Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.

Neues Kapitel, neues Glück, vielleicht seid ihr ja danach etwas kommentierfreudiger

Vorweg: Fred Weasley ist der Sohn von George Weasley und Roxannes großer Bruder.

Lily stand vor dem Spiegel in der Umkleide und band ihre langen roten Haare zu einem Pferdeschwanz. Das Spiel würde gleich beginnen und ihre Nerven drohten, mit ihr durchzugehen.

„Reiß dich zusammen, du kannst das! Du wirst Malfoy schon zeigen, wer der bessere Spieler ist.", ermutigte sie sich. Sonst hatte sie sich nie diese Gedanken um den anderen Sucher gemacht, doch seit er ihr gesagt hatte, dass er sie beobachtete, war sie fast paranoid geworden. Sie sah sich öfter um als sonst und traf sich mit Nathanael nur noch an abgelegen Orten.

Jemand räusperte sich hinter ihr und sie trat beiseite.

Sie musste das mit Malfoy unbedingt in den Griff bekommen. Es war doch nicht normal, dass er sie so aus der Bahn warf, oder doch?

Als sie auf das Spielfeld flogen, brandete Applaus aus den Reihen auf. Keine Wolke trübte den Himmel, doch es war trotzdem bitterkalt. Aber das war für Februar schließlich üblich. Sie flogen ein paar Kunstrunden und nahmen dann ihre Startpositionen ein. Madam Hooch betrat den Rasen und sagte: „Möge das Spiel beginnen."

Fred Weasley, der am Mikrofon saß, kommentierte nun das Spiel, während Lily nach dem Schnatz Ausschau hielt.

„Gryffindor im Ballbesitz, Mary-Jane Gibson schlängelt sich elegant durch die Slytherins hindurch, rast auf das Tor zu, aber der Quaffel wird von dem slytherischen Hüter Peter Bloom aufgehalten. Nun Slytherin am Ball, oh nein, wartet, schon wieder Gryffindor. Erneut Mary- Jane und sie TRIFFT! Zehn Punkte für Gryffindor!"

Lily sah sich um und entdeckte Malfoy. Sie wusste, dass sie sich an ihn halten musste; würde er losrasen musste sie hinterher. Vermutlich verfolgte er dieselbe Strategie, doch das war einerlei. Wer machte das nicht?

„Jetzt Slytherin im Ballbesitz und: JA! Der gryffindorsche Hüter hat den Ball gehalten."

„Weasley bitte, keine Partei ergreifen.", sagte Professor McGonnagal im Hintergrund.

„Okay, also nun wieder Gryffindor im Ballbesitz, Ludger Huttens manövriert sich geschickt durch die Menge und ein Klatscher streift ihn, doch er fliegt tapfer weiter, schießt und… macht das zweite Tor für Gryffindor an diesem Tage."

So ging es weiter. Zwar gab es viele Fastunfälle und Cornelius Zaif wurde von einem Slytherin vom Besen geschubst, doch im Großen und Ganzen hatten die Gryffindors heute ein gutes Spiel. Das einzige Problem war, dass Lily den Schnatz nach über einer halben Stunde immer noch nicht gefunden hatte.

Fred verkündete gerade: „Guter Schlag auf einen Klatscher vom slytherischen Treiber Damian Dorkas und brillant abgewehrt von meiner kleinen Schwester Roxanne Weasley."

„Weasley, bitte, wir wollen hier keine Stammbäume erkunden.", mischte sich Professor McGonnagal ein.

„In Ordnung. Gryffindor im Ballbesitz…"

Lily kundschaftete verzweifelt das Spielfeld nach einem Glitzern aus, doch sie fand nichts.

Malfoy schien es nicht anders zu gehen. Er schwebte ungefähr 10 Meter von ihr entfernt in der Luft und blickte sich suchend um. Ihre Blicke begegneten sich und für einen klitzekleinen Augenblick schien Lily sich in diesen eisblauen Augen zu verlieren.

Doch natürlich wurde sie nicht sonderlich sanft zurück in die Realität geholt, sondern mit dem Satz: „Lily, pass auf! Klatscher von rechts!" Sie gab Gas und der das Fluggeschoss verfehlte sie haarscharf.

Was war das denn da gerade gewesen? Sie würde doch wohl nicht anfangen, auf Scorpius Malfoy zu stehen oder etwa doch?

Und in diesem Augenblick vollkommener Verwirrung sah sie plötzlich etwas Goldenes glitzern. Es war nicht weit entfernt, doch sie musste zuerst an Malfoy vorbei. Sie flog unter ihm hindurch und bekam gerade noch so mit: „Gryffindor führt mit 200 zu 20 Punkten. Unglaublich. Aber na ja, was erwartet man anderes, nachdem der slytherische Hüter Peter Bloom durch einen Klatscher verwundet wurde und zu Madame Pomfrey gebracht wurde. Es geht ihm übrigens den Umständen entsprechend gut."

Lily erreichte den kleinen goldenen Gegenstand und schnappte ihn sich. Doch es war nicht der goldene Schnatz, wie sie erwartet hatte. Es war ein Schlüssel.

Sie realisierte erst nach und nach, dass das Spiel noch lief, denn sie war einfach zu verwirrt. Ein Schlüssel? War das irgendein mieser Scherz gewesen? Was sollte sie mit dem Ding anfangen?

Sie nahm ihn trotzdem an sich, man konnte ja nie wissen. Sie steckte ihn in die Umhangtasche und flog zurück auf ihre Ausgangsposition. Sie merkte erst mit Verzögerung, dass Malfoy bereits dem goldenen Schnatz hinterher flog. Sie folgte ihm dicht, doch es war bereits zu spät und Fred Weasley verkündete: „Scorpius Malfoy hat den Schnatz gefunden! Doch trotzdem gewinnen die Gryffindors mit einem Vorsprung von 30 Punkten."

Lily landete unsanft auf dem Rasen. Malfoy direkt neben ihr. Er grinste sie triumphierend an: „Tja, vielleicht hättest du mein Glück doch annehmen sollen, dein Können hat dir ja nicht viel genützt."

„Nun, wir haben trotzdem gewonnen."

„Ja, aber denk dran, nächstes Mal spielt deine Mannschaft vielleicht nicht so gut und was machst du dann?" Damit ging er davon.

Lilys Bruder Albus kam auf sie zu und sagte: „Mach dir nichts draus. Wir haben trotzdem gewonnen. Willst du wissen, wer den Klatscher auf den slytherischen Hüter losgelassen hat?"

„Klar."

„Das war Roxanne."

„Ist ja irre! Unsere kleine Roxanne! Und das war nicht dein Verdienst? Mensch, bist du ein schlechter Treiber.", neckte sie ihn.

„Pass bloß auf, was du sagst, das kann ich nämlich alles Mum und Dad erzählen."

„Das würdest du nie tun.", meinte sie und knuffte ihn spielerisch in die Seite. „Wir Potter-Geschwister halten schließlich zusammen, oder willst du den Kodex brechen?"

„Ich war 5 als wir den abschlossen."

„Na und? Was man säht, das erntet man.", sagte sie mit einem Grinsen und sie gingen zur Mannschaft.

Die ganze Nacht über herrschte ausgelassene Stimmung bei den Gryffindors und alle versicherten Lily, dass es halb so wild wäre, dass sie den Schnatz nicht gefangen hatte.

Erst, als Lily irgendwann im Bett lag, kam ihr der Schlüssel wieder in den Sinn. Sie kramte ihn aus ihrem Umhang heraus und betrachtete ihn. Sie konnte beim besten Willen nichts Besonderes an ihm finden. Keine verdächtigen Zeichen, keine versteckten Fächer, nichts. Vielleicht war es ein Tagebuchschlüssel, überlegte sie. Doch wieso konnte er dann fliegen?

Sie warf ihn ein paar Zentimeter in die Höhe, wo er schwebend verweilte. Sie betrachtete ihn kopfschüttelnd, holte dann eine goldene Kette heraus und befestigte den Schlüssel daran. Sie würde morgen in der Bibliothek nach ihm suchen, doch jetzt wollte sie nur noch schlafen.