Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur au

Um auf die Frage und auf das liebe Review von Buecher-FFwurm zu antworten (vielen Dank an dieser Stelle, es freut mich zu sehen, dass du bei der Story mitdenkst und dich mit ihr beschäftigst): Der Satz, dass Malfoy sein Ziel bald erreicht hat, ist aus seiner Perspektive geschrieben und Lily bekommt nichts davon mit. Die ganzen Dinge, die du am Ende des Reviews aufzählst liegen in der Tat an dem Schlüssel.

„Wenn er sie wirklich lieben würde, hätte er das gar nicht getan."

„Nun, aber er hat gesagt, dass sie ihn geküsst hat und dass er keine Chance hatte."

„Ach, das ist doch Blödsinn.", mischte sich nun auch Natasha ein. Seit einer halben Stunde diskutierten Lily und Megan nun schon über dieses Thema, das gestern Abend den ganzen Mädchenschlafsaal in Aufruhr versetzt hatte. Emma war hineingestürmt gekommen und hatte ihren 4 schockierten Zimmergenossinnen erzählt, dass ihr Freund doch tatsächlich eine Andere geküsst hatte. Sie hatten dann alle nur dagesessen und still alle Jungs verflucht und jede hatte dabei an einen anderen gedacht, als an Emmas Freund. Und so kam es, dass Natasha, Lily und Megan heute in Wahrsagen nichts mitbekamen und nur dieses eine Thema besprachen.

„Das ist doch wohl mehr als unwahrscheinlich, dass sich ein Mädchen einfach so einen Typen schnappt, ohne das dieser vorher Zeichen gemacht hat.", argumentierte Natasha weiter.

„Genau. Aber was soll Emma denn jetzt machen? Sie will sich nicht trennen. Dafür liebt sie ihn zu sehr."

„Das was die Beiden verbindet ist alles, aber keine Liebe. Vermutlich ist sie einfach nur verliebt. Das geht schließlich vorüber.", klärte Natasha Megan auf.

„Und was ist, wenn er sie tatsächlich nicht küssen wollte. Jedenfalls sein Herz und sein Verstand dagegen waren und sein Körper etwas anderes wollte?", fragte Lily.

„Aber jemand, der seine Freundin wirklich liebt, wird doch über so eine Anziehungskraft stehen oder?"

„Manchmal habe ich das Gefühl, Megan, du vergisst, dass wir hier über Jungs sprechen.", sagte Lily daraufhin in gespielt strengem Ton. „Jedenfalls…"

Weiter kam Lily nicht, denn auf einmal stand Professor Adivina neben ihrem Tisch und fragte Lily, was sie denn als letztes gesagt hätte.

„Tut mir Leid, Professor. Ich habe es nicht mitbekommen…ich hatte eine…Vision."

Der unangenehme Duft von Weihrauch schlug Lily ins Gesicht, als Professor Adivina antwortete:„Oh, das freut mich sehr, Miss Potter, ich hatte immer das Gefühl mein Unterricht ginge irgendwie an ihnen vorbei. Dann sagen sie mir mal, worum es in dieser Vision ging."

„Ähm, also es ging um meinen Bruder. Er…hat sich… verletzt gehabt…beim Quidditchtraining." Sie wagte kaum in das von Falten ganz runzelige Gesicht der Professorin zu blicken, da die vermutlich sowieso schon wusste, dass sie log.

„Und können sie diese Verletzung genauer beschreiben?"

„Es war etwas am Handgelenk. Es schien gebrochen zu sein oder so etwas."

„Nun, dann sollten sie hoffen, dass ihre Vision nicht Wirklichkeit wird.", sagte die Lehrerin mit einer zuckersüßen Stimme, der man anhörte, dass sie nichts mehr erfreuen würde, insbesondere deshalb, da sich die Familie Potter ja zu fein zum Wahrsagen war.

„Ja, Professor."

„Mensch, Lily, du hast echt immer Pech, sobald du den Mund aufmachst, kommen die Lehrer darauf, dich zu fragen, was sie denn als letztes gesagt haben.", meinte Natasha mitleidig, „Sag mal, hattest du echt eine Vision?"

„Natürlich nicht, Natasha, du weißt doch, dass ich selbst wenn es darum geht aus Teetassen zu lesen, eine absolute Null bin."

„Oh ja.", antwortete Megan, die neben ihnen lief und brach in schallendes Gelächter aus. „Weißt du noch, wie du Elisabeth vorausgesagt hast, sie würde in den nächsten 5 Prüfungen schlechte Noten bekommen und sie dann überall Einser mit Sternchen bekam? Das war so was von lustig."

„Tja, einer Ravenclaw vorauszusagen, dass sie schlechte Noten bekommt ist so, wie wenn du sagen würdest, dass der ungarische Hornschwanz ein absolut lieber Drachen ist. Elisabeth redet heute noch nicht mit mir und setzt sich in Wahrsagen immer total weit weg."

„Sei froh, dass wir zu dir halten.", meinte Megan.

„Ach nun kommt schon, so falsch sind meine Voraussagungen nun auch wieder nicht." Lily erntete dafür nur Lachen von ihren beiden Freundinnen, in das sie einstimmte. Es war schließlich total richtig, sie konnte einfach nicht wahrsagen. Sie sah sich im vollen Gang um. Er quirlte fast über vor Schülern, die alle aufgeregt durcheinander schwatzten. Selbst diejenigen, die den Mund geschlossen hatten, schienen zu reden.

Auf einmal kam wieder das Phänomen zutage, dass Lily das erste Mal bei Natasha gesehen hatte. Über allen schwebten auf einmal kleine Herzen. Das sah so verrückt aus, dass Lily aus Ungläubigkeit noch lauter lachte. Das also konnte der Schlüssel! Sie sah die Herzen der Anderen. Doch etwas irritierend fand sie das schon, denn es waren nicht nur weiße und rosane sondern auch tiefrote und sogar schwarze dabei. Aber Lily sah auch diejenigen, die gebrochen waren. Sie stürzte praktisch in ein Loch, als sie sah, wie viele es waren. Traurig schüttelte sie ihren Kopf und im nächsten Moment waren alle Herzen wieder weg.

In Kräuterkunde saß Lily, ihren Kopf auf die Arme gestützt, grübelnd da und bekam nicht recht mit, was um sie herum geschah. Das also war es, was der Schlüssel bewirkte, er konnte ihr den Blick in die Herzen der Anderen freigeben. Doch wozu war das gut? Und wie konnte sie es kontrollieren? Sie seufzte auf und sah sich um. Im Moment sah sie von niemandem in diesem Raum das Herz. Musste sie vielleicht bestimmte Wörter sagen? Professor Longbottom stand ganz begeistert vor einem Kaktus, von dem es nur noch ungefähr 100 Exemplare gab und Lily wünschte sich von ganzem Herzen sich konzentrieren zu können. Doch es klappte nicht. Gerade fragte Professor Longbottom, wer denn morgen ein Referat über einen anderen Kaktus machte, als Lily hochfuhr und sagte: „Ich." Sie wusste selbst nicht, wieso sie sich freiwillig meldete, doch sie wollte heute Nachmittag so viel zu tun haben, dass sie weder diese deprimierten Herzen sah noch in Grübeleien über den Schlüssel verfallen konnte.

„Oh, das ist schön, Miss Potter. Damit können wir die Stunde dann auch beenden. Wenn sie Fragen haben, Miss Potter, bezüglich des Kaktusses können sie mich im Lehrerzimmer antreffen."

„In Ordnung.", damit stürmten alle aus dem Klassenzimmer.

Sie hätte nie gedacht, dass über einen seltenen Kaktus nichts aber auch gar nichts in der Bibliothek zu finden war. Das Teil war ja noch schlimmer als dieser verflixte Schlüssel. Sie schlich leise den Gang zum Lehrerzimmer entlang. Seltsamerweise war er total ausgestorben. Nun, dachte Lily ironisch, vielleicht laufen sie alle vor deinem Schlüssel weg. Doch im nächsten Moment erschien ihr das gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Sie ging auf das Lehrerzimmer zu, doch dann hörte sie Stimmen aus einem Klassenzimmer. Die eine hörte sich nach Professor Longbottom an und die andere…war die von ihrer Astrologieprofessorin Lydia Estrella. Sie wollte wirklich nicht lauschen, doch schließlich brauchte sie etwas von Professor Longbottom. Das reichte ihr als Grund und sie stellte sich vor die Türe.

„Wie lange willst du es noch geheim halten, Neville. Eines Tages kommt es heraus. Das ist immer so.", sagte die weibliche Stimme.

„Wenigstens so lange, bis ich mir darüber im Klaren bin, ob ich dir einen Heiratsantrag mache oder nicht. Denn … nein, eigentlich muss ich nicht mehr darüber nachdenken, Lydia, ich finde wir sollten heiraten!"

„Bist du schwanger?"

Er ging nicht darauf ein, sondern wiederholte: „Ich finde wir sollten bald heiraten."

„Ja, das finde ich auch."

Lily stellte sich vor, wie die beiden sich nun in die Arme fielen und ihr kamen die Tränen. Es hatte zwar immer Gerüchte gegeben, dass die beiden zusammen waren, doch so richtig war das nie bestätigt worden. Sie ging ein paar Schritte zurück und lehnte sich glücklich gegen die Wand. Die beiden würden heiraten und Kinder bekommen. Sie war so richtig verzückt.

Wenige Schritte neben ihr stand Malfoy. Sie hatte ihn weder gehört noch gesehen und er starrte sie einfach nur an. Es war faszinierend mit anzusehen, wie sie ihre Hand auf ihr Herz legte, sich in ihren Rollkragenpullover kuschelte und sich an die Wand stellte.

„Na Potter, was berührt dich so?" Normalerweise hätte sein spöttischer Ton sie zur Weißglut gebracht, doch jetzt sah sie ihn ganz gelassen an.

„Nichts, aber sag mal, weißt du zufällig etwas über einen Kaktus namens Rebutia heliosa?"

Sie sah ihn aus ihren großen grünen Augen an und aus irgendeinem Grund sagte er: „Ja, klar. Aparecium." Ein Blatt voll Notizen erschien in seiner Hand. „Hier. Gib es mir morgen wieder."

„In Ordnung." Sie lächelte ihn an und hüpfte glückselig davon.

So das war's dann für heute.