Kapitel 4

Noch völlig außer Atem rollte ich mich unter ihm weg und legte mich seitwärts auf den Boden. Als unsere Herzschläge wieder die normalen rhythmischen Schläge erreicht hatten, legte er sich direkt neben mich, alle vier Beine ausgestreckt und zog mich an sich. In seinen Armen war es schön warm, da es nackt, mitten im Wald und nicht mehr von Leidenschaft erhitzt, es langsam richtig kalt wurde. Es hätte nicht besser sein können, doch es gab noch immer eine Sache die mich störte. Wir waren nun fest zusammen, ein Paar, und er hatte mich als seine Frau markiert. Doch seinen Namen kannte ich noch immer nicht. Aber könnte er ihn mir nicht verraten? Erst durfte er es ja nicht, damit ich bei den anderen nicht nach ihm fragen konnte und er keinen Ärger bekommen würde. Nun allerdings hatten wir den Ärger eh schon herausgefordert. „Was beschäftigt dich?", fragte er mich auch prompt. „Darf ich nun deinen Namen erfahren?" Gespannt hielt ich die Luft an. „Natürlich, weswegen solltest du ihn nicht erfahren?" „Aber du hattest doch gesa…" „Ja ich weiß. Aber nun ist es anders. Jetzt bist du Mein und jeder der vor dir stehen wird, wird es wissen." „Merkt man das so deutlich?" „Ja! Wir Zentauren sind nicht so grob gebaut. Wir sehen und riechen viel besser als ihr."

„Ich merk nichts." „Ich schon, dein Geruch hat sich verändert, da meiner sich mit deinen vermischt hat. Hätten wir es nicht getan wäre er nie so stark an dich dran. Nun wird jeder Zentaur wissen dass du zu mir gehörst und dir nichts tun. Selbst wenn du schon seit Tagen nicht mehr in meiner Nähe wärst." „Und die Menschen werden es nicht riechen?" „Nein!" „Aber es ist doch nicht toll für dich, wenn ich nach dir rieche, oder? Meine Freundinnen haben immer den Geruch ihrer Freunde gemocht, wenn nicht sogar geliebt, wie soll das sein wenn man sich selber riecht?" „Du vergisst dass ich kein Mensch bin. Für mich ist es erregend mein Geruch an dir zu finden. Es gibt mir die Gewissheit das du zu mir gehörst und ich dich erobert habe." Unweigerlich musste ich lächeln. Es war ein sehr prickelndes Gefühl zu wissen, dass ich nun ganz ihm allein gehörte. „Und wie ist es mit dem Biss?" „Der gehört ebenfalls zum ganzen Ritual. Sollten wir lange getrennt sein, sodass mein Duft nicht mehr an dir haftet, dann weist der Bissabdruck daraufhin. Die Menschen können es nicht sehen, da der Unterschied zu klein ist, aber ein Zentaur sieht sofort das es von einem anderen ist." „Und er schützt mich wirklich?" „Ja! Kein Zentaur wird sich an dir vergreifen, egal welcher Art." „Wie ist es mit dir? Der Duft wird nicht reichen nicht wahr?" „Ja, weil ich kein Bissabdruck habe." „Na dann habe ich ja noch was vor mir", lächelte ich spitzbübisch, beugte mich vor und küsste ihn. Er öffnete auch gleich bereitwillig seine Lippen um meiner Zunge einlass zu gewähren. Und kaum hatten sich unsere Münder berührt begannen sich die Schnätze in meinem Bauch wieder zu vermehren. Unsere Zungen trugen einen heftigen Kampf aus, wobei ich mich immer weiter nach oben auf meinen Ellbogen stützte.

Ich wollte diesmal unbedingt gewinnen. Da er mir immer mehr entgegendrängte, schlang ich mein Bein um seinen Oberkörper, wobei mein Fuß auf seinem Pferderücken zum Liegen kam und legte mich halb auf ihn drauf, um ihn besser wieder hinunterdrücken zu können. Durch meinen aktiveren Part angeregt wanderten seine Hände wieder ekstatisch über meinen Rücken und hinab zu meinem Po, was mich unweigerlich wieder heiß machte. Als wir schon begannen uns gegenseitig in den Mund zu stöhnen, konnte ich es nicht mehr aushalten, begann an seinen Nacken zu saugen und biss schlussendlich hinein bis ich Blut schmeckte. Zur Belohnung erhielt ich sein melodiöses Keuchen. Ein wenig setzte ich noch mit den Zähnen nach um sicher zu gehen dass der Abdruck gut zu sehen ist, auch wenn es mir im Herzen wehtat. Sanft leckte ich über seine Wunden, wo wie er es zuvor bei mir getan hatte. Nach einer Weile ließ ich von ihm ab, blieb auf seiner Brust liegen und kuschelte mich an ihn wie eine verschmuste Katze. Während ich biss verging meine neu erwachte Leidenschaft wieder und machte meiner Müdigkeit platz. Doch einschlafen konnte ich dennoch nicht, da mich noch einiges Beschäftigte.

„Wird der Biss dich auch vor den Frauen deiner Herde schützen, oder muss ich weiterhin Angst haben?" „Ja, tut er, aber du brauchst dir keine Sorgen machen. Vorher hatte ich nie Angebote gehabt und jetzt werde ich noch viel weniger haben, obwohl das schon nicht mehr geht.", lächelte er. „Ich brauch keine Andere, ich habe doch dich." Zufrieden begann ich zu Seufzen und begann seine Brust auf der ich lag zu kraulen. „Wir machen nie vergebenen Zentauren den Hof, dafür haben wir viel zu viel Respekt vor dem anderen. Wir bleiben für immer bei unseren Partnern." „Dann muss ich mir also keine Sorgen machen", stellte ich nüchtern fest. „Nein!", sagte er, gewiss mit einem Lächeln, was ich nun nicht sehen konnte und legte fest seine starken Arme um mich. Für eine Weile blieben wir so liegen. Es war ein sehr angenehmer Moment, der nicht gestört werden sollte. Doch hielt ich es nicht mehr aus. „Wie heißt du jetzt?" „Mmmh, ich bin nicht sicher ob ich ihn dir wirklich sagen sollte?", überlegte er gekünstelt und fing unweigerlich das Lachen an. Gespielt empört wand ich mich aus seinen Armen und setzte mich auf.

„Das ist gemein, nun sag schon", rief ich aus und puffte ihn in die Seite. „Soll ich ihn dir wirklich sagen?", fragte er und stützte sich interessiert auf seinen Ellbogen. Ich nickte und sah ihn ernst an, woraufhin er lächelnd sich zu mir beugte, was mich denken lies das er mich küssen wollte doch steuerte er mein Ohr an. „Tristan", flüsterte er. Mit leuchtenden Augen sah ich ihn an. Es machte mich glücklich seinen Namen zu wissen. „Es ist ein sehr schöner Name. Ich heiße Diana." „Das weiß ich doch schon." Seufzend schlug ich mir die Hand gegen die Stirn. „Ach, stimmt ja. Ich hatte mich ja noch deswegen gewundert." „Der Name passt zu dir, als wäre er vorausbestimmt gewesen." „Warum?" „Diana ist die Göttin der Jagd und des Waldes", lächelte er und strich mir eine Strähne hinters Ohr. „Ja, seit dieser Nacht passt er sehr gut", lächelte ich, in Erinnerung an unserer ersten Begegnung denkend. „Ich hätte nicht gedacht dass mein Horoskop diesmal richtig sein würde", nuschelte ich vor mich hin.

„Horoskop?" „Ja, er stand im Tagesprophet und …" „Tagesprophet?" Für einen Augenblick stockte ich, er konnte natürlich nicht wissen was das ist. „Der Tagesprophet ist eine Zeitung, die wir jeden Tag bekommen. Sie besteht aus Blätter auf denen steht was so in der Welt passiert. Und da stehen auch die Horoskope für die Menschen drin. In meinem stand, dass ich die Chance hätte meine große Liebe zu finden, wenn ich nur endlich mal wieder aus dem Haus gehen würde. Ich hätte nicht gedacht das es diesmal so genau passen könnte." „Ich wusste nicht dass auch ihr so sehr auf die Sterne achtet wie wir? Steht das Horoskop für jeden in diesem Tagesprophet?" „Ja!" „Dann müssen es ja ganz schön viele Blätter sein." Verständnislos sah ich ihn an, bis ich kapierte was er meinte. Er dachte wohl das stünden alle Horoskope für alle Menschen der Welt, wie es auch bei den Sternen war. „Äh nein! Ich meinte nicht für jeden einzelnen Menschen, sondern nur die Sternzeichen." „Aber euer Horoskop kann doch niemals richtig sein, wenn ihr nur auf die Planetenstellung der Sternzeichen achtet. Ihr seit schon komisch." „Ich weiß, aber ich kann dir auch nicht sagen warum das so ist." „Welches Sternzeichen bist du?"

„Ach, etwas was du nicht weißt?", stachelte ich als Rache für vorhin nach. „Nun sag schon, ich würde gern sehen was in deinen Sternen geschrieben steht. Ich will doch wissen wie es um meine Gefährtin steht", lächelte er. Nach diesem Satz gab ich natürlich klein bei. Wer kann da schon widerstehen? „Schütze", grinste ich breit, da ich nun erkannte, wie sehr das passte. Es wurde schon unheimlich. Auch er musste grinsen. „Langsam erscheint es mir irgendwie gruselig. Erst der Name, dann mein Sternzeichen." „Muss es nicht. Die Sterne haben es eben vorausbestimmt und Zeichen gesetzt." Wieder legte ich mich zu ihm, da mir noch immer kalt war und bei ihm war es eh viel gemütlicher. Dieses Mal schwiegen wir länger. Wir hatten uns nichts zu sagen, wir wollten nur die angenehme Ruhe genießen in denen wir nur für uns sind. Bei mir blieb es allerdings nicht nur beim Ruhen, denn es hatte nicht lange gedauert bis mir die Augen endgültig zufielen und ich in einen traumlosen Schlaf glitt.

Fortsetzung folgt …

A/N: Ich weiß das es jetzt recht kurz war, aber im nächsten Kapitel geht es dafür wieder spannender los. Versprochen.