Mit reichlich Verspätung stelle ich nun Kapitel 9 und 10 ins Internet. Ich danke euch für eure Geduld und Marylein, du hast Recht, aber eine kompetente/n BetaleserIn zu finden ist heut' zu Tage wirklich schwer. Hast du Interesse an dem Job? Wenn ja, dann melde dich per Mail bei mir ^^

Purity

9. Malfoy Manor I

Da standen sie nun mit leichtem Gepäck vor Malfoy Manors riesigem Eisentor, durch dass sie nur eine große schneebedeckte Wiese erspähen konnten. Draco, der gar kein Gepäck mit sich trug, tippte mit der Spitze seines Zauberstabes einmal auf die angefrosteten Gitterstäbe und das Tor setzte sich in Bewegung.

„Willkommen in meinem … na, halt bei mir Zuhause.", sagte er zu allen und ging auf die Schlitten zu, die aus dem Nichts erschienen waren.

Gute Zehn Minuten stand die ganze Gruppe – nur wenige Slytherins und Gryffindors waren nicht Narzissas Einladung gefolgt – in der großen Eingangshalle und trappelte Draco in den Salon nach.

„Ist jemand zuhause?", fragte er und lugte in den Salon hinein.

„Draco!", rief Narzissa erfreut und umarmte ihren Sohn gleich stürmisch. „Ich bin so froh dich wieder zu sehen. Geht es dir gut? Du bist so blass. Ist du auch richtig?"

„Mom, könntest du das, bitte, lassen?", murrte er unwillig. „Mir geht es gut. Darf ich dir meine Mitschüler vorstellen?"

„Oh, natürlich. Seid alle herzlich Willkommen!", verkündete sie freundlich und wandte sich den Schülern zu, die sie zum Teil begrüßten. Hermione und Blaise taten es zumindest.

„Du lebst immer noch.", knatterte plötzlich eine alte Frau hinter Draco, welcher mit einem erschrockenen Schrei zusammen fuhr.

„Merlin noch mal! Schleich dich nicht so an!", blaffte der Blonde seine Großmutter an.

„Ich hatte gehofft, dich zu Tode erschrecken zu können.", höhnte sie.

Er guckte böse, ehe er mit einem engelsgleichen Lächeln vorschlug, „Fall die Treppe hinunter und brich' dir das Genick!"

Narzissa machte Anstalten in dieses Wortgefecht einzusteigen, doch ihre Schwiegermutter gab ihr keine Gelegenheit.

„Gerne. Nach dir."

„Wie egoistisch bist du eigentlich?! Denkst du auch nur einmal an deine Kinder? Die wollen vielleicht auch etwas erben!"

„Bist noch einer von euch beiden zu weinen beginnt.", warf Narzissa nörgelnd ein und Draco vernahm ein leises Glucksen aus der Richtung der Gruppe.

„Ach, Mutter, lass deine altbackenen Anekdoten stecken.", riet Draco ihr, als man plötzlich ein erfreutes Quietschen hörte.

„DRACO!", riefen Valery und Leony aus, die den Blonden sogleich stürmisch umarmten. Dracos Mutter nutzte den Augenblick, um ihre liebliche Schwiegermutter in den Salon zu schieben.

„Wie geht es dir? Sind das alles deine Freunde? Hast du endlich eine Freundin?", quasselten die Zwei auf den Blonden ein, so dann er zunächst einmal gar nicht reagieren konnte. Als dann auch noch Mary, Michelle und Nathalie ihn umknuddelten, stellte er ihnen gequält keuchend vor, „Mädels, das sind Belinda, Blaise kennt ihr ja…", Die fünf riefen im Chor: „Hi, Blaise!", „ ...Harry Potter, Ronald Weasley, Millicent Bullstrode, Seamus Finnigan, Dean Thomas, Hermione Granger, Pansy, Parvati Patil und Levander Brown. – Leute das sind meine älteren Cousinen Valery (19J.), Leony (18J.), Mary (17J.), Michelle (16 1/2J.) und Nathalie (16J.)."

Einige Begrüßungen wurden ausgetauscht, dann führte Draco sie samt Cousinen nach oben zu ihren Zimmern. Unterwegs stellte er etwas das Herrenhaus vor, als man plötzlich eine Gruppe kleiner Mädchen auf sie zustürmen sah.

„FUCK!", fluchte der Blonde. „Übernehmt bitte.", bat er Val und Leony, ehe er auf dem Absatz herumwirbelte und die Beine in die Hand nahm. Neun der zehn kleinen Mädchen liefen ihm hinterher, die Jüngste trappelte der Gruppe nach.

„Nun denn.", seufzte Valery und schüttelte grinsend den Kopf. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten – Blaise hatte den Mädchen gesteckt, dass Hermione bei Draco übernachten würde – fanden sich alle in einem großen Raum mit hellen Möbeln ein in dem im Kamin da Feuer knisterte.

„Fühlt euch wie Zuhause.", sagte Michelle freundliche lächelnd und warf ihr langes blondes Haar nach hinten.

Plötzlich stürmte Draco ins Zimmer und presste sich an die halb geschlossene Flügeltüre, während die kleinen den Gang hinunter liefen.

„Die Kleinen sind wahnsinnig.", brachte er atemlos hervor. Scheinbar war er die letzten 1 ½ Stunden vor den Mädchen davon gelaufen.

Man mochte meinen, dass kleine Kinder nach einer gewissen Zeit der Hetzjagd normaler Weise müde werden, aber bei den Malfoy Mädchen war nichts normal.

„Wollt ihr etwas zum trinken?", fragte Narzissa, die gerade durch eine Seitentüre ins Zimmer, neben ihr schwebte ein Tablett mit Tassen und einer Teekanne.

„Ja, gerne.", sagte Belinda und ließ sich auf der Couch nieder.

„Oh, Draco was machst du da?", fragte Narzissa ihren Sohn, der ihr panisch bedeutete, still zu sein. „Spielst du wieder mit den Kleinen fangen?", wollte sie wissen.

Draco, der nun seine jüngeren Cousinen draußen hörte, wollte von der Türe weghechten, doch die Mädchen rannten auf ihn zu, brachten ihn zu Fall und begruben in unter sich.

„Gnade.", wimmerte er gequält und alle im Raum lachten.

„Angelina, habe ich dir nicht gesagt, dass du Draco in Ruhe lassen sollst?" mahnte Leony ihre kleine Schwester und auch Mary und Nathalie pflückten ihre Geschwisterchen von dem Blonden, Michelle und Valery halfen ihnen dabei.

„Danke.", keuchte er erleichtert, als er wider atmen konnte. Wie er merke, hatten Belinda und seine Mutter sich abgesetzt und waren in ein Gespräch vertieft. Schwerfällig ließ er sich zwischen Blaise und Hermione auf die Couch fallen.

„Nette Verwandtschaft hast du da.", bemerkte Finnigan grinsend.

„Ja, reizend.", sagte er tonlos und genehmigte sich einen Tee.

„Sie sind immer anstrengend, bis auf Sarah. Die ist süß.", erläuterte Blaise grinsend, als das besagte Mädchen, die jüngste von allen, auf Draco zu tapste, auf seinen Schoß kletterte und ihn knuddelte.

„Ja, ich habe dich auch lieb.", murmelte er und legte die Arme um das kleine Mädchen, woraufhin so gut wie alle Mitschülerinnen verzückt seufzten.

„Das ist fies! Immer bevorzugt er Sarah!", beschwerte sich Angy.

Draco schaute seine Cousine für einen Momentlang durchdringend an, grinste dann süffisant und konterte, „Ja, immerhin will sie mich nicht ständig heiraten."

Angy zeigte Draco die Zunge, er erwiderte diese Geste.

„Da fällt mir ein.", begann Valery und setzte sich auf einen freien Platz. „Heute Abend gibt es wieder Karaoke."

„Karaoke!" wiederholten Patil und Brown begeistert.

„Glaub mir, ihr wollt mich nicht singen hören.", versicherte Potter und Weasley, Thomas, Finnigan nickten zustimmend, was so viel wie „Mich auch nicht" bedeuten sollte.

„Aber wir zwei werden singen.", bekräftigte Blaise und legte kumpelhaft einen Arm um Dracos Schultern.

„Nur unter Einfluss von einer Menge Alkohol.", brummte der Blonde und beäugte den Arm misstrauisch. Hermione beobachtete Draco sanft lächelnd. Sobald er ihren Blick bemerkte, musste er schwer dagegen ankämpfen nicht gleich zurückzulächeln.

„Oh, da hat es jemanden schwer erwischte.", sagte Michelle grinsend und ließ sich neben Val und Leony nieder, während Mary und Nathalie mit den Kleinen spielten.

„Pst!", zischte Draco und lugte zu seiner Mutter hinüber. „Wenn die das erfährt, würde sie gleich meine Hochzeit ausrichten wollen."

„Ach, dann seid ihr doch ein Paar.", bemerkte Thomas frech grinsend und Draco wurde wieder knallrot.

„Ich wusste es.", schnappte Pansy entrüstet und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ach, wende doch lieber deinem Finnigan zu.", feixte Draco spitz. Pansy, so auch Finnigan wurden rot.

„Uh, da ist doch etwas im Busch.", warf Weasley grinsend ein und bekam ein Seitenhieb von dem braunhaarigen Gryffindor.

„Dann wechselt Pansy doch auf die „helle" Seite der Macht.", giggelte Bullstrode und Pansy schnappte fassungslos, „Milly!"

„Bist du noch immer mit diesem Jack zusammen?", wollte Draco von Valery wissen und ließ Sarah runter, da diese zu den anderen spielen gehen wollte.

„Nein. Er ist fremdgegangen.", erklärte Val gedehnt.

„Soll ich hin einmal heimsuchen?"

„Wozu? Damit du wieder mit dem Gesicht nach unten auf dem Bonden liegst?", fragte Valery und Leony, als auch viele der anderen grinsten breit.

Draco guckte einmal böse, dann erwiderte er nonchalant, „Na, irgendwo muss ich ja meine masochistische Seite rauslassen."

„Ach, machst das nicht deine Freundin?", konterte Leony frech.

„Nein, de macht andere Sachen mit mir."

„Ja, wie zum Beispiel ihm einen in unserer Schulbibliothek blasen.", plapperte Blaise hämisch grinsend, worauf ihn, alle Hogwarts Schüler – Draco, Hermione und Blaise ausgenommen –entsetzt die Augen weiteten.

„BLAISE!", schrien die zwei ihm Chor, waren knallrot angelaufen und sanken tiefer in die Couch.

„Ach, deswegen bist du solange in der Bibliothek.", feixte Potter schelmisch grinsend.

„Harry, ich warne dich.", mahnte Hermione und bedachte ihn mit einem finsteren Blick.

„Und ich dachte, sie lernt immer.", ging Weasley auf Potters Neckereien ein und duckte sich unter dem Polster weg, der von Hermione nach ihm geworfen wurde.

„Und was machst du immer, wenn du dich auf Nacht wegschleichst?", wollte Pansy endlich wissen.

Warum starrten ihn alle plötzlich so an.

„Eigentlich…", begann er und sah zu Hermione, die mit den Schultern zuckte und mit ihm im Chor sagte, „Lernen."

„Oh, ja, das kann ich bezeugen. Wenn Draco nicht gerade mit ihr in diesem Raum übernachtet, hält er mich immer die ganze Nacht wach, in dem er das Licht brennen lässt und durchlernt.", bestätigte Blaise den ungläubig schauenden Gryffindors und Slytherins.

„Sag bloß, du hast Großmutters Wette angenommen.", sprach Leony ihre Befürchtung aus und Draco nickte.

„Bist du wahnsinnig?! Du kannst unmöglich alle verfügbaren Fächer des 7. Jahrgangs mit einem „Ohnegleichen" abschließen!", blaffte Michelle und erreichte damit, dass Belinda und Narzissa zu der Gruppe hinüber sah.

„Bist du wahnsinnig?", keuchte Thomas fassungslos.

„Draco, das ist viel zu viel. Ich rede mit Mutter. So geht das nicht.", warf Narzissa ein.

„Mutter, das ist meine Angelegenheit.", blockte der Blonde eiskalt ab und erhob sich.

„Deswegen bist du auch so blass. Sicher isst du zuwenig.", mutmaßte die Blonde.

„Keine Sorge, Hermione sorgt dafür, dass ich genug esse.", antwortete Draco und erkannte zu spät, dass er sich verplappert hatte. Narzissa sah Hermione strahlend an, während ihr Sohnemann entsetzt die Augen weitete und mahnte, „Mom, nein, das-!"

„Wie schön! Dann sind Sie Dracos Freundin.", meinte Narzissa höchst erfreut, war zu Hermione gegangen und schüttelte ihre Hand.

„Äh…", begann die Gryffindor überrumpelt, die hilfesuchend zu Draco hochsah.

„Was?! Draco hat eine Freundin?! Das ist nicht fair!", schrie Angy aufgebracht und die Kleinen begannen lautstark zu protestierten.

Es war geradezu amüsant für Pansy, Potter, Weasley, Brown, Patil, Thomas, Finnigan, Bullstrode, Blaise, Valery, Leony, Michelle, Mary und Nathalie zuzusehen, wie Draco die Fassung verlor und Hermione mit geweiteten Augen sich etwaige Hochzeitspläne anhören durfte.

Valery begann schallend zu lachen, Mary besaß die Güte zusammen mit Nathalie und Michelle die keifende Meute aus dem Zimmer zu bugsieren.

„Ich stelle mir ein spitzenbesetztes Hochzeitskleid mit Reifrock vor…", schwafelte Narzissa, als Draco seine Mutter packte und sie aus dem Zimmer schob. „Aber Draco. Lass mich doch mit ihr reden. Wir planen gerade eure Hochzeit."

„Vergiss es! Hier wird nicht geheiratet!", zischte er ungehalten und knallte seiner Mutter und Belinda, die freiwillig hinausgegangen war, die Türe vor der Nase zu.

Leony kippte laut lachend vom Sofa und Valery lag auch nur mehr.

„Lacht nicht so dämlich! Da ist nicht witzig!", fauchte der Blonde und ließ sich geschafft auf die Couch fallen.

„So langsam verstehe ich dich.", gestand Weasley und Draco tauschte Blicke mit ihm.

„Ist deine Mutter immer so?", wollte Potter wissen.

Pansy, Blaise, Valery und Leony antworteten für Draco im Chor, „Oh ja!"

„Sie wollte uns verkuppeln, da waren wir 8 Jahre alt.", meinte Pansy und nippte an ihrem Tee.

„Hm…", brummte Draco, schaute Blaise an und fragte, „Warst du mir ihr verlobt?"

Blaise sah zu Hermione, die für ihn mit „Ja" antwortete. Valery und Leony stutzen.

„Von wem redest du, Draco?", harkte die ältere von beiden vorsichtig nach.

„Von Emily.", gab der Blonde zurück und die Cousinen verfielen.

„Du erinnerst dich an sie?!"

Draco streckte ihnen das Foto, auf dem er und Emily zu sehen waren entgegen, welches Blaise ihn umgehend wieder abnahm. „Hey, das ist meines."

„Du hast ihm davon erzählte?! Aber... der Schwur…", keuchte Leony fassungslos.

„Erm.. nein, ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er und das Mädchen, Emily, sich sehr ähnlich sehen.", gestand Potter und wurde verständnislos angesehen.

„Emily hat Kontakt zu mir aufgenommen.", erläuterte Draco. „Sie will mir irgendwas mitteilen."

„Wahnsinn…", hauchte Val und ließ sich wieder auf die Couch fallen.

„Ach, deswegen hast du so auf sie reagiert, als sie euch in den Hologrammraum gelockt hatte.", meinte Brown und warf Blaise einen mitleidsvollen Blick zu.

„Das habt ihr gesehen?", keuchte der Dunkelhaarige und lief, zu Draco Überraschung, rot an.

Alle nickten.

„Oh…", murmelte er. Scheinbar hatte er soeben an Mut und Dreistigkeit verloren. Draco erhob sich, wuschelte Blaise sanft durchs Haar und ging zu einem Regal, wo er an einem Kerzenhalter zog und sich ein Geheimgang auftat.

„Kommt ihr? Ich schulde euch noch eine Führung.", bot er an, grinste beinahe, als die anderen aufsprangen und ihm in den Geheimgang folgten. Sie gingen eine Weile, bis sie einen großen Raum erreichten, dem der Name „Waffenkammer" nicht gerecht wurde.

Sie befanden sich in einer Halle, an dessen Wänden und Regalen alles von einem Messer bis hin zu einem Bihänder zu finden war. Der gesamte Raum bestand aus weißem Marmor, welcher gelegentlich von goldenen Ornamenten geziert wurde. Gegenüber von der Fensterseite fand sich ein Rankenwerk, welches eine Sonne darstellte. In dessen Mitte befanden sich zwei weiße lange, zusammengefaltete Tücher, dessen Enden rot gefärbt waren.

„Die Malfoysche Waffensammlung.", erläuterte Draco knapp und durchquerte den Raum, während seine Mitschüler, vor allem die Jungs – außer Blaise, der sie schon kannte -, sich zum Teil fasziniert, zum Teil ehrfürchtig umsahen.

„Warum besitzt ihr so viele Waffen?", wollte Finnigan wissen und betrachtete wie Hiebwaffen.

„Ich sammle gerne Hiebwaffen.", gab Draco zu, vermutete dann, „Ich glaube, Emily war auch daran beteiligt." Seine Cousinen nickten.

„Benutzt du sie auch?", meldete sich Thomas zu Wort.

„Na klar.", antwortete Leony für ihn. „Ihr wisst ja gar nicht, wie lustig es sein kann gegen Draco zu fechten, wenn wir beide völlig zu sind."

Erstaunte Blicke wanderten zu dem Blonden, der nur eines zu sagen hatte, „Kein Kommentar."

Plötzlich hellte sich sein Miene auf, er schnappte sich Hermiones Hand, führte sie in eine Richtung und meinte, „Der nächste Raum wird dir gefallen."

„Was? Warum denn?", fragte sie und sah zu ihren Freunden zurück. Ron guckte vielmehr misstrauisch, doch Harry schmunzelte.

Draco führte die Gryffindor und eine geheime Wand, in einem Raum der stockfinster war. Natürlich mussten blöde Kommentare von den Anderen kommen, die ihnen gemächlich hinterher trotteten.

„Darf ich vorstellen. Das Herzstück von Malfoy Manor.", verkündete der Blonde und klatschte zweimal in die Hände, worauf sich in schneller Abfolge die schweren Vorhänge von Zauberhand bei Seite gezogen wurden und eine Kilometerlange Bibliothek preisgaben.

„WOW!", keuchte Hermione, die zum Geländer vorlief und fasziniert nach unten sah, ehe sie über die Wendeltreppe hinab huschte.

„Damit du es weißt, übernachten darfst du hier nicht.", rief Draco ihr grinsend hinterher, dann nahm er die Abkürzung – Eisenstange – nach unten. Auch alle anderen verteilten sich in der Bibliothek, schauten sich um, oder suchten nach Draco und Hermione, die verschwunden waren.

Dabei standen sie nur einige Regale weiter, Hermione mit dem Rücken zu dem senkrechten Holzbrett, Draco direkt vor ihr. Er strich mit seiner Hand über ihre Wange, die andere Hand legte er in ihr Kreuz, um sich zu sich zu ziehen.

Sanft stupste er ihre Nasenspitze mit der seinigen an und wisperte glücklich lächelnd an ihren Lippen, „Ich liebe dich."

„Ich dich auch.", erwiderte sie schmunzelnd, wurde schließlich von ihn in einen zärtlichen Kuss gezogen. Sanft nippte er an ihren Lippen, strich ihr durchs Haar, hielt ihren zierlichen Körper in seinem Arm. Mit jeder Sekunde, die verstrich, wurde ihr Kuss immer leidenschaftlicher. Ja, so innig, dass sie seine Sehnsucht nach ihr spürte.

„Uuuuuuuuuuuuuhh!", grölten Seamus und Dean.

„Kauft euch ein Zimmer!", rief Leony glucksend und Draco wedelte mit der Hand, als Zeichen, dass sie sich verkrümeln sollten, denn er dachte nicht daran diesen Kuss zu unterbrechen.

„Awww!", seufzten Parvati und Levander zugleich und Draco unterbrach doch den Kuss.

Sobald er den Kopf zur Seite wandte, sah er, dass die ganze Gruppe nur wenige Meter entfernt da stand und ihnen zu sah.

„Sagt einmal, habt ihr nichts Besseres zu tun, als Mione und mir beim Küssen zuzusehen?", schnaubte er mit gehobener Braue.

„Nö. Ihr seid gerade die Hauptattraktion.", meinte Blaise ungeniert grinsend und Dracos Cousinen nickten zustimmend.

Draco wollte etwas erwidern, doch Hermione wandte ein, „Lass ihn doch. Immerhin ist er Single."

„Ach, und das heiligt die Mittel.", gab er mit einer genervt zuckender Braue zurück, als etwas anderes seine Aufmerksamkeit erregte. Er schritt langsam auf die großen Fenster zu.

„Draco?"

Valery sah ihm besorgt hinterher.

„Der Hinterhof.", sagte er leise und legte eine Hand auf das kühle Glas, als er plötzlich etwas am Fenster vorbeirauschen sah und erschrocken keuchend zurück schreckte.

„Was ist? Was hast du?", wollte Leony wissend.

„Draco?" Hermione stand nun genau neben ihm und blickte besorgt zu ihm hoch, doch er starrte nur auf das Fenster und verfolgte mit eisigem Grauen mit seinen Augen, das was niemand außer ihm sehen konnte: Ein kleiner Junger, der das Fenster passierte, während er in die Tiefe stürzte.

„Wir sollten weiter.", keuchte atemlos, nachdem er der Starre entflohen war, und ging zügig zum Ausgang der Bibliothek.