charm, won't you please arrange it cause I love you, just the way you look tonight."

Toby summte noch ein paar Takte und strich dabei mit seinen Lippen über Harry's Wange und küsste die trocknenden Tränen weg. Irgendwann drehte er Harry zu sich um und legte seine Lippen auf dessen Mund.

Harry spürte den warmen Atem über sein feuchtes Gesicht streifen. Er erwiderte den sanften Kuss und lehnte sich gegen Toby's Brust.

„Lass mich nie allein," flüsterte Harry und öffnete scheu die Augen um sofort von dem warmen Blau empfangen zu werden.

„Ich versprech es dir, Harry" murmelte Toby und legte seine Arme um Harry. Sie standen noch einige Zeit so in dieser liebevollen Umarmung da.

Ein Windhauch erfasste sie und ließ Harry leicht erschaudern.

„Lass uns wieder ins Bett gehen," meinte Toby und Harry ließ sich bereitwillig zurück ins Schlafzimmer führen. Er kroch neben Toby ins Bett und kuschelte sich fest an ihn.

„Ich hab dich so gern, Toby," nuschelte Harry und schloss die Augen, ohne Toby's sanftes und glückliches Lächeln zu bemerken.

„Ich dich auch, Harry. Ich dich auch," flüsterte dieser und im nächsten Moment war Harry eingeschlafen.