13. Lasset die Spiele beginnen!
Die große Halle war brechen volle, da es gerade Mittag und die Weihnachtsferien vorbei waren. Der Lärm, den die schnatternden Schüler machten, war ohrenbetäubend, aber dennoch ertragbar, wenn man sich erst einmal an die Lautstärke gewöhnte hatte. Allerdings verstummten alle im Akkord, als zwei Schüler Hand in Hand die Halle betreten.
Draco und Hermione gingen bis zu den Tischreihen vor dann hob er ihre Hand an, hauche einen zarten Kuss auf dessen Rücken und wanderte mit einem Lächelnd auf seinen Lippen zu seinem Platz.
Sehr schnell wurde es wieder laut, wenn nicht sogar lauter als zuvor.
„Mutig, mutig.", lobte Blaise, der sich reichlich Erbsen auf den Teller schaufelte.
„Man muss das Leben genießen so lange es geht.", erwiderte Draco und sah Hermione in die Augen, die sich mit einem vielsagenden Lächeln zwischen Ron und Harry hinsetzte.
„Dann seid ihr jetzt offiziell ein Paar?", keuchte Pansy aufgeregt.
„Mehr als das.", meinte Draco, hob seine Hand, an der ein silberner Ring steckte und schaute zu Hermione, die ebenfalls ihre Hand mit demselben Ring hob.
Pansy weitete ihre Augen.
„IHR SEID VERLOBT?!?!?"
So schnell war es noch nie still in der Halle. Alle starren nur mit großen Augen auf die Ringe der beiden.
„Warum nicht? Ich werde auch noch heute mein Testament aufsetzen. Die ganzen 320.000.000 Goldtaler gehen auf sie und unser ungeborenes Kind über.", schnarrte Draco breit grinsend.
Bumm!
Mit einer gehobenen Braue musste Draco feststellen, dass Pansy soeben bewusstlos geworden und mit dem Gesicht in ihrem Teller gelandet ist.
Binnen weniger Sekunden ging das Geschnatter wieder los und alle fragte Draco und Hermione über die Verlobung und die Schwangerschaft aus. Wie es dazu kam. Seit wann sie etwas mit einander hätten. Ob sie das Kind behalten würden. Usw. …
„Leute, darf ich einmal?", begann Draco, der zu Hermiones Rettung herbei geeilt war und nun vor einer riesigen Traube stand.
„Hey! Die Frau ist schwanger, also hört auf sie mit Fragen zu löchern! Wenn ihr sie aufregt, kann sie das Kind verlieren und wenn sie das Kind verliert, seid ihr dran!!", knurrte er und sofort wichen alle bei Seite.
Draco schritt nach vorne, halft Hermione auf, bzw. hob sie hoch und verließ mit ihr so die Halle, obgleich sie stark protestiere.
„Draco, ich kann selbst gehen…", erinnerte sie schließlich lachend, da sie seine Sorge um sie irrsinnig süß fand.
„Vielleicht stolperst du ja und fällst auf den Bauch. Das wäre nicht so gut für unser Kind."
„Draco, ich bin erst im ersten Monat. Keine Sorge, unserem Kind passiert nichts."
Widerwillig setzte er sie ab und sie gingen neben einander zur Küche.
„Du hast mir nie gesagt, dass du so viel Geld besitzt.", harkte se schließlich nach, das die Summe, 320.000.000 Goldtaler, sie in Erstaunen versetzte.
„Hm… Vater und Mutter besitzen Goldtaler. Dagegen ist mein Besitz läppisch.", wank er ab, hielt ihr dann gentlemanlike die Türe zur Küche auf.
„Und wie viel Taschengeld bekommst du?"
„1.500.000 Goldtaler von meinen Eltern, 1.000.000 Goldtaler von meiner Großmutter. Im Monat.", erläuterte er und ihr klappte die Kinnlade hinunter.
„Kein Wunder, dass du früher so arrogant warst.", sagte sie halb lachend und setzte sich auf den Stuhl, den er für sie zurück geschoben hatte.
„Nun ja. Nein… ich kann erst seit zwei Jahren frei über mein Konto verfügen. Sonst durfte ich immer nur in den Weihnachts- und Sommerferien darauf zugreifen.", erklärte er und nahm sich von den Erbsen auf den extra für sie hergerichteten Teller. Er dankte sogar beiläufig Dobby dafür, dass er sie bediente. Hermione kam aus dem Lächeln gar nicht erst raus. Erst jetzt bemerkte sie, dass Draco sich um 180° gedreht hatte.
Nach dem Essen gingen sie wieder in den Unterricht. Doppelstunde Zaubertränke. Normaler Weise graute Hermione davor, auch wenn sie das Fach gewählt hatte, aber dieses Mal war es ihr völlig egal. Sie musste unten in der Kälte warten, wobei Hermione froh. Deshalb zog Draco sie zu sich und hülle sie in seinen großen Mantel. Als er auch noch begann ganz ungeniert sanfte Küsse auf ihre Hals zu verteilen, musste sie leise kichern.
„Draco…", maulte sie schmunzelnd, drehte schließlich sein Kinn zu sich und verwickelt ihn in einen innigen Kuss. Damit die anderen einen weiteren Grund zu gaffen hatten.
„Mr. Malfoy! Mrs. Granger! Könnten Sie das bitte unterlassen?", schnappte Professor Snape, der sich soeben an ihnen vorbei gezwängt hatte, um das Klassenzimmer aufzusperren.
„Muss das sein?", maulte Draco, hörte einpaar Schüler überrascht die Luft einziehen.
Snape wandte sich zu ihm und verfinsterte seine Miene.
„Wie war das?"
„Seien Sie nicht so. Ich habe eh nicht mehr lange zu leben, deswegen sollten Sie Nachsicht walten lassen. Noch dazu täte das ihrem Image gut."
Die Vene auf Snapes Stirn begann zu pulsieren.
„Sie nehmen sich zu viel heraus, Mr. Malfoy. Ihr tragisches Schicksal beteuere ich wirklich sehr, aber das gibt Ihnen nicht das Recht sich so zu verhalten. Schon gar nicht mir gegenüber."
„Da fällt mir ein.", murmelte Draco und kramte in seinen Manteltaschen, bis er fand, was er suchte. Mit einem stolzen Grinsen hielt er die kleine Phiole mit dem silbern glitzernden Trank hoch.
„Blaise und ich haben dieses Goldstück endlich zu Ende gebracht."
Alle Anwesenden starrten wie gebannt auf die Phiole und fragten sich insgeheim, was das sei. Lediglich Blaise grinste genauso breit wie Draco und sah zwischen den Beiden hin und her.
Snape verlagerte sein Gewicht von dem einen aufs andere Bein und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Sie haben den Trank mindestens 1500 Mal getestet…" – „Ja." – „Hatten mindestens zu 99% dasselbe Ergebnis." – „Ja." – „Haben das Patent auf sich angemeldet." – „Ja."
Der Professor seufzte, schüttelte den Kopf, dann legte er zum Schock aller seine Hand auf Dracos Schulter und meinte trocken wie ein Stockfisch, „Gratulation! Sie haben einen eigenen Trank erfunden. Was bewirkt er, wenn ich fragen darf."
Dracos Blick wanderte zu Blaise und dieser erläuterte, „Er gibt einem Toten das Leben wieder zurück. Allerdings gibt es da zwei Bedingungen, dass der Trank wirkt: 1. Man muss den Trank binnen der ersten zwei Minuten nach Todeseintritt verabreichen, sonst wirkt er nicht. 2. Bei der Übergabe fungiert ein Lebender als Medium."
Nachdem Blaise seine Erklärungen beendet hatte, legte sich eine Stille über den Gang. Snape schien nicht im Geringsten beeindruckt zu sein, schaute von Blaise zu Draco.
„Wenn dieser Trank tatsächlich so fantastisch wirkt, wie Sie behaupten, warum haben Sie ihn dann nicht in der Ferien benutzt?"
Draco, so auch Blaise wichen Snapes stechenden Blick aus und Draco ließ die Phiole wieder in seiner Manteltasche verschwinden.
„Nun ja…", begann Draco.
„Sie hatten ihn nicht mit.", schloss der Tränkemeister, rollte mit den Augen und öffnete die Türe. Ohne einen weiteren Kommentar zu dulden, betrat er das Klassenzimmer und schrieb die Zutaten für den Trank auf, den sie in den nächsten zwei Stunden brauen sollten. Geknickt setzte Draco sich auf seinen Platz. Sein Ruhm war vorerst dahin.
ooOoo
„Ich hoffe, ich hattet alle schöne Weihnachtsferien.", meinte Belinda, während sie eine Diashow vorbereitete."
„Was ist in den Ferien passiert? Professor Snape hat heute so eine Andeutung gemacht und Malfoy meinte, er habe nicht mehr lange zu leben."
Jeder, der bis soeben noch getuschelt hatte, verstummte und sah von der Gryffindor, die die Frage gestellt hatte, zu Draco. Dieser wandte seufzend den Blick ab, schaute kurz zu Hermione, ehe er den Blick hob und zu erläutern begann.
„Zu nächst einmal… ich weiß nicht warum, aber ein Typ namens Erebus ist hinter mir her. Und… vielleicht klingt das jetzt lächerlich, aber… der personifizierte Tod ist ebenfalls gegen mich."
„Der personifizierte Tod? Du spinnst doch!", zischte ein Gryffindor, was Hermione dazu veranlasste aufzuspringen.
„Er sagt die Wahrheit! Zum einen hat es der Todesengel gesagt, zum anderen haben wir sie schon einmal getroffen!"
Nun war es an Belinda zu fragen. „Wann habt ihr sie getroffen?"
Draco hasste diese Spannung, die im Raum herrschte. Dennoch erläuterte er, „Als Mione und ich zum ersten Mal in den Hologrammraum mussten, tauchte Erebus auf und erschoss sie."
„Was?! Aber-! Wann ist das passiert?? Wir haben doch alles mit verfolgt."
Hermione übernahm. „Nicht ganz. Es gab doch gegen Ende den Bildschirmausfall. Da ist es passiert. Und …"
„… Tod tauchte auf und schenkte Mione wieder das Leben…", schloss Draco, als ihm etwas in den Sinn kam.
Zwei Kinder stürzen ab, eines lebt, das andere ist tot
„Sie hat mich damals wieder belebt…", nuschelte und erntete die Aufmerksamkeit aller.
„Was?", harkte Hermione nach. Ihre Mimik zeugte von Verwirrung.
„Damals, als Emily und ich abgestürzt sind… Zwei Kinder stürzen ab, eines lebt, das andere ist tot. – Sie war da. Ich war auch tot. Tot wie Emily. Ich war tot und sie hat mir mein Leben wieder gegeben. Und ich bin mir sicher, dass sie mich auch in den Ferien ins Leben zurückgerufen hatte. Meine Großmutter hat fast zwei Minuten lang versucht mich wiederzubeleben, aber mein Herz hat nicht reagiert. Und dann auf einmal schlägt es wieder? Das war sie!"
„Warum sollte sie sich wiederbeleben, wenn sie dich doch tot sehen will? Das ergibt keinen Sinn.", sagte Finnigan und viele stimmten ihm zu.
„Es sei denn, sie will etwas von ihm." Alle Blicke wandten zu Blaise der soeben gesprochen hatte. „Etwas was sie nicht sofort haben kann. Weil vielleicht noch irgendetwas passieren muss, bis sie es von Draco nehmen kann."
„Etwas ohne das ich nicht leben kann…", murmelte Draco und ließ sich wieder auf seinen Platz nieder.
„Das ist ja spannender als jeder Krimi.", meinte eine Slytherin und Draco schaute sie an.
„Mal davon abgesehen, dass es sich hierbei um mein Leben handelt, ja, ist es."
„Es gibt so vieles, was du zum Leben benötigst. Innere Organe, wie das Herz, oder die Leber… oder die Seele…", meinte Belinda und legte die Dias in das Gerät ein.
„Sie ist doch kein Dementor.", protestierte Draco und verschränkte seine Arme vor der Brust. „Noch dazu ist meine Seele nicht wertvoller, als jede andere."
Alle verfielen ins Grübeln. Draco hatte Recht. Warum sollte der Tod seine Seele, oder gar innere Organe von ihm wollen? Das war zu lächerlich! Allerdings…
„Wenn deine Schwester dafür sterben musste, muss wohl etwas an dir wichtig sein.", wandte Potter ein. Cirka die Hälfte der Anwesenden fragte sich, wieso Draco jetzt auf einmal eine Schwester hatte. Belinda war so gütig sie mit knappen Worten aufzuklären.
ooOoo
Es war nicht verwunderlich, dass jedem die Anwesenheit von Emily und Tod entging, die beide an den beiseite gestellten Tischen lehnten.
„Sie stellen eindeutig die falschen Fragen.", wandte Tod ein.
„Du musst zugeben, dass Harry Recht hat. Immerhin bis ich wegen meines Wissens gestorben. Dieser Auftrag überhaupt gestellt wurde ist unverzeihlich!", schnappte Emily.
„Kleines, ich habe schon viele habgierige Menschen gesehen… wobei… niemand war bisher so skrupellos… Immerhin sollen dein Zwilling und dein ungeborener Bruder dir in den Tod folgen."
Emily starrte Tod ungläubig an. „Mutter ist schwanger?"
„Seit gestern… wenn sie den sechsten Monat erreicht, wird sie ihr Kind verlieren und alles fügt sich endlich seinem Schicksal. Allerdings, Draco das zu entlocken was ich ihm nehmen soll, wird nicht leicht." Ihre roten Augen musterten den Blonden.
„Weil du kein Recht darauf hast.", meinte Emily mit einem triumphierenden Lächeln. Auch sie schaute zu ihrem Bruder.
Draco hatte den Blick gesenkt und die Arme vor der Brust verschränkt. „Nehmen wir einmal an, Potter hat Recht… was kann man so alles mit einer Seele anfangen?"
Tod schaute mit einem charmanten Lächeln zu Emily hinab. „Mmmh… Jetzt wird es interessant."
A/N: Sry, wegen der langen Pause. Ich muss zugeben, dass ich bei Purity und Caugth eine Schreibblockade habe. Ich hoffe die löst sich bald wieder.
Tschü
Eure Nibin
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