"Ja, wenn Sie Ihre Anrufprotokolle dann an uns weiterleiten könnten." Kate nickte, ihr Kopf wippte so weit hin und her, wie es mit ihrem Handy, eingeklemmt zwischen Schulter und Ohr, möglich war. Was als schneller Anruf beim Jugendamt gedacht war, hatte sich unendlich ausgedehnt; die Frau am anderen Ende war eindeutig versucht, ihre Sorgen loszuwerden. "Wir, auf unserer Seite, werden tun, was wir können, um für Gerechtigkeit zu sorgen."

Sie beendete den Anruf und ließ das Handy gegen den Tresen prallen, als sie sich mit beiden Händen hochschob, ihr Kinn fiel an ihre Brust, während sie ihre Wirbelsäule krümmte. Es war viel zu früh am Tag für diese Scheiße.

"Irgendein Glück gehabt?" Rick trat hinter sie, seine Finger ruhten oberhalb ihrer Hüften, die Daumen gruben sich wunderbar in die Bänder, die sich langsam begannen zu dehnen, während sie sich den Veränderungen ihres Körpers anpassten.

"Mmmhmm."

"Wirst du es mir erzählen?"

Sie nickte, ihre Lippen bedeckten das Stöhnen des Vergnügens, das für den Pausenraum nicht angemessen war. Das war wahrscheinlich auch unangebracht, aber Scheiß drauf.

"Ein bisschen höher, bitte."

Er tat, was sie wollte, die Spannung löste sich perfekt, als er seinen Weg langsam ihren Rücken hinauf machte. Verdammt, er hatte die Fähigkeit, sie in ein knochenloses Wesen zu verwandeln.

"Ihr beide müsst euch ein Zimmer nehmen", grummelte Esposito, als er zur Kaffeemaschine trampelte, sein Gesicht verzerrt mit vorgetäuschtem Ekel.

"Wir stehen in einem Zimmer", warf sie ein. "Fühl dich frei, es zu verlassen."

Er schnaubte als Antwort. "Hast du wenigstens Informationen vom Amt über die Beschwerden über Sue erhalten?"

Kate richtete sich auf, drückte Ricks Hand dankend, bevor sie sich umdrehte, um ihren Körper gegen die Schränke hinter ihr zu lehnen. "Die Anrufe waren anonym, das war keine Hilfe, aber sie sagte, dass alle zwischen Mittag und zwei stattfanden, was seltsam ist."

Espo begann, in seinem Kaffee zu rühren und sie versuchte, ihn nicht eifersüchtig anzublitzen. Sie konnte eine Tasse koffeinfreien Kaffee haben, nachdem sie heute Morgen schon ihre einzige Tasse richtigen Kaffee zu Hause konsumiert hatte, aber es wirkte einfach unfair, wenn die anderen um sie herum guten Maschinenkaffee genossen.

"Ich habe darum gebeten, dass ihre Protokolle rübergeschickt werden, falls wir noch andere Muster darin sehen können."

"Können wir nicht einfach den Anruf zurückverfolgen?", fragte Rick.

"Nicht ohne einen Beschluss und in diesem Stadium bezweifle ich, dass ein Richter bereit sein wird, uns einen zu geben. Sie nehmen die anonymen Hotlines ernst, sonst würde sich niemand sicher fühlen, sie anzurufen." Sie zuckte die Schultern. "Lasst uns einfach sehen, ob wir nicht zunächst von den Beschwerden selbst etwas ermitteln können."

Ryan raste durch die Tür, frische weiße Papiere in der Hand in die Höhe haltend. "Das Fax kam durch. Sie haben aufgelistet, was die Anrufer gesagt haben sowie Daten und Zeiten. Eine Sache, die sie als merkwürdig empfanden, war, dass alle anonymen Anrufe von einer Frau kamen und sie spekulierten im Büro, dass es die gleiche Person war, die sich beschwerte."

Er verteilte die Dokumente über den Tisch und zeigte mit dem Finger auf die verschiedenen Anrufe. "Dieser ist für Kinderweinen. Nun, der Nachbar bestätigte das am Tatort, aber es hörte sich nicht so an, als hätte er es schon vor diesem Tag gemeldet."

"Kannst du bei ihm nachfragen? Lass dir bestätigen, ob er jemals eine Beschwerde an das Amt eingebracht hat." Kate bewegte sich um den Tisch, um die nächste Seite zu lesen, während Ryan den Raum verließ. "Ein Baby wurde für eine unangemessene Zeit in einer verschmutzten Windel gelassen. Verdammt."

"Das hört sich an, als würde sich ein Elternteil beschweren", bemerkte Rick, ein Finger klopfte auf die dritte Seite. "Ein kaputtes Spielzeug liegengelassen, was bewirkte, dass sich ein Kind selbst verletzt hat. Das ist nichts, was jemand ohne Zugang zu Sues Wohnung wissen würde."

Esposito verschränkte seine Arme, ein Stirnrunzeln verengte seine Gesichtszüge. "Wurde ein anderer Elternteil erpresst und versuchte sie zu stoppen?"

"Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit", nickte Kate.

"Warte, vielleicht auch nicht." Castle griff über die Papiere hinweg und schnappte sich das von ihrem Standpunkt am weitesten entfernt liegende. "Hier wird berichtet, und ich zitiere, 'der Rauchmelder wurde entfernt und nicht sofort ersetzt, was ein Versäumnis ist, die Vorschriften und Richtlinien 417.4 Unterabschnitt c zu erfüllen.'"

Seine Augen trafen ihre, ein Flattern in ihrer Brust, als sie beide zur gleichen Schlussfolgerung kamen.

"Du hast Recht, Rick, es war kein Elternteil, der diese Beschwerden machte. Das ist jemand aus dem Metier."


Rick stand an der Seite seiner Frau und wartete nicht-so-geduldig darauf, dass Bev O'Sullivan ihre Haustür öffnete. Sie hatten den Tag damit verbracht, ihr Leben zu durchkämmen, genug Informationen zu sammeln, um sie angehen zu können und mit etwas Glück würde es reichen, in ihrer Wohnung aufzutauchen und sie zu überrumpeln, um ihre beherrschte Fassade aufzubrechen.

Es stellte sich heraus, dass das Betreiben einer Kindertagesstätte nicht nur aus Spaß haben und den ganzen Tag mit den Kindern spielen bestand.

"Hi." Bevs besorgtes Gesicht spähte durch den Spalt, als sie die Tür öffnete, ihr Blick huschte zwischen ihnen hin und her, als sie ihr unerwartetes Erscheinen wahrnahm.

"Entschuldigung, dass wir auftauchen, ohne vorher anzurufen, aber Rick hatte gehofft, dass Sie ihm helfen können." Kate drückte seinen Bizeps, ihr falsches Lächeln war nur für ihn offensichtlich.

"Oh", entspannte sich Bev, als sie die Tür öffnete, um ihnen den Zutritt zu ermöglichen. "Wie kann ich helfen?"

"Nun, meine Frau und ich bekommen nächstes Jahr ein Baby und ich habe daran gedacht, meine eigene Kindertagesstätte zu gründen. Auf diese Weise könnte ich zu Hause bleiben und sie könnte zur Arbeit zurückkehren."

Bevs Lächeln zuckte für einen Moment und ihre Augenbrauen hoben sich. "Oh, das ist... leben Sie in der Nähe?"

"Nein, aber es gibt Familienbetreuer in der ganzen Stadt, oder? Es muss eine Menge Leute in diesem Geschäft geben. Ich meine, es sind zwei alleine hier in diesem Gebäude", er pausierte, "oder waren."

"Ja. Waren es." Wieder schien Bev hart daran zu arbeiten, ihre Gesichtszüge zu kontrollieren.

Kate fuhr mit dem Finger über das hölzerne Puppenhaus, ihr Blick wanderte über die Kinderausstattung. "Und Sie können so ein tolles Vorbild sein. Sehen Sie sich Ihre Wohnung an, die Ressourcen, die Liebe zum Detail." Sie drehte sich mit dem Rücken zu ihnen und beugte sich vor, um die blauen Perlen aufzunehmen, die wunderschön in einer Wanne ruhten. "Haben Sie schon lange geöffnet?"

"Über sechs Jahre." Bevs Hände hatten sich zu Fäusten zusammengerollt, als Kate die imaginäre Spielanordnung störte, die zarten Blumen fielen schlaff herunter, als sie sie wegnahm und Castle trat einen kleinen Schritt zur Seite, stellte sich näher an ihre Verdächtige.

"Das ist eine lange Zeit. Eine lange Zeit, um Ihr Geschäft aufzubauen, um Ihr Herz und Ihre Seele in etwas zu setzen, von dem man nur hoffen kann, dass es wachsen und gedeihen wird", bemerkte Kate.

"Ich tue mehr, als nur zu hoffen, Captain. Ich folge den Vorschriften und Richtlinien, biete den Kindern ausgezeichnete Mittel und Umgebungen, ich habe Qualifikationen und gehe regelmäßig ins Training zur Weiterbildung. Ich-" Bev stoppte, die Stille ohrenbetäubend, nachdem ihre Stimme in ihrem Wortschwall stetig gestiegen war.

"Und das sieht man." Castle zeigte mit seiner Hand durch den Raum. "Ihre Wohnung ist makellos. Die Kinder, die wir sahen, schienen glücklich und heimisch zu sein. Und wir hören, dass es beim Jugendamt keine einzige Beschwerde gibt."

"Sie haben sie wegen mir angerufen?"

Er deutete ein Nein mit einem Kopfschütteln an. "Wir haben dort wegen Sue angerufen und Ihr Name ist aufgekommen, als wir geredet haben."

"Haben Sie ihnen von all ihren Beschwerden erzählt?"

Kate positionierte sich auf der anderen Seite von Bev, was dazu führte, dass sie sich unwohl zwischen den beiden hin und her drehte. Das Verhör war angeheizt und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie sie knacken konnten. "Bev, woher wussten Sie davon?"

Sie ging einen Schritt zurück, ihre Augen wurden groß. "Ich. Sue. Sue hat es mir gesagt", stotterte sie.

"Wirklich?" Kate kam näher. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das etwas ist, was Sie mit anderen teilen, besonders mit anderen Betreuern."

Bev schüttelte vehement den Kopf. "Sie wollte meine Hilfe. Wollte sich verbessern."

Rick stieß in das nächstgelegene Regal. Die Blöcke, die dort makellos aufgestellt waren, zerfielen zu einem Haufen, aber sein Blick blieb stetig auf Bev.

Und auf ihrer Reaktion, als sie zu dem Chaos ging, das er angerichtet hatte.

"Sue wollte Ihre Hilfe? Obwohl bei ihr, laut ihrer Finanzen, die Kasse klingelte, sie jeden Tag mit Kindern ausgebucht war."

Der eilige Ansturm, um seinen Unfall zu beheben, kam zu einem plötzlichen Stillstand, Bevs Körper bebte, ihre Hände zitterten.

"Das muss weh getan haben", stichelte Kate, "es muss Sie nachts aufgefressen haben. Da machen Sie all die richtigen Dinge, stellen eine idyllische Spielumgebung bereit und doch haben Sie freie Plätze?"

Sturmwolken sammelten sich in Bevs Gesichtszügen, die Wut strömte aus jeder Pore ihrer Haut und Castle schlich vorsichtig vorwärts, bis sein Körper zwischen dem seiner Frau und dem Dampfkochtopf war, der vor ihnen zu explodieren drohte.

"Sie hatte alle Kinder, Bev, und Sie hatten nichts."

"Ich hatte alles! Ich hatte alles, bis sie kam und meine Preise unterbot! Sie waren meine Kinder! Meine Kinder, die in diesem Dreck sitzen mussten, meine Kinder, die nichts anderes als kaputten Müll zum Spielen hatten. Meine Kinder und sie hat sie gestohlen!"

"Also haben Sie sie zurückgestohlen?", flüsterte er.

"Nein", krächzte Bev und fiel auf die Knie. "Ich bin einfach hinübergegangen, weil ich hören konnte, dass Ella weinte. Dieses arme Baby hat immer geweint."

"Und Sie haben das Messer gesehen..."

"Es lag einfach auf der Küchenbank. Jedes der Kinder hätte es erreichen können. Sie hätten sich damit wehgetan." Bev starrte verzweifelt auf ihre Hände, als könnte sie die Klinge in ihrer Handfläche liegen sehen. "Ich hob es auf und-"

Die Tränen rollten über ihre Wangen, ihre Schluchzer schüttelten ihren Körper, als sie versuchte, tief Luft zu holen.

"Warum musste sie meine Kinder stehlen?"


Kate beugte ihre Zehen, die Couch im Büro bewegte sich ein wenig mit ihrer Bewegung, doch als Rick seine Finger durch ihre Haare laufen ließ, die Haarsträhnen über seinen Schoß fächerte, wo ihr Kopf ruhte, konnte sie nicht anders, als sich zu strecken, fast katzenartig.

"Wir sollten nach Hause gehen." So sehr sie sich auch nie wieder bewegen wollte, musste dies von hier weg und in ihr Schlafzimmer gebracht werden.

"Ja", stimmte er zu, machte aber auch keinen Versuch, sich zu bewegen.

Vielleicht noch fünf Minuten...

Bev zurück zum Revier zu bringen und dann weiterzuarbeiten hatte ein Abendessen über den Haufen geworfen. Ihr Magen gluckerte leise und sie untersuchte gedanklich den Inhalt ihres Kühlschranks zu Hause. Vielleicht war es besser, etwas auf dem Weg zu besorgen?

"Wenn dir danach ist, Kate, könnten wir zu Remy's gehen? Einen Burger holen, bevor wir nach Hause gehen. Du musst hungrig sein."

Sie lächelte, Liebe überschwemmte sie in Wellen, als er ihre Gedanken las. Ihr wundervoller Ehemann, der Vater ihres Kindes, der immer darüber nachdachte, was sie brauchten, wie er sie glücklich machen konnte, sie immer an die erste Stelle setzend.

"Rick?"

Er nickte, während sie sich in eine sitzende Position drückte. Ihre Finger verschränkten sich mit seinen.

"Wenn du deine Kindertagesstätte eröffnen willst, wenn dir das Freude bereitet, dann stehe ich hundert Prozent hinter dir."

"Nach dem, was wir gerade gesehen haben, Kate? Betreuer töten Betreuer?" Seine Augen traten hervor. "Und es war nicht so, dass ich es wollte, ich-"

Ein Klopfen an der Tür unterbrach seinen Satz und sie drückte sich gegen die Couch, versucht jedem, der da war, zu sagen, er solle weggehen.

"Hey, Captain." Ryans grinsender Kopf schob sich durch die Tür, als er sich selbst hineinließ, sein Blick wanderte zu Castle, während er die Szene vor sich aufnahm. "Oh, Entschuldigung, dass ich unterbreche. Wir sind fertig und gehen jetzt. Ich dachte nur, wir sehen mal, ob ihr etwas essen wollt?"

Rick sprang auf, klatschte in die Hände, bevor er sie zusammen rieb. "Remy's?"

"Klingt gut."

Kate zwang sich, sich zu bewegen, bereits die Kissen und den warmen Körper unter ihrem vermissend, aber ihre Unterhaltung mit Rick hatte sie zumindest an die Broschüren erinnert.

"Ryan, bevor ich es wieder vergesse." Sie griff nach ihrer Tasche. "Jenny erwähnte eure Probleme mit der Kindertagesstätte, also bin ich zurück in die Arztpraxis gegangen, wo sie Broschüren für die Eltern hatten. Hoffentlich hat jemand eine freie Stelle, bis Sarahs alte die Tage zur Verfügung stellt, die ihr braucht."

Ricks Kinnlade fiel nach unten, Überraschung ließ seine Augenbrauen nach oben schnellen und sie hob ihre eigenen in Erwiderung darauf.

Was war das denn gerade?

"Danke, Beckett, aber nach diesem Fall haben Jenny und ich beschlossen, zu warten, bis ein Platz verfügbar ist." Er wandte sich an Castle. "Es sei denn, du denkst, dass du vor Neujahr aufmachst?"

Rick schlang einen Arm um ihre Schultern und zog sie an seine Seite, während er seine Lippen über ihre Stirn wischte.

"Entschuldigung, Ryan. Nach alledem kann ich wirklich sagen, dass ich diesen Plan verworfen habe."

Sie kippte zur Seite und drückte einen Kuss auf die Bartstoppeln, die seine Wangen überzogen. "Und wenn du mit all den Kindern zu Hause festsitzt, wer würde mir meine Kuscheleinheiten und meinen Kaffee bringen?"

Sein Grinsen breitete sich aus, blaue Augen funkelten, als er sie aus der Tür führte.

"Keine Angst, Kate, das Baby und ich werden auf dich aufpassen."