15. Faszinierende Tatsachen

Der nächste Morgen kam früher, als erwünscht und die Sonne sandte ihre warmen Strahlen in die einzelnen Zimmer. So auch in Dracos und Hermiones Zimmer. Beide lagen noch im Bett, Hermione hatte sich an Draco gekuschelt, er starrte in den Raum und strich ihr abwesend durchs Haar. Nach einer Weile sah sie zu ihm auf und ihre Blicke kreuzten sich. Ein sanftes Lächeln glitt über ihre Lippen, wurde von ihm erwidert, ehe er sie in einen sanften Kuss zog. Dabei strich er ihr zärtlich mit dem Daumen über die Wange, nippte sanft an ihren Lippen, bis er schließlich den Kuss vertiefte.

Selbst als sie sich später umzogen, zog er sie in seine Arme und platzierte sanfte Küsse auf ihren zierlichen Hals.

„Draco…", kicherte Hermione, kraulte ihn im Nacken. Schließlich drehte sie ihr Gesicht zu ihm, so dass sie einander erneut in einen innigen Kuss verwickelten.

Sie brauchten eine Weile, bis sie endlich ihr Zimmer verließen, um dann Hand in Hand die Gänge entlang zu wandern. Ihr Weg führte an einem wunderschönen Innenhof vorbei.

„Lass und kurz da hinsehen.", schlug Hermione vor und zog Draco schon in Richtung Innenhof. Sie roch verzückt an den vielen unterschiedlichen Blumen, während er die vorbeigehenden Schüler grüßte. Natürlich mussten diese zu ihnen hinzustoßen. Patil, Brown und Pansy waren von dm Blumen ganz angetan, worüber Potter, Weasley und Blaise nur den Kopf schütteln konnten.

„Ihr Mädchen und eure Blumen.", mischte sich Finnigan grinsend ein, als er zur Gruppe hinzu stieß.

„Und? Lass uns doch. Draco, hat dafür Verständnis.", wandte Hermione ein.

„Ach, habe ich das. So weit ich mich entsinne, hast du mich hier her verschleppt.", stellte er grinsend richtig, wurde allerdings von seiner Angetrauten sanft in die Seite geknufft. Rasch fing er ihre Hände auf und verstrickte sie in einen sanften Kuss, bevor sie noch protestieren konnte.

„Och, wie süß.", hörte man eine Patil quieken.

Draco schaltete gekonnt die doofen Kommentare der anderen, insbesondere die von Blaise, aus, lehnte Hermione behutsam mit dem Rücken an die kühle Mauer, auf die er sich mit einer Hand abstützte. Mit dem anderen Arm hielt er Mione umfangen. Er spürte ihre weichen Hände, die über seinen Nacken, den Rücken und durch das Haar strichen. Es kribbelte manchmal leicht, wo sie ihn berührte.

„Ich liebe dich…", wisperte er an ihren Lippen und stupste sie sanft mit der Nasenspitze an.

Ihre haselnussbraunen Augen trafen auf seine graublauen, als sie ihre Arme in seinem Nacken verschränkte und schnurrte, „Ach, tust du das?"

Draco nickte und schaute plötzlich gespielt schockiert, „Das ist doch nicht illegal."

„Hm… eigentlich schon, aber für dich könnte ich eine Ausnahme machen."

Ein breites Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus. „Muss ich dich etwa dafür bestechen?"

„Mmmh… überreden wäre nicht schlecht."

„Oh, ich bin gerne bereit dich zu überreden, aber das sollten wir nicht in der Öffentlichkeit machen. Es könnte die Leute schockieren.", schnurrte er an ihrem Hals und Hermione begann leise zu lachen.

„Hey, was macht ihr da drüben? Frühstück gibt es dort.", erinnerte Mordred, der soeben mit Belinda vorbei kam. Sein Blick für auf Draco und Hermione. „Uhm, Draco… da es dir jetzt wieder besser geht, würde ich gerne weiter machen. Ich meine jetzt nicht Hypnose, sondern was anderes. Ach, das siehst du dann nach dem Frühstück, okay?"

„Uhm… okay…" Draco war sichtlich verwirrt, so wie auch der Rest der Gruppe, aber Belinda schien zu wissen wovon Mordred sprach und das war schon einmal beruhigend.

Das Frühstück verlief reibungslos, bis auf das Draco wieder einmal angegafft wurde, was ihn so langsam nervte. Ja, er hatte gestern einen beschissenen Tag. Ja, er war für einen Moment lang tot. Nein, ihm geht es jetzt nicht schlecht. Mann, war das anstrengend! Und zu allem Überfluss musste Mordred ein Thema ansprechen, das Draco überhaupt gar nicht passte.

„Draco… warum hast du ein Problem damit vor Publikum zu spielen?"

BUMM! Diese Frage schlug wie ein Pfeil ein. Draco war seine Gabel aus der Hand gefallen und alle Blicke richteten sich auf ihn. Nicht einmal Blaise, oder Pansy haben je von dem Grund erfahren. Sie dachten wohl, dass er auf Grund Emilys Tod nicht mehr spielen wollte, aber eigentlich gab es eine andere Ursache für seine Abneigung.

„… Wie.. wie kommen Sie darauf…?" Das war nicht gerade eloquent, aber es verschaffte ihm Zeit sich eine Lüge auszudenken.

„Ich habe deine Scheu und Sehnsucht sehr wohl mitbekommen. Also? Was ist der Grund?"

… Darf ich mich vorstellen? Ich bin Draco Malfoy, der Junge mit den 1000 Leichen im Keller.

Konnten die anderen auch noch was anderes, außer dämlich zu gaffen?! Das trug nicht gerade zu einer Verbesserung der Situation bei!

„Wegen meinem Klavierlehrer.", gestand er schließlich missmutig und griff nach seinem Kürbissaft.

„War er zu streng?"

Ach, echt?! Draco musste sich sehr zurückhalten, um nicht mit den Augen zu rollen.

„Kann man so sagen…", meinte Draco abschweifend und machte einen Schluck von seinem Saft.

„Fandest du mich wirklich so streng. So weit ich mich entsinne, warst du ein schlimmer Junge."

Draco weitete die Augen und verschluckte sich.

„Ja, und ein Weichei. Der hat doch immer geheult, wenn ihm sein Schwesterchen nicht die Handgehalten hatte.", schnarrte eine männliche Stimme höhnisch und Draco sprang auf, so dass sein Stuhl zurückkippte.

Im Portal standen Cráigh Crudelis, Oliver Crudelis, Jake Morington und Ethan Lewis. Vier Menschen aus Dracos Vergangenheit, die er eigentlich vergessen wollte. Alle hatten sie Spuren an ihm hinterlassen und manche waren noch immer sichtbar.

Schließlich wandte der alte Crudelis sich Mordred zu. „Bruder, schön dich wieder zu sehen."

Draco verfiel. Die waren Brüder?!?!?! Konnte seine Situation noch schlimmer werden?

„Bruder!", rief Mordred aus, erhob sich und ging gelassen auf Crudelis zu. Für eine Weile sahen sie sich in die Augen, dann schlug Mordred seinem Gegenüber mit der geballten Faust nieder.

„Bastard! Ich habe dir gesagt, du sollst dich nicht blicken lassen, wenn du mir nicht meinen Besitz wieder zurückgebracht hast!!!"

Gut. Draco hatte schon einmal eine Person auf seiner Seite.

„Jetzt rege dich nicht auf.", keuchte Crudelis und erhob sich. Ein Kopf nicken in Richtung seines Sohnes und Oliver überreichte Mordred in einem samtenen Tuch einen schwarzen Stein.

„Nah… ihr dürft bleiben.", meinte Mordred halbherzig, während er den Stein samt Tuch an sich nahm und in seiner Manteltasche verschwinden ließ. „Aber wehe ihr macht etwas kaputt. Das gilt vor allem euch kleinen Bälgern."

„Na, Dracolein, hast du noch unser Zeichen?", schnarrte Oliver und setzte sich auf den freien Platz ihm gegenüber. Seine zwei dümmlichen Freunde schafften sich Platz, um ihn zu flankieren.

„Ein Brandmal verschwindet wohl kaum von selbst.", schnappte Draco und spießte das Stück Ei auf seiner Gabel auf. Viele der anwesenden stutzten, oder verfielen gar. Nur Blaise Miene verfinsterte sich.

„Lasst Draco in Ruhe."

„Und wer bist du? Dracos kleiner Wachhund? Ich dachte, dass du immer seiner Schwester, dieser Hure, nach gehechelt bist."

Das Hätte Oliver nicht sagen dürfen, denn sofort waren die beiden aufgesprungen, so dass ihre Stühle krachend am Boden aufschlugen. Blitzschnell hatte Draco Oliver am Kragen gepackt, über den Tisch zu sich gezogen und hielt ihm das scharfe Messer an die Kehle.

„Was hast du gesagt?", zischte er hasserfüllt, wobei so einige die Luft anhielten.

„Uhm… Draco, du solltest nicht-", begann Belinda, doch Draco schrie sie an, sie solle sich nicht einmischen, rauf die Frau verstummte.

„Draco, lass meinen Jungen in Ruhe.", schnarrte Crudelis und nippte an seinem Saft. Mordred schien die ganze Aktion nicht zu stören, da er seelenruhig neben Belinda Platz nahm.

Ganz langsam wandte Draco seinen finsteren Blick auf seinen ehemaligen Klavierlehrer, ehe er zielgenau, ohne hinzusehen, das Messer zwischen Olivers Fingern in den Tisch rammte. Dieser hatte erschrocken aufgeschrien und sank nun leichenblass auf seinen Stuhl zurück.

„Mir ist der Appetit vergangen.", zischte Draco wutentbrannt und verließ zügig den Saal.

Bevor er aus der Türe war, hörte er Mordred schnarren, „Cráigh, mir vergeht auch der Appetit, wenn ich deinen Sohn sehe. Schick ihn auf Diät…"

Wenige Stunden später, nachdem er sie heimische Bibliothek etwas aufgemischt hatte, fand er sich in eine Raum ein, wo nicht war, bis auf ein riesiges, von einem Tuch verdecktem Ungetüm. Ein merkwürdiges Gefühl ergriff von ihm Besitz, drängte ihn, war aber zu schwach um sich durchzusetzen. Es ignorierend umfasse er den schweren Stoff und riss ihn mit einem Ruck vom gläsernen, quadratischen Komplex. Drinnen war nichts. Doch halt! Etwas schien kurz auf, so wie ein Blitz, ehe es wieder ihm nichts verschwand.

„Ah! Da bist du ja. Du hast die Hälfte meiner Führung Part II verpasst."

Draco wandte sich um und blickte in Mordreds Gesicht. Auch die anderen strudelten nach und nach in den Raum hinein.

„Hab einwenig gelesen. – Was ist das?" Sein Blick fiel sofort wieder auf den Komplex und Mordred folgte seinem Blick.

„Das ist so etwas ähnliches, wie der Spiegel Nerhegeb. Nur dass die Seelen tatsächlich auftauchen können, wenn man sich nach einem Toten sehnt. Aber das ist noch nicht alles. Die Legende besagt, dass man mit diesem gläsernen Kasten viel mehr anstellen kann, wie z.B. auf den Grund der eigenen Seele blicken."

„Auf den Grund der eigenen Seele…?", echote Draco und hätte beinahe geschrien, als er sich zu dem Komplex umwandte und dort sein von Dornenranken umschlungenes Ebenbild samt dem Todesengel erschien.

„Wow… sag bloß, dass ist … autsch… Kommen die Ranken aus deinem Herzen? Das steht für Schmerz. Sehr tiefen Schmerz. Und dass die Dornen sich in deine Haut bohren, du aber nicht blutest, bedeutet, dass dein Schicksal mit dem Tod verwoben ist. Das Loch in deiner Brust entstand nicht durch die Ranken, sondern, weil die etwas Wichtiges genommen wurde, aber der Kerl an deiner Seite… mit dem fange ich nichts an."

„Sieht schmerzhaft aus…", kommentierte Finnigan und Draco schenkte ihm einen bösen Blick. Das wusste er auch selbst!

„Der Kerl an meiner Seite ist ein Todesengel. Zumindest hat er sich selbst unter dieser Betitelung vorgestellt.", erklärte Draco schließlich und sein Blick lag wieder auf Mordred, der die Stirn in Falten legte. Das ließ ihn wesentlich älter aussehen und kam somit an sein richtiges Alter heran.

„Todesengel… hm… ich habe schon einmal etwas davon gehört…"

„In Ihrer Bibliothek stand nichts darüber."

„Nein, nein. Über Todesengel wurde nie etwas notiert. Viel mehr wurde es von Generation, zu Generation weitergegeben. Viele der wissenden Familien sind ausgestorben. Eigentlich ist meine die einzige und da mein Bruder sich weigerte, das alte Wissen anzunehmen, liegt es nun an mir alleine mich zu erinnern."

„Na, dann viel Spaß.", murrte Draco unwillig und entfernte sich langsam von dem Komplex.

Draco…

Schnell wirbelte er auf dem Absatz herum und erblickte den Geist seiner Schwester, die in Mitten des Komplexes stand und Blaise der langsam auf diesen zuging. Blaise legte beide Hände auf das kühle Glas und Emily tat es ihm gleich. Ihre Blicke waren voller Sehnsucht, doch die Gluft zwischen ihren Schicksalen war zu groß, um überwunden zu werden. Er lebte nach wie vor und war zu stark, um zu sterben. Sie hatte sich vor langer Zeit ihrem Schiksal ergeben und war gestorben. Für diese beiden gab es keine Zukunft.

Schwer seufzend wich Blaise von dem Glas zurück, wandte sich zum gehen, als Emily durch das Glas hindurch trat.

„Blaise!"

Der Dunkelhaarige wirbelte zu ihr herum und verfiel. Langsam schritt wie auf ihn zu, blieb vor ihm stehen. Sie legte ihre Hand an seine Wange, woraufhin er überrascht die Augen weitete. Dann streckte sie sich und je näher sie ihm kam, umso mehr verfestigte sich ihr Körper. Vielleicht mochten diese beiden keine gemeinsame Zukunft haben, aber manchmal passierten doch kleine Wunder.

Sobald ihre Lippen seine berührten, stand sie da, als wäre sie nie gestorben. Nach wenigen Sekunden der Starre, drückte Blaise sie an sich und erwiderte voller Leidenschaft ihren zarten Kuss. Draco, der dieses Schauspiel fassungslos beobachtete, starrte auf seine Schwester, die nun wieder mit beiden Beinen im Leben zu stehen schien. Bevor er reagieren konnte, versank seine Umgebung in tiefster Dunkelheit und er spürte nicht mehr, wie er hart auf dem Boden aufschlug.

ooOoo

Ich möchte nicht sehen…I don't wanna see

Ich möchte nicht weinen…I don't wanna cry

Ich weiß nur, ich möchte sterben… I just know, I want to die

Draco schreckte so schnell hoch, dass ihm schon wieder vor Augen schwarz wurde und er sich abstütze, um nicht zurückzusacken.

„Draco, wie fühlst du dich?" Hermiones Stimme war voller Sorge.

„Es geht… es geht…", versicherte er keuchend und erhob sich wankend.

Draco! Komm! Komm! Ich möchte dir etwas zeigen. – Emily lachte. Ihre Stimme war jung. Jünger als normal. Die eines sechs-sieben jährigen Mädchens.

Ja, ja. Ich komme schon. – Und das war Draco selbst. Er hörte ein jüngeres Ich reden.

„Draco, ist alles in Ordnung?", erkundigte Hermione besorgt, doch er nickt beruhigen.

„Ich habe nur… Erinnerungen, oder so…"

„Oh, ist klein Dracolein zusammengebrochen.", hallte es plötzlich von oben wieder, was Draco veranlasste rasch den Blick zu heben. Oben befand sich ein Balkon, von dem aus Oliver, Jake und Ethan sie beobachteten. „Wo ist deine Schwester, diese Hure, hin appiert?"

Draco fielen die Haare ins Gesicht, verdeckten seine Augen. Seine geballte Faust bebte. Was er fühlte, war so rein, wie auch zerstörerisch.

„Oliver, du weißt auch nie, wann du die Klappe halten sollst, was? Kommst ganz nach deinem Vater.", murrte Mordred, den die Anwesenheit des Jungen langsam zunerven schien.

„Lass ihn. Er versteht es nicht und wird es nie verstehen." Draco selbst war darüber erstaunt, wie ruhig seine eigene Stimme war, ohne dass sie je in Resignation überging.

Mordred überlegte einen Moment lang, schaute zwischen Draco und Oliver hin und her, ehe er einen Blick in die Runde warf.

„Nun gut. Kommt weiter."

Die Gruppe setzte sich in Bewegung. Noch einmal warnte Mordred sich seinem Neffen zu, der nach wie vor wie ein Geier auf sie herabstierte. „Und Oliver… du solltest nicht über Tote spotten."

Draco schaute zu Oliver auf und merkte, dass dieser anhand Mordred Worte verfallen war. Es verwunderte ihn nicht, wo er doch wusste, dass auch Oliver Emily geliebt hatte, auch wenn er es nie zeigte. Wahrscheinlich hatte ihn das Wissen, um seine unerwiderte Liebe so sehr frustriert, dass er nicht anders konnte, als sie zu beschimpfen.

Ja, es gab viele die Emily liebten, oder einst geliebt hatten. Es war auch nicht schwer sie zu mögen, da sie so eine unbeschwerte fröhliche Art hatte, dass es einem schon so vorkam, als würde sie von innen heraus leuchten und alle in dieses warme, Trost spendende Licht hüllen. Doch nun war sie tot. Das Licht war verschwunden, die Wärme wurde den verblieben Seelen entzogen, so dass nur Verzweifelung und Schmerz zurückblieben.

ooOoo

„Belinda, jetzt reg dich einmal ab. Die Waffe reagiert nicht, wenn man damit auf ein Lebewesen zielt. Außerdem können alle somit ihr eigenes Geschick testen.", wehrte Mordred Belindas Zeterattacken ab und ließ Seamus den Anfang machen. Natürlich verfehlte der Ire alle drei Dosen, die in einpaar Metern Entfernung aufgestellt waren. Viele der Mädchen lehnten diese Schießübung ab, aber die Jungs waren voll und ganz mit dabei.

Harry traf eine Dose, Blaise zwei und Dean sogar alle drei. Als Draco n der Reihe war, spürte er, dass seine Mitschüler hohe Erwartungen in ihn setzten, aber eine Schusswaffe in der Hand zu halten machte ihn nervös. Das musste wohl daran liegen, dass er sich selbst einmal… naja…

Trotz alle dem richtete er den Lauf auf die mittlere Dose und drückte ab. Wohin die Kugel flog, wusste er nicht. Die Dose traf sie auf jeden fall nicht.

„Draco, du weißt schon, dass du auf die Dosen und nicht auf den Boden schießen sollst, oder?", wollte Mordred sichergehen, der die Flugbahn mit einem Zauberstabschwenker für alle sichtbar machte. Die Kugel war in einem 45° Winkel gen Erde geflogen und steckte da nun irgendwo drinnen.

Einpaar seiner Mitschüler kicherten, was Draco die Schamesröte ins Gesicht trieb. Nicht einmal Longbottom hatte so einen peinlichen Schuss zu Stande gebracht.

„Weißt du was? Ich verändere einpaar Dinge und du versuchst es noch einmal.", schlug Mordred vor und benutzte einen weiteren Zauber. Die Dosen sahen nun neu aus. Hinter ihnen stand eine Holzwand, was mehr als nur seltsam aussah. Draco wollte schon wieder ziehen, als Mordred ihm die Pistole aus der Hand nahm und ihm dafür drei Wurfmesser gab.

„Probier's noch einmal.", versicherte er lächelnd und zog sich wieder zurück.

Draco sah verwundert auf die Messer in seiner Hand. Mit dem Daumen strich er über das dunkle Holz, welches als Griff diente. Irgendwie kamen ihm diese Messer bekannt vor.

„Noch was."

Draco wandte sich zu Mordred um. Noch eine Bedingung?

„Wirf alle drei gleichzeitig."

Hat der sie noch alle? Wie soll er da je eine Chance haben auch nur eine Dose zu treffen. Das war doch lächerlich. Da konnte er auch gleich blind schießen, was er schließlich auch machte.

„Mordred, das ist lächerlich, so treffe ich doch nie."

Warum starrten ihn alle fassungslos an?

„Ach, wirklich? Dreh dich einmal um."

Mit den Augen rollen tat Draco wie ihm geheißen und verfiel. Alle drei Dosen waren von den Messern durchbohrt und hingen an der Holzwand, während ihr Inhalt langsam aus ihnen floss.

Nach Luft schnappend, versicherte Draco, „Da-das war nur Zufall. Ich kann so was nicht. Es war nur Glück."

Mordred grinste breit, was nicht gutes verheißen konnte. Aus heiterem Himmel warf dieser plötzlich ein Messer nach Draco und die Mädchen schreien. Draco hätte auch geschrien, aber aus einem Reflex heraus ergriff er das Messer aus der Luft und lenkte den Wurf um. Ein Geräusch, als würde Metal auf Metall treffen und ein darauffolgendes Plätschern schockierte Draco nicht minder, als die Tatsache, dass er wenige Sekunden später wieder das Messer in der Hand hielt. Hatte er es wieder aus der Luft gefangen?

„Junge, vielleicht hast du alles vergessen. Dein Körper hat es nicht.", meinte Mordred, der nun vor Draco stand, ihn an den Schultern packte und zu den Dosen, deren Böden vom Rest weg hingen, umdrehte.

„Dass heißt, ich kann das wirklich?", stammelte Draco atemlos, ja, geradezu ehrfürchtig.

„Ja, und es wird Zeit, dass du mit deinem Training beginnst. Wir haben nicht viel Zeit und Erebus… lässt nicht auf sich warten."

Tbc.

A/N: So, nach der Sommerpause, in der ich versucht habe weiter zu schreiben, nehme ich das FF uploaden wieder auf. Es kann gut sein, dass nach einpaar Kapitel wieder Sense ist, weil ich aus privaten Gründen viel Stress und dadurch eine Schreibblockade habe. Ich hoffe, dass die sich innerhalb der nächsten Wochen legt, wenn nicht lasse ich es euch wissen.

Grüße

Eure Nibin

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